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Books » Lord of the Rings » Licht ist Schatten&Schatten ist Licht
Megchen
Author of 23 Stories
Rated: K+ - German - Romance - Reviews: 16 - Updated: 02-09-04 - Published: 12-18-03 - id:1645779
Zu den lieben Reviews, über die ich mich sehr gefreut habe:

Viechle: Jup, dein Review ist angekommen, danke! Jetzt wirst du ja erfahren, was sie tun *gg* Ich konnte ja nicht so fies sein und erst etwas über die Nazgûl schreiben, das hab ich net übers Herz gebracht :). Ein Teil deiner Vermutungen waren richtig!

Einhorn: Vielen Dank auch für dein Review, das ermuntert mich doch immer wieder weiterzuschreiben!

Meryll: Wie du siehst, hab ich mich nicht allzusehr einschüchtern lassen, hier ist ein neues Kapitel, hoffe, es gefällt dir!

Etwa eine Stunde später war wieder Ruhe in Imladris eingekehrt. Nur aus einem einzigen Zimmer fiel ein Lichtschein und man hätte meinen können, der Frieden, der hier herrschte, wäre nie gestört worden. Doch dem war nicht so.

Im großen Saal waren zwar alle Kerzen angezündet, aber ein Fest feierten die anwesenden Personen gewiss nicht. Elrond saß zusammengesunken am Kopf der Tafel und um den Tisch hatten sich Galadriel, Arwen, Celeborn, Éomer, Elladan, Elrohir, Haldir und Glorfindel plaziert. Keiner wagte die drückende Stille zu durchbrechen.

Ein herzzereissendes Schluchzen lies Glorfindel aufhorchen und er sah erschrocken zu Elrond hinüber, der den Kopf in die Hände gestützt hatte und einige Tränen nicht mehr unterdrücken konnte. In diesem Moment tat er Glorfindel unendlich leid, was musste er sich nur für schreckliche Vorwürfe machen?

Elronds Berater stand auf, glitt katzengleich zu seinem Herrn hinüber und half ihm aufzustehen. "Ich bringe dich nun wohl lieber in dein Zimmer, Elrond. Heute können wir sowieso nichts hilfreiches mehr unternehmen."

Unter den mitleidigen Blicken der anderen lies sich Elrond willig aus der Halle und in sein Schlafgemach führen. Sobald sich die Tür hinter ihnen geschlossen hatte, brach er in noch heftigeres Weinen aus.

"Wie um alles in der Welt konnte ich die Elbinnen nur unbewacht in Valainas Zimmer lassen? Welcher Ork hat mir diese Idee eingeflüstert? Ich habe Valainas Eltern versprochen, auf sie zu achten, als wäre sie mein eigenes Kind und nun ist sie vom Feind entführt worden! Ich bin ein Rabenvater, ich gebe in allen Bereichen des Lebens ein erbärmliches Bild ab!"

Das wurde Glorfindel nun doch zuviel. Er stoppte Elronds Redeschwall, indem er sanft flüsterte: "Du solltest wirklich eine Nacht darüber schlafen. Morgen sieht die Welt gleich ganz anders aus, du wirst sehen! Vertrau mir."

Trotz der schwierigen Situation brachte Glorfindel es noch fertig, Elrond anzulächeln und schloss dann leise die Tür des Schlafgemachs des Herrn von Bruchtals hinter sich.

Genauso schnell, wie es erschienen war, verschwand das Lächeln wieder aus Glorfindels Gesicht und machte einem mehr als besorgten Ausdruck Platz.

Schnellen Schrittes kehrte er wieder in den großen Saal zurück, traf dort aber nur noch Arwen, Galadriel und Haldir an. Die anderen hatten sich wohl schon zurückgezogen, als sie sahen, dass von Elrond heute weder Rat noch Hilfe zu erwarten waren.

Arwen und Galadriel schienen in eine heftige Diskussion verstrickt und nun näherte sich ihm der blonde Hauptmann aus Lórien. Der Hoffnungsschimmer, den er in Haldirs Augen erblickte, überraschte Glorfindel, aber er würde dem blonden Elben zuerst Gelegenheit geben, zu sprechen.

Haldir trat nun ziemlich ungeduldig auf ihn zu, schob ihn weiter in den Saal hinein und schloss energisch die Tür hinter Glorfindel.

"So wie es aussieht, hat Arwen einen Entschluss gefasst, mein Freund und mir erscheint er gar nicht mal so verkehrt, wie Galadriel das im Moment noch sehen mag."

Als er von seinem Gegenüber nur einen fragenden Blick erntete, fuhr Haldir fort: "Weshalb sollen wir hier tatenlos herumsitzen und warten, bis Elrond wieder bereit ist, etwas zu tun? Versteh mich nicht falsch, ich respektiere Elrond und ich respektiere auch seine Entscheidungen, aber wenn ihn etwas emotional getroffen hat, und das ist wohl bei Valainas und Éowyns Entführung der Fall, kann er gar nicht vernünftig handeln, das könnte keiner von uns!"

Haldirs starke Hände schlossen sich um Glorfindels Oberarme, wie um ihm die Wichtigkeit des nun Folgenden deutlich zu machen. Dieser sog hörbar die Luft ein, ging aber sonst nicht weiter auf die grobe Behandlung seitens Haldir ein.

" Also müssen wir etwas unternehmen, das hat Arwen erkannt! Jetzt sind die Spuren der Nazgûl vielleicht noch frisch, das wäre genau der geeignete Augenblick für eine Verfolgung! Morgen werden die Abdrücke der Hufe ihrer Pferde, die sowieso sehr schwer zu sehen sind, ganz verschwunden sein und dann haben wir keinerlei Anhaltspunkt mehr für eine Verfolgung. Wir müssen uns jetzt sofort an ihre Fersen heften, Glorfindel!"

Der Angesprochene starrte Haldir zuerst einmal vollkommen entgeistert an. "Wir sollen etwas ohne Elronds Erlaubnis tun?", flüsterte er entsetzt. "Aber das können und dürfen wir nicht! Ich kann so etwas nicht dulden, fürchte ich!", setzte er dann wieder etwas selbstsicherer und herrischer hinzu.

" So dachte ich zuerst auch", vernahm er nun Galadriels sanfte Stimme, "aber ich fürchte, wenn wir warten, können wir die Hoffnung, auch nur eine leise Spur des Aufenthaltsortes der Nazgûl zu finden, aufgeben. Auch ich hintergehe Elrond nicht gerne, aber in diesem Fall müssen wir es wohl wagen. Wir würden ja etwas tun, was ihm unter Umständen hilft, Glorfindel. Sieh es doch einmal so."

Nun war Glorfindel vollkommen verstummt. Haldirs und Arwens Aufsässigkeit und ihr Hang zum Brechen schon lang bestehender Regeln war ihm bekannt, aber dass selbst Galadriel es nicht mehr fertigbrachte, sich dem entgegenzustellen?

"Nun, ihr könnt dann ja schon einmal vorausreiten, während ich Elrond von eurem Plan in Kenntnis setze, denn das muss ich leider tun, so gerne ich euch auch habe. Hier handelt es sich um Verrat!"

Der blonde Elb wollte wütend aus dem Saal stürmen, als er mit Éomer zusammenprallte. Das gab Haldir wiederum die Möglichkeit, den Berater Elronds aufzufangen und erneut festzuhalten, was Glorfindel einen wütenden Blick entlockte.

Éomer baute sich vor Haldir auf und meinte: "Ich bin mir bewusst,dass es nicht sehr fein ist zu lauschen, aber in dem Fall konnte ich es mir nicht verkneifen. Wenn ihr schon vorhabt, gegen Elronds Vorhaben zu handeln und euch damit sicher seinen Zorn zuzieht, werdet ihr mich auch nicht aufhalten mitzukommen, schließlich geht es hier auch um Éowyn!"

Haldir sah kurz so aus, als wolle er widersprechen, doch dann nickte er kurz und meinte: "Nun gut, dann werden wir uns eben zu viert auf die Suche machen, denn Arwen kann ich bestimmt nicht aufhalten, uns zu folgen und Glorfindel müssen wir aus Sicherheitsgründen mitnehmen, damit Elrond wenigstens vor morgen früh keinen Verdacht schöpft."

Glorfindel überlegte kurz, ob er einen letzten Protest wagen sollte, beließ es dann aber bei einem sehr vorwurfsvollen Blick, den Haldir fast nicht wahrnahm.

Er hielt sie an so schnell, so leise und so unauffällig wie möglich das Allernötigste, was sie für ihr Vorhaben brauchen würden, zusammenzupacken und sich danach auf einigen Umwegen zum hinteren Tor von Bruchtal zu schleichen.

"Ich werde für geeignete Reittiere sorgen.", meinte Haldir bestimmt.

Als er Glorfindels flehenden Blick wahrnahm, zischte er: "Und Asfaloth ist kein geeignetes Reittier, wenn man uns nicht aus einigen Kilometern Entfernung hören soll!"

Etwa eine Viertelstunde später stand Glorfindel in seiner bequemsten Reitkleidung und mit einem Bündel bepackt im Stall und fuhr sanft über den Hals eines schneeweißen Pferdes. Das Pferd schnaubte leise und drückte sich vertrauensvoll gegen die Hand des Elben.

Glorfindel flüsterte: "Du weißt doch, wie Haldir sich manchmal anstellt, Asfaloth! Wenn er wüsste,dass ich nun hier bei dir im Stall stehe, anstatt auf schnellstem Wege zum vereinbarten Treffpunkt zu kommen, würde er schon wieder anfangen herumzubrüllen und mir vorhalten, wie unnütz ich doch bin."

Dem Elben kam ein Gedanke, der ihn zufrieden grinsen lies: "Nunja, im Moment könnte er ja nicht schreien, weil er es nicht riskieren kann, dass irgend jemand etwas von unserem Aufbruch merkt."

Glorfindels Augen ruhten noch einen Moment traurig auf seinem Pferd, als er meinte: "Ich verspreche dir aber, dass ich so schnell wie möglich zurückkomme, Asfaloth und dann werde ich nie wieder irgendwo ohne dich hingehen!"

Dann gab er sich einen Ruck und verließ endgültig den Stall, um wenig später am vereinbarten Treffpunkt anzukommen, an dem die anderen schon ungeduldig auf ihn warteten.

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