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Books » Lord of the Rings » Vergib mir, ich liebe dich
Mrs. Tolkien
Author of 4 Stories
Rated: T - German - Romance/Tragedy - Legolas - Reviews: 27 - Updated: 02-17-05 - Published: 03-09-04 - id:1764960

Chapter 14c: Weg in die Zukunft

Legolas' Part
Inzwischen ist mir alles egal. Ich habe aufgehört mich sonderlich darum zu kümmern was ich denke und was nicht, habe einfach alles teilnahmslos an mir vorbeiziehen lassen. Zwei Jahre lang habe ich mich nicht dafür interessiert, was um mich herum noch geschieht. Ich weiß nicht was geschehen muss um mich aus dieser Apathie zu befreien. Wenn der Rest meines Lebens so aussehen soll, warum lebe ich dann noch? Bin ich nicht eigentlich längst tot? Ich habe den Grund aus den Augen verloren für den es sich lohnen würde, noch länger standhaft zu bleiben. Ich will aufgeben, damit es aufhört, aufgeben, endlich entkommen…

Ich fühle mich wie betäubt. Ich weiß dass es falsch war alle Gefühle zu unterdrücken, aber nun lässt sich nichts mehr ändern. Es ist alles vorbei. Und ich sehe mich in dieser Gleichgültigkeit gefangen.

Ich weiß nicht ob es schlimmer ist als der Druck alles zu verdrängen. Ich habe die Chance vertan mich damit abzufinden, das Positive zu sehen, hoffen zu können. Mich interessiert die Zukunft nicht mehr. Egal was passieren wird, es ist vergänglich. Nichts ist für die Ewigkeit. Warum soll ich auf die Gegenwart noch achten, irgendwann wird niemand mehr darüber sprechen. Ich möchte wissen wann man aufhören würde an mich zu denken, wenn ich das Leben verlassen würde. Wem würde ich in Erinnerung bleiben? Und wie sähe die Erinnerung aus? Würde sie nicht auch irgendwann von der Ewigkeit verschluckt werden? Alles ist vergänglich. Nun liegen so viele Jahre hinter mir und doch war es erst ein kurzer Moment meines Lebens, das nie enden wird… Und ich habe Angst davor.

„Wir werden nach Minas-Tirith gehen."

Legolas schaute Thranduil verwundert an. „Warum das?" „Die Hochzeit des Truchsess", sagte Thranduil, „aufgrund unseres Bündnisses mit Gondor sähe es schlecht aus wenn wir nicht kämen." „Und wann?", fragte Legolas. „In den nächsten Tagen." Legolas nickte. Thranduil schien auf weitere Reaktionen zu warten, aber seine Erwartungen erfüllten sich nicht. Endlich gab er es auf. Er hatte schon vor Monaten die Versuche aufgegeben etwas aus Legolas herauszubekommen, aber er war immer gescheitert. Sein Sohn ließ niemanden an sich heran, war verschlossen. Vielleicht würde sich ja etwas ändern, wenn sie den Düsterwald verließen, wenn auch nur für wenige Tage. „Wartest du auf irgendwas?", fragte Legolas. Thranduil schüttelte resigniert den Kopf. Dann wandte er sich um und ging und seine Schritte halten in dem großen Raum wieder. Legolas sah ihm nach, ohne auch nur das Geringste zu empfinden. Er wusste dass es Thranduil nicht leicht fiel ihn so zu sehen, verschlossen, von der eigenen Aufgabe geprägt, auch wenn er wahrscheinlich den Grund kannte. Thranduil wusste das Legolas noch immer an der Trennung vor über zwei Jahren litt, wenn auch unbewusst. Aber was sollte er schon tun? Er war es immerhin, der Schuld an allem war. Er hatte sein Gewissen zwei Jahre lang erfolgreich ignoriert und hatte nicht vor auf einmal Reue zu zeigen.

Legolas schaute ihm nach bis er den Raum verlassen hatte. Er wusste dass er Thranduil mit jedem Wort und jeder Geste verletzte, denn immer waren sie abweisend. Auch jetzt verspürte er nichts, nicht einmal Hass oder etwas Ähnliches. Anscheinend hatten alle Gefühle ihn verlassen, aber es kümmerte ihn nicht weiter. Auch die Reise nach Minas-Tirith würde nur eine kleine Abweichung des tristen Alltags sein, ohne weitere Vorkommnisse. Legolas spürte Kälte in sich aufkommen. Jede Aussicht auf Hoffnung verloren. Aufgeben der einzige Wunsch. Sich fallen lassen. Hinter dieser Gefühllosigkeit versuchte er immer noch die Gefühle und Erinnerungen zu unterdrücken, auch wenn es ihm vielleicht nicht mehr bewusst war. Wenn es noch einen Grund gab diese Leere und den gleichzeitigen Druck zu ertragen, warum sah er ihn nicht? Einerseits wäre aufgeben eine Befreiung, aber Legolas spürte das es noch zu früh war, noch war es nicht zu Ende. Bitte, dachte er, lass es bald enden.

In Minas Tirith

Nach der Schlacht um Gondor, bei der Denethor den Tod gefunden hatte, war sein Sohn Faramir Truchsess von Minas Tirith geworden. Es war schon eine lange Zeit her, dass man ihm dieses Amt übertragen hatte. Und es war auch schon länger her das er und Eowyn von Rohan mit dem Gedanken spielten die Ehe einzugehen. Nun war es beschlossen. In wenigen Tagen bereits. Nicht nur die Einwohner der Stadt würden anwesend sein. Aufgrund alter Bündnisse waren weitere eingeladen worden, Menschen aus Rohan, Elben aus Bruchtal und dem Düsterwald.

Aragorns Part
Vielleicht war es das, was Elrond meinte. Es endet nicht. Sie werden nach Minas Tirith kommen. Ich kann nicht leugnen, dass ich wünschte, dich zu sehen, aber wäre es wirklich sinnvoll? Würde nicht wieder alles neu beginnen? Ich wünschte, wir könnten diese alte Lüge auflösen, ihnen die Wahrheit sagen, obwohl sie diese niemals begreifen würden. Ich weiß nicht mit Sicherheit ob Elrond diesen Moment gemeint hat. Vielleicht wird es einfach vorübergehen.

Nicht zu wissen was geschehen wird, war die ganze Zeit ein Last. Nun wird sie größer. Es ist durch aller Munde gegangen, dass sie kommen werden, dass du kommen wirst. Dann wird es hier wieder beginnen. In Minas Tirith.

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