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Anime/Manga » Beyblade » Looking underneath the Surface
siliana blue
Author of 11 Stories
Rated: T - German - Angst/Drama - Kai H. - Reviews: 78 - Updated: 06-15-11 - Published: 01-09-05 - id:2211695

..: Looking Underneath The Surface :..

смотрите под поверхностью

Summary: Er dachte, er hätte die Vergangenheit hinter sich gelassen. Doch was, wenn sie ihn wieder einholt? Was, wenn die Schatten ihn erneut bedrohen? Und warum bleibt da immer dieses nagende Gefühl, er hätte etwas vergessen, das nicht vergessen werden darf?

Kai-centered; No Shônen-ai (!)

A/N: Versteht mich nicht falsch, ich hab nichts gegen Yaoi-Pairings. Ich schreib sie nur einfach nicht.

Zeitpunkt: Die Story beginnt irgendwann nach der ersten Staffel. Die ist nach wie vor mein Favourite, und deshalb blende ich alle anderen – vor allem die zweite Staffel – ignorant wie ich bin einfach aus grin

Pairings: Wie schon gesagt: Erwartet keine Yaoi-Story. Wenn es hier überhaupt irgendein Pairing geben sollte, dann maximal Kai/Hilary – jap, irgendwo in der Story taucht sie auf, weil dieses Mädel das einzig positive an der zweiten Staffel war… evilgrin

Disclaimer: Also, mal ehrlich, muss man das immer dazusagen? Ist das nicht offensichtlich? Ich meine, wenn mir hier irgendwas – außer den Produkten meiner eigenen kranken Phantasie natürlich – gehören würde, dann wäre Kai der Maincharacter dieses Animes – und nicht Ich-krieg-den-Hals-nicht-voll-und-bin-eh-der-Größte-Tyson!

You got the point: Mir gehört nichts, weder das Anime noch die Charaktere noch sonst irgendwas, das mit Beyblade zu tun hat, noch irgendeiner der Songs, die im Laufe der Story eventuell vorkommen könnten. Punkt. heul Wenn dem so wäre säße ich jetzt in der Karibik, Herrgott, und nicht im verregneten good old Germany!

A/N: Ach ja, bevor ich dann endlich anfange – eine Sache noch: Das hier ist meine erste Beyblade-Fic, also seid nicht zu streng mit mir…

Jetzt aber!


..: I. Once Upon A December :..

Regen prasselte in furiosem Rhythmus auf den harten Asphalt, zeichnete immer neue Muster in die wachsenden Pfützen, als gelte es ein längst vergessenes Meisterwerk zu vollenden. Wolken hingen tief am Himmel und ließen nur erahnen, welcher Glanz von schimmernden Sternen und dem sanften Schein des Mondes sich hinter dem grauen Vorhang verbarg. In dieser Nacht erhellte nur der gleißende Schein wütender Blitze die schlafende Stadt, dicht gefolgt von krachenden Donnerschlägen, die die Welt unter sich erzittern ließen.

Er stand nur da und beobachtete das wütende Naturschauspiel. Strähnen nassen Haares verdeckten das blasse Gesicht und Nässe und Kälte begannen langsam durch seine Kleidung auf die nackte Haut zu sickern. Ein Windstoß fuhr durch den dünnen Stoff seines durchnässten Shirts, doch er spürte ihn kaum. Er spürte gar nichts. Nicht das Wasser, das langsam die Beine seiner grauen Cargohosen hoch kroch, nicht die Kälte, die seine Lippen allmählich blau färbte. Nichts. Gar nichts.

Nur die Leere in seinem Innern und das nagende Gefühl in seiner Brust, das ihm inzwischen so vertraut war wie der stetige Atem, der seine Lungen füllte, Atemzug um Atemzug, unerbittlich, ohne Rast, ohne Kontrolle.

Kontrolle. Wann hatte er sie verloren? Früher hatte er immer alles unter Kontrolle gehabt. Sein ganzes Umfeld, seine Feinde – sich selbst. Was war geschehen? Was war jetzt anders?

Er kannte die Antwort. Es waren nicht die Veränderungen der letzten Monate. Es war nicht die Tatsache, dass er nicht mehr allein war, wie früher. Es war nicht der leidige Umstand, dass er inzwischen ständig von seinen sogenannten Teamkollegen umgeben war, dass sie für jeden Schritt, den er tat, Rechenschaft verlangten, dass sie ständig Erklärungen forderten. Diese Dinge konnten ihm zwar manchmal – schön, eigentlich immer – auf die Nerven gehen, aber er hatte das alles längst akzeptiert. Er hatte sich damit abgefunden. Und manchmal – nur manchmal – war er froh um diese Veränderungen in seinem Leben, froh um diese nervigen Gören, die ihn ständig drängten den Unsinn mitzumachen, den sich vor allem Tyson und Max ständig ausdachten. Manchmal, wenn er wieder einmal drohte, in seinen eigenen dunklen Gedanken zu ertrinken, in das schwarze Loch seiner Vergangenheit zu stürzen – so wie heute Nacht.

Das war das eigentliche Problem, nicht wahr? Deshalb war er hier heraus gekommen, mitten in ein wütendes Unwetter, in dem er sich sicherlich noch den Tod holen würde, wenn er sich nicht bald auf den Rückweg in die behütende Wärme des Hotelzimmers machte.

Er hatte nicht schlafen können – wie so oft in letzter Zeit. Seine Träume hatten ihn aus dem Bett getrieben. Alpträume, Bilder aus seinem früheren Leben, die ihn verfolgten, seit er bei den letzten World Championships seiner eigenen Vergangenheit begegnet war. Einer Vergangenheit, die er über Jahre hinweg verdrängt, die sein Geist einfach ausgesperrt hatte. Weil die Erinnerung an all das Gewesene zu grausam war, als dass er sie hätte ertragen können. Jetzt war sie zurück. Seine Erinnerung war zurückgekehrt. Und immer noch war er zu schwach, sie einfach zu ertragen. Hinzunehmen. Einen Schlussstrich zu ziehen und weiterzumachen. Es war ihm nicht möglich. Nicht, dass er nicht gerne vergessen hätte. Oh, wie sehr er das wollte. Vergessen. Zurückkehren zu seinem fast normalen Leben, ohne die Erinnerungen an das, was Boris ihm angetan hatte. Ohne die Geschichte jeder einzelnen Narbe auf seiner Haut zu kennen – und es gab viele Geschichten zu erzählen, zu viele.

Es war nicht das, woran er sich erinnerte, was ihm keine Ruhe ließ. Es war das, woran er sich nicht erinnerte, was ihn um drei Uhr morgens in die nassen Straßen Moskaus trieb.

Ja, er war zurück. Zurück in seiner Heimatstadt – wenn man es denn so nennen mochte. Die anstehenden Weltmeisterschaften hatten ihn wieder hierher geführt. Und noch immer war er erstaunt darüber, wie sicher er seinen Weg durch die dunklen Gassen dieser Stadt fand. Jede Ecke schien ihm vertraut, jeder Winkel schien Teil seiner eigenen Geschichte zu sein.

Dancing bears, painted wings

Things I almost remember

Er vergrub die Hände tiefer in den Taschen seiner weiten Hosen, zog den Kopf tiefer zwischen die Schultern. Zum Glück war es mitten im Sommer – auch wenn die russischen Sommer ihren Namen nicht verdienten. Er hatte das Hotelzimmer so überstürzt verlassen, dass er nicht daran gedacht hatte, einen Mantel mitzunehmen. Er wusste, morgen früh würde er dafür büßen müssen. Doch es kümmerte ihn nicht. Er hatte andere Sorgen.

Weshalb war ihm all das so sehr vertraut? Weshalb hatte er ständig das Gefühl, hier schon einmal gewesen zu sein?

Während seiner Zeit in der Abtei war er nie in Moskau gewesen. Es war den Schülern nicht erlaubt gewesen, das Gelände zu verlassen. Außerhalb der dicken Mauern der weitläufigen Anlage hatte er nie etwas zu Gesicht bekommen.

Woher kam also dieses Gefühl von Vertrautheit, von Wiedererkennen?

Vielleicht hatte es etwas mit dem zu tun, woran er sich nicht erinnern konnte…

Obwohl seine Erinnerungen an die Abtei, an Boris und das Leben dort inzwischen beinahe vollständig zurückgekehrt waren, gab es immer noch viele Fragen, die unbeantwortet geblieben waren. Wer war er wirklich? Wer war er gewesen, bevor er in die Abtei gekommen war? Hatte auch er einst Eltern gehabt, die ihn liebten? War er ihnen gewaltsam entrissen worden, oder hatten sie ihn freiwillig der Hölle übergeben, durch die er in der Abtei gegangen war?

So viele Fragen… und so wenig Antworten…

And a song someone sings

Once upon a December

Er blieb stehen. Etwas hatte seine Aufmerksamkeit erregt. Ein schäbiges Schaufenster, verstaubt und fast blind, starrte ihm durch die Nacht entgegen. Als ein zuckender Blitz die schmale Gasse für den Bruchteil einer Sekunde mit gleißendem Licht erfüllte, konnte er dennoch sein nasses Spiegelbild in der gesprungenen Glasscheibe erkennen. Schemenhaft erkannte er die Regale, die sich dahinter befanden. Einige der Bretter waren zerbrochen, ganze Regale umgestürzt, alles mit einer dicken Staubschicht bedeckt. Einst musste hier ein Laden gewesen sein, doch dem Zustand der Einrichtung nach zu urteilen musste er bereits seit langer Zeit leer stehen. Ein verwitterter Schriftzug war über der Scheibe zu erkennen:

Антикварный магазин

Димитрий Штратовик

„Antiquariat Dimitri Stratovi ". Weshalb kam ihm das so vertraut vor? Wieso hatte er plötzlich das Gefühl, hier schon einmal gewesen zu sein…?

..: flashback :..

Bitte, können wir nicht nach Hause gehen? Papa hat mir eine Überraschung versprochen!"

Es war ein kalter Dezembernachmittag. Die weißen Flocken fielen dick auf die ins Winterkleid gehüllte Stadt. Menschen eilten in dicke Wollmäntel gehüllt durch die Straßen und schmalen Gassen Moskaus.

Ungeduldig zerrte ein kleiner Junge – nicht älter als fünf oder sechs Jahre – am Mantel seiner Mutter, einer schlanken Frau mit leuchtenden blauen Augen und pechschwarzem Haar, welches im richtigen Licht einen blauen Schimmer zeigte. Sie beugte sich lächelnd zu ihrem Sohn hinunter und strich ihm die vom Wind zerzausten blauen Strähnen aus dem Gesicht.

Geduld, Kai. Lass uns nur noch kurz Dimitri Hallo sagen, dann machen wir uns auf den Heimweg."

Der kleine Junge verzog schmollend den Mund, doch seine rötlich schimmernden Augen zeigten ein aufgeregtes Leuchten. Still folgte er seiner Mutter in den dämmerigen, nach Mottenkugeln riechenden Laden.

Der helle Klang der Glocke über der Eingangstür rief einen im Alter ergrauten gedrungenen Mann aus dem Hinterzimmer in den engen Verkaufsraum.

Ah, Anna! Wie schön dich zu sehen, Liebes", begrüßte er sie freundlich, und sich zu dem Jungen herablehnend fügte er lächelnd hinzu: „Hallo, junger Kai! Groß geworden bist du! Sieh dich ruhig um, wer weiß, vielleicht findest du einen verborgenen alten Schatz…"

Mit einem verstohlenen Augenzwinkern wandte er sich wieder der jungen Frau zu.

Bist du wieder gekommen, um deine Spieluhr zu bewundern?"

Die Dame nickte lächelnd und trat einen Schritt auf ein ganz bestimmtes Regal zu. Mit einem Finger strich sie sanft die Ornamente nach, die in ein kleines dort verborgenes Ebenholzkästchen geschnitzt waren. Vorsichtig öffnete sie den Deckel und drehte einige Male an der Feder, die rechts aus dem edlen Holz ragte. Mit jeder Umdrehung ließ sich ein leises Klicken aus dem Innern des Kästchens vernehmen, bis sie schließlich das Stück Metall losließ und eine filigrane Melodie erklang, die dem düsteren Raum etwas Geheimnisvolles verlieh.

Someone holds me save and warm

Horses prance through a Silverstorm

Figures dancing gracefully

Across my memory

Der kleine Junge hielt in seiner Erkundungstour durch die dunklen Regalreihen inne und lauschte gebannt auf die sanften Töne der Spieluhr. Beinahe hatte er das Gefühl, in einem Traum zu versinken, als entführe ihn diese Melodie in eine Fabelwelt, weit weg von der Kälte Russlands…

..: end of flashback :..

Someone holds me save and warm

Horses prance through a Silverstorm

Figures dancing gracefully

Across my memory

Beinahe konnte er sie immer noch hören. Diese Melodie, die ihn als Kind so verzaubert hatte. Nach all diesen Jahren der Folter, der Angst, des Schmerzes, hatte er – in einer verregneten Nacht, in der Stadt, in die er nie hatte zurückkehren wollen – ein Stück seiner Kindheit zurückgewonnen. Eine kleine Erinnerung, aus einer Zeit vor – wenn auch nicht lange vor – den quälenden Tagen in der Abtei. Aus einer Zeit, in der er noch ein unbeschwertes Kind gewesen war, das nichts Böses von der Welt erwartete.

Far away, long ago

Glowing dim as an ember

Things my heart used to know

Things it yearns to remember

Auch wenn an diesem Tag die Schrecken, die ihn in der Zukunft erwarten sollten, bereits ihre Schatten vorauswarfen, so war dieser Moment, in dem er diese zarte Melodie zum ersten – und letzten – Mal gehört hatte, doch einer der schönsten seines Lebens gewesen und die Erinnerung daran deshalb unendlich kostbar. Und vielleicht – nur vielleicht – war dieser kurze Blick auf das Leben, an das er sich so gerne in seiner Vollständigkeit erinnern würde, auch ein Vorbote für das, was noch kommen mochte. Vielleicht waren die Antworten auf seine Fragen doch nicht so fern, wie er gedacht hatte.

Das Prasseln des Regens war zu einem sanften Tröpfeln verebbt, in der Ferne verhallte ein letztes Donnergrollen in der Schwärze der Nacht und am entgegengesetzten Ende des Horizonts zeigte sich bereits ein silberner Schimmer, der vom Heraufdämmern des neuen Tages kündete.

Langsam machte er sich auf den Rückweg ins Hotel. Es war Zeit, zurückzukehren. Und egal, was der neue Tag für ihn bereithielt – die Erinnerung, die er in dieser stürmischen Nacht wiedergefunden hatte, würde er für immer in seinem Herzen bewahren. Und vielleicht würde sie ihm die Kraft geben können, endlich seiner Vergangenheit die Stirn zu bieten…

And a song someone sings

Once upon a December

..:..oOo. . ..:..


Und? Was spricht der Fachmann bzw. die Fachfrau? Gefällt's euch? Lasst mich eure Meinung wissen, ja? RR plz!

Liebe Grüße!

..: siliana :..

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