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Rated: K+ - German - Humor/Tragedy - Blaise Z. & Voldemort - Reviews: 80 - Updated: 11-22-07 - Published: 09-10-05 - id:2574166

Die Zugfahrt, oder ein gelungener Schulanfang

Es war Samstag, genau neun Uhr, als Svenja die Augen aufschlug. Stöhnend quälte sie sich aus dem Bett.

Sie war absolut kein Frühaufsteher, am liebsten erwachte sie erst um elf oder zwölf Uhr und blieb dann bis spät in die Nacht wach. Aber heute war ja ihr besonderer Tag, heute sollte sie auf ihre zu ihrer neuen Schule fahren. Ein Internat, das sie besuchen musste, da sie in den Sommerferien umgezogen war. Dort sollte sie dann das dritte Schuljahr besuchen, nur war dieses Internat kein gewöhnliches Internat, es war eine Zaubererschule, die berühmteste Zaubererschule Englands.

Sie war gespannt, wie die Leute da so waren, obwohl sie sich schon denken konnte, dass sie wieder aus der Reihe fallen würde, das war auch auf ihrer vorherigen Schule auch der Fall gewesen.

Gähnend streckte sie sich und taumelte ins Badezimmer. Dort spritzte sie sich erst einmal einen Schwall kaltes Wasser ins Gesicht und begann dann sich fürs Frühstück fertig zu machen.

Gut eine halbe Stunde später ging sie immer noch gähnend die Treppe herunter. Ihre Eltern saßen bereits beim Frühstück und überall im Flur und in der Küche stapelten sich die Umzugskarton, denn sie waren erst gestern angekommen. Das war für Svenja von Vorteil, denn dann brauchte sie nicht beim auspacken helfen und ihre Sachen waren auch schon fertig. „Morgen“, gähnte sie und setzte sich an den Tisch. „ Na alles fertig gepackt?“, fragte ihr Vater. „Ja sicher ich hatte auch viel zu tun“, sagte sie ironisch und schnappte sich eine Brotscheibe. „Du bist sicher gespannt auf deine neue Schule“, sagte ihre Mutter und tätschelte ihre Hand.

„Sicher“, grummelte Svenja und butterte ihr Brot. Schweigend aßen sie und als Svenja fertig war, stand sie auf und sagte „Ich schau noch mal nach, ob ich etwas vergessen habe einzupacken“.

„Aber Schatz das brauchst du nicht, wenn du etwas vergessen hast, schicke ich es dir per Eule nach. Wir müssen jetzt los, wir haben noch eine lange Autofahrt vor uns.“, fing ihre Mutter an zu quengeln. „Jaja, dann hole ich eben schnell meine Sachen von oben“.

„Soll ich dir helfen?“, fragte ihr Vater und stand auch schon vom Tisch auf. „Nein lass nur Dad ich schaff das schon alleine, ich bin ein starkes Mädchen.“ Sie ging die Treppe wieder hoch in ihr Zukünftiges Zimmer, packte den Koffer und die Tasche und eilte sofort wieder nach unten.

Ihre Eltern waren gerade dabei den Tisch abzuräumen und sie brachte den Koffer schon einmal zum Auto.

Dann ging sie wieder ins Haus und rief „Wir können losfahren, ich bin fertig“. Sofort kamen ihre Eltern und die Fahrt konnte losgehen. Wie erwartet hatte ihre Mutter sich gewaltig verschätzt und so kamen sie fast eine Dreiviertelstunde zu früh an.

„Und wo müssen wir jetzt hin?“, fragte sie an ihre Eltern gewandt. „Soweit das hier steht auf Gleis Neundreiviertel.“ „Aha“, sagte sie gelangweilt und ging los. Eine Viertelstunde ging schon einmal dafür drauf, dass sie nach dem Gleis suchten, welches sie natürlich nicht fanden.

Svenja war schon so etwas von genervt, dass sie am liebsten vor einen Zug gesprungen wäre, als sie plötzlich zwei seltsam aussehende Leute erblickte. Die beiden hatten die gleiche Haarfarbe, nur, dass der ältere von beiden es länger trug und älter war unterschied sie.

Der ältere, vermutlich der Vater von dem anderen, hatte einen Spatzierstock in der Hand und war auch sonst merkwürdig gekleidet.

Svenja erkannte sie auf dem ersten Blick als Zauberer und rief nach ihren Eltern „Mum, Dad, kommt, wir folgen einfach mal den beiden“. Sie schlängelten und zwängten sich durch die Menge und hatten Mühe Vater und Sohn im Blickfeld zu behalten, aber schließlich vor der Absperrung zwischen den Gleisen neun und zehn blieben die beiden stehen.

Flüchtig blickten sie sich um und gingen dann Zielstrebig auf die Wand zu. Einen Moment später waren sie verschwunden. „Hey, Mum, da durch die Wand“, sagte Svenja und ihre Mutter ging vor, während sie selber noch auf ihren Vater wartete.

Als er schließlich auch da war, gingen sie beide ebenfalls hindurch. Svenjas Mutter wartete auf der anderen Seite und Svenja staunte nicht schlecht, als sie die große Dampflok mit der Aufschrift Hogwartsexpress sah.

Sie waren nicht die ersten bereits ein par Schüler tummelten sich mit ihren Eltern auf dem Bahnsteig und Svenja sah auch den blonden Jungen und seinen Vater.

„Wow“, staunte ihr Vater neben ihr und sie gab ich stillschweigend Recht. „Nun Schatz, du solltest dich schon einmal nach einem Abteil umsehen“, sagte ihre Mutter.

„Dein Vater und ich fahren wieder nach Hause“. „Ist okay“, sagte Svenja, denn sie wusste, dass solche Momente ihrer Mutter immer sehr nahe gingen und sie sich deshalb immer dann verabschiedete, wenn sie noch nicht weinte. „Machs gut und pass auf dich auf“, sagte ihr Vater und ihre Mutter drückte sie um Abschied.

Dann schlug ihr Vater ihr noch einmal kameradschaftlich auf die Schulter und schließlich gingen sie.

Svenja packte ihren Koffer und ging zum Zug. Im hintersten Waggon stieg sie ein und nahm sich das allerletzte Abteil, weil sie hoffte, dass sich dann niemand zu ihr setzen würde. Sie hievte den Koffer auf die Gepäckablage und setzte sich ans Fenster.

Sie war froh endlich von zu Hause weg zu kommen, denn so nett ihre Eltern auch waren, ließen sie sie ab und zu spüren, dass sie nicht ihre richtige Tochter war und sie kam sich immer einsam vor, weil sie keine Freunde hatte und eigentlich auch keine haben wollte. Sie war lieber für sich alleine, aber dann und wann spürte sie schon die Last der Einsamkeit. Wütend raufte sie sich die Haare.

Denk einfach nicht drüber nach, sagte sie sich und fand, dass jetzt eine gute Zeit war, um den verlorenen Schlaf wieder aufzuholen. Sie schlummerte immer noch friedlich, als die Abteiltür aufglitt und ein neugieriges Augenpaar hereinlugte.

„Ist schon besetzt“, sagt eine Stimme. „Wieso, da ist nur eine Person, setzten wir uns einfach mit rein“, sagte eine andere Stimme und zwei Personen betraten das Abteil. Svenja wurde von dem Geräusch der Koffer wach, die auf die Gepäckablage gehievt wurden. Sie öffnete die Augen nicht, sondern wartete. „Meine Güte sieht die komisch aus. Hast du die schon einmal in Hogwarts gesehen Pansy?“, fragte eine tiefe Mädchenstimme und eine höhere, unangenehme Stimme antwortete „Nein, vermutlich eine Neue, eine Erstklässlerin.“

Lautete die abfällige Antwort. Dieses Mädchen war vermutlich Pansy, so hatte sie das andere Mädchen genannt.

Svenja hielt es für ratsam nun die Augen zu öffnen, bevor sie noch Dinge zu hören bekam, die sie gar nicht hören wollte. Ausgiebig gähnend streckte sie sich und öffnete die Augen. Ihr gegenüber saßen zwei merkwürdig aussehende Gestalten, eines der Mädchen war klein, dicklich und hatte ein Gesicht wie ein Mops.

Das andere Mädchen war groß, bullig und hatte so gut, wie keinen Hals. Svenja lächelte gequält und sagte mit gespielt fröhlicher Stimme „Hallo“.

Die beiden Mädchen musterten sie einen Moment abschätzend, dann sagte das Mädchen mit dem Mopsgesicht, der schrillen Stimme nach zu urteilen, handelte es sich um Pansy „Du hast recht Millicent, sie sieht komisch aus“.

Das Mädchen namens Millicent grunzte beifällig und verschränkte die Arme vor der Brust. „Ich heiße Svenja Fox und wie sind eure Namen?“, fragte Svenja und versuchte ein Gespräch auf die Beine zu stellen. „Wen interessierts?“, spöttelte Pansy und betrachtete sie, als sei sie was Widerliches.

„Mich“, sagte Svenja und hob die Augenbraue hoch. „Ich rede nicht mit Erstklässlern und schon gar nicht mit so einer wie dir“, gab Pansy schnippisch zurück, während Millicent überhaupt nichts sagte. Svenja zuckte die Achseln. Wenn sie nicht reden wollte, dann eben nicht.

Sie lehnte sich wieder zurück und schloss die Augen. Als sie das nächste Mal aufwachte, war sie alleine.

Der Zug fuhr noch und draußen dunkelte es langsam. Gelangweilt blickte sie aus dem Fenster und erschrak, als plötzlich die Abteiltür aufging.

„Hallo, meine Liebe, möchten sie vielleicht ein paar Süßigkeiten kaufen?“, fragte eine mollige kleine Hexe, die einen Süßigkeitenwagen vor sich her schob.

Svenja überlegte nur einen kurzen Augenblick, dann sagte sie „Ja gerne. Haben sie Schokofrösche und Kesselkuchen?“ Die Hexe nickte und kramte auf ihrem Wägelchen herum.

„Wie viele sollen es denn sein?“, fragte sie freundlich. „Zwei Packungen Schokofrösche und drei Kesselkuchen“, antwortete Svenja, stand auf und kramte in ihrer Tasche nach dem Geld.

„Hier bitte, das macht dann drei Sickel“, sagte die Hexe und reichte ihr die Sachen. Svenja nahm sie mit einer Hand und gab mit der anderen der Hexe das Geld.

Dann stapelte sie die Sachen auf der Sitzbank und als sie sich umdrehte, war die Hexe verschwunden. Sie setzte sich neben ihr Essen und nahm sich einen Kesselkuchen.

Dies waren die einzigen Süßigkeiten die sie wirklich mochte. Sie war gerade dabei ihren zweiten Kesselkuchen zu verspeisen, als die Abteiltür wieder aufging und Pansy eintrat.

Sie bedachte Svenja mit einem abwertenden Gesichtsausdruck und setzte sich hin. Svenja bemerkte den Blick, den sie immer wieder dem letzten Kesselkuchen zuwarf und sagte „Wenn du möchtest, kannst du ihn gerne haben“. Pansys Augen leuchteten kurz auf, bevor sie abwertend sagte „Ich nehme keine Almosen von Erstklässlern an.“

Svenja zuckte die Schultern und widmete sich wieder ihrem Teil, das sie in der Hand hatte. Mit einem blinken sprang die Deckenbeleuchtung an, denn mittlerweile schwand das Sonnenlicht rapide. Svenja hatte gerade

Das letzte Stück des Kesselkuchens heruntergeschlungen, als der Zug plötzlich anhielt. Verwundert sah sie Pansy an und fragte „Sind wir schon da?“ Diese blickte ebenso verwundert aus dem Fenster und sagte „Nein, wir müssen noch zwei Stunden fahren“.

„Warum halten wir dann?“, fragte Svenja neugierig und erntete einen wütenden Blick und eine harsche Entgegnung von Pansy „Woher soll ich das wissen? Bin ich eine Wahrsagerin?“.

Svenja fand es klug zu schweigen und tat es dann auch. Plötzlich gingen mit einem flackern die Lichter aus und der Zug ruckelte bedenklich. Mit einer hastigen Bewegung griff Svenja nach ihrem Zauberstab und murmelte „Lumos“. Vor sich konnte sie Pansys Stimme hören, die das gleiche tat. „Was zum Teufel geht hier vor?“, fluchte Pansys schrille Stimme und sie stand auf, um aus der Abteiltür zu sehen.

Wieder ein ruckeln und Pansy wurde zurück ins Abteil gestoßen, mit einem Klicken schloss sich die Abteiltür. „Verdammt, ich will wissen, was hier los ist“, schrie sie. Plötzlich, verstummte Pansy und erschauderte. Auch Svenja lief ein kalter Schauer über den Rücken und eine beklemmende Kälte ergriff ihr Herz und Erinnerungen versuchten hochzukommen, die Svenja vergessen glaubte.

So gut, wie man so etwas eben vergessen konnte. „Dementoren“, sagte sie und ihre Stimme war leise und merkwürdig monoton. „Was?“, kreischte Pansy panisch. „Was wollen die hier?“

Svenja konnte Pansys Angst förmlich riechen und wenn sie es schon konnte, dann konnten es die Dementoren erst recht. Svenja spürte, wie sie näher kamen und plötzlich glitt die Abteiltür auf.

Im Schein ihres Zauberstabes sah Svenja den Dementor in der Tür stehen. Stimmen wurden in ihrem Kopf laut, ein Stöhnen hallte in ihren Ohren wieder und gepeinigte grauenvolle Schreie.

Dann erwachte plötzlich der Kampfgeist in ihr und sie sprang auf. Die Stimmen in ihrem Kopf waren bereits so laut, dass sie Pansys Schreien gar nicht mehr wahrnahm, doch der Dementor beachtete Pansy gar nicht, er wollte sie Svenja haben und wandte sich ihr zu.

Schnell dachte sie an das schönste ihrer Erlebnisse und rief „Expecto Patronum.“ Die vertraute Gestalt ihres Patronus in der Gestalt einer mächtigen Königskobra erhob sich und zischte den Dementor wütend an.

Dieser krümmte sich und als der Kopf der Schlange nach vorne schoss, verließ er schnell das Abteil. Svenja sah nicht, wohin er verschwand, sie war viel zu erschöpft. Seufzend ließ sie sich auf die Sitzpolster fallen und nahm sich einen Schokofrosch.

Im Licht von Pansys Zauberstab, warf sie ihr auch einen zu und sagte „Iss, dann geht es wieder besser.“ Diesmal protestierte Pansy nicht und aß den Schokofrosch schweigend. Plötzlich schallte ein Schrei, durch die geöffnete Abteiltür zu ihnen herein. Svenja sah, wie Pansy plötzlich grinste sie sah sie fragend an und als Pansy den Blick bemerkte, sagte sie nur „Potter.“ „Harry Potter?“, fragte Svenja und Pansy nickte.

Schweigend dachte Svenja nach und beschloss schließlich aufzustehen und nachzusehen, denn vermutlich war der Dementor einfach nur ins nächste Abteil reinmarschiert. „Ich gehe mal eben weg“, sagte Svenja zu Pansy und stand auf. Als sie vor dem Abteil, neben ihrem stand, drang ein schwacher Lichtschein durch die Fenster auf den Flur.

Svenja beachtete es nicht weiter und machte die Abteiltür auf. Ein hysterisches Schreien begrüßte sie „Aaahh, Professor Lupin, da ist noch ein Dementor.“

Kaum waren diese Worte ausgesprochen, sah sich Svenja zwei auf sie gerichteten Zauberstäben gegenüber und sie hob schnell die Hände und rief „Hey, was soll das?“. Die Zauberstäbe senkten sich und sie atmete erleichtert auf. „Wer sind sie“, fragte die Stimme eines älteren Mannes. „Svenja Fox Zukünftige Schülerin von Hogwarts“, antwortete sie schnell.

„Was machen sie hier“, fragte die Stimme weiter und nun konnte Svenja das Gesicht zu der Stimme sehen. Ein blasses müdes Gesicht, mit vielen Narben und zwei Honigbraunen Augen. „Ich habe jemanden Schreien gehört. Ich wollte kurz nachsehen, ob vielleicht etwas Schlimmes passiert ist, denn eigentlich war es ja meine Schuld, dass der Dementor zu ihnen in das Abteil gekommen ist“, antwortete sie.

„Wie meinst du das?“, fragte die Stimme und das Gesicht zog die Augenbrauen zusammen. „Der Dementor war vorher in unserem Abteil, in dem von Pansy Parkinson und mir. Doch ich habe ihn verjagt und dann ist er wohl zu ihnen ins Abteil gekommen“, sagte sie.

Der Mann sah plötzlich erstaunt aus. „Und wie hast du ihn verjagt?“, fragte er mit aufgeregter Stimme. „Mit dem Patronus natürlich, anders geht es ja nicht“, sagte sie. Ihr gefiel sein Gesichtsausdruck nicht. „Du kannst einen Patronus beschwören und das auch noch in Gegenwart eines Dementors?“, fragte er nach.

„Ja“, antwortete sie misstrauisch. „Wieso“, fragte sie nun nach. „Nun, eine Erstklässlerin dürfte so etwas gar nicht können. „Ich bin auch keine Erstklässlerin ich bin Drittklässlerin“, sagte sie und war wütend, auf ihn, denn er glaubte ihr offensichtlich nicht.

„Nun, dann zeig mir doch einmal deinen Patronus“, sagte er fordernd. Sie kniff die Augen zusammen und sagte drohend „Ich werde ihn unter Garantie nicht zur Schau stellen, ein Patronus ist ein mächtiges Wesen, das man nicht leichtfertig heraufbeschwört.

Sagen sie ruhig Lügnerin zu mir, ich werde mich auf jeden Fall nicht provozieren lassen.“ Mit einem leisen blinken ging die Beleuchtung wieder an und der Zug fuhr los. „Was meintest du mit zukünftiger Schülerin?“, fragte der Mann wieder. „Nun ich bin umgezogen und werde nun hier ins dritte Schuljahr gehen“, antwortete sie und sah ihm fest in die Augen. Ein stöhnen sagte ihr, dass gerade jemand aus seiner Ohnmacht aufgewacht war. Wahrscheinlich dieser Harry Potter. „Vielleicht sollten sie anstatt mich auszufragen sich lieber um ihren Schützling kümmern, es scheint ihm nicht allzu gut zu gehen.“

Kaum hatte sie ihren Satz beendet, da drehte sich Der Mann auch schon um und kniete sich zu einem Jungen hin, der auf dem Boden lag. „Schön euch kennen gelernt zu haben, wie immer ihr auch heißt“, sagte sie und ging aus dem Abteil und wieder in ihr eigenes.

Dort saß Pansy, zwar immer noch mit bleichem Gesicht, aber es schien ihr besser zu gehen und außer ihr waren noch Millicent und drei weitere Jungs im Abteil. Zwei entfernt Gorillaähnliche Gestalten und ein bleicher blonder Junge, der auf ihrem Fensterplatz saß. Er hatte aus dem Fenster geblickt, doch als er das zuschlagen der Abteiltür hörte, wandte er sich zu ihr um und sah sie stirnrunzelnd an.

„Haben wir Halloween?“, fragte er mit gedehnter Stimme und die beiden Gorillas die neben ihm saßen grunzten Belustigt auf. Pansy lachte kreischend und Millicent verzog ihr Gesicht zu einem hässlichen Grinsen. „Nein, wie lustig“, sagte Svenja. „Haha, Witz komm raus du bist umzingelt.“ Sie mochte diesen Jungen nicht, eben so wenig, wie sie den fremden Mann eben gemocht hatte. Allerdings musste sie zugeben, dass sie ziemlich außergewöhnlich gekleidet war.

Sie hatte ein langes schwarzes Kleid mit einem dunkel-lilanen Korsett an, das bis knapp zu den Hacken ging, hohe schwarze Schnürstiefel und eine Menge Ketten um den Hals. Ihre langen sanft gewellten schwarzen Haare trug sie offen und sie hatte sich den Mund dunkelrot geschminkt. Ihre tiefblauen Augen waren ebenfalls mit schwarzem Kajal geschminkt und in ihrer rechten Nasenseite hin ein Ring.

Sie musste wirklich wie jemand wirken, der frisch aus einem Theaterstück entflohen war. Sie setzte sich zu Millicent und Pansy auf die Seite, da die andere besetzt war. Der blasse Junge betrachtete sie und sie betrachtete ihn. Schließlich setzte er sich gerade hin und sagte „Ich heiße Draco Malfoy, ab sofort hast du auf das zu hören, was ich sage, hast du verstanden?“

Sie sah ihn verblüfft an und brach dann in Gelächter aus. „Du hast einen Knall Malfoy, als ob ich auf jemanden wie dich hören würde, nein danke, da habe ich was Besseres zu tun.“ Er sah sie zornig an, dann wandelte sich sein Gesichtsausdruck wieder in die gleiche gelangweilte Miene, die er vorher schon hatte.

„Name?“, fragte er wieder mit gedehnter Stimme und lehnte sich zurück. „Svenja Fox, merk dir den Namen besser“, sagte sie und sah ihn aus zusammengekniffenen Augen an. „Eltern?“, fragte er weiter, ohne groß auf ihre Worte zu achten. „Muggel“, antwortete sie.

Sie war nicht besonders scharf darauf, dass jeder wusste, dass sie eine Waise war. Das Gesicht ihres Gegenübers verzog sich und bekam einen angewiderten Ausdruck. „Ein Schlammblut also, vermutlich auch noch eine zukünftige Gryffindor“, spuckte er verächtlich aus und sah Pansy wütend an.

„Was hast du mir da untergejubelt Parkinson?“, fragte er wütend. „Aber Draco, wenn ich es dir doch sage, sie hat einen Patronus gezaubert und er sah aus wie eine Schlange“, rief diese ängstlich.

Malfoy winkte ungeduldig ab, stand auf und sagte „Kommt Jungs, wir gehen, ich halte es nicht mit Schlammblütern in einem Raum aus, wenn ich nicht aufpasse bekomme ich von der verpesteten Luft Ausschlag.“ Er war schon halb aus der Tür als Svenja ihm noch ein „Bis zum nächsten mal Draco“ hinterher flötete.

Sie stand auf, ging zu ihrem Koffer, machte ihn auf und zog ihren neuen Hogwartsumhang heraus und streifte ich sich über. Er war komplett noch ohne Aufnäher und Farbe, da man sie noch keinem Haus zugeordnet hatte. Sie wusste bereits alles über Hogwarts, da sie sich eingehend informiert hatte.

Sie drehte sich um und bemerkte die wütenden Blicke, die Pansy ihr zuwarf. „Was?“, fragte sie und zog eine Augenbraue hoch. „Wegen dir kleinem Schlammblut ist Draco sauer auf ich“, schrie sie sie an. „Interessiert mich das?“, fragte Svenja und hob nun die zweite Augenbraue.

„Du kleine Schlampe wirst dir noch vor Ende nächster Woche wünschen, dass du nie hierher gekommen wärst“, schrie Pansy wieder und stampfte aus dem Raum. Millicent folgte ihr und nun war Svenja alleine.

Das war schon mal ein gelungener Anfang, dachte sie ironisch und setzte sich wieder. Den Rest der Fahrt verbrachte sie schlafend, denn der Kampf mit dem Dementor hatte sie mehr Kraft gekostet, als sie sich selbst hatte eingestehen wollen.



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