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Ein Gespräch mit dem Schulleiter
Sich fragend was sie überhaupt hier sollte, saß Svenja im Büro des Schulleiters Albus Dumbledore. Sie war ihrem Hauslehrer Severus Snape gefolgt und dieser hatte sie hierhin gebracht. Zusammen mit ihm saß sie nun hier und wartete auf das Erscheinen des Schulleiters. „Warum will Professor Dumbledore denn mit mir sprechen, Professor Snape?", fragte sie den übellaunigen fetthaarigen Professor Snape, der mitten im Raum stand und aufmerkam die sich bewegenden Portraits an der Wand ansah.
„Das wird er ihnen selber sagen müssen", antwortete dieser, den Blick immernoch abgewandt hatte und Svenja nutzte diese Gelegenheit und betrachtete ihren Lehrer nun genauer. Sie fand, dass er wie eine riesige Fledermaus aussah mit seinem weiten schwarzen Umhang. Aber wenn er sich die Haare nur mal waschen würde, sähe er wahrscheinlich nur noch halb so bedrohlich tat er es ja deswegen nicht.
Hinter ihnen ging die Tür auf und ein gutgelaunt aussehender Albus Dumbledore betrat mit einem strahlenden Lächeln den Raum. „Ah, Miss Fox wie schön, dass sie sich die Zeit genommen haben." Er ging zu dem Schreibtisch hinüber und setzte sich. „Professor, sie wollten mich sprechen", sagte sie nur und betrachtete ihn neugierig.
„In der Tat, das wollte ich. Und? Haben sie die Zugfahrt gut überstanden?", fragte er neugierig, während er sie nicht aus den Augen ließ.
„Ja", antwortete sie knapp.
„Professor Lupin berichtete mir, dass sie eine Auseinandersetzung mit einem Dementor hatten. Haben sie alles unbeschadet überstanden?", fragte Dumbledore und faltete die Hände.
"Pansy Parkinson und ich waren danach ein wenig zitterig, aber nach dem guten Essen gerade eben, denke ich ist alles wieder in Ordnung ", erklärte sie Dumbledore und meinte ihre Worte auch so.
"Da hat Miss Parkinson aber auch wirklich Glück gehabt, dass sie mit ihr in einem Abteil saßen. In unserem Land ist der Patronus weitaus nicht so geläufig wie in Amerika. Sie wäre da echt in Bedrängnis geraten und ist ihnen bestimmt der dankbar für ihr handeln ", sagte er und lächelte.
"So dankbar wie sie sich erlaubt zu sein", sagte sie und zuckte mit den Schultern.
„Ich erinnere mich, dass ihre Eltern mir einen Brief schrieben, dass ihr seelischer Zustand nicht besonders stabil sei und wir daher ein Auge auf sie halten sollen, allerdings halten wir es in Hogwarts nicht so. Daher möchte ich sie bitten: Scheuen sie sich nicht nach Hilfe zu fragen, wenn sie welche benötigen. Wir geben hier aufeinander acht und sorgen füreinander." Die Worte Dumbledores löste bei ihr eine Welle von Panik aus. Was hatten ihre Eltern in dem Brief geschrieben, jetzt dachte er bestimmt sie würde irgendwann völlig ausrasten und seine Schüler gefährden.
Das entsetzen war auf ihrem Gesicht deutlich zu erkennen, denn Dumbledore warf Snape einen raschen durchdringenden Blick zu. „Ich will nicht wissen, was meine Eltern ihnen gesagt haben, aber es ist meine Sache, wie ich damit umgehe. Mein Seelenzustand ist stabil, wenn er es nicht wäre, säße ich wahrscheinlich schon im Sankt Mungos", sagte sie heftig.
Beschwichtigend ob Dumbledore die Hände und sagte „Wenn sie reden wollen, können sie es gerne tun". „Nein, ich will nicht reden", sagte sie und verschränkte die Arme vor der Brust. Dumbledore nickte dazu nur sanft und sah dann zu Professor Snape herüber, der ebenfalls nickte.
Sie hörten ein räuspern und als sie sich umdrehten, stand Professor Snape hinter ihr und er sagte „Albus, es ist spät, ich glaube, ich bringe Miss Fox jetzt in ihren Schlafsaal", sagte er. Albus nickte und an Svenja gewandt sagte er „Sie können jederzeit zu mir kommen, das Passwort kennen sie ja bereits."
Svenja nickte und verabschiedete sich von Dumbledore und folgte Professor Snape aus dem Büro. Ihre Eltern würden etwas erleben. Svenja spielte mit dem Gedanken ihnen einen Heuler zu schicken, wollte es dann aber lieber bei einem Brief belassen. Wer weiß, was passieren würde, wenn die Nachbarn zu Besuch da wären.
Professor Snape war nicht gerade der gesprächigste und so konnte Svenja sich in aller ruhe ausmalen, was in dem Brief stehen würde, während sie durch die leeren Gänge des Schlosses liefen. Sie war schon gespannt, wie der Gemeinschaftsraum und die Schlafsäle der Slytherins aussahen. Als hätte er ihre Gedanken gelesen, sagte Professor Snape. „Sie werden mit Miss Parkinson und Miss Zabini in einem Zimmer schlafen. Sollte es Probleme geben, finden sie mich in meinem Büro. Ich möchte sie außerdem bitten, morgen in der kompletten Schuluniform im Unterricht zu erscheinen, dass heißt mit Rock, Pullover, Krawatte und Umhang. Solche Muggelsachen können sie in ihrer Freizeit tragen, aber nicht während der Schulzeit."
„Ja Professor", sagte sie höflich. „Und nehmen sie diesen Ring aus der Nase", sagte er schroff. „Nein Professor, das werde ich nicht. Es gibt keine Vorschrift in der Schulordnung, die mir das verbietet.", antwortete sie immer noch höflich.
Sie hörte ihn vor sich schnauben und musste plötzlich grinsen. Wahrscheinlich hatte ihm noch nie ein Schüler widersprochen, oder wenn dann hatte er es bitter bereut. Das war der Vorteil, wenn man neu an die Schule kam. Man wurde von allen Seiten vorsichtig behandelt.
Sie bogen um die Ecke und gingen die Treppe hinab, in die Kerker. Sofort sah sie sich interessiert um. „Gibt es hier einen Folterkeller Professor?", fragte sie neugierig. Hier unten war es feucht, es war nur schwummriges Licht und es gab massenhaft Echos. Punktum, es gefiel ihr hier. „Gewiss nicht, doch vielleicht zeigt ihnen Mister Filch seine Folterwerkzeuge, wenn sie ihn höflich bitten", sagte Professor Snape sarkastisch.
Sie rollte die Augen. Echt witzig ihr neuer Lehrer und soo nett. Doch eigentlich mochte sie Professor Snape. Plötzlich blieb er stehen und Svenja, die das gar nicht mitbekommen hatte, lief direkt in hin hinein. Er beachtete es nicht, sondern wandte sich einer nackten Steinwand zu. „Parselmund", sagte er und die in der Wand versteckte Tür ging auf.
„Merken sie sich das Passwort gut. Falls das Passwort geändert wird, wird ihnen einer der Vertrauensschüler bescheid sagen", schnarrte er und betrat den Gemeinschaftsraum der Slytherins. Svenja mochte ihn auf Anhieb.
Der Gemeinschaftsraum der Slytherins war ein lang gezogenes unterirdisches Verlies mit rohen Steinwänden. Grünliche Kugellampen hingen an Ketten von der Decke: Ein Feuer prasselte unter einem kunstvoll gemeißelten Kaminsims vor ihnen und im Umkreis des Feuers erkannte sie die Silhouetten mehrer Slytherins, die in hohen Lehnstühlen saßen. Fast alle drehten sich um und betrachteten ihren Lehrer, der nun den Raum betrat.
„Miss Parkinson, Miss Trevinski, kommen sie bitte her.", rief er in den Raum und kurz darauf, kam Pansy und ein anderes hübsches Mädchen auf sie beide zu. „ Miss Fox wird ab sofort mit ihnen in einem Zimmer wohnen, ich will keinerlei beschwerden hören, weder von euch beiden, noch von ihnen Miss Fox ist das klar?", fragte er sichtlich genervt von der ganze Sache.
Das Mädchen nickte, während Pansy kreischte „Ich will aber nicht mit diesem Schlammblut zusammen in einem Zimmer schlafen." „Miss Parkinson, dann können sie gerne irgendwo anders auf dem Fußboden schlafen, von mir aus auch im Gemeinschaftsraum, das ist mir egal und wenn ich noch weitere solcher Schimpfwörter, einer angehörigen ihres Hauses gegenüber höre, können sie einen Monat lang Nachsitzen, haben wir uns verstanden?", zischte Professor Snape sie an und Pansy schluckte betroffen.
„Ja natürlich Professor", sagte sie kleinlaut und Professor Snape wandte sich ab und verließ den Gemeinschaftsraum wieder, wie er gekommen war. Pansy warf Svenja einen wütenden Blick zu und stampfte zurück zu dem Sessel, in dem sie vorher schon gesessen hatte. Das andere Mädchen jedoch lächelte Svenja an und sagte „Komm mit, ich zeig dir unseren Schlafsaal." Damit wandte sie sich um und ging durch den Raum, auf eine Tür zu.
Dahinter waren zwei Gänge, Das Mädchen nahm den rechten und ging weiter. Sie kamen an mehreren Türen vorbei, bis sie schließlich vor einer stehen blieben. „Das ist unser Zimmer", sagte das Mädchen und öffnete die Tür.
Hinter der Tür war ein weiterer Raum mit nackten Steinwänden, doch auf dem Boden waren mehrere Teppiche und in der Mitte des Raumes stand ein kleiner Ofen. An den Wänden standen drei Himmelbetten, mit grünen Vorhängen und vor einem Bett, stand ihr Koffer und oben auf ihrem Koffer, war ihre Tasche. „Oh, Entschuldige, ich habe mich noch gar nicht vorgestellt. Ich heiße Tania Trevinski. Hoffentlich kommen wir gut miteinander aus", sagte das Mädchen namens Blaise und gab ihr eine Hand.
„Svenja Fox.", sagte Svenja knapp und schüttelte die Hand. „Auf welcher Schule warst du vorher?", fragte Blaise und legte sich auf ihr Himmelbett. „Ich war in den Vereinigten Staaten.", antwortete Svenja und fing an ihre Tasche auszupacken. Die Schuluniform, legte sie auf den Stuhl neben dem Bett und ihre Schulsachen packte sie schon einmal in die Tasche.
„Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie du in unserer Schuluniform wohl aussiehst. Warte, ich zaubere dir mal eben unser Wappen und unsere Farben auf. Hattet ihr inAmerika auch eine Uniform?", sprudelte es aus Tania hervor und sie zückte ihren Zauberstab.
Mit einem Schwenk hatte ihre Uniform die passende Farbe und Svenja antwortete „Ja, aber manchmal durften wir uns anziehen, wie wir wollten und wir hatten auch keine Häuser." Nun setzte sich Svenja auf ihr Bett, das dem von Blaise gegenüber stand. „Hast du ein Haustier? Ich habe einen Steinkauz, aber der ist oben in der Eulerei."
Svenja schüttelte den Kopf. "Ich glaube, ich geh ins Bett", sagte Svenja und kramte in ihrem Koffer nach ihrem Schlafanzug.
„Was ist eigentlich mit den Stundenplänen?", fragte sie und zog ihren weiten Schlafanzug aus dem Koffer. „Die bekommen wir morgen beim Frühstück. Ich geh jetzt ins Badezimmer, komm mit, dann weißt du wo es ist", sagte Tania und wartete mit ihrer Kulturtasche und einem Handtuch bepackt an der Schlafsaaltür.
„Ja, warte noch einen Augenblick." Aus den untiefen ihres Koffers zog Svenja eine große schwarze Kulturtasche hervor und folgte ihr dann. Die Badezimmer der Slytherins waren ebenfalls mit nackten Steinwänden ausgestattet und die Waschbecken waren aus rohem Stein gehauen, mit silbernen Wasserhähnen. Die Spiegel waren ebenfalls mit Silber eingerahmt und kunstvoll mit Schlangen verziert. Tania musste Svenjas Gesichtsausdruck bemerkt haben, denn sie sagte „Als ich das erste mal hier war, ging es mir genau so."
Svenja nickte und begab sich zu einem der fünf Waschbecken. Aus ihrer Umhangtasche holte sie den Zauberstab hervor und entfernte mit einem Wink das Ganze Make-up aus ihrem Gesicht. Tania, die sie die ganze Zeit über beobachtete fragte „Warum machst du das?"
Irritiert blickte Svenja sie an. „Warum mache ich was?" „Na, warum schminkst du dich so dunkel. Ohne siehst du viel besser aus." Svenja wandte den Blick ab und sagte „Nun, weil ich es so schön finde. Mal ehrlich, würdest du mich ohne Schminke noch wieder erkennen?"
Tania schüttelte den Kopf und Svenja wandte sich ab. Sie machte sich nun für die Nacht fertig. Sie putzte die Zähne, flocht ihre langen Haare zu einem Zopf und legte allen Schmuck ab. Außer ihrem Piercing.
Als sie nachher wieder in ihr Zimmer gingen, war Svenja bereits so müde, dass sie sich schnell auszog, ihren Schlafanzug anzog und sich ins Bett legte. Sie beschwörte noch schnell einen Weckzauber, für sieben Uhr am nächsten Morgen, murmelte Tania ein „Gute Nacht" zu und war im nächsten Moment auch schon eingeschlafen.