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Books » Harry Potter » The Darkness arounding us
Feelicitas Lefay
Author of 12 Stories
Rated: M - German - Tragedy/Romance - Severus S. & Sirius B. - Reviews: 39 - Updated: 02-23-06 - Published: 10-04-05 - Complete - id:2604878
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The darkness arounding us Kapitel 11

Der Bund fürs Leben

Ein paar Tage vor dem Schuljahresende kam Feelicitas wieder nach Hogwarts. Sie erkannte es kaum wieder. Die Sommersonne schien heiß vom Himmel und das ganze Schloss schien zu schwitzen und bot einen warmen Anblick, der zu den derzeit herrschenden Umständen in krassem Gegensatz stand. Severus Snape brachte sie über ein paar verlassene Korridore wieder in den dritten Stock und verzog sich dann in seinen Kerker und ließ sie alleine. Nicht ohne ihr noch vorher einige Ermahnungen zur Vorsicht gegeben zu haben. Es war auch in Feelicitas Sinn, das die Öffentlichkeit auch weiterhin nichts von ihr erfuhr. Irgendwann würde dann in ihrer Vergangenheit gebohrt und noch in vielen Jahren würde ihr das nachhängen. Falls Voldemort fiel, würden darüber bestimmt Bücher geschrieben und dann musste man Zeitzeugen finden. Und wenn man ein Jahr in nächster Nähe zu diesen Scheusal gehaust hatte, dann wusste man auch über solch delikaten Dinge, wie Tagesplanung und Angewohnheiten Bescheid. Eigentlich ein gefundenes Fressen und eine Quelle großer Inspiration, wenn jemand nach Schwachpunkten suchen würde. Aber niemand fragte Feelicitas und sie fand das auch gut. Und das seine größten Fehler, grenzenlose Selbstüberschätzung und eine Sucht nach Unsterblichkeit waren, wusste sowieso jeder.

Feelicitas kam sich einsam vor und wusste nicht, was sie machen sollte. Sie hätte eigentlich Poppy Pomfrey besuchen können, doch nach der unglückseligen Ministeriumsaktion lagen auf der Krankenstation einige Schüler und auch Dolores Umbridge war dort untergebracht, so das es sich von selbst verbot. Und auch Hagrid konnte sie nicht besuchen gehen, denn zu viele Schüler erholten sich im Außengelände und das Risiko war einfach zu hoch, dass sie hinter irgendeiner Ecke über einen von ihnen fiel. Also wanderte sie erst mal unruhig in ihrem Zimmer auf und ab. Doch in dieser Hitze konnte sie es nicht lange aushalten und so ging sie in den kleinen Garten neben dem Kräuterkundebüro.

Dort wurde sie etwas später von Madam Pomfrey aufgesucht.

„Hallo Feelicitas.", sagte sie leise und Feelicitas, die in der Sonne gedöst hatte, schrak auf.

„Nicht erschrecken, ich bin es nur. Warum sitzt du hier so allein, statt mal bei mir vorbeizuschauen?", fragte sie sanft und warf einen lächelnden Blick auf Feelicitas riesigen Bauch. Feelicitas setzte sich auf und betrachtete die gestresst wirkende Heilerin. „Ich dachte sie hätten so viel zu tun.", entschuldigte sie sich.

„Für dich habe ich immer Zeit. Hast du noch so schlimme Kreuzschmerzen?" Poppy setzte sich neben ihren Schützling.

„Seitdem ich den letzten Brief geschrieben habe, ist es sogar noch schlimmer geworden. Ich glaube ich muss Zwillinge kriegen.", stöhnte Feelicitas.

„Keine Sorge, das ist normal. Wahrscheinlich kommt das Kind etwas früher. Ich schätze mal noch zwei Wochen und dann hast du das hinter dir.", beruhigte die ältere Frau die unsichere Feelicitas.

„Aber ich sollte doch erst im September, das sind aber noch Monate. Man hat mir einmal gesagt, das alles, was unter dem achten Monat geboren wurde, nicht sehr große Überlebenschancen hätte."

„Tja, da hat man dich offensichtlich nicht angelogen, oder?" Madame Pomfrey blickte sie forschend an, aber Feelicitas gab ihr dazu keine Antwort, auch wenn die Frage berechtigt war, sie wollte sich nicht rechtfertigen.

„Manchmal geht es schneller. Und du scheinst einen Hang dazu zu haben." Fuhr Madame Pomfrey fort: „Bei Muggeln geht das nicht immer gut, aber in der magischen Welt macht das nichts. Wir haben die Mittel, das Kind durchzubekommen. Und es kommt schon mal öfters vor, dass Schwangerschaften einfach kürzer sind. Vielleicht auch nicht ganz ungewollt, wer gut zaubern kann, der kennt einige Tricks. Muss wohl mit der magischen Kraft zusammen hängen. Und du scheinst dazu zu tendieren, nicht wahr?" wiederholte Madame Pomfrey etwas gedankenversunken. Feelicitas war das mittlerweile zu offensichtlich. Na gut, sie hatte Narben auf dem Bauch, aber aus Erfahrung wusste sie, das man es auch mit Blinddarmentzündung erklären konnte. Und das tat Feelicitas auch oft genug, obwohl ihr Blinddarm noch an Ort und Stelle war.

„Schade das Severus in den Ferien nicht hier bleiben will, sonst könnte ich dich entbinden.", bedauerte Poppy und Feelicitas fiel mal wieder ein, dass sie mit Severus noch einiges zu besprechen hatte. Poppy seufzte schwer: „Ich konnte heute zwei meiner Patienten gehen lassen, aber Dolores macht mir noch Schwierigkeiten."

„Was ist eigentlich mit ihr geschehen?", fragte Feelicitas neugierig: „Mir hat das niemand erzählt."

„Das weiß ich auch nicht so genau. Sie hat sich wohl mit Zentauren angelegt und danach mit Hagrids Bruder."

„Wie bitte? Hagrid hat einen Bruder?", fragte Feelicitas verblüfft.

„Ja, genau Kind. Hagrid ist ja zur Hälfte ein Riese, und er hat im letzten Jahr seinen vollblütigen Bruder hergeschleppt. Er hat Dolores richtig fertiggemacht. Wenn ich es ihr nicht gönnen würde, müsste ich sie bedauern, aber irgendwie habe ich keine Lust dazu."

„Kann ich mir vorstellen.", sagte Feelicitas feixend. Die Heilerin gefiel ihr von mal zu mal besser. Privat war sie wirklich nett. Sie redeten noch eine Zeitlang und dann ließ Poppy Feelicitas wieder allein.

Mittlerweile war es Abendessenzeit geworden und so traute sich Feelicitas über das Schulgelände. Hagrid stand in seinem Garten und erntete Stangenbohnen. Überrascht schaute er auf, als Fang auf die näher kommende Frau zustürzte und sie wild hechelnd begrüßte.

„Oh, Feelicitas. Mit noch mehr Besuch hatte ich heute gar nicht gerechnet.", ließ er verlauten und ließ den Korb mit Bohnen sinken.

„Wieso, wer war denn heute schon da?", fragte sie forschend, vielleicht erzählte er etwas über seinen Bruder.

„Harry Potter hat mich besucht. War ein bisschen geknickt wegen Sirius und so. Konnte ihm aber nicht so helfen, hab ich im Gefühl. Schlimme Sache.", murmelte er und als er Feelicitas traurigen Blick sah verengten sich seine Augen.

„Hast ihn ja sicher gut gekannt, wart ja wochenlang zusammen, nicht?"

Feelicitas nickte kurz und ließ sich von Hagrid zu Löwenzahnsaft einladen. Das sie plötzlich etwas einsilbig war, kam wohl selbst Hagrid komisch vor.

„Wie geht es Harry jetzt eigentlich?", fragte sie leise, obwohl es sie nicht sehr interessierte und schaute Hagrid traurig an.

„Macht sich Vorwürfe wegen allem. Kann nicht verstehen wieso er das macht. Sirius-"

„Sirius war erwachsen, er musste selbst wissen was er tat.", beendete Feelicitas leise seinen Satz. Das hatte sie mittlerweile oft genug gedacht, und eigentlich stimmte es ja auch. Sie betrachtete ihre Hände in ihrem Schoß. Stille trat ein und Hagrid sah keinen anderen Ausweg, als das Thema zu wechseln.

„Bleibst ja nicht lange hier, nicht?", fragte er lautstark und klopfte mit seiner Faust auf den Tisch. „Wir sollten die Zeit nutzen. Hast du Lust mit mir Grawp zu besuchen? Er freut sich sicher, dich endlich kennen zu lernen. Ich habe ihm soviel über dich erzählt."

Alle Alarmglocken schellten in Feelicitas und sie blickte ihn ängstlich an.

„Ich weiß nicht, vielleicht ein anderes Mal. Ich habe gehört, seine Freude kann sich sehr stürmisch äußern und ich bin wegen des Kindes etwas empfindlich.", versuchte sie abzuwiegeln, doch Hagrid hörte nicht mehr zu und machte sich schon zum gehen bereit.

„Quatsch, glaub das nicht. Grawpy wird dich mögen." Und damit zog er sie mit sich und sie gingen in den Wald.

„Hagrid, wo wohnen hier eigentlich die Zentauren?", fragte sie neugierig und Hagrid erklärte ihr, dass die überall ihre Lager aufschlugen, weil sie niemals ihre kleine Siedlung verraten wollten. Selbst er wusste nicht wo die Frauen und Kinder der Zentauren lebten und hatte noch nie eines gesehen.

Bald kamen sie zu Grawp und Feelicitas musste feststellen, dass sie plötzlich wusste, woher Hagrid seine Hämatome gehabt hatte, als sie sich das erste mal mit ihm traf. Grawp war riesig und machte ihr Angst. Doch wirkte er keineswegs, als wollte er jemanden verletzen.

„Hagrid Hermi?", fragte er und schaute in ihre Richtung.

„Nein, Grawp das ist nicht Hermine, das ist eine Freundin von mir, die dich kennen lernen wollte. Das ist Feelicitas."

Kennen lernen wollte, war natürlich nicht der passende Ausdruck in ihrer Situation, aber wenn ein Riese plötzlich auf einen zustürzte und in die Arme riss, war das auch relativ unwichtig.

„Felci.", rief Grawp und drückte sie an sich. Zwar nicht wirklich zu fest, trotzdem bekam Feelicitas Panik.

„Grawp lass mich los.", rief sie ängstlich und versuchte freizukommen. Was zum Teufel hatte Hagrid über sie erzählt, dass sein Bruder sie anzuhimmeln versuchte? Hagrid rief Grawp etwas zu und dieser ließ sie wieder vorsichtig auf den Boden. Feelicitas wich ein paar Meter zurück und atmete stoßweise.

„Grawp du musst erst fragen, sonst erschreckt sich Feelicitas.", erklärte Hagrid dem Ungeheuer geduldig und Feelicitas konnte es nicht fassen, wie blind der Wildhüter sein musste, um nicht zu merken, welche Gefahr sein Bruder sein konnte. Doch dieser schien eher die Mentalität eines dreijährigen zu besitzen, wenn Hagrid in seiner Nähe war.

„Ok-ay Hagrid.", sagte er trotz seiner tiefen grollenden Stimme kindlich klingend und murmelte zu Feelicitas ein „Tschuld-gung"

„Ja, schon gut.", wiegelte diese ab und hielt sich in sicherer Entfernung. Hagrid erzählte Grawp noch einen Moment etwas und reichte ihm einen Teller voll mit den bekannten Felsenplätzchen, „damit er was zum einschlafen hätte" wie Hagrid sagte. Dann geleitete er Feelicitas zurück. Grawp folgte ihnen noch ein paar hundert Meter und winkte dann zum Abschied.

„Tschüß Felci"

Gezwungenermaßen wünschte sie ihm auch einen schönen Tag und versuchte Hagrids Vorschlag, ihn morgen noch mal besuchen zu gehen, auszuweichen. Was war sie froh, als sie wieder heil in ihrem Zimmer ankam. Zu ihrem Unglück war sie dem Schulsprecher über den Weg gelaufen und er hatte sie verdutzt betrachtet, doch scheinbar war er darüber informiert, dass Besuch in Hogwarts weilte und wünschte ihr nur einen guten Abend, bevor er eilig an ihr vorbei schritt. Hinterher fiel ihr erst auf, dass er so spät nichts mehr in den Gängen zu suchen hatte. Wahrscheinlich war er deswegen ein wenig nervös. In dieser Nacht schlief sie ziemlich unruhig und träumte davon das Grawp mit einem Spitzenmützchen in einer Wiege lag und sie dauernd versuchte zu erwürgen, während sie ihm die Flasche geben wollte.

Früh am Morgen stand sie also wieder auf und zog sich an. Mit leisen Schritten tapste sie über den Gang hinab in den Kerker und blieb vor Severus Büro stehen. So wie sie ihn kannte, würde er schon bei der Arbeit sein. Wobei sich Feelicitas nicht vorstellen konnte, dass so wenige Tage vor den Ferien überhaupt noch übrig gebliebene Arbeit zu erledigen war.

Auf ihr leises Klopfen ertönte ein mürrisches „Herein!"

Sie öffnete die Tür. „Guten Morgen Severus.", sagte sie etwas eilfertig und näherte sich ihm bevor sie der Mut verlassen konnte. Er saß an seinem Schreibtisch und schrieb etwas. Feelicitas schaute auf seine Arbeit, die aus vielen Blättern bestand, die er stapelweise bearbeitete. Sie blieb stehen und wartete, doch er schien sie nicht beachten zu wollen. Schließlich begann sie auf den Zehenspitzen zu wippen, was ihn sichtlich aus der Fassung brachte und ihn dazu veranlasste endlich zu ihr aufzuschauen. Sein Blick lag dabei genau auf Höhe ihres Bauches, den er nun mit leichtem Unwohlsein betrachtete.

„Was führt dich zu mir Feelicitas? " Es klang nicht so, als fühle er sich allzu gestört, eher neugierig und so atmete sie innerlich auf.

„Ich muss mit dir reden. Wenn du ein paar Minuten für mich erübrigen könntest wäre das nett."

Um dem Anblick ihres Bauches zu entgehen, richtete Severus seinen Blick wieder auf das vor ihm liegende Pergament, auf dem Feelicitas eine wirklich miese Note stehen sah, und machte sich mit viel Elan und roter Tinte darüber her. Dabei sagte er leise: „Sicher doch. Ich muss auch mit dir reden. Ich bin gleich fertig, aber-" er erhob seinen Blick und schaute sie forschend an: „Ich kann mir nicht vorstellen, was dich so früh aus dem Bett treiben könnte."

„Solltest du aber können. Ich lege keinen Wert darauf allzu sehr aufzufallen, egal was man dir darüber erzählt hat. Also habe ich nur die Auswahl zwischen vor dem Frühstück und nach dem Abendessen. Abends kannst du aber Strafarbeiten aufgegeben haben und das ist mir zu gefährlich. Zudem laufe ich immer jemandem in die Arme, wenn ich auch nur einen Schritt aus dem Zimmer mache. Zum Glück war es gestern nur der Schulsprecher und der wusste ja Bescheid. Sah jedenfalls so aus. Also ziehe ich den frühen Morgen vor, wo jeder anständige Mensch noch im Bett sein sollte."

Sie holte tief Luft, doch Snape sagte trocken: „Morgen beginnen die Ferien und in drei Tagen ist die Hochzeit, also was musst du mir jetzt sagen, was nicht mehr warten kann?" Er schien gelinde gesagt amüsiert und Feelie wurde rot.

„Ja, das heißt doch aber, dass es langsam dringend wird. Und es ist garantiert nicht zu früh, wenn du jetzt noch Noten bestimmen musst, da du dann die Nacht anderweitig beschäftig warst und keine Zeit dafür hattest. Habe ich recht?" Er musste wohl die ganze Nacht anderweitig verbracht haben, kein Wunder. Feelicitas konnte sich gut vorstellen, dass Voldemort ziemlich angepisst war, weil er das mit der Prophezeiung vergessen konnte und nun mit Hochdruck an etwas Anderem bastelte, dass seine Pläne weiterbringen konnte.

Er reagierte aber nicht wirklich und nickte nur kurz: „ Wenn du dich mit mir unterhalten willst, solltest du mich jetzt arbeiten lassen." Dann eben nicht, aber glaube nicht, dass ich Mitleid mit dir habe. Trotzdem hätte sie ihn gerne gefragt, was ihm in der gestrigen Nacht eröffnet worden war, denn er sah seltsam geschafft aus. Irgendwie hatte seine ausdruckslose Miene einen leichten Knacks und seine Miene wurde immer dunkler.

Sie hatte zuviel gesagt. Feelicitas machte eine entschuldigende Geste und wandte sich dem Sessel vor dem Kamin zu. Ihrem absoluten Lieblingsplatz inmitten dieses kalten Raumes mit den Einmachgläsern. Selbst jetzt, wo man draußen Spiegeleier braten konnte, musste er hier den Kamin anlassen. Wenn man in einen eisigen Winter, nur mit einen dünnen Umhang und Stoffschuhen bekleidet hier saß, dann war Kaminfeuer gut für die Stimmung, doch im Hochsommer ohne Umhang und nur mit Sommerkleid und Riemchensandalen hier zu sitzen und sich am Feuer zu ergötzen, war irritierend.

Dennoch liebte Feelicitas irgendwie die Ausstrahlung und Kühle dieses Raumes. Severus scheinbar zweitliebstes Hobby, nach dem Schülerquälen auch eingelegte Tiere zu sammeln, war vielleicht etwas komisch, aber immerhin originell und zeugte von ausgeprägten wissenschaftlichen Interesse. Ein bisschen waren diese eingelegten Geschöpfe ja widerlich, aber auf jeden Fall war es auch ein Blickfang. Wenn auch ein wenig staubig.

Zudem war es hier so herrlich still und friedlich. Umgeben von dicken Mauern musste man sich ja nicht nur eingesperrt fühlen, sondern es bot auch Schutz. Was Severus aber davon hielt, würde ihr wohl auf immer vorenthalten bleiben.

Erst schaute er sie noch ein wenig grimmig an, dann las er weiter und kritzelte mit roter Farbe und verbissener Miene auf den Pergamenten herum. Der oder die Schülerin, dem das gehörte, war zu bemitleiden. Warum korrigierte er eigentlich so kurz vor den Ferien noch?

Und trotzdem das sie die Notwendigkeit nicht verstand, er schien heute seltsam friedfertig und längst nicht so bissig wie sonst. Sollte das an ihrem Einfluss liegen? Fast hätte sie laut gelacht, denn das war ziemlich unwahrscheinlich. Also musste es um Voldemorts Pläne gehen. Feelicitas wusste, dass sie sich nicht weiter darin einmischen sollte. Je weniger sie wusste umso besser, doch sie war nun einmal eine Frau und wollte immer alles wissen.

Nach zehn Minuten war er endlich fertig. Er packte seine Sachen zusammen und ließ eine lange Liste sich in der Luft auflösen. Feelicitas merkte sich den Spruch. Vielleicht konnte dieses Evanesco mal nützlich sein. Irgendwann, wenn sie wieder zaubern konnte. Sie konnte es kaum erwarten. Severus erhob sich und kam näher.

„Was hast du denn?", fragte er leicht genervt.

„Vieles.", antwortete sie herausfordernd: „Und ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Das mit dem Einwohnermeldeamt ist ja jetzt geklärt, wir kommen nicht an der Hochzeit vorbei, und ein Kind kriegen wir bald auch noch dazu. Aber wie sieht es mit einer etwaigen Scheidung aus?", fragte sie leise und blickte ihn schüchtern an.

„Ein wenig früh, findest du nicht?", sagte er ausdruckslos. Na gut, was hatte sie erwartet? Natürlich war es auch nicht sein Wunsch, sie auf ewig auf der Pelle zu haben.

„Der frühe Vogel fängt den Wurm. Ich will mich einmal trennen können, ohne in magische Fallstricke zu geraten. Woher soll ich eure Konventionen kennen? Kann ja sein, dass ihr geschiedenen Frauen etwas antut. Oder das Todesser, wenn sie in Scheidung liegen ihren Frauen etwas antun."

Dazu nickte er. „Wie bitte? Das ist jetzt nicht dein Ernst?", fragte sie entsetzt, doch er klärte sie säuerlich darüber auf, dass er das nicht gemeint hätte, den Vorschlag aber nicht schlecht fände. „Wir werden nur auf Muggelart heiraten. Es wäre ein wenig übertrieben, wenn wir uns dem magischen Ritus unterziehen würden, also wird auch keiner Ärger machen."

Feelicitas wurde mutiger. Das hörte sich so an, als ob es für ihn überhaupt keine richtige Ehe war. Das war einfacher als sie dachte: „Ich bekomme dich so selten zu sehen, ich weiß gar nichts über dich. Weder, ob du noch Verwandte hast, noch wo du wohnst. Du weißt ja jetzt woher ich komme. Aber da ist noch was. Ich hatte ja gedacht, dass du immer im Kerker hockst, doch irgendwie scheint es doch nicht so zu sein, oder? Im Sommer lebst du nicht hier."

Jetzt war sie eindeutig ins Fettnäpfchen getreten und er zeigte eine sehr kalte Miene: „Feelicitas, mach dich nicht lächerlich. Es ist weder witzig, noch Tatsache, das ich 'nur im Kerker hocke'."

Feelicitas verdrehte ihre Augen, gerade ihr vorzuwerfen, das sie sich wie ein neckischer Teenager aufführte, passte ihr gar nicht: „Severus, nimm es nicht so ernst.", äffte sie ihn nach und schaute ihn erwartend an: „Wir wissen beide, das deine Talente auch noch soweit gehen, das du aus deinen Kerker rauskommen kannst um sich um das Wohlergehen aller anderen Menschen dieser Welt zu engagieren. Aber jetzt geht es gerade mal nur um uns. Also, bei mir zuhause im fernen Frankreich, sitzen zwei Pflegeeltern. Meine Maman, der ich sehr zugetan bin, und die das liebste ist, was ich jemals kennen lernen durfte. Und meinen Pflegevater, denn ich nicht leiden kann und der das aus vollen Herzen erwidert. Und ansonsten bin ich wohl ein Waisenkind ohne Besitz und Vermögen. Und was bringst du an Altlasten mit in die Ehe?"

Sie konnte nicht umhin, ihn ein wenig aufzuziehen. Er sah vielleicht nur einen Teenager in ihr, aber er sollte sich das ja nicht zu lange einbilden, denn Feelicitas war nicht geneigt, sich wie eine seiner Schülerinnen durch ihre gemeinsame Zeit kommandieren zu lassen. Und das sollte er eigentlich aus Erfahrungen, die er mit ihr sammeln durfte, wissen.

„Was geht mich dein Vermögen an?" fragte er gereizt: „Ich sagte dir bereits einmal, das ich die Mittel habe euch zu versorgen, also sollte das kein Thema sein." Er hielt einen Moment inne: „Mein Vater lebt noch. Gegebenenfalls wird er den Nachwuchs sehen wollen, aber ansonsten sollte dich das nichts weiter angehen." So wie er das sagte, merkte sie sofort, dass es zwischen denen nicht sehr gut stand. Sie wollte gerade davon ablenken, doch er tat ihr den Gefallen schon von allein.

„Du hast auch recht, dass ich im Sommer mein eigenes Domizil vorziehe. Ich besitze ein Haus in Spinners End." Irgendwie schien er noch was sagen zu wollen, unterließ es, nachdem er einen Blick auf ihre rundliche Gestalt geworfen hatte, dann doch. Spinners end, sagte ihr nichts, aber boshafterweise, fand sie den Namen doch passend. Da gehörte er auch hin.

„Tja, dann wäre ja alles beschlossen.", sagte sie leise und versuchte seinem Blick zu entgehen. Severus Gesichtsausdruck besagte, dass er noch irgendwas von ihr wollte.

Plötzlich wandte er sich ab: „Ich werde mich dann um den Ehevertrag kümmern."

„Gut. Aber eine Frage habe ich doch noch."

Er schaute sie interessierter an: „Und die wäre?"

„Hat diese Aktion, wirklich den Segen von ganz oben?" Feelicitas sah, das er wusste, was sie meinte, aber er sagte nichts und so bohrte sie weiter: „Deute ich das als eine kleine Unsicherheit? Also hat das alte Scheusal, diese Heirat nur als Notfallplan gebilligt und durch das Scheitern seines Ministeriumsplans, kommt es nun wirklich dazu?"

„Nenn ihn nicht so. Er könnte es einmal erfahren." Äußerte er knapp, aber Feelicitas lächelte sanft: „Soll er doch, er weiß wie ich von ihm denke und es interessiert ihn nicht wirklich. Warum denn auch? Ich bin nicht seine Freundin, und kann ihm keine Feindin sein. Alles andere ist doch sowieso bekannt. Er will doch ein Scheusal sein. Aber es ist mir schon klar, das solche Ausdrücke dir wegen deines Bundes nicht zustehen und ich werde davon Abstand nehmen." Er schaute sie nur komisch an und Feelicitas blickte weg. Irgendwie machte es ihr keinen Spaß mehr, ihren Sprachgebrauch so gewählt es ging, auszudrücken. Entweder nahm er sie so, wie sie war, oder er hatte Pech gehabt.

Darauf herrschte eine unangenehme Stille, in der Feelicitas tausende Gedanken in den Sinn kamen, doch er änderte dies und räusperte sich: „Denk nichts falsches. In Anbetracht deiner Lage und der Tatsache, dass es der letzte Ausweg zu sein scheint, werde ich dich heiraten. Wir werden nahe zusammenleben müssen, doch das ändert nichts daran, wie es jetzt ist. Wenn du es also mit mir aushalten willst, möchte ich nichts tun, was dich dazu bringen sollte das Angebot auszuschlagen. Es geht um mehr, als irgendwelche Gefühle."

Hatte er ihre Gedanken gelesen? Unheimlich krümelte sie sich zusammen, doch dann entspannte sie sich schnell wieder, als sie verstand was er meinte. Na gut, dann war das ja endlich geklärt. Er versprach sich keine zweite Nacht. So ganz sicher war sich Feelicitas nicht, aber was sollte er sonst meinen? Vielleicht meinte er auch, das sie sich nicht so anstellen sollte, weil der Gedanke an eine Heirat mit ihm, der ja wesendlich älter und total unattraktiv erschien, ihre Gefühle verletzte. Aber auch da war sie nicht sicher, denn so genau konnte sie nicht sagen, wie er sich selber wahrnahm.

„Ja ich werde dich heiraten Severus Snape und glaub mir, ich werde dich beim Wort nehmen.", verkündete sie, blickte ihn ungerührt an und verließ dann den Raum.

Die nächsten zwei Tage verbrachte sie damit, ihre Sachen zu ordnen und als dann der Tag der Hochzeit kam, verließ sie Hogwarts.

Ein paar Stunden später stand sie doch tatsächlich schon ihn ihrem Kleid vor dem Standesbeamten und kam sich ein wenig deplaziert vor, doch Severus zog mit seiner ernsten Gestalt und der langen schwarzen Robe sowieso alle Blicke auf sich. Die Sekretärin, die über den Gang huschte, als sie ankamen, wäre fast in Ohnmacht gefallen. So einen Tag erlebten die auf dem Standesamt bestimmt nicht oft, obwohl in London genügend ungewöhnliche Menschen lebten. Zu Feelicitas großer Überraschung waren auch Dumbledore und der halbe Orden erschienen. Kein Wunder, dass es heute vor Roben wimmelte. Wahrscheinlich konnten die Ordensmitglieder selbst während des Kampfes gegen Voldemort noch zehn Minuten erübrigen. Feelicitas fand es nett, doch Severus an ihrer Seite war da deutlich zurückhaltender. Er musterte Dumbledore öfters mit undefinierbarem Blick und schien zu denken, dass dieser nur gekommen war, um zu kontrollieren, dass er sie endlich und wahrhaftig ehelichte. Der Standesbeamte brachte es recht schnell über die Bühne, den Ring hatte sie ja schon seit ihrer Verlobung und danach nahm Feelicitas eine Menge recht doppeldeutiger Glückwünsche der anderen entgegen. Im derzeitigen Hauptquartier des Ordens, das zwar klein, aber doch nicht ganz so schrecklich, wie Molly Weasley es beschrieb, war, hatten sie ein Essen bereitet. Feelicitas freute sich wie ein Kind und vergaß, dass der Anlass nichts Romantisches an sich hatte. Sie spielte einfach mit, denn so war es einfacher, als dem unguten Gefühl in ihrem Magen Beachtung zu schenken.

Sie bekam ein paar Geschenke überreicht und es gab ein wundervolles Mittagessen und selbst der Kuchen, den Dora Tonks zu aller Überraschung gebacken hatte, war recht gelungen. Da machte es auch nichts aus, dass Severus ein langes pinkfarbenes Haar in seinem ersten Stück fand, obwohl Tonks gar kein Pink mehr trug und sich für Braun entschieden hatte. Überhaupt wirkte sie etwas bedrückt und das mit dem Kuchen erschien so untypisch für die quirlige junge Frau, das Feelicitas nachdenklich wurde. Severus hingegen gab nur einen fiesen Kommentar von sich. Danach hielt er sich beim Kuchen zurück.

Gegen Abend suchte sich Feelicitas eine ruhige Ecke und versuchte ihren Kopfputz abzumachen, damit sie dem mittlerweile recht angetrunkenen Mundungus seinen Schleier wieder mitgeben konnte. Da trat Remus Lupin zu ihr und half ihr beim entfernen der Haarnadeln. Sie drehte sich um und nahm den Schleier und die Nadeln entgegen. „Danke Remus." Er sah traurig aus und in seinen Augen stand irgendwie Mitleid. Feelicitas hatte ihn schon immer gemocht und bedauerte es ein wenig, dass er so nahe mit Dora gewesen war, als die Frage nach einem Ehemann aufkam. Obwohl das auch nichts geändert hätte. Egal mit wem sie sich angebandelt hätte, es wäre immer eine Zweckehe geblieben.

Plötzlich schien er seine Traurigkeit abzuschütteln: „Ich habe dich noch gar nicht richtig beglückwünscht." Er zog sie kurz in die Arme und drückte sie ein wenig. „Ich hoffe du wirst glücklich. Sirius hätte zwar einen Schock bekommen, aber ich wünsche es dir trotzdem." Er zog sich zurück und sie entgegnete seinem Blick fragend. Himmel er weiß alles.

„Woher?" fragte sie leise und dachte erst gar nicht daran irgendwas zu leugnen, obwohl sie gerade bei der Hochzeit mit dem Erzfeind war. Feelicitas war schockiert, als ihr das richtig aufging, das war ja noch schlimmer als in einen Schundroman. Nur leider konnte Sirius Black nicht mehr zauberstabschwingend auftauchen um Severus herauszufordern und ihr seine Liebe zu gestehen.

„Ich bin ein Werwolf, Feelicitas." Sagte Remus leise: „Das hat auch gewisse Vorteile. Ich rieche es manchmal schon aus Entfernung, wenn jemand Hormone ausschüttet. Ich kann riechen, das du ein Kind erwartest und ich konnte riechen, das Sirius manchmal doch ungewöhnlich zufrieden war. Außerdem habe ich auch Augen im Kopf und wenn man das alles mal objektiv betrachtet, dann musste es einfach Severus sein. So schwer es mir auch fällt es zu glauben. Aber all diese Dinge helfen mir oft, die interessantesten Sachen herauszufinden. Sirius mochte dich wirklich, das solltest du nie vergessen. Egal wie er sich verhalten hat, ich kannte ihn lange genug um zu wissen, das er niemals einfach nur so mir dir... Und es lag nicht an dir, es war einfach nur die Situation. Wenn alles anders gewesen wäre, dann wäre die Zukunft wohl anders verlaufen und es wäre dir erspart geblieben diesen Schritt mit Severus zu gehen. Aber es ist nun mal wie es ist. Und vielleicht klappt es ja, immerhin-"

Feelicitas kamen bei seinen Worten die Tränen und mühsam versuchte sie dagegen anzukämpfen. Remus verstummte und reichte ihr sein Taschentuch und sie tupfte sich die verräterischen Spuren ab.

„Ich weiß ja nicht wie es dazu gekommen ist, es geht mich auch nichts an, aber was werdet ihr denn bekommen?", fragte er zögernd. Feelicitas musste trotz ihrer Tränen lachen und wirkte erleichterter.

„Du bist der erste, der fragt. Selbst Severus wollte es bisher nicht wissen. Natürlich ein kleines Mädchen. Willst du mal fühlen? Sie strampelt gerade?" Ohne eine Antwort abzuwarten fasste sie Remus Hand und legte sie sich auf den Bauch. „ Ein schönes Gefühl, oder?"

Remus nickte still und schaute auf die Beule, die sich gegen seine Hand stemmte und wohl ein kleines Händchen oder Füßchen sein musste. „Ja, sehr schön.", sagte er leise, zog sich dann aber zurück. Dora rief nach ihm und er rief ihr zu, dass er gleich komme.

„Na ja, meine Anwesenheit wird verlangt. Wir werden uns wohl lange nicht mehr sehen, also wünsche ich dir alles gute, auch für die Kleine. Ach, bevor ich es vergesse. Mein Geschenk habe ich an eure Adresse geschickt, es wäre nicht so gut gewesen, wenn ich das hier gemacht hätte. Schau bald nach, wenn du heimkommst, ja? Und denk immer daran, dass wir Severus das Leben schwer machen, wenn er euch schlecht behandeln sollte. Also mach dir nicht zuviel Sorgen." Er küsste sie kurz, umarmte sie und verschwand dann, nachdem sie ihm alles versprochen hatte.

Feelicitas ging wieder nach innen, legte Mundungus den Schleier hin und trat wieder neben Severus, der sich gerade angeregt mit Kingsley über irgendwas unterhielt. Feelicitas hörte ihnen nicht gerade aufmerksam zu und bald setzte das große Verabschieden ein und Severus beschloss auch mit ihr aufzubrechen. So folgte sie ihm heraus aus dem Schutz aller Menschen, die im letzten halben Jahr auf sie geachtet hatten und die sie sehr lange nicht wiedersehen sollte, hinaus in die Dunkelheit. Nun war sie wieder ganz alleine – mit ihm.

Fortsetzung folgt...

Feelicitas: Das war meine Hochzeit? Irgendwie hätte ich mir trotz meiner Vernunft mehr vorgestellt.

Ich: Der Tag der Hochzeit ist immer ziemlich unspektakulär.

Feelicitas: Klar doch, deswegen schwärmen auch alle immer davon.

Ich: Nichts hält dich davon ab. Du hast ein weißes Kleid, eine nette Party mit Menschen, die dich scheinbar mögen und es gab Geschenke.

Feelicitas: Was genau waren denn die Geschenke? Ich hab sie mir noch gar nicht so genau angeschaut.

Ich: In Ermangelung von Gemeinsamkeiten zwischen dir und Severus, waren es wohl Sachen für eure Tochter. Ich bin ja so gespannt, wie ihr sie nennen werdet.

Feelicitas: Ich nicht, denn ich weiß es schon, und ich werde meinen Mann garantiert nicht weiter um Erlaubnis fragen.

Ich: Sollte man so etwas nicht zusammen entscheiden? Ich hörte einmal, das Vertrauen in einer Ehe, heißt das man alles zusammen entscheidet.

Feelicitas: Er hat mich Neun Monate nicht weiter beachtet. Ich hätte es abtreiben lassen können, ohne das er etwas mitzureden gehabt hätte. Aber so was mache ich nicht. Aber ich bestimme das alleine. Aber sei beruhigt, es wird ihm gefallen.

Ich: Wir sind ja so gespannt.

Fortsetzung folgt...

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