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Books » Harry Potter » The Darkness arounding us
Feelicitas Lefay
Author of 12 Stories
Rated: M - German - Tragedy/Romance - Severus S. & Sirius B. - Reviews: 39 - Updated: 02-23-06 - Published: 10-04-05 - Complete - id:2604878
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19. In den Wäldern von Lerwick (Teil1)

Es war für Feelicitas ein leichtes, den Weg nach Schottland zurück zu finden, auch wenn es sie einige Tage kostete. Als sie endlich in der Stadt Lerwick ankam, musste sie schon bald feststellen, dass ihre weitere Suche nicht einfach werden würde. Niemand kannte die Adresse, die sie aus dem alten Brief hatte. Niemand konnte sich an seltsame Vorkommnisse, die sich in der Umgebung der Stadt zugetragen hätten, erinnern. Aber das schlimmste war, dass hier niemand den Namen Evonshare kannte.

Sie suchte stundenlang und wusste am Ende gar nicht mehr wo sie anfangen sollte. Da alles nichts zu nutzen schien, entschied sie sich das Risiko einzugehen und auch beim dort ansässigen Standesamt nachzufragen.

Natürlich konnte oder wollte ihr die Standesbeamtin keine Auskünfte geben und verwies dabei auf irgendwelche Paragraphen und den Datenschutz. Feelicitas war so verzweifelt, dass sie sich fast schon Severus an ihre Seite wünschte. Er war ein Meister in der Beherrschung solcher Situationen. Es hätte sicher nur eines Blickes von ihm bedurft und die Frau vor ihr wäre um drei Zentimeter geschrumpft und hätte ohne Zögern alles verraten, was ihr lieb und teuer war.

Nun, Severus würde nicht einfach aus dem Nichts auftauchen, so dass sie auf sich allein gestellt war. Sie musste sich wohl oder übel etwas einfallen lassen, wollte sie bei ihrer Suche nach Antworten letztendlich nicht doch noch scheitern. Also wechselte sie die Strategie und versuchte es nun auf die charmante Tour. Leider war es mit ihrem Charme von Hause aus nicht so weit her, so dass die Miene des hochtoupierten Wesens vor ihr nur noch sauertöpfischer wurde. Die Beamtin verkündete nun noch desinteressierter als sie sowieso schon war: „Verstehen sie doch,ich kann ihnen keine Auskünfte geben."

So langsam wurde es Feelicitas zu bunt, denn diese Frau wollt sie scheinbar absichtlich nicht verstehen. Bedächtig legte sie Serena auf die Sitzfläche eines Stuhles und erhob sich dann wieder zu voller Größe über den Servicetresen: „Gute Frau!" Die Genannte zuckte etwas zusammen, wahrscheinlich kam es an diesem beschaulichen Ort selten vor, dass jemand mit so einem Anliegen zu ihr kam und es dann auch noch derart hartnäckig vortrug. „Das glaube ich ihnen aber nicht.", sagte Feelicitas kurz, legte in ihre Worte aber auch eine leichte Drohung. Sie rechnete damit, dass die Frau irgendwas erwidern würde, doch die schwieg scheinbar überrascht. Besaßen Standesbeamte eigentlich Alarmknöpfe unter dem Tisch?

Es geschah jedoch nichts und so stahl sich ein leichtes Lächeln in Feelicitas Gesicht als sie fortfuhr: „Wissen sie, es geht ja nicht nur um mich. Es geht eigentlich um das Wohl der ganzen Welt."

Die Standesbeamtin schaute sie entgeistert an. Feelicitas reckte sich nun noch mehr empor und spürte dabei den etwas befremdlichen Blick auf ihren Umhang.

Ja denk du ruhig ich komme von einer Sekte. Du wirst es nie für möglich halten, doch genau diesen Fängen bin ich entkommen.

„Mir scheint sie sind eine kluge Frau und in ihrer Weisheit haben sie bestimmt schon erkannt, dass ich von einer Weltorganisation geschickt wurde um ihre Interessen zu schützen. Leider haben sich ein paar unserer Schäfchen unserem Einflusses entzogen und verwehren ihren Beitrag. Man hat mich deshalb geschickt, um das Problem diskret zu regeln.", lies sie salbungsvoll verlauten. Durch Feelicitas Worte wurde die Beamtin deutlich verunsichert und weil die Frau das Ganze langsam für das Erlebnis ihres Lebens hielt, konnte sich Feelicitas nicht zurückhalten und fügte noch süffisant hinzu: „Sie wollen doch sicher nicht unserem Obersten erklären, warum diese so eminent wichtige Suche ergebnislos im Sand verlief? Ich garantiere ihnen, er wird sich darüber keinesfalls amüsieren." Die Standesbeamtin schüttelte entsetzt den Kopf und schien kurz davor zu stehen, sich zu bekreuzigen. Himmel, ich hör mich ja an! Hoffentlich fällt das nicht auf mich zurück.

„Sie haben mich doch verstanden, oder?"

Als Antwort bekam sie jedoch nur ein erneutes Kopfschütteln, wobei die Frau langsam vor ihr zurück wich. Als sie merkte, dass sich der Blick ihres Gastes zu verdüstern begann, besann sie sich schnell und wurde nun unter heftigen Beteuerungen empfänglicher für Feelicitas Fragen.

Das Einzige was sie nun endlich herausfand war, dass es zwei Frauen in mittleren Jahren gab, deren Geburtsname Evonshare war, die aber nach ihrer Hochzeit anders hießen.

Leicht enttäuscht nahm sie ihr Kind wieder in die Arme und verabschiedete sich von der Frau. Bevor sie diesem traurigen Ort endgültig den Rücken kehrte, wünschte sie noch: „Mögen sie von allen Mächten gesegnet sein. Wir werden für sie beten."

Sie brauchte den Blick der sie von hinten traf nicht zu sehen. Diese Frau war so christlich gewesen, dass sie ihre Anwesendheit als Bedrohung empfand. Andererseits gab dies Feelicitas auch zu denken. Wenn sie sich nicht mit ihrer Suche beeilte, würde der Rest der Stadt ziemlich schnell wissen, dass eine Satanistin unter ihnen war.

Da die beiden genannten Namen ihre letzte Chance waren, hatte sie sich diese vorsichtshalber von der Standesbeamtin aufschreiben lassen. So begab sie sich ohne umschweife zu einer Telefonzelle und rief auf verdacht bei beiden an. Bei Nancy Gable hob niemand ab und Lassy McGowan erklärte ihr kurz angebunden und leicht entrüstet, dass ihre Brüder in Irland lebten und keiner davon in Frage kommen würde.

Feelicitas glaubte ihr allerdings kein Wort, aber was sollte sie machen?

Sie beschloss einige Zeit zu bleiben, bis sich vielleicht doch noch Anzeichen von ansässigen Zauberern zeigten. Als sich jedoch nach tagen noch immer nichts tat gewann Feelicitas den Eindruck, dass dieser Ort der wohl unmagischste war, den es in Schottland gab.

Mittlerweile war sie aber fast schon erleichtert darüber, keine weiteren Antworten zu finden. Sie ahnte, dass alles was man sie je erfahren würde nur schlecht sein könnte. Manchmal war es eben besser nichts zu wissen.

Als sie jedoch nach zwei Wochen bemerkte, dass sie von einer blonden Frau beobachtet wurde, hatte sie ihre Vorbehalte bereits wieder vergessen. Sie lief der Frau bei passender Gelegenheit hinterher und wollte sie zur Rede stellen. Zumindest war das ihre Absicht, doch die besagte Dame schien da anderer Ansicht zu sein, denn als Feelicitas ihr in eine verlassene Seitenstraße folgte, bekam sie plötzlich einen Zauberstab gegen die Brust gedrückt. Ausgerechnet auf die Stelle, an der sich Serena gerade befand.

Erschrocken wollte sie zurückspringen, doch eine leichte Bewegung des Zauberstabs lies sie bewegungslos auf der Stelle verharren.

Komisch, trotz des auf sie gerichteten Zauberstabs fühlte sie sich nicht bedroht. Vielleicht lag es daran, dass die vor ihr stehende Frau mit dem rosa Kostüm auf sie den Eindruck machte, als wüsste sie selbst nicht recht wie es jetzt weiter gehen sollte.

Die beiden Frauen schauten sich einige bange Sekunden lang unschlüssig an. Feelicitas, die erst angenommen hatte Klee Evonshare gegenüber zu stehen, betrachtete diese nun näher. Dabei erkannte sie, dass die Gesichtszüge der Frau eher auf den schwarzhaarigen Jungen aus dem Fotoalbum hindeuteten. Feelicitas verstand, das musste eine der Schwestern sein. Kein Wunder das sich diese auch nicht so leicht aufspüren ließen.

Als das Schweigen langsam peinlich zu werden drohte, entschloss sich Feelicitas dazu kurzerhand die Initiative zu ergreifen. „Sind sie Nancy oder Lassy?", fragte Feelicitas sanft. Die Frau schrak kurz zusammen, als sie so unvermittelt angesprochen wurde, sagte aber nach einer Weile: „Nancy Gable, und wer sind sie?"

Feelicitas lächelte und Nancy ließ den Zauberstab sinken, hielt ihn aber so, dass sie ihn jederzeit wieder hochreißen konnte. „Ich bin Feelicitas Lefay, meine Eltern waren Freunde ihres Bruders. Ich bin auf der Suche nach ihm. Sie können mir nicht sagen, wo er sich derzeit aufhält?"

Nancy schien zwar davon überzeugt zu sein, dass Feelicitas keine bösen absichten verfolgte, doch vertraute sie ihr noch lange nicht vollkommen.

„Bitte, ich muss ihren Bruder etwas fragen?", beharrte Feelicitas. Da endlich rührte sich die blonde Frau wieder: „Zeigen sie mir ihre Arme!", verlangte sie und Feelicitas merkte, das ihre Hände zitterten. Nancys schien es nicht anders zu gehen. Feelicitas schaute Nancy fragend an, zuckte dann aber nur mit den schultern und schob die Ärmel ihres Umhangs nach oben. Sie tat dies allerdings mit ziemlichem Unbehagen, da eine mysteriöse Narbe den linken Arm bedeckte. Nancy schien jedoch halb blind zu sein oder schaute in ihrer Aufregung nicht richtig hin und atmete erleichtert aus.

„Er ist näher als man denkt.", äußerte sie knapp, schaute dabei in die Richtung eines mit Wald bedeckten Hügels, der sich an der Stadt entlang schlängelte und wandte sich dann zum gehen. „Schönen Tag noch. Aber das Baby sollten sie vielleicht lieber zu Hause lassen."

Feelicitas wollte ihr noch nachblicken, da war Nancy auch schon verschwunden.

Wie es aussah war sie wohl appariert. Feelicitas kam das ganze etwas komisch vor. Warum sollte dieser Wald gefährlich sein? Wie dem auch sein möchte, sie hatte keine Wahl, wollte sie nicht unverrichteter Dinge abreisen. So packte sie ihre Sachen zusammen und machte sich auf den Weg.

Einige Zeit später, sie war bereits eine Weile in dem bezeichneten Wald unterwegs, stellte sie fest, dass sie wie üblich dabei war sich zu verlaufen. Die Wege, die sich durch die Bäume zogen, schienen sich dermaßen oft zu kreuzen, dass man schnell den Überblick verlor. Zudem herrschte Nebel, der die Orientierung noch erschwerte. Zwischen den Häusern der Stadt war es nicht so sehr aufgefallen, aber hier im Wald schien es, als würden die Bäume die Nebelschwaden besonders dicht zusammen halten. Vereinzelt kamen ihr Spaziergänger entgegen und schauten sie etwas komisch an. Feelicitas machte sich jedoch nichts daraus. Sie besaß nun einmal keinen Kinderwagen für Serena und so musste sie das Baby den ganzen Tag auf ihren Armen tragen. Manchmal hatte sie das Gefühl, sie würde davon bereits Muskeln bekommen, die ihr Nachts auch noch ordentlich weh taten.

Als sie lange genug herumgeirrt war, beschloss sie irgendwann ganz spontan einem alten Pfad, der nicht zur offiziellen Wanderroute gehörte, zu folgen. Wie es schien war es ein alter Reitweg, denn die einzigen Fußspuren, die man erkennen konnte, waren die von großen Hufen.

Sie drang immer tiefer in den Wald ein und erreichte bald schon die Anhöhe des Hügels. Doch auch hier gab es weit und breit kein Anzeichen dafür, dass hier irgendjemand lebte.

Es war für Zauberer aber auch nicht so schwer, sich vor neugierigen Muggeln zu verstecken. Es gab da genug Möglichkeiten sich der Wahrnehmung zu entziehen. Soweit Feelicitas wusste waren die meisten magischen Orte mit einem Zauber versehen, den nur magische Wesen durchdringen konnten. Dann fiel ihr auch der Grimauldplace und das Haus ihrer Großmutter ein. Wenn jemand untergetaucht war, dann hatte er auf jeden Fall so einen Zauber auf dem Haus.

Feelicitas hätte in diesem Moment direkt davor stehen können und hätte es doch nicht gesehen. Sie erwog gerade umzukehren und noch mal einer der Evonshare Schwestern aufzulauern, als sie leises Hufgetrappel hinter sich vernahm. Feelicitas erstarrte und wagte sich nicht umzudrehen. Sie drückte sich an den Wegesrand, um den Reiter vorbeizulassen. Doch ein undefinierbares Gefühl sagte ihr, dass es nicht einfach nur ein Reiter mit Pferd war.

Die Hufschläge kamen immer näher und schließlich nahm sie aus den Augenwinkeln wahr, wie etwas Schwarzes an ihr vorbeiging. Als sie nun erstmals richtig wahrnahm, was da vor ihr stand, gab sie erschrocken einen Laut des Entsetzens von sich und drückte das Baby enger in die Falten ihres Umhangs.

Was da vor ihr stand war auf jeden Fall kein Pferd mit Reiter. Feelicitas konnte nicht genau sagen um was für ein Geschöpf es sich tatsächlich handelte, denn sie hatte so etwas vorher noch nie gesehen. Es war riesig, pferdeähnlich und vollends mit pechschwarzem glänzenden Fell bedeckt. Zuerst dachte Feelicitas, es könnte ein Zentaure sein. Obwohl sie noch nie einen gesehen hatte, ahnte sie doch instinktiv, dass sie sich wohl irrte.

Die bedächtigen Schritte des Wesens verhallten und es schaute sie mit vor der Brust verschränkten Armen ernst an. Feelicitas traute sich kaum ihm in die Augen zu schauen, tat es dann aber doch. Ihr erster abschätzender Blick wurde von zwei ziemlich menschlichen hellblauen Augen erwidert, die sie klar musterten.

Ihr Blick glitt weiter über die restliche Gestalt, die tellergroßen Hufe, die dicken standfesten Beine und den schweren Körper. Dabei stellte sie fest, dass es sich um ein männliches Tier handelte. Verlegen und etwas zu hastig wandte sie ihren Blick wieder ab.

Die Beiden standen sich nun gegenüber und schwiegen sich an. Feelicitas schüchtern, das Wesen forschend. Plötzlich trat dieses Hybridenwesen einen Schritt vor und beugte sich mit dem Oberkörper näher zu ihr. Etwas schien sein Interesse erregt zu haben, denn es versuchte ihr in den Umhang spähen. Feelicitas erschrak und wich schnell einige Schritte zurück. Er ließ sich jedoch nicht beirren und kam ihr nach. „Bitte tu mir nichts, ich will dir nichts Böses. Das ist nur-", stammelte sie leise flehend. Er schaute darauf hin hoch und blickte ihr wieder in die Augen.

„Gib mir was du da hast. Dann wird dir kein Leid geschehen.", sagte er ruhig und brachte sie damit zum Schweigen. Seine Stimme war leise und ließ keine Unsicherheit erkennen. Dieses Wesen wusste genau, wer hier im Vorteil war.

Er wollte wieder nach dem Bündel mit Serena packen, aber Feelicitas stieß ein „Nein!" aus und versuchte sich ihm zu entwinden. Aber all ihre Bemühungen waren letztendlich umsonst. Er hielt sie einfach mit einer Hand, an der sie nur drei Finger erkannte, am Umhang fest. „Gib es mir!" forderte er unerbittlich, wobei er nicht einmal die Stimme hob. Von Feelicitas abwehrenden Bewegungen völlig unbeeindruckt, versuchte er ihr mit der anderen Hand das Baby zu entreißen. Ein schriller Schrei ertönte plötzlich aus dem Bündel. Er hielt verdutzt inne und schaute Feelicitas fragend an. „Das ist mein Baby, was du da gerade zerquetschen willst, du Ungeheuer. Nimm deine Pfoten von mir, sonst vergesse ich mich!", rief sie entrüstet, wagte es aber nicht ihn zu schlagen. Was immer auch das Wunder bewirkte, das schwarze Pferdewesen ließ sie urplötzlich los.

Serena war immer noch am Quietschen und Feelicitas wühlte sie aus ihrer Decke. Hätte sie gerade die Ruhe dafür gehabt, wäre ihr aufgefallen, dass es Serenas erster wirklicher Laut war, aber so betrachtete Feelicitas sie nur oberflächlich und drückte sie dann wieder fest an sich. Das schwarze Ungeheuer schien indes nur noch Augen für das Baby zu haben und schaute ziemlich merkwürdig drein. Doch noch bevor er wieder irgendwas machen konnte, hörte man erneut Hufgetrappel von hinten und beide schauten auf.

Ein Schwarzes Pferd stand in einigen Metern Entfernung und ein dunkelgekleideter Reiter mit schokoladenbraunem Mantel und hochgezogener Kapuze stieg gerade ab. Feelicitas blickte nur noch von einem zum anderen. Für einen Moment, bevor der Reiter abgestiegen war, hatte sie gedacht, dass ein zweites dieser Wesen zu ihnen getreten war.

Doch das hier war eindeutig ein Mensch. Unter der Kapuze konnte man sein Gesicht nicht richtig erkennen. Aber als er sich mit dem Pferd an der Hand näherte, bemerkte Feelicitas, dass er etwas humpelte und kaum merklich ein Bein nachzog. Sein Blick glitt nur kurz über die sich bietende Szene von Frau, Kind und Pferdewesen, dann schaute er zu dem Ungeheuer hin und sagte verstimmt: „Als du sagtest, dass sich eine Gefahr nähern würde, hast du doch nicht etwa das hier gemeint, oder? Ich dachte schon eine Horde Todesser steht vor der Tür. Hättest du das nicht allein erledigen können? " Das Pferdewesen wollte Feelicitas wieder am Umhang packen, doch diese entriss sich diesmal geschickt seinen Händen. Dabei stellte sie fest, dass er doch mehr als nur drei Finger besaß. Immerhin waren es rechts vier Finger.

„Was hätte ich denn tun sollen?", fragte das Wesen entrüstet: „Wenn es eine Horde Todesser gewesen wäre, hätte ich dich bestimmt nicht gerufen, aber das hier ist doch etwas ganz anderes." Wieder fasste er etwas unsanft nach ihr: „Zeig ihm mal was du mitgebracht-" Die Stimme des Mannes fuhr dazwischen. Scheinbar schien er auf den zweiten Blick verstanden zu haben, dass sie nicht allzu gefährlich war. „Lemony, lass das Mädchen in Ruhe. Du tust ihr nur weh.", sagte er leise, aber Feelicitas merkte, dass es ein deutlicher Befehl war.

Okay, die beiden kennen sich. Und scheinbar sind sie auch noch Freunde. Aber das dieses Untier Lemony heißt, ist eindeutig zu viel., dachte Feelicitas verwirrt und starrte den Genannten ungläubig an. Diesem schien auch irgendwas zu missfallen und er verdrehte die strahlenden Augen. „Mädchen? Ich bitte dich, das ist ja wohl eine völlig falsche Bezeichnung. Manchmal glaube ich, dass du keine Augen im Kopf hast."

Der Mann reagierte mit einiger Belustigung darauf, ließ sein Pferd los und näherte sich mit langsamen Schritten. „Und was ist es deiner Meinung nach dann, mein Lieber? Doch nicht etwa ein Fohlen?"

Lemony brauchte nicht lange für eine Antwort: „Das ist längst eine rassige Stute, die selbst schon ein Füllen hat." Damit deutete er auf Serena.

Feelicitas missfiel diese Einschätzung deutlich. Mit einem Laut der Entrüstung musterte sie Lemony kritisch, sagte aber nichts weiter. Der Mann jedenfalls schien Verständnis zu haben. Er kam näher und warf einen kurzen Blick auf Serena: „Lemony, das wird sie dir nie verzeihen." Darauf hin schien er beschlossen zu haben, dass es keinen Grund mehr für aggressives Auftreten gab. Außerdem schien auch nicht recht zu wissen, was er wollte. Er zog sich die Kapuze vom Kopf und Feelicitas erblickte einen nicht mehr jungen aber hübschen Mann mit wuscheligen, halblangen, schwarzen Haaren. Stellenweise zogen sich bereits graue Strähnen durch die Haare, aber das war es nicht, was Feelicitas Blick gefangen nahm. Es war die schwarze Augenklappe, die über dem rechten Auge lag und von den Haaren fast verdeckt wurde.

Für einen Moment dachte sie schon er wäre nun freundlicher, doch der stumme Blick seines noch existierenden grauen Auges fixierte sie und sie erkannte darin seine noch immer bestehenden Vorbehalte. Vor ihr stand eindeutig Liam Evonshare, der Freund ihrer Eltern, da gab es keinen Zweifel. Andererseits bezweifelte sie jedoch, dass weder ihre Mutter noch ihr Vater ihn wiedererkannt hätten. Nicht wegen des Aussehens, sondern vielmehr wegen seiner Art. Feelicitas konnte ihren Blick einfach nicht von ihm abwenden. Was immer sie für Bilder aus seiner Kindheit gesehen hatte, diese Ausstrahlung fehlte ihm da noch gänzlich. Irgendwie schien er etwas zu verströmen, was Feelicitas kalte Schauer über den Rücken jagte und sie zur Vorsicht mahnte. Vielleicht lag es aber auch nur an dieser komischen Situation, denn sie hatte sich das Aufeinandertreffen eindeutig anders vorgestellt.

Doch nicht nur in ihrem Blick lag verwundertes Erkennen. „Du erinnerst mich an jemanden, doch ich weiß nicht an wen. Würdest du so nett sein und mich aufklären?", fragte er leise mit diesem verlangenden Ton. Was er gerade wirklich dachte, blieb Feelicitas verschlossen. Es bedrückte sie ein wenig, dass er offensichtlich nicht viel mit ihr anfangen konnte.

„Ich bin Feelicitas.", sagte sie deshalb nur und wartete seine Reaktion ab. Die ließ auch nicht lange auf sich warten. Liam Evonshare wich plötzlich einen Schritt zurück, stützte sich an einem Baum ab und schüttelte wild den Kopf, dass seine Haare nur so flogen.

„Nein. Nein, das kann nicht sein.", sagte er ungläubig und Feelicitas wurde es noch mulmiger zumute. Lemony beugte sich erneut über sie, sein Blick war aber eindeutig gefasster. „Liam, das ist mir aber auch schon aufgefallen. Sie sieht ein wenig aus wie-"

Liam schnitt seinem Freund zum zweiten Mal das Wort ab: „Nein!" sagte er harsch und plötzlich war nichts mehr von seinem Schock zu sehen. Er näherte sich den Beiden und fasste Feelicitas mit einer Hand unters Kinn. Lemonys Blick verdüsterte sich, aber er hielt es wohl nicht für nötig etwas zu erwidern oder gar zu unternehmen. Feelicitas merkte, dass er scheinbar sehr viel von Liams Meinung hielt und sich ihm eher unterordnete. Der Griff von Liam tat ihr weh und sie schaute ihn etwas unsicher an.

„Nein, du lügst. Du kannst nicht Feelicitas sein. Feelicitas ist genauso tot wie der Rest ihrer Familie. Also wer schickt dich, der nicht davor zurückschreckt ein Baby in die Sache hineinzuziehen?", flüsterte er drohend. Lemony fing an unruhig hin und herzulaufen, doch noch immer sagte er nichts.

Feelicitas machte diese Reaktion mehr Angst, als Liam selbst. Wenn dieses kräftige Pferdewesen nichts tat, obwohl es mit einem Schlag jemanden umbringen könnte, musste sie sich fragen, warum er davor zurück schreckte. OK, sie konnte Liam ja verstehen. Wenn in zwanzig Jahren plötzlich Letizia bei ihr auftauchen würde, dann würde sie das auch nicht einfach so glauben. Aber warum meinte er sie wäre eine Bedrohung?

„Ich kann dir garantieren, dass es meine eigene Tochter ist und ich wirklich Feelicitas Lefay bin. Soll ich dir meinen Ausweis zeigen? Oder soll ich meiner Großmutter Synaile sagen, sie soll dir ein Beglaubigungsschreiben schicken?", fragte sie leise, doch ihr Ton war eindeutig herausfordernd.

Was immer dieser Mann war, sie hatte in ihrem Leben schon schlimmeres gesehen. Auf einmal fiel ihr das Hochzeitsfoto ein und sie verstand plötzlich, warum diese Klee einen so unglücklichen Eindruck machte. Ihre Worte schienen ihn zu ernüchtern, denn er ließ sie wieder los und sie konnte sich die rote Stelle am Kinn reiben.

Ein Moment lang starrte er versonnen in den Wald und schien dabei nachzudenken. Feelicitas und Lemony beäugten ihn gleichermaßen besorgt. Schließlich wandte er sich wieder Feelicitas zu: „Selbst wenn du es sein solltest, kann ich dir trotzdem nicht glauben. Wo warst du in all den Jahren, wenn man dich nicht umgebracht hat? Ich weiß, dass du nie bei Synaile aufgetaucht bist. Und alles was du weißt, kannst du auch aus irgendwelchen Büchern haben. Vielleicht hast du auch Synaile umgebracht. Schließlich bist du durch den Schutzzauber, der auf dem Haus liegt gekommen. Also noch einmal, wer hat dich geschickt?" Er schaute sie düster an und Feelicitas ahnte langsam, was in seinem Kopf vorging. Er meinte wohl, sie käme von Voldemort. Er sah es ihr an, dass sie ihn verstanden hatte.

„Du verrätst dich, Mädchen. Ich sehe es an deinen Augen, dass du sehr wohl weißt, wovon ich spreche, oder?" Liam Evonshare erschien ihr immer bedrohlicher und seine nächsten Worte, zerstörten bei ihr die Illusion, dass alles ganz leicht zu erklären wäre.

„Der dunkle Lord achtet auch nicht mehr auf die Qualitäten seiner Angestellten. Außerdem, selbst mein Freund kann es riechen. Man merkt dir die dunkle Magie schon aus meterweiter Entfernung an.", stieß er hervor und blickte sie verachtend an. Feelicitas suchte nach Worten, doch sie war viel zu erschrocken, um sich eine einleuchtende Erklärung einfallen zu lassen. Es behagte ihr überhaupt nicht, dass Liam den Namen Voldemorts nicht aussprach, aber auch nicht zu der gebräuchlichen Umschreibung Du-weißt-schon-wer griff. Es gab ihr zu denken und das einzige was ihr dazu einfiel, verhieß überhaupt nichts Gutes. Vielleicht hätte ich nie herkommen dürfen. Nancy hatte mich doch gewarnt, das Baby zu Hause zu lassen.

Lemony näherte sich wieder, sah aber nicht gerade sehr überzeugt aus und versuchte den Menschen zu beschwichtigen: „Liam, ich rieche es nicht. Da gab es schon ganz andere Dinge." Warum er Liam diesen durchdringenden Blick zuwarf blieb ihr ein Rätsel. Wo war sie hier nur gelandet? Liam Evonshare fuhr mit einem Ruck zu Lemony herum und starrte ihn ungehalten an. Feelicitas merkte, dass er total angespannt war. Da sie keine direkte Gefahr für ihn war, erklärte sie es sich nur damit, dass er irgendetwas oder irgendwen fürchtete. Ihr fiel wieder ein, dass er wissen wollte wer sie geschickt hatte, gleichzeitig aber davon ausging, dass sie für Voldemort arbeitete. Also konnte er nicht den Verrückten selbst gemeint haben. Doch wovor hatte er sonst Angst?

Ihre Gedanken schwenkten wieder zu dem Gespräch, das sie mit Severus am Abend ihrer Hochzeit gehabt hatte. Er hatte ihr freimütig erklärt, dass ihr Vater Nathaniel gestorben war, weil er nur als Lockmittel für einen anderen hergehalten hatte und das darin noch einige ungenannte Todesser verwickelt gewesen waren. Unwillkürlich schauderte sie. Je mehr sie darüber nachdachte, desto mehr versuchte sie in Liams Miene eine Regung zu erkennen, die ihre Gedanken Lügen strafte.

„Lemony, die Frau ist nicht mehr Miriels und Nathaniels Tochter. Verstehst du? Sie ist nicht mehr das kleine Baby. Wir können sie nicht wieder gehen lassen, sie wird uns sonst verraten. Wer weiß, was sie mit Synaile gemacht hat.", sagte er ungerührt und Feelicitas wurde aschfahl: „Ich bin gekommen, weil ich etwas über meine Eltern herauszufinden hoffte und nicht, damit Voldemort euch auch noch umbringt. Ach ja, Synaile hat mir eure Adresse übrigens freiwillig gegeben. Sie wollte mir nämlich bei meiner Suche helfen."

Liams Augen verrieten ein kurzes Zögern, doch dann wurde sein Blick wieder hart und er wandte ihn rasch vnr ihren flehenden Augen ab. „Lemony, nimm das Kind.", sagte er eisig, doch Lemony dachte nicht daran zu folgen und starrte ihn nur argwöhnisch an. Feelicitas Blicke waren nicht weniger argwöhnisch, gleichzeitig sah sie sich gehetzt nach einem Fluchtweg um.

„Was hast du vor? Was soll das helfen?", fragte das Pferdewesen erhielt aber keine richtige Antwort.

„Das siehst du noch früh genug. Ich muss die Wahrheit herausfinden, also nimm das Kind und halt dich raus. Ich mach den Rest allein.", sagte er mit hartem Blick und machte dabei eine verscheuchende Geste mit seinem Zauberstab. Feelicitas wappnete sich innerlich, um Serena nicht aus den Händen zu verlieren. Doch Lemony tat nichts dergleichen. Seine einzige Reaktion bestand darin, seine Hände in die haarigen Hüften zu stemmen und Liams Blick mit aufkommender Verachtung zu erwidern. Er schien mittlerweile die Geduld verloren zu haben. Feelicitas konnte es verstehen.

„Liam, du spinnst.", bemerkte er trocken. Liam schaute sich verdutzt zu ihm um. „Bitte was sagtest du?", fragte er scharf und unheilvoll, doch Lemony erhob sich zur vollen Größe seiner eindrucksvollen Gestalt.

„Ich sagte, du spinnst. Deinen ewigen Verfolgungswahn und deine Sorge um die Familie in allen Ehren, doch glaub nicht, dass ich mir die Hände schmutzig mache, wenn du jemanden foltern willst. Was kann sie dir denn antun? Ihr Zauberstab befindet sich in den tiefen ihrer Tasche. Ja schau nicht so, ich rieche das Thestralfell bis hierher. Zudem hat sie ein Baby. Todesserinnen würden die doch wohl zu Hause lassen, wenn sie arbeiten gehen, nicht wahr?"

Liam sagte nichts darauf, doch Feelicitas bemerkte plötzlich einen Umschwung. Obwohl dieser Lemony erstaunlich jung aussah, wirkte er in diesen Moment älter als Liam. Sie begrüßte es zutiefst, dass er dem Menschen nicht hörig war und dankte es ihm mit einem stummen Stoßgebet. Außerdem beglückwünschte sie sich insgeheim, das Baby doch mitgenommen zu haben, denn gerade dieses Argument Lemonys schien bei Liam die Meinungsänderung bewirkt zu haben.

Doch leider schien Liam immer noch nicht gänzlich von seinem Argwohn befreit.

So fasste Lemony plötzlich nach einem Schnauben Feelicitas sanft am Arm und zog sie leicht mit sich. Im Gegensatz zu seinen vorherigen Berührungsversuchen war das eine Wohltat.

„Ich werde jetzt gehen und sie kommt mit.", sagte er sehr entschieden und mit entsprechend Nachdruck in der Stimme zu Liam. „Wenn du noch nicht vollkommen wahnsinnig geworden bist, solltest du deinen Zauberstab wieder einstecken und uns zum Haus folgen.", fügte er trocken hinzu, wandte sich ab und trappelte davon. Feelicitas ging gezwungenermaßen mit, blickte aber noch einmal kurz zurück.

Liam Evonshare stand ohne sich zu rühren zwischen den Bäumen und schaute ihnen hinterher. Lemony bemerkte ihren Blick und sagte: „Oh Mädchen, glaube jetzt nur nicht, dass er ein verrücktes Monster ist. Du brauchst keine Angst vor ihm zu haben, auch wenn es da manchmal diese Momente gibt, in denen er selbst nicht zu wissen scheint was er mit sich anfangen soll. Ich glaube er hat sich bloß ein wenig zu sehr erschreckt, als er dich erkannte. In solchen Fällen wird er dann schon mal komisch. Man muss ihm dann einfach seinen Irrsinn entgegenhalten und er wird in der Regel wieder vernünftig." Feelicitas hatte nur die Hälfte verstanden und war über die plötzliche Sorglosigkeit dieses Geschöpfes leicht pikiert. Trotzdem war sie froh, dass Liam ihnen nicht hinterher kam.

„Warum ist er so komisch?", fragte sie schüchtern. Lemony schaute sie einen Moment ernst an und lachte leise aber traurig auf. „Dafür gibt es einige Gründe. Das alles liegt aber schon lange zurück. Ich glaube seitdem dieser verrückte Schwarzmagier wieder aufgetaucht ist, kommt es ihm manchmal wieder hoch. Es wäre aber nicht richtig, wenn ich es dir erzählen würde." Er wurde stiller und nach einer Weile sagte er mit gedankenverlorenen Blick, der in die Ferne des Waldesgerichtet war: „Es ist nicht an mir, deine Fragen zu beantworten." Feelicitas nickte und schwieg und auch Lemony sagte nichts mehr. Doch es machte ihr nichts aus. Vielmehr begrüßte sie die Gelegenheit und dachte über einige Ungereimtheiten nach. Dabei erhärtete sich immer mehr ihr Verdacht, dass Liam Evonshare derjenige war, dessentwegen Nathaniel Deepwood sterben musste.

Plötzlich sah Lemony wieder auf und lächelte sie freundlich und etwas schüchtern an: „Tut mir leid, wenn ich dem Baby weh getan habe. Ich dachte du hättest etwas Gefährliches in den Armen. Ich hab nur selten ein Fohlen gesehen und es ist schon ein wenig gewöhnungsbedürftig wie du es trägst. Verzeihst du mir?"

Feelicitas empfand plötzlich heftige Sympathie für das Halbpferd: „Es ist schon vergessen.", beschwichtigte sie ihn und um seine offensichtliche Neugierde zu befriedigen, versuchte sie ein neues Gespräch in Gang zu bringen. „Sie heißt Serena.", sagte sie und Lemony schien das sehr zu belustigen: „Namen sind schon was schönes, findest du nicht?" Seine Begleiterin nickte, doch bevor sie etwas erwidern konnte stoppten sie und Feelicitas schaute sich etwas ungläubig um.

Sie standen noch immer im Wald und nichts war um sie herum zu erkennen. Außer ein paar vereinzelter Nebelfelder hie und da zwischen den Bäumen gab es nichts, was nicht in einen Wald gehören würde..

„Ähm...Lemony, ich-", doch Lemony deutete ihr mit einer Hand an still zu sein. Für einen Moment hörte man nichts außer dem leichten Rauschen des Windes und dem Gezwitscher eines verirrten Vögelchens. Lemony schien zu lauschen und sie bewunderte derweil seinen Anblick. Er sah aus, als sei er mit diesem Wald tief verwurzelt. Seine ganze Art sprach für ein friedliches Wesen, obwohl er äußerlich fast schon etwas Wildes und Furchterregendes an sich hatte.

Der Moment der Stille ging vorüber. Lemony wurde sich ihrer wieder bewusst und schaute zu ihr herab. Er lächelte kurz: „Achte nicht auf den Nebel. Die Dementoren brüten nur wieder. Seit Wochen geht das schon so. Du bist magisch Feelicitas, weißt du was ein Geheimniswahrer ist?", fragte er forschend. Natürlich wusste es Feelicitas. Bei seiner Frage überbekam Sie plötzlich eine Ahnung, wer wohl gerade vor ihr stand und sie nickte. „Du bist der Geheimniswahrer der Evonshares?", fragte sie und er schenkte ihr einen anerkennenden Blick.

„Ja, das hast du richtig erkannt. Ich muss dich bewundern. Ein gewöhnlicher Magier würde wohl kaum die Möglichkeit einräumen, das man einem magischen Wesen soviel Wert beimessen und Vertrauen schenken kann, um ihm diese Verantwortung zu übertragen. Liam und Klee meinten, dass gerade diese Einfalt ein besonders großer Schutz wäre und machten mich deshalb zu so was wie einen Wachhund.", erklärte er. Dabei legte sich ein jungenhaftes Grinsen auf sein Gesicht und er fing an herumzutrappeln und einen Baum zu umkreisen: „Also dann meine Liebe, möchte ich dich darauf aufmerksam machen, dass zwischen diesem Baum hier-" er deutete ihr mit seinen Armen die genaue Lage an und trabte dann einige Meter weiter: „-und dem prachtvollen Exemplar dort hinten, das Haus der Evonshares liegt."

Feelicitas blickte ihm verwirrt und zugleich fasziniert hinterher und wandte ihren Blick zwischen die besagten Bäume. Was sie nun dort sah, machte jedes weitere Wort überflüssig. Erst war es nur verschwommen, doch dann nahm es klare Konturen an und ein ziemlich großes Holzhaus mit zwei Stockwerken und vielen Erkern wurde erkennbar. Teilweise war es in die Bäume hineingebaut und es gab einen wunderschönen Balkon in der Höhe. Irgendjemand hatte hier sehr viel Zeit und Mühe investiert. Um das Haus herum zog sich ein dicht bepflanzter Garten, der aus allen Nähten zu platzen schien. Irgendwie erinnerte es sie von den runden Seiten und Naturbestandteilen her an das Haus ihrer Großmutter. Nur das hier alles in Braun und grün gehalten war und die bunte Farbenvielfalt fehlte.

Lemony ließ die staunende Feelicitas stehen und öffnete das Gartentor, obwohl er in seiner plötzlichen Lebhaftigkeit leicht hätte darüber springen können. Als sie ebenfalls eingetreten war schloss er es wieder hinter ihr und trabte zur Terrasse mit der Haustür.

„Sie werden sich sehr freuen, dich zu sehen.", rief er ihr zu und klopfte geräuschvoll an die stabile Holztür. Doch scheinbar war niemand da. Lemonys Blick verlor das Lächeln. Er hielt sich nicht weiter mit Höflichkeiten auf und öffnete einfach die Tür. Als sie das Haus betraten war niemand zu sehen. Feelicitas wurde es wieder etwas mulmig zumute und obwohl sie es sich nicht erklären konnte, hatte sie auf einmal Angst. Das hier war die letzte Anlaufstelle auf ihrem Weg. Wenn sie hier keine Antworten erhielt, dann wusste sie niemanden mehr, der ihr diese noch geben konnte. Aber egal wie es ausging, es wäre dann endlich vorbei und sie müsste nicht mehr der Vergangenheit hinterher jagen. Vielleicht war es am Ende auch besser so.

Lemony hängte sich im engen Flur über ein verschnörkeltes Treppengeländer, das in die oberen Stockwerke führte. Ein leises Rascheln war dort oben zu hören, verstummte aber sofort wieder. Lemony blickte nachdenklich nach oben und Feelicitas sah, wie sich seine Augenbrauen zusammenzogen. Doch auch vor dem Haus tat sich etwas und Feelicitas sah durch die immer noch offen stehende Haustüre, dass Liam Evonshare zu ihnen appariert war. Er näherte sich rasch und drängte sich an Feelicitas und Lemony vorbei ins Haus.

„Na, wieder zu Verstand gekommen?", fragte Lemony leicht spöttisch und ließ ihn vorbei. Liam sagte nichts, doch sein vernichtender Blick sprach Bände.

„Sie ist oben, oder?", fragte er knapp und Lemony nickte: „Es riecht jedenfalls danach. Charley scheint bei ihr zu sein."

Feelicitas erinnerte sich wieder an das Kind Charley und sie vermutete, dass mit Sie Liams Frau Klee gemeint war.

Liam schüttelte mit dem Kopf und fuhr Lemony zischend an: „Ja schäm dich bloß, sie so erschreckt zu haben. Wenn ich es könnte, dann würde ich dich selbst hochschicken." Darauf hin stieg er wachsam und vorsichtig die Treppe hinauf, wobei er gleichzeitig nach jemandem rief. Ein leises Knarren drang durch die Holzdecke nach unten. Liam schien auf irgendwen beruhigend und leise einzureden. Was genau gesagt wurde konnte Feelicitas leider nicht verstehen. Sie räusperte sich und Lemony löste sich aus dem Geländer und blickte sie an. Er schien erleichtert, aber Feelicitas verstand nicht weshalb.

„Wir sollten vielleicht ins Wohnzimmer gehen. Das dauert bestimmt noch etwas." Sie schaute ihn fragend an und so erläuterte er: „Als ich etwas im Wald gesehen habe, bin ich direkt hierher galoppiert und gab Liam und Charley Bescheid. Ich hab es in meiner Aufregung wohl etwas übertrieben, ich hatte ehrlich gesagt selbst riesige Angst und so war alles in Aufruhr. Liam wollte nicht, dass Charley und Klee mitkamen. Also haben sie sich oben versteckt. Was meinst du was alles passieren kann, wenn ein Eindringling in ihren Hinterhalt gerät. Bei der Panik, die ich verursacht habe, hätte leicht auch ein Unschuldiger etwas abbekommen können", sagte er und zeigte ihr den Weg ins Wohnzimmer. Feelicitas kam alles noch immer reichlich seltsam vor. Liam Evonshare schien schon etwas verrückt, aber wenn Klee nun auch nicht zurechnungsfähig war, dann stellten sich ihr tausend weitere Fragen.

Eine stellte sie jedoch sich sofort. Sie hatte bisher noch gar nicht so richtig darüber nachgedacht, aber das Kind von Klee war ja mittlerweile gar keins mehr. Charley musste mindestens Mitte Zwanzig sein. Gerade deswegen verstand sie Liams Vorbehalte überhaupt nicht. Drei Erwachsene Zauberer und ein machtvolles magisches Wesen standen Serena, einem Baby, und ihr, einer Halbmuggel gegenüber. Selbst wenn sie Lemony das Geheimnis des Hauses gewaltsam hätte abnehmen können, hätte dieser sie doch nur in den ersten Stock schicken müssen, um sie letztendlich dort platt machen zu lassen.

Leicht beklommen folgte sie dem Halbpferd und bewunderte seine geschickten Bewegungen. Trotz seiner Größe stieß Lemony nirgends mit seinem Körper, Schweif oder den Hufen an. Der als Wohnzimmer benannte Raum war rund und hatte einen wundervollen Holzkamin, der aussah als würde er bei Benutzung in Flammen aufgehen. Sie erklärte sich das mal mit Magie und kümmerte sich nicht weiter darum. Lemony steuerte auf eine Ansammlung großer Kissen zu und sammelte sie sich von den Sessel und dem Sofa, legte sie auf den Boden und ließ sich drauf nieder. Es sah gewöhnungsbedürftig aus, doch er schien sich öfters in diesem Wohnzimmer aufzuhalten. Auf ihre fragenden Blicke hin bedeutete er ihr sich ebenfalls zu setzen. Als sie sich endlich auch gesetzt hatte erklärte er: „Im Winter schlafe ich schon mal hier drin. Für mein kurzes Fell ist es dann draußen zu kalt. Aber wenn ich mich nicht schere, sehe ich wie ein wild gewordener Wischmopp aus. Na ja, Klee behauptet das jedenfalls immer. Charley lief als kleines Kind immer schreiend vor mir weg, das hat mich traurig gemacht."

Feelicitas befremdete die Vorstellung ein wenig, aber sie musste zustimmen. Mit längerem Körperhaar musste dieses Wesen noch Angst einflößender wirken und deshalb bedauerte sie ihn ein wenig. Das kurze gepflegte Fell stand ihm aber sehr gut. Allerdings musste sie sich bei der Miene, die er gerade machte, das Grinsen verkneifen. Lemony schien ein sehr eitles Geschöpf zu sein, das eindeutig einen Narren an ihr und Serena gefressen hatte. Aber auch sie selbst war von ihm fasziniert. So was wie ihn fand man wahrscheinlich kein zweites Mal.

Vom Flur her hörte man auf einmal Geräusche. Es schien so, als würden mehrere Personen die Treppe hinunter steigen und dabei heftig diskutieren. Im Wohnzimmer hörte man davon nur einzelne Fragmente:„...können es herausfinden...wird wohl keine Gefahr sein...Lemony hat sie doch hergebracht."

Ein junger Mann betrat als erstes den raum. Hinter ihm erschien auch Liam und an seiner Seite stand eindeutig Klee. Der junge Mann musste demnach Charley Evonshare sein. Er war schwarzhaarig wie sein Vater und doch sah man auch Klees Erbe in ihm. Beide hatten die gleichen blauen Augen und den Ausdruck von ungläubiger Erkenntnis im Gesicht. Charley stand einen Moment reglos da und starrte atemlos auf die rothaarige Besucherin. Doch dann löste er sich aus seinem Bann. Er schaute sich auffordernd zu seinen Eltern um, doch Liam machte keine Anstalten sich noch mal nähern zu wollen und Klee schien auch etwas unsicher.

Feelicitas konnte nicht verstehen, warum sie so zögerten. Lemony schien doch Vertrauen zu ihr zu haben, warum die anderen dann nicht auch? Sie wurde von vier Augenpaaren angeschaut und fühlte sich dabei wie auf dem Seziertisch. Es war ihr äußerst unangenehm. Eigentlich kannte sie ja niemanden der Anwesenden wirklich und wie tief die Verbindung zu ihren Eltern gewesen war, konnte sie auch nicht sagen. Doch sie musste auch gar nichts tun, denn Charley übernahm die Initiative und näherte sich ihr.

Ohne irgendwas zu sagen ging er vor ihr auf die Knie und erwiderte ihren erschrockenen Blick mit einem kurzen Verziehen seiner angespannten Miene. Dann zog er unvermittelt ihren Rock über ihr Knie nach oben. Dies tat er so plötzlich, dass Feelicitas gar nicht dazu kam, ihn davon abzuhalten. Bevor sie etwas einwenden konnte, hatte er sie bereits wieder losgelassen und stand auf. Nach einem entschuldigenden Blick in ihre Richtung wandte er sich an seine Eltern: „Sie ist es.", sagte er kurz und setzte damit eine wahre Kettenreaktion in Gang.

Klee schien sich plötzlich ihrer Sache genauso sicher zu sein wie ihr Sohn. Sie ließ Liam einfach stehen und stürzte auf Feelicitas zu.

Feelicitas fand sich in einer engen Umarmung wieder und die Frau mit den etwa kinnlangen welligen und blond-silbrig gesträhnten Haaren und dem dreiviertellangen schwarzen Kleid ließ sie auch so schnell nicht wieder aus den Armen. Irgendwann rückte sie aber doch wieder etwas ab und begutachtete Feelicitas und Serena von oben bis unten. Die Sprache schien es ihr aber immer noch verschlagen zu haben, denn sie, brach nur stumm in Tränen der Rührung aus.

Feelicitas wurde es mit der Zeit etwas zu viel. Verwirrt schaute sie auf ihre entblößten Knie, den immer noch unter Vorbehalten leidenden Liam an der Tür, den schweigenden Charley neben ihr und schließlich auch wieder zu Klee, die sich verstohlen ihre Tränen wegwischte. Feelicitas bemerkte aber auch, wie sich Charley und Liam über Klee hinweg vernichtende Blicke zuwarfen. Feelicitas dachte schon Klee wäre in ihrem Gefühlszustand für ihre Umwelt nicht sehr empfänglich, denn sie schien total mit ihrer Freude beschäftigt und dabei ganz zu übersehen, dass zwischen Liam und Charley die Funken sprühten. Doch da hatte sich Feelicitas gründlich geirrt.

„Liam, willst du nicht herkommen.", fragte Klee sanft, aber ohne ihn dabei anzusehen. Liam machte jedoch keine Anstalten sich zu ihnen zu gesellen. Da wandte sich Klee langsam zu ihm um und ihre Miene war mehr als nur Unheil verkündend: „Dein eigener Sohn hat Feelicitas Identität zweifelsfrei festgestellt und du glaubst doch nicht ernsthaft, dass Miriels kleine Feelicitas eine Todesserin geworden ist, oder?"

Liam stand noch immer stocksteif an der Tür, die Arme vor der Brust verschränkt und einem harten Zug um die Augen. Lemony wollte anscheinend schon wieder etwas erwidern, doch diesmal war es Charley, der nicht mehr an sich halten konnte und vor Wut rausplatzte: „Liam, tu was Mum sagt und spiel nicht den Verrückten."

Das er seinen Vater mit Namen ansprach schien nichts Besonderes zu sein, aber es brachte Liam Evonshare endlich dazu, sich vom Türrahmen zu lösen und näher zu kommen. Dabei behielt er jedoch weiter diesen misstrauischen Ausdruck in seinen Zügen. „Warum bist du dir so sicher Charley? Der dunkle Lord ist nicht auf den Kopf gefallen. So eine Aktion sähe ihm mehr als ähnlich. Und es scheint ja auch zu klappen. Kaum setzt man dir deine alte Spielgefährtin gegenüber, da verlierst du deinen klaren Verstand. Die Welt draußen ist dun-" er verstummte, denn Klee stand plötzlich auf. Sie schien die merkwürdige Gabe zu besitzen, aus dem Ton die folgende Handlung erspüren zu können. Nochbevor die Beiden Anstalten machen konnten aufeinander los zu gehen, fuhr Klee energisch dazwischen. „Ich bin es nicht, dem der Verstand abhanden gekommen ist. Und ich bin mir über die Dunkelheit dort draußen sehr wohl bewusst." erwiderte Charley sichtlich um Ruhe bemüht seinem Vater, als er den entschiedenen Blick seiner Mutter sah und wandte sich ab.

Klee hielt Liam fest und zwang ihn sie anzuschauen: „ Wir sind drei Zauberer und Lemony ist auch noch da, Liam. Selbst wenn ER uns persönlich aufgesucht hätte, hätte ich ihn ohne Sorge ins Haus gelassen." sagte sie knapp. Feelicitas meinte erst es ginge um Voldemort, aber scheinbar meinte Klee damit jemand anderen. „Noch bevor er gewusst hätte was vor sich geht hätten wir ihn ohne Frage fertig gemacht. Aber er ist tot Liam und egal was sonst noch passieren könnte, du bist nicht allein für alles verantwortlich. Wir alle können selbst auf uns achten. Also entspann dich endlich und lass es sein. Ich kann es dir nicht oft genug sagen, das tut deinem Herz nicht gut. Außerdem hätte Nathaniel nicht gewollt, dass du so mit seinem einzigen Kind umgehst. Egal was du über sie glauben magst.", schloss sie traurig und Feelicitas sah, dass Liam unter ihrem tiefen Blick etwas zusammensackte. Nach kurzem Zögern schloss er Klee fest in die Arme. Sie klammerte sich an ihn und ihr Gespräch wurde zu einem Flüstern.

Feelicitas wandte ihren Blick ab und Charley zu. Er setzte sich neben sie und lächelte sie aufmunternd an.

„Dumme Sache was? Nach allem sich noch vorstellen zu müssen erübrigt sich sicher, oder?", fragte er leicht belustigt. Als sie verhalten nickte, schien er aber doch deutlich erleichterter. „Was sollte das mit meinen Beinen?", fragte Feelicitas und zum ersten Mal seitdem sie das Haus betreten hatte erinnerte sie sich an Serena und legte sie neben sich. Ein süßlicher Geruch entstieg dem Bündel. Serena braucht wohl eine neue Windel, doch noch schien niemand außer Lemony das mitbekommen zu haben. Als Feelicitas den wissenden Blick des Halbpferdes sah, musste sie lächeln. „Das hier erscheint mir wie das reinste Irrenhaus."

Charley folgte ihrem Blick und blieb schließlich auch an seinen immer noch fest umschlungenen Eltern hängen, die leise aufeinander einredeten. Feelicitas ließ ihnen ihre Ruhe und hoffte, dass sich die Situation nun endgültig entspannt hatte. Charley zupfte versonnen an Serenas kleinen Fingerchen. Dieser schien das Spiel zu gefallen und sie strampelte gutgelaunt herum.

„Ganz so schlimm ist es nicht. Na ja, meistens jedenfalls.", sagte er betont gleichgültig, doch Feelicitas glaubte ihm das nicht so ganz. Irgendwas sagte ihr, dass er voller Verdruss steckte. Er blickte sie wieder an: „Du hast mich gefragt, warum ich dir das Kleid hochgezogen habe?"

Feelicitas nickte und schaute wieder auf ihre Knie. Charley stupste mit einem Finger gegen einen kleinen Flecken am linken Knie.

„Was ist damit? Das ist doch nur ein Fleck. Der war schon immer da.", bemerkte sie verwirrt, denn er schüttelte belustigt den Kopf, wobei seine wuscheligen Haare flogen und Strähnen in sein Gesicht fielen. „Falsch, den hast du erst seitdem du zwei Jahre alt bist. Ihr wart bei uns zu Besuch und ich habe mit dir Fangen gespielt und dich durch den Garten gejagt. Dabei bist du hingefallen und hast dir das Knie an einem scharfen Stein aufgerissen. Davon hast du den Fleck. Aber denk bloß nicht, du wärst das Opfer gewesen. Obwohl es wie Sau geblutet hat, hast du nicht geweint. Nein, du bist einfach aufgestanden und hast mir wütend gegen das Schienbein getreten, so dass ich selbst noch Wochen später einen blauen Fleck hatte.", verkündete er mit gespielt Entrüstung. Feelicitas konnte es jedoch beim besten Willen nicht recht glauben: „Ich erinnere mich an nichts. Wie alt warst du da?"

„Ich bin neun Jahre älter als du.", gestand er etwas kleinlaut. Doch so ganz überzeugt war sie nicht, dass er 28 Jahre alt sein sollte.

Sie machte sich keine weiteren Gedanken darüber, denn plötzlich kam Bewegung in den Raum. Klee und Liam waren wieder auseinandergerückt. Auch Lemony stand auf einen kurzen Blick seines Freundes Liam hin auf und sah sich ein wenig Rat suchend um.

„Feelicitas, ich glaube Liam hat dir etwas zu sagen.", äußerte Klee ohne ihren Mann aus den Augen zu lassen. Als dieser einen etwas abwehrenden Ausdruck an den Tag lebte, verschärfte sich der Blick der blonden Frau. „Oh doch Liam, du hast ihr viel zu sagen.", beharrte sie drängender. Dann wandte sie sich mit zuckersüßer Stimme an ihren Sohn und das Halbpferd: „Und wir meine Lieben werden nun etwas zum Essen zubereiten. Ihr werdet mir doch sicher helfen, nicht?"

Obwohl weder Lemony noch Charley sehr begeistert darüber waren hinauskomplimentiert zu werden, nickten sie eifrig und wandten sich mit Klee zum gehen. Man hörte sie noch lange bis in den Flur reden. „Charley geh in den Garten und hol Möhren und Kartoffeln und du Lemony darfst beim Schälen helfen.", verkündete die Herrin des Hauses befehlsgewohnt. „Heute gibt es übrigens Steak."

Lemonys Schweif wedelte Freudig auf, bevor sie endgültig aus dem Raum waren. „Meines so blutig wie immer?", fragte er neugierig und Feelicitas hörte gerade noch, dass Klee ihm das versicherte. Ihr zog ein kalter Schauder über den Rücken. Eines hatte Lemony mit einem Pferd sicherlich nicht gemein, er war kein Pflanzenfresser. Doch auch die plötzliche Stille und die nahe Anwesenheit des zurückgebliebenen Liam Evonshare, ließ sie sich verkrampfen. Ein wenig furchtsam schaute sie zu seiner Gestalt an der Tür.

Fortsetzung folgt...

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