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Pssst! Weitersagen. „Um zu Leben bedarf es mehr" hat ein neues Kapitel 7.
Ja heute geht es weiter mit Tdau. Gezwungene Charakterdarstellungen, unglaubwürdige Handlung und fröhliches rutschen über die Tastatur :-) Was will man mehr?
21. Klare Worte
Es fiel Feelicitas sehr schwer, sich wieder nach Spinners end zu begeben, doch natürlich hatten Klee und Liam auch recht gehabt. Sie brachte sie in Gefahr, wenn sie noch länger geblieben war. Und bei ihrer Großmutter wollte sie auch nicht so schnell wieder auftauchen. Das plötzliche Auftauchen einiger Familienmitglieder und guter Freunde, war einfach zu viel. Außerdem hatte ihr Dr. Beauchamp auch geraten sich noch mal damit zu konfrontieren und Feelicitas hatte nichts anderes vor. Tief in ihren Inneren wusste sie, das sie wenigstens noch einmal in ihren Leben Lord Voldemort persönlich begegnen musste.
Und dazu musste sie zu Severus zurück. Das schäbige Haus in Spinners end stand noch genauso da, wie sie es das letzte Mal gesehen hatte. In der Nacht von Serenas Geburt, kurz bevor sie niedergekommen war. Die Fensterläden waren geschlossen und kein Licht drang hervor.
Natürlich wusste Feelicitas, das Severus sich nicht hier aufhielt. Der September hatte schon längst Einzug gehalten und die Schulferien waren vorbei. Er war wahrscheinlich in Hogwarts. Aber sollte Wurmschwanz auch nicht mehr da sein?
Für möglich hielt sie es schon, da sie offenbar keiner so richtig vermisst hatte, musste man davon ausgehen, das es auch keinen gab, der auf ihre Rückkehr warten musste.
Es war ihr egal, trotzdem rückte sie Serena in ihren Tragetuch zurecht und suchte dann ihren Schlüssel und Zauberstab hervor. Das sie den jemals in ihren Leben wieder benutzen würde, hätte sie nie gedacht. Den Schlüssel, nicht den Zauberstab.
Schweren Herzens schloss sie auf und trat ein. Doch noch bevor sie Licht im Flur machen konnte, hörte sie etwas von draußen und wandte sich ruckartig um. Die Nacht war dunkel und neblig, scheinbar hatte auch die letzten Laterne im weitesten Umkreis den Geist aufgegeben, trotzdem erkannte sie bald eine hagere, dunkle Gestalt deren Züge durch einen Umhang verdeckt wurden und die sich eilig näherte. Feelicitas erkannte an der Gangart, das es Severus sein musste. Doch noch bevor sie das entgültig sagen konnte, stürmte die Gestalt durch die Türe und drängte sie zurück, weiter in den Flur hinein.
Feelicitas ließ es geschehen und lehnte sich gegen den Treppenabsatz nach oben. Severus schloss die Türe mit einen heftigen Schlag, und näherte sich ihr unheilverkündend und zog die Kapuze zurück in den Nacken.
Er schaute verständlicherweise nicht gerade sehr freundlich rein, doch noch beunruhigender als seine Miene, war die Tatsache, das er wohl geradewegs von einer Todesserversammlung kam, denn diese Art von Umhängen waren ihr bekannt.
Feelicitas pflückte ihre Tochter aus dem Haltetuch, das sie von Klee bekommen hatte. Serena war durch den plötzlichen Stimmungsumschwung in ihrer Umgebung unruhig geworden. Dann blickte Feelicitas ihren Gemahl entgegen: „Hallo Severus."
Er näherte sich noch zwei Schritte und sie drückte sich näher gegen die Wand, damit Serena zwischen ihnen überhaupt noch atmen konnte. Das Kind beschwerte sich gegen den drängenden Platzmangel mit einen leisen Quietschen.
„Severus, ich verstehe ja das du Sehnsucht hast, aber unsere Tochter findet das sehr erdrückend." Äußerte Feelicitas etwas ungehalten, doch die Reaktion überzeugte sie davon, das es eindeutig die falschen Worte waren. Trotzdem, sofort wich Severus einige Zentimeter zurück, sein Blick verdüsterte sich aber, als sie sich mit Serena an ihn vorbeidrängen wollte. Er sagte immer noch nichts, sondern belastete sie nur mit unergründlichen Schweigen und zog sie am Arm zurück. Sie stöhnte enttäuscht auf, das hier würde eindeutig ungemütlicher werden, als sie jemals gedacht hatte.
Bevor er doch irgendwas sagen konnte lehnte sie sich brav wieder zurück und fragte leise: „Was verschafft mir die Ehre deines Besuches, Severus? Hat Voldemort heute mal früher Feierabend gemacht?"
Im Nachhinein hätte man behaupten können, das nur die Anwesendheit von Serena in ihren Armen sie vor schlimmeren Folgen bewahrt hatte. Es sah wirklich so aus, als wäre er kurz davor sie zu verfluchen oder zu schlagen, doch nach einen kurzen Blick auf seine Tochter, wurde sein Blick plötzlich wieder entspannter.
Doch das bewahrte Feelicitas nicht davor, das er einiges zu klären hatte.
„Ich habe mir gedacht, das du irgendwann wieder auftauchen würdest und einen Benachrichtigungszauber über die Türe gelegt." Sagte er immer noch mit einiger Verstimmung, doch irgendwie schien Serenas putzmunterer Anblick ihn den Wind aus den Segeln genommen zu haben.
„Der dunkle Lord, enthob mich der weiteren Anwesendheit bei der Versammlung um dich direkt zur Rechenschaft zu ziehen."
Feelicitas schluckte hart, so genau hatte sie sich die Szene bei Voldemort nicht ausgemalt, aber sie verteufelte ihr schlechtes Timing. Wäre sie später gekommen, hätte Voldemort nicht gleich Bescheid gewusst.
„Und? Ich schätze mal, dazu hat er dir auch Anweisungen gegeben, wie dieses zur Rechenschaft ziehen aussehen sollte." Sagte sie zögernd. Severus schien ihr verschwinden wirklich persönlich genommen zu haben. Wer wusste schon zu was er fähig war.
Doch als Feelicitas es ansprach, wandte er sich plötzlich ab und wanderte im Flur auf und ab, sagte aber nichts.
Nach ein Paar Minuten hatte er sich wieder eingekriegt und schaute auf. Feelicitas stand immer noch gegen die Treppe gedrängt und betrachtete ihn ein wenig ängstlich.
„Serena gehört ins Bett." entschied er schließlich trocken und ging an Feelicitas vorbei nach oben. Sie blieb verwundert stehen, plötzlich alleingelassen, doch da rief er schon nach ihr, wo sie denn Bleibe. Feelicitas eilte hinterher.
Im oberen Stockwerk steuerte er das Zimmer an, das sie bisher nur im verhängten Zustand kannte. Doch als er die Türe öffnete und Feelicitas sich der Anblick des Inneren bot, blieb sie erstmals verblüfft stehen. Das hier eine Wiege stand und es wohl einmal sein Zimmer gewesen hatte sie ja schon erahnt, doch das Zimmer war kaum wiederzuerkennen.
Die alten Möbel und das große Bett waren verschwunden und Stattdessen standen eine Kommode und ein kleiner Schrank im Zimmer. Mittelpunkt war eine Wiege aus dunkelbraunen Holz mit weißen Spitzenhimmel. Und ein wunderschön flauschiger rosa Teppich lag auf dem Boden. Feelicitas verschlug es die Sprache, und Severus immer noch so ernste Miene, besserte es auch nicht.
So richtig Gedanken hatte sie sich noch nicht zu dem Raum gemacht. Natürlich wusste sie, das Serena dort einmal schlafen sollte, hatte aber eigentlich geplant gehabt das Baby bei sich einzuquartieren und nicht in dieser Rumpelkammer.
Verhalten trat sie ein und näherte sich der Wiege. Alles im Zimmer war zwar gebraucht, aber sehr sauber und ordentlich. Außer dieser Betthimmel, der war einfach wunderbar und sie hätte alles verwettet, das er neu war und nicht noch aus Severus Kindheit.
Mit der freien Hand hob sie den Spitzenstoff an und bemerkte, das er ein Muster aus Schmetterlingen hatte. Irgendwie schien es Leben zu besitzen und ab und an flatterten ein Paar Flügel und es kitzelte unter ihren Fingern.
Ihr Blick schwankte zu Severus, sie wollte ihm danken, denn das war ja allein sein Werk, doch der erwiderte den Blick nicht und wandte sich ab.
„Leg sie schlafen, ich erwarte dich dann unten im Wohnzimmer." Sagte er knapp und verschwand.
Wieder blieb Feelicitas alleine zurück, verwirrt und verlegen.
Wie hatte er wissen können, das sie überhaupt noch mal zurückkam? Wie viel Zeit und Mühe musste er in das Herrichten dieses Zimmers investiert haben? Es war zwar noch ein wenig leer, so ganz ohne Spielzeug und Anziehsachen, doch neben dem Wickeltisch standen sogar passende Windeln bereit.
Feelicitas war es zum weinen zumute. Das hier war der denkbar schlechteste Moment um ihn mit seinen offensichtlich wohlwollenden Gefühlen für Serena zu konfrontieren. Und dabei hätte sie es so gerne. Doch ein dunkler Schleier lag in der Luft und Feelicitas fühlte sich beschämt, denn sie hatte ihn hervorgerufen indem sie weggelaufen war.
Urplötzlich sah sie vor sich, wie er sie damals in Hogwarts besucht hatte. Jeden Tag war er wenigstens kurz gekommen, hatte Serena in den Arm genommen ihnen alles gebracht, was sie brauchten und war bald wieder verschwunden.
Doch sie hatte es damals als mangelndes Interesse und Pflichterfüllung fehlgedeutet.
Scheinbar hatte er damals das Zimmer eingerichtet. Unwillkürlich musste sie sich vorstellen, wie es gewesen wäre, wenn sie nicht die Flucht gewählt hätte.
Sie wären gemeinsam nach Spinners end zurückgekehrt und Serena hätte in diesen Bett geschlafen. Schuldvoll musste sich die junge Mutter eingestehen, das ihre Tochter noch nie ein eigenes Bett gesehen hatte. Immer schlief sie in Wäschekörben oder zwischen zusammengerollten Kissen und Decken großer Betten.
Das schien ihr nie was ausgemacht zu haben, doch der Unterschied der zwei Varianten, wie die letzten Monate hätten verlaufen können, war zu frappierend um ihn einfach zu übergehen.
Serena gab einen leisen fragenden Laut von sich und Feelicitas ließ sie auf der Wickelablage hinab und wischte sich eine Träne aus den Augen. Sie wollte nicht, das Severus sie suchen ging und sie weinend vorfand, das würde den Abend zu seinen Gunsten verlaufen lassen. Also beeilte sie sich aus ihren Beutel die kleinen Babysachen zu suchen und den Schrumpfzauber aufzulösen. Der Erfolg war ein Berg durcheinander geschmissener Strampelhöschen und Hemdchen auf dem Boden. Feelicitas zog das gesuchte darunter hervor und zog Serena kurz um. Die von Severus besorgten Windeln waren etwas klein, schließlich war Serena ziemlich gewachsen, doch man musste mal anmerken, das es die ersten Windeln gewesen wären, die dem Frühgeborenen nach der Geburt gepasst hätten. Feelicitas wurde es immer unwohler zumute. Dieses Haus und der Mann waren wirklich mehr als nur ein gemachtes Nest zum überwintern in diesen dunklen Zeiten und sie war so dumm und hatte ihr Glück in der Ferne gesucht.
Als sie Serena in die Wiege legen wollte, merkte sie, das ein Stofftier drin lag. Verwundert nahm sie es auf und erkannte es als einen verspielten und grau gewordenen Teddybären, der kurz davor stand, aus den Nähten zu fallen.
Das es sich hier eindeutig um Severus ehemaliges Lieblingsspielzeug handelte, stand außer Frage. Es trieb Feelicitas wieder die Tränen hoch. Sie fühlte sich überhaupt nicht imstande ihm jetzt gegenüberstehen zu müssen. Sie konnte ihm in dieser Situation nicht einmal ihre Rührung über seine Mühen mitteilen, er würde ihre Worte spöttisch und kalt wie er war, einfach in den Dreck ziehen.
Nach kurzen Zögern legte sie ihrer doch ziemlich schläfrig wirkenden Tochter den Bären wieder in die Wiege und deckte beide zu. Dann ignorierte sie geflissentlich die Unordnung im Zimmer und machte sich auf ihren schweren Weg nach unten.
Severus erwartete sie schon und stand mit auf den Rücken verschränkten Händen vor dem Fenster. Als Feelicitas eintrat und sich näherte, wandte er sich nicht um.
„Sie ist sofort eingeschlafen." Sagte sie schüchtern, wusste aber, das er sich um nichts auf der Welt anmerken lassen wollte, das es ihn interessierte. Es entmutigte sie. Schließlich sagte er aber doch etwas: „Dumbledore hat mir sofort mitgeteilt, das du gegangen warst. Und obwohl du ihn gebeten hast alles für sich zu behalten, gab er mir den Auftrag, dich davon abzuhalten in Schwierigkeiten zu geraten und euch zurückzuholen. Dabei hatte er natürlich sehr viel Glück, denn der dunkle Lord hatte ein ähnliches Bestreben, weswegen ihn meine vorübergehende Abwesendheit bei den Versammlungen nicht allzu sehr bedrückte. Er hat es überhaupt nicht gerne vernommen, das du verschwunden warst. Und als ich ihm glaubhaft weiß machen musste, das niemand auch nur eine Ahnung besaß, wo du hinwillst, hat er es nicht sofort geglaubt. Aber da hattest du schon wieder sehr viel Glück, das Lucius Malfoy gerade unabkömmlich ist und Askabans Wände von innen begutachten darf. Lucius hätte dem dunklen Lord bestimmt mitteilen können, das man dich in der Nähe von Briancon vermuten dürfte. Es war also auch ein Risiko für mich, dir dorthin sofort zu folgen."
Er hielt kurz inne und schwieg. Feelicitas schockierte seine Aussage zutiefst und sie ahnte, was nun kommen musste: „Da war ich schon weg, oder?" äußerte sie leise und erhielt ein Nicken.
„Dein Pflegevater wusste nichts von deinen Verbleib, oder?" fragte er zurück und Feelicitas verneinte.
„Dachte ich mir auch schon. Er schien aber auch keine Lust zu haben es herausfinden zu wollen. Seine Frau schien ihm gerade verlassen zu haben, scheinbar ging es auch um ein Kind. Aber das wird dich wohl kaum überraschen. Nach einigen Umwegen habe ich deine Spur wirklich verloren und bin dann unverrichteter Dinge heimgekehrt und durfte mir dann einiges vom dunklen Lord gefallen lassen. Hättest du nun die Güte mir zu sagen, was zum Teufel du gemacht hast ?" Ihr entging es nicht, das seine Geschichte sehr abgekürzt erschien, doch sie sah auch keinen Grund ihn anzulügen. Zumal sein Ton zum Ende hin immer ungehaltener wurde.
„Ich habe die Reste meiner Familie ausfindig gemacht. Es stellte sich heraus, das ich noch eine Großmutter besitze, Synaile Lefay, du wirst dich sicher noch an den Namen vom Standesamt erinnern. Zudem habe ich es geschafft einige alte Freunde meiner Eltern aufzusuchen."
Er schaute sich um: „Alte Freunde? Die einzigsten alten Freunde, die man erst einmal finden muss, sind wohl die Evonshares." Das er doch den Namen kannte, hatte sie schon vermutet. Sie war aber nicht sauer, das er ihr es vorenthalten hatte. Und seine Worte bestätigten, warum er es nicht tat. Er schaute sie mit vernichtenden Blick an: „Alle Welt hat dich gesucht, Feelicitas. Und da gehst du mit meiner Tochter so ein Risiko ein? Was geht in dir vor? Selbst dir müsste doch klar gewesen sein, das deine Suche gefährlich sein könnte. Denkst du denn immer nur an dich selbst?"
Das er es nicht verstehen konnte, war ihr klar, doch er sollte sie deswegen nicht als dumm hinstellen: „Mäßige deinen Ton Severus. Ich denke keinesfalls nur an mich. Ich bin nicht dein Haustier, und „deine" Tochter ist immer noch auch meine. Du hast mich nicht gefunden und das hatte auch Gründe. Und Liam Evonshare und die Seinen, hat man schon seit damals nicht aufspüren können, wo hätte ich sicherer sein sollen? Ich bin wieder da und nichts ist passiert. Erzähl Voldemort das ich reumütig zurückgekommen bin, weil der Windelvorrat aufgebraucht war. Aber lass uns in Ruhe.." Sie standen sich gegenüber und jeder wusste, das sie keine Einigung finden würden. Severus fing sich wieder. Feelicitas erschreckte es zwar etwas, das er sich einfach so zurückzog, doch im Moment war es ihr nur recht.
„Gut, ich entschuldige mich." Sagte er ohne jegliche Spur von Entschuldigung: „Du hast zweifellos die Verantwortung und Sorge für Serena alleine getragen. Aber wenn du schon von Haustier redest," sagte er ruhig:„ dann muss ich dir wohl nicht erläutern, das Belial auch ganz alleine war. Der dunkle Lord entschied, das Wurmschwanz nicht länger hier von Nöten war und schickte ihn zu anderen. Ich habe Belial also mit nach Hogwarts genommen, es schien ihm zu gefallen."
An den Kater hatte sie gar nicht mehr gedacht und wurde etwas rot. Doch warum sollte ihr das Leid tun? Himmel, sie hatte einen Abschiedsbrief hinterlassen. Zudem musste man auch damit rechnen, das noch jemand im Haus geblieben war. Es war zwar ihr Kater, doch er konnte ihn gerne behalten, wenn es ihn endlich von diesen Thema wegbrachte: „Dafür bin ich dir wirklich dankbar." Verkündete sie und weil sie es endlich loswerden musste fügte sie noch leise hinzu: „Bilde dir bloß nichts darauf ein, aber das Kinderzimmer ist mehr, als ich jemals von dir erwartet habe. Es ist dir wahrscheinlich immer egal gewesen, was es mir bedeutet, aber Serena kann es dir leider noch nicht sagen. Ich glaube sie freut sich genauso wie ich. Wenn ich das alles gewusst hätte, ich hätte es vielleicht mit dir abgesprochen, bevor ich gegangen wäre." Er nickte kurz, aber viel weicher wurde sein Blick nicht. Feelicitas fühlte sich beklommen. Was sollte sie denn noch machen, außer sich zu entschuldigen und zu bedanken.
„Wo sind die Evonshares?" fragte er, doch seine Frau schüttelte nur mit dem Kopf: „Selbst wenn ich es dir sagen wollte, ich kann nicht. Du wirst das Problem wohl kennen, man muss schon den Geheimnisverwahrer selber fragen." Sie unterstelle ihm keine böseren Absichten, als einfach nur Neugier. Doch was Liam ihr über die Vergangenheit ihres Mannes gesagt hatte, machte sie vorsichtig.
„Severus, ich weiß du dir wirklich Sorgen um uns Beide gemacht hast." Beteuerte sie noch mal: „Aber ich musste einfach ein paar Dinge erfahren. Ich lasse nämlich nicht zu, das eines Tages jemand meiner Tochter dasselbe antun will, wie mir. Es ist mir egal, wen ich damit verärgert habe. Manchmal muss man dann auch jemanden weh tun, und ich glaube wenigstens das wirst du verstehen können." Sagte sie bemüht ruhig und sah das Severus verstanden hatte. Sie nickte ihm zu und dann ging sie einfach.
In den folgenden Tagen war es still in Spinners end. Severus war noch am selben Abend verschwunden und kam nur kurz noch mal vorbei und überreichte ihr wortlos einen Korb mit dem Kater Belial. Dieser war mittlerweile von dem kleinen Häufchen zu einen frechen Halbwüchsigen geworden, der mit struppigen Fell und fiesen Fauchen auf Feelicitas Annäherungsversuche reagierte. Aber Severus schien sich sehr gut um ihn gekümmert zu haben. Er trug sogar ein kleines Halsband. Natürlich besuchte Severus direkt auch seine Tochter, doch diese zeigte sich etwas leidend in diesen Tagen, denn sie zahnte und bei der kleinsten Berührung fing sie an zu strampeln. Natürlich besonders bei der dunklen Gestalt des Fremden über der Wiege.
Feelicitas stellte mir grimmiger Genugtuung fest, das bei ihr selber Serena weitgehend ganz normal war. Severus fand es nicht sehr gut und sein Verdruss schien sich darauf auszuweiten, das er freiwillig kein Wort mit Feelicitas sprach. Überhaupt schien er ihr einiges gegenüber zu verschweigen und war feindseliger als jemals zuvor. Feelicitas ahnte, das ihr schwere Zeiten bevorstehen würden. Wenn Serena sich nicht bald wieder einkriegte und mit dem fremdeln aufhörte, würde Severus der Mutter wohl die Schuld dafür geben. Ein wenig Schuldbewusstsein hätte Feelicitas auch entwickeln könnten. Schließlich war es ihre Schuld, das Serena nichts mit Severus anfangen konnte. Außerdem fühlte sie sich ziemlich schlecht, weil sie Serena heimlich anstachelte. Selbst wenn Serena es ja nicht mitbekommen würde, Feelicitas hätte Severus wenigstens ein Recht einräumen sollen, das er seine Tochter kennen lernen konnte.
Doch Feelicitas Mutterinstinkt war sehr ausgeprägt und sie konnte die beiden nicht einmal alleine lassen. Wenn er im Kinderzimmer war, musste sie sehen, was er tat, sonst wäre sie verrückt geworden. Das entging ihm natürlich nicht. Er ließ sich aber auch nicht entmutigen und ignorierte ihre nahe Anwesendheit. Doch Serena war unzufrieden und verstand nicht, weswegen ihre Mutter neben ihr stand, sie aber nicht vor diesen Fremden bewahrte. Nicht das Serena schrie, aber ihr kleiner Körper verkrampfte sich und sie schaute sehr unsicher und ängstlich rein.
Nach zwei Stunden gab Severus dann aber auf und drückte Feelicitas das Baby wieder in den Arm. Feelicitas rechnete schon damit, das er sie wortlos verlassen würde, doch er ließ sich dazu herab sich zu verabschieden: „Ich muss jetzt gehen. Ich muss noch Hausarbeiten korrigieren." sagte er knapp. Feelicitas nickte wahrscheinlich zu erleichtert und der Anblick der plötzlich so fröhlichen Serena in ihren Armen, brachten ihn dazu und vor ihnen stehen zu bleiben: „Ich werde jetzt immer das Wochenende hier verbringen müssen. Der dunkle Lord hat mich noch mal eindringlich darauf hingewiesen, das man auf dich achten muss. Wenn ich wiederkomme, ist dann dieses Chaos weg, oder bleibt das jetzt immer so?"
Feelicitas musste sich nicht umsehen. Noch immer war sie nicht zum Aufräumen gekommen. Die Wäsche lag noch rum, die Spielsachen waren noch nicht weggeräumt und von ihrem Denkarium hatte sie noch gar nichts gesagt und hielt es geschrumpft unter Verschluss. Die Zeiten waren einfach nicht günstig.
Doch sie nickte ernst: „Severus, ich habe nicht aufgeräumt, das stimmt. Aber du kannst dir sicher sein, das ich es getan hätte, wenn ich Zeit gehabt hätte."
„Dann lass dir etwas einfallen damit du Zeit bekommst. Das wird ja nicht zuviel verlangt sein, oder?" Zischte er ungnädig zurück: „Mei...unsere Tochter soll nicht auch noch im Dreck aufwachsen."
Feelicitas vermutete noch mehr hinter seinen Worten, doch ihr fiel eine sehr gute und einfache Lösung ein. Es krampfte ihr das Herz zusammen, doch sie wusste das musste sein. Severus würde sonst einen Krieg gegen sie eröffnen: „Ich räume am Samstag auf, denn dann habe ich genug Zeit. Und weißt du warum? Du wirst am Samstag dich nämlich um Serena kümmern. Du wirst ihre Windeln wechseln, du wirst sie Abends ins Bett bringen und du wirst sie zum schlafen bekommen müssen. Und dir wird die Ehre vorbehalten sein, ihr beizubringen, wie man aus einer Flasche trinkt." Sie lächelte innerlich, denn das hatte sie Serena selber schon beigebracht. Manchmal war es einfach praktischer, dem Kind Tee zu geben. Doch ihm würde es bestimmt gut tun, diesen „Erfolg" auf sich zu beziehen. Severus schien dieser Ausblick nicht zu schocken. Feelicitas wusste selber nicht warum es sie störte. Aber da sie ihm diesen Gefallen niemals aus reiner Gefälligkeit tun würde, stellte sich auch gleich klar: „. Und es würde mich wundern, wenn du danach noch einmal zu sagen wagst, das dich die Unordnung stört."
Sie schaffte es trotz Serena im Arm ihren Gatten trotzig anzublicken. Severus sah sie lange still an, sie sah nicht was sein Blick ihr sagen wollte, doch scheinbar hatte er verstanden.
Nachher als er weg war, fiel Feelicitas urplötzlich wieder ihre Elfe ein. In den letzten Tagen war sie so beschäftigt gewesen, das sie diese wieder ganz vergessen hatte. Weirdy schien es ihr auch übel genommen zu haben. Sie erschien beim ersten Rufen und schien ihr neues Zuhause mehr als nur zu begrüßen. Aber kaum waren ein paar Stunden vergangen, wurde sie wieder so seltsam still. Feelicitas bezog es langsam wirklich auf sich selber und wurde immer verstimmter. Was immer diese Elfe in ihren kleinen Kopf für Vorbehalte hatte, Feelicitas entwickelte ihrerseits immer mehr Ablehnung für das kleine Geschöpf. Und sie schämte sich gleichzeitig dafür. Reichte es nicht, wenn sie in Severus Augen eine Zumutung war? Musste sie dieselben Blicke von ihrer Hauselfe ertragen?
Weirdy befolgte zwar bereitwillig ihre Befehle und es dauerte nicht lange, da hatte die Elfe Ordnung in das Chaos gebracht. Doch Feelicitas hatte außer ihrer persönlichen Zurückhaltung gegen die Elfe noch weitere Bedenken. Dieses Muggelhaus war kein guter Ort für eine Hauselfe. Weirdy war dazu verdammt immer im Haus zu bleiben und sich nie sehen zu lassen. Sie tat Feelicitas leid.
Doch Weirdy schien dieses Mitleid auch wieder nicht zu gefallen. Und an ihrem dritten Tag miteinander trat Weirdy mit einen alten Buch an ihre Seite: „Mistress Feelicitas, Weirdy muss ihnen etwas zeigen." Verkündete die Hauselfe ernst.
Feelicitas wunderte sich zwar etwas, doch natürlich schenkte sie der Elfe Gehör und legte ihr Strickzeug an die Seite. Mit dem magischen Stricken stand sie immer noch auf Kriegsfuß, das konnte also warten.
„Weirdy weiß das sie eine gute Herrin sind, Herrin." versicherte das kleine Geschöpf ernst und ihre Stirn runzelte sich. Feelicitas bezweifelte selber, das sie diese Aufgabe wirklich so gut machte und ihr Blick glitt zweifelnd über Weirdys abgerissene Anziehsachen. Die Elfe aber sprach mutiger geworden weiter: „Doch Weirdy weiß auch das die Herrin ... nicht weiß, was man mit einer Hauselfe anfängt." Das schlimmste schien gesagt zu sein und Weirdy Blick hellte sich auf: „Deshalb hat sie ihnen das Buch von ihrer alten Herrin Nathalie mitgebracht. Das wird Mistress Feelicitas helfen."
Feelicitas musste nicht lange schauen, das hier schien eindeutig das Buch zu sein, das Klee so verabscheute. Dennoch, sie wollte nicht unhöflich sein und nahm es an. Woher hatte diese Elfe das bloß?
„Weirdy, woher hast du das?"
Weirdy deutete einen Knicks an: „Das ist aus dem Haus von dem lila Mi-" Scheinbar beherrschte sich Weirdy gerade noch und packte mit beiden Händen vor den Mund und schaute ihre neue Herrin ängstlich an: „Weirdy tut es leid, sie hat vergessen-" beteuerte sie erstickt. Feelicitas war nicht in der Stimmung sich damit befassen zu wollen und ignorierte es.
„Du hast es also aus den Sachen meiner Mutter?" fragte sie unbekümmert. Sie schlug das Buch interessiert auf. Gehörte das wirklich Miriel? Doch wie Weirdy schon gesagt hatte, es gehörte wohl ursprünglich einer Nathalie Clover aus dem Slytherinjahrgang 1943/44. Die Elfe schien sich immer noch nicht von ihren Versehen erholt zu haben und stand immer noch unruhig und abwartend da. Feelicitas musste sie erst ansprechen, ehe sie sich entspannte: „Wer ist Nathalie Clover?"
„Das ist die Mutter von Master Nathaniel gewesen." Interessant. Feelicitas wurde aber immer noch nicht das Gefühl los, das die Elfe etwas von ihr erwartete.
„Weirdy was guckst du so? Hast du etwas?" fragte Feelicitas zögernd, die Elfe flüsterte aber nur: „Schauen sie auf Seite dreiundvierzig nach."
Das tat Feelicitas und erbleichte etwas, bei dem was sie sah: „Hat meine Großmutter Nathalie das auch mit dir gemacht?" fragte sie zweifelnd, doch Weirdys Blick strahlte wieder auf: „Ja, Mistress Feelicitas."
Was war das für eine Familie? Feelicitas wusste gar nicht, was sie der Hauselfe sagen sollte und atmete erst mal tief durch: „Nun, ich werde dich garantiert nicht an deinen Ohren durch die Wäschemangel ziehen. Erstens habe ich überhaupt keine und zweitens ist ein Kind im Haus. Deine Schreie würden die Nachbarn aufschrecken, also vergiss es." Es tat Feelicitas so weh, das in den alten Augen der Hauselfe Enttäuschung lag, obwohl ihre Herrin ihr die eigentlich nötige Standpauke über solche verachtenden Behandlungsweisen erspart hatte. Soviel wusste auch von Hauselfen. Es würde Weirdys Begriffe übersteigen.
Also, eine Strafe musste her. Feelicitas hielt nicht viel davon und überlegte nur kurz: „Ähm...als Strafe könntest du...den Küchenboden schrubben." Feelicitas beglückwünschte sich dazu, denn der Küchenboden hatte es nötig und das musste sowieso gemacht werden. Doch die Elfe schien nicht der Meinung zu sein und Feelicitas kam sich ganz hilflos vor. „Das ganze Haus?" erweiterte sie ungläubig und leicht abgestoßen. Doch Weirdy schüttelte nur verhalten mit dem Kopf. Feelicitas war es genug. Synaile hatte recht, diese Hauselfe war eine Zumutung: „Mit einer Zahnbürste?" fragte sie die Hauselfe scherzeshalber, doch der zweifelnde Ausdruck in Weirdys Augen wich Zufriedenheit und sie war still und verschwand in Richtung Badezimmer. Feelicitas wurde es übel und sie feuerte das Buch über die Haltung der Hauselfen in die nächste Ecke und stürzte der Elfe erschrocken hinterher. Doch Selbst als sie Weirdy an den Ohren von ihrer Arbeit wegschleifen wollte, das sture Vieh ließ sich nicht abbringen.
Noch zwei Tage später sah man die Hauselfe auf Knien durch das Haus kriechen und emsig schrubben. Ob sie jemals damit fertig werden würde, war ungewiss. Mittlerweile bluteten die kleinen Finger und Weirdy kämpfte gegen ihre eigenen Blutflecken. Feelicitas war verzweifelt und alle weiteren, teils nicht sehr zaghaften Versuche ihr dem Rest der Strafe zu erlassen, gingen nach hinten los. Immerhin Spinners end glänzte und Severus würde begeistert sein – aber nur wenn die massakrierte Hauselfe endlich aus dem Flur verschwinden würde. Weirdy aber hatte alle Ruhe der Welt bei ihrer Arbeit und Feelicitas lief nur noch auf Socken herum, so das der Boden auf keinen Fall mehr wegen ihr dreckig werden konnte. Man konnte der Hauselfe zutrauen, dann noch mal ganz von vorne anzufangen.
Zum Glück kam in dieser Zeit keine der Nachbarinnen zum Besuch, Feelicitas wusste die sich schon vom Hals zu halten und machte das einzig richtige. Sie rannte den Nachbarrinnen mit Serena das Haus ein. Es gab viel zu reden, viel Kuchen und viel Ablenkung. Aber wenn Feelicitas nach Stunden nach hause kam, brachte sie der Anblick der Hauselfe wieder in die Realität zurück.
Zum Glück erhielt sie bald Unterstützung. Als Severus am Wochenende wieder kam, musste Feelicitas sich sehr beherrschen ihm direkt mit ihren Problem anzufallen. Lange konnte sie aber auch nicht damit warten, denn Weirdy hatte sich gerade der Bodenpolitur seines Schlafzimmers verschrieben.
Severus schien nicht viel aufzufallen. Wieder war er sehr still und sprach mit Feelicitas nicht mehr als das nötige. Aber mit Serena um so mehr. Scheinbar hatte er an diesen frühen Morgen, einen guten Augenblick getroffen. Denn Serenas erster Zahn hatte ein Paar Stunden Pause, ehe er wieder drückte. Und so war das erste was sie machte, als sie ihren Vater erblickte, ein strahlendes Lächeln von sich zu geben. Daraufhin vergab ihr Severus alles vorgefallene und nahm sie ohne viel Aufhebens aus Feelicitas Armen. Er verschwand mit ihr ins Wohnzimmer. Feelicitas konnte es nicht lassen und eilte direkt hinterher. Er saß mit Serena auf dem Sofa und schaute Feelicitas etwas aufgestört an: „Hattest du nicht gesagt, das du etwas zu tun hast?" fragte er säuerlich und machte dabei ein Gesicht, als könnte er es sich nicht verkneifen, sie loswerden zu wollen.
„Es ist schon aufgeräumt." Erwiderte sie. Na gut, ich nerve. Aber ich lebe nun auch hier im Haus. Was verlangst du von mir?
„Wirklich? Und was macht das Buch dort in der Ecke? Es sieht nicht so aus, als ob es von mir ist. " Er zog eine Augenbraue hoch. Feelicitas blickte auf das Elfenbuch, sie hatte es total vergessen – oder eher verdrängt.
„Ja, das ist so..." Feelicitas stockte, denn sie merkte neben sich eine Bewegung.
„Mistress Feelicitas, Weirdy ist fertig. Soll sie jetzt kochen?" fragte die erschöpfte Elfe. Feelicitas hätte Weirdy für ihren unpassenden Auftritt gerne etwas unfreundliches an den kleinen Kopf geschmissen, doch noch mal drei höllische Tage mit einer verrückten Elfe, wollte sie nie wieder erleben.
„Habe ich etwas nicht mitbekommen?" ließ sich Severus fragende Stimme vernehmen und Feelicitas schaute ihn ein wenig verlegen an: „Ich habe vielleicht nicht erwähnt, das mir auf meinen Entdeckungsreisen auch die Hauselfe meiner Familie begegnet ist?"
Er verzog keine Miene: „Nein, das hast du durchaus nicht erwähnt. Nun, du wirst es mir wohl erklären wollen?"
Feelicitas nickte, doch zuerst musste sie die kleine Zeugin loswerden: „Weirdy ich habe heute morgen eingekauft und alles liegt im Kühlschrank. Wir möchten aber erst heute Abend essen. Also kannst du inzwischen... ähm-" Feelicitas Blick strich durch den Raum, sie hätte beinahe Fensterputzen gesagt, doch das hätten die Nachbarn gemerkt. Es war Severus Stimme, die sie aus der Verwirrung brachte.
„Weirdy geh auf den Dachboden und hol den alten Laufstall herunter und bring ihn her." sagte er im normalsten Plauderton. Weirdy schaute kurz zu ihrer Herrin auf. Feelicitas nickte erleichtert und schon war die Elfe weg.
Severus Blick hing immer noch auf ihr. Feelicitas ging in die Ecke und holte das Elfenhandbuch: „Bitte sag mir, das du dich mit masochistischen Hauselfenweibchen auskennst..." Dann erzählte sie ihm ihr Maleur mit dem kleinen Scheusal und gab ihm auch das Buch.
„Meine Mutter besaß auch so ein Buch. Da wir aber keine Hauelfen hatten, hat sie es auch nicht behalten." Er schien überhaupt keine Lust zu haben, ihr helfen zu wollen, doch er tat es trotzdem: „Feelicitas, es ist nicht so schwer, wie es scheint. Wenn dich etwas an ihr stört, dann bestrafe sie. Die meisten Hauselfen fühlen sich nur gut, wenn man sie richtig herabwürdigt. Zeige ihr niemals, das du auch nur einen Gedanken an sie verschwendest. Gib knappe Anweisungen und sie wird nichts hinterfragen. Und wenn du doch mal nicht sicher bist und sie das gemerkt hat, dann musst du dadurch. Es gibt zwei Möglichkeiten. Entweder du schickst sie aus deinen Augen und hol sie erst wieder wenn du meinst das du sie brauchst. Aber dabei beachte, das sie das Haus nicht verlässt. Du erinnerst dich sicher noch an Kreacher, oder?"
Feelicitas nickte sprachlos. Severus schien wirklich Ahnung zu haben und seine Ratschläge erschienen nicht schlimmer, als die von Klee. In ihr baute sich neue Sicherheit auf. Wie macht er das bloß? Es klingt so einfach.
„ Die andere Möglichkeit wäre?" fragte sie mit verhaltener Neugierde und wurde mit einen spöttischen Ausdruck belohnt: „Wie gesagt, du musst ihr nicht wehtun damit sie dich als Herrin anerkennt. Aber falls es dich überkommt, kannst du es tun, denn du darfst Bestimmen." Sie wollte etwas einwenden, doch er würgte sie mit einer Handbewegung ab: „Ich weiß, dir liegt dieser grobe Weg genauso wenig wie mir. Aber wenn es noch mal dazu kommt, das du dich mit ihr auseinandersetzen willst, darfst du dich nicht erschrecken, wenn sie anfängt zu wimmern nur weil du ihr die Ohren lang ziehst. Du musst dir vorher klar sein, wie weit du gehen willst und wo es enden muss." Erläuterte er und ließ dabei eine Tochter nicht aus den Blick zupfte gedankenverloren an Serenas kleinen Fingern.
„Ja, aber was mache ich denn, wenn mir das ganz egal ist, wenn sie irgendeine Regel von vor Fünfzig Jahren überschreitet? Ich sehe keinen Grund dafür sie in Grund und Boden zu machen, nur weil sie sich verplappert und außerdem darf man in ihren Alter doch sagen was man denkt."
Severus lächelte doch tatsächlich. Zwar mit einen spöttischen Zug, aber zum ersten mal seitdem sie sich wieder getroffen hatten, schien er belustigt: „ Eben wegen dem Alter musst du Rücksicht auf ihre alten Sitten nehmen. Der einzigste Weg den es gibt, das ihr so was nichts mehr ausmachen würde, ist sie freizulassen. Aber das würde sie nicht überstehen. Eine tote Hauselfe würde dich nur unglücklich machen, aber von Weirdy kannst du noch viel lernen. Es lehrt dich was nicht alles geschehen kann, wenn du zuviel sagst. Entweder du bist dir über die Konsequenzen im Klaren, oder du hältst den Mund. Mancher Hauself ich gerissener als man denkt. Du musst sie kennen lernen. Beobachte sie und schau nach Dingen, die sie hasst, aber für dich nützlich sind."
Feelicitas begann wieder zu verzweifeln: „Aber sie scheint alles zu hassen, wenn es nichts mit einer drakonischen Strafe zu tun hat."
Die Elfe kam wieder und schleppte schwere Holzstreben. Feelicitas schaute mit einigen Unbehagen auf ihre klapperige Gestalt. Als Weirdy wieder verschwand, sprach Severus sie an: „Dann nimm etwas, das du hassen würdest. Und stell keine Fragen, sondern gib Befehle."
Er legte Serena auf die Couch und sicherte sie mit den Kissen, damit sie nicht runterfiel. Dann widmete er sich den Holzstäben. Feelicitas überlegte und dabei fiel ihr Blick auf das abenteuerliche Maschenbild ihres Strickmusters.
„Weirdy!" rief sie und diese erschien in nächster Nähe: „Ja, Herrin?" Feelicitas musste grinsen.
„Sag mal, kannst du stricken?"
Im nachhinein bewunderte Feelicitas Severus für seine Kenntnis der Hauselfenseele. Wahrscheinlich musste man selber grausam und selbstbeherrscht in einem sein können um den Durchblick zu haben. Weirdy konnte stricken, sehr gut sogar. Doch sie hasste es, seitdem Nathaniel Deepwood ihr die mühsam gestrickten Pullover innerhalb kürzester Zeit bei irgendwelchen Aktionen zerriss. Miriel schien da weniger Gegenwehr zu haben und der grüne Pullover mit den Drachen, den Feelicitas aus der Gasthof hatte, war tatsächlich auch Weirdys Werk. Doch den hatte sie nur gestrickt, weil Nathaniel es ihr befohlen hatte. Feelicitas wusste nun, womit sie der Hauselfe zuvorkommen konnte. Feelicitas war zuversichtlich, das sie die Elfe von nun an besser bändigen konnte. Das Haus war sauber und das Baby emsig von Severus versorgt, der nebenbei auch noch einen Laufstall zusammenbaute. Feelicitas bemühte sich, das nicht als Angriff zu sehen, denn er bewies damit, das sie sich schämen musste, selber nebenher nicht soviel Zeit zu haben um wenigstens aufzuräumen. Feelicitas hatte zum ersten mal seit sehr langer Zeit wieder Langeweile.
Nachdem Sie es leid war Severus beim werken und den schüchternen Annäherungsversuchen bei seiner Tochter zuzuschauen, nahm sie sich das Herz ihn und Serena alleine zu lassen und ging nach oben in ihr Zimmer. Dort hatten sich schon seit langen einige interessante Bücher angesammelt, die sie immer mal lesen wollte.
Sie vergaß völlig die Zeit und als sie wieder Schritte an der Treppe hörte, war es draußen schon dunkel. Severus schien den Tag mit Serena spielend bewältigt zu haben. Feelicitas war etwas enttäuscht, weil er ihr wieder Konkurrenz machte, aber andererseits schien er besser drauf zu sein und schenkte selbst ihr einen halbwegs freundlich zu nennenden Ausdruck. Sie nutzte die Gunst der Stunde und bewunderte den tollen Laufstall. Zwar war Serena noch weit vom Laufen entfernt, aber man konnte sie jetzt schon mal hineinlegen, ohne sich Sorgen machen zu müssen, das sie irgendwo runterfiel.
„Da ist ein magischer Schutz drin, den meine Mutter gemacht hat. Er verhindert, das Serena irgendwas im Raum verzaubern kann." Feelicitas schaute ihn begriffsstutzig an.
„Wenn du irgendwann hier reinkommst und die entzückende Serena wirft gerade mit schwebenden Büchern um sich, kann das böse Folgen haben. So manche Eltern oder ihr Nachwuchs sind schon ins St. Mungos gekommen, weil die Babys unbeaufsichtigt waren."
Feelicitas glaubte ihm nicht so ganz, doch sein Ton war ernst: „Sind magische Kinder immer so? Also meine Maman hat mir versichert, das es bei mir nicht so war."
Severus schnaufte: „Kinder, die in Magierhaushalten aufwachsen, sind von überall herrschender Magie umgeben und das färbt ab. Ein Muggelumfeld kann die Babys aber nicht zu dummen Ideen treiben, weil sie nicht wissen das sie es können."
„Aber woher willst du wissen, das Serena wirklich magisch ist? Nicht, das ich das anzweifeln will, aber gibt es da keinen Test?"
Severus schüttelte den Kopf: „Wenn mir etwas auffällt, werde ich es dir sagen. Aber ich habe die Vermutung, das sie ein kleiner Spätzünder sein könnte. Das heißt aber nicht, das man sie unterschätzen soll. Also achte bitte darauf sie nur alleine zu lassen, wenn sie in einer gesicherten Zone ist. Dasselbe gilt übrigens für das Bett."
Es konnte nicht anders als gut gemeint sein, aber Feelicitas fühlte sich immer noch zurückgesetzt. Und sie spürte deutlich das Severus noch irgendwas beschäftigte, sobald er sie ansah. Doch er sagte nichts und trug es tief in seinen Herzen.
Der Rest des kurzen Wochenendes verging schnell und Severus musste wieder nach Hogwarts, sonst würde man ihn vermissen. Feelicitas bedauerte es etwas, denn wenn man ehrlich war fürchtete sie sich etwas, wenn sie mit Serena, dem Kater und der Elfe alleine war. Das Haus war alt und steckte voller Magie. Feelicitas musste sich darum kümmern, das das Eis im Kühlschrank nicht taute und der alte Herd funktionierte. Weirdy verfügte zwar über genug Magie um das alles selber zu regeln, doch Feelicitas musste sich immer versichern, das alles in Ordnung war durfte dabei aber keine Zweifel in der Hauselfe aufkommen lassen. Nach ein oder zwei Verweisen, die Weirdy erhalten hatte, schien die Hauselfe über das Klima endlich zufrieden und wurde entspannter. Nur als Weirdy anmerkte, das Feelicitas eindeutig auf ihren Vater käme und nichts von Miriel abhaben könne, wusste Feelicitas zwar, das sie entgültig gewonnen hatte, wurde aber nachdenklicher und forschte nach. Ihr ins geheimer Verdacht bestätigte sich. Miriel hatte wohl ihrer aufgeschlossenen Erziehung und heimlichen Ängsten vor Hauselfen zufolge immer versucht Weirdy als gleichberechtigt anzusehen und weil sich diese so was nicht gefallen ließ, hatte sie klärglich versagt. Kein Wunder das sie zuletzt versucht hatte Weirdy mit Kleidern loszuwerden.
Die Woche verging schnell und Feelicitas begrüßte fast schon das Wochenende wenn sie endlich wieder jemand in der Nähe hatte, mit dem man ein vernünftiges Gespräch führen konnte. Das ewige Gerede über das schwierige Gebiet der Kindererziehung bei Nachbarschaftsbesuchen, ging ihr immer mehr auf die Nerven. Serena gefiel es auch nicht immer herumgereicht zu werden. Leider gab es keinen der ein Kind im selben Alter hatte oder der noch nicht jenseits der Vierzig war. Severus machte wenigstens nicht den Fehler ihr zu erzählen, das Möhrebrei schädlich werden könnte und Spinat Schwermetalle enthalten würde, obwohl Serena immer noch am liebsten frische Milch trank.
Doch als Severus dann endlich kam, war er eindeutig nicht in der Laune mit ihr reden zu wollen und das Wochenende verging bedrückt und wieder ohne ein klärendes Gespräch. Die Woche darauf schien es auch wieder nichts zu werden. Doch am Samstagabend meldete sich dann sein dunkles Mal und er verschwand zu seinen Herrn.
Feelicitas entschied, das sie nicht noch eine Woche, geschweige denn Stunden warten wollte. Kaum war er wieder da, stand sie auf und schlich über den Flur. Es schien eine anstrengende Nacht für Severus gewesen zu sein, als Feelicitas in sein Zimmer trat, wachte er nicht auf. Langsam schlich sie sich näher heran, innerlich schon das Gespräch verwerfend, das sie beginnen wollte. Vielleicht war es doch nicht so ein toller Einfall.
Noch selten hatte sie ihn schlafen gesehen und ihm fahlen Licht das durch die Vorhänge fiel, sah man kaum mehr als einen Schatten. Trotz dessen näherte sie sich geräuschlos der Bettkante und dann legte sie sich neben ihn.
Ein kurzer Moment Stille verging, doch Severus Snape war einfach nicht der Mann, den man Nachts im Schlaf überraschen konnte.
Als er die Augen aufschlug blickte er Feelicitas etwas befremdet an, ließ sich aber keine große Überraschung anmerken.
„Was willst du mitten in der Nacht?" fragte er mit deutlicher Müdigkeit, schrak dann aber hoch und starrte sie an: „Ist etwas mit Serena?"
Typisch, das er zuerst an das Kind dachte. Feelicitas beruhigte ihn: „Nein, es ist alles in Ordnung."
Er legte sich wieder zurück auf sein Kissen und gähnte herzzerreißend: „Hättest du dann die Güte mir den wohl überaus wichtigen Grund deiner Anwesendheit zu erläutern? Es dürfte dir nicht entgangen sein, das ich erst gegen Drei Uhr wiederkam. Wenn es also etwas ist, das man bis morgen verschieben könnte, dann verzieh dich." Sagte er deutlich härter, doch Feelicitas hatte nichts anderes erwartet.
„Wir müssen reden und ich glaube, das werden wir nicht schaffen, wenn die Sonne scheint. Sonst hätten wir es bestimmt in den letzen Wochen mal geschafft, findest du nicht auch?"
In der nächtlichen Finsternis des Zimmers sah sie, wie er seinen Betthimmel betrachtete. Erst nach einer Weile sagte er: „Nun gut, dann reden wir."
Als Feelicitas nichts sagte, wandte er den Kopf zu ihr rum und schaute sie fragend an: „Worauf wartest du? Sind dir die Worte vergangen?"
Feelicitas schüttelte den Kopf, sie hatte gehofft, das seine plötzliche Bereitschaft auch den Anfang mit einschloss: „Als du mich nach Serenas Geburt das erste mal besucht hast, versuchtest du zu sagen, das Voldemort-" sie stockte einen Moment, doch er ließ sich nicht einmal ein zischen anmerken und betrachtete sie aufmerksam.
„-Das er vielleicht noch mehr Kinder fordern könnte. Im besonderen ein männliches. Du hast mir aber nicht gesagt, ob sich dein Eindruck bestätigt hat. Also du verbringst Nächte auf seinen Befehl hier und doch..."
Die Worte hingen im Raum, aber er schien ihr keine Antwort geben zu wollen. Erst nach einer Weile holte er tief Luft und sagte leise: „Er hat mich dazu ermuntert. Doch du solltest in der Lage sein zu erkennen, das es noch andere Gründe für meine Anwesendheit gibt."
Feelicitas erstaunte es keineswegs, aber das er überhaupt keine Anzeichen erkennen gelassen hatte, dem Wunsch seines Herrn Folge zu leisten, verwirrte sie etwas. Beim ersten Mal schien er ja auch keine Skrupel gehabt zu haben. Sie wollte das Thema gerade übergehen und einfach wieder in den Keller fallen lassen, da zerschnitt seine Stimme die Stille abermals und es war deutlich Spott drin zu erkennen. Doch es klang auch bitter: „Warum fragst du? Hat dich etwa wieder die alte Sehnsucht gepackt?"
Feelicitas hatte keine Ahnung was er meinte und das musste man ihr wohl im Dunklen angesehen haben, denn er erhob sich auf einen Ellebogen und fixierte sie scharf. Sie dachte nicht einmal daran, ihren Blick abzuwenden und so bekam er ihre Unwissenheit mit.
„Nicht?" flüsterte er und es klang richtig verächtlich. Er betrachtete sie von oben bis unten: „Was sonst könnte dich wie eine streunende Katze in mein Bett treiben?"
Feelicitas schluckte, bei seinen Ton. Da sie aber wirklich keine Absichten gehabt hatte, wurde sie auch leicht sauer: „Ich weiß nicht, worauf du jetzt anspielen willst, Severus. Und ich will es auch gar nicht wissen. Ich bin hergekommen um mit dir zu einer Lösung zu kommen, wie wir das Nachwuchsproblem gemeinsam lösen können. Dir sollte klar sein, das ich nach allen was passiert ist, keineswegs Lust dazu habe."
„Ja, das kann selbst ich mir gut vorstellen." Kam es sarkastisch von ihm. Feelicitas wurde lauter: „Was bildest du dir eigentlich ein? Was immer gerade unter deinen fettigen Schuppen vorgeht, du sollest beim Thema bleiben. Ich wollte dir eigentlich nur klarmachen, das es keinen Sinn hat noch ein weiteres Kind zu machen. Entweder wird es ein Mädchen, oder ich werde es verlieren. Denn wie ich in Frankreich erfahren habe, liegt es meiner Familie nicht Jungen auszutragen."
Ihr schien es so, als ob Severus das ein wenig nüchterner werden ließ und es kam auch kein Kommentar von ihm.
„Ja, egal was wir machen, Voldemort wird wohl von seinen Wunsch Abschied nehmen, denn einen männlichen Erben im Hause Snape, bekommst du von mir garantiert nicht." aufgewühlt hielt sie inne und studierte sein Mienenspiel. Doch da herrschte die pure Ausdruckslosigkeit. Feelicitas merkte, das ihre Augen zu Tränen begannen und verfluchte sich dafür, das es ihr wieder vor seinen Augen geschah: „ Außerdem würde Serena dann nur noch zweitrangig sein. Ich will um diesen Preis kein weiteres Kind mehr. Also unterstell mir nicht, dich verführen zu wollen, wie käme ich dazu?" Entkam es ihr wütend.
Doch Severus schienen ihre Worte zwar einleuchtend, aber nicht auf die Art und Weise, wie erwartet.
„Serena ist bereits zweitrangig. Bete dafür, das er das niemals herausfindet." Kam es leise und nachdrücklich von ihrer Seite. Feelicitas erstarrte und schaute ihn leicht furchtsam an.
„Ach bitte, Feelicitas. Wie meinst du wohl habe ich in Frankreich deine Spuren weiterverfolgen können? Ich war bei diesen impertimenten Louis de Fresy und seine offensichtliche Ablehnung gegen dich, hat mich schon stutzig gemacht. Er wollte und konnte mir keine Angaben machen, hat mich aber freimütig an die Psychatrie in Briancon verwiesen."
Feelicitas wurde bei seinen Worten immer blasser, sie verstand plötzlich, was hinter seinen Anspielungen gelegen hatte, ja warum er sich überhaupt so komisch benahm und nun ihrem Gespräch zugestimmt hatte. Er wusste Dinge, die er nie hätte erfahren dürfen. Angespannt hörte Feelicitas ihm zu.
„Dieser Dr. Beauchamp schien eindeutig mehr über deine kurze Anwesendheit zu wissen und half mir bereitwilligst weiter. Es schien mir sogar so, als wisse er sogar wer und was ich war. Eigentlich interessierte es mich nicht besonders, warum du etwas mit dieser Einrichtung zu tun hattest. Muggel können grausam sein, und begehen in ihrer Unwissenheit große Irrtümer."
Mittlerweile hatte sich sein Ton etwas beruhigt, doch das eisige ließ darauf schließen, das ihr noch einiges bevorstand.
„Doch auf dem Weg zu deiner alten Freundin Evangelice, schien Dr. Beauchamp einiges loswerden zu wollen, was deine Vergangenheit und auch die Auswirkungen auf deinen geistigen Zustand betrifft. Ich-"
Feelicitas Stimme unterbrach ihn: „Ich bringe ihn um dafür. Er ist Arzt und er muss Schweigen, wie konnte er es dir erzählen?"
Von Severus erhielt sie nur einen abfälligen Blick: „Er hätte es mir nie ganz erzählt. Er wollte wohl nur testen, wie viel ich weiß und blieb sehr wage, doch seine Andeutungen waren zu auffällig, als das ich sie übergehen konnte. Ich habe ihn also ein wenig in seiner Mitteilbereitschaft unterstützt."
Feelicitas traf es tief, und ihr war es Severus zu schlagen. Doch sie tat es nicht: „Und? Was hat er dir denn erzählt?" fragte sie entrüstet.
Severus Miene verdüsterte sich: „Zunächst all die Kleinigkeiten und Missverständnisse, die kaum der Rede wert sind."
Er konnte es sich zwar nicht vorstellen, aber diese Formulierung erstaunte Feelicitas zutiefst.
„Dein Pflegevater scheint dir viel angetan zu haben. Wäre er ein Magier hätte ihm das wenigstens ein Jahr Askaban eingebracht. Doch obwohl mich sein Gerede nicht sonderlich mitnahm, kam doch dein Psychiater auf ein Baby namens Letizia zu sprechen. Ich muss gestehen, das überstieg alle meine Vorstellungen."
Er schaute Feelicitas mit einer perversen Art von Neugierde an.
„Glaub mir, das übersteigt die Vorstellung von jeden. Und am meisten meine eigene." Verkündete sie bitter, doch Severus nickte nur bedeutsam und fuhr fort: „Das Gespräch mit dieser Evangelice hat mich auch zu derselben Ansicht gebracht. Eine sehr außergewöhnliche Frau übrigens. Aber wenn ich ehrlich bin, war ich nicht sehr überrascht und alles was sie zu sagen wusste, konnte mich nicht ganz abbringen. Denn insgeheim habe ich schon lange ein wenig Argwohn gegen dein Verhalten. Jeder scheint von dir sehr eingenommen."
Was immer es heißen mochte, Feelicitas war es egal und sie platze heraus: „Himmel Severus ich war erst zwölf. Was immer ich da schon getan habe, meinst du ich habe es wirklich darauf angelegt?"
Sie erhielt keine Antwort, doch dann sagte er trocken: „So wie es scheint ist über die Umstände niemanden etwas bekannt und so weißt nur du alleine, welche Gründe es hatte. Doch wenn es auch damals kaum der Rede wert war, so sieht dir dieses Verhalten heutzutage sehr ähnlich. Doch dazu später, deine Worte bestätigen mir auch über die Vorgänge, das du ein Opfer gewesen warst. Du wirst wohl selber schon ahnen, welchen Nutzen dein gestohlenes Kind entwickeln könnte. Meinst du nicht, das es wichtig gewesen wäre mir davon zu erzählen? Wie soll ich dich und Serena schützen, wenn du die einfachsten Dinge verschweigst"
Voller Vorwürfe sah er sie an.
„Wie hätte ich das denn sagen sollen? Severus es gibt da eine Tochter, welche ich mit gerade mal Dreizehn Jahren zur Welt brachte und die man mir nach zwei Wochen unsanft aus den Händen riss? Ich habe sie nie wieder gesehen oder irgendwas von ihr gehört, aber könnte das nichts mit Voldemort zu tun haben?" spie sie aus und konnte sich ihrer Tränen nicht mehr erwehren, als sie seinen unerbittlichen Blick erwiderte.
„Ja, das hättest du sagen sollen und dann hätten wir gemeinsam überlegen können, ob man etwas tun könnte. Jederzeit könnte das Kind wieder auftauchen und dann ist die Hölle los. Irgendjemand scheint schon vor Jahren eine Ahnung gehabt zu haben, was an dir so wichtig ist. Am Abend unserer Hochzeit hast du mir vorgeworfen, ich sollte dir nie wieder etwas vorenthalten, sonst würdest du mir den Rücken kehren. Ich hatte eigentlich angenommen, das es dir damit ernst ist und akzeptierte deinen Wunsch. Ich habe dir sogar mehr erzählt, was man dir zumuten kann. Die Fragen, die du mir gestellt hast habe ich dir beantwortet. Aber scheinbar war dir mein Vertrauen zu dir egal. Du hast nur geschaut, was du mit meinen Wissen anfangen kannst und das Schweigen im Wald gespielt."
Feelicitas prallte bei seinen leisen, aber scharfen Worten zurück: „Severus, ich-"
„Ach, sei still!" fuhr er sie unsanft an: „ Als du weg warst, habe ich mich gefragt was ich falsch gemacht hatte? War es, weil ich dir nichts über die Sache mit Narzissa sagen wollte? Hast du Wurmschwanz Anwesendheit nicht länger ertragen, oder hattest du keinen bestimmten Grund und bist lieber den Schmetterlingen gefolgt? Der dunkle Lord tobte und es war wirklich nicht leicht für mich, die Sache so glimpflich zu beenden. Er wollte sogar, das ich dich zu ihm bringe. Bist du dir im Klaren, das du ihm alles verraten hättest, kaum das er dich hätte anschauen müssen?"
Feelicitas blickte ihn nur mit stiller Erkenntnis an, sie traute sich nicht mehr etwas zu erwidern. Severus wurde wieder stiller, doch es änderte nichts daran, das es ihm ernst war:
„Du wolltest wieder zu deinen Eltern. Das hätte ich verstanden und wenn du es mir nur gesagt hättest, hätte ich dir zwar abgeraten, aber es wäre nicht unmöglich gewesen. Gemeinsam mit mir, hättest du überall hingekonnt und niemand wäre darauf aufmerksam geworden." Er schaute einen Moment auf sie herab und stand dann auf und trat vor das Fenster.
Sein Schatten fiel auf Feelicitas: „Woher soll ich wissen, was du verstehst, ich weiß doch überhaupt nicht woran ich bei dir bin."
Äußerte sie leise. „Du kannst versichert sein, dass du besser beraten bist, nicht alles über mich zu wissen und nicht alles an mir zu verstehen!", zischte er zurück: „Es ist geschehen und du wirst die Verantwortung tragen, wenn es Folgen hat. Aber vielleicht kann man den Schaden eingrenzen, wenn du endlich redest. Was verbirgst du noch vor mir? Was ist geschehen, das du dich bei den Evonshares verkrochen hast?"
Feelicitas räusperte sich, dann fasste sie sich aber und erzählte ihn von dem Abschiedsbrief und ihrer Großmutter. Sie scheute sich auch nicht vor der detaillierten Schilderung von dem was das Denkarium ihr enthüllt hatte und das sie so abgestoßen davon war, das sie es sich nicht ganz antun konnte.
„Hast du die Erinnerung noch?" fragte er angespannt und sie nickte.
„Mehr als das, ich habe jetzt mein eigenes Denkarium. Die schwimmt da irgendwo drin rum."
„Wenn du gestattest werde ich einen Blick darauf werfen. Es ist mir neu, das Lucius-" er achtete nicht auf Feelicitas Zucken.
„- Anstalten macht, Narzissa ohne triftigen Grund untreu werden zu wollen." Feelicitas entschied, das es die einzige Möglichkeit war. Vielleicht würde es auch nicht so schlimm sein, wenn er den Durchblick bekam. Was Lucius Malfoy gemacht hatte, wusste er. Was Lucius Malfoy gesagt haben könnte, war vielleicht noch wichtig.
„Gibt es noch mehr? Ich denke mir mal Liam Evonshare hatte dir einiges zu erzählen." Kam es leicht spitz heraus.
So berichtete sie schließlich auch von dem was sie noch erzählt bekommen hatte. Als sie geendet hatte schaute er sich um und kam zum Bett zurück: „War das so wichtig, das du unzählige Leben riskieren musst? Was hilft dir die Vergangenheit, wenn die Zukunft viel mehr Bedeutung hat?"
„Ich weiß es doch auch nicht. Ich habe das Gefühl, das ich es wissen muss und meinem Gefühl bin ich schon immer gefolgt." Ein wenig Trotz schwang in ihrer Stimme mit, obwohl sie wusste das sie kein Recht bekommen konnte.
„Nicht gerade eine sehr weise Entscheidung." Entschied er knapp.
„Ja, da gebe ich dir Recht." Stimmte sie schließlich leise zu.
Ein Moment verging, dann sagte er wieder etwas: „Ich habe vielleicht kein Recht dir diese Fragen zustellen, aber ich will es trotzdem wissen. Damit wir endlich wissen, woran wir sind. Also wie viele waren es, denen du deine Gunst geschenkt hast?" Feelicitas zögerte einen Moment, nichts wäre leichter als zu lügen. Doch dann entschied sie, das er ihr auch weiterhin tiefere Antworten schuldig sein würde, wenn sie ehrlich blieb.
„Oh was sind wir wieder romantisch. Meine Antwort wird dich enttäuschen, ich bin nicht das was du denkst. Drei – wenn man Lucius Malfoy nicht mitzählt, aber darauf wird es dir nicht ankommen." Sagte sie leise. Es schien deutlich unter dem zu stehen, was er insgeheim gedacht hatte und obwohl es günstig war, machte es Feelicitas wütend. Auf seinen fragenden Blick erwiderte sie ungehalten: „Diese Antwort wird dir wirklich nicht gefallen. Also da war mein erster Freund, dem ich Letizia zu verdanken habe, dann du natürlich und dann noch ...Sirius Black."
Das hatte gesessen und sie merkte wie er leicht zurückprallte. Als er wieder etwas sagte, klang er heiser: „Du bist meine Ehefrau und du bist die Mutter meiner Tochter. Du entehrst uns, wenn du ...dem Weg deiner Großmutter folgst." Abfälliger bekam er es wohl nicht hin, doch Feelicitas hatte nur einen schrägen Seitenblick für ihn übrig, das ganze erschien ihr gespielt.
„ Ich soll deine Ehre in den Dreck gezogen haben? Severus wenn du das wirklich glaubst bist du sehr armselig. Ich habe es dir sogar nie vorsätzlich verheimlicht. Ich war nie das, was du gerne hättest, also solltest du es akzeptieren oder die Scheidung einreichen. Es kann doch nicht sein, das du mich nur deswegen so schneidest. Und dir geht es doch wirklich nicht um Ehre, oder? Dich machte nur die Ungewissheit und jetzt der Teil mit Sirius Black verrückt. Was soll mir das hier überhaupt sagen? Glaubst du ich würde mich an jemanden anderen vergreifen, solange ich deinen Ring am Finger habe? Ich bin vielleicht frühreif gewesen, aber deswegen bin ich doch nicht direkt Nymphomanin. Schon bevor wir miteinander schliefen, da hast du erfahren das ich keine Jungfrau mehr sein konnte. Es hat dich nicht gestört. Du wusstest, das ich in etwa 17 Jahre jünger als du bin. Du wusstest, das zwischen uns nur die Einsamkeit und Nähe einer Nacht war. Es hat dich nicht gestört du hast es sogar bewusst in Kauf genommen. Du wusstest, das Lucius Malfoy einen Augenblick alleine mit mir ungestraft ausnutzte. Und das es alles ein kurzzeitiges Experiment von Voldemort war, ist dir auch klar und ich kann nur immer wieder wiederholen: Es hat dich nicht gestört." Außer sich vor Wut betonte sie jedes Wort einzeln.
„Ich habe dir damals im Garten vor deinem Heiratsantrag gesagt, das ich sofort Sirius Black heiraten würde, wenn er wollte. Erinnerst du dich noch? Hundehaare im Bett und so weiter? Also stell dich nicht so an. Wenn es dich nicht interessierte, dann kannst du es mir nicht zum Vorwurf machen. Ich habe dich auch noch nicht komplett über deine scheinbar vorhandenen Jugendsünden ausgefragt. Männer fragt man das ja nicht. Aber warum rede ich mir den Mund fusselig. Ich glaube nicht, das du wirklich viel Ahnung von Frauen hast. Was denkst du überhaupt? Das ich bis nach Briancon jeden durchhätte und nichts anderes zu tun habe, als den gesamten Orden des Phönix, die Stadt Embrun und das halbe Schottland dazuzunehmen? Meintest du ich würde dir jetzt was von Wurmschwanz, Barty Crouch, Avery, Remus, Hagrid, Mundungus, Kingsley, Liam Evonshare oder sogar seinen Sohn erzählen? Es gab bestimmt noch mehr Männer auf meinen Weg, aber mir fallen sie erst gar nicht ein."
Sie spürte sein Misstrauen durch die nächtliche Dunkelheit.
„Okay, wenn du es wissen musst um mir zu glauben, dann mach mit mir Legilimentik oder steck meine Erinnerungen in ein Denkarium. Rein zufällig befindet sich da ja eines in meinen Besitz. Nun, wie gefällt dir der Vorschlag? Du wirst erkennen müssen, das mir nach meinen dreizehnten Lebensjahr gänzlich die Freude daran genommen wurde."
Feelicitas wollte aufspringen, doch eine Hand zog sie zurück. „Ich gestehe, ich tat dir unrecht. Ich dachte nur..." er suchte nach einen passenden Begriff, gab es aber dann auf: „Musste das mit dem Köter sein?" ertönte es halbherzig unwirsch.
Feelicitas hätte es nicht für möglich gehalten, aber Severus verhielt sich nicht gerade sehr objektiv. Sie unterstellte ihm nicht direkte Eifersucht, aber irgendwas war schon dran. Und irgendwie schien er es schon akzeptiert zu haben. Warum auch nicht, schließlich waren sie beide Erwachsen und hatten eigentlich alles andere als triftige Gründe für diese Auseinandersetzung. Feelicitas bewunderte ihn für seine Anpassungsfähigkeit: „Ja, das musste sein." Versicherte sie ihm leicht belustigt. Himmel, das war so unglaublich, das sie allen Unmut verloren hatte. Doch so ganz ohne Neckerei ließ sie ihn nicht: „Immerhin hatte ich mehr davon, als bei meinen letzten Erlebnis. Vielleicht lag es daran, das Sirius nun wirklich nicht in der Stimmung war sich schwere Gedanken zu machen. Du hättest das damals auch entspannter angehen sollen."
Feelicitas musste sich beherrschen, das sie nicht mit ihren Lachen herausplatze. Was immer er ihr als nächstes dafür an den Kopf werfen würde, sie war sich sicher, das ihm noch niemand zuvor etwas über seine Qualitäten im Schlafzimmer gesagt hatte. Doch er sagte nichts und sie hatte irgendwie gesiegt. Sie genoss diesen Augenblick und weil das Gespräch mittlerweile total in die falsche Richtung ging, versuchte sie auch wieder ernster zu werden.
„Nein, mach dir nichts draus. Es war ...nett mit dir. Damals hat es mir viel bedeutet. Vielleicht... sollten wir diese Schlammschlacht einfach lassen, sonst hole ich das mit der alten Sehnsucht wieder hoch und das wird peinlich für dich. Also, muss ich dich an die Einzelheiten erinnern?" sie schwieg kurz und blickte ihn an.
„Lassen wir es einfach." entgegnete er leicht knurrig: „Ich entschuldige mich noch mal. Es tut mir zutiefst leid, wenn ich dich falsch eingeschätzt habe."
Feelicitas entging nicht der leicht genervte Ausdruck in seinen Augen, es machte sie traurig: „Hast du das mit dem Weg meiner Großmutter ehrlich gemeint? Ich hätte nicht gedacht, das ich dir nicht edel genug bin. Meine Urahninnen haben sich bestimmt oft mit irgendjemanden gepaart, doch wenn man den Erzählungen glauben darf, waren und sind sie ein direkter Teil der Nachfahren des Geschlechtes, das die moderne Zaubererwelt begründete. Und meine Eltern konnten beide Zaubern. Ich mache mir da nicht viel raus, das ich nur väterlicherseits fünf Generationen reinblütig zu sein scheine und das man es meiner Mutter nicht mehr nachweisen kann. Aber wenn man Ehre sehr genau nimmt, dann sollte es dir eine Ehre sein, das ich dieser Hochzeitsverbindung zustimmte, obwohl deine wahren Beweggründe nicht so unschuldig waren, wie sie sein sollten. Und schließlich bin ich eindeutig und bewiesenermaßen von magischeren Blut als du. Das einzigste, was das wieder ausgleicht ist unsere Erziehung." Sie schaute ihn milde strafend an. Doch keiner der beiden hatte noch viel Lust zu streiten. Es erleichterte sie ungemein, das er ihr jetzt nicht mit irgendeiner Ideologie kam.
„Mir ist zu Ohren gekommen, das du eigentlich andere Worte wählst wenn du über mich redest. Wie hat dein Psychiater das noch mal formuliert? Ein höchst angesehener und gutsituierter englischer Gentlemen in den besten Jahren, der dich heiratete um dich nie wieder entkommen zu lassen?" Die Luft war raus und es klang nicht sehr abmahnend.
„Ich habe jedes einzelne Wort ehrlich gemeint. Du hast die Wahrheit dahinter wohl zweifellos erkannt, nicht wahr?" entgegnete sie und musterte seine in der Dunkelheit schemenhafte Gestalt.
„Ich gehe mal davon aus, das ich dich wirklich nicht mehr loswerde, oder?" fragte er nicht sehr verstimmt.
„Nein, das wirst du nicht, versprochen. Ich gehe fortan nur noch, wenn du es mir erlaubst. Also, ich bin hier und du bist hier, wir sind beide müde und wollen endlich wieder schlafen, was wird jetzt mit unserem nächsten Kind?"
Er warf ihr eindeutig einen sehr komischen Blick zu, entspannte sich aber schnell wieder: „Das mit dem Sohn kann ein Problem werden." äußerte er gedehnt: „Serena ist noch klein, und es kann bekanntlicherweise auch mal ziemlich lange dauern, bis so was überhaupt entsteht. Doch der dunkle Lord wird spätestens in ein paar Wochen ungeduldig werden. Wie es scheint, besteht er unbedingt auf vorzeigbare Erfolge. Ich weiß nicht was besser ist, es wagen, oder eine Ausflucht finden. In meiner Verwandtschaft sind sehr viele männliche Babys geboren wurden. Meine Mutter ist eigentlich eine Ausnahme bei den Princes gewesen. Gibt es wirklich keine Hoffnung auf einen lebendigen Ju-?" Er unterbrach sich und lauschte. Und wirklich, man hörte das Serena schrie. Bevor er wegen dem ungewohnten Laut aufschrecken konnte, beruhigte Feelicitas ihn: „Das hat nicht viel zu bedeuten, sie bekommt nur Zähne. Hat sie nicht eine schöne Stimme? Poppy hatte mich ja gewarnt, das der Tag kommen würde, aber so richtig habe ich es nicht geglaubt. Soll ich sie holen?"
Severus schaute sie zwar etwas verwirrt an, doch dann nickte er. Feelicitas verschwand kurz und kam dann mit dem kleinen Schreihals wieder. Sie legte Serena zwischen sich und ihn und schaute Severus ermunternd an. Severus schien der Unmut seiner Tochter nicht auf die Nerven zu gehen, er betrachtete sie wie ein kleines Wunder: „Wann hat sie damit angefangen? " fragte er verblüfft und musste seine Stimme erheben um gehört zu werden.
„So richtig erst vorgestern, aber ihre Zähne sind eine wahre Zumutung für unsere Ohren." Liebevoll strich sie Serena die kleinen Tränchen aus den Augen.
„Ich würde ihr ja gerne helfen, aber damit kenne ich mich nicht aus." Sagte er bedauernd und Feelicitas schaute hoch: „Das ist nicht nötig, das haben wir alle durchstehen müssen und das beste Rezept ist immer noch viel Liebe und Tee." Damit setzte sie sich auf und rief nach Weirdy. Diese erschien prompt auf der Bettkante und musterte ihre Herrin, Severus und Serena neugierig.
„Weirdy, es ist mal wieder soweit, wir brauchen eine Flasche mit Tee." Sagte Feelicitas und nachdem Weirdy verstanden hatte, wollte sie sie eigentlich schon entlassen. Doch als ihr Blick auf Severus fiel, der Serena gerade gut zuredete, kam ihr noch ein Gedanke. Severus blickte fragend auf, doch Feelicitas entgegnete seinen Blick und sagte: „Ach und Weirdy, wenn Severus dir etwas sagt, dann musst du ihm gehorchen." Feelicitas sah einen leicht erstaunten Zug in den Augen ihres Mannes, beide hatten nicht einen Blick für Weirdy übrig, die zustimmte, sich verbeugte und dann verschwand.
Bis sie wiederkam, vergingen ein paar Minuten. Feelicitas hatte sich auf die Seite gelegt und schaute Severus zu, wie er sich mit Serena abmühte. Er machte das wirklich geschickt und war es weil Feelicitas so müde war, sie hatte keinerlei Bedenken ihn einfach machen zu lassen. Weirdy kam mit dem Teefläschchen und drückte es Severus in die Hand und verschwand dann wieder.
Severus fragte Feelicitas erst gar nicht, ob sie Serena selber füttern wollte. Feelicitas hätte es abgelehnt. Sie genoss es lieber einfach den beiden zuzuschauen. Kurz nachdem Serena bemerkt hatte, das es was zum trinken gab, wurde sie stiller und man hörte nur noch ein durstiges Glucksen.
„Stillst du eigentlich noch?" fragte Severus leise um Serena nicht aufzustören und Feelicitas lächelte: „Ja, natürlich. Von einen auf den anderen Tag, werde ich auch nicht damit aufhören, sonst würde mir die Brust platzen. Aber bei ihren guten Appetit, kann ich langsam nicht mehr mithalten."
Ihm schien das einleuchtend. Nach einer Weile sagte er: „Wir sollten Serena ihren Großvater vorstellen." es klang nicht gerade glücklich, doch immerhin war es sein eigener Vorschlag. Feelicitas hatte auch noch mal an das Thema gedacht, doch entschieden ihn nicht zu drängen.
„Ja, das Recht sollte er haben. Bis jetzt ist noch jeder, der sie gesehen hat in Ausrufe des Entzückens ausgebrochen. Vielleicht geschehen ja noch Wunder."
Er schnaubte nur kurz und warf ihr einen kurzen Seitenblick zu, doch Serena meckerte direkt los, weil ihr die Flasche entzogen wurde. Severus wandte sich ihr sofort wieder zu.
Die Zeit verging und bei dem friedlichen Anblick von Vater und Tochter wurde Feelicitas immer schläfriger.
Wenn auch in letzter Zeit viele harte Worte gefallen waren, so hatte das Gespräch heute doch sehr viel Klarheit gebracht. Die dunkle Wolke, die seit ihrer Wiederkehr über ihr gehangen hatte, war verflogen. Vielleicht sollte sie sich glücklich schätzen, an zwei so wunderbare Menschen gebunden zu sein. Sie grinste noch kurz über ihren komischen Gedanken und dann schlief sie ein.
Fortsetzung folgt...
Mindestens drei Reviews, sollten schon bei mir ankommen.
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