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Books » Harry Potter » The Darkness arounding us
Feelicitas Lefay
Author of 12 Stories
Rated: M - German - Tragedy/Romance - Severus S. & Sirius B. - Reviews: 39 - Updated: 02-23-06 - Published: 10-04-05 - Complete - id:2604878
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26. Hinter der Fassade

In den Tagen nach dem vorweihnachtlichen Familienbesuchen, bekam Feelicitas Severus nicht mehr oft zu Gesicht. Als er ihr gesagt hatte, das er zu Weihnachten nicht bei ihnen sein wollte, hatte er wohl vergessen zu erwähnen, das sich das auch auf die gesamte Adventszeit bezog. Feelicitas konnte es ihm verzeihen, schließlich hatte er erlaubt, das sie Weihnachten in Lerwick verbringen durfte und das war ihr viel wert. Feelicitas hatte natürlich zuvor einen Brief über ihre Großmutter zu den Evonshares geschickt

Liebe Synaile

Ich weiß, du hast lange nichts von mir gehört und ich verlange viel, wenn ich dich einfach so überfalle. Aber können wir vielleicht das alte Briefverschickungssystem an meine Freunde in Schottland wieder aufnehmen?
Ich wäre dir sehr dankbar, wenn du das machen wolltest. Leider kann ich dich zu Weihnachten nicht besuchen, aber ich hoffe dich in einer dringenden Angelegenheit bald aufsuchen zu können. Leider lässt sich das nicht über den Briefverkehr regeln, vielleicht fällt dir ja etwas ein, wie wir es schaffen uns zu treffen. Ich wünsche dir noch fröhliche Weihnachten und denk bitte daran, das der Brief da ankommt, wo er hinsoll.

Feelicitas

Anbei hatte sie natürlich das Schreiben an Liam und Klee gelegt, in dem sie erst mal anfragte, ob sie kommen durfte und das ausgeheckte Sicherheitssystem darlegte. So ganz ohne Risiken war das ganze ja doch nicht und wenn Severus nicht soviel hätte wagen wollen, wäre es ihr nie möglich gewesen. Ein Paar Tage später kam die mehr als überschwänglich verfasste Nachricht von Klee, das sie ihnen immer willkommen sei. Doch Synaile Lefay hatte ihr kein einziges persönliches Wort dazugeschrieben. Ein wenig bedauerte es Feelicitas ihre doch recht einsame Großmutter so zu vernachlässigen. Sie hatte ja recht, wenn sie etwas verstimmt war, aber gerade zu Weihnachten wollte Feelicitas lieber mit einer halbwegs normalen Familie zusammen sein, als tiefer in die Angelegenheiten der Lefayfamilie zu rutschen. Zudem wollte sie vorerst jemanden haben, dem gegenüber man das Problem mit dem Kind ansprechen konnte. Hätte Feelicitas es Synaile erzählt, hätte diese wahrscheinlich überhaupt nicht verstanden, warum sich Feelicitas solche Vorwürfe machte, das Kind mittels einer Affäre bekommen zu wollen. Aber ihre Großmutter war wiederum die bessere Gesprächspartnerin wenn es um das Jungen/Mädchen Problem ging. Feelicitas wusste gar nicht wie sie das alles hinbekommen sollte und tief in sich spürte sie den Stress an ihren Nerven nagen. Da war es gut, das ihr erst mal ein wenig Urlaub zustand.

Also packte sich Feelicitas am 20. Dezember ihre Tochter und den Kater um zu den Evonshares zu reisen. Severus großen Zauberkünsten war es zu verdanken, das sie auch nicht mit dem Zug reisen musste. Nach längerer Überlegung über die Vor- und Nachteile ihrer Reise, war Feelicitas auf die Idee gekommen ihren alten Portschlüsselstein an ihrem Armband wieder seinen ursprünglichen Zweck zuzuführen. Severus verzauberte ihn damit er sie einmal nach Lerwick bringen würde und den Rückweg nach Hause ermöglichte.

In Lerwick war besseres Wetter als bei ihren letzten Besuch, wenigstens der Nebel war nicht mehr so stark. Dafür lag ziemlich viel Schnee. Weirdy hatte sie natürlich nicht dabei, die Elfe fand den Weg auch alleine. Feelicitas hatte eigentlich auch nicht vor, die Dienste ihrer Elfe zu beanspruchen, aber man konnte ja nie wissen. Sie war bepackt mit Serena und dem Katzentransportkorb und ein paar Leute an denen sie vorbeiging, warfen ihr komische Blicke hinterher. Feelicitas war es ziemlich egal, was diese Menschen wohl dachten. Sie hob trotzig die Nase und schritt mit ihrem schwarzen Winterumhang und den in Pastellfarben getreiften Schal an ihnen vorbei ohne sie weiter wahrzunehmen. Mittlerweile konnte sie damit leben, das sie wohl nicht zu diesen normalen Menschen passte.

Und wie sie so ihren einsamen Weg in den Wald verfolgte kam ihr noch eine Frau auf den öffentlichen Wegen entgegen, die Feelicitas kannte und sogar noch in bester Erinnerung hatte. Das erkennen beruhte auf Gegenseitigkeit. Scheinbar hatte die zickige Frau aus dem Standesamt sich nach Feelicitas letzten Besuch, ihren Sektenschock zu Herzen genommen, denn kaum sah sie Feelicitas rannte sie auf dem Wanderweg, von dem sie kam wieder zurück und ihre Zipfelmütze schwang wild hinter ihr her.

Feelicitas war noch am Lachen, als sie auf Lemony traf. „Hallo Lemony." grüßte sie ihn immer noch ziemlich erheitert und verwundert stimmte er in ihrer guten Laune ein: „Ich freu mich auch dich zu sehen, Feelicitas."

Er schien wirklich an ihren geistigen Zustand zu zweifeln und so erklärte Feelicitas ihm das mit der Frau. Scheinbar war ihm diese wohlbekannt.

„Ach die, die läuft seit zehn Jahren jeden Morgen ihre Runde durch den Wald. Meistens trägt sie dabei diese komischen Stöpsel in den Ohren und es schallt meilenweit irgend ein Gerede über Entspannung und so was durch die Bäume. Manchmal setzt sie sich auch einfach unter einen Baum und macht komische Verrenkungen. Ich würde dir das ja gerne nachmachen, aber dafür habe ich zu viele Beine. Aber es ist eine komische Frau. Kannst du dir das vorstellen deine Ohren mit diesen Ding zu verstopfen, wenn im Wald so viele spannende Töne zu hören sind?"

Was Lemony sich nicht erklären konnte, war Feelicitas sonnenklar. Die Standesbeamte schien eine Verfechterin fernöstlicher Kultur und Meditation zu sein und ging nie ohne ihren Walkman aus dem Haus. Bei ihrer zickigkeit hatte sie diese Entspannung bestimmt bitter nötig. Schade das Feelicitas sie nicht in Aktion gesehen hatte, es hätte ihr eine wahre Freude gemacht der Frau einen weiteren Schock zu versetzen. Aber ihre Miene erregte bei Lemony eine leichte Verwirrung und schnell versicherte sie ihm, das er ganz recht hatte, Vogelgesang war viel schöner als irgendwelche Musik.

„Kann ich dir etwas abnehmen?" fragte er und Feelicitas schaute an sich herab: „Ähm, ich glaube nicht das das klappen würde."

Lemony schien das persönlich zu nehmen und der Blick seiner hellblauen Augen verdüsterte sich etwas: „Warum soll das nicht klappen? Gib mir einfach den Korb, ich hab schließlich Hände." Sagte er leicht verärgert.

Feelicitas beeilte sich zu beteuern: „Das hab ich nicht sagen wollen. Aber vielleicht hat die Katze Angst vor dir?" Doch ihn schien das nicht zu stören: „Ich habe in meinen Leben so viele Hogwartskatzen gestreichelt, das ich sie nicht mehr zählen kann. Das haben sie alle überlebt."

Feelicitas wollte sich gar nicht ausmalen, was Lemony sonst noch mit Katzen machen konnte, aber vielleicht gab es in Hogwarts so viele andere Futterquellen das er das nie erwogen hatte. Es erleichterte sie doch, das ihr erster Eindruck falsch war.

Also überreicht sie ihm Belial und den Korb und sie zogen langsam in Richtung Haus. Durch den Schnee kamen sie nicht sehr schnell voran. Feelicitas beneidete ihren Begleiter für seine standfesten Hufe. Sie selber musste dauernd darauf achten nicht in der nächsten Schneeverwehung stecken zu bleiben und mit Serena hinzuplumpsen. In der Zwischenzeit bemerkte Feelicitas, das Serena ihre alte Angst vor Lemony verloren zu haben schien. Was im Sommer noch zu Gequengel geführt hatte, erregte jetzt nur noch neugierige Blicke. Lemony schien das letztendlich auch wieder seinen Groll vergessen zu lassen und er tätschelte sie an der Wange mit seinen flauschigen Fingern. Leicht verwundert strich Serena über die Stelle, wo er sie berührt hatte.

„Sie wird auch immer größer, bald galoppiert sie fröhlich im Garten herum." Feelicitas hätte fast losgeprustet, manchmal war Lemonys Weltverständnis ein wenig zu sehr von seinen vier Hufen geprägt. Doch sie sagte nichts und erzählte ihm lieber von all den wundervollen Fortschritten, die Serena gemacht hatte.

Kaum waren sie am Haus, wurde Feelicitas von Klees warmer Umarmung in Beschlag genommen. Da hatte die junge Frau auch nichts gegen, schließlich war sie von draußen her noch halb eingefroren, aber kaum hatte Klee sich dann gelöst und Serena entführt musste Feelicitas sich auch vom Rest der häuslichen Gemeinschaft der da war, durchknuddeln lassen. Zwar hielt sich Charley im Gegensatz zu Klee zurück, aber es wurde Feelicitas doch ein wenig viel. Gerade die Ereignisse der letzten Woche hatten sie etwas vorsichtiger werden lassen, welche Folgen es haben konnte, wenn man zuviel Nähe zuließ.

Es dauerte bis wieder Ruhe einkehrte und noch viel mehr Zeit brauchte es, bis sich Feelicitas und Serena häuslich eingerichtet hatten. Zum erstaunen aller, schien der Kater Belial über den Ortswechsel nicht sehr unglücklich zu sein, stattdessen hüpfte er schon nach einer Stunde fröhlich über die Couchgarnitur und versuchte sich in Lemonys wedelnden Schweif zu verbeißen. Dieser nahm es gelassen hin und zupfte ihn jedes mal nach einen gelungenen Angriff wieder da raus. Scheinbar hatte er nicht gelogen damit, das er Katzen mochte. Mittlerweile war Teezeit und der Haushalt hatte sich im Wohnraum versammelt.

„Wo ist eigentlich der Herr im Haus?" fragte Feelicitas etwas verwundert, denn Liam tauchte auch jetzt nicht auf.

„Ach Liam hat heute noch zu tun." Sagte Klee leichthin: „Er führt eine Muggelreisegruppe durch den Wald. Man sollte es nicht glauben, aber irgendwo sollen hier heilige Orte sein, die schon tausende Jahre bestehen. Ist zwar ein Geheimtipp und kaum mehr als ein Gerücht, aber genug Leute kommen nur deswegen her. Wenn man ihnen dann auf ihrer Erkundungstour ein paar aufregende Ereignisse beschert, kann man durch diese Führungen schon ein wenig Geld verdienen."

Feelicitas hatte nicht gedacht, das irgendwer hier einer lukrativen Arbeit nachgehen würde, aber wenn sie es sich recht überlegte, war es eine geniale Idee Muggelführungen anzubieten. Selbst der langweiligste Wald wurde durch ein wenig Magie zu einen unvergesslichen Erlebnis.

„Bei dieser Kälte? Die Leute müssen ja verrückt sein. Hoffentlich berechnet er ihnen das doppelte Honorar. Aber eigentlich eine tolle Geschäftsidee. Nur... ich glaube das Ministerium würde so was nicht genehmigen, oder?" fragte Feelicitas wissend und Klee stimmte ihr zu: „Wir lassen uns nicht erwischen, der Rest ist doch egal. Jedenfalls gerade in dieser Jahreszeit kann man froh sein, wenn jemand eine Waldführung bucht. Liam konnte nicht darauf verzichten, aber dafür ist ja Charley zuhause geblieben."

Dieser warf Feelicitas ein gespielt säuerlichen Blick zu: „Ich hoffe das weißt du auch zu schätzen, schließlich entgeht mir dadurch die Gelegenheit diese nette Blondine bei der Reisegruppe noch näher kennen zulernen." Feelicitas war leicht entsetzt und starrte ihn mit großen Augen an: „Wegen mir musst du nicht zuhause bleiben. Aber wenn dir der Schnee und die dicke Winterkleidung weiblicher Wesen wichtiger sind, dann erlaube ich dir gerne dich zu entfernen."

„Danke, Feelicitas, aber du hast da etwas falsch verstanden." Sagte er mit einem grinsen. Er wurde von seiner Mutter missbilligend in die Seite gestoßen, doch wirklich entrüstet war sie nicht. Eher schien es so, als wissen sie mehr als Charley verraten hatte: „Feelicitas er will dich nur ärgern, das Mädchen ist höchstens Neun Jahre." Feelicitas blickte einen Moment verwirrt von Mutter zu Sohn. Doch Charley grinste nur unschuldig: „Ja und? Ich weiß ja nicht was du gedacht hast, aber ich mag Kinder. Und das Mädchen wird dauernd von ihren komischen Wissenschaftlereltern mitgeschleppt und steht dann stundenlang gelangweilt rum. Da hab ich mich ihrer angenommen, außerdem kann sie gut mit Schneebällen werfen."

Feelicitas fand das ziemlich nett von ihm, aber irgendwie fühlte sie sich angegriffen. Hatte er mit seiner Bemerkung irgendetwas andeuten wollen, was mit ihrer Kindheit zusammenhing? Er wusste doch das sie sich nicht mehr erinnerte.

„Wenn du Kinder so gerne hast," erwiderte sie gönnerhaft: „Dann darfst du dich als Ersatz gerne mal ein wenig um Serena kümmern. Und wenn du lieb bist, spiele ich gleich auch mit dir Schneeballschlacht."

Damit drückte sie ihm Serena in den Arm, erst schien er etwas überrascht doch dann fing er sich wieder: „Ähm, vielleicht doch nicht. Ich erinnere mich daran, das du dabei ziemlich fies vorgehst. Ich muss mir das erst überlegen." Sie brauchte nicht nachzufragen was er meinte, aber scheinbar meinte er es ernst. Er hatte doch wirklich ein wenig Respekt vor ihren Mitteln. Serena zupfte an seinem Ärmel und er wandte sich ihr zu. Erst sah es nicht so aus, als ob er sich mit ihr beschäftigen wollte, dann aber fing er an sie zu schaukeln bis sie quietschte. Feelicitas beäugte diese Praxis ein wenig argwöhnig, so war sie mit ihrer Tochter noch nie umgegangen, doch scheinbar gefiel ihr das.

Charley blickte auf und schüttelte bei ihren Blick den Kopf und wandte sich an den Teeschlürfenden Lemony, der einen sehr gewöhnungsbedürftigen Anblick bot. „Da siehst du mal wieder wie schnell die Frauen doch bereit sind einem ein Baby anzuhängen." Lemony stellte seine Tasse ab und zog den kleinen Belial wieder aus seinen Schweif. Er blickte auf und stimmte Charley mit einem Ernst zu, das Feelicitas sich kaum halten konnte nichts darauf zu erwidern das Klees Feingefühl verletzen könnte. Charley meinte bestimmt alles andere, aber in ihren Ohren klang alles nach einem Thema, und das wollte sie wenigstens in diesen Tagen ein wenig vergessen können.

Bevor sie Charley von seiner Anspielung abraten konnte, kam ihr etwas zur Hilfe. Denn die Haustüre ging ins Schloss und kurz darauf trat Liam in den Wohnraum . Er begrüßte Feelicitas und den Rest ziemlich kurz, so als wäre sie schon immer da gewesen und verschwand dann um seinen Muggelparka auszuziehen. Als er wieder auftauchte ließ er sich mit einen schweren Seufzen neben Klee auf das Sofa fallen. Irgendwie sah er müde aus, auch wenn seine Augenklappe die Hälfte seines Blickes verbarg.

„Wieder das Bein?" fragte Klee teilnahmsvoll und er nickte und lehnte sich an sie. Feelicitas betrachtete den trauten Anblick und fühlte ein wenig Verlegenheit in sich hochsteigen. Liam Evonshare hatte ihr im Sommer klargemacht, das sie in ihm ein Gefühl von Schuldbewusstsein auslöste. Sobald er einmal davon überzeugt gewesen war, das sie keine Todesserin sein konnte, hatte er sich erklären müssen. Feelicitas dachte nicht schlimm von ihm, aber sie hatte gemerkt, das er sich ein wenig auf Distanz hielt. Wenn sie jemanden etwas schlimmes angetan hätte und stände einen daraus hervorgehenden Opfer gegenüber, hätte sie sich bestimmt auch unwohl gefühlt.
Doch in der Zeit ihrer Abwesendheit schien er sich an den Gedanken gewöhnt zu haben. Er wirkte weder desinteressiert noch distanziert oder irgendwie angespannt. Es war eher so, als würde es einen unbefangenen Neubeginn beabsichtigen. Sie dankte es ihm und es erleichtete sie ungemein. Ein wenig Angst hatte sie schon verspürt, das es zwischen ihnen immer etwas geben würde, das sie auseinander hielt.

Klee strich ihm liebevoll durchs Haar und er gab ein ziemlich wohliges Geräusch von sich: „Diese Leute haben mich heute zur Weißglut gebracht. Ich hab ihnen die alte Quelle gezeigt und ihnen den üblichen Vortrag gehalten was man sich von diesen Ort so erzählt. Aber die wussten natürlich alles besser. Ach ich hätte nicht zulassen dürfen, das Nancy mir die vermittelt. Nie wieder irgendwelche Forscher und Wissenschaftler." Stöhnte er und rückte bedauernd ein Stück von Klee ab.

Feelicitas war die einzige, die scheinbar gar nichts verstand: „Laufen deine Aufträge über Nancy, oder habe ich das falsch verstanden?"

Er nickte und rieb sich sein Auge und gähnte verhalten: „Entschuldige Feelicitas, aber ich bin leider so müde, ich bin heute eindeutig zuviel gelaufen. Aber du kannst es ja nicht wissen. Ja Nancy schaltet Anzeigen und hat ein Schild am Haus, das mit Führungen wirbt. In den letzten Jahren hat sich das eigentlich so entwickelt und es sind meistens nur irgendwelche Esoterikmuggel, die einen mystischen Ort für ihre Partys suchen. Wenn man denen dann klar gemacht hat, das es wilde Tiere im Wald gibt, kommen die zum Glück nicht wieder. Aber dann gibt es dann wirklich noch diese Kulturinteressierten oder wie im heutigen Fall Forscher, die ein Buch über schottische Mythen zusammenstellen. Ach da fällt mir gerade ein. Die haben mir heute erzählt, das sie die Genehmigung beantragen wollten in einer gewissen schottischen Schlossruine ein wenig rumzubuddeln. Aber das zuständige Amt hat sich auch durch Bestechung nicht erweichen lassen, ihnen die Erlaubnis zu geben. Die beiden waren total betrübt." Klee, Lemony und Charley lachten, doch Feelicitas hatte es nicht verstanden und blickte sie fragend an.

„Ich meinte Hogwarts. Hogwarts ist für Muggel nur als eine alte Ruine zu sehen, die kurz vorm einstürzen steht und an die keiner rankommen darf. Ich habe mal meinen Bruder Jack ein Foto davon gezeigt und er ist fast in Tränen ausgebrochen, weil er dachte ich müsste in dieser Ruine wohnen. Ich weiß ja nicht was er gesehen hat, aber es hat Jahre gedauert bis ich ihn überzeugen konnte, das es nicht wirklich so aussieht."

„Ach so." sagte Feelicitas. Liam stutze und schaute ein wenig misstrauisch auf Lemony. Als er die Katze entdeckte schaute er sich kurz um: „Seit wann läuft das denn hier rum?" Feelicitas erschrak zuerst und malte sich innerlich schon einen Liam mit Katzenhaarallergie aus, doch der Gegenteil schien der Fall zu sein. Liam ließ sich vom Sofa gleiten und kroch lauernd auf Lemony zu und zupfte mit einem beherzten Griff Belial aus dessen Fell. Ein protestierendes Fauchen war die Antwort, doch Belial erholte sich schnell von seinen Schock.

„Wie heißt er und woher hast du den?" fragte Liam begeistert und kraulte den kleinen Kater unterm Bauch.

„ Als ich ihn zur Hochzeit bekam hieß er bereits Belial, obwohl ich das nicht gerade passend finde. Magst du Katzen?"

Er nickte: „Ich hatte früher welche. Katzen sind wunderbare Wesen." Belial hatte plötzlich keine Lust mehr auf streicheln und riss sich mit einen Mauzen los.

„Belial soll von einem Züchter stammen, der Lindsey Abnoba heißt, vielleicht-" Liam unterbrach sie: „Lindsey Abnoba? Ich hätte wissen müssen, das es eine von seinen Katzen ist, obwohl ich natürlich keine Ahnung hatte, das er immer noch züchtet. Mit dem sind wir alle damals zur Schule gegangen. Dein Vater hat mit ihm in einem Schlafsaal gelebt und von ihm stammte auch meine zweite Katze. Du solltest gut auf Belial achten, für eine Abnobakatze geben Liebhaber ziemlich viel Geld mittlerweile aus, denn sie verfügen über eine eigenständige Persönlichkeit und haben eine sehr lange Lebenserwartung. Nicht wenige würden dir das Tier unter der Nase wegklauen. Lindsey ist einer der führenden Züchter magischer Katzen in ganz Großbritannien, aber da er seine Zucht nur nebenher führt kann der ganze Bedarf gar nicht mehr gedeckt werden."

Feelicitas schaute sich den schwarzen Kater an, der sich das zerwuschelte Fell versuchte zu glätten: „Man hat mir gesagt, der sei einfach noch übrig geblieben und verschenkt worden."

Liam schüttelte den Kopf: „Einfach so übriggeblieben? Lindsey hat ihn bestimmt umsonst abgegeben, das kann sein. Aber das wir ein großer Gefallen gewesen sein. Keine Katze seiner Zucht bleibt einfach so übrig."

Feelicitas nickte, innerlich dachte sie gerade daran, was Remus Lupin für ein Verhältnis zu Lindsey Abnoba hatte.

„Wo lebt dieser Mr. Abnoba denn?" fragte sie interessiert, doch Liam konnte es ihr nicht sagen. „Lindseys Spuren sind schwer nach zu verfolgen. In jungen Jahren hatte er ziemlich viele Probleme und so hat er nach der Schule die Aurorenausbildung gemacht. Du wirst verstehen, das mich das garantiert nicht dazu gebracht hat, mit ihm in Kontakt bleiben zu wollen. Soweit ich weiß, hat er nach der Ausbildung aber nicht weiter in dem Beruf gearbeitet sondern sich ziemlich zurückgezogen. Ich weiß nicht was er heute macht, aber an die Öffentlichkeit geht er damit nicht. Ab und an liest man im Tagespropheten das er Katzen verkauft, aber mehr auch nicht."

Nun eigentlich hatte Feelicitas auch nicht vor, Lindsey aufzusuchen, aber langsam verstand sie die Verbindung zwischen ihm und Remus.

Die Zeit verging mit Eile und bald erhob sich Lemony um ein wenig frische Luft zu bekommen. Wenig später begann Klee mit den Vorbereitungen fürs Abendessen und Feelicitas erbot sich ihr zu helfen. Lemony kam auch am Abend nicht wieder und Feelicitas vermutete, das er kam und ging , wie er wollte. Das er im Sommer jeden Tag da gewesen war, war wohl nur der besonderen Umstände wegen. Aber das betrübte sie nicht so sehr, schließlich würden sich in den nächsten Tagen noch genug Momente finden, in denen er ihr begegnete. Beim Abendessen sprach Feelicitas ein Thema an, das ihr schon länger Gedanken machte.

„Was hatte Nathaniel eigentlich im Ministerium gemacht? Alles was ich hörte war, das es etwas ziemlich komisches gewesen sein musste."

Scheinbar waren ihre Informationen falsch, denn Liam beeilte sich sie aufzuklären: „Ja dein Vater hatte nicht gerade Erfolg in seinen Beruf. Dein Großvater hat ja schon im Ministerium gearbeitet, also wusste Nathaniel schon früh, das er das auch einmal machen wollte. Lange Zeit wusste er aber nicht für welche Abteilung er sich begeistern konnte. Aber als er im dritten Jahr Muggelkunde genommen hatte, ist es ihm Klar geworden. Er fand schon immer interessant, das ich vielen Dingen aus der Zaubererwelt mit Faszination begegnete, weil ich von Zuhause eher den Muggelstil gewohnt war. Er hingegen fand oft Muggelsachen toll, wenn er davon hörte und hatte auch wirklich Talent dafür die Zusammenhänge zu erkennen. Nach der Schule ist er also der Abteilung zur Förderung der magischen Immigration beigetreten und hat dort Teilzeit gearbeitet."

Hörte sich ja nicht sehr schlimm an, aber Feelicitas ahnte schon den Hacken: „Magische Immigration hört sich nach enger Zusammenarbeit zwischen Muggeln und Magiern an. Das war bestimmt total unbeliebt in den alten Zeiten, oder?"

Liam stimmte ihr mit ernsten Nicken zu: „Nicht nur unbeliebt, keiner wollte die Dienste dieser Abteilung beanspruchen. Außer die Einführung von Muggelgeborenen in die magische Welt kümmerte sich die Abteilung noch um einiges mehr. Wenn jemand z. B. in der Muggelwelt eine Existenz aufbauen wollte musste er bei deinen Vater beantragen Muggelzeugnisse ausgestellt zu bekommen. Dann hatte Nathaniel eine ganz tolle Idee und regte ein Austauchprogramm zwischen den Kindern reinmagischer Familien und denen von muggelgeborenen an. Ich glaube das brachte das Fass zum Überlaufen und bevor irgendjemand Aufmerksamkeit auf sich lenkte, hat man die Abteilung geschlossen. Na ja, Nathaniel hatte genug Vermögen und war auf das arbeiten nicht angewiesen, aber das hat ihn schon mitgenommen. Manchmal hätte man vermuten können das er überhaupt keine Ahnung davon haben wollte, wie gefährlich die Zeiten waren."

Zum Glück waren sie im Zuge des Gespräches beim Nachtisch angelangt, weil sich eine traurige Stimmung am Essenstisch breit machte und niemand mehr Hunger hatte. Als Feelicitas in dieser Nacht in ihrem Bett im Gästezimmer lag und auf ihre schlummernde Tochter im Wäschekorb blickte, war sie immer noch etwas traurig. Egal was sie irgendwen fragte, die Antworten waren alle immer schlecht und verhießen nichts gutes.

Weihnachten kam bald und ging auch wieder ohne weitere Zwischenfälle. Obwohl es sehr ruhig war und überhaupt nicht dem entsprach was sich Feelicitas ausgemalt hatte, blieb es ihr ein unvergessliches Erlebnis. Noch nie hatte sie auch nur Ansatzweise etwas ähnliches kennen lernen dürfen. Obwohl die Evonshares nicht gerade die unproblematischste Familie war und hinter der Fassade einiges liegen mochte, hielten sie dennoch zusammen und kümmerten sich umeinander. Es erstaunte Feelicitas jedes mal wie schnell doch die Zeit hier im Wald vorüberzog. Vielleicht war es, weil man außer dem morgendlichen Tagespropheten kein Anzeichen der Außenwelt gab. Und selbst den Tagespropheten las nur Liam und man konnte manchmal Charley dabei erwischen. Nicht, das Liam, Klee die Neuigkeiten vorenthielt, es war eher so, das sie nicht daran interessiert war, was in der Welt vor sich ging.

Feelicitas sprach Klee darauf an und diese war ein wenig Verwundert: „Warum kannst du das nicht verstehen?" fragte sie: „ Liam liest es und was wichtig ist, erzählt er mir auch. Egal was im Tagespropheten steht oder nicht, ich gehe mittlerweile davon aus, das jeden Tag auf der ganzen Welt schlimme und schöne Dinge geschehen, die nie irgendjemand erfahren wird weil niemand dabei war. Und alles was da in der Zeitung steht, sind Dinge, die ich auch gar nicht wissen will. Denn das spielt hier bei uns keinerlei Rolle. Was hilft es mir zu wissen, das der Möchtegernherrscher von Großbritannien mal wieder jemanden umgebracht hat, oder das man wochenlang keinerlei Anzeichen für irgendetwas findet? Er ist wieder da und wir müssen aufpassen, mehr brauchen wir nicht zu wissen."

Feelicitas verstand diese fatalistische Haltung nicht so richtig, trotzdem akzeptierte sie Klees Meinung. Feelicitas gefiel auch diese Ruhe im Haus, weil man sich nicht jeden Tag an irgendwelche Unglücken aufziehen musste, die doch total unwichtig waren. Trotzdem hätte Feelicitas es nie ausgehalten immer so wie Klee zu leben.

Später an diesen Tag hielt Serena gerade Mittagsschlaf und Feelicitas schnappte ein wenig frische Luft. Lemony war in der Nähe und überredete sie mit ihm ein Stück zu gehen. Und Feelicitas sollte es nicht bereuen. Dadurch das er den Weg besser kannte, als irgendwer sonst, brauchte sie sich überhaupt keine Sorgen zu machen, das man sich verirren konnte. Jeder Baum schien für Lemony so einzigartig, das er genau wusste, wo er hinlief. Sie schwiegen eine ganze Weile und lauschten den Geräuschen. Der Schnee knirschte unter ihren Stiefeln, ihr Winterumhang schliff leise auf dem Weg, in der Ferne hörte man ein leises Klimpern, von Wassertropfen und manchmal begegneten sie auch auf nächster Nähe einem Tier. Feelicitas wusste zwar nicht was es war, aber sie war sich sicher, wenn Lemony nicht dabei gewesen wäre, hätte sie es nie im Leben zu sehen bekommen. Und erst als sie an einen gefrorenen Wasserlauf kamen und innehielten brach Lemony sein Schweigen: „Früher einmal hatte ich Angst vor Wasser."

Fragend sah Feelicitas ihn an: „Warum das denn?" Lemony schnaubte leicht pferdehaft: „Solange ich mich erinnern kann, hat man mir immer vorgeworfen eine Missgeburt zu sein und die Mitglieder der Zentaurenherde verfolgte mich dafür. Also habe ich mich immer von allem fern gehalten und alleine gelebt. Ich dachte mein Anblick bringt Unglück und weil ich davon schon genug hatte, wollte ich mich gar nicht erst anschauen. Doch irgendwann kam Liam. Erst war er nicht alleine, aber schon da merkte, ich das er nicht wie die anderen war. Er hat mich einfach nur angeschaut. Er hat weder über mich gespottet, noch versucht mir etwas zu tun. Aber ich hatte so eine Angst und ich wollte nicht, das ihm etwas passiert und habe ihn mehrmals verscheucht. Heutzutage weiß ich, das ich das nicht hätte tun brauchen, weil ich gar kein Unglück bringe, aber andererseits war es vielleicht auch gut, weil sonst vielleicht bei dieser Irrlichtsache viel mehr geschehen wäre."

Feelicitas erinnerte sich plötzlich wieder an etwas, das Hagrid gesagt hatte. Irgendwas mit Mädchen und den verbotenen Wald. Doch es erschien ihr deplaziert ihn weiter auszufragen. Wie Klee ihr schon am morgen deutlich gemacht hatte, man musste ja nicht immer alles wissen.

„Lemony, ich weiß ja nicht ob ich es fragen darf, aber wieso haben die Zentauren dich nicht gemocht?"

Er blickte ihr erst tief in die Augen, ehe er zu erzählen begann: „Ich könnte jetzt sagen, das haben sie nur gemacht, weil sie ignorant und eingebildet sind. Aber dahinter steckt leider noch viel mehr. Meine Mutter war eine Zentaurin und mein treuloser Vater war eine Mischung aus Thestral und Pferd. Eine nicht sehr gelungene Züchtung. Aber irgendwas musste sie an ihm gefunden haben, sonst wäre ich nicht entstanden. Aber die große Liebe war es bestimmt nicht, denn er ließ sie und mich im Stich als die Zentauren sie ausstießen. Sie ließ mich als kleines Fohlen alleine und starb."

„Wie hast du dann überlebt?" Feelicitas war erschüttert, Lemony tat ihr ziemlich leid.

„Ich war nicht so wie ein Menschenbaby. Ich konnte schon reden und mich ausdrücken, zudem als ich größer war und durch den Wald nach eigenen Gutdünken streifte, war ich in der Lage durch meine Kontakte mit anderen Wesen, etwas über Knochenhexerei zu erfahren. Eines meiner größten Talente, die auch heute noch wichtig sind."

Feelicitas wollte keine Blöße zeigen, trotzdem hatte sie keine Ahnung was er meinte: „Was ist Knochenhexerei?"

Er schien gut gelaunt und lächelte: „Es gibt wenige Menschen, die das wirklich wissen, deswegen ist es auch so wirksam. Hast du dich noch nie gefragt warum ich immer weiß wenn jemand im Wald ist?"

Das hatte Feelicitas allerdings, doch musste sie sich die Antwort immer schuldig bleiben.

„Komm, ich zeige es dir." sagte er und deutete ihr zu folgen. Nun was immer Lemony ihr auch zeigen wollte, er hatte es gut versteckt. Im Schnee war es nicht sehr leicht ihm eine Böschung hoch zu folgen. Er reichte ihr helfend eine Hand und dann schaffte sie es doch und sie gingen weiter durch die Wildnis. Erst nach zehn Minuten blieb er abrupt stehen und scharrte im Schnee herum. Nach einer Weile kam etwas helles an die Oberfläche.

„Was ist das?" gespannt hockte sich Feelicitas neben Lemony und betrachtete das komische Ding.

„Das ist ein Schädel, eines nicht verwandelten Werwolfes. Ich habe noch mehr davon vergraben. Die ergeben so eine Art Schutzfeld, wenn jemand da eindringt, merke ich das sofort, weil etwas komisches in der Luft liegt." Er nahm ihr den Schädel wieder ab und vergrub ihn sorgfältig wieder und deckte Schnee drüber.

„Nicht verwandelter Werwolf? Das hört sich selten an." Äußerte sie und ging ein paar Schritte, langsam wurde ihr kalt.

„Das ist auch sehr selten. Bis man mal einen toten Werwolf findet, der in menschlicher Form gestorben ist, muss man schon lange suchen. In Hogwarts lebten schon immer mal ein paar Werwölfe von Zeit zu Zeit. Viele davon blieben aber nicht, sondern zogen irgendwann weiter. Es hat Jahre gedauert, bis ich die Schädel beisammen hatte. Und dann hat man die mir geklaut."

„Nein." entfuhr es Feelicitas entsetzt: „Wer macht denn so was?"

„Jeder, der weiß was sie wert sind würde das tun. Es hat lange gedauert bis ich Ersatz hatte, aber die Suche hat sich ja gelohnt, schließlich konnte ich sie hier brauchen. Ist dir kalt?" Das konnte Feelicitas nicht gerade abstreiten und so machten sie sich an den Heimweg. Lemony wollte sie schon reiten lassen, aber Feelicitas lehnte ab. Bei seinen ziemlich teilnahmsvollen Blick wurde ihr ganz anders und ihr war kurzzeitig wieder warm. Doch ein störender Gedanke ernüchterte sie total. Das fing ja gut an, jetzt fand sie schon Lemony hübsch. Langsam verstand sie, was Liam mit seinen Andeutungen hatte sagen wollen, man konnte es nachvollziehen, wenn man den Ruf der Lefays und der Ahnen der Deepwood Familie kannte. Feelicitas fiel ihre Großmutter Synaile ein und das brach ein wenig die animalische Anziehung von Lemonys kuschelig weichen Fell. Da konnte er schauen wie er wollte, das würde niemals gehen. Schmetterlingsflügel in den Erbanlagen, sahen vielleicht noch recht hübsch aus, doch kleine Hufe bei ihren Urenkeln würden bestimmt auch Synailes Weltansicht erschüttern. Und was der dunkle Lord dazu sagen würde, war so schlimm, das es sich Feelicitas selbst spaßeshalber nicht vorzustellen wagte. Nein, in dieser Hinsicht vertrag Feelicitas lieber die Vorlieben ihrer Mutter und blieb ausschließlich bei Magiern.

Am nächsten Abend wurde die Ruhe im Haus ein wenig getrübt. Feelicitas erzählte beim Abendessen von dem Besuch bei Severus Vater und eine Debatte entstand, ob man seine alten Eltern einfach so abschieben durfte. Die Meinung war geteilt, doch das war nicht so schlimm, Feelicitas wollte nur ein wenig ihren Verdruss loswerden und niemanden außer Severus verurteilen. Doch das Gespräch half ihr wirklich und sie verstand wenigstens, warum Severus seinen Vater in ein Muggelheim gegeben hatte. Es gab einen einfachen Grund. Tobias Snape war zu jung für ein Magisches Seniorenheim und deswegen passte es nicht. Wo Muggel schon vor dem Grabe standen, waren Zauberer noch in ihren besten Jahren und erfreuten sich bester Gesundheit.

Irgendwann rutschte das Gespräch aber ab und drehte sich um Familienbande in magischen Familien. Es war interessant, weil Feelicitas noch nie so richtig daran gedacht hatte, warum sich erwachsene Zauberer nicht um die Eltern und Großelterngeneration kümmerten. Meistens wusste sogar kaum jemand, das diese meistens auch noch lebten. Aber auch das erschien schlüssig. Liam machte es ihr klar: „Magische Kinder sind viel selbstständiger als Muggel. Wenn man sieben Jahre seine Eltern nur in den Ferien sieht, und mit siebzehn schon ein vollwertiges Mitglied der Gesellschaft ist, zieht einen nichts mehr nach hause zurück.

Deine Eltern sind dann ja auch noch jung und wollen ihren Spaß haben und so geht das dann viele Jahrzehnte, wo man sich nur manchmal sieht. Warum soll man dann eine große Bindung zu seinen Eltern haben? Es hört sich zwar nicht schön an, aber meine Schwestern Nancy und Lassy sind lieber in meiner Nähe geblieben, als Mama mit meinen Brüdern nach Irrland auswanderte. Sie wollten lieber jemand in der Nähe haben, der ihre Welt versteht, als bei ihrer Mutter sein. Soweit ich weiß lebt der Rest unserer Familie noch heute zusammen auf dem Bauernhof meines Stiefvaters."

„Ich könnte das nicht. Auch wenn ich magisch bin, ich kann doch nicht einfach tun und lassen was ich will. Ich muss mich doch auch um Synaile und meine Maman kümmern, auch wenn sie nicht unbedingt Teil meiner Welt sind. Ich mache mir sowieso Vorwürfe, das ich nicht überall gleichzeitig sein kann. Am liebsten würde ich meinen Pflegevater in die nächste Woche hexen, damit Maman endlich wieder ihre Ruhe hat. Aber leider darf ich das nicht. " Sagte Feelicitas leise, doch niemand schien das dumm zu finden. Feelicitas hielt sich mit weiteren Worten zurück. Sie mochte zwar ihren Pflegevater nicht, aber man musste das ja nicht überall lang und breit diskutieren. Doch Liam schien anderes im Sinn zu haben: „Mach dir keine Sorgen Feelicitas. Es ist ein sehr weitverbreitetes Übel. Nicht jeder bringt seinen Vater sehr ehrbare Gefühle entgegen."

Feelicitas merkte mit Erstaunen, das auf diese Äußerung hin alle am Tisch erstarrten. Klee schien da noch die unbefangenste zu sein. Doch Lemonys Blick hatte sich auch verdüstert, es sah aus als würde er gerade tief in sich getaucht sein. Liam schaute aber konsequent auf Charley, dieser entgegnete den Blick genauso steinern. Feelicitas selber fühlte sich getroffen. Klee wollte wohl gerade etwas einwenden, da stand Charley auf und schmiss seine Serviette auf den Tisch: „Feelicitas entschuldige, aber ich werden mich jetzt zurückziehen." Sagte er leicht gepresst zu ihr, blickte aber seinen Vater unverwandt in die Augen. Dann wandte er sich ab und verschwand. Liams einzigste Reaktion war mit den Schultern zu zucken und weiter mit seiner Serviette zu spielen. Klee starrte mit einer Mischung aus Entsetzen und Verachtung auf ihren Mann. Lemony schien doch nicht so weit weg zu sein, und schaute nun leicht beschämt auf, sagte aber nichts.

„Musste das sein, Liam?" fragte Klee, ihr fiel es wohl schwer ruhig zu bleiben.

„Klee, Charley braucht sich nicht so aufzuregen, keiner von uns kann sich davon freisprechen. Außer du natürlich, dein Vater war ein Herzensguter Mensch." Versuchte Liam sie zu beschwichtigen. Feelicitas wurde immer stiller, am liebsten wäre sie auch geflüchtet. Musste man denn so etwas diskutieren? Gehörte das selbst zu einen harmonischen Familienleben?

Klee merkte ihre Befangenheit und Lemony rückte sogar näher an Feelicitas und legte ihr tröstend einen Huf in den Schoß. Das machte es nicht gerade leichter, nicht rot zu werden. Irgendwie stieg sogar in ihr der Verdacht auf, das Lemony ihre Gefühlsverwirrungen gerochen und in seinem Sinne gedeutet hatte.

„Feelicitas, vielleicht solltest du mal nach Charley schauen gehen." Sagte Klee, ohne den Blick von ihren Mann zu nehmen: „Ich glaube Liam und ich haben etwas zu bereden. Lemony räumst du bitte die Teller ab?" Dieser nickte und zog fast schon bedauernd seinen Huf zurück. Feelicitas merkte, das niemand außer ihr die unter dem Tisch vorgehende Aktion mitbekommen hatte. Dennoch stand sie auf und verließ eilig den Raum. Charley war nicht oben in seinen Dachgeschosszimmer. Feelicitas hatte eigentlich keine Lust in Dunkelheit und Kälte nach draußen zu gehen, aber das war immer noch besser, als die Szene zwischen Klee und Liam mitzubekommen, die gerade in deren Schlafzimmer stattfand. Nicht das irgendjemand rumgeschrieen hatte, wie sie es von ihrem Vater in ihrer Kindheit gewohnt war. Aber als sie auf ihren Weg nach unten an der verschlossenen Schlafzimmertüre vorbeiging, konnte man hören das sie leise aufeinander einredeten.

Sie fand Charley im Garten. Er schien sich mittlerweile wieder beruhigt zu haben. Sie setzte sich neben ihn. Nach einer Weile schaute er zu ihr rüber: „Hat Mama dich geschickt?" Feelicitas nickte. „Aber ich war selber auch neugierig." gestand sie ein.

Er schnaubte kurz: „Mach dir nicht zuviel daraus, was gerade geschehen ist. Das ist Liams Art sich auszudrücken."

Was genau es heißen sollte, konnte sie nicht sagen. Aber aus alten Äußerungen von ihm, die er im Sommer gemacht hatte, ahnte sie eine verborgene Familientragödie: „Warum nennst du ihm immer Liam? Hasst ihr euch wirklich so?" fragte sie leise.

„Feelicitas, du wirst sicher schon gemerkt haben, das es eine Angewohnheit von Liam ist, nicht zuviel zu sagen, sondern sich alle Antworten für bestimmte Anlässe aufzuheben. Ich hätte zwar nicht gedacht, das heute so eine Augenblick ist, aber ich werde es dir trotzdem sagen. Nein, eigentlich hassen wir uns nicht. Aber wie er bestimmt erwähnt hat, hat nur meine Mutter ein wirklich schönes Familienklima gehabt. Lemony hat seinen Vater nie gekannt und weiß nur das er seine Mutter sitzen gelassen hat, obwohl er wusste das die Zentauren sie ausstoßen würden. Und meinen Großvater John war es nie möglich ein gutes Klima zur Muggelwelt aufzubauen. Seine Frau und Kinder waren ziemlich unmagisch und er konnte damit nichts anfangen. Zwar entwickelten sich Liam, Nancy und Lassy dann doch zu Magiern und eigentlich hätte alles gut sein müssen, aber es war ihm nicht genug. Wahrscheinlich hat er sein Glück bei einer magischen Frau gesucht, da war Liam siebzehn und seine Geschwister noch viel jünger. Von einen auf den anderen Tag ist er plötzlich verschwunden und niemand weiß was aus John Evonshare geworden ist. Man sagt er ist in Thailand, aber andere vermuten schlimmeres."

Das ließ Charley dann mal so stehen, doch er war noch nicht beim Ende seiner Erläuterungen: „Liam hatte zweifellos auch ausdrücken wollen, was wir alle bereits ahnen. Das du selber nicht gerade eine gute Kindheit hattest, obwohl du über deine Mutter Adelaide immer sehr gut redest. Du musst aber nicht darüber reden, lass dich ja nicht von ihm unter Druck setzen. Aber was mein eigenes Vaterverhältnis betrifft. Es war nicht gerade das beste mit Neun Jahren erkennen zu müssen das der eigene Vater irgendwas getan hatte, so das unser aller Leben zerstört wurde. Ich habe es lange nicht verstanden, warum wir uns plötzlich im Wald versteckten und alles so dunkel und traurig war. Doch wenn man auf so engen Raum lebt, dann bleibt nichts lange verborgen. Als ich dann die ganze Wahrheit erfuhr war ich sechzehn und es war eigentlich auch nicht beabsichtigt, das ich es jemals erfuhr. Ich wollte weg von zuhause und es gab einen Riesenstreit, bis die Fetzen flogen. Natürlich konnten sie es nicht zulassen, das ich gehe, aber ich habe das natürlich nicht kapiert. Es dauerte in so etwa bis zu deinen Alter, bis ich verstanden habe, das Liam nichts für das konnte, was geschehen war. Ich hab gemerkt, das er sich schwere Vorwürfe macht. Lemony hat mir bei dieser Erkenntnis sehr geholfen, er kannte Liam ja schon als Kind und erzählt schon mal zuviel. Liam und ich haben uns dann also wieder angenähert, doch eher als Freunde und nicht Vater und Sohn. Deswegen sage ich immer Liam."

Feelicitas nickte erleichtert, es war also alles halb so schlimm wie gedacht. Obwohl sie keinen Moment daran zweifelte, das alle Beteiligten in dieser Zeit schwer zu leiden hatten: „Deine Mutter redet deinen Vater gerade gegen die Wand. Muss ich mir deswegen Sorgen machen?" fragte sie leise.

„Ach, in einer Stunde fällt sie ihm wieder um den Hals. " Beteuerte Charley mit einer wegwerfenden Geste: „Die können nicht lange ohne einander, sie haben ja sonst niemanden mehr." Das machte Feelicitas unsäglich traurig: „Liam hat mir mal gesagt, das die Verwandten deiner Mutter ganz aus euren Leben verschwunden sind."

Charley nickte ernst: „Oma Florencia und Opa Hugo habe ich noch nie gesehen, Mama hat mir früher immer lauter Geschichten erzählt. Sie hatte wohl die Hoffnung, das sie irgendwann mal wenigstens zu Besuch kommen würden. Doch als wir dann untergetaucht sind, konnte sie ihre Träume begraben. Ich glaube das hat sie sehr traurig gemacht. Obwohl sie schon immer nahe an der Schwermut lebte. Hat wohl irgendwas mit meinen Onkel Charley zu tun, den sie leider vor langer Zeit verloren hat." Einen Moment trat Schweigen ein.

„Darf ich fragen was passiert ist?" fragte sie sanft, doch Charley schüttelte den Kopf: „Ich glaube das passt heute nicht hierher."

Eine Weile saßen sie noch nebeneinander und starrten in die nächtliche Dunkelheit: „Charley, wenn einmal wieder einer dieser Tage ist, an denen man Dinge erzählen sollte, würde ich dir gerne von meiner Kindheit erzählen." Sagte sie ernst, Charley schaute sie ein wenig verwundert von der Seite an, doch er nickte.

„Ich glaube wir sollten wieder reingehen, sonst bekommst du noch eine Grippe." Feelicitas hatte gar nicht gemerkt, das ihr kalt war. Aber sie folgte ihm natürlich ins Haus. Charley schien um jeden Preis allen Trübsinn vergessen zu wollen und wandte sich auf der Treppe noch mal um: „Weißt du was meine Mutter am allerliebsten macht? Jedem der nicht weglaufen kann, erzählt sie dauernd von ihrem alten Otter Nerie, an den ich mich leider kaum noch erinnern kann. Wenn dir mal die Gesprächsthemen ausgehen, frag sie nach Tieren und sie findet kein Ende mehr."

Oben trennten sich ihre Wege. Feelicitas wollte nach Serena sehen und fand sie mit Klee spielend im Gästezimmer vor.

„Sie wollte nicht mehr schlafen. Also haben wir uns ein wenig abgelenkt bis du wiederkamst." Klee hätte eigentlich gar nichts sagen müssen, denn der Anblick der sich ihr bot, beanspruchte Feelicitas ganze Aufmerksamkeit. Serena saß mitten auf dem Teppich und knabberte an einem ihr Ärmelchen.

„Wie hast du das geschafft?" fragte Feelicitas leise und ging neben Klee und Serena vorsichtig auf die Knie.

„Na ja, ich habe sie einfach hingesetzt und dann blieb sie sitzen." Erwiderte Klee, aber sie strahlte selber auch. Serena machte keine Anstalten umzukippen und schaute nur leicht verwundert auf ihr Publikum.

„Meinst du das bleibt jetzt so?" fragte Feelicitas leicht zweifelnd, doch Klee beruhigte sie: „Was sie einmal kann, das verlernt sie nicht wieder. Pass auf das sie sich nicht wehtut beim sitzen, dann kommt sie auch nicht auf die Idee sich wieder hinlegen zu wollen." Serena hatte das auch nicht vor, es schien ihr sogar ziemlich viel Spaß zu machen die Welt aus einen neuen Winkel betrachten zu können.

Liam kam dazu. Charley schien seine Eltern ziemlich gut zu kennen, nichts erinnerte mehr an die Auseinandersetzung. Doch nach ein Paar Minuten legte Serena sich wieder hin, scheinbar war sie doch müder als sie aussah. Sie brachten sie wieder in dem Wäschekorb zu Bett und ließen sie dann alleine. Klee und Liam gingen wieder nach unten, doch Feelicitas stieg nach oben und suchte noch mal Charley auf und erzählte ihm von den Neuigkeiten.

„Deine Eltern sehen aus, wie die stolzen Großeltern."

„So fühlen sie sich wahrscheinlich auch." Erwiderte dieser. Ob er das gut fand, konnte sie nicht aus seinem Ton herauslesen. Ihr Blick glitt durch den Raum und blieb am Hochzeitsbild von Miriel Lefay hängen.

„Charley, Warum hast du eigentlich ein Bild meiner Mutter auf deinen Nachttisch stehen?" fragte sie interessiert und nahm es zur Hand. Charley fand das wahrscheinlich nicht so aufregend: „Warum nicht? Sie war immerhin so etwas wie meine Tante. Als ich klein war, hatte Miriel selber noch keine Kinder und sie kam oft und hat mit mir gespielt. Sie war wirklich nett. Und als wir dann durch das Untertauchen kaum noch Kontakt hatten hat Mama mir erlaubt das ich mir das Bild hinstellen darf. Schließlich bin ich da auch drauf, wenn auch nicht gerade sehr gut zu erkennen. Sie ist wunderschön, findest du nicht?" Feelicitas sah irritiert auf: „Charley, pass auf was du sagst. Das ist nicht gerade weise, das mir gegenüber zu erwähnen. Aber ich stimme dir zu."

Er lachte nur: „Sie war meine zweite große Liebe. Als ich groß genug war um zu verstehen, das ich meine eigene Mutter nicht heiraten kann, habe ich Miriel einen Antrag gemacht. Kannst du dir meine Enttäuschung vorstellen, als sie mir ganz nett erklärte, das sie leider schon mit Nathaniel verheiratet wäre? Immerhin hatte sie eingeräumt das sie sich sehr über meinen Wunsch gefreut hat, aber ich war danach wochenlang traurig."

Feelicitas stellte das Bild zurück: „Ach du Armer." Äußerte sie leicht spottend und machte das sie in Sicherheit kam, denn er drohte mit einem Kissen zu schmeißen.

„Du machst dich ja über mich lustig. Du bist so grausam, erst bringst du mich dazu mein Herz auszuschütten und dann verwendest du es gegen mich." Beschwerte er sich gespielt verärgert.

„Ich kann nur wiederholen, das du ein ganz armer Wurm bist. Hat es denn wenigstens eine dritte große Liebe gegeben?" fragte sie teilnahmsvoll und setzte sich neben ihn.

„Natürlich, aber leider war das nie von Dauer. Sie haben mich allesamt sitzen gelassen." Feelicitas wollte gerade ernster werden, da fuhr er fort: „Ich muss mal nachzählen. Die erste hieß Tanja. Sie war zwölf und die Tochter von einer Familie, die hier Urlaub machte. Aber leider wollte sie nicht viel von mir wissen, ich war ihr zu jung und in den drei Tagen, die wir zusammen hatten, habe ich ihr Herz leider nicht gewonnen. Die Zweite war ein Jahr später und sie war genau wie ich zehn Jahre. Das war Lisa und wir hatten zwei unvergessliche Wochen zusammen. Die dritte bis siebte spare ich mir, schließlich habe ich Feingefühl und es war sehr kurz. Aber die achte, die war wirklich toll, denn sie hatte eine Zwillingsschwester, und wir-" Das war der Moment, wo Feelicitas ihm das Kopfkissen um die Ohren schlug: „Ich will kein Wort mehr von deinen Sandkastengeschichten hören. Und den Rest hast du nicht nötig." Rief sie lachend. Charley gab sich geschlagen: „Was anderes habe ich dir leider auch nicht anzubieten." Erwiderte er unter dem Kissen hervor.

„Ist vielleicht auch besser so." verkündete Feelicitas im Brustton vollster Überzeugung.

Das schien ihm nicht zu gefallen: „Was denkst du denn?"

„Nichts." Behaarte Feelicitas, aber er schien wirklich ein wenig geknickt: „Na ja, wäre ja verständlich, wenn du niemanden kennen lernst." Fügte sie schließlich hinzu.

„Ach Feelicitas, kennen lernt man dauernd jemanden, aber was hilft es wenn es keine Zukunft hat? Die Umstände, die herrschen machen es unmöglich mit einer Muggel ernsthaft anzubandeln. Und da ich nie eine magische Schule besucht habe, kenne ich auch kein einzigstes magisches Mädchen außer dich. Und du warst schon immer wie meine kleine Schwester. Und ansonsten habe ich doch genug Beschäftigung hier mit meiner Familie, warum soll ich mir eine neue zusammensuchen?"

So hatte sie das noch nicht gesehen, aber seine Ansicht gefiel ihr sehr gut. Nach einer Weile fiel ihr etwas ein: „Ich sollte mich auch weiter mit meiner Familie beschäftigen. Aber meinen Pflegevater ist nicht mehr zu helfen und Maman und Maurice sind bei ihrer Tante am besten aufgehoben. Aber ich mache mir solche Sorgen um Synaile. Sie scheint total vereinsamt zu sein."

„Dann ändere etwas daran." Meine Charley gutmütig: „Ich würde dir raten, das du deiner Großmutter einen Freund besorgst, damit sie beschäftigt ist. Das wäre noch das beste."

Feelicitas sah ihn etwas pikiert an: „Kennst du jemanden, der nicht Muggel und nicht Magier ist, aber eine Toleranz besitzt, die ihresgleichen sucht? Schließlich hilft der Beste Freund nichts, wenn er sich von den Ansichten meiner Großmutter verscheuchen lässt. Ich glaube schon das sie zu Liebe fähig ist, aber das würde sie niemals zugeben."

Charley sah sie so auffordernd an, das sie verwirrt stutzte: „Was ist denn? Rede ich Unsinn?"

„Nein, nein. Aber ich kenne jemanden, der eine Frau sucht, die weder Muggel noch Magier sein muss und die ihrerseits auch viel Toleranz mitbringen sollte, wegen einiger körperlicher Besonderheiten." Sagte Charley und Feelicitas fiel es wie Schuppen von den Augen: „Kennen sich die beiden eigentlich?"

Charley schüttelte mit einem Lächeln den Kopf.

„Und das Alter? Meinst du Synaile ist immer noch eine rassige Stute?" Ein wenig zweifelte Feelicitas noch, doch Charley nahm ihr diese Sorgen: „Wenn sie noch so aussieht, wie auf den Fotos von der Hochzeit, dann kannst du davon ausgehen, das Lemonys Charme ihr einen zweiten Frühling entlockt."

Feelicitas hatte natürlich die alten Fotos gesehen. Synaile war keinen Tag älter geworden: „Ich weiß nicht. Ich spiele nicht gerne Kupplerin."

„Aber du würdest es gerne probieren, oder?" fragte er mit einem so zuckersüßen Lächeln, das er nur von seiner Mutter haben konnte.

„Ja aber wenn meine Großmutter vielleicht geneigt wäre, Lemony scheint seine Gunst schon vergeben zu haben." Sagte sie leise und schaute ihn unwohl an. Er setzte sich aufmerksam auf: „Echt? Hat er dir irgendwas erzählt?" Doch ihr Blick verriet ihm wohl die Wahrheit: „Nein, nicht wirklich oder?"

„Würde ich so was behaupten? Ich weiß ja nicht wie seine Annäherungsversuche sonst sind, aber er wird wohl nicht jedem weiblichen Wesen direkt in den Hintern beißen. Er hat mir heute unterm Tisch einen Huf auf den Schoß gelegt, das erschien mir doch etwas alarmierend. Er hätte ja seine Hände benutzen können. Außerdem hat dein Vater da auch was gesagt."

Feelicitas fand nichts weiteres dabei, aber Charley schien entsetzt: „Feelicitas du musst aufpassen. Wenn er sich einmal verguckt, dann wird er anhänglich. Am besten fängst du morgen damit an, ihm schöne Geschichten über die Vorzüge von Synaile zu erzählen. Vielleicht kriegt man die beiden ja wirklich zusammen."

Feelicitas glaubte nicht daran: „Charley es geht nicht. Lemony wird hier nie weggehen wollen und Synaile würde ihn nie bei sich dulden. Und andersherum wird sie niemals aus ihren wundervollen Haus ausziehen wollen und-" Charley legte ihr eine Hand vor den Mund und unterbrach sie: „Sag nicht direkt das es nicht möglich ist. Du weißt nicht was morgen ist und weil das niemand sagen kann, ist alles möglich. Mach sie miteinander bekannt und sie werden die Finger und Hufe nicht mehr von einander lassen können. Denn ehrlich gesagt finde ich nicht nur deine Mutter betörend hübsch, sondern alle Frauen eurer Familie."

Feelicitas musste kichern: „Du kennst nur Serena, Miriel, Synaile und mich und wir sind auch noch total unterschiedlich, so wie alle Lefays. Eine meiner Großtanten hat angeblich Schmetterlingsflügel, also sei vorsichtig mit dem was du sagst."

Charley ließ sich nicht abhalten: „Damit sieht sie bestimmt auch ganz gut aus. Aber jetzt mal ernsthaft. Es gibt unzählige Wege, für die beiden. Sie sind zwar keine Zauberer, aber sie haben mehr Magie als wir zusammen. Egal was sie zu dem Thema abstreitendes behaupten, du solltest sie niemals unterschätzen."

Das glaubte Feelicitas ihm gerne: „Habe ich dir eigentlich schon erzählt, das Synaile sich gerne mit den Gedanken anderer beschäftigt? Vielleicht ist es deswegen unmöglich das sie mit einen Mann Frieden bewahrt."

Charley schüttelte nur noch den Kopf: „Hör doch einfach auf das kontrollieren zu wollen. Wenn sie füreinander bestimmt sind, dann finden sie auch zusammen."

„Woher nimmst du nur dieses Vertrauen?" fragte sie und gähnte verhalten. Schließlich war es schon spät.

„Ich glaube an das Schicksal, wie soll man es sonst aushalten sein Leben in einem Wald verbringen zu müssen?" Sagte er leichthin, doch ihr entging nicht der Ernst in seinen Worten.

„Ich weiß was du meinst." Erwiderte sie und entschied dann mit einem zweiten Gähnen, das es Zeit fürs Bett war. Charley schien zwar nicht derselben Meinung, aber ihr Gähnen hielt ihm von Protest ab.

Fortsetzung folgt...

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