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Books » Harry Potter » The Darkness arounding us
Feelicitas Lefay
Author of 12 Stories
Rated: M - German - Tragedy/Romance - Severus S. & Sirius B. - Reviews: 39 - Updated: 02-23-06 - Published: 10-04-05 - Complete - id:2604878
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Die Rechte liegen zwar bei JKR, aber die Inspiration für die beiden Kapitel kommt eindeutig durch die Tatkräftige Unterstützung von Kiosk/A Kiosk Prologue. Viel Spaß beim Lesen wünsche ich allen, die das hier heiß und innig erwartet haben.

27. Schmelzender Schnee

Im Riddlehaus zur selben Zeit:

Zwei Männer standen sich gegenüber. Voldemort, der mächtigste dunkle Zauberer, seit vielen Jahrzehnten und ein eher kleingewachsener Anhänger, der sich in Gegenwart seines Herren gänzlich unpassend bekleidet eingefunden hatte. Voldemort fixierte zum wiederholten Male in den letzten Wochen unheilvoll den verschlissenen Parka seines heruntergekommenen Anhängers. Dieser schaute betreten zu Boden, zum wiederholten Male unsicher, ob seine beständige Muggelaufmachung nicht besonders negativ auf das Klima in diesen Raum wirken musste. Aber er hatte nichts anderes und es war sein bester Schutz und die gelungenste Tarnung. Die Gestalt seines hochgewachsenen Herren trat bedächtig einen Schritt näher, doch der andere Mann rührte sich nicht. Höchstens in seinen zu Boden gesenkten Blick hätte man einen tieferen Anflug von Angst aufkommen sehen. „Knie ruhig nieder, mein alter Diener, oder sind dir die Gelenke eingerostet?" traf ihn die zischende Stimme seines Herren mit einigen Hohn. Der dunkle Lord war nicht sehr guter Laune, das merkte der so Angesprochene sofort und beeilte sich niederzufallen. „

Voldemort kam noch näher und Lennart spürte ein unangenehm kaltes Gefühl durch seine Adern fließen. Er rührte sich nicht und hoffte nichts anderes, als das der Ruf seines Herren sich nicht auf die Sache mit Feelicitas Lefay bezog. In den letzten Wochen hatte er vermehrt Glück gehabt das es nur um Berichte über mögliche Spione ging und der dunkle Lord so gnädig war nur am Rande auf Lennarts anderen Auftrag anzuspielen. Doch heute würde es anders sein, das wusste Lennart genau.

„Nun, willst du mir nicht antworten?" zischte Voldemort recht ungnädig. Lennart wusste erst nicht, was er meinte, er konnte auch nicht sehr gut in Anwesendheit seines Herren denken, doch einen Antwort musste er wohl geben: „Mein Lord, meinen Gelenken geht es sehr gut." Stieß er leise hervor und gewahrte das leichte Zittern in seiner Stimme. Warum war sie immer noch da, diese alte Angst? Der dunkle Lord wusste sehr wohl um seine Gedanken und fast alles, das Lennart lieber geheim halten wollte.

Sein Herr hatte bei ihrer ersten Zusammenkunft vor ein paar Wochen, nur einen Blick in seine Augen werfen müssen und Lennart hatte ihm alles verraten. Namen, Orte, Personen, alles was der Lord nur wissen wollte, und kein einziger Blockzauber, den Lennart je von den Conventiculum abschaut hatte, wäre für ihn auch nur ansatzweise ein wirkungsvoller Schutz gewesen. Er war nicht so mutig wie all die anderen, die Widerstand vermochten und Gedanken lange vorenthalten konnten. Er hatte zuviel Angst um zu handeln, sogar noch viel mehr Angst als damals. Und so hatte Lennart sich nach all den Jahren, bei seiner Rückkehr einfach den dunklen Lord zu Füßen geworfen und ihn regungslos mit ihm machen lassen was sein Herr auch nur wollte.

Über sich hörte er ein missbilligendes Schnaufen und sein Herzschlag setzte einen Augenblick aus. Doch nichts geschah, außer diesen scharfen Ausatmen. Voldemort wendete sich ab und trat ein Paar Schritte nach rechts. Scheinbar schaute er aus dem Fenster in die Dunkelheit.

„Und wie erklärst du mir dann, das viele Wochen vergangen sind, aber keinerlei Nachrichten an mein Ohr gedrungen sind, die auch nur ansatzweise erfolgsversprechend sind? Liegt es an mangelnden Einsatz, oder gewissen körperlichen Defiziten?"

Lennart etwas zuckte zusammen und versuchte seine Stimme unter Kontrolle zu bekommen, damit er antworten konnte: „Mein Lord, ich ... habe mich ihr angenähert, aber sie ... ." Voldemort trat mit leisen Schritten wieder bis kurz vor seinen Kopf hin: „Mein Lieber, was stotterst du denn so herum?" fragte er leise und mit falscher Sanftheit, hockte sich neben ihn und legte eine seiner kalten Hände unter das Kinn seines Anhängers. Voldemort zwang ihn dazu angstvoll aufzuschauen. Die kalte Hand drückte auf seinem Kehlkopf und Lennart schluckte trocken.

„Es ist doch ganz einfach für dich. Also, hast du mir nennenswerte Erfolge vorzuweisen oder nicht?" Voldemorts Blick drang tief in Lennarts Seele und schien nach den passenden Bildern für eine Antwort zu fahnden. Lennart hätte am liebsten die Augen geschlossen, doch das würde schmerzhaft enden. Der Griff an seinen Hals hinderte ihn daran den Kopf zu schütteln. „Nein. Ich... habe keine." Entkam es ihm erstickt. Ruckartig entließ ihn der dunkle Lord aus seinen Griff und erhob sich wieder. Lennart konnte es nicht vermeiden, sich die offenbar gerötete Stelle am Hals zu reiben. Eigentlich eine Kleinigkeit, wenn man bedachte zu was es gleich kommen musste. Er merkte den beharrlich starrenden Blick in seinen Nacken, der eisiges prickeln hinterließ und seine Glieder erstarrten und schienen sich unbewusst gegen baldigen Schmerz wappnen zu wollen. Doch nichts geschah.

„Woran liegt das? Warum hast du die gegebene Möglichkeit durch deine Flucht zunichte gemacht?" kam es ruhig, aber auch ziemlich ungehalten von Voldemort. „Herr, ich erkannte, das sie die Tochter alter Bekannter von mir ist. Ich war erschrocken, ich wollte nicht, das sie etwas merkt." versuchte er zaghaft einzubringen, doch ein amüsiertes und böswilliges Lachen ließ ihn den Rest seiner Einwände lieber für sich behalten.

„Du warst erschrocken? Was soll ich nur mit dir machen, Lennart?" Voldemort sprach den Namen mit einen solchen Hohn aus, das seinem Anhänger bei den aufkommenden Erinnerungen ganz elend wurde. „Du kamst zu mir und flehtest mich an, dir Vergebung zu erteilen und hast mir dafür dein Leben angeboten, das ich deine Familie verschone. Und obwohl das was von dir übrig geblieben ist, mir nur kaum noch einen Nutzen bieten kann, habe ich dir die Möglichkeit gegeben mir beweisen zu können, das du es wert bist dir Gnade zu gewähren. Du kanntest die Bedingungen, mein alter Freund. Deine Dienste und Aufträge erledigst du mit derselben Präzision, die dir früher inne war und lieferst mir zufriedenstellende Ergebnisse ab, oder deine geliebtes Weib und deine sicher ziemlich bezaubernden Töchter werden sich bald zu dir gesellen und eine eindrucksvolle Vorstellung davon geben, was geschieht wenn man sich mir entziehen will." Lennart nickte mit ängstlicher Hast, doch sein Herr war noch nicht fertig und fuhr mit demselben unheilverkündenden Ernst fort: „Ich hörte sie sieht ihrer Mutter ziemlich ähnlich, doch glaube mir mein Freund es lohnt sich nicht einen weiteren Gedanken daran zu verschwenden, wenn du mich nicht verärgern willst."

Lennart schluckte: „Ja, mein Lord."

„Nun gut, erhebe dich und geh. Du hast eine Woche." Sagte Voldemort leichthin zischelnd, doch selbst der gönnerhafte Ton verdeckte nicht den wahren Sinn der Worte. „Eine Woche. Ansonsten kannst du dich darauf gefasst machen, das der erste Höhepunkt deiner großen Familienzusammenführung sein wird, das man dir anhand von Kalliopes und deiner Tochter anschaulichen und vielseitigen Nachhilfeunterricht, in den Möglichkeiten der Durchführung, deines Auftrages zu geben. Du hast mich verstanden, nicht wahr?"

Lennart prallte ein Stück zurück. Es viel ihm schwer, sich unter den brennenden Blick seines Herrn aufzurappeln, ihm sein volles Verständnis zu versichern und möglichst unbeeindruckt nach draußen zu gelangen. Doch irgendwie schaffte er es. Als er endlich draußen war, musste er sich erst mal am Treppengeländer abstützen und seine Beine und Magen wieder unter Kontrolle bringen. Ihm war ziemlich übel, bei der Vorstellung wie die Welt in naher Zukunft für ihn und seine Familie aussehen konnte. Er würde schnell handeln müssen. Und sehr wahrscheinlich notfalls auch ohne jegliches Einverständnis. Es musste nur schnell gehen und durfte auf keinen Fall wieder misslingen. Und dazu hatte er nur sieben Tage, ansonsten würde Mavis... .

Am Morgen nach dem Gespräch mit Charley, schlief Feelicitas erst mal lange. Eher gesagt kuschelte sie noch stundenlang mit Serena, die sie zu sich ins Bett genommen hatte. Solche Momente waren so selten, wenn man mal Zeit dazu hatte, musste man das auskosten. Und als sie endlich aufstanden und sich hinuntertrauten, schrieb Feelicitas ihrer Großmutter einen recht offenherzigen Brief, in dem sie Lemonys Vorzüge mehr als nur deutlich hervorhob und Synaile noch mal bat ihr endlich zu antworten. Mehr wollte sie vorerst nicht machen, aber vielleicht hatte Charley recht und Synaile fühlte sich angesprochen und schrieb etwas nettes zurück, das man Lemony zeigen konnte. Überhaupt wünschte sie sich, das Synaile nicht weiter eingeschnappt war. Irgendwie wusste Feelicitas, das diese Frau ihr noch einmal mehr als wichtig werden konnte. Synaile war der einzige leibliche Teil, der von ihrer Familie übriggeblieben war, dagegen konnten selbst die Evonshares nicht ankommen, obwohl sie Feelicitas so einfach nebenher als Ersatztochter angenommen hatten. Feelicitas hätte es schön finden müssen, aber ein Teil von ihr blieb immer das einsame, ausgestoßene Wesen, das sie den größten Teil ihres Lebens war. Und trotz ihres schlechten Gewissens hatte sie den Verdacht, das sich das auch nie ändern würde.

Am späten Vormittag gesellte Feelicitas sich mit Serena zu Liam in den kleinen Stall. Liam schien gerade ausreiten zu wollen. Feelicitas hatte noch nie auf einem Pferd gesessen und hatte eigentlich nicht vor, das ausgerechnet jetzt anzufangen. Erst einen Tag war es her, da hatte sie Lemonys Angebot abgelehnt, da erschien es ihr etwas unpassend. Doch nach langen Übereden bekam Liam sie dann mit Serena doch darauf und sie ließen sich ein paar Runden von dem herbeigerufenen Charley führen. Es machte mehr Spaß als erwartet, und besonders Serena schien das neue Sitzerlebnis, auf dem Pferd besonders toll zu finden. Sie zeigte mit ihren kleinen Patschefingern auf alles, was es zu entdecken gab und kommentierte es mit einen belustigten: „Da."

„Vielleicht sollten wir das öfters machen." Bemerkte Feelicitas strahlend: „In spätestens einigen Jahren, ist Serena dann so weit, das sie ein eigenes Pony haben will. Wenn ich mir dann Severus Gesicht vorstelle, wenn wir erwägen müssen, ob man das Tier in unseren Garten zwischen der Wäscheleine und dem Gartenzaun noch unterbringen kann, wird mir jetzt schon ganz anders."

Ja und erst recht, wenn ich damit rechnen muss, das sich Voldemort dann immer noch als großzügiger Geschenkgeber aufspielt. Womöglich steht dann tatsächlich ein stilecht pechschwarzes Pony vor der Türe. Und spätestens an diesem Tag muss ich Serena einiges erklären. Feelicitas raubte dieser Gedanke jegliche Belustigung und sie wurde wieder ernst. Charley aber schien es entgangen zu sein und er kicherte immer noch: „Bis dahin wirst du dir das Gesicht deines liebenswürdigen Gemahls nicht mehr vorstellen müssen. Und wenn Serena ein Pony haben will, dann wird sie es auch bekommen." Feelicitas entging nicht der etwas komische Unterton in seinen Worten, doch vielleicht war es auch nur Einbildung. Erst gestern hatte er ihr erklärt, das sie so was wie Geschwister wären, dann würde er sich heute garantiert nicht mit Absicht in Andeutungen verstricken. Feelicitas warf ihn einen etwas genervten Blick zu, obwohl das eher ihr selber galt. Warum musste sie denn auch so einen Verfolgungswahn haben? Mittlerweile konnte sie ja niemanden mehr anschauen, ohne direkt in Überlegungen auszubrechen wie hoch die Chance auf etwaigen Nachwuchs war. Und wenn sie sagte niemand, dann meinte sie auch so. Niemand wurde aus diesen Gedanken ausgeschlossen.

Charley schien endlich ihre Verstimmung bemerkt zu haben und schaute schräg hoch zu ihr.

„Wie kommst du darauf?" fragte Feelicitas etwas verwirrt, sie war sich gar nicht sicher, ob er mittlerweile noch etwas gesagt hatte. Charley zuckte mit den Schultern: „Na ja, bis dahin musst du vielleicht nicht mehr mit ihm verheiratet sein." Seine Worte klangen abwägend und er schaute sie forschend an.

„Wer weiß das schon." Sagte Feelicitas nur knapp und wandte ihren Blick ab und betrachtete das kleine Vögelchen, welches ihre Tochter gerade in einem Baum erspäht hatte. Das hier gerade, war eigentlich eine wundervolle, unbeschwerte Erfahrung und doch schaffte sie es wieder mal in trübe Gedanken zu verfallen. Mühsam versuchte sie jegliche Sorge zu vertreiben und noch etwas Ruhe vor ihren Sorgen zu finden, doch das währte nicht ewig.

Irgendwann war Serenas Näschen so kalt geworden, das Feelicitas es zu aller Bedauern vorzog sie wieder ins warme zu bringen. Liam schlug ihr zwar vor, das er auf sie warten könne, doch das Angebot beim Ausritt mitzukommen lehnte sie lieber ab. So ritt Liam alleine weg und blieb einige Stunden verschwunden.

Der Wald schien größer zu sein als angenommen, oder er ließ es langsam angehen. Manchmal hatte Feelicitas den Eindruck das er das Alleinsein brauchte um diese eingesperrte Nähe zu seiner Familie zu ertragen. Sie konnte nicht sagen, ob ihr Eindruck wirklich stimmte, aber sie vermutete es sehr.

Sie wäre auch soweit gegangen sich einzureden, das ihn ihre Anwesendheit doch noch immer etwas verwirrte, aber wenn man sich vergegenwärtigte, mit welcher Selbstverständlichkeit er sie in den Kreis seiner Familie aufgenommen hatte, verwarf sie den Gedanken schnell wieder.

Als Liam dann wiederkam, hatte Klee gerade ihren Sohn zum gemeinsamen Kochen eingeteilt. Feelicitas hätte ihr gerne geholfen, doch irgendwer musste ja auf ihre Tochter aufpassen. Auch Lemony war wieder irgendwo hin verschwunden und Feelicitas war alleine mit Serena im Wohnzimmer und genoss ihr Wohlbefinden. Liam schien das nicht so schlimm zu finden, das sie sich ziemlich gemütlich auf das Sofa gefläzt hatte. Er setzte sich neben Serena auf den Boden und spielte mit ihr und ihrer neuen Rassel. Irgendwann hatte Serena aber keine Lust mehr und ignorierte ihn. Liam kam wieder zur Couch und blickte interessiert auf Feelicitas Häkelbemühungen.

„Wirklich hübsch. Du kommst mir manchmal wie die Reinkarnation deiner Mutter vor. Miriel hat früher auch immer gehäkelt." Bemerkte er und Feelicitas erwiderte etwas verlegen über seine Andeutung: „Wirklich? Schade das sie mir das nicht abnehmen kann. Serena wächst so schnell, das ich kaum mehr mit den Sachen nachkomme. Zwar habe ich Weirdy schon zur Unterstützung aber irgendwie fehlt immer etwas."

„Bald hört das auf und dann wächst sie langsamer." Versuchte er sie zu trösten: „Aber warum hast du denn wieder diese dunkle Farbe genommen. Dunkelrot passt doch gar nicht zu ihr. Das Kleid, das sie zu Weihnachten an hatte, war wirklich schön, glaub jetzt nicht das ich dir Vorwürfe machen will, aber sie ist noch so klein und unbeschwert, wieso machst du sie älter als sie ist?" Feelicitas lächelte kopfschüttelnd: „Ihre gesamte Wäsche besteht nur aus rosa, hellblau, weiß und ganz viel zarten Grün. Irgendwann guckt man sich da dusselig dran. Außerdem steht es ihr wirklich gut und es ist doch wohl nicht Ausdruck irgendwelcher Gefühle wenn man dunkle Farben trägt."

Liam war nicht ihrer Meinung: „Ich finde schon. Ich finde es nur schade, wenn du sie in ihrem Alter schon so groß guckst"

„Ich hoffe es auch das sie noch lange klein bleibt. Wenn sie in dem Tempo groß wird, mache ich mir doch Sorgen. Aber vielleicht kommt das von Severus Seite her. Vielleicht war er ja auch jemand der schnell gewachsen ist." Das konnte ihr Liam natürlich auch nicht sagen, aber scheinbar war es der Startschuss für etwas, das ihm am Herzen lag: „Wie steht es denn derzeit zwischen dir und Snape?" fragte er vorsichtig.

„Es heißt Scheinehe, weil überhaupt nichts zwischen uns steht." antwortete Feelicitas verdrossen über den Themawechsel und blickte ihn einen Moment strafend an, dann wurde er tatsächlich etwas rot. Das er aber nicht an pikanten Details interessiert war, überzeugte sie davon ihm ein wenig zu erzählen.

„Tut mir leid." sagte sie leise und warf ihm einen entschuldigenden Blick zu: „Du weißt selber das wir nicht viel miteinander anfangen können."

Sie seufzte schwer auf: „Kann ich dir etwas anvertrauen, Liam?"

Er nickte und rückte näher: „Macht er dir Ärger?" Bei seiner ziemlich offensichtlichen Besorgnis musste sie doch traurig lächeln: „Severus nicht, aber die Etage darüber bereitet mir tiefste Sorgen. Ich stecke in einen Zwiespalt. Weißt du, ich habe sozusagen einen Auftrag zu erfüllen. Ich weiß nicht wirklich was das alles soll, aber Vol... der dunkle Lord will mich irgendwie in der Nähe seines Einflusskreises halten, indem ich wieder schwanger für ihn werden soll."

Liam schaute sie ehrlich schockiert an, fast so als dächte er noch weiter, als sie angedeutet hatte: „Feelicitas, wenn du sagst, das du wieder schwanger für ihn werden sollst, dann entsteht in mir die Vermutung, das Serena kein Ergebnis einer kurzzeitigen Leidenschaft ist..."

Eigentlich hatte Feelicitas nichts anderes erwartet, aber erst jetzt merkte sie, wie beleidigend und verletzend es klang, wenn jemand es aussprach. „Serena ist das Ergebnis einer kurzzeitigen Leidenschaft." Betonte sie schärfer als beabsichtigt. Noch ehe Liam irgendetwas zu ihrer Beschwichtigung sagen konnte, fuhr Feelicitas fort: „ Aber es stimmt auch, das diese Entwicklung nur durch einige Vorgaben des dunklen Lordes Gestalt angenommen hat. Das ist es doch, was ich nicht verstehe. Damals war ich irgend so eine Muggel, die er auf recht innovative Weise loswerden wollte. Und heute scheine ich Begründerin irgendeines geheimen Zuchtprogramms zu sein." Feelicitas suchte in seinen Zügen nach Anzeichen von Anwiderung, doch Liams Entsetzen galt nicht ihrer Person. Unwillkürlich fiel ihr ein, das er wohl einer dieser seltenen Menschen waren, denen man alles anvertrauen konnte.

„Vielleicht irrst du dich und es betrifft nur Severus. Du hast eigentlich nicht die schlechteste Herkunft, wenn man nur mal den Stammbaum deines Vaters anschaut. Vielleicht will er nur das Severus eine Familie hat." Äußerte er leicht unsicher. Feelicitas verdrehte die Augen: „Sicher doch, demnächst gründet er noch ein Heiratsinstitut." Stieß sie schnaufend aus. Doch es war dumm, gegen Liam zu arbeiten, was konnte er für ihren Verdruss: „Entschuldige, Liam, ich benehme mich wie ein kleines Kind, anstatt der Frau zu der man mich gemacht hat." Sagte sie leise und blickte ihn verzeihend an.

„Wenn du dich als kleines Kind betrachtest, dann will ich nicht sehen was du noch sein kannst" Sagte er und warf ihr einen prüfenden Blick zu. Feelicitas erkannte darin wieder das alte Misstrauen. Und sie musste ihm eingestehen, das er eigentlich Recht hatte. Sie entfernte seine Hand von ihrer Schulter und sah ihn ernst an: „Weißt du, ich bin jetzt schon vielen Menschen unterschiedlichster Art begegnet. Die meisten unterschätzen mich einfach grundlos. Sie sehen in mir nur ein harmloses Ding, das am besten irgendwo unterkriechen sollte, weil es nicht hierher gehört. Sie bedauern mich sogar für die Gefangenschaft im Riddlehaus und das ich von Vol... Liam es tut mir leid, aber mir rutscht das immer heraus." Sagte sie auf seinen etwas verärgerten Blick: „Also das ER an mir dieses komische Interesse hat."

„Feelicitas, du hast Bedauern verdient." Versicherte Liam ihr eindrücklich: „Niemanden sollte so was geschehen. Ich glaube jeder Todesser würde eher stundenlange Folter eingehen, als sich langwierig dieser Nähe auszuliefern. Nicht einmal alle Verheißungen die er zu bieten hätte, würde jemanden in seine Nähe treiben. Aber du hast es tun müssen und das auch noch ohne irgendwelche Lohn." Versicherte er bestimmt und Feelicitas hätte ihn für seine Worte umarmen können, aber wenn sie schon einmal klare Worte sprach, dann sollte sie keine Lügen mehr zulassen: „Ach Liam du weißt so wenig. Ich hätte schon in den ersten Tagen fliehen können. Man könnte sagen der Imperius hielt mich davon ab, aber in Wirklichkeit war es nur meine eigene Faszination für diese düstere Welt. Diese Dunkelheit war mir immer vertraut, es gefällt mir dort. Vielleicht willst du es nicht wirklich glauben, das es so sein könnte. Ich wirke ja auch nicht so mit meinen bunten Kleidern und den Kopf voller Sorge um Serenas Wohlbefinden und unbeschwerte Zukunft. Aber wenn ER nicht den Fehler gemacht hätte, mich Anfangs wirklich schlecht zu behandeln, dann wäre ich heute eine richtige Todesserin und würde mit voller Begeisterung alle seine Wünsche erfüllen. Nicht weil ich

einige Muggel hasse, oder das Gefühl bräuchte Macht und Einfluss zu haben. Nein, diesen Teil überlasse ich gerne denen, die es brauchen. Es war eher, weil ich trotz meiner Abscheu vor ihm, nicht wirklich Angst habe. Liam, versteh das jetzt nicht falsch. Ich will nicht andeuten, das er mich besonders mag und ich so verrückt wäre mich als etwas besonderes zu sehen nur weil er Verwendung in einen seiner nebensächlichen Pläne für mich zu haben scheint. Ich bin auch wirklich nicht versessen darauf mir vorwerfen lassen zu müssen, das wir etwas gemein haben könnten, aber es ist nun einmal so, das wir uns nach einer eher kleinen Auseinandersetzung seltsamerweise vertrugen und zu verstehen schienen. Und das ist sogar seiner Schlange aufgefallen, die war eifersüchtig auf mich. Liam ich gäbe eine prima Anhängerin für ihn ab. Ich bin dazu fähig Dinge für ihn zu tun, die selbst der hartgesottenste Todesser nicht einmal denken würde. Ich bin dazu fähig jemanden aktiv nach dem Leben zu trachten und ich habe auch den Wagemut besessen, den dunklen Lord höchst muggelhaft mit einen Messer zu erstechen."

Liam japste auf und schien nun wirklich entsetzt: „Feelicitas, vielleicht solltest du schlafen gehen. Ich kann nicht glau-" Feelicitas verdrehte die Augen. Natürlich konnte er es nicht glauben. Sie unterbrach ihn einfach: „Genau das meine ich aber Liam. Niemand traut mir das zu. Andere brauchen Ihn nur falsch anzusehen und erleiden einen höchst schmerzhaften Tod und ich hab versucht ihn zu ermorden und er hat auch noch meine Wunden geheilt. Ich bin ihm weggelaufen und trotz dessen, das er nur nach mir schicken lassen müsste, akzeptiert er es einfach bis auf den heutigen Tag. Es gab keine Folter mehr, kein Ärger und nichts. Selbst wenn ich was anstelle, Severus schafft es jedes mal ihm auszureden, das ein persönliches Treffen von Nöten wäre. Entweder lässt ER sich von Severus seinen Willen diktieren, was ich nicht glaube. Oder ER hat eine unheimliche Geduld mit mir. Ich scheine die Ausnahme in purer Gestalt zu sein. ER macht mir sogar Geschenke."

Eine Weile schwiegen sie sich an, bevor Liam sich überwinden konnte das Gespräch weiterzuführen: „Du meinst also, das es was mit dir persönlich zu tun hat, das er dir Kinder anhängt." Feelicitas nickte, erleichtert, weil sie endlich eine ziemliche Klippe überwunden hatten: „Das ist auch so, denn Severus war nicht seine erste Wahl. Der dunkle Lord kennt keinen Anstand und hat erst Lucius Malfoy erfolglos darauf angesetzt. Danach hat der Lord mich sozusagen an Severus verkuppelt und wir kamen uns näher. Na ja, ich dachte damals wir wären uns näher gekommen. Eigentlich waren wir das auch, aber..." Liam legte ihr plötzlich eine Hand auf die Schulter und Feelicitas merkte, das ihr Ton immer hilfloser geworden war und ihr die Tränen hochkamen: „Entschuldige, das ist alles nicht so einfach." Wandte sie sich an Liam, doch dieser schüttelte nur den Kopf und wischte ihr eine Träne ab: „Das ist alles nicht so schlimm. Feelicitas ich kann es nicht für möglich halten, das du so schlecht von dir denken musst, aber ich würde es trotzdem gerne erfahren." Sein netter Ton beruhigte sie etwas und so nickte sie tapfer: „Du kannst dir vielleicht vorstellen, welche Verzweiflung ich damals verspürt habe. Es war so unheimlich was mir geschehen ist. Und dann war da plötzlich Severus und bot mir einen Ausweg. Er ist ein Halt für mich, wenn er da ist, brauche ich mir keine Sorgen machen, man kann sich auf ihn verlassen. Das es sich zwischen uns nur um eine sorgfältig herbeigeführte Aktion handelte, habe ich erst später wirklich verstanden. Aber obschon ich damals schon ahnte, das es nicht mit rechten Dingen zugehen konnte, das dieser unnahbare Mann mich förmlich in seine Nähe gezogen und Dinge zugelassen hat, bei deren Gedanken ich heute ungläubig den Kopf schütteln muss, ich wollte es da nicht wahrhaben.

Menschlich bedeutet er mir natürlich sehr viel, aber man weiß nie, was er empfindet. Er hat sich mir nie wieder auch nur ansatzweise so geöffnet und deshalb sehe ich keine Zukunft in ein gezwungenes, gemeinsames Kinderprojekt. Aber es will natürlich auch keiner, das deswegen Verärgerung entsteht."

„Jetzt verstehe ich." Äußerte Liam etwas trocken und wirkte bedrückt. Ja, es war schon einen ziemliche Sackgasse. Kind oder viele Scherereien.

„Ja, ich hätte mich auch kürzer fassen können. Denn eigentlich habe ich eine Lösung für das Problem." erwiderte Feelicitas mit einen entschuldigenden Lächeln: „Ich habe jemanden kennen gelernt, der mir mehr Gefühl und Bereitschaft entlockt für ein zweites Kind zu kriegen. Ich bin zwar bereit es mit ihm zu wagen, doch irgendwie sage ich mir selber, das das gleichzeitig auch eine ganz dumme Idee ist. Ich will Severus nicht betrügen, auch wenn ich nicht weiß warum ich so denke. Es sollte mir doch eigentlich ganz egal sein, aber ich habe trotzdem ein schlechtes Gewissen. Ich weiß gar nicht ob ich es gut heißen soll oder es schlecht finde, das sich bis jetzt diese Zuneigung zu dem Mann nicht so recht im Sinne dessen was ich vorhabe entwickelt hat. Warum erzähle ich dir das überhaupt alles? Ich rede mich doch um Kopf und Kragen." etwas entsetzt über ihre Gesprächsbereitschaft stutze sie und schaute ihn düster an. Doch Liam zuckte nur die Schultern: „Weil du musst. Irgendwen muss man es doch erzählen, und vielleicht brauchst du jemanden mit mehr Lebenserfahrung, der dir dazu etwas sagen kann. Du steckst wirklich in einer sehr unangenehmen Situation. Aber ehrlich gesagt, kann ich dir da nicht weiterhelfen." Er schien sich etwas unwohl zu fühlen.

„Ja, denke ich auch nicht." sagte Feelicitas hastig: „Das habe ich auch nicht andeuten wollen. Versteh es nicht falsch, auch wenn der Betreffende in so etwa in deinen Alter ist."

Wie sie es so sagte, fiel ihr etwas ein und leicht überrascht fügte sie hinzu: „Wenn ich recht bedenke, könntet ihr euch auch aus der Schule her kennen."

Fragend schaute sie Liam an, dieser schien etwas entsetzt. Feelicitas verstand es nur zu gut, vielleicht war er etwas offener in dieser Beziehung als Klee, aber das hieß ja nicht, das er alles tolerierte. Aber er rutschte nicht von ihr weg und nach dem ersten Moment schien er auch nicht weiter überrascht: „Ich weiß gar nicht ob ich das herausfinden will. Bist du sicher, das du dir so was antun willst? Es fällt mir schwer zu glauben, das es das richtige für dich ist." äußerte er etwas wage.

Feelicitas war ein wenig gerührt das er sich solche Sorgen machte. Fast war sie versucht Lennart Gray etwas positiver darzustellen, damit er seine Ruhe hatte. Aber dann lachte sie sich selber für diesen Gedanken aus. Liam war schließlich nicht ihr Vater. Es ging nicht darum ihn überzeugen zu müssen das der Freund kein Idiot war. Liam war sich selber dessen auch bewusst, das sah sie ihm an.

„Liam, eigentlich hast du recht. Aber wenn ich ehrlich mit mir selber bin, will ich gar nichts anderes. Es ist nur eine Affäre, wie man wohl darüber sagen kann. Eben nur ein wenig flüchtige Nähe. Vor ein Paar Wochen hätte ich entsetzt die Hände über den Kopf zusammengeschlagen bei dem Gedanken mir einen Freund zu suchen. Aber mittlerweile kann ich einfach nicht anders. Es sollte eigentlich nur ein Kind entstehen, ich wollte keine Ansprüche stellen. Nun, uns kam etwas dazwischen was zu einen unsanften Abbruch des Kontaktes führte und seitdem konnten wir uns nicht mehr treffen und miteinander reden oder schlichten. Erst war ich sehr sauer, aber dann habe ich gemerkt, das ich nur so empfand, weil ich mehr wollte. Ich will mehr von diesem Mann als nur den Samen für ein Kind. Ich weiß das ich ihn nie haben kann und nicht nur wegen dem Altersunterschied Welten zwischen uns liegen, aber er fehlt mir trotzdem unheimlich. Er war nett und hat mich zum lachen gebracht und ich glaube ich empfinde etwas für ihn. Ich will nicht sagen, das es richtige Liebe ist, aber alles was ich darüber weiß ist, das diese Gefühl dem gleicht, was mir bisher nur mein erster Freund in dem Ausmaßen entlocken konnte. Ich weiß nicht, ob du das verstehen kannst, aber ich will mehr davon haben."

Liam hatte ihr still zugehört, doch er nickte: „Ich wünsche dir nur, das es dir gut geht, es sollten keine Vorwürfe sein Feelicitas. Ich kann nicht beurteilen was er vielleicht für dich empfinden könnte. Ich kann dir aber trotzdem einen Rat geben, wenn du willst."

Feelicitas wollte natürlich.

„Also du wirst bestimmt schon oft gehört haben das ich Klee schon seit unserer frühen Jugend verfallen bin. Leider war es bei ihr eher Freundschaft, was uns zusammen hielt und erst spät haben wir uns einigen können, wie unsere Zukunft aussehen sollte. Aber obwohl ich offiziell mich immer als schon gebunden betrachten durfte, habe ich natürlich auch mal andere Mädchen angeschaut."

Er verstummte und blickte sie bedeutsam an. Feelicitas hatte es schon vor langen erraten, schon als er mit ihr das erste Mal über Miriel sprach: „Du kanntest sie also näher?" fragte sie gespannt und schenkte ihm einen aufmunternden Blick. Das sie es so ruhig aufnahm, schien er nicht erwartet zu haben. Trotzdem wägte er jedes seiner Worte ab: „Du wirst zweifellos viel gehört haben und ich könnte mir vorstellen das es dich verwirrt, das deine Mutter angeblich vielen ihre Gunst geschenkt hat. Aber sie war nicht verdorben und wenn einer den Unterschied kennen lernen durfte, dann bin ich es. Ich sage es nicht gerne, aber ich habe sie vor ihrer Heirat mit Nathaniel besser gekannt als irgendwer sonst von uns. Miriel war einfach nur ohne Vorbehalte aufgewachsen und machte, wozu sie gerade Lust hatte. Das konnte oft sogar so enden, das überhaupt nichts geschah, weil sie von einen auf den anderen Moment, plötzlich was anderes zu tun hatte. Deswegen liefen die Jungen ihr auch immer hinterher, längst nicht jeder hatte auch nur die Chance, das sie mal an was anderes als ihre diversen Hobbys oder ihr Eichhörnchen dachte. Natürlich gingen dann Gerüchte rum, was sie alles in stillen Stunden angestellt haben soll, wenn sie doch nur irgendwo saß und sich von einen total gelangweilten Verehrer beim wickeln ihrer Wolle helfen ließ. Also was ich eigentlich sagen will, ist das du dir von niemanden irgendwelche Vorwürfe machen musst nur weil du über einige Umwege auf der Suche nach dem Richtigen bist. Deine Mutter kann es dir ja leider nicht mehr sagen, aber sie würde dir raten, zu tun was du willst und womit du dich am besten fühlen würdest."

Feelicitas schnaufte verbittert: „Was ich will? Wer fragte denn danach?"

„Ich." sagte er ruhig.

„Gerade du solltest doch wissen das bei einem Leben in Unfreiheit die eigenen Bedürfnisse nicht von Belang sind. Ich habe viel mehr Verständnis als ich verdient habe, aber manchmal bewahrt das auch nicht. Ich habe den Auftrag das ich ein Kind kriegen muss, also kann ich nicht nach meiner Lust gehen. Wenn du Lust haben würdest deine Mutter besuchen zu gehen, dann könntest du es doch auch nicht einfach machen, oder?" fragte sie scharf, doch er schüttelte nur den Kopf.: „Willst du denn ein Kind haben? Willst du von jemanden begehrt werden? Sag es ganz ehrlich und denk nicht an die Gefahren und Risiken oder das dir irgendwer vorwerfen könnte das du mannstoll bist."

Feelicitas schaute ihn nur stumm an. Doch bei seinen offenen Worten konnte sie es ihm nicht übel nehmen: „Kinder sind wundervoll und ich möchte natürlich noch eins haben. Mag es an meinen Erbgut liegen, aber mir ist es persönlich auch total egal von welchem Mann ich das bekommen sollte. Aber ich würde es niemals ausgerechnet jetzt in Anbetracht dieser Zeiten wagen wollen wenn ich nicht müsste."

„Gut, Klee hat mir damals dasselbe gesagt, nach unserer Hochzeit. Sie wollte auch kein Kind in die Welt setzen, wenn die so düster war. Nun, ich habe ihr gut zugeredet, obwohl ich vielmehr Gründe hatte zu wissen wie negativ die Zukunftsaussichten waren. Und du siehst, wir haben Charley trotzdem groß bekommen. Ich würde dir raten das alles ein wenig lockerer anzugehen. Zeugung ist oftmals eine Geduldssache und hängt von vielen Dingen ab. Das Severus es ziemlich schnell geschafft hat ist wohl nur seinen Talenten zu verdanken. Er wird wohl wissen, was da Unterstützend hilft. Lass es einfach drauf ankommen wie es sich weiter entwickelt und verlang nicht soviel von dir."

„Wie meinst du das?" Aber Liam wollte es ihr nicht näher erläutern: „Deute es wie du willst."

Aber Feelicitas hatte schon so ihre Ahnung. Er riet ihr doch tatsächlich, erst mal das positive an der Sache zu schätzen.

„Vielleicht sollten wir noch darüber sprechen ob ich ihn wirklich kenne. Vielleicht hilft dir das bei deinen Problem." Liam schien eindeutig neugieriger zu sein als seine Vorbehalte: „Wie heißt er denn?"

„Lennart Gray." Sagte Feelicitas gespannt, aber Liams Gesicht blieb ausdruckslos: „Beim besten Willen, den Namen kenne ich nicht." Feelicitas fühlte sich ein wenig enttäuscht, sie hätte gerne mehr über Lennart gewusst, vielleicht bestand ja auch eine Verbindung zu Liam.

„Er hat eine Ina geheiratet, angeblich kennt er die schon seit seiner Schulzeit."

Liam warf ihr trotz all seiner Worten einen komischen Blick zu, als sie das mit der Ehefrau berichtete, dann überlegte er ernsthaft, aber scheinbar sagte es ihm nichts: „Vielleicht sollten wir Klee fragen, die kannte schon immer jeden beim Namen."

Nun war es an Feelicitas etwas zu erstarren: „Und wie willst du ihr das erklären, warum ich gerne mehr über diesen Mann wissen möchte? Ich glaube die Wahrheit wird alle ihre Illusionen zerstören."

Liam schüttelte den Kopf: „Nein, sie würde nur sagen, das du deiner Mutter sehr ähnlich bist und dann das Thema nie wieder ansprechen. Aber du hast recht, sie würde keine Ruhe mehr geben und alles drum herum wissen wollen. Wie sieht er denn aus, dieser Lennart?"

Feelicitas sagte nichts, erst als er sie aufmunternd anblickte fragte sie argwöhnig: „Wenn du ihn nicht kennst, dann wird dir das Aussehen auch nicht viel helfen, oder?"

Ihre Verwirrung belustigte ihn etwas: „Feelicitas, ich hätte gedacht, das der Umgang der letzten Jahre dich etwas hellhöriger hätte werden lassen. Das du diesen Mann nicht beim einkaufen kennen gelernt hast, darf man doch wohl voraussetzen. Also wird er dir wohl vor eurem Haus begegnet sein. Fragt man sich nur, was er da wollte? Er scheint was zu verbergen, vielleicht ist sein Name auch nicht sein eigentlicher."

Das verwirrte Feelicitas etwas, an so etwas hatte sie nicht gedacht. Es kam auch ein wenig plötzlich, eben ermutigte er sie noch und jetzt schien er selber Zweifel zu haben. Aber es war auch einer der Momente, die Feelicitas nicht hervorrufen wollte. Sollte sie ihm jetzt sagen, das Lennart ein Todesser war? Aber sie hatte Liam mal wieder unterschätzt, er verfügte über die Gabe sich die Informationen die er haben wollte zu beschaffen. Egal mit welchen Mitteln. Und ihr Blick verriet sie wohl, denn er schaute ihr tiefer in die Augen: „Kann es sein, das du sehr wohl weißt was Lennart Gray bei euch verloren hat und es mir noch nicht gesagt hast?" fragte er etwas ungehalten. Feelicitas musste also nicken und versuchte ihr schlechtes Gewissen mit einem Lächeln zu überspielen. Er forderte weiterhin eine Antwort und ihr Lächeln erstarb.

„Er wollte natürlich zu Severus, weil die beiden für den dunklen Lord arbeiten." Sagte sie leise. Scheinbar hatte er es schon geahnt, so richtig erstaunt war er nicht: „Ich sollte es dir vielleicht nicht sagen schließlich bist du alt genug. Aber ich tue es trotzdem deinen verblichenen Eltern zuliebe. Du solltest dich nicht mit Todessern einlassen, Feelicitas. Bei diesen Spiel haben sich schon ganz andere die Pfoten verbrannt."

Es erleichterte sie, das er es doch so ziemlich ruhig aufnahm. „Es gibt verschiedene Arten von Todessern. Manche sind Böse, andere sind nur Mitläufer, dann gibt es noch Spione und wiederum andere sind nur dabei, weil zuhause Frau und Kinder sonst in großer Gefahr schweben würden. Wenn du alle über einen Kamm scheren willst, dann sollte ich vielleicht als Erstes den Kontakt zu dir abbrechen." Verkündete sie etwas spitz und er wich für einen Moment ihrem Blick aus.

„Ich will dir nur helfen." Sagte er schließlich mit einer Spur von Bedrückung.

„Und ich will das du mir hilfst, damit ich keine Fehler begehe." Erwiderte Feelicitas ernst und fuhr dann mit ihrer Beschreibung von Lennart Gray fort: „Er lebt mit seiner Familie in Kanada und ich glaube er ist nur wieder zu den Todessern zurückgekehrt, weil er sie schützen will." Liam fragte kurz dazwischen: „Er war bereits einmal Todesser? Feelicitas, das schränkt den Kreis der Verdächtigen erheblich ein. Da brauchen wir erst gar nicht alte Schullisten durchzugehen. Vielleicht kenn ich ihn ja doch."

„Wie auch immer. Also er ist eher klein und braunhaarig und hat graue Augen. Und ...er hat sehr viele schreckliche Narben auf dem Oberkörper." Feelicitas wurde etwas rot, vielleicht wollte Liam es auch nicht so genau wissen. Und er erstarrte wirklich etwas und warf ihr einen komischen Seitenblick zu.

Seine Stimme klang etwas angespannt, als er sagte: „Ich will das du mich mit ihm bekannt machst."

Als sie nichts sagte, fasste er sie an den Armen. Sein Blick erschreckte sie ein wenig, doch Feelicitas rührte sich nicht, erst nach einer Weile nickte sie einfach nur. Weil sie aber ziemlich verstört wirkte, fand Liam es wohl angebracht sie wieder zu beruhigen: „Verabrede dich mit ihm und sag kein Wort davon, das noch jemand dabei sein wird. Das soll doch eine Überraschung werden." Sagte er ziemlich ruhig obwohl in seinen Augen irgendetwas vorzugehen schien. Doch er neigte scheinbar zu tiefsinnigen Gedanken, das überzeugte Feelicitas davon, das sie sich verhört haben musste. Vielleicht dachte er gerade an etwas, das schon ewig zurücklag, aber nichts mit Lennart zu tun hatte. Und doch fiel ihr auf, das sie sich das nur schnell versicherte, weil sie ihn nicht anzweifeln wollte.

„Wann willst du denn das Treffen haben?" fragte sie ziemlich unbekümmert.

„Am liebsten noch diese Woche."

Feelicitas war das eigentlich sehr recht, mit Lennart hatte sie ja sowieso noch ein Huhn zu rupfen, wegen seiner stürmischen Flucht.

Eigentlich war es sehr einfach. Sie schrieb Lennart eine Nachricht in der sie behauptete ihm ganz brisante Neuigkeiten über Severus mitteilen zu müssen und konnte nicht umhin ein paar nette Andeutungen einzustreuen, damit das ganze richtig von ihm gedeutet wurde. Darauf musste er einfach anspringen, schließlich hatte er schon öfters versucht mehr von ihr zu bekommen.

Liam besorgte Feelicitas eine angeblich sehr clevere Posteule, die jeden finden konnte auch ohne die genaue Adresse zu kennen. Scheinbar war die Eule eine richtige Kapazität auf ihrem Gebiet, kaum zwei Tage später kam sie mit der Zusage von Lennart zurück. Den ungewöhnlichen Ort, den sie vorgeschlagen hatte, fand Lennart zwar komisch, aber er hatte nichts dagegen sich im Wald mit ihr zu treffen. Erst jetzt fiel ihr so richtig auf, das er wahrscheinlich mit irgendetwas sehr schlimmen rechnete, weswegen sie in einem schottischen Wald auf ihn wartete. Oder er hatte seinerseits auch etwas im Sinn.

Der Tag kam und Feelicitas merkte, das irgendetwas nicht so lief wie sie wollte. Liam hatte ihr verboten Lemony, Klee oder Charley etwas zu sagen. Sie hätte es auch nicht getan, aber dieses strikte an seinem Wunsch machte sie stutzig. Was genau er von Lennart Gray wollte, konnte sie nicht sagen. Aber insgeheim vermutete sie, das Liam etwas ausheckte. Aber sie nahm es nicht sehr ernst, er war halt ein Geheimniskrämer. Als sie schließlich am Morgen des Treffens zum vereinbarten Ort aufbrachen und sich mit einem Vorwand wegschlichen, bekam sie aber kurzzeitig Zweifel, denn er erinnerte sie wieder an ihr erstes Treffen. Er wirkte ziemlich kühl und unnahbar und wenn sie mittlerweile nicht gewusst hätte, das er ein guter Mensch war, hätte sie Angst bekommen. Er war auch verdächtig wortkarg und ging auf keine ihrer Fragen ein. Vielleicht war seine Stimmung auch durch seine Beinschmerzen zu erklären. Trotzdem wäre sie lieber alleine auf Lennart Gray getroffen. Doch das hätte er wohl nicht zugelassen, selbst wenn sie es nicht hätte dulden wollen. Kurz vor der Lichtung ließ er sie vorgehen und blieb mit seinem Pferd zurück. Unruhig lief Feelicitas auf und ab. Sie war froh das kein Spaziergänger sich durch den Schnee traute und für irgendwelche Verwirrungen sorgte. Als sich schließlich eine Person näherte, konnte sie sich also sicher sein, das es Lennart Gray war. Sie ging auf ihn zu.

„Feelicitas, warum sollte ich in diese Einöde kommen, was tun sie überhaupt hier?" entkam es ihm leicht verwirrt. Das fragte sie sich gerade selber, trotzdem schenkte sie ihm ein strahlendes unbekümmertes Lächeln: „Ich mache Weihnachtsferien, was sonst? Hier sollen es ein paar sehr sehenswerte Orte geben und die wollte ich mir anschauen."

Irgendwie hatte sie den Eindruck, das ihn ihre Antwort erleichterte, obwohl sie sich gar nicht so überzeugend anhörte. Aber sie konnte nicht sagen weshalb.

„Vielleicht sollten wir ein Stück gehen, ich habe nämlich etwas mit dir zu besprechen." Schlug Feelicitas vor und ignorierte das siezen. Lennart schien nichts anderes vor zu haben: „Ich müsste vielleicht auch etwas erklären." Deutete er an.

„Nichts anderes erhoffe ich mir." Sagte sie und dann setzten sie sich in Bewegung. Wenn Liam auch sofort dazukommen wollte, vorher hatte sie selber noch einiges mit Lennart vor. Dieser schien aber unbedingt wissen zu wollen, was sie wollte und zu ihrer Freude fand er auch wieder zum Du: „Feelicitas, ist Severus nicht bei dir? Habt ihr Streit? Oder hat es einen anderen Grund?" Ein wenig Hoffnung lag in seiner Stimme und sie stutzte. Was ging es ihn an? Dann fiel ihr ein, das sie in ihren Brief Andeutungen gemacht hatte und sie erwiderte seinen Blick mit einen lockenden Lächeln: „Lennart, du hast mich erwischt, eigentlich habe ich gelogen. Ich wollte einfach das du kommst." Das war natürlich nicht die ganze Wahrheit. Feelicitas versuchte ihre Stimme klar bleiben zu lassen und warf ihn einen gespielt entschuldigenden Blick zu, doch sie fühlte sich unsicher.

Er nahm es ziemlich gelassen auf: „Das war eine gute Idee. Aber ich wollte mich noch mal entschuldigen das ich letztens einfach verschwunden bin. Du musst ja wer weiß was gedacht haben. Das sollte natürlich nichts gegen dich sein. Es ging einfach nicht anders, aber es war nicht richtig. Ich war plötzlich nicht mehr in Stimmung und... na ja ich dachte so eine junge Frau wie du würde es nicht verstehen..." Feelicitas konnte kaum ihren Unglauben verbergen, denn seine "Stimmung" war eindeutig da gewesen, doch sie wollte testen, wie weit seine Bereitschaft für Ausflüchte noch ging: „Lennart, das ist doch nicht so schlimm gewesen. Wir können doch jederzeit da wieder anfangen, wo wir aufgehört haben und es viel besser machen." versicherte sie gespielt sanft und schaute ihn an, doch seine Reaktion gefiel ihr nicht so ganz. Er schien so unruhig und irgendwie abgelenkt: „Ja das finde ich auch. Aber vielleicht sollten wir dazu einen etwas behaglicheren Ort aufsuchen." Es sollte vielleicht sich schmeichelnd anhören, doch irgendwie lag eine Anspannung hinter seinen Worten, so als ob er an nichts anderes dachte als das sie möglichst bald in einem Bett landen sollten. Irgendwie gefiel ihr seine Hast nicht. Etwas darauf zu sagen fiel ihr nicht gerade leicht, sie wollte ja nicht, das er wieder spurlos verschwand: „Ähm, Lennart ich weiß nicht ob unbedingt heute... Vielleicht sollten wir das alles langsamer angehen lassen."

Er sah das anders und eine Spur von Enttäuschung machte sich in seinem Blick breit: „Soviel Zeit haben wir nicht Feelicitas. Wäre doch schade wenn wieder etwas dazwischen kommt, ehe wir uns näher kommen konnten. Vielleicht gibt es kein nächstes Mal, die Zeiten sind gefährlich." Irgendwie fühlte sich Feelicitas etwas gedrängt, warum wollte er alles so überstürzen? Hatte er vielleicht Ärger mit Voldemort wegen dem entdeckten Spion? Und gleichzeitig schien er sich selber unwohl zu fühlen. Wenn er sie wenigstens geküsst hätte, aber er stand nur da und wollte was. Irgendwas stimmte nicht. Vielleicht war der Zeitpunkt gekommen das ganze fallen zu lassen und auf einen anderen Zeitpunkt zu verschieben, wenn sie mehr Handlungsmöglichkeit hatte. Vorerst wollte sie erst mal Liam hinzuziehen.

„Lennart du hast recht. Komm wir gehen hier entlang, das ist ein Schleichweg und so kommen wir am schnellsten ins Warme." Sagte Feelicitas und fühlte sich ganz elend für diese Lüge. In Wahrheit trieb sie ihn gerade in Liams Arme. Am liebsten hätte sie ihm einfach gesagt das jemand ihn treffen wollte, aber ein unbestimmtes Gefühl hielt sie davon ab und sie tat alles, damit er keinen Argwohn schöpfte.

Vielleicht war Lennart abgelenkt, das er nichts ahnte, er folgte ihr nur gleichmütig und schien alles glauben zu wollen, was sie sagte. Feelicitas kam auf die Lichtung, wo sie Liam verlassen hatte. Aber sie trafen weder auf ihn noch sonst ein Lebewesen. Nur ein paar kleine Hufspuren waren im Schnee zu sehen. Na ja, vielleicht hatte Liam gemerkt, das er Lennart doch nicht kannte und wollte sie nicht weiter stören. So eine Diskretion traute sie ihm schon zu. Feelicitas fühlte sich plötzlich erleichtert. Einen Moment hatte sie ihrer schlimmen Vorahnung geglaubt.

„Was macht eigentlich die Arbeit? Alles in voller Zufriedenheit, oder gibt es Probleme?" fragte sie leichthin, obwohl seine Antwort ihr etwas über das Schicksal des angeblichen Spions verraten würde. Doch nichts davon erwähnte er: „Es gibt ein paar Differenzen, aber ich bin zuversichtlich, das sich das ziemlich schnell lösen wird. Ist es noch weit?" Er wirkte etwas gedankenverloren. Feelicitas musste über seinen Ton lächeln, er verhielt sich ja total komisch. Aber vielleicht machte ihm auch nur die Kälte zu schaffen. Bei dieser Witterung würde er bestimmt auch Probleme mit seinen Narben haben. Gleichzeitig fiel ihr ein, das er aus Kanada stammte und wohl schon lange ausgewandert wäre, wenn ihm da irgendwas weht. Vielleicht hatte er auch tiefe Sehnsucht und zugleich Angst, das sie es nicht verstehen konnte, wenn er sie einfach überfiel. Feelicitas hätte es auch nicht verstanden, wenn er sich auf sie gestürzt hätte. Aber eigentlich sollte es ihr ja recht sein, wenn Liam sie in Ruhe lassen wollte und nach hause gegangen war, würde es auch niemanden stören. So nahe an den Spazierwegen lief selbst Lemony nicht herum. Es gab wohl mehrere Möglichkeiten die man nutzen könnte, aber ein wenig Bemühungen sollte Lennart sich doch vorher machen.

„Hast du es so eilig, das du es gar nicht mehr erwarten kannst? Wir haben jetzt so lange gewartet, war das zu lange?" Gleichzeitig blieb sie aber stehen und fasste eine seiner Hände. Sie beide hatten Handschuhe an, aber das er ganz feuchte Hände hatte, konnte sie doch merken. Ein wenig irritiert blickte sie ihn an: „Was hast du denn Lennart? Du musst doch keine Angst haben." Es war eine gute Frage, aber es überzeugte ihn scheinbar nur davon, das er was tun musste: „Nichts." sagte er unschuldig und seine grauen Augen weiteten sich. Er näherte sich ihr noch mehr und Feelicitas trat ein Paar Schritte gegen den nächsten etwas windschiefen Baum zurück und blickte ihn lächelnd an.

Lennart schien diese Reaktion wirklich zu gefallen und so erleichtert wie er gerade wirkte, machte Feelicitas etwas stutzig. Konnte man es so eilig haben? Wenn ja, sollte sie sich dann darauf einlassen? Eine Handvoll Schnee wirkungsvoll angewendet, würde vielleicht etwas Abkühlung beschaffen. Aber so fies wollte sie nicht sein, obwohl es sie doch lockte ein wenig mehr Zeit herauszuschlagen. Feelicitas wusste, das sie für ihr Vorhaben wahrscheinlich nicht nur eine schwere Grippe riskierte, aber irgendwie reizte es sie auch. Feelicitas hätte es vielleicht nicht zugeben wollen, aber mittlerweile war ihr so kalt, das sie ihre Fingerspitzen nicht mehr fühlte und eigentlich wollte sie nur mal ganz fest umarmt werden, doch er lehnte sich nur näher an sie und den Baum und schaute sie an. Feelicitas war sich nicht so sicher, ob er sie überzeugen konnte: „Lennart ich weiß nicht. Ich kann dich zwar nicht zu meinen Feriendomizil mitnehmen, aber vielleicht ist das hier auch nicht der richtige Ort. Wäre es dir denn nicht auch lieber wenn ein Kamin in der Nähe wäre?" Doch er nahm ihre Vorbehalte nicht ernst: „Ich verspreche dir das wir das mit dem Kamin so bald es geht nachholen, aber trotzdem möchte ich hierauf jetzt nicht verzichten." Feelicitas seufzte, aber eigentlich hatte sie nicht wirklich Lust ihm das auszutreiben. Sein warmer Atem streifte ihre Wangen und der warme Hauch war so angenehm, das sie schließlich beschloss sein Spiel einzugehen.

„Feelicitas du bist wunderschön, wenn du halb erfroren zu sein scheinst." sagte er und schaute sie mit diesen unheimlich verheißenden Blick an, der alleine ihr schon wohlig warme Schauer durch den Körper laufen lief. Vielleicht würde das hier doch ganz schön werden. „ Hast du denn Lust mir trotzdem beim auftauen Hilfestellung zu leisten?" fragte sie leise und er kam ihr noch näher und in der kalten Luft war sein Atem die reine Wohltat.

„Aber natürlich." Sagte er und fing an sie zu streicheln. Lennart hatte jetzt auch die Ruhe wieder und nahm sich Zeit für einen ziemlich erwärmenden Kuss. Männer waren manchmal so einfach zufrieden zu stellen. Obwohl sein drängenes Verhalten ihr einen Moment schlimme Vorstellungen bescherte. Wenn sie ihn bitten würde aufzuhören, würde er es tun? Wenn sie das hier vielleicht doch nicht wollte, würde er sie loslassen und dorthin zurückkehren wp er herkam? Aber sie hatte eigentlich nicht das Gefühl das nur sie sich nach ihm richtete. Schließlich war er ihr wie ein Hund hinterhergedackelt. Feelicitas drückte sich eng an ihm und versuchte etwas von seiner Wärme abzubekommen. Seine Hände krochen ihr gerade unter den Umhang und arbeiteten sich an ihrem Rock entlang, damit er ihn hochziehen konnte. Er wollte sich den unteren Regionen näher widmen, doch Feelicitas konnte untern diesen Umständen gerne darauf verzichten. So versessen schien er auch nicht auf weitere Verzögerungen zu sein und ihr Spiel wurde schnell inniger. Feelicitas lehnte sich gegen den Baum zurück und schloss die Augen und ergab sich ganz ihrem Gefühl und dem was er mit ihr tat. Sie verfolgte mit wohliger Abwesendheit seine Bemühungen gänzlich ohne sich tiefgreifende Gedanken über die wahrscheinliche Kürze dieser Aktion zu machen. Was er gerade machte, war zwar etwas grob und ungestüm, aber es gefiel ihr schon ziemlich und verhieß für die etwaige Zukunft nur noch besseres. Und was sie auch an schlechten Erfahrungen mit sich herumtrug, die unangenehm wieder aufquellen wollten, er fand den Weg sie jegliches aufkommen ernüchternder Empfindungen vergessen zu lassen. Der Schnee schmolz langsam dahin, und es wurde feucht. Feelicitas konnte nicht umhin ihren wohligen Gefühl Ausdruck zu verleihen und sich fester an den Stamm zu pressen, während Lennart wohl ganz vergessen hatte, das es um sie herum kalt war. Sie wünschte sich nichts anderes, als das sie endlich das bekam, was sie schon so lange von Lennart wollte.

Vielleicht würde es ihr in nächster Zeit schnell langweilig werden, vielleicht konnte diese Verbindung ihr noch länger erhalten bleiben. Vielleicht mussten sie das auch sehr oft tun, bis sie ein Kind bekam. Aber wer dachte denn jetzt an so was? Es war im Moment ja auch gar nicht möglich.

Es deutete auch alles darauf hin, das nicht einmal die Witterung oder die Eile ihre Gefühle dämpfen konnte, doch kurz vor der Erfüllung, ertönte urplötzlich ein lautes Knacken in nicht sehr weiter Ferne und beide erstarrten. Für Lennarts Zustand war der Schreck etwas zuviel, doch Feelicitas konnte sich nicht lange auf ihre Enttäuschung konzentrieren. Ein wiehern ertönte und etwas dunkles huschte in der Ferne vorbei. Entsetzt fuhren sie beide auseinander. Feelicitas ahnte mit plötzlicher Ernüchterung, das sie gerade einen totalen Fehler gegangen hatte, doch viel mehr war sie bei ihren Gedanken, aus welchen Grund das Pferd weggelaufen war. Schnell ordnete sie ihre Kleider und Lennart tat es ebenso, ließ die Umgebung aber keinen Moment aus dem Blick. So achtsam hatte sie ihn noch nie gesehen. Wenn er einen Zauberstab gehabt hätte, dann hätte er ihn bestimmt gezogen. Doch stattdessen schaute er zu ihr auf: „Hast du deinen Zauberstab dabei?" fragte er drängend und seinen ganze Miene, verriet nichts anderes als Angst. Feelicitas wurde verlegen, denn eigentlich war sie für diesen Schreck ja verantwortlich. Es war ihr auch ein wenig peinlich, das sie Lennart wegen seiner Panik auslachen wollte. Das hier zu erklären ohne das er beleidigt war, würde bestimmt nicht einfach werden: „Lennart beruhige dich, das ist-" äußerte sie vorsichtig und versuchte nicht zu grinsen, doch er achtete gar nicht auf sie und fixierte wieder die Gegend. Ungläubig starrte sie ihn an. Wovor hatte er Angst?

Das trappeln von Hufen erschall wieder in einiger Ferne und Feelicitas trat näher zu ihm, doch als ihre Blicke sich trafen, stutzte sie und wich unwillkürlich einen Schritt zurück.. Lennarts Blick war ihr plötzlich mehr als fremd und zeigte Unruhe und irgendwie wirkte er bedrohlich: „Was soll das?" fragte er harsch und Feelicitas zuckte etwas schuldbewusst und entsetzt zusammen. Was war denn jetzt los? Lennart nahm sich nicht die Zeit für ihre Antwort, das trappeln kam näher und er wandte sich alarmiert um, und beobachtete die Gegend. Feelicitas folgte seinen Blick und sah ein Paar hundert Meter von ihnen entfernt wieder wie Liams Wallach vorbei galoppierte. Lennart schien irgendwas schlimmes zu denken und packte sie plötzlich hart am Arm, als sei er wahnsinnig geworden: „Das war eine Falle oder?" fuhr er sie an, doch sie verstand nichts: „Lennart was meinst du?" rief sie unsicher, doch er funkelte sie nur ungläubig an: „Du weiß nicht was ich meine? Wieso hetzt du mir dann diese pferdehafte Missgeburt auf den Hals?"

Feelicitas prallte zurück, doch er ließ nicht los. Sie war total verwirrt, das er Lemony scheinbar kannte, hätte sie nicht gedacht. Aber was sollte das hier alles?

„Das ist nur ein Pferd." sagte sie leise und wollte sich ihm entwinden, ihr Herz krampfte sich zusammen bei seinen plötzlichen Stimmungswechsel und alles in ihr schrie, das sie sich gerade in sehr großer Gefahr befand. Hatte sie sich so in ihm geirrt? War Lennart Gray vielleicht doch noch mehr als sie für möglich gehalten hatte? Sie wollte sich ihm entwinden, aber trotz seines ziemlich kränklichen Aussehens, war er kräftig genug um ihren Arm schmerzhaft zu quetschen und ihr die Flucht zu verwehren. Immer noch ließ er sie nicht los, noch deutete irgendwas in seiner Miene darauf hin, das alles nur ein schlechter Scherz war.

Feelicitas wurde sauer: „Lass mich los. Du tust ja so, als wollte dich jemand ermorden." Lennart schaute sie ungläubig an, fast als hätte sie genau den richtigen Gedanken getroffen. Und das er sich nicht einmal die Mühe machte, irgendwas zu sagen, machte ihr Angst. Was immer hier vorging, es schien als hätte Lennart plötzlich ein zweites Gesicht das sie nicht kannte. Sie wollte sofort weg und zerrte an ihrem Arm, ohne Erfolg. Erst als sie voller Verzweiflung ihren Zauberstab herausriss und ihr Bestreben mit einen gezielten „Decutio" auf seinen Griff verdeutlichte, konnte Feelicitas ihn endlich abschütteln und zurückweichen. Während sie sich noch ihren schmerzenden Arm rieb, ließ sie ihn nicht aus dem Auge, er war durch ihren schlagreichen Treffer in den Schnee geplumpst. Feelicitas schaute ihn angstvoll an und hielt ihm mit leicht zittrigen Fingern den Zauberstab entgegen. Seitdem sie den das letzte mal gegen einen Menschen gerichtet hatte, war eine Ewigkeit vergangen. „ Warum machst du das?" fragte sie entgeistert. Feelicitas hätte damit gerechnet, das er aufstehen und sie wieder packen wollte, doch er machte keine Anstalten dazu. Viel mehr zeigte seine Miene aufkommende Verzweiflung. Die Situation war irgendwie grotesk. Was tat sie eigentlich selber hier? Stand vor einem mehr als doppelt so alten Mann und bedrohte ihn mit ihren Spielzeug, wie lächerlich.

Feelicitas wollte sich gerade bei ihm entschuldigen, doch noch bevor sie den Zauberstab wegstecken und ihm hoch helfen konnte, merkte sie eine Bewegung neben sich und sah Liam sich aus dem Schatten nähern. Er sah nicht so aus, als wäre er vom Pferd gefallen, oder zumindest wirkte er nicht als habe er sich weh getan und sie atmete erleichtert auf. Und gleichzeitig verstand sie gar nichts mehr und wurde ziemlich rot. Hätte sie irgendwas schlimmeres machen können? Liam konnte man ja alles unterstellen und wenn er das mitangesehen hatte was sie eben getan hatten, vielleicht mochte er Lennart ja nicht so richtig und hatte etwas falsch beurteilt.

War das peinlich, warum musste Liam denn gerade jetzt doch auftauchen? Doch er würdigte sie keines Blickes und näherte sich nur Lennart. Feelicitas war so mit ihrem eigenen Schamgefühl beschäftigt, das ihr der entsetzte Blick von Lennart entging. Er war die pure Todesangst, die in seinen Augen stand. Nur wage bekam sie mit, das Lennart Versuche machte aufzustehen und mit einer Art stummen aber entgültigen Begreifens von ihr zu Liam blickte und wieder zurück. Liam hatte eine so düstere Ausstrahlung, das sie sich kaum zu rühren wagte. Hatte sie irgendwas nicht mitbekommen? Liam blieb zwei Meter vor ihnen stehen und zog seelenruhig seinen Zauberstab und richtete ihn auf Lennart. Feelicitas erschrak und wollte protestieren. Was mischte er sich in ihre Angelegenheiten ein? Doch dann stellte sie mit merkwürdiger Faszination fest, das plötzlich etwas in der Luft zu liegen schien, das rein gar nichts mit ihr und dem entweihten Baum zu tun hatte und ihre Worte blieben ihr im Hals stecken. Entgeistert blickte sie von einem zum anderen.

Fortsetzung folgt...

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