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Books » Harry Potter » The Darkness arounding us
Feelicitas Lefay
Author of 12 Stories
Rated: M - German - Tragedy/Romance - Severus S. & Sirius B. - Reviews: 39 - Updated: 02-23-06 - Published: 10-04-05 - Complete - id:2604878
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28. Blutiger Schnee

„Hallo Ulysses." Sagte Liam mit eisiger Ruhe und der Blick seines verbliebenen Auges versprühte Funken des Hasses. Feelicitas erstarrte aufgrund dieses Blickes und unterbewusst trat sie noch einen Schritt zur Seite. Gerade wollte sie einwenden, das Liam sich geirrt habe, doch dann fiel ihr ein, woher ihr der Name Ulysses bekannt vorkommen sollte und sie spürte einen eiskalten Hauch in ihre Glieder fahren, der sich mit rasender Geschwindigkeit ausbreitete und jede Regung ihres Herzens zu ersticken schien. Und da verstand sie.

Liam kümmerte sich erst mal um seinen Fang: „Expelliarmus!" rief er rauer, als nötig. Natürlich flog ihn kein Zauberstab entgegen. Lennart hatte ja gar keinen, aber die Auswirkungen waren nicht geringer. Lennart wurde vom Entwaffnungszauber getroffen und es riss ihn durch die Wucht einige Meter nach hinten. Das mochte im Schnee nicht weiter schlimm gewesen sein, der war schließlich weich, aber trotzdem japste Lennart auf. Scheinbar hatte er sich was verrenkt bei seinen Aufprall.

Liam näherte sich ihm weiter und sein ungnädiger Blick traf auf die pure Panik von Lennart: „Ein Todesser und kein Zauberstab? Der dunkle Lord versucht es wohl jetzt mit Muggelmethoden in seinem Kampf. Wie hat er seinen Anhängern das nur erzählen können?"

Die einzige Reaktion war ein leichtes Wimmern von ihrem Geliebten, er schüttelte zaghaft den Kopf und fixierte Liams Zauberstab, als rechnete er damit, sofort sterben zu müssen.

„Nein." entkam es Feelicitas tonlos: „Nein das kann doch nicht wahr sein." Feelicitas verzweifelt erstickter Ausruf lenkte die Aufmerksamkeit der beiden Männer kurzzeitig ab. Sie suchte nach einer einleuchtenden Erklärung, das alles nur ein Irrtum war, doch nichts in Lennart Grays Blick, stritt Liams Worte ab. Er schien nicht grundlos diese riesige Angst zu haben und doch hatte er etwas an sich, das man bei grober Beurteilung noch als stille Resignation deuten konnte. Er wusste, weswegen er hier auf dem Boden lag und den Tot vor Augen hatte. Nein, Liam hatte die Wahrheit gesagt. Scheinbar hatte sein Opfer jetzt auch verstanden, was wirklich vorgefallen war, denn der Hass für Feelicitas, der eben noch in seinen Augen gestanden hatte war verschwunden. Aber Feelicitas Schrecken hielt immer noch an, sie konnte nicht darüber nachdenken, sie wollte es auch gar nicht. Die Gewissheit das sie das Opfer eines solchen Verrates wie diesen war, überstieg ihre Duldungsgrenze. Severus, Liam, Ulysses, alle waren sie darin verwickelt. Ihr Blick wendete sich von ihm ab und suchte den von Liam, er deutete wohl ihre Verwirrung richtig und versuchte sie von ihrem Unglauben abzubringen.

„Feelicitas das hier ist Ulysses Rathburn." erläuterte Liam in ihre Richtung, trotz dessen das sie es längst begriffen hatte, das er es noch mal laut aussprach machte die Situation realer. Doch Feelicitas war noch nicht soweit, das sie irgendetwas tun konnte: „Aber..." hub sie hilflos an, doch kein weiteres Wort wollte sich in ihrer Kehle formen. Innerlich aber spürte sie, das es zuviel war und Wut glomm auf, doch noch konnte sie es unterdrücken.

Lennart Gray blickte zu Liam auf: „Nette Vorstellung Liam, aber nicht gerade nett dem Mädchen gegenüber. Du bist noch genauso verschwiegen wie früher. Ist doch immer dasselbe mit dir, erst lässt du alles geschehen und hinterher greifst du erst ein. Hättest du es dem Mädchen nicht wenigstens vorher schonend beibringen können? Schau sie dir an, man braucht ja nicht lange zu fragen um zu wissen, das du alles einfach laufen gelassen hast. Schäm dich, was würde nur Blondie dazu sagen?" fragte Lennart leicht vorwurfsvoll, doch gleichzeitig lag immer noch eine dumpfe Angst und zugleich Hass in seiner Stimme, wie Feelicitas es noch nie von ihm gehört hatte.

Liam blieb ruhig, obwohl ihm das wohl sehr schwer fiel: „Halt die Klappe." Sagte er nur und funkelte seinen Gegner an. Feelicitas gab das den Rest. Sie wusste gar nicht bei wem sie Antworten suchen sollte, beide hatten es scheinbar gewusst und niemand hatte den Anstand es ihr zu sagen. Lennart Gray, an dem überhaupt nichts von dem zu stimmen schien, was sie angenommen hatte, war nichts von dem was er vorgab. Vor ihr hockte Ulysses Rathburn, der Nathaniel Deepwood auf grauenvollste Weise umgebracht und Liam gefoltert und entstellt hatte. Ulysses Rathburn, der sadistische und wahnsinnige Todesser, der angeblich tief in einem Grab verrottete und dabei doch mehr als nur putzmunter war und mit dem sie gerade...

Und dieser wagte es auch noch sich direkt an sie zu richten: „Feelicitas es tut mir leid das du es so erfahren musst, das sollte eigentlich nicht geschehen." Ulysses Stimme war sehr leise und rau und er wollte sich erheben und ihr zuwenden, doch Liam hielt ihn von diesen Bestreben ab und trat einen Schritt näher: „Natürlich nicht." spie er verächtlich aus: „Lass sie in Ruhe Ulysses. Ich glaube du hast ihr schon genug angetan also spare dir deine Ausflüchte. Feelicitas anzubetteln hilft dir jetzt auch nicht. Sie hat sowieso nichts damit zu tun, das wir uns hier heute wiedergetroffen haben. Das hast du dir alleine mit deinen Verhalten zuzuschreiben. Wieso hast du dich denn auch mit Miriels Tochter einlassen müssen? Das du so wahnsinnig sein könntest, hätte ich dir wirklich nicht zugetraut."

Feelicitas verstand endlich, warum dieser Mann sie so ruckartig verlassen hatte. Er hatte den Namen ihrer Mutter wiedererkannt, sie hätte sich ohrfeigen können, das ihr das nicht aufgefallen war. Ulysses gehörte also auch zu Miriels Vergangenheit. Feelicitas wusste immer noch nicht, welcher ihrer Empfindungen sie nachgeben wollte. Im Moment war sie so zerrissen, das sie lieber einfach stehen blieb. Bestand die ganze Welt denn nur aus List, Tücke und Verrat?

Ulysses lachte verzerrt auf: „Wie hast du dich auf die Lauer legen und Miriels kleinen Zuckerspatz ohne Skrupel zuschauen können? Du solltest deine Prioritäten selber einmal überprüfen. Na ja, vielleicht gelingt dir deine Abgeklärtheit ja noch besser, seitdem du nur noch ein Auge vor den Dingen verschließen musst."

Jetzt kam doch ein leichtes Zucken in Liams Miene, doch er tat nichts und weidete sich nur an der Panik, die jedes Wort von Ulysses überstieg.

Liam schaute sich zu Feelicitas um. „Am besten gehst du ein Paar Meter. Du musst dir das jetzt nicht antun, es wird auch nicht lange dauern." Sagte Liam recht feinfühlig, wenn man seine Situation bedacht und er schenkte ihr einen bittenden Blick. Scheinbar konnte er trotz seiner eingeschränkten Seekraft Ulysses und sie gleichzeitig im Blick halten und wollte ihr das kommende ersparen. Doch wenn Feelicitas auch nicht wusste, was sie wollte. Einfach gehen würde sie niemals. Sie schüttelte stumm den Kopf, aber ganz so nahe an Ulysses wollte sie doch nicht stehen bleiben. Dieser merkte, das sie wieder ein paar Schritte weiter wegtrat und ein wenig schwankend Schutz am Baumstamm suchte. Er schaute ihr hinterher: „Feelicitas fall nicht hin, ich werde es mich schon nicht wagen dir etwas zu tun. Wenn deine Mutter mir den Kopf dafür abreißt, wäre das ziemlich bedauerlich." versicherte er leicht spöttisch und doch hörte es sich ernst an und sein Blick war ziemlich neutral, doch Liams höhnische Worte brachen ihren kurzen Augenkontakt: „Miriel ist tot du Dreckskerl."

Feelicitas sah in Ulysses Augen ein leichtes Zucken, doch es war nur unmerklich und wenn man nicht geübt war Stimmungen herauszulesen, hätte man es unter all der feigen Panik übersehen können. Er schien es nicht gewusst zu haben.

„Ohh, sag bloß das hast du nicht gewusst?" Entfuhr es Liam halbherzig erschüttert: „Vielleicht sollte ich dich auf den neusten Stand der Dinge bringen, damit du nicht dumm stirbst. Nachdem du Nathaniel zu Tode gebracht hast, brach für Miriel eine Welt zusammen. Sie hat sich nicht einmal anständig versteckt und so war sie ein leichtes Opfer für den dunklen Lord. Man könnte sagen, du hast sie auch auf dem Gewissen. Sie hat dir immer beigestanden und das war wirklich nicht leicht, in unserer Gegenwart. Aber trotzdem tat sie es und du hast es ihr damit gedankt, das Leben zu zerstören. Lucius Malfoy hat sie bis nach Frankreich gehetzt und dort umgebracht. Es war nur ein Wunder das Feelicitas heute hier ist, zumindest das hätte man dir nicht vorhalten können, wenn du sie in Ruhe gelassen hättest. Nun, dir scheint es ja in den letzten Jahren sehr wohl gegangen zu sein, seitdem du meintest, die Irrenanstalt wäre dir nicht gut genug. Du hast deine Erinys geheiratet, oder?" Obwohl Liam sich ziemlich ruhig anhörte, niemand hätte auch nur ansatzweise angenommen, das die Situation sich deswegen entspannte. Ulysses schien keine Antwort geben zu wollen, doch in seiner Lage, wäre Widerstand sowieso sinnlos. Spätestens als Liams Blick sich um noch eine Spur verdüsterte, fand er seine Sprache wieder: „Ja, Liam das habe ich." Sagte er leicht trotzig, so als ob ihm das selber immer noch als ein Wunder erschien: „Das solltest du aber Erinys selber überlassen, schließlich ist es ihre Sache gewesen mit mir eine Familie zu gründen. Viel geht dich das nicht an, also spar dir deine Kommentare darüber." Verkündete er nun mehr ungehalten als ängstlich, wich aber sofort weiter zurück, als Liam auch nur mit einen Finger zuckte. Wenn Feelicitas ehrlich hätte sein wollen, erschien ihr dieses feige Auftreten als erbärmlich. Sie hatte an Lennart nie viele Sachen gefunden, die sie gestört hatten. Aber nun bewies er ihr, das er sich fast in die Hosen machte. Liam schnaubte: „Erinys war schon immer viel zu gutmütig. Wenn auch nur einer traurig über dein Ableben sein würde, dann ist es sie bestimmt."

Ulysses schien nichts anderes von ihm erwartet zu haben, doch man sah deutlich das er wieder unruhiger wurde und zu erstickt zu flehen anfing: „Liam, bitte das ist es doch nicht wert. Wenn man der Meinung gewesen wäre das ich die Todesstrafe verdient hätte, dann hätte es die Möglichkeit dazu gegeben. Aber wenn ich mich recht erinnere haben auch die Verstocktesten verstanden, das ich nicht die Verantwortung für alles hatte. Du warst doch selber bei den Verhandlungen dabei."

„Ja." entfuhr es Liam voller Hass: „Und ich habe deinen Wahnsinn noch in guter Erinnerung. Vor allen Leuten hast du damit herumgeprahlt das du mein zweites Auge am liebsten auch noch auf dem Gewissen hättest. Du hast mir sogar gewünscht, das ich genauso elendig verrecke wie der arme Nathaniel es tat. Wen willst du hier etwas vormachen? Willst du etwa andeuten, du nimmst das alles zurück?"

Auch Ulysses steigerte sich in seiner Lautstärke, trotzdem kam es jämmerlich rüber: „Verdammt noch mal, ich war krank. Außerdem ist es Jahre her und ich habe mich geändert. Glaubst du mein Tod macht es besser? Rache führt zu nichts, glaub mir das habe ich selber erkennen müssen. Wenn du mich umbringst dann wird Erinys das nicht einfach so überwinden, sie wird dich dafür zur Rechenschaft ziehen, du weißt doch zu was sie selber fähig ist. Es wird kein Ende geben, dabei hat es schon vor vielen Jahre geendet. Bitte tu mir nichts." sagte er etwas zu hastig und ob er damit eher Feelicitas oder Liam zum umdenken bringen wollte, konnte keiner sagen.

Feelicitas wand sich an Ulysses: „Wie konnte das alles so kommen?" fragte sie verzweifelt. Doch er gab ihr keine Antwort, und sein Blick wich nicht vom Zauberstab in Liams Hand. Er sah fast so aus, als würde er bald ohnmächtig. Liam brauchte sich nicht erneut Gehör zu verschaffen, Ulysses Bereitschaft alles auf sich niedergehen zu lassen, solange es kein Fluch war, war offenkundig: „Du Mistkerl, wagst es uns zu sagen, das wir einfach alles vergessen sollen? Hör endlich auf den geläuterten Sünder zu spielen. Ich kenne dich gut genug um zu wissen, das man dir nicht trauen kann. Und warum drohst du mir mit Erinys? Ich schleppe dir doch auch nicht Klee an, denn dann würden deine Einzelteile nur noch zum Vogelfutter zu gebrauchen sein."

Ulysses schien bei Liams Worten an irgendwas unangenehmes zu denken, ein dunkler Zug huschte über sein Gesicht. Immer mehr hatte Feelicitas den Eindruck, das der Mann vor ihnen, niemals der sein konnte, der damals soetwas schlimmes getan hatte. Und dabei musste sie an Severus denken. Was er nicht selber alles getan hatte, und womöglich sogar in nächster Nähe zu Ulysses, hatte sie eigentlich auch kalt gelassen. Warum sollte sie denn auch auf ewig irgendwelche vergangenen Geistern Genugtuung verschaffen? Niemand aus ihrer ganzen Familie, schien Rachsucht als erstrebenswert gehalten zu haben. Nathaniel und Miriel schon gar nicht, sonst wären sie vielleicht noch hier. Und Feelicitas erkannte in diesen Moment, das sie so gerne wirklich die Tochter dieser beider Menschen sein wollte. Und das würde sie niemals werden, wenn sie noch Rache haben wollte. Denn diese Rache war nicht das, was sie sein sollte. Sie hatte Miriel und Nathaniel nicht wirklich kennen lernen dürfen und vermisste sie nicht, wegen ihrer Person, so wie Liam es wohl tat. Feelicitas Schmerz war nur um ihrer eigenen Willen. Man hatte ihr das Leben das sie hätte haben sollen, vorenthalten und das machte sie zornig. Und wenn sie es noch nicht erkannt hatte, als sie vor Lucius Malfoy stand, so wusste sie es jetzt. Trotzdem wollte sie nicht ablassen. Sie wollte Ulysses umbringen.

Beide waren ziemlich aufgebracht und die Funken in der Luft waren fast spürbar. Feelicitas spürte selber diese Unruhe, es ging ihr nicht aus dem Kopf, was man ihr von diesen Menschen erzählt hatte. Ulysses schien mittlerweile auch wieder der Meinung, das sein Leben ernsthaft in Gefahr war. Warum er in ihre Anwesendheit so große Hoffnungen gesetzt hatte, war ihr selber nicht klar, doch es machte sie verlegen. Wieso konnte sie nicht so sanftmütig sein und ihm ohne weiteres vergeben? Warum hörte sie nicht einfach auf ihre Enttäuschung mit irgendwelchen anderen Gründen zu überdecken? Er hockte immer noch etwas zusammengeduckt im Schnee, ängstlich und hasserfüllt zugleich. Aber auch hilflos, denn er hatte ohne Zauberstab keine Chance irgendwas auszurichten. „Man kann nicht vergessen was ich getan habe, das ist mir selber nur zu gut klar. Nein Liam, ich rate euch nur euren Hass ein wenig zu bezähmen. Wir sind keine Kinder mehr und wir sind auch keine Gegner. Was ich damals getan habe tut mir sehr leid, und ich entschuldige mich dafür, wenn es auch niemanden mehr hilft. Und ich-" Liam verlor über Ulysses Worte die Geduld und hob den Zauberstab und wollte wohl gerade einen ungesagten Fluch loswerden, die ersten Funken kamen schon auf, doch Feelicitas stellte sich gegenwärtig zwischen die beiden und versuchte nicht von den Funken getroffen zu werden: „Liam, ich will nicht das du ihn einfach umbringst, ich will Antworten haben, also lass mich mit ihm reden, bevor du irgendwas machst. Halt dich einfach zurück, ja? Bitte." bat sie verzweifelt, sie konnte Liam verstehen, sie hätte es auch gutheißen können. Aber zuerst musste sie Klarheit haben, das sie es nie in ihrem ganzen Leben wieder bereuen würde, wenn sie heute einen Mord begehen wollte. Liam schien diese Bitte schwer zu fallen, und erst nach einen langen Blick senkte er den Zauberstab ein wenig, hielt sie aber weiter im Auge.

Das er ihr plötzlich einfach den Verlauf der Ereignisse überließ, erfüllte Feelicitas plötzlich mit einer Sicherheit, wie lange nicht mehr. Liam war sich im Klaren darüber was sie tun wollte. Und sie hatte die Möglichkeit alles zu tun wie es ihr beliebte. Ein Ratschlag von Severus fiel ihr plötzlich ein. Zwar war damit die Bestrafung einer Hauselfe gemeint, aber das unter seinen Worten oft eine doppelte Bedeutung lag, war ja nichts neues. Tu was du willst, aber mach dir vorher klar, wie weit du gehen willst und welche Konsequenzen das haben würde.

Und wenigstens in diesen Moment fiel es ihr überhaupt nicht schwer, zu entscheiden, wie weit sie gehen wollte. Sie wusste, sie könnte sich mit ihrem Zauberwissen gut gegen einen unbewaffneten Mann zur Wehr setzen, und sie fühlte sich gerade auch wütend und aufgebracht genug um es anzuwenden. Dieser Mann hatte nichts anderes für seine Taten verdient, dachte sie voller Abscheu. Also erhob sie mit bedächtiger Sicherheit ihren Zauberstab, bevor sie sich zu Ulysses umwandte. Dieser schien wohl einige Hoffnung in ihren flehenden Ton gesetzt zu haben, doch als er ihre entschlossene Miene sah, verging ihm der sichere Ausdruck und er wirkte deutlich verunsichert. Feelicitas wusste, das er sie so noch nicht kennen gelernt hatte, aber es war ihr egal, wie erschrocken er war. Sie wollte nur das die Wut endlich wieder abflaute. Sie hätte einiges tun wollen, das ihm verständlich machte, das er sich eindeutig an der Falschen hatte vergreifen wollen und damit er endlich bekam, was er seit Jahren verdiente.

Sie näherte sich ihm mit bedächtigen Schritt und er schaute zu ihr auf. Liam behagte es überhaupt nicht, das sie so nah heran ging: „Feelicitas pass auf." Versuchte er sie zu warnen, aber sie ignorierte ihn. Sie strich sich eine störende Haarsträhne aus dem Gesicht und Ulysses Blick hing an ihr, gespannt was sie vorhatte.

„Du wirst mir nichts tun Ulysses, oder? Du wirst hier ruhig sitzen bleiben und dich nicht rühren, ansonsten müsste ich dich wie ein Paket verschnüren und das willst du doch nicht, oder? Ich fände es ein wenig kindisch, du nicht?" fragte sie sanft und als er stumm nickte hockte sich zu ihm hinunter. Schon durch ihren Umhang merkte sie die Kälte des nahen Bodens, er musste mittlerweile fast eingefroren sein, oder seine Angst hielt ihn warm. Aber er sagte dazu kein Wort, es war ihr auch ziemlich egal: „Und wenn ich dich etwas frage, dann sagst du mir schon dir Wahrheit, oder? Denn Lügen kann ich wirklich nicht ausstehen."

Ulysses nickte: „Ich glaube das wäre nicht sehr weise jetzt Ausflüchte zu suchen."

„Was anderes habe ich nicht von dir erwartet, mein Lieber." Sie sah deutlich das ihr Verhalten ihn verwirrte, das er nicht wirklich wusste, wie er sie einzuschätzen hatte. Das er nicht erkennen konnte, was sie machen wollte, doch das machte nichts. Das kam ihr recht.

Feelicitas lächelte und strich ihm mit der Hand sanft über die bleiche Wange. Ulysses wich etwas zurück, obwohl sie ihm nichts getan hatte. Ja, sie konnte sich schon denken, wie das alles auf ihn wirkte, Feelicitas blieb einfach vor ihm hocken und schaute ihn sanft an: „Weißt du Ulysses. Immer wenn ich mich in meinen Leben an irgendwas gehängt habe, ist mir nichts anderes zuteil geworden, als das man mir wehtat. Meine Eltern sind ermordet wurden, meine Pflegefamilie war zerrissen, meine erste große Liebe hat mit mir ein perfides Spiel gespielt, meine erste Tochter hat man mir im Alter von zwei Wochen einfach aus den Armen gerissen und mein zweiter Freund ist von einem Moment zum anderen zu Tode gekommen. Man hat mich geschlagen, verschleppt, gefoltert, vergewaltigt, verflucht, getäuscht und immer nur ausgenutzt. Und trotzdem das du bewiesen hast nicht mehr Ehre und Wert zu besitzen, als der Dreck unter meinen Sohlen, kann ich dich noch lieben." Sie lächelte ihn an, denn seine hübschen grauen Augen wurden immer größer, als ahne er etwas schlimmes. Sollte er doch ruhig.

„ Obwohl ich es nicht sollte und es immer verdammt weh tut. Du hast dir vielleicht gedacht, das es ein leichtes Spiel mit mir war. Du hast wahrscheinlich heimlich deinen Triumph gefeiert. Du hast Miriels und Nathaniels Tochter gehabt, gratuliere du musst dich ja jetzt wirklich toll fühlen. Aber so leicht ist es nicht, Ulysses. Denn dabei vergisst du, das ich dich wollte und bekommen habe. Ich bin mehr als nur das Mädchen, für das du mich hältst. Und dafür hätte ich nicht einmal den dunklen Lord gebraucht." Sagte sie leise und blickte ihn unverwandt sanft an. Ulysses graue Augen weiteten sich noch etwas, scheinbar gewann er gerade verhängnisvolle Erkenntnisse.

„Ich mag dich wirklich und daran ändert nichts, was ich weiß und noch erfahren werde. Ich weiß das du auch ein ganz netter Mensch bist, genau wie ich und Liam. Wir sind alle imstande dazu liebenswert zu sein. Aber trotzdem hat jeder von uns noch andere Seiten und die Gabe Dinge zu tun, die manche sogar abgrundtief böse nennen. Das ist nicht zu entschuldigen." Sie unterbrach, weil sich Liam hinter ihr unruhig bewegte: „Liam, kannst du das bitte lassen? Wenn du es nicht mit ansehen willst, dann geh besser." verkündete Feelicitas leicht giftig, doch es kam kein Protest von hinten. Scheinbar war Liam so tolerant sie einfach machen zu lassen. Vielleicht war er auch einfach zu neugierig, was sie gerade anrichtete. Mit einem zuckersüßen Lächeln wendete Feelicitas sich wieder Ulysses zu.

„Was willst du tun Feelicitas?" fragte er zögernd, weil sie nur reglos vor ihm hockte, aber weder gutes noch schlechtes tat.

„Was hättest du denn gerne?" fragte sie weich und er wollte seinen Blick abwenden, so fasste sie ihn am Kinn und zog ihn zurück: „Schau mich bitte an, ich will den Blick deiner Augen sehen, wenn du es endlich begriffen hast." Ulysses war es so unwohl, das er sie tatsächlich weiter ansah.

„Danke." sagte Feelicitas: „Nun du hast mir meine Frage nicht beantwortet. Was soll ich denn tun Ulysses? Liam wird dich selber nur zu gerne umbringen wollen, wenn ich ihn lasse. Voldemort würde wohl auch dasselbe machen, wenn ich ihm erzähle welchen Frevel du an mir begehen wolltest, ich glaube ich bin ihm doch wichtig genug dafür." Bei der Nennung von Voldemort, sah sie deutlich wie sich ihm die Haare aufstellten. Natürlich, sie stand vor einem echten Todesser, der sich fast in die Hosen machte, weil sein Lord Anteil nehmen konnte, an dem was sie gerade taten. Aber Feelicitas bezweifelte, das Voldemort gerade auch nur einen Gedanken an sie Beide verschwendete und so fuhr sie fort: „Und wenn Severus etwas erfahren würde, glaube ich nicht das er etwas anderes vorhätte, egal welche Anteil ich selber daran hatte. Das will ich nicht, aber vielleicht ziehst du es ja vor, das ich dich ihnen überlasse? Sag es mir, was soll ich tun?"

Es dauerte einen Moment bis er etwas sagte, sehr sicher klang er nicht, eher stand er wieder kurz vor dem Wimmern: „Du hast gesagt du willst reden. Vielleicht solltest du das tun?"

Sie strich ihm über die Haare. Es musste schon komisch aussehen. Sie, noch keine zwanzig Jahre und Ulysses, der wahnsinnige Todesser, ein Mann in mittleren Jahren der soviel mehr Erfahrung hatte. Es gab ihr ein eigenartiges Gefühl der Bestätigung: „Nein Ulysses, das meine ich nicht. Ich will wissen wie es enden soll. Sag es mir, damit ich deinen Wunsch berücksichtigen kann. Denn was ich am liebsten selber machen würde, ist mich an dir auszulassen, bis dir die Ohren bluten. Aber wenn es erst mal so weit gekommen ist, wirst du mir keine klare Antwort mehr geben können." Sagte sie eisig, aber er hatte sie wohl verstanden und zuckte etwas zusammen, doch scheinbar war sie noch nicht abschreckend genug und er wagte Einwände: „Feelicitas, auch wenn ich dir das zugestehen würde, dann muss ich dich doch drauf hinweisen, das dir das nicht viel bringen wird. Schon ganz andere als du es bist, haben sich an mir ausgelassen. Ich bin mittlerweile etwas empfindlich am Kopf. Du willst bestimmt nicht, das ich einfach so tot umkippe, oder? Man kann mit mir nicht mehr gut spielen."

Feelicitas blickte ihr nur kühl an: „Du hast es immer noch nicht begriffen. Das ist kein Spiel für mich, auch wenn du wegen meiner scheinbaren Gelassenheit den falschen Eindruck hegst. Sanftheit ist kein Ausdruck von Besänftigung. Ganz im Gegenteil, je schlimmer es um mich steht, desto stiller werde ich. Gäbe es noch jemanden, der davon zeugen könnte, würde er mir beipflichten. Ja Ulysses, es gibt den einen oder anderen Menschen, dem ich den Tod wünschen würde und mich aktiv daran geübt habe. Wieso sollte ich da bei dir eine Ausnahme machen? Ich will dich genauso qualvoll sterben sehen, wie du es so vielen wohl angetan hast. Das wird mir eine ziemlich große Freude sein. Und danach werde ich nach Hause und mit meinem Baby spielen. Ich werde nie wieder einen Gedanken an dich verschwenden., du aber wirst in deiner ganz persönlichen Hölle auf alle Ewigkeit für deine Schandtaten büßen. Aber sei versichert, das dir das erst ganz zuletzt geschehen wird. Davor wirst du noch sehr viel Zeit haben, mir einige Antworten zu geben. Natürlich nur, wenn du mir sagen kannst, was ich wissen will. Wie gesagt, ich spiele nicht." Feelicitas verstummte und legte den Kopf schief und blickte ihn auf dieselbe Weise an, wie schon so oft zuvor wenn sie sich näher gekommen waren. Natürlich hatte sie nicht erwartet, das so jemand wie Ulysses Rathburn wegen ihr vor Grauen vergehen würde, aber ein kleiner Feigling war er doch.

„Soll ich dir das mit deinem Vater erzählen? Ist es das?" Seine Stimme war rau und sein angsterstarrter Blick war so flehend, das es Feelicitas schwer fiel ihre Miene aufrecht zu erhalten. Am liebsten wäre sie einfach weggerannt, doch sie wusste, damit hätte sie nie leben können. Bei Lucius Malfoy war es etwas anderes. Er hatte schon verloren, egal was sie da noch beitragen würde. Aber Ulysses Rathburn schien es ziemlich gut zu gehen. Er hatte das Leben vieler Menschen zerstört und doch lebte er zufrieden mit seiner Familie irgendwo herum und all die Jahre hatte er sich wahrscheinlich keinen einzigen Gedanken über irgendetwas gemacht. Er könnte jederzeit nach hause gehen und da war die Welt in Ordnung, und das gönnte sie ihm nicht. Das war so ungerecht. Feelicitas erhob sich und verbiss sich das Stöhnen wegen ihrer kältesteifen Glieder, die ihr nur schwer gehorchen wollten. Sie wendete sich ab, und begegnete kurz Liams ernsten Blick, der ihr Vertrauen schenkte und immer noch anzeigte, das er sie verstand, aber gleichzeitig mahnte nicht zu übertreiben. Dieser Mann war unheimlich, und doch war sie selber es noch viel mehr. Manchmal fragte sich Feelicitas schon, woher sie das hatte.

„Wenn du meinst das es dir hilft, kannst du gerne damit anfangen." Gestattete sie Ulysses gnädig und zwang sich wenigstens so zu tun, als ob er ihr nichts weiter als Hass entlocken konnte. Innerlich aber starb immer mehr von ihr ab, denn die Enttäuschung fraß an ihrer Seele und ließ keine Ruhe.

„Feelicitas ich habe Nathaniel gehasst seitdem wir klein waren. Es war nicht bloß das wir uns nicht gemocht haben, es war schlimmer. Ich will nicht den Eindruck erwecken, das ich abstreite was ich getan habe, oder nicht wusste was ich machte. Schließlich ist es ja unschwer zu erkennen, das ich nicht restlos wahnsinnig und verloren war, sonst säße ich heute nicht hier und könnte behaupten das es mir doch relativ gut ginge. Es hat mir nichts anderes als Spaß gemacht zu morden und zu quälen. Aber, es ist sehr viel Zeit vergangen und ich habe mich geändert-"

Feelicitas unterbrach ihn grob und doch immer noch ziemlich leise: „Ulysses, du bist bei den Todessern. Du sorgst dafür, das Voldemort die Spione in seinen Reihen findet und beseitigt. Was also meinst du uns erzählen zu können?"

Er regte sich etwas und rieb seine Hände aneinander, wahrscheinlich würde er sich bald Erfrierungen zuziehen: „Ich will damit meine Familie schützen. Feelicitas, wenn ich das gewusst hätte, ich hätte es dir doch gesagt. Aber ich hatte angenommen, das du treuer zu deinem Mann stehst, deswegen habe ich nichts verraten. Die Aufgabe die der dunkle Lord mir gegeben hat, gibt mir die Möglichkeit Kontakte zum Widerstand zu finden. Aber leider habe ich meine Möglichkeiten überschätzt. Spione fliegen nicht so einfach auf und was ich mittlerweile an Spuren gefunden habe, hilft mir nicht weiter. Es sind alles Idioten deren Tarnung nur durch Glück hält. Es scheint ja nicht einmal annähernd so etwas wie Conventiculum zu geben."

„Und trotzdem lieferst du sie aus." Erwiderte sie und legte in jede Silbe einen Teil ihrer Abscheu für ihn.

„Sie sind das Opfer wert. Das sind Trottel, die sich beim ersten Blick des Lordes sowieso verplappern würden. Lieber die, als meine Familie oder ich." Sagte er leicht verbissen. Feelicitas konnte nicht glauben mit welcher Selbstverständlichkeit er davon redete, das ihr seine Antwort nicht gefallen würde, schien er aber selber schon geahnt zu haben.

„Feelicitas ich tue alles, aber bitte überleg dir das ganze noch einmal. Wenn du mich umbringst, dann machst du meine Frau zur Witwe und meine Kinder zu Waisen. Ich weiß ich habe das auch alles gemacht, aber das muss doch nicht auf ewig so weitergehen. Erinys war auch bei den Todessern und sie würde es nie auf sich sitzen lassen, wenn ihr mir was tut. Und was macht ihr dann? Soll etwa Liams Sohn sich an meiner Frau rächen?"

Als sie darauf nichts erwiderten, wurde sein Blick eine Spur müder: „Eigentlich freue ich mich das die Wahrheit endlich raus ist. Ich habe das wirklich nicht gerne gemacht Feelicitas. Als ich erfuhr das du Miriels Tochter bist, da nahm ich an, du wüsstest von nichts. Es hat mich schon gewundert, wieso du damit etwas zu tun haben konntest. Doch ich habe auch diese Gerüchte gehört, das du in der Gunst des dunklen Lords stehst und angenommen durch irgendwelche komischen Gegebenheiten würde es stimmen. Ich dachte das mit dir würde meine Bindungen kräftigen, falls ich einmal jemanden brauche der für mich spricht und ER hat gesagt-" Feelicitas sah entsetzt auf: „Was hat ER gesagt?" fragte sie argwöhnig und näherte sich wieder. Ulysses sah sie nur ziemlich unwohl an. „Was hat ER gesagt?" wiederholte Feelicitas lauter. Ulysses schien wirklich Hemmungen zu haben, davon zu berichten. Liam wollte sich schon einschalten, doch Feelicitas deutete ihm mit einen leichten Kopfschütteln an, das es nicht nötig war.

Ulysses schien auch von selber erkannt zu haben, das er reden musste, sonst würden sie bald zum Ende kommen: „Feelicitas es war nicht meine Idee, ER hat mich auf dich angesetzt." Sagte er leise. Feelicitas konnte ihn nur entsetzt anstarren, während das Blut sich in ihren Adern zusammenzog. Ulysses redete weiter: „Als der Lord mich wieder aufnahm, hat er mich gefragt, wie es dir ginge und weil ich scheinbar der einzigste in der ganzen Umgebung bin, der von deiner besonderen Bindung nichts wusste, hat er mich auch direkt aufgeklärt. Er meinte, das du so was wie sein liebstes Haustier wärst. Ein Versuchsobjekt, wie ich selber immer eines war." Feelicitas hatte mittlerweile eine Hand vor den Mund und biss sich auf ihre zittrigen Finger. Jetzt beredete dieses Scheusal seine Pläne schon mit einen seiner wahnsinnigen Anhänger. Aber irgendwie hatte sie den Eindruck das hinter Ulysses Geständnis noch viel mehr verborgen lag, als sie denken konnte: „ Ulysses, wenn du doch gewusst hast, das ich verbotenes Terrain bin, warum hast du dich auf meine Annäherungsversuche eingelassen?" fragte sie und ihre Stimme war nur noch ein Hauch. Sie ahnte schlimmes, wenn sie sich an sein Verhalten erinnerte. Tränen stiegen ihr auf und obwohl sie immer noch über Ulysses stand und Liam in ihrer Nähe war, sie fühlte sich total hilflos. Und in Ulysses Blick sah sie das ihre Ahnungen sie nicht trogen.

„Ich hätte mich nicht getraut auch nur einen Finger an dich zu legen. Du gehörtest Snape und dem dunklen Lord. Doch es war der dunkle Lord der mir diese Verbindung aufgetragen hat. Er wollte das ich mit dir schlafe. Er hat mir sogar ein Mittel gegeben, das ich dir geben musste, damit es auch Erfolg hat. Ich habe es in den Wein getan und es hat bis heute gewirkt..." Verkündete er leicht kläglich und machte sich unbewusst kleiner als er war. Kein Wunder er konnte sich bestimmt ausmalen, das seine Worte ihm nicht gerade halfen sein Leben zu behalten.

Feelicitas war es als würde sie mit voller Wucht gegen eine Wand prallen: „Du hast was?" wisperte sie und fühlte sich so ohnmächtig wie selten zuvor.

„Ich...ich hatte von unseren dritten Treffen an nur die Absicht dich zu schwängern. Und das habe ich jetzt wohl auch vollbracht. Ich mag dich, aber soweit wäre ich von alleine nicht gegangen." Kam es ziemlich leise von Ulysses. Die Ehrlichkeit schien befreiend auf ihn zu wirken und er war mehr als unruhig, aber gerade diese Unsicherheit und der ängstlich abwägende Blick, der Feelicitas und Liam musterte und erahnen wollte, was sie nun mit ihm machten, ließen ihn glaubhaft wirken.

Liam schien das ganze genauso zu erschüttern, das er sich nicht mehr raushalten konnte und wollte. Er vergaß sogar seinen Groll: „Ulysses stimmt das?" fragte er angespannt und Ulysses schaute ihn beklommen an, nickte aber ernst: „Feelicitas ähnelt zwar unserer lieben Miriel, aber sie ist und bleibt ihr Kind. Wenn ich nicht gemusst hätte, wäre ich ihr aus dem Weg gegangen."

Feelicitas bekam Ulysses Worte nicht wirklich mit, sie war viel zu erschüttert. So entging ihr auch, das Liam plötzlich betroffen wirkte und scheinbar zwischen einer Entscheidung schwankte. Tief in ihrer Seele schrie es nur noch. Feelicitas konnte nicht mehr, ihr wurde schwindelig. Wie konnte das sein, das man dreimal in dieselbe Falle lief? Und dann auch noch so freiwillig. Der Wein, natürlich würde es sie nicht wundern, wenn Ulysses nichts als die Wahrheit gesagt hätte, obwohl es in dieser Zeit des Monats eigentlich unmöglich war.

„Schwörst du das es die Wahrheit ist?" fragte sie ihn mit flehenden Blick. Ulysses nickte wieder todernst und ihm entging keine ihrer Regungen.

„Weißt du eigentlich, was du getan hast?" fragte sie kalt. Ulysses schien sich nicht darüber im klaren: „Feelicitas, ich weiß nicht was das alles bedeuten soll. Man hat mir gesagt ich sollte es tun und ich habe es gemacht. Du bist eine gute Mutter, ein weiteres Kind wird dir bestimmt nicht schlecht tun."

Feelicitas schnaubte: „Ein weiteres Kind wird mir nicht schlecht tun?" So was ähnliches hatte er ihr schon mal gesagt und da hatte er noch keine Hintergedanken: „Ulysses, wenn das dein Auftrag war, und du wusstest, das wir beide nur Experimente sind, dann hättest du es mir sagen müssen. Ist es dir so egal, was dein Herr für kranke Pläne hat? Oder hat er dir etwa erzählt was das mit den Kind soll?" fuhr sie ihn an.

Ulysses zuckte nur mit den Schultern und suchte auch Liams Blick: „Was der dunkle Lord verlangt ist Gesetz. Selbst wenn es mich nie gegeben hätte. Nathaniel wäre auch von Zebulon alleine in einen grauenvollen Tod geschickt worden. Liam, du hättest vielleicht noch beide Augen, aber du wärst genauso gefoltert aus dem Kerker gekrochen, wie es geschehen ist. Es ist wie mit dem, was du am Bein zu haben scheinst. Es hätte anders laufen können, aber es ist nicht. Und was dich angeht Feelicitas. Ich habe die Vermutung, das das mit deinem Mann und dir, ähnlich aussieht, wie unsere Verbindung. Es ist nicht schön, aber du kannst nicht verleugnen, das alles viel schlimmer hätte kommen können. Ich habe dir nicht weh getan, obwohl ich schon seit Wochen mit meinem Abwarten das Wohl und Leben meiner Familie riskiere. Ich hätte dich schänden können, doch ich wollte es nicht. Aber solange es nicht meiner Familie oder mir schadet, würde ich immer noch alles tun, was ich tun muss. Aber wenn ihr mich hier sterben lasst, dann bringt ihr auch meine Familie um. Der dunkle Lord wird sie sich trotz meines Todes für mein scheinbares Versagen holen. Ich muss zu ihm zurück und sagen, das ich ihr das Kind gemacht habe, sonst glaubt er es erst, wenn es zu spät ist. Denkst du nicht genauso Liam?" Erwiderte er trocken und schaute Liam eindringlich an. Feelicitas traf es tief, aber sie wusste, wenn sie jetzt einfach umkippte, würde alles im Chaos enden. Liam sah so komisch aus, als würde er Ulysses umbringen, noch bevor sie wieder erwachen würde. Sie versuchte sich zu beherrschen, aber nur noch Liams beherztes eingreifen bewahrte sie vor dem Fall. Liam schien ein wenig überfordert, er drückte sie eng an sich, ließ aber Ulysses nicht aus dem Auge. „Ulysses, du hättest niemals zurückkehren dürfen." Sagte er schließlich leise und mühte sich ab, gegen Feelicitas anzukommen. Doch es war schwer, denn Feelicitas wollte nicht umarmt werden, und wehrte sich erstaunlich kraftvoll.

„Lass mich los Liam! Ich werde ihm zeigen, das seine Gleichgültigkeit ihm doch Schadet."

„Feelicitas, verlier jetzt bitte nicht die Nerven. Er ist nicht gleichgültig." Redete Liam auf sie ein, er musste sie aber doch loslassen. Feelicitas stürzte sich auf Ulysses mageren Körper und ohne das er sich noch vor ihr wappnen konnte, trat sie ihm ins Gesicht. Ein schmerzhafter gequälter Laut entkam ihm und sie schien ihm so heftig getroffen zu haben, das ein Strom von Blut aus seiner Nase und Mund hervorschoss und er sich zusammenkrümmte.

Aber das war ihr egal und sie trat ihn noch mal in die Seite und rutschte dabei im glitschigen Schnee in seiner Umgebung aus. Feelicitas rappelte sich auf und schaute auf ihn herab, ihren Zauberstab in der Hand bemerkend und im Gedanken alle passenden Flüche für so eine Gelegenheit, sich in Erinnerung rufend. Das der Schnee in Ulysses Umkreis sich bereits mit Blut färbte, ließ Feelicitas in ihrem Vorhaben nicht einhalten,

„Schau mich an Ulysses." Forderte sie ihn auf. Ihr Herz bebte und ihre Augen funkelten. Sie musste ihre Bitte nicht noch einmal wiederholen. Zwar langsam, doch folgsam rappelte sich Ulysses auf. Er war ganz blut- und tränenverschmiert, er atmete schwer. Und in seinen Blick stand Hoffnungslosigkeit.

„Was willst du tun?" Liam kam wieder an ihre Seite und betrachtete nicht gerade ausdruckslos ihr Opfer. Sie schaute schräg zu ihm auf: „Cruciatus?"

Liam nickte: „Willst du das wirklich?" fragte er deutlich beklommen und Feelicitas Blick glitt über den mitgenommen Mann der sich wieder zusammenkrümmte und einen kleinen Schwall Blut im Schnee verteilte. Irgendwie spürte sie, das Ulysses Worte an Liam nicht vorbeigegangen waren. Doch was genau daran so eindringlich gewesen war, das Liam plötzlich ihrer aller Leid vergaß, wusste sie sich nicht zu erklären.

„Ja, ich will das. Und theoretisch kann ich viel, ich war nur noch nie in der Stimmung es auszuprobieren." Ulysses schien mehr als nur enorme Schmerzen zu haben, vielleicht hatte er sich auch mehr als nur die Nase gebrochen. Doch hören schien er noch zu können. Kaum hatte er das Wort Cruciatus gehört, versuchte er sich aufzurichten.

„Hast du noch etwas zu sagen?" fragte Feelicitas eisig und fühlte sich dabei ganz elend.

„Feelicitas, bitte kein Cruiciatus, du wirst mein Gehirn in Matsch verwandeln. Ich... ich werde das nicht mehr aushalten." Flehte er erstickt und versuchte sie durch eine abwehrende Handbewegung abzuhalten, doch niemand zeigte irgendwelche Anzeichen, dafür innezuhalten. Feelicitas kam näher. „Nein, tu nichts." rief Ulysses etwas undeutlich, denn es hatte sich wieder Blut angesammelt: „Ich... es tut mir leid.. wir könnten uns doch einig werden. Bitte tu mir nichts."

Ulysses drastische Worte hatten Feelicitas doch etwas hellhöriger gemacht: „Meinst du nicht, das ich genug von dir habe? Ich glaube nicht, das es irgendetwas zu sagen gibt, was dein Schicksal noch ändern könnte. Du solltest dich bei deinem Herrn bedanken, er hätte dir sagen sollen, das dein Auftrag einige Risiken mit sich bringt." Sie hob entgültig entschlossen den Zauberstab, doch eine Hand fasste sie an der Schulter. Feelicitas drehte sich um und begegnete Liams etwas unsicheren Ausdruck: „Feelicitas vielleicht sollten wir-"

„Halt mich nicht davon ab Liam." Sagte sie drohend, doch Liam schien nicht vorzuhaben, ihr weiter den Willen und freie Hand zu lassen. Er lächelte nur etwas traurig: „Das darfst du nicht tun." Sagte er ruhig. Feelicitas wollte sich abwenden, sollte er doch ruhig einen Rückzieher machen und sich im verzeihen üben, sie wollte endlich mal ein wenig Genugtuung, obwohl sie selber nicht wusste, ob sie das überhaupt könnte.

„Expelliarmus." Das ihr Zauberstab sich plötzlich selbstständig machte und ihr entzogen wurde, war eine ganz neue Erfahrung für Feelicitas, dementsprechend geschockt war sie auch und starrte zu Liam, der ihn plötzlich in der Hand hielt. Feelicitas fasste es nicht, Liam Evonshare hatte sie einfach entwaffnet. Zwar ziemlich sanft, aber es kam ihr trotzdem wie ein Verrat vor.

„Tut mir leid Feelicitas, aber das du dich unglücklich machst, kann ich nicht zulassen." Liams Blick erhoffte Verständnis, was sie im Moment aber nicht aufbringen konnte: „Du machst einen Rückzug? Scherst du dich etwa um sein törichtes Gewinsel?" fragte sie kühl und starrte ihn unheilverkündend an, doch Liam ließ es an sich ablaufen und nickte nur: „Feelicitas, er hätte es verdient, aber eigentlich hätten wir das doch alle. Ich selber war es doch, der alle in Gefahr gebracht hat und Ulysses war nur das Werkzeug. Ich frage mich gerade ob es Nathaniel und Miriel nicht im Grabe umdrehen lassen würde, was wir gerade im Begriff sind zu tun. Ich muss es mir selber verantworten, was ich an stelle meiner ganzen Familie machen will, denn sie leben noch. Du musst hier aber niemanden etwas beweisen, er glaubt dir auch so, das du ihn in der Luft zerfetzen willst. Es wäre genug, wenn du ihm die Knochen gebrochen hast – wenn wir jetzt ernsthaft das Foltern anfangen, dann sind wir nicht besser als er."

Liams Worte erleichterten sie zutiefst. Feelicitas wusste plötzlich, das sie eigentlich auf Ulysses selber noch am wenigsten sauer war auch wenn er ein wahnsinniger, gewissenloser Mörder sein sollte, er hatte etwas an sich, das man nur noch versucht war ihn zu bemitleiden. Eigentlich tat es nur ihr selber schrecklich weh, das diese schrecklichen Dinge zwischen ihnen standen und wahrscheinlich jeder Kuss nur Mittel zum Zweck war. Sie kam sich so ausgenutzt vor, aber von diesen Gefühl könnte sie keine Schandtat der Welt jemals wieder befreien. Liams offensichtliche Zurückhaltung war die ganze Zeit kein Freibrief gewesen. Er hatte ihr nur die Möglichkeit geben wollen sich an Ulysses abzureagieren und hatte nur helfen wollen, damit sie keine Fehler machte. Feelicitas schämte sich ein wenig, das sie diesen Menschen und seine guten Absichten so unterschätzt hatte und noch mehr traf es sie, was sie ohne Liams einschreiten hätte tun können nur um ihn und den Vorstellungen irgendwelcher Anderer zu gefallen. Vielleicht konnte es niemand verstehen, warum ihr der Tod ihrer Eltern und das ganze Leid der vielen Jahre, weniger Hass entlockte, als das er sie geschwängert hatte. Es war einfach so, denn das war die Gegenwart. Sie senkte ihren Blick und ihre Anspannung wich Tränen. Liam steckte ihren Zauberstab weg und trat zu ihr um sie tröstend zu umarmen.

„Danke Liam." Kam es hoffnungsvoll von Ulysses, der trotz der Ablenkung keinerlei Anstalten machte fliehen zu wollen. Liam warf ihm einen kalten Blick über Feelicitas Schulter zu, der Ulysses erleichterte Miene wieder ersterben ließ. „Bilde dir nichts darauf ein, Ulysses. Sei lieber froh das niemand von uns, auch nur ansatzweise an deine sadistische Veranlagung herankommt."

Feelicitas verspürte mit großer Erleichterung, das er ihr die Verantwortung abnahm. Liam konnte die Entscheidungskraft auch gerne behalten, sie vertraute ihm. Wenn er das einfach fallen lassen konnte, obwohl es die Hälfte seines Lebens auf eine Hütte im Wald reduziert hatte, dann sollte sie es auch können, aber bei seinen Worten fiel ihr etwas ein und sie schaute auf: „Warum hat man ihn wirklich in eine Irrenanstalt geschickt und nicht nach Askaban, Liam?" fragte sie leise. Liam schien es schwer zu fallen, das ohne Vorurteil zu erläutern, doch Ulysses schien weitaus mehr Bereitschaft zu haben: „Weil ich nie freiwillig Todesser geworden wäre. Ich war 27 Jahre lang ein ganz normaler Mensch, bis ich dann durch grässlichste Folter zu dem wahnsinnigen Todesser gemacht wurde, der ohne jegliche Skrupel Mord, Folter und Schändung beging. Man hat mich in einem Sanatorium untergebracht, denn Askaban hätte mich innerhalb weniger Tage in den Tod getrieben." Feelicitas glaubte es ihm irgendwie. Obwohl sie selber Askaban kannte und von einem Dementoren sogar mal angefallen worden war und noch lebte. Sie musste sich nur an die vielen leblosen Gesichter erinnern, die ihr noch in Erinnerung waren.

„Und an diesen Ort dort blieb ich einige Jahre. Das hat mir sehr geholfen, doch irgendwann brachte es mich nicht weiter und so bin ich geflohen und habe mich mit Erinys nach Kanada abgesetzt. Ich habe der Zauberei abgeschworen und lebte all die Jahre wie ein Muggel.

Heute bin ich nur hier, um meine Familie zu schützen. Man hat mich damals nach meiner Ergreifung schon fallengelassen und im Stich gelassen. Der dunkle Lord, hat heute kaum mehr Verwendung für so ein Wrack wie mich. Wenn ich nicht noch über meine alten Kenntnisse verfügen würde, hätte er mich bestimmt direkt umgebracht. Ich bin kein wahrer Todesser mehr, ich habe nur Angst." Er sah sie beide flehend an.

Feelicitas verstand plötzlich so einiges und sie dachte an die schrecklichen Narben auf seinen Körper. Sie zeugten von unmenschlichen Qualen. Sie dachte an das, was man mit ihm getan haben musste damit so ein seelenloses Monster entstehen konnte. Und dann schaute sie sich Ulysses Rathburn an, und sah nichts von diesen Wahnsinn in ihm, jedenfalls nichts das ihren eigenen übersteigen würde: „Wann ist das geschehen?" fragte sie leise.

„Am 23 September 1977." Erwiderte er müde und Feelicitas merkte plötzlich, das seine Lippen blau angelaufen waren und das verkrustete Blut in seinen Gesicht scheinbar gefroren war. Ulysses schien kurz vor dem Erfrieren zu stehen und sagte doch kein Wort.

„Genau sieben Tage nach meiner Geburt." Sagte sie leicht versonnen und suchte Bestätigung in seinen Blick. Er schöpfte alle Möglichkeiten aus: „Feelicitas, wenn ich Miriel in diesen Tage begegnet wäre, hätte sie mich wahrscheinlich zum Tee eingeladen, solange Nathaniel nicht da war. Ich hätte dich bewundert und danach Erinys vorgeschlagen langsam mal selber eine echte Familie zu gründen. Ich hätte nichts gewusst. Nicht das meine damalige Verlobte und ihr Bruder Todesser waren, nicht das sie wegen diverser Aufträge schon mal plötzlich für einige Stunden wegmusste. Ich hätte nicht einmal gewusst, das man ein Todessermal auch tarnen kann, deswegen wäre mir überhaupt nie der Gedanke gekommen, das wir alle in großer Gefahr gewesen sind. Ich hätte dich bewundert, wie heutzutage deine Tochter und nichts auf der Welt hätte irgendwen vermuten lassen, das ich ein paar Tage später zu einen der schrecklichsten Todesser geworden wäre, der je herumlief. Und wenn es auch nur wegen dieser sieben Tage ist, in denen unserer aller Leben noch in Ordnung war und ich niemanden etwas hätte antun können. Bitte lass uns das begraben." flehte Ulysses und Tränen rannen ihm nun über die Wangen. Feelicitas suchte in Liams Blick nach Bestätigung, und er warf ihr nur einen tiefen Blick zu. Es hätte also so sein können so schwer es ihr fiel, das sich vorzustellen. Ulysses Rathburn, der gute Freund aus alten Tagen.

Als Feelicitas sich ihm wieder näherte, zuckte Ulysses erst zurück. Doch die kniete sich nur zu ihn in den befleckten Schnee und wischte ihm sanft mit ihren Ärmel das Blut aus dem Mundwinkel. Ulysses keuchte auf, schmerzhaft und erschrocken zugleich und Feelicitas zog die Hand wieder weg: „Ich habe dich ja voll getroffen." Ein wenig Bedauern lag doch in ihrer Stimme, wie sie selber feststellen musste. Und wenn Ulysses und Liam doch etwas befremdlich schauten, Feelicitas wusste, das das was sie tat das einzig richtige war.

„Liam, ich hätte gerne meinen Zauberstab zurück." Sagte sie unbefangen und blickte sich um. Liam gab ihn ihr auch nach einigen Zögern.

Feelicitas richtete ihn auf Ulysses mittlerweile ziemlich angeschwollene Gesichtshälfte: „Tergeo." Sogleich verschwand das doch ziemlich entstellende Blut: „Und damit haben sich meine Kenntnisse in der Heilerei erschöpft. Ich bin mir aber sicher, das du dafür irgendeine Lösung finden wirst. Komm, steh auf, wenn du mir jetzt doch unter den Fingern wegstirbst, dann fände ich das ein wenig bedauerlich."

Ein wenig misstrauisch war er schon, trotzdem ließ er sich von ihr aufhelfen. „Ulysses, ich gehe mal davon aus, das du in nächster Zeit nicht aus unser aller Leben verschwindest. Vielleicht sehen wir uns nie wieder, vielleicht treffen wir alle paar Wochen aufeinander. Du wirst jetzt gehen und Voldemort von der Erfüllung deines Auftrages berichten. Ich hoffe nur dir bleibt sein Lohn dafür im Halse stecken." Ulysses atmete erleichtert aus, machte dabei aber eine gequälte Miene: „Ich wusste das du auf Miriel kommst, sie hätte genauso entschieden."

„Ach ja, nur Schade das ich auch Nathaniels Erbe in mir habe, das mir irgendwie dazu rät, dich nicht mehr eines Blickes zu würdigen, selbst wenn du einmal krepierend vor mir lägest. Ich bezweifle es sogar das meine Mutter so entschieden hätte, ihre letzte Tat war der Versuch Lucius um die Ecke zu bringen, hat sie leider nicht geschafft, sah aber trotzdem ernst aus." Feelicitas atmete tief durch: „Wenn du das nächste Mal zu Severus kommst, dann wirst du ihm einiges erklären müssen. Ich weiß nicht ob er viel Verständnis haben wird, wenn ich seinen ganzen Vorrat davor schon aufgebraucht habe. Aber ich wünsche dir da trotzdem sehr viel Erfolg. Wenn er dich leben lässt, dann werde ich Kontakt zu Albus Dumbledore aufnehmen und ihm berichten, das du mir über den Weg gelaufen bist und was du gerade machst. Du brauchst dir also keine Mühe mehr geben, wenn du Spione suchen sollst, denn deine Kontakte kann ich dir besorgen. Doch eines solltest du wissen. Wenn ich jemals mitbekomme, das du auch nur irgendjemand Unschuldigen unnötig ein Haar krümmst, dann schlägt deine letzte Stunde."

Feelicitas verstummte und schaute ihn an. Ulysses zitterte immer noch wegen der Kälte und mit nichts hatte er mehr Ähnlichkeit, als einen geprügelten aber dankbaren Hund.

„Mach das du fortkommst." Sagte sie schließlich und wandte sich ab, weil ihr wieder die Tränen hochstiegen. Ulysses ließ sich das nicht zweimal sagen, er richtete noch einen kurzen Blick auf Liam, der aber nichts gegenteiliges bestimmte und dann machte er sich hastig davon. Liam und Feelicitas schauten ihn noch hinterher, bis er in der Ferne verschwand. Nur noch der blutige Schnee kündete vom Geschehen.

„Du hast es wegen mir getan, oder?" Feelicitas schaute Liam fragend an und erkannte, das sie recht hatte.

Er nickte und Feelicitas musste müde Lächeln: „Und ich habe es wegen dir getan. Ich dachte wenn du es verzeihen kannst, dann müsste ich das auch können."

„Dito." Kam es zurück.

„Meinst du trotzdem wir haben das richtige getan und werden es nicht bereuen?" fragte sie leise. Liam trat wieder näher zu ihr: „Ich glaube schon. Ulysses war früher ganz anders, ich hätte mich schon schlecht gefühlt, wenn ich so verzweifelt gewesen wäre diesem Wrack noch irgendwas bösartiges zu unterstellen. Er ist es nicht mehr wert, das man sich an ihm rächt, vielleicht stirbt er sowieso in ein paar Wochen. Aber dann muss wenigstens seine Familie nicht dran glauben. "

Feelicitas lächelte ihn an: „Du wirkt wirklich erleichtert. Heißt das jetzt, das du keine Angst mehr hast und das du deine Familie nicht mehr so verrückt machen musst?"

Liam erwiderte ihren Blick mit einen Anflug von Trauer: „Vielleicht hat sich herausgestellt, das er nun keine Gefahr mehr ist und ich kann endlich beruhigt sein. Aber deswegen ist noch lange nicht alles in Ordnung, denn um dich muss ich mir weiterhin Sorgen machen. Mit jeden Tag der vergeht mehr."

Feelicitas kuschelte sich näher an ihn: „Hast du uns eigentlich wirklich zugeschaut?"

Liam versteifte sich etwas: „Nein, das Pferd ist durchgegangen und so kam ich erst später hinzu, aber es war noch erkennbar, was geschehen ist."

„So kann Liebe den Bach runterfließen." Bemerkte sie bedrückt: „Wenn ein Besuch bei euch immer in Folterdrohungen und schlimmen Enthüllungen endet, sollte ich vielleicht demnächst etwas vorsichtiger mit dir sein, wenn du dich scheinbar über etwas ausschweigst." Ein leichter Vorwurf lag in ihrer Stimme.

„Das hat die liebe Klee schon mit Elf Jahren begriffen." erwiderte er leicht bekümmert.

Langsam wandten sie sich zum gehen: „Was erzählen wir denn jetzt zuhause, warum dein Pferd ohne uns zurückkam?"

„Die Wahrheit, was sonst." Entgegnete er ernst. Feelicitas musste grinsen: „Das überlasse ich dann gerne dir. Dann aber bitte nur die zensierte Version."

Liam drückte sie kurz enger an sich: „Und du hältst Klee dann davon ab, mir den Kopf abzureißen, bevor alles geklärt ist. Ansonsten werden deine letzten Tage bei uns ziemlich laut."

Feelicitas willigte ein. Sie war sich sicher, das Klee es irgendwie verstehen würde, auch wenn sie ihr keine Leiche mitbrachten.

Was heute geschehen war, wollte sie erst gar nicht im vollen Ausmaß bedenken. Sie erinnerte sich an ihre Lage vor einem Jahr. Wie dumm musste man nur sein? Wieder war sie schwanger, wieder war es nicht mehr als pure Berechnung. Doch immerhin musste sie mit diesen Wissen erst mal nur ihren Mann belangen und danach würden viele Wochen und Monate kommen, in denen nichts geschehen würde, als das sich ihr Bauch wieder kugelte – und wenn sie sehr viel Pech hatte , sehr bald schon wieder in sich zusammenfallen würde.

Was das jetzt alles hieß, wollte sie gar nicht wissen. Es lief wie immer, geschehen war geschehen und es würde weitergehen. Nun, dann sollte sie vielleicht schon mal an Klee üben, wie man zum Erhalt des Familiensegens beitragen konnte, denn Severus aufzuklären, war bestimmt um einiges schwieriger.

Fortsetzung folgt...

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