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Books » Harry Potter » The Darkness arounding us
Feelicitas Lefay
Author of 12 Stories
Rated: M - German - Tragedy/Romance - Severus S. & Sirius B. - Reviews: 39 - Updated: 02-23-06 - Published: 10-04-05 - Complete - id:2604878
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The darkness arounding us

Kapitel 31

Das tödliche Wasser

Feelicitas hatte natürlich direkt fieberhaft einen Brief an Severus geschrieben und ihn mit der Muggelpost abgeschickt. Weirdy konnte sie ja nicht gehen lassen und eine Eule war auch nicht in der Nähe. Je länger Feelicitas darüber nachdachte, hätte sie Belial gerne gegen eine kleine Posteule eingetauscht, aber dann gab es auch Zeiten, wo der schwarze Kater sich schnurrend von Serena streicheln ließ. Also sah Feelicitas auch weiterhin davon ab, das wertvolle Haustier loszuwerden. Doch all der Umwege zum Trotz, hatte der Brief sein Ziel erreicht und am Samstagmittag kam Severus. Feelicitas hatte in den Tagen dazwischen alles versucht, damit der Haushalt wieder lief, doch es war ihr nicht möglich das lange durchzuhalten, denn Serena wollte immer ein Stück ihrer Aufmerksamkeit. Feelicitas konnte es gar nicht abwarten, das Severus sich endlich wieder blicken ließ und Serena etwas unterhielt. Doch Severus war nicht gerade bester Laune: „Ich habe nicht viel Zeit!" fuhr er sie statt einer Begrüßung harsch an und rauschte mit grimmiger Miene an ihr vorbei, direkt ins Wohnzimmer. Feelicitas blieb irritiert an der Türe stehen und sie hatte überhaupt keine Lust ihm zu folgen, denn dort wartete Mr. Fisher schon seit zehn Minuten und mehrmals hatte er angekündigt, wieder gehen zu wollen.

Nach weiteren zehn Minuten verließ ein ziemlich zusammengestauchter Mr. Fisher eiligst das Haus. Feelicitas war der Unterhaltung fern geblieben und hatte sich lieber zu Serena verkrochen. Zusammen saßen sie am oberen Treppenabsatz und hatten einen sehr guten Ausblick auf den flüchtenden Beamten. Beide mussten sie grinsen, obwohl Serena wohl nicht denselben Grund hatte, wie Feelicitas. Severus klatschte die Türe hinter Mr. Fisher zu und man sah deutlich, das er einmal tief durchatmete. Scheinbar hatte er nicht mitbekommen, das er beobachtet wurde.

Feelicitas war mittlerweile mit ihrer Tochter runtergekommen, ohne das er sie weiter beachtete. Stattdessen betrachtete er weiterhin das panische Verschwinden des Mannes. Feelicitas ließ Serena im Wohnzimmer krabbeln und ging wieder in den Flur und wartete ab. Einen Moment später wandte Severus sich tatsächlich um und schaute sie mit unleserlichen Blick an.

„Wer hat diesen Idioten zu uns geschickt?" fragte sie fassungslos und merkte erst jetzt, das sie das ganze doch ziemlich aufgebracht hatte: „Ist das ein neuer Trick um uns zu kontrollieren? Ist irgend ein Mitglied der magischen Gesellschaft nicht einverstanden, das du mit völliger Abwesendheit in diesen Hause glänzt?"

Severus sah sie scharf an: „Du selber vielleicht? Wenn ich es nicht besser wüsste würde ich auf die Vermutung kommen, das du uns selber angeschwärzt hast."

Feelicitas holte schon tief Luft für den Gegenschlag, doch er unterbrach sie, bevor sie einen Ton rausbringen konnte.

„Es steht außer Frage, das du es nicht warst, also versuche erst gar nicht neue Verdächtigungen aufkommen zu lassen, indem du unnötige Rechtfertigungen bringst. Aber wer ansonsten auf diese Idee gekommen wäre, ist mir ein Rätsel. Aber vielleicht waren es ja unsere Muggelnachbarn, gemocht haben die mich selber noch nie und vielleicht hat dein plötzlich so umtriebiges Leben der letzten Monate ein wenig Argwohn erweckt. Man könnte neidisch auf dich geworden sein, nicht?"

Feelicitas wurde etwas blasser, denn er hatte wohl Recht. Und zudem beantwortete er damit eine Frage, über die sie sich nicht so sicher gewesen war. Severus wusste natürlich was sie machte. Vielleicht überwachte er nicht jeden Schritt, aber er war informiert, das sie oft nicht zuhause war. Seine Theorie schien glaubwürdig: „Du könntest recht haben. Alle Welt muss denken, ich hätte einen Anderen. Nein, was für ein Skandal, sie werden sich wochenlang die Münder beim Teekränzchen zerrissen haben, bevor sie diesen Einfall hatten." Verkündete sie gespielt entrüstet: „ Aber auch egal. Wird der Beamte jemals wiederkommen?" In Feelicitas Gesicht stand ein plötzlich aufkommendes Grinsen, wenn sie an des Beamtens eiliges Verschwinden dachte. Severus lächelte grimmig: „Nicht zu uns. Ein wirklich penetranter Mensch. Er hat doch tatsächlich nach tiefgreifenden Details unseres Ehelebens gefragt."

Feelicitas fasste sich mit einer Hand vor den Mund um nicht schallend loslachen zu müssen.

„Dann hast du ihm natürlich gesagt, das bei uns jeden Samstagmorgen der Beischlaf pünktlich um Neun Uhr vollzogen wird. Alles andere, wird er wohl nicht glauben." Fragend blickte sie ihn an und biss sich immer noch auf die Lippen um halbwegs ernst zu bleiben.

„Schön das wir einer Meinung sind." Verkündete Severus und löste sich vom Flurfenster: „Aber trotz der musterhaften Auskunft, blickte er noch sehr verwirrt."

„Der Muggel war nicht verheiratet, er hat keine Ahnung was wirklich in anderen Schlafzimmern vorgeht." Erwiderte sie mit hochgezogener Braue. Severus nickte, betrachtete beiläufig ihren schon ziemlich offensichtlich geblähten Bauch und ging an ihr vorbei ins Wohnzimmer. Feelicitas war ein wenig geknickt. Bis gerade war alles so gut gelaufen und dann brauchte er nur einen Blick um sie wieder in Grund und Boden zu verdammen. Warum waren sie alle Opfer solcher Vorurteile? Und warum hatte sie gerade das Gefühl ihm den Hals umdrehen zu müssen?

Sie folgte ihm und sah, das er Serena erblickte. Er stutzte offensichtlich. Feelicitas bemerkte es mit aufkommender Ungehaltenheit. Erst tauchte er Monate lang nicht auf und dann schien er auch überhaupt keine Ahnung zu haben, das auch hier die Zeit weiterlief. Langsam trat er näher und Serena merkte, das sich jemand Fremdes an sie heranschlich und krabbelte mit einem Quietschen hinter den Rock ihrer Mutter und lugte nur vorsichtig an der Seite raus. Severus Blick verdüsterte sich, als er seinen Blick von Serena wandte und in Feelicitas Miene sah: „Was erwartest du? Ich hoffe nur, das du sie hoffentlich noch erkennst." Bemerkte sie vorwurfsvoll.

„Ich habe eine dunkle Erinnerung wer das ist, ja!", gab er knapp zurück und blickte ihr in die Augen: „Ganz schön groß geworden, und krabbeln kann sie auch schon." Sagte er leise.

Feelicitas japste auf: „Echt? In den dreieinhalb Monaten, in denen du dich nicht hast blicken lassen, soll sie gewachsen sein?" Sie warf ihn einen vernichtenden Blick zu: „Schwer vorstellbar."

Eines war klar, egal was Severus jetzt noch tun würde, sie würde schon noch dafür sorgen, das er kein Bein auf den Boden bekommen würde. Schon alleine für sie selbst. Er war nicht freiwillig hier, sie hatte ihn erst bitten müssen und dann stellte er sich wieder so an, als hätte sie ihm absichtlich einen Bastard unterjubeln wollen. Das nahm sie ihm sehr übel. Wenn er nach all den Monaten aus purer Sehnsucht gekommen wäre, sie hätte sofort alles Negative vergessen, aber so nicht.

Aber eigentlich wusste sie gleichzeitig, das sie sich irrte. Er verachtete sie nicht und seine Blicke waren nicht abwertend gemeint. Das einzigste was sie dazu brachte ihn zu verurteilen, war ihre Wut, die zu ihr sprach. Doch er hatte damit noch am wenigsten zu tun. Außerdem sollte sie ihn mittlerweile lange genug kennen um alle Facetten seines Mienenspieles halbwegs deuten zu können.

Natürlich hätte sie das gekonnt, aber Feelicitas scheute sich davor zu viel reinzuinterpretieren. Also blieb sie bei ihrer Bewertung immer negativer, als es wirklich war.

Wenn er jemanden bis aufs Blut verabscheute, dann sah das bei weiten anders aus, als alle Blicke, die er ihr jemals geschenkt hatte. Sie musste sich nur daran erinnern, wie er immer mit Sirius Black umgesprungen war. Mit dem armen Sirius, dem keiner mehr helfen konnte.

Sein Räuspern brachte sie wieder in die Realität zurück: „Feelicitas, ich hatte sehr viel Arbeit und noch viel mehr andere Verpflichtungen. Ich würde dir nicht raten, ausgerechnet jetzt eine Szene daraus machen zu wollen. Wie gesagt, ich habe nur sehr wenig Zeit. Meine Abwesendheit wird sehr schnell auffallen und ich kann es mir nicht leisten, das irgendwer es ausnutzt, das ich kein Auge auf alles haben kann." Sagte er unwirsch und Feelicitas ernüchterte etwas. Was war denn in Hogwarts los? Fast schon beschämte sie ihr Eigensinn. Sie belangte ihn hier, wegen Nebensächlichkeiten und er musste die Welt retten. Aber so schnell wollte sie nicht aufgeben.

„Ja ich weiß, ohne dich bleibt kein Stein auf dem anderen stehen. Du solltest Professor Dumbledore mal wegen einen gehörigen Leistungs- und Familienzuschuss für dein Gehalt bitten. Von all den Überstunden und Wochenenddiensten ganz zu schweigen, damit könntest du reich werden und dich mit uns nach Island absetzen. Dann kaufen wir uns ein Holzhäuschen und züchten Ponys."

Er starrte sie an, als rede sie totalen Irrsinn und Feelicitas verdrehte die Augen: „Was ich eigentlich meine, auch wenn wir keinen Platz für uns am Ende der Welt haben, bleibst du trotzdem noch etwas?" fragte sie bittend, doch es zeigte nicht viel Wirkung.

„ Bitte, Severus. Serena weiß garantiert noch wer du bist, aber sie hat etwas Angst sich wieder mit dir anzufreunden, weil du sie dann doch wieder im Stich lässt. Bleib wenigstens eine Stunde und überzeuge sie davon, das es dir fern liegt, sie ebenfalls einfach zu vergessen. Davon wird die Welt wohl nicht untergehen. Bitte!" Fragte Feelicitas mit noch flehenderen Unterton und schaute ihn entschuldigend an. Vielleicht hatte sie doch etwas übertrieben. Er schaute leicht zweifelnd auf seine fremdelnde Tochter.

„Du kriegst das wieder hin, glaub mir, sie lässt sich schnell erweichen, aber das weißt du hoffentlich noch selber. Sie kann übrigens auch reden." Erwartungsvoll blickte sie Severus an, doch keine Reaktion.

Ihre Hoffung sank auf einen Nullpunkt. Bildete sie es sich nur an, oder waren sie ihm mittlerweile wirklich ganz egal? Aber vielleicht lag es ja auch nur an ihr. Vielleicht hatte er gar nicht soviel in Hogwarts und bei Voldemort zu tun. Vielleicht war er nur weg, weil sie ihn mit ihrer Zuneigung und den gleichzeitig so enttäuschenden Entwicklungen, aus dem Haus getrieben hatte.

„Ich lass euch auch alleine." Fügte sie wieder hoffnungsvoller hinzu und ihre Fingernägel stachen in ihre Handflächen um sich nicht anmerken zu lassen, wie schlimm sie es finden würde, wenn er jetzt zusagte.

Aber er ließ sich immer noch nicht zu einer Entscheidung treiben: „Du könntest auch mir damit helfen, Severus. Weirdy ist sehr krank und ich möchte auch mal wieder alleine ein Bad nehmen ohne mich wie eine Rabenmutter fühlen zu müssen, weil Serena alleine im Laufstall sitzen müsste."

Severus verdrehte die Augen, doch er war nicht richtig genervt, sonst hätte er wohl sofort eine bissige Antwort gegeben. Vielleicht gefiel es ihm auch wirklich, das sie nichts beabsichtigte und sich schnell verzog. Es war kein sehr zuversichtliches Anzeichen, aber zumindest schmiss er sie nicht direkt raus.

„Du willst baden?" fragte er nur leicht irritiert und Feelicitas schenkte ihm ein erleichtertes Lächeln: „Ja, und das einmal ohne das ich jemanden vor dem Ertrinken bewahren muss und alles in einer Wasserschlacht endet. Du glaubst nicht, was sie mit einer Wanne Wasser anstellen kann, wenn man nicht aufpasst. " Feelicitas wusste, das ihm das letztendlich total egal war, aber die Aussicht Serena ganz alleine zu haben, musste wohl doch lockend sein. Es verletzte sie, aber das wollte sie nicht zeigen. Die Halbmondförmigen Rillen in ihren Handinnenflächen wurden immer tiefer. Was bildete sie sich überhaupt noch ein? Wahrscheinlich würde er sich sofort umdrehen und wieder auf Monate verschwinden, nur weil sie ihn wieder nervte.

Scheinbar musste er aber auch jetzt noch erst überlegen, entschied aber das Feelicitas recht hatte und nickte: „Noch eine halbe Stunde, mehr geht nicht."

Feelicitas wäre ihm am liebsten erleichtert um den Hals gefallen, konnte sich aber beherrschen. Das würde wirklich zu weit gehen, bei dem Glück das sie hatte. Stattdessen stieß sie ein erleichtertes: „Danke!" aus und huschte davon um die Wanne einzulassen und ihre Sachen zusammenzusuchen.

Nach einer wundervoll entspannenden halben Stunde wickelte sich Feelicitas in ihr Handtuch und verließ die Wanne. Sie hatte alles andere zu tun, als sich wegen ihrer Trödelei Sorgen zu machen und trocknete sich summend ihre Haare ab. Severus würde wegen fünf Minuten schon nicht sauer werden, schließlich hatte er dann einen Vorwand länger mit Serena zu spielen. Gerade wollte sie sich ihre Bürste holen und da geschah es. Sie übersah die kleine Wasserpfütze, die sich neben der Wanne gebildet hatte, weil ihr immer noch das Wasser die Beine hinablief. Und als sie dann während des Kämmens auf dem Rückweg war um den Stöpsel hinauszuziehen, glitschte sie aus und verlor einfach das Gleichgewicht.

Es war so dumm, doch diese Einsicht bewahrte sie auch nicht mehr davor auszurutschen und ziemlich hart, rücklings auf den Fliesenboden zu landen. Dabei ließ sie leider auch nicht den Wannenrand aus und stieß seitlich mit dem Kopf dagegen. Feelicitas merkte nichts mehr, außer den scharfen Schmerz in ihren Bauch und das stechende Pochen in ihrem Kopf, das jede Regung unmöglich machte und jede Faser ihres Körpers mit Qual erfüllte. Vor ihren Augen war es schwarz und in plötzlicher Panik dachte sie erblindet zu sein. Niemand konnte sich vorstellen, welch ein Schock das war, plötzlich nichts mehr sehen zu können. Doch dann verzog sich die Blindheit wieder bei der nächsten Schmerzwelle und ihr blieb die Luft weg und allenfalls konnte sie sich noch zusammengekrümmt auf dem Boden winden, während ein dunkler, schwerer Nebel sich über sie legte, der ihr das denken unmöglich machte.

Sie merkte kaum, das Severus durch ein lautes Geräusch aufgeschreckt in das Badezimmer getreten war, erstarrte und sich hastig neben sie niederbeugte. Aber das er plötzlich da war, bekam sie doch mit und registrierte es mit Dankbarkeit. Es sah wohl nicht gut aus, was er vorfand. Feelicitas hörte wie er zischend die Luft einzog. Sie war zwar halbwegs bei Bewusstsein, wusste aber nicht richtig was passiert war. Sie hatte keine Ahnung, das sie blutete. Und zwar recht stark aus der Wunde am Kopf und die Fliesen waren durch ihre Krämpfe schon ziemlich rotverschmiert. Hätte sie es gewusst, wäre sie wohl in Panik verfallen. Feelicitas rechnete mit einer Beule und ihr war das alles hochpeinlich. Doch Severus schien keinen Grund für Spott zu sehen und ignorierte die Tatsachen ihres Anblick, denn das Handtuch hatte wohl nicht wirklich standgehalten. Und als Severus ihr durch die Haare wuschelte und sich kurz das Loch in ihrem Kopf anschaute, war sie noch der Meinung, das ihr Kopf noch das harmloseste war. Ihre Hauptsorge galt dem ungeborenen Kind und es war ihr irgendwie total egal, was Severus davon hielt. Genervt registrierte sie, das er sie versuchte anzusprechen, wo die Situation doch so offensichtlich war. Ihr tat der Bauch weh, er sollte also Hilfe holen und das wollte sie ihm auch begreiflich machen. Er bekam aber keine Antwort. Feelicitas war selber darüber verwundert, warum sie es nicht schaffte. Dennoch versuchte sie seine Hände am Kopf loszuwerden, was sich aber nicht mit ihren Bauchkrämpfen vertrug. Deswegen verkrampfte sie sich nur und gab ein unwilliges Knurren von sich. Sie fühlte sich so schwach und das Severus ihre Hände einfach wegziehen konnte und ihren aufbegehrenden Körper einfach auf den Boden presste, ließ Wut in ihr aufsteigen. Was stellte er sich so an?

Severus war wirklich unruhig. Eine Bewegung hinter ihm zeugte davon, das Serena durch die offene Badezimmertür gekrabbelt kam, und er wandte sich ruckartig um.

Feelicitas hatten Severus Berührungen wieder richtig zu Bewusstsein gebracht. Am liebsten wäre sie einfach aufgestanden, aber ihr tat alles weh, doch irgendwie schien der Schmerz von einem zum anderen Moment weit weg zu sein. Feelicitas fühlte sich unbeteiligt, und das Gefühl erschien ihr nicht gerade als ein positives Zeichen. Man hatte sie schon einmal nahe an den Tod gebracht und das hatte sich am Ende auch so ähnlich angefühlt.

Feelicitas merkte mit Schrecken, das Severus plötzlich weg war. Sie stöhnte und machte die tränenden Augen auf. Er hatte sie alleine gelassen, aber Serena war noch da und betrachtete ihre Mutter fragend mit ihren großen grünen Augen und krabbelte langsam näher.

Feelicitas fühlte sich miserabel, doch das ihre Tochter das hier sehen musste, verbannte die Sorgen um sich selbst. Serena rauszuschicken brachte sie nicht übers Herz, noch hätte sie es gekonnt. Und so versuchte sie ihren aufbegehrenden Körper und die Schmerzen zu ignorieren und hob eine Hand.

„Ma-ma?" fragte Serena und setzte sich neben sie und stupste ihre Mutter mit einen Finger an.

Feelicitas bekam keinen Ton hinaus und der Schmerz kroch wieder an ihr hoch, so das sie die Lider schloss, aber sie schaffte es Serena kurz an der Wange zu tätscheln, damit diese sich keine Sorgen machte. Als Feelicitas wieder ihre Augen öffnete, erschrak sie etwas. Woher kam das Blut in Serenas Gesicht? Fast verwundert betrachtete Feelicitas ihre Hand, die voller Blut war. Nur schwer dämmerte die Erkenntnis, das sie wohl am Kopf blutete. Und während sie sich noch dumpf wunderte, kam Severus wieder herbeigeeilt. Als er seine beschmierte Tochter sah, zuckte er zusammen, doch Feelicitas verstörter Blick, der ihm musterte, brachte ihn wohl wieder dazu sich zu beherrschen und diesen schrecklich nichtssagenden Ausdruck anzunehmen, den sie hasste. Warum sie sich ausgerechnet jetzt solche Gedanken machte, wusste sie selber nicht, aber irgendwie wurde sie mit dem Blut überall um sie rum, das Gefühl nicht los, das was sehr schlimmes vorging. Severus reinigte Serena mit einen kurzen Spruch. Währendessen merkte Feelicitas mit einiger Bewunderung, das ihr was warmes am Schoß entlang lief und noch bevor sie deswegen richtig in Panik geraten konnte, schien Severus es auch gesehen zu haben, er hockte sich wortlos neben sie, murmelte einen Spruch, der sie wieder anzog und griff um ihre Beine um sie hochzuheben.

Was sollte denn jetzt mit Serena geschehen? Mit eiligen Schritten trug Severus sie schweigend durch den Flur, und da begegnete ihnen die recht mitgenommen aussehende Weirdy. Nur halb bekam Feelicitas mit, das er der Hauselfe die Anweisung gab auf Serena zu achten. Wahrscheinlich war er gegangen um sie aufzustöbern. Immer höher stieg diese komische Müdigkeit und obwohl sie überhaupt nicht wollte, sank sie immer schwerer in Severus Armen zusammen.

Sie mussten wohl rausgegangen sein um zu apparieren, Feelicitas merkte davon aber nichts.

Überhaupt war ihr schleierhaft, das sie sich plötzlich in den Gängen von Hogwarts befanden. War sie ohnmächtig geworden?

Andere Gesichter tauchten um sie herum auf. Madame Pomfrey und es schien noch jemand da zu sein, aber Feelicitas verlor wieder den Kampf um das Bewusstsein und sank tiefer hinab. Sie merkte nur noch, da sie auf etwas weiches gelegt wurde und das Madame Pomfrey Severus wohl sehr lautstark vor die Türe scheuchte: „Nun aber raus hier, Professor!" rief sie und Severus protestierte scheinbar auch lautstark, denn sie konnte ihn gut verstehen.

„Aber ich..."

Vielleicht hatte sie auch ein geschärftes Gehör und würde jedes Flüstern vernehmen. Feelicitas wollte nicht darüber nachdenken, ihr war plötzlich alles egal geworden. Und so versank sie bereitwillig in der Dunkelheit.

Feelicitas hasste diese Momente, wenn sie in dem abgetrennten Raum in der Krankenstation von Hogwarts aufwachte. Obwohl sie es mittlerweile besser wissen sollte, erschrak sie sich zu Tode. Es war schließlich ihre erste Erinnerung nach dem sie Voldemort hinter sich gelassen hatte. Ein leerer Raum, der ihr fremd war und eine Situation, die sie nicht bestimmen konnte. Und so dauerte es einen Moment, ehe ihr heftiges Herzpochen aufhörte und sie wieder ruhig atmen konnte. Es war ihr irgendwie peinlich, das sie immer noch Angst empfinden konnte. Früher war das ja noch zu verstehen gewesen, aber heute wusste sie doch, das sich alle nur gut um sie kümmern wollten.

Das brachte sie zu dem Gedanken, was denn geschehen war und dann kehrte auch die Erinnerung zurück. Verwundert schaute sie sich um. Die Sonne schien durch die offenen Vorhänge, also schien niemand mit ihren Tod gerechnet zu haben. Im allgemeinen machte man dann alles dunkel und wachte am Bett ob das schlimmste eintrat. Ihr tat aber nicht einmal ihr Kopf weh und ihr Bauch war immer noch so rund wie vorher, vielleicht waren es also doch keine richtigen Blutungen gewesen, oder Madame Pomfrey hatte ein wirkungsvolles Mittel dagegen.

Kaum dachte sie darüber nach, öffnete sich die Türe und die Krankenheilerin kam herein: „Guten Morgen Feelicitas. Na wie fühlst du dich?" fragte Poppy ziemlich fröhlich und schaute sie neugierig an.

„Hallo Madame Pomfrey." Sagte Feelicitas leiser und richtete sich auf: „Ist alles mit dem Baby in Ordnung?" fragte sie mit einer Spur von Unsicherheit, doch Madame Pomfrey winkte nur ab: „Professor Snape hat schnell gehandelt, also konnte ich euch natürlich retten. Aber wie hast du das denn gemacht?"

Das war ja typisch, Severus erzählte selbst in großer Gefahr nicht, was wirklich geschehen war.

„Ich bin im Badezimmer auf einer Wasserlache ausgerutscht und ich glaube ich muss mir den Kopf gestoßen haben."

Madame Pomfrey nickte, so als ob sie sich das schon gedacht hatte: „Ernste Sache, aber noch schlimmer wäre ein Sturz aus mehreren Metern gewesen. Du hast dir trotzdem den Schädel angebrochen. Zwar konnte ich das heilen, aber du solltest in nächster Zeit vorsichtiger sein. Wenn Professor Snape nicht gerade da gewesen wäre, nicht auszudenken..." Poppy Pomfrey schwieg betroffen und Feelicitas selber verfiel ins Grübeln. Ja, wenn Severus nicht gewesen wäre, hätte sie zwar Serena dabei gehabt, aber wäre höchstwahrscheinlich trotzdem ausgerutscht. Und weil sie nun einmal die Angewohnheit hatte, Serena noch in der Wanne etwas sitzen zu lassen, bis sie sich selber abgetrocknet hatte, wäre wohl ein weiteres schreckliches Unglück geschehen. Serena hätte wahrscheinlich ohne ihre Aufsicht ertrinken müssen. Ein eiskalter Schauer überlief Feelicitas, denn es war nicht nur Gedankenspielerei, es wäre genau so gekommen. Und da Weirdy außerstande war irgendwas zu tun, wäre die auch nicht die Rettung gewesen.

Am liebsten hätte Feelicitas Severus verteufelt, weil er ihr das apparieren nicht beigebracht hatte. Wenn sie sich die letzte Zeit so anschaute, ohne Weirdy wäre sie total aufgeschmissen gewesen, auch wenn apparieren wohl auch nichts mehr nützte, wenn man einen Schädelbruch erlitten hatte. Aber Feelicitas wollte trotzdem nicht davon abgehen, das Severus schuld war.

Madame Pomfrey maß Fieber und ihre Miene wurde nicht gerade strahlender. „Was ist denn, Madame Pomfrey?" fragte Feelicitas alarmiert, doch die Heilerin schenkte ihr nur ein Lächeln, welches die Sorgen darunter nur schlecht verdeckte: „Ich halte dich noch bis heute Abend hier zur Kontrolle. Wenn bis dahin das Fieber weg ist, kannst du wieder gehen, wenn nicht müssen wir andere Maßnahmen ergreifen."

Feelicitas gab sich damit nicht zufrieden: „Welche anderen Maßnahmen?" fragte sie drängend, doch Madame Pomfrey schüttelte den Kopf: „Wir wollen es nicht herausfordern, also denk lieber nicht drüber nach." sagte sie leise mahnend und als sie sich sicher war, das Feelicitas verstanden hatte, legte sie ihr noch tröstend eine Hand auf die Schulter und ging dann weg.

Feelicitas blieb hilflos und alleine zurück. Madame Pomfrey musste ihr doch eine Antwort geben, warum ließ sie sie im ungewissen. Sie bemühte sich ein eisiges Gefühl herzustellen, damit ihr Fieber sank und niemand das Baby dafür verdächtigte. Madame Pomfrey hatte doch gesagt, es sei alles in Ordnung, wieso hatte Feelicitas dann Fieber?

Nur mühsam schaffte sie es sich selber zu beruhigen und sich einzureden, das Madame Pomfrey es bestimmt nicht so erschreckend gemeint hatte. Sie hätte ihr doch ein Beruhigungsmittel geben können? Aufregung war doch sicher auch nicht gut. Aber dann viel ihr auch ein, das sie ja schwanger war und viele Medikamente nicht eingesetzt werden konnten.

Als es endlich Abend wurde, klopfte es an der Türe. Feelicitas hatte eine Ahnung, wer es war und hieß ihn einzutreten. Severus mürrische Miene war ein Anblick, den sie jetzt garantiert brauchen konnte, aber als er sich dann auf einen Stuhl neben ihr Bett setzte, hatte er wenigstens den Anschein, ihr einen weicheren Blick zu schenken.

„Hallo." Sagte sie leicht befangen und Severus erwiderte es mit einen forschenden Blick. Fast als hätte der Schrecken ihres verletzten Anblickes so lange nachgewirkt, das er noch besorgt sein konnte.

„Wie geht es dir, Feelicitas?" fragte er leise. Feelicitas ahnte, das Madame Pomfrey überhaupt nicht wusste, das er da war, sonst hätte sie ihn bestimmt schon unterrichtet.

„Na ja, meinen angebrochenen Kopf hat Madame Pomfrey scheinbar wieder hinbekommen und das Baby ist auch noch da. Aber sie macht sich trotzdem Sorgen, weil ich Fieber habe und wenn das nicht weggeht, hat das irgendwie mit dem Baby zu tun. Sie will dann etwas daran machen." Sagte sie leise und sah ein leichtes Zucken in seiner Miene. Sollte ihn das wirklich kümmern? Es war nicht einmal sein Baby. Warum war er überhaupt da, wenn er doch so viel wichtigere Dinge zu tun hatte. Doch sein nächster Satz hinterließ nur Sprachlosigkeit bei Feelicitas.

„Und wie geht es dir?" fragte er noch mal undwenn sie sich nicht täuschte, ging sein Blick haarscharf an ihr vorbei. Feelicitas musste erst mal Luft holen: „Ähm, wie es mir geht? Ich... ich weiß nicht. Ich glaube mir geht es schlecht und ich habe Angst, vor dem was Madame Pomfrey vorhaben könnte." Sagte sie zögernd und blickte ihr schüchtern an. Diesen Blick deutete er wohl als schlechtes Gewissen und sein Blick wurde so düster wie die Nacht.

„Wirklich?" fragte er deutlich schärfer und betrachtete sie aufmerksam. Feelicitas erwiderte seinen Blick mit aufkommender Wut: „Natürlich, ich bin nicht fähig ein Kind zu töten, noch es töten zu lassen. Und schon gar nicht, wenn es meins ist. Es ist mir egal, was du denkst Severus, aber lass dir gesagt sein, in den letzten dreieinhalb Monaten hatte ich genug Zeit um mich mit dem Baby gedanklich anzufreunden. Niemals würde ich es freiwillig abtreiben lassen." Es fiel Feelicitas schwer nicht laut zu werden, denn sie wusste, das Anstrengung nichts war, das sie brauchen konnte. Severus schien das auch zu wissen und hob abwinkend die Hände: „Es hätte ja sein können. Wenn man aus der Wanne fällt ist man entweder ziemlich ungeschickt, oder berechnend."

Feelicitas wusste, er meinte das beschwichtigend, doch in ihren Ohren klang es wie ein Angriff: „Ist es berechnend, wenn man gleichzeitig auch noch einen Schädelbruch und das eigene Leben riskiert? Nichts auf der Welt wäre es wert, sich mit so einen Mittel davor zu drücken, oder?" fragte sie ein wenig zu vorwurfsvoll zurück: „Außerdem war ich schon immer ungeschickt. Wir kennen uns lange genug um solche Dinge zu wissen."

„Gut." sagte er nur knapp: „Bevor Madame Pomfrey kommt, muss ich dir etwas mitteilen."

„Ich auch, aber ich lass dir gerne den Vortritt." erwiderte sie und fühlte sich halbwegs ruhig. Er würde ihr wohl keine schlimmen Eröffnungen machen. Sie war krank, ihr ging es nicht so gut, er musste sie doch schonen.

„Hogwarts ist nicht gerade der Ort, wo du hingehörst." sagte er einfach nur: „Wenn die Situation es nicht heraufbeschworen hätte, wäre es nicht soweit gekommen. Selbst Dumbledore hat mir ans Herz gelegt, das du dich schleunigst entfernen musst."

Er machte eine Atempause und Feelicitas sprach dazwischen: „Ja, aber so wie es aussieht, liegt es an meinen Fieber und Madame Pomfrey, wie lange ich noch bleiben muss, ansonsten würde ich dir ja gerne helfen. Das siehst du doch hoffentlich auch ein, ansonsten solltest du vielleicht Dumbledore fragen ob er es dir erklärt. Denn ich glaube nicht, das der mich einfach so rausschmeißen würde."

„Ja , das glaube ich auch nicht und deshalb bitte ich dich, dich etwas zusammenzureißen und nicht extra lange hier bleiben zu wollen, weil es dir zuhause zu langweilig ist. Ich weiß du bist krank, aber hier ist es zur Zeit gefährlich." Sagte er und etwas mahnendes lag in seinen Ton. Erst wollte Feelicitas ihn wegen ihrer Angestelltheit etwas passendes sagen, doch das Wort gefährlich, ließ alle ihre Gedanken vergessen.

„Was ist denn los?" fragte sie: „Hat Voldemort-" Severus zischte, enthielt sich aber eines Kommentars. „Hat Er Siebtklässler angeworben, oder was ist los?"

Er betrachtete sie mit einer ziemlichen Mischung, die sie nicht deuten konnte: „Nein, Siebtklässler sind es nicht. Aber über allen liegt etwas, das jeden Tag zum Einsturz kommen kann. Du solltest dann zuhause sein, wo deine Tochter auf dich wartet. Sie fragt außerdem dauernd nach dir."

Gegen ihren Willen merkte Feelicitas, das sie für Serena mehr Neugierde aufbrachte, als für Severus Problem. Hatte er nicht Streit mit Dumbledore? Da war doch irgendwas. Vielleicht hatte er Angst, das sie dazwischen treten könnte?

„Geht es ihr wieder gut, oder hat sie den Schock ihres Leben bekommen?" fragte Feelicitas etwas beklommen.

Severus versicherte ihr, das es Serena gut ginge und das er Weirdy durch einen Trank auch Linderung verschafft hatte, so das diese es auch ohne Hilfe schaffte für Serena zu sorgen.

Das brachte Feelicitas wieder zu ihrem eigentlichen Begehr: „Severus, Serena und ich wären gestorben, wenn du nicht da gewesen wärst. Stell dir vor, so was ähnliches geschieht noch mal, wäre es dann nicht besser, wenn du mir Apparieren beibringst?"

Er schien einiges dagegen zu haben, doch nach einen langen Blick in ihr Gesicht nickte er dann doch: „Wenn wir nach hause kommen, zeig ich es dir."

Feelicitas konnte ihm nur überschwänglich danken, er verzog zwar die Miene, aber irgendetwas sagte ihr, das ihm ihr Vorschlag gerade vielleicht auch recht kam. Vielleicht hatte er sich wirklich erschreckt, das sie fast gestorben war und Serena als Waise zurückließ. Aber es war ihr egal, ob sie ihn dafür wirklich überreden musste oder ob es seine Idee war oder ein wertvoller Gefallen für sie sein sollte. Hauptsache, sie bekam was sie wollte.

Er schien noch etwas sagen zu wollen, doch da hörte man die Türe aufgehen und Madame Pomfrey trat ein: „Was suchen sie denn hier, Professor?" schimpfte sie: „Ihre Frau braucht Ruhe."

„Dann würde ich ihnen raten, sich etwas zu beherrschen und nicht so herumzuschreien, Madame Pomfrey." raunzte Snape unnachahmlich leise zurück und Madam Pomfrey verzog beleidigt das Gesicht. Scheinbar wollte sie ihn nun nicht mehr beachten und kam einfach an Feelicitas Seite und maß wieder Fieber.

„Immer noch etwas zu hoch, aber das wird wohl nur noch die Aufregung sein." Verkündete sie plötzlich munter und Feelicitas fiel ein Stein vom Herzen: „Und die Blutungen? Haben die nichts zu sagen?" fragte sie trotzdem immer noch etwas unsicher. Doch Madame Pomfrey lächelte: „In der Hälfte der Fälle in denen so was geschieht, geht es bis zur Geburt ohne Komplikationen weiter. Mach dir keine Sorgen. Ist noch mal alles gutgegangen." Verkündete sie munter.

Jetzt konnte ja gar nichts mehr schief gehen, das hier war ja die reinste Feuerprobe gewesen. Was war schon so ein kleiner Familienfluch, wenn man durch eine kleine aber tödliche Wasserpfütze alles verlieren konnte?

„Hast du irgendwelche Schmerzen?" fragte die Krankenheilerin sie noch, doch Feelicitas musste verneinen.

„Ja, dann kannst du ja eigentlich dich anziehen und wieder gehen. Ich gebe dir noch ein Mittel mit und dann-" Und schon wollte sich Poppy Pomfrey verabschieden.

„Moment!" rief Feelicitas: „Ich brauche sie noch."

„Was ist es denn, Kind?" leicht besorgt wandte sich Poppy Pomfrey noch mal um.

„Können sie mir sagen, was es wird?" fragte Feelicitas mit einen Blick auf ihren Bauch und merkte, das sie unter Severus schiefen Seitenblick rot wurde.

Meine Güte, Frauen interessierte es nun einmal, oder fand er es schlimm, das er nun gezwungen war, dabeizubleiben? Störte es ihn zu wissen, was in ihren Bauch war? Feelicitas war es egal und so ließ sie sich von Madame Pomfrey noch mal näher untersuchen. Es war eigentlich fast genau, wie ein Schwangerschaftstest der Muggel, nur zeigte die Farbe des Teststäbchens nicht an, ob man schwanger war oder nicht, sondern ob Mädchen oder Junge.

Und als ein kräftiges Blau erschien, wurde Feelicitas Herz erst richtig weich.
„Ein Sohn." flüsterte Feelicitas glücklich: „Ich bekomme einen Sohn."

Und als sie Severus Blick begegnete, sah sie keine Verstimmung, es schien sogar Erleichterung in seinen Zügen zu stehen.

Und vor ihren inneren Auge sah Feelicitas, wie sie den Jungen auch wirklich bekommen würde. Und das mit einer solchen Klarheit, das all die Sorgen der vergangenen Monate wieder von ihr abglitten. Der Zwischenfall musste einfach die Bestätigung sein, das alles gut gehen musste. Es durfte gar nicht anders sein. Und sie konnte auch gar nicht daran denken, das es vor einigen Minuten noch ganz anders aussah. Das war jetzt vorbei und sie vergaß einfach alles.

Severus nahm sie noch am selben Abend wieder mit nach Spinners end. Wenn das Feelicitas nicht so recht gewesen wäre, dann hätte sie noch mal das Gespräch auf die große Gefahr in Hogwarts gebracht, doch die ließ es einfach und freute sich daran, das sie noch lebte und das es ihr gut ging.

In den nächsten Tagen hatte Feelicitas aber nicht wirklich Zeit sich zu erholen. Sie war es ja selber schuld, schließlich hatte sie sich Großes vorgenommen. Nur leider hatte sie dabei nich bedacht, das Apparieren wirklich schwer zu lernen war. Severus hielt ihr große Vorträge von Apparierkursen, die eigentlich zwölf Wochen dauern und das es aber Zeitverschwendung wäre so lange zu brauchen. Feelicitas hätte sehr gerne zwölf lange Wochenenden lang mit ihm geübt, doch er ließ sich nicht darauf ein. Stattdessen wollte er es ihr in sechs Tagen in den späten Abenden beibringen – solange ihm keine Todesserversammlung dazwischen kam. Das er es plötzlich so eilig hatte, verstörte sie. Und spätestens da wusste Feelicitas, das sie es wohl niemals lernen würde.

Es waren keine besonders schönen Tage, vor allen Dingen nicht, weil sie Severus Snape endlich einmal in seiner Rolle als Lehrer richtig kennen lernte und seine Bevormundung auch noch akzeptieren musste.

Sehr gelehrig stellte sie sich nicht an und hätte schon am ersten Tag am liebsten alles wieder hingeschmissen. Sie versuchte es auch nachdem er sie zwei Stunden in Folge nur mit Schmähworten überhäuft hatte. Er meinte, sie sei nicht konzentriert genug, müsse darauf achten, was sie denke und überhaupt könnte es doch nicht zu viel verlangt sein, das sie so etwas simples endlich begreifen würde...

Feelicitas hatte sehr viel Geduld aufgebracht, um nichts was er sagte, persönlich zu nehmen. Aber genug war genug und da halfen ihr auch nicht die positiven Gefühle für ihn. Sie drehte sich einfach um und verkroch sich im Kinderzimmer. Doch er ließ es nicht zu, das sie einfach so aufgab. Zehn Minuten gab er ihr Zeit und als sie dann immer noch nicht wieder bereit war, weiterzumachen machte er ihr nur noch mehr Vorträge.

Diesmal redete er von Pflicht und Verantwortung und Feelicitas hätte ihm am liebsten seine Worte um die Ohren gehauen. Wenn er vor Monaten schon bereit gewesen wäre es ihr beizubringen, dann hätten sie alle Zeit der Welt dafür gehabt es ruhig anzugehen.

Aber seine harschen Worte und das fehlen jeglicher Entschuldigung, nahmen Feelicitas auch so mit, das sie entnervt ihre Tränen wieder abwischte und sich doch noch einen neuen Versuch stellte. Eigentlich hatte er ja recht. Die Schonzeit war vorbei und sie durfte nicht von ihm erwarten, das er sie jetzt auf Monate hinweg umhegte. So war er nun einmal nicht, und wenn sie es wirklich ernst meinte, dann sollte sie ihn zu nehmen wissen.
Wenigstens schien es ihm richtig zu gefallen, das sie weitermachte und nicht mehr weinte und er unterließ es sie runterzumachen und je tiefer sie ihn anfunkelte, desto mehr beschränkte er sich auf sachliche Kritik.

Dieser Mann war die reine Zumutung für sensible Seelen, wie sie es eigentlich war. Aber sobald Feelicitas merkte, das er irgendwas aus ihr rauslocken wollte, verzieh sie ihm seine Grobheiten. Severus war keine wirkliche Zumutung, er war vielleicht als Lehrer ziemlich unangenehm, aber man lernte wenigstens was. Und deswegen tröstete sie sich mit dem Gedanken, das er ein Quell der Lebenserfahrenheit sein konnte, aus dem sie gerade mit Muße schöpfen durfte um sich endlich ein dickes Fell zulegen zu können. Das würde ihr in ihrem Leben bestimmt noch mal zugute kommen, wenn nicht sogar im Zusammenleben mit ihm selber helfen.

Zum hundertsten Mal versuchte sie zu apparieren, aber es hatte dann auch nur den Erfolg das sie sich zum fünften mal in Folge dieser Übungsstunde zersplinterte. Doch Severus hegte tatsächlich noch Hoffnungen, das es doch etwas werden könnte. Feelicitas vernahm es mit zunehmender Verwunderung, als sie es hörte.

Solange es ihren Bestandteilen nicht schaden würde, wollte Feelicitas da auch dran glauben. Severus brauchte zwar nur einen kurzen Zauber um sie wieder zusammen zu setzen, doch Feelicitas kam nicht so richtig von ihrer Angst herab. Sich selbst sehen zu müssen, wenn nur die Hälfte ihrer Gliedmaßen da war, bedeutete schon einen großen Schock.

Und obwohl seine Lehrmethode ihr immer noch höchst strittig erschien, und das Tempo und die Ansprüche viel zu hoch waren, sollte Severus recht behalten. In der fünften Stunde schaffte sie es urplötzlich ohne einen Zwischenfall zu apparieren. Und obwohl der Versuch danach wieder durch ihre plötzliche Euphorie daneben ging, bekam sie sogar ein nettes Wort von ihrem Mann. Und er beendete die Stunde sogar frühzeitig und wollte erst am nächsten Tag weitermachen. Feelicitas hatte das Gefühl ihn endlich wieder einmal zufrieden gestellt zu haben und freute sich still und heimlich.
Sie hätte sich gerne angemessen erkenntlich gezeigt, doch wollte sie ihr Glück nicht übertreiben und so ließ sie es einfach und ließ ihn zurück nach Hogwarts zurückkehren.

Am nächsten Tag kam er noch und sie brachten noch den letzten Schliff rein, doch Severus schien nicht gerade bei der Sache. Er war ungewöhnlich still und nachdenklich. Zwar sah er auch über die kleinsten Fehler, welche Feelicitas natürlich noch machte, nicht hinweg, aber man merkte deutlich, das er nicht so bissig war wie sonst. Doch was beschäftigte ihn so?

Kurz bevor er sie eine halbe Stunde vor Mitternacht verließ, blieben sie noch an der Türe stehen und betrachteten sich kurz. Feelicitas wusste, das er in den nächsten Wochen wahrscheinlich nicht einmal von sich hören ließ und es machte sie irgendwie traurig, das Serena bis dahin wohl das Laufen lernen konnte und er auch das nicht mitbekam. Doch irgendwie war nicht die Zeit um es ihm vorzuwerfen und so sagte sie einfach nur: „Mach es gut."

Severus nickte: „Pass gut auf dich, Serena und das Baby auf."

„Das werde ich." Sagte sie sanft und mit tiefer Sicherheit und fühlte sich irgendwie getröstet. Wann hatte er sie schon mal vor seiner Tochter genannt? Wenn das nicht der Beweis war, das er wirklich Angst um ihr Leben hatte, auch wenn der alte Mistkerl es wohl nie zugeben wollte, genau so war es doch. Severus warf ihr einen letzten Blick zu und dann trennten sich ihre Wege.

Für einen Moment hatte Feelicitas das Gefühl sie könnte die Welt umarmen, doch schlagartig überkam sie eine tiefe Traurigkeit, als sie ihn die Straße entlang gehen sah.

Und da erkannte sie, das in diesen Moment etwas unwiederbringliches verloren ging. Sie wusste irgendwie, sie würde Severus nie wieder so ruhig diese Straße entlang gehen sehen. Still und mit beklommenen Herzen sah sie ihn nach, während eine einzelne Träne unbeachtet ihre Wange herunterfloss. Vielleicht hätte sie Severus doch weiter fragen sollen, was genau gerade alles vor sich ging. Wer wusste schon, ob sie jemals im Leben noch mal dazu die Möglichkeit haben würde, ihn überhaupt etwas zu fragen? Doch es war zu spät.

Fortsetzung folgt...

Feelicitas: Himmel was hast du vor?

Ich: Es geht langsam auf das Ende zu, das habe ich vor.

Feelicitas: Musst du mich denn direkt halb umbringen?

Ich: Was kann ich denn dafür, wenn du ausrutscht?

Feelicitas: Und Severus hat mich wirklich nackt gesehen?

Ich: Ich habe nicht hingeguckt, aber es ist gut möglich. Aber du hast ihn auch schon nackt gesehen.

Feelicitas: Ja, und nicht nur ihn.

Ich: Spar dir diese Geschichte bis Teil 3. Jetzt würde sie nur überfordern.

Feelicitas: Wie geht es denn jetzt weiter?

Ich: Wenn ich dir das sage, dann zückst du ein Küchenmesser und erstichst mich.

Feelicitas: So schlimm?

Ich: Du hast ja gar keine Ahnung, was der Sommer dir bringen wird...

Fortsetzung folgt...

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