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Books » Harry Potter » The Darkness arounding us
Feelicitas Lefay
Author of 12 Stories
Rated: M - German - Tragedy/Romance - Severus S. & Sirius B. - Reviews: 39 - Updated: 02-23-06 - Published: 10-04-05 - Complete - id:2604878
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The darkness arounding us Kapitel 3

Überlegungen, Geheimnisse, Bekanntschaften, das Fohlen und die Tasche

Feelicitas Lefay lebte zwar mitten in Hogwarts, ohne dass es jemandem sonderlich auffiel, doch es gab genug Leute die sehr wohl Bescheid wussten. Dazu gehörten nicht nur die vier Hauslehrer, der Direktor und die Krankenheilerin, sondern auch der Wildhüter und Lehrer Rubeus Hagrid, der sie damals am See gefunden hatte und mit seinem Fund stracks zu Dumbledore gegangen war.

Rubeus Hagrid war an einem Abend im Februar spät von Hogsmeade nach Hause gekommen. Er hatte im Eberkopf sein Wochenende eingeläutet und danach noch seinem Bruder Grawp einen kurzen Besuch abgestattet. Anschließend wankte er auf dem Weg zu seiner Hütte am Ufer des Sees entlang. Zu Hause würde er wahrscheinlich heiß und sehnsüchtig von seinem alten Saurüden empfangen werden. Doch in dieser Nacht musste Fang noch lange auf die Heimkehr seines Herrn warten.

Hagrid war plötzlich auf einen Haufen aufmerksam geworden, der im Schatten einiger Findlingssteine lag. Obwohl er nun wirklich nicht mehr sehr standfest war und sich eigentlich nur noch ins Bett wünschte, wurde er neugierig und schaute nach, was das war. Der Haufen entpuppte sich als eine Gestalt, die unter einem deckenartigen und zerflederten Umhang verborgen lag und sich nicht rührte. Schlagartig ernüchterte Hagrid und beugte sich besorgt über die Gestalt und zog die Lumpen von ihrem Körper.

Zuerst war er beim Anblick der jungen Frau, die nun leblos vor ihm am See lag, überhaupt nicht auf die Idee gekommen, dass sie nicht nach Hogwarts gehörte, oder eine Gefahr sein könnte, doch spätestens als er sie sich genauer angeschaut hatte und das Fehlen jeglicher Schuluniform, noch das vorhanden sein sonstiger, der Witterung entsprechender Kleidung verzeichnen konnte, wurde er doch stutzig. Darüber hinaus war sie ihm völlig unbekannt und das, wo er doch die meisten der älteren Schüler durch seinen Unterricht mittlerweile persönlich kannte.

Schnell deckte er die krank aussehende Gestalt, die nun leicht zu zittern anfing, als sie so entblößt vor ihm lag, wieder zu und nahm sie auf seine Arme. Im Nach hinein konnte er es sich auch nicht erklären, warum ihn seine Schritte nicht sofort zu Madam Pomfrey, sondern direkt zum Büro des Direktors trugen. Er war jedoch fest davon überzeugt, dass es richtig, war Professor Dumbledore damit zu behelligen. Diese Frau würde einigen Aufruhr verursachen.

Hagrid stürmte mit seiner Last in das Büro des Direktors und musste erstaunt feststellen, dass dieser wohl schon im Bett gewesen war und ihm durch sein magisches Frühwarnsystem aus den Träumen gerissen, nun sehr schlaftrunken gegenübertrat. So verschlafen hatte er Dumbledore noch nie erlebt. Doch als Dumbledores Blick auf die kranke Frau gefallen war, war er sofort hellwach. Diese Wandlung kam so plötzlich, dass es Hagrid direkt unheimlich wurde.

Danach war alles schnell gegangen. Dumbledore hatte ihn gebeten, sie auf das Sofa in seinen Privaträumen zu legen und hatte selbst während dessen irgend jemanden per Kamin benachrichtigt. Dem Wildhüter war es etwas unangenehm in Dumbledores Privaträume einzutreten. Das war in der ganzen Zeit ihrer Freundschaft bisher nicht ein einziges Mal vorgekommen. Dennoch trat er in die hinter dem Büro liegenden Räumlichkeiten und erledigte seinen Auftrag.

Hagrid war erstaunt, dass Severus Snape kurze Zeit später, nur mit einem Morgenmantel bekleidet, der notdürftig sein gräuliches Nachthemd verdeckte, ins Büro gestürmt kam. Er hatte eher mit Poppy Pomfrey gerechnet.

Hagrid sah mit an, wie sich die Beiden über die Frau beugten und ihn erst mal nicht weiter beachteten. Er wollte sich schon leise entfernen, da schaute Dumbledore auf und sagte leise: „Rubeus, könntest du bitte schauen, ob sie alleine gekommen ist. Es wäre nicht sehr gut, wenn sich noch mehr Personen in Hogwarts eingeschlichen hätten." Hagrid hatte natürlich sofort einen ausführlichen Kontrollgang durch die Ländereien und Randgebiete des Waldes gemacht. Als er nach zwei Stunden wieder ins Büro des Direktors trat, fand er diesen über seinen Schreibtisch gebeugt vor. Er schien mit den Gedanken weit weg zu sein und reagierte erst, als Hagrid sich verhalten räusperte.

„Oh, Rubeus, ich habe dich gar nicht reinkommen gehört. Ich nehme mal an, dass es keine weiteren Vorkommnisse oder Eindringlinge gegeben hat?" Hagrid nickte: „Jawohl, Professor." Er schaute sich suchend um, doch der Eingang zu Dumbledores Privaträumen war wieder hinter einem stabilen Schrank verschwunden.

„Rubeus, die Frau befindet sich gegenwärtig in der Obhut von Poppy und Severus."

Hagrid stutzte: „Sie haben sie einfach in die Krankenstation gebracht. Was wird diese Umbridge dazu sagen?" Dumbledore stand vom Schreibtisch auf und fing an herum zu laufen. „Nein, sie befindet sich nicht in der Krankenstation. Wir haben eine bessere Bleibe für sie gefunden. Doch es ist von höchster Wichtigkeit, dass Dolores Umbridge nichts von den heute stattgefundenen Ereignissen mitbekommt. Kein Wort darf an die Öffentlichkeit dringen, verstanden Rubeus. Nicht einmal Harry darfst du etwas sagen."

Hagrid schaute den Direktor verständnislos an: „Warum schützen sie diese Frau, Professor?" Dumbledore lächelte leicht. „Rubeus, sie kam schon öfters nachts nach Hogwarts und traf sich hier mit jemandem. Doch niemals kam dabei jemand wirklich zu Schaden. Das Einzige, was ich über sie weiß, ist was meine Quelle mir berichtet hat und das war nicht sehr aufschlussreich. Sie ist keine Todesserin, das sollte reichen um sie nicht an das Ministerium auszuliefern." Hagrid hatte aufmerksam zugehört und rief sich in Gedanken wieder die Szene herbei, als Snape zu ihnen gestoßen war. Oft war Rubeus Hagrid nicht der schnellste Denker, doch dass mit der Quelle Severus Snape gemeint war, hatte auch er bald gemerkt.

„Habe ich dein Versprechen Hagrid, dass ich keinen Harry Potter vor meinem Schreibtisch wiederfinde, der mich mit seinem Halbwissen konfrontiert? Und ich auch nichts darüber im Tagespropheten lesen muss, weil du im Eberkopf zuviel über den Durst getrunken hast?" Der Tonfall des Direktors war sehr streng geworden und Hagrid dachte unwillkürlich an das letzte Mal, als er ein wichtiges Geheimnis ausgeplaudert hatte, mit dem man an seinem dreiköpfigen Hund Fluffy vorbeigelangen konnte. Er nickte bedeutungsschwer. „Ja Professor Dumbledore, sie haben mein Wort. Es wird keine Vorkommnisse geben. Kann ich jetzt gehen? Fang wird sich sicher schon fragen, wo ich bin."

Dumbledore hatte ihn entlassen und das war für einige Zeit das letzte Mal, dass er mit der Anwesenheit von Feelicitas Lefay behelligt wurde. Erst als es ihr nach einigen Wochen besser ging, wurde er zusammen mit den anderen Hauslehrern zu Dumbledore gebeten. Alles natürlich unter der neugierigen und aufdringlichen Nase von Dolores Umbridge, die davon keine Ahnung hatte. Danach sah er sie nicht mehr. Und wenn ihm nicht eines Tages Poppy Pomfrey eine kleine Karte übereicht hätte , hätte er die Frau wohl einfach so wieder aus seiner Erinnerung gestrichen, nur damit er sie nicht verraten konnte. In einer nicht gerade elegant aussehenden Schrift, lud ihn Feelicitas Lefay ein, sie doch mal zu besuchen, weil sie mit ihm über etwas reden müsse. Er sollte Madam Pomfrey Bescheid geben.

Hagrid konnte sich einfach nicht vorstellen, was sie von ihm wollte. Trotzdem verabredete er mit Poppy, dass sie ihn am Nachmittag abholen sollte und als er dann vor dem Zimmer im verbotenen dritten Stock stand, schnürte sich doch sein Herz zusammen. Was konnte sie nur wollen?

Doch seine Sorgen waren unbegründet. Miss Lefay stellte sich als sehr nettes Mädchen heraus, dass sich überschwänglich bei ihm für ihre Errettung bedankte. Sie war der Ansicht, dass sie wohl bald an den Fluchfolgen gestorben wäre, wenn sie noch lange dort gelegen hätte. Hagrid entspannte sich und ließ sich sogar zu einem Stück Kuchen einladen. Sie unterhielten sich sehr nett über seine Arbeit mit den Tieren und Kindern. Sie war eine wunderbare Zuhörerin und schien alles was er ihr erzählte geradezu aus ihm heraussaugen zu wollen. Fast schon bereute es Hagrid, dass er sich vor dem Besuch nicht noch etwas feineres angezogen hatte. Aber das schien sie alles nicht zu stören. Er schloss sie sofort in sein Herz und lud sie nun seinerseits zu einem Tee ein, wenn es sich einrichten ließe.

Keinem von beiden war wirklich klar, dass es gar nicht so schwer für Madam Pomfrey war das möglich zu machen.

Kurz nach dem Hagrid sie verlassen hatte, unterhielt sich Feelicitas mit der Krankenhexe über ihre Möglichkeiten mal etwas anderes als dieses Zimmer zu sehen. Zu ihrer Überraschung räumte Madam Pomfrey ein, dass man in ruhigen Zeiten durchaus unter Nutzung der Geheimgänge Hogwarts durchqueren oder verlassen konnte, ohne dass es jemandem auffiel. Sie meinte noch, dass sie in ihrem Leben schon ganz andere Dinge geschmuggelt hätte und nie erwischt worden wäre.

Plötzlich kam ihr Poppy Pomfrey jung und wie eine zu Streichen aufgelegte Schülerin vor. Sie hatte es ihr damals aber nicht geglaubt, zumal der Direktor ganz sicher nicht wollte, dass sich die Gefahr entdeckt zu werden dadurch noch mehr steigerte. Aber Madam Pomfrey war ungewöhnlich optimistisch. Murmelte nur etwas davon, dass man das mal ruhig ihr überlassen könnte, schließlich wäre es Feelicitas Gesundheit überhaupt nicht abträglich. Bald darauf kam sie mit der Erlaubnis des Direktors wieder. Nicht nur, dass Feelicitas den alten verlassenen Hinterhofgarten des alten Kräuterkundebüros nutzen durfte, sondern sie durfte auch zu Hagrid gehen.

Und das machte sie natürlich. Es war sehr erheiternd, als sie sich an einem Hogsmeade Wochenende das erste Mal zu Hagrid traute und dieser sich extra für sie fein gemacht hatte. Er servierte ihr herrlichen Tee und selbstgebackene steinharte Kekse, die sie natürlich überschwänglich lobte.

Immerhin waren sie besser als alles, was Feelicitas selbst im Kochen und Backen zu Stande gebracht hatte. Es wunderte sie manchmal gerade zu, dass es der dunkle Lord nie kritisiert hatte, obwohl sie ihm doch Grund genug geboten und Wurmschwanz genug Kritik über solche Dinge ertragen hatte. Jedenfalls kam es danach noch zu ein paar gegenseitigen Einladungen, wobei Feelicitas lieber in die heimelige Hütte von Hagrid ging und dort seinen Hund Fang streichelte, als ihn in der kühle ihres Gästezimmers zu empfangen.

Doch nicht nur Hagrid nahm sich gelegentlich Zeit für sie. Auch in Madam Pomfrey fand sie eine Ansprechpartnerin. Eigentlich traute sich Feelicitas nicht an ihre Pflegerin heran. Sie wurde zwar über alle Maßen von ihr umsorgt, und Madam Pomfrey genoss es sichtlich mal einen Patientin zu haben, den sie nach Herzenslust im Krankenbett festhalten konnte und der nicht halbkrank wieder in den Schulbetrieb einsteigen musste. Doch spätestens als Poppy Pomfrey ihr die weiten Kleider von irgendwo her besorgt hatte und sich so darum bemüht hatte, das Feelicitas auch wieder aus dem Bett raus durfte, verlor diese ihre Vorbehalte und näherte sich der Heilerin bei schüchternen Gesprächen an. Madam Pomfrey kam die plötzliche Vertraulichkeit ihres Schützlings nicht gerade unrecht, denn auch sie kam in den Genuss einer sehr konzentrierten Zuhörerin, die alles über das Leben einer Heilhexe in Hogwarts wissen wollte.

Und spätestens als Madam Pomfrey ihr bereitwillig alles erzählt hatte und auch selbstständig neue Bücher für Feelicitas aus der Bücherei auslieh, wusste Feelicitas, dass sie keine Angst zu haben brauchte. Immerhin riskierte die Heilhexe damit, dass Madam Pince hellhörig wurde und sie mit dummen Fragen nervte, wofür sie, als voll ausgebildete Hexe, denn Bücher über Anfangsmagie benötigen würde

Sie saß an einem sonnigen Tag im überwiegend schattigen Innenhof auf einer Bank und las das eher uninteressante Buch über Koboldaufstände, als sie merkte, dass sich jemand näherte. Sie sah auf und registrierte Poppy Pomfrey, die sich angeschlichen hatte. „Oh, Ms. Lefay, nicht erschrecken. Ich wollte nur schauen, was meine Schattenwurzeln machen. Das ist ein altes Hausrezept meiner Mutter und hilft, mit Honig eingenommen, ganz gut gegen Migräne." Sie ging zu einer Nische, in der einiges Grünzeug stand, dass Feelicitas bisher als Unkraut abgetan hatte, aber scheinbar Schattenwurzeln waren. Kurze Zeit später kam Madam Pomfrey wieder zu ihr und setzte sich neben sie auf die Bank. Aus reiner Höflichkeit legte sie ihre Lektüre weg und erwiderte den Blick der Heilerin.

„Wie geht es denn mittlerweile ihrem Magen? Haben sie immer noch morgendliche Übelkeit?", fragte Poppy sanft und legte eine Hand auf Feelicitas Arm. Diese zuckte leicht zusammen. Immer wenn man sie daran erinnerte, dass sie bald Mutter werden würde, wurde ihr schlecht. Madam Pomfrey akzeptierte, dass Feelicitas nicht gerne über ihre mit der Schwangerschaft einhergehenden Nebenwirkungen sprach. So wie sie am liebsten alles verschwieg, dass damit zu tun hatte. Doch Madam Pomfrey würde sich heute nicht abschütteln lassen. Schließlich erholte sich Feelicitas, nachdem sie kurz die Augen geschlossen und tief durchatmete hatte. „Gelegentlich schon noch, aber nicht öfter als zweimal die Woche.", sagte sie leise und schaute zu Madam Pomfrey auf.

„Das ist immerhin etwas.", sagte diese abwesend und fügte nach kurzem Überlegen hinzu:. „Kind, ich kann ihnen garantieren, dass sie nicht die Erste sind, die mir gegenübersitzt und der ich eine Schwangerschaft bescheinigt habe. Sie werden auch nicht die Letzte sein. Ich verstehe ihre schwierige Lage vollkommen. Auch dass sie in dieser Zeit offenbar keine Unterstützung oder Halt erfahren, weil sie alleine stehen und keine Familie, oder den Kindesvater um sich haben. Doch sie sind immerhin schon achtzehn, damit volljährig und können selbst entscheiden, was die Zukunft ihnen und ihrem Kind zuteil werden lässt. Schauen sie mich nicht so an, Miss Lefay.", sagte sie tadelnd, als sie auf Feelicitas ungläubigen Blick traf. „Ich weiß, sie werden uns schon bald verlassen. Ich werde also keine weitere Möglichkeit mehr haben, ihnen meine Worte mitzuteilen, also hören sie mir bitte zu. Die meisten, die ihr Schicksal in den letzten Jahrzehnten teilten, waren noch weit von der Volljährigkeit entfernt und mussten ihren Eltern und Verwandten klarmachen, was geschah. Sie sind unabhängig, wenn ich es mal so formulieren darf. Egal was ihre Verwandten aus Frankreich dazu sagen werden, wenn sie es einmal erfahren, sie..." Feelicitas unterbrach sie kurz.

„Oh nein, das wäre kein Problem, die würden sich schon freuen, wenn ich überhaupt lebend und unversehrt nach Hause käme. Da wäre alles Andere vollkommen nebensächlich. Außerdem kann die nichts mehr schocken. Solcherlei Dinge sind die von mir gewohnt." Daraufhin schwieg Madam Pomfrey kurz, sprach dann aber unbeirrt weiter. „Wie auch immer, sie tragen selbst die Verantwortung, meine Liebe. Deswegen müssen sie keine Angst haben, denn keiner kann ihnen das Kind wegnehmen und keiner darf sie dazu zwingen den Kindesvater zu nennen. Lassen sie sich nicht dazu hinreißen, irgendwelchen Leuten, die so was verlangen glauben zu schenken. Ich bin mir sicher, dass sie den Namen des Erzeugers kennen, aber in unserer Gesellschaft ist es besser dieses Wissen für sich zu behalten." Feelicitas starrte Madam Pomfrey unsicher an. Wusste sie wer der Erzeuger war? „Es ist mir egal, wer es ist.", antwortete diese, als hätte sie ihre Gedanken gelesen. „Ich wollte sie nur warnen. Alleinerziehende Mütter sind in der magischen Welt zwar Gang und Gebe, doch sie werden kaum einen männlichen Magier finden, und ganz besonders nicht unter den reinblütigen, der seinen unehelichen Nachwuchs mit seinem Namen herumlaufen lassen will. Behalten sie es für sich, sonst schweben sie in großer Gefahr."

Feelicitas nickte hastig. Sie war sich bisher sicher, dass Severus das wohl nicht weiter interessierte, schließlich hatte er sie in der ganzen Zeit in der sie hier war wo es nur ging gemieden und sie waren nur selten zusammengetroffen. Doch Madame Pomfreys Worte ließen sie auch an die dunkle Gestalt des Todessers, der er nun mal war oder auch gewesen war, denken. Selbst wenn Madam Pomfrey nicht ahnte wer der Vater war, so musste sie doch annehmen, dass es sehr wahrscheinlich ein Anhänger Voldemorts sein würde. In diesem Licht betrachtet war ihr Rat mehr als nur angebracht und so lächelte Feelicitas ihr dankbar zu. „Gut, dass wir uns in diesem Punkt einig sind.", vergewisserte sich Madam Pomfrey. „Ich habe aber noch was auf dem Herzen, Miss Lefay. Ich glaube sie wissen besser als ich, ob sie mit dem Kind und der Geburt klar kommen werden. In diesen dunklen Zeiten werden sie wohl nicht damit rechnen können, dass ihnen auch weiterhin fachkundige Unterstützung zur Seite steht. Ich möchte ihnen deshalb anbieten, dass sie mit mir, wann immer sie wollen, brieflich Kontakt aufnehmen dürfen. Sie werden wohl eine Möglichkeit finden, die Zustallung unserer Briefe sicher zu stellen, auch wenn wir uns nicht direkt und offen schreiben können. Vielleicht kann ich ihnen dabei auch ein wenig helfen, so dass sie auch hier nicht ganz auf sich allein gestellt sind?"

Daraufhin wusste Feelicitas nichts zu sagen. Sie war nur sprachlos vor Glück und ein dicker Stein rutschte ihr die Seele hinab. Sie hatte so lange Nachts wach gelegen, aus Angst vor einer ungewissen Zukunft nach dem unausweichlichen Verlassen von Hogwarts. Sie hatte bereits befürchtet, dass dann keiner mehr da war, der ihr sagen konnte ob sie alles richtig machte. Madam Pomfrey wusste als Einzige völlig über Feelicitas körperlichen Zustand Bescheid, kannte die verräterischen Narben und die entsprechende Vorgeschichte und hatte deshalb allen Grund, die Schwangerschaft nicht zu leicht zu nehmen. Feelicitas spürte wie sie den Tränen nahe war und versuchte, wenn auch vergeblich, diese wegzublinzeln. Madam Pomfrey hatte Feelicitas seelischen Zustand jedoch längst bemerkt. Zögernd legte sie eine Hand um Feelicitas und streichelte sie schüchtern. Nach einer Weile hörte Feelicitas auf zu weinen. „Vielen Dank.", sagte sie leise und gab mit diesen beiden, von Erleichterung zeugenden Worten ihr Einverständnis an Madam Pomfrey.

Einige Tage nach diesem Vorfall war es dann mal wieder soweit, dass ein kleines Treffen mit Hagrid statt fand. Feelicitas hatte sich so darauf gefreut, dass sie sogar früher als üblich aufbrach. Madam Pomfrey hatte es nach dem zweiten Besuch bei Hagrid aufgegeben sie begleiten zu wollen und sie statt dessen noch mal eindringlich zur Vorsicht gemahnt. Feelicitas war sich zwar sicher, dass sie nicht gesehen werden würde, weil sie schon das ganze Jahr unbemerkt und erfolgreich in Hogwarts herumgestrichen war, nahm sich die Mahnung aber trotzdem zu Herzen. Und dies nicht nur weil sie wusste, dass im Falle einer Entdeckung einige, denen sie vieles verdankte, als Sündeböcke herhalten mussten. Nein, sie wollte nicht die Großzügigkeit, die ihr hier entgegengebracht wurde, mit Unvorsichtigkeit und Nachlässigkeit vergelten.

So lief sie zwar erlaubter Weise aber trotzdem vorsichtig durch das Außengelände, am See vorbei und kam dabei dem Wildhüter in die Quere, der wohl noch nicht mit ihr gerechnet hatte. Er kam gerade aus dem Wald und trug eine riesige leere Tasche mit sich. Feelicitas Blick viel zuerst auf den großen Beutel, doch dann entdeckte sie etwas viel Interessanteres. Hinter ihm an einem Seil stand ein mickriges, kleines, geflügeltes, pferdeähnliches Wesen, das nur noch Haut und Knochen war. Das Gebell von Fang, dem Saurüden, erklang heiser. „Still Fang, du erschreckst nur das Baby. Tag Feelicitas.", begrüßte sie Hagrid, als er ihrer gewahr wurde.

„Hallo Hagrid, tut mir leid, wenn ich zu früh komme." Er zuckte nur mit den Schultern und sie traute sich näher in den Schutz der Hüttenwand. „Was ist das für ein komisches Tier?" Hagrid blickte sich um und sie schauten gemeinsam auf das kleine Ding. „Das ist ein zahmes Thestralfohlen. Es hat Würmer und deshalb habe ich es mitgenommen, obwohl seine Mutter da einige Zweifel hatte. Kannst du es etwa sehen?", fragte er leicht erstaunt und sie nickte verdutzt. „Warum?", fragte sie mit ängstlichem Blick. Zu oft hatte man ihr schon gesagt, dass sie Dinge, die sie sah, eigentlich nicht sehen durfte. Jetzt war sie schon magisch und man sprach sie immer noch darauf an.

Hagrid bemerkte ihren besorgten Blick und erklärte ihr deshalb: „ Das ist eher selten, weißt du? Man kann sie nur sehen, wenn man selbst dem Tode nahe war oder mit eigenen Augen den Tod eines Menschen mit angesehen hat. Ansonsten sind sie unsichtbar."

„Oh, ich weiß nicht. Bist du dir da sicher?" Feelicitas wurde es sehr unwohl. Auf einmal kamen ihr einige Ausrufe ihrer alten Dorfnachbarinnen in der französischen Provence ins Gedächtnis, wenn die mal wieder am Marktplatzbrunnen standen und tuschelten.

„Schau dir das Mädchen an, Helga. Die ist nur so geworden, weil das arme Kind etwas Schreckliches erlebt haben muss. Ich habe es ja immer gesagt, da ist etwas krumm an der Sache mit der Adoption. Du weißt doch noch, dass damals, gerade als das Mädchen adoptiert wurde, der Tod in unserem Dorf Einzug gehalten hatte."

Allerdings schien niemand genau zu wissen, wer da letztendlich tot umgekippt war und egal wer da welche Gerüchte auch immer erzählte, niemand sagte Näheres aus oder es wollte ihr gegenüber keiner etwas genaues sagen.

Sie schreckte aus ihren Gedanken und bemerkte nun auch Hagrids frische Kratzer und blaue Flecken. Nichts was er ihr über seine Arbeit erzählt hatte, hörte sich so gefährlich an, dass er dauernd aussah, als würde er an einem illegalen Boxkampf teilgenommen haben. Als Hagrid sie jedoch bei ihrem forschenden Blick nur verwundert anschaute, fragte sie ihn deshalb vorsichtig:. „Wildhüter zu sein, muss ja sehr anstrengend und gefährlich sein. Wenn ich bedenke, dass ich damals ohne jegliches Wissen durch den verbotenen Wald gegangen bin, schaudert es mich jetzt noch, wenn dort so was Schlimmes lauert, das einen dauernd angreift.", wobei sie auf Hagrids Kratzer und blaue Flecke deutete.

„Ja, manchmal ist es da wirklich sehr gefährlich. Ich kann dir nicht empfehlen, auch nur noch einmal in deinem Leben alleine durch den Wald zu gehen. Es gab dort sehr häufig Unfälle und es hat viel zu lange gedauert, dass der Zutritt für die Schüler endlich verboten wurde. Wenn da damals in den frühen Sechzigern nicht dieser schreckliche Vorfall mit dem kleinen Mädchen gewesen wäre, wer weiß, ob es jemals soweit gekommen wäre." Er schaute wieder auf und registrierte dabei wieder mit wem er sprach, schaute sich kurz um und fragte dann:

„Willst du einen Tee mit mir trinken? Ich habe erst morgen Mittag wieder Unterricht, kann also auch morgen noch alles vorbereiten. Ich würde mich sehr freuen, wenn du noch bleiben könntest..."

„Aber natürlich, Hagrid, ich freue mich auch, endlich mal wieder aus diesem Zimmer zu kommen und mit jemandem reden zu können." Dann gingen sie in die Hütte, tranken Tee, knabberten an den Keksen und unterhielten sich über Einhörner und das Zähmen von Thestralen. Dabei bekam Feelicitas Hagrid wieder mal dazu, dass er über seine große Liebe, die Direktorin der französischen Zaubererschule Beauxbaton sprach, die ebenfalls eine Halbriesin war.

Feelicitas fand diese Geschichte wundervoll, erinnerte sie doch an ein Märchen von einer Prinzessin und einem armen, aber tapferen Verehrer. Sie hörte gerne mit welcher Liebe der Wildhüter von ihr sprach und ermunterte ihn genau das in seinen Briefen an sie zu schreiben. Später schlich sie durch die Dunkelheit in ihr Zimmer. Der Besuch bei Hagrid hatte sie für einen Moment vergessen lassen, welche Sorgen über ihr lagen.

Am nächsten Tag entschied Dumbledore entgültig, dass ihre weitere Anwesendheit in Hogwarts nicht mehr ermöglicht werden könnte, weil dieses verstockte Zaubereiministerium und Dolores Umbridge so viele Probleme machten, so dass man sich dringend eine anderen Lösung einfallen lassen musste. Und so packte Feelicitas ihre Sachen und machte sich, in Begleitung von Professor Dumbledore, auf zum Hauptquartier des Phönixordens.

Fortsetzung folgt...

Feelicitas: Soso, man findet mich zuhause also komisch.

Ich: Nicht nur zuhause. Vielleicht bist du einfach komisch.

Feelicitas: Ist dir eigentlich aufgefallen, das ich sofort Freundschaften schließe? Diesen Wildhüter habe ich ja richtig um den Finger gewickelt und dabei bin ich doch so schüchtern..

Ich: Du bist einsam und verzweifelt. Aus deinen Lebenslauf her sehe ich, das du dich immer an jemanden hängen musst.

Feelicitas: Nein, ich mag es alleine zu sein.

Hagrid: Und warum hast du mich dann zum Tee eingeladen? Ich bin doch wildfremd für dich.

Ich: Hagrid, sei nicht traurig. Sie wollte einfach mal Dankbarkeit zeigen. Dumbledore und Severus kann sie das nicht sagen, die Krankenheilerin würde den Dank nicht annehmen, weil das kümmern um Menschen ihr Lebenssinn ist und ansonsten hat sie momentan niemanden.

Hagrid: Ach so, dann kann ich also wieder zurück in meine Hütte. Und ich dachte, das sie mehr in mir sieht, als nur ein Mischwesen, welches mit ihr Tee trinkt.

Feelicitas: Ist mir egal, ob du ein Mischwesen bist. Du bist also enttäuscht? Von mir aus, unsere Freundschaft wird sowieso keine Zukunft haben, wir sehen uns bestimmt nicht wieder. Schließlich lebe ich jetzt in einen Hauptquartier. Da ist es bestimmt total langweilig, also wollte ich vorher noch ein wenig Spaß haben.

Ich: Langweilig? Nein, du wirst jede Menge Spaß haben.

Feelicitas: Was für ein Spaß? Guten Spaß, oder bösen Spaß?

Ich: Vielleicht wirst du einfach eine glückliche Zeit haben?

Feelicitas: Die könnte ich gut brauchen.

Fortsetzung folgt...

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