Help
Home Just In Communities Forums Beta Readers Search
B s . A A A   full 3/4 1/2   E E   Light Dark
Books » Harry Potter » The Darkness arounding us
Feelicitas Lefay
Author of 12 Stories
Rated: M - German - Tragedy/Romance - Severus S. & Sirius B. - Reviews: 39 - Updated: 02-23-06 - Published: 10-04-05 - Complete - id:2604878
Share
The darkness arounding usKapitel 4 Gemeinsamkeiten

Mittlerweile war es, ohne dass es Feelicitas richtig mitbekommen hatte, später Frühling geworden. Sie war nur noch selten nach draußen gekommen und wenn, dann nur in den späten Abendstunden. So hatte es sie total erstaunt, dass die Bäume bereits wieder in voller Belaubung standen. Und trotzdem es heute ebenfalls bereits wieder dämmerte, genoss sie die kurze Reise mit dem Direktor. Zum ersten Mal fühlte sie sich vollkommen sicher. Sie wusste, dass ihr niemand schaden konnte, bevor er nicht an Albus Dumbledore vorbei war und das ließ sie tief durchatmen.

Er apparierte mit ihr in einen Teil Londons, genauer gesagt in eine unbelebte und langweilige Straße der Stadt. Grimauldplace las sie auf einem Schild. Verwundert blickte sie zu ihrem Reiseführer, doch der warf ihr nur ein Lächeln zu und reichte ihr einen Zettel.

„Ähm... was soll ich damit?", fragte sie argwöhnisch.

„Lesen, Ms- Lefay.", erklang es munter. Sie warf einen Blick auf die Karte und las leise: „Das Hauptquartier des Phönixordens befindet sich im Grimauldplace Nr. 12." Verständnislos blickte sie hoch, doch Dumbledore wandte sich schon zum gehen und sie folgte ihm eilig. Erst nachdem er wortlos vor einem Haus stoppte, schaute sie sich eben jenes genauer an. Es stand in völligem Gegensatz zu den anderen Häusern und Feelicitas war sich sicher, dass es garantiert noch nicht da gewesen war, als sie vorhin hier ankamen.

„Sehen sie es Ms. Lefay?", fragte Professor Dumbledore neugierig und blickte sie forschend an.

„Jaa.", gab sie gedehnt zurück: „Ist das-?"

Dumbledore unterbrach sie ruhig. „Kommen sie erst mal hinein, dann klären wir alles nötige. Hier draußen sind zu viele Ohren, die mithören könnten."

Verwirrt schaute sich Feelicitas um, konnte aber, außer einem Vögelchen, das in einem Baum saß und schilpte, niemanden entdecken. Das würde doch keine Gefahr sein? Aber mittlerweile hatte Feelicitas gelernt, alles für möglich zu halten und folgte schulterzuckend Dumbledore. Dieser klopfte behutsam an die Tür und wartete. Keiner schien es gehört zu haben, deswegen zuckte Feelicitas etwas zusammen, als unvermittelt die Tür mit einigem Lärm aufgerissen wurde.

Was danach folgte, konnte Feelicitas hinterher gar nicht mehr so genau sagen. Ein Hauself erschien im Türspalt. Feelicitas kam er seltsam bekannt vor. Sie konnte jedoch nicht weiter darüber nachdenken, woher sie den Hauself kannte, denn sie wurde durch den plötzlich ausbrechenden, schauerlichen Lärm, der im Inneren des Hauses ertönte, abgelenkt. Dumbledore schien diese spitzen Schreie, die plötzlich loskeiften, nicht sehr aufregend zu finden. Er wandte sich zu ihr um und winkte ihr ihm zu folgen, dann schob er den Hauselfen zur Seite und sie betraten das Haus. Mittlerweile erklangen hastige Schritte vom Gang und ein Mann lief an ihnen vorbei zum Ursprung des Getöses. Feelicitas konnte nur noch eine schwarze Haarmähne sehen und eine harsche Stimme brüllte nach dem Hauselfen. Jedenfalls schien dieser seinen Namen vernommen zu haben und tippelte sehr missmutig und jammernd hinterher. Was war das hier für ein Chaos?

„Folgen sie mir bitte Ms. Lefay. Hier ist es etwas zu laut." Feelicitas horchte auf. Dumbledore stand schon einige Meter weit entfernt, neben einer kleinen Truhe, die verdächtig nach ihrer Kleidertruhe aus Hogwarts ausschaute. Irritiert folgte sie Dumbledore. Sie kamen in eine geräumige Küche, in der zwei weitere Personen befanden.

Auch wenn sie von dem düsteren Haus noch nicht viel gesehen hatte, so war sie spätestens beim Anblick einer Treppe, deren Geländerschmuck aus Elfenköpfen mit roten Zipfelmützen bestand, restlos bedient.

Was immer sie sich für Vorstellungen über das mysteriöse Hauptquartier des Widerstandes gemacht hatte, so was hätte sie sich nicht vorzustellen gewagt. Das hier war schlimmer, als alles was sie je gesehen hatte, abgesehen vielleicht vom alten Riddlehaus. Das Haus erschien zumindest genauso dunkel und verfallen wie Voldemorts nicht allzu geheime Residenz. Die düstere Pracht schien es sogar mit Malfoy Manor aufnehmen zu können und die vielen Dinge, die sich überall angesammelt hatten, erinnerten sie an einen ebenso alten Ort wie Hogwarts. Beides waren wohl Orte, an denen sich seit Jahrhunderten alles mögliche ansammelte, ohne dass jemand mal eine Inventur für nötig erachten würde.

Der Mann, der in der Küche saß, stand auf, als Feelicitas mit Dumbledore eintrat. Die Frau am Herd blickte sich nur mal kurz um und widmete sich dann wieder einem überkochenden Topf. Feelicitas trat verlegen näher. Ich gehöre hier nicht hin. Was mache ich nur?, fuhr es ihr durch den Kopf. Doch bevor sie sich selbst eine Antwort geben konnte, stellte Dumbledore sie dem Mann mit den hellbraunen Haaren vor.

„Remus, das ist Feelicitas Lefay. Ms. Lefay, darf ich ihnen Remus Lupin vorstellen?" Der Mann gab ihr eine Hand und sie tat es ihm nach.

„Nun, ich glaube Sirius wird noch einen Moment beschäftigt sein. Darf ich sie bitten, schon mal Platz zu nehmen?" Mr. Lupin bot ihr einen Platz an und sie setzte sich.

„Molly, was kochen sie denn heute leckeres?", fragte Dumbledore die pummelige Rothaarige. Diese löste sich endlich von ihrem gebändigten Topf und trat zu ihnen. „Rotkohl Albus. Ah, das ist also die Untermieterin.", wandte sie sich an Feelicitas und Dumbledore stellte sie einander vor. Mrs. Wesley zögerte kurz.

„Lefay? Der Name sagt mir nichts, aber irgendwie kommen sie mir bekannt vor." Sie wandte sich kopfschüttelnd ab und eilte wieder zum Herd, auf dem der Rotkohl gerade endgültig überkochte. „Geht denn in diesen Haus gar nichts?", fragte sie leidend und wandte ihren Blick zur Decke.

„Da hat bestimmt Kreacher seine Hand im Spiel.", murrte sie. Feelicitas hätte sich gerne weiter mit Mrs. Weasley unterhalten, doch Dumbledore und Lupin nahmen ihre Aufmerksamkeit in Anspruch.

„So Ms. Lefay. Bevor ich jetzt gehe und sie der Obhut von Sirius übergebe, muss ich ihnen noch etwas erläutern.", sprach Dumbledore ernst. „Wie sie vielleicht schon des Öfteren mitbekommen haben, ist die Lage unseres Hauptquartiers ein streng gehütetes Geheimnis und wird nur vertrauensvollen Mitgliedern offenbart. Ihre Anwesendheit hier ist eine Ausnahme, da die Zustände in Hogwarts derzeit nichts Anderes zulassen. Sie müssen wissen, dass im Vorfeld einige Kritik und Vorbehalte gegen meinen Entschluss geäußert wurden." Albus Dumbledore betonte dies so, dass Feelicitas meinte ein leichtes Nicken in Molly Weasleys Richtung wahrzunehmen.

„Sie müssen sich also im Klaren sein, dass wir bestimmte Bedingungen an unser doch etwas riskantes Angebot knüpfen. Sie wissen nun, wo wir sind. Das heißt also, dass sie zu unserem wie auch ihrem eigenen Schutz dieses Haus nicht verlassen dürfen." Er schwieg kurz und gab Feelicitas damit Gelegenheit das gesagte zu verdauen. Sie hatte zwar mit so etwas Ähnlichem gerechnet, aber das sie hier ganz von der Außenwelt abgeschnitten sein würde, traf sie hart. „Gut.", sagte sie schließlich leise.

„Nun, dann wäre das ja geklärt. Wir setzen großes Vertrauen in sie und hoffen, dass sie dieses Vertrauen nicht enttäuschen werden."

„Nein, sicher nicht.", antwortete sie erneut leise und Dumbledore erhob sich. „Remus, ich wäre dir sehr verbunden, wenn du Sirius bitte dazu bringen könntest, seine Meinung bezüglich unseres letzten Gesprächs ein wenig zurück zu halten." Remus nickte und Dumbledore verabschiedete sich, nicht ohne vorher sein Bedauern zum Ausdruck zu bringen, dass er auf Mollys Angebot, zum Essen zu bleiben, nicht eingehen könne, da er leider noch ein paar Termine hätte. Feelicitas konnte Mrs. Weasleys enttäuschte Miene verstehen. Ihr wäre es auch lieber gewesen, nicht mit Fremden allein in so einem Geisterhaus zurückgelassen zu werden.

Remus ging mit Dumbledore nach draußen und so blieben die Frauen allein zurück.

„Na ja, dann hoffe ich wenigstens, dass sie meinen Rotkohl zu schätzen wissen.", sagte Mrs. Weasley freundlich. Allerdings fühlte Feelicitas bei Mrs. Weasleys Worten auch eine gewisse Reserviertheit mitschwingen. Sie versicherte ihr aber, dass es eines ihrer Lieblingsgerichte sei und rutschte dann unruhig auf ihrem Stuhl herum: „ Ich..."

Mrs. Weasley wandte sich wieder um. „Ich hätte ja alles gedacht, aber dass es sich bei meiner neuen Bleibe um ein Wohnhaus handelt, ist mir nicht in den Sinn gekommen. Wie viele Menschen wohnen denn hier. Mrs. Weasley?"

Mrs. Weasley lächelte verhalten. „Oh nennen sie mich Molly."

„Gerne, aber nur wenn sie mich Feelicitas nennen wollen, alles andere wäre ein wenig eigentümlich." Mrs. Weasley schien eindeutig freundlich zu sein und nickte nett, doch Feelicitas wurde das Gefühl nicht los, dass sie ein großes Problem hatte. Wer weiß was diese Leute von ihr gehört hatten?

„Nun gut Feelicitas, das ist eigentlich auch kein Wohnhaus. Wir wohnen hier gar nicht. Nur Sirius Black, den sie sicher bald kennen lernen werden, hält sich hier dauerhaft auf. Und...", sie wandte ihren Blick auf den blubbernden Herd mit seinen Töpfen, in denen sich die Löffel allein um das umrühren kümmerten „ Und eigentlich koche ich nur, wenn man damit rechnen kann, dass jemand zum Essen kommt. Na ja, Dumbledore ist weg. Sirius hat mir auch schon eine Absage erteilt, obwohl ihm ordentliches Essen viel besser täte, als alles was dieser verkommene Hauself zustande bringt-" Bei den letzten Worten wurde die Küchentür aufgestoßen und ein leicht verwahrlost aussehender Mann mit wilder Mähne trat in den Raum: „Irgendwann verfalle ich noch dem Wahnsinn, sollte dieser Schandfleck nicht bald entfernt werden.", murrte er. Erst dann viel sein Blick auf Feelicitas und er stutzte kurz.

„Sirius, das ist Feelicitas Lefay.", erklärte ihm Molly, wobei Sie mit einem Kochlöffel in der Hand auf Feelie deutete. Diese war sich darüber im Klaren, dass ihre Erscheinung, im Gegensatz zu diesem Remus Lupin und jetzt auch Sirius Black, tadellos war, doch fühlte sie sich unter seinem musternden Blick unangenehm bloß gestellt.

Er nickte jedoch nur und wandte sich dann an Molly. „Der Kohl riecht bis in den ersten Stock, kannst du da was dran machen oder bleibt das jetzt so?" Sein Ton klang leicht pampig und dementsprechend war auch Mollys Reaktion, denn sie jagte ihn aus seiner eigenen Küche hinaus.

Bald darauf aßen sie mit Remus zu Abend und kurz vor dem Nachtisch gesellte sich auch eine junge Frau hinzu, die etwa Anfang bis Mitte Zwanzig war und das auffallendste Haar besaß, das Feelicitas seit langem gesehen hatte. Ein sattes Pink, das kreuz und quer abstand und doch irgendwie besser aussah, als Feelicitas eigener Zopfpinsel. Den konnte sie mittlerweile zwar mit viel Mühe wieder machen, musste ihn aber vor dem ewigen herausrutschen von Strähnen bewahren.

Aber bereits nach dem Nachtisch verschwand diese Tonks wieder und Molly Weasley geleitete sie persönlich heraus, damit nichts Schlimmes geschah. Da außer Remus Lupin niemand weiter anwesend war erbot sich dieser, an Sirius Stelle, Feelicitas ihr Zimmer zu zeigen. Feelicitas war dankbar dafür, sie hatte schon Angst, das man sie total vergaß.

Dort angekommen packte Feelicitas ihre Sachen aus und merkte dabei, dass irgend jemand in ihrer Truhe herumgewühlt hatte. Doch da sie nichts vermisste, kümmerte es sie nicht weiter und sie ging zu Bett. Doch einschlafen tat sie noch lange nicht. Zuviel neues war ihr heute geschehen und angstvoll fragte sie sich, wie die Zukunft verlaufen würde.

Die folgenden Tage waren eher langweilig. Sie stellte fest, dass man in diesem Haus bis zum späten Nachmittag allein war und erst dann gelegentlich jemand vorbeischaute, aber meistens bald schon wieder verschwand. Außer Remus Lupin und Molly Weasley hatte sie sowieso keine Lust jemandem zu begegnen. So vertrieb sie sich die meiste Zeit mit lesen. Bücher gab es hier ja genug. Mittlerweile verfügte sie über einen kleinen, aber nützlichen theoretischen Hintergrund an magischen Formeln. Allerdings konnte sie deren gelingen nicht ausprobieren, da es ihre Magie scheinbar vorgezogen hatte, sich zu verziehen. Irgendwie war ihr aber auch die Lust vergangen, mit dem Zauberstab, der ihr nicht gehörte, rumzuhexen. Eine Frau aus der Johnsonfamilie hatte sterben müssen, weil Voldemort eben jenen Stab haben wollte.

Wer weiß was der beinhaltete?

Sie blieb also die meiste Zeit allein. Sirius Black ließ sich sowieso kaum sehen und Feelicitas wusste nicht einmal, wo sein Zimmer lag, obwohl sie sich ihre Zeit auch damit vertrieben hatte, das Haus zu erkunden. Der Keller war abgeschlossen, der Dachboden voller Gerümpel, in einem anderen Zimmer hauste ein Hippogreif, ein komisches Geschöpf, vor dem man sie gewarnt hatte und hinter jeder Ecke schwebte sie in Gefahr, das ihre dieser komische Hauself auflauerte und sie schimpfend drangsalierte. Wobei er natürlich rein gar nichts über sie zu sagen wusste, aber dafür trotzdem allerhand zu schimpfen fand.

Noch viel beunruhigender erschien ihr das, was sie erlebte, als sie sich die Ahnengalerie der Familie Black anschaute. Sirius Blacks Eltern waren ein Fall von Inzucht, aber das war zu erwarten gewesen. Mittlerweile kannte sie doch einige gebräuchliche Nachnamen der Zaubererwelt. Und einige Nachnamen heutiger Todesser, wie z. B. Rosier und Malfoy kamen auch noch drin vor. Feelicitas bewunderte aber die Machart dieses Wandteppichs und bedauerte es, nicht selber so etwas zu besitzen. Na ja, vielleicht würde sie doch irgendwann mal ihre Familienumstände klären können. Hoffentlich sah das dann nicht genauso aus. Wäre ja nicht auszudenken, wenn ihre leiblichen Eltern Inzucht in sich trugen, oder sie mit irgendwen verwandt war, denn sie verabscheute. Na ja, vielleicht war sie auch einfach nur muggelgeboren, das wäre ihr eigentlich auch noch am liebsten.

Anschließend wagte sie einen verstohlenen Blick hinter ein verhangenes Bild. Hätte sie das mal lieber nicht getan. Der Erfolg war ein schauerlicher Aufschrei, so dass Feelicitas nach hinten prallte und der Vorhang mit Tosen aufschwang. Dabei wurde der Blick auf die Gestalt einer alten Schachtel mit wirklich bösartigen Zügen und einer schrillen, ohrenbetäubenden Stimme freigelegt. Feelicitas kam sie wie eine weibliche Version ihres Pflegevaters Louis de Fresy vor.

„Was machst du in meinen Haus?", schrie diese aufgebracht. „Missgeburt deiner Art, Schandmal unseres Standes! Mit einem Bastard im Bauch und wagst es meinen Teppich zu besudeln!"

Feelicitas blickte zweifelnd auf den verkommenen und schmutzigen Läufer unter sich, doch bevor sie weiter den Schmähworten dieser Frau ausgeliefert wurde, stürzte Sirius Black herein und versiegelte den Vorhang über dem Bild wieder. Er war sehr aufgebracht, als er sich nun zu ihr umwandte. Feelicitas war aus ihrer Vergangenheit zwar eindeutig schlimmeres gewohnt, doch diese Situation, sie am Boden hockend und er über ihr stehend, behagte ihr gar nicht.

„Was machst du hier?", schrie er und irgendwie erinnerte es sie an das Bild, das sie dasselbe gefragt hatte.

„Hat dir irgendjemand erlaubt etwas anzufassen? Wenn Dumbledore mich nicht angewiesen hätte, dich frei rumlaufen zu lassen, würde ich dich jetzt in dein Zimmer sperren. Also kannst du von Glück sagen, wenn du ungeschoren davonkommst." Irgendwie war er sehr cholerisch, doch Feelicitas beachtete ihn nicht weiter. Sie war doch kein Hund, weswegen versuchte er sie dann herumzuscheuchen? Sie sah an ihm vorbei und gewahrte, dass der Vorhang wieder leicht aufschwang und musste plötzlich lachen, als er sich ernüchtert umwandte und auf die zeternde Frau einhexte.

Stille trat ein und Feelicitas kicherte immer noch, als er sich wieder umwandte, hörte aber unter seinem Blick schlagartig auf. „Sie haben wirklich eine nette Verwandtschaft, Mr. Black.", keuchte sie ungehalten und versuchte sich zu erheben: „ Wie nennt man überhaupt diese Art von Inzucht? Und dabei kann ich trotzdem gar nicht glauben, dass ihre Cousine Narzissa Malfoy sein soll. Der Charme und die vornehme Haltung, die in der Familie Black liegen scheinen weder sie noch ihre Mutter geerbt zu haben." Er schaute sie komisch an, erst verdutzt, doch dann eindeutig erbost.

„Ihre so offenkundige Sympathie für Narzissa verrät mir, dass sie einen sehr schlechten Geschmack besitzen, oder ihrem Einfluss zu lange ausgesetzt waren. Aber was soll man von Todesserdreck auch anderes erwarten." Damit wandte er sich ab.

„Ich hatte ja schon so meine Vermutungen, dass mir immer noch ein großes Misstrauen entgegengebracht wird, aber wie Direktor Dumbledore schon sagte, sind seine eigenen Vorbehalte schnell widerlegt worden, sonst wäre ich jetzt bestimmt nicht hier.", hielt ihm Feelicitas daraufhin entgegen.

Sirius kam zurück und Feelicitas ließ sich wieder auf den Hintern plumpsen.

„Dumbledore kann damit auch ganz Anderes im Sinn haben. Eine so große Gefahr für unseren Orden in eben jenen Gemäuern einzusperren, bietet nicht nur Nachteile und Gefahren. Wo sonst sollte man sie besser unter Kontrolle haben? Gäbe es für ihre Geschichte eine eindeutige Erklärung, so hätte sich diese im Orden herumgesprochen."

„Vielleicht ist das so, weil Professor Dumbledore weiser ist als die meisten anderen in seiner Situation und sich nicht von irgendwelchen Unschuldsbeteuerungen meinerseits beeinflussen lassen würde. Außerdem, die Aussagen seines Spions Severus Snape-" Sirius unterbrach sie hart.

„Ja, soviel hat er dann auch verlauten lassen. Dass sie mit Snape unter einer Decke stecken ist also nichts neues. Ich kann nicht verstehen, wie Dumbledore sie auch noch unter seinem: Ich vertraue Snape, abhandeln konnte." Er schnaufte geringschätzig. „Ich kann ihnen nur raten sich vorzusehen. Ich bin nicht so leichtgläubig wie Dumbledore. Wenn sie mir auch nur einen Grund geben, dass mein Misstrauen berechtigt war, dann werde ich entsprechende Maßnahmen ergreifen. Und bleiben sie mit ihren Pfoten von meinen Sachen!", sagte er drohend.

Feelicitas wurde es nun allmählich auch zu viel. Sie versuchte erneut aufzustehen, um ihm eine entsprechende Antwort zu geben.

„Ihre Impertinenz ist kaum zu-" doch sie zuckte auf halbem Wege zusammen und ließ ein verwundertes Keuchen hören. Das brachte auch Sirius dazu, sich noch mal umzuwenden und auf ihre plötzlich zusammen gekrümmte Gestalt zu blicken. Erst schaute er misstrauisch, doch dann erkannte er, dass sie keinesfalls schauspielerte und hockte sich an ihre Seite.

„Ms. Lefay was haben sie?" fragte er nun eindeutig freundlicher und schaute besorgt auf ihren quellenden Bauch. Hatte er sie zu sehr aufgebracht?

Sie gab zunächst keine Antwort und drückte sich nur die Hände auf eine Stelle an der Seite. Sirius wurde immer unruhiger und wusste nicht was er tun sollte. Wenn Molly doch nur da wäre, aber mit der war erst am Abend zu rechnen.

„Soll ich ihnen helfen? Wollen sie in ihr Zimmer? Kann ich sonst etwas tun?" Schweiß trat auf sein Gesicht und er schämte sich etwas, einer Schwangeren mit Verfluchen gedroht zu haben.

Feelicitas hörte seine nervösen Ausrufe, achtete aber nicht weiter drauf, sondern war ganz mit sich selbst beschäftigt. Erst wurde es ihr nicht sofort klar, was gerade geschehen war, doch dann, als sie ihre Hand auf die Stelle legte verstand sie. Konnte es wahr sein?

Ein versonnenes Lächeln stahl sich in ihr Gesicht und sie blickte Sirius an.

Dieser reagierte, als er ihren verträumten Blick sah, mit noch größerer Verwirrung. Erst als er begann sie an den Oberarmen zu packen und leicht zu schütteln, verlor sich ihre Abwesendheit etwas. Sie blickte immer noch seltsam erfüllt und tastete nach seiner Hand.

„Fühl mal.", hauchte sie und ehe er seine Hand zurückziehen konnte, legte sie diese auf ihre Bauchseite und hielt sie fest.

„Was soll-?", doch seine Frage erübrigte sich, als er ein leichtes Drücken spürte, das plötzlich stärker wurde und fest gegen seine Hand pochte.

„Es bewegt sich.", flüsterte Feelicitas glücklich und blickte ihn dummdusselig an. Sirius wurde leicht rot, doch sie ließ ihren Griff nicht los.

„Ich dachte du hast Schmerzen oder schlimmeres.", sagte er erleichterter und setzte sich bequemer neben Feelicitas.

„Wieso sollte es wehtun? Ich war nur überrascht, bis jetzt habe ich immer nur brechen müssen. Ich hätte nicht gedacht, dass es auch so schnell gehen kann."

„Warum macht es das?", fragte er schließlich leise. Auch wenn er selbst nicht verstand wieso sie plötzlich so still sein mussten, so interessierte es ihn doch und Feelicitas kicherte.

„Es will einfach zeigen, dass es da ist. Vielleicht will es auch einfach nicht, dass du seine Mutter verhext?" Das entspannte die Lage.

„Hört es wieder auf, wenn ich mich dafür entschuldige?"

„Nein, aber die Entschuldigung nehme ich trotzdem an, wenn du mir mal aufhilfst. Ich glaube, das Kleine fühlt sich etwas beengt." Er bot ihr einen Arm und sie wuchtete sich auf.

„Was für eine Aufregung.", bemerkte Sirius und schüttelte sich, dann blickte er sie plötzlich etwas verlegen an. „Du...sie sollten-"

Feelicitas wurde auch etwas rot. „Oh, entschuldigen sie bitte. Ich habe gar nicht drauf geachtet. Sie dürfen mich aber ruhig duzen, Mr. Black. Sie wissen ja noch, wie mein Vorname ist."

„Wenn wir uns schon einmal duzen, dann nenn mich bitte Sirius. Bei Mr. Black komme ich mir uralt vor.", sagte Sirius schließlich und bedeutete ihr zu gehen.

„Und mach dir nichts draus, wenn meine Mutter dich Schlammblut nennt. Sie meint damit, dass du Muggel als Eltern hast."

Das hatte Mrs. Black überhaupt nicht getan, doch Feelicitas erschien es erst nicht weiter wichtig. Doch dann stutzte sie, also waren ihre Eltern wahrscheinlich doch keine Muggel. Aber dieses Portrait konnte auch lügen, oder? Feelicitas war ein wenig verwirrt, konnte so ein Bild tatsächlich ihre Familienumstände kennen?

Sie folgte ihm in Richtung Küche. „Meinen sie...meinst du wirklich, dass Voldemort eine schwangere Anhängerin darauf ansetzt, die gegnerische Seite zu unterwandern? Ich glaube nicht, dass er so was, an sich einfach brillantes, in Betracht ziehen kann. Er hat zu wenig Herz, um sich über Vorteile bewusst zu sein."

Sirius, der sich gerade etwas Alkoholisches eingoss, schaute sie ernst an.

„Man kann sich in diesen Zeiten nie sicher genug sein. Seit wann nennst du ihn bei seinem Namen?"

Sie setzte sich neben ihn. „Schon immer. Wer hätte mir denn sagen sollen, dass es so nicht üblich ist? Wurmschwanz etwa?"

Er zuckte etwas. „Ach, den kennst du auch?"

„Ja.", sagte sie in selbstverständlichem Ton. Er schüttete sich noch ein Glas voll und stürzte es hinunter.

„Was hat man euch denn über mich erzählt? Ich dachte jeder wüsste, wo ich was im letzten Jahr gemacht habe?"

„Wenn ich recht überlege, dann ist das schon da drin vorgekommen. Ich habe bloß nicht nachgedacht, was dahinter steckt. Es ist also wahr?" Er trank noch einen und sein Blick verschleierte sich etwas. Feelicitas wusste ja anhand der vielen leeren Flaschen überall, dass dieser Mensch für gewöhnlich seinen Verdruss ertränkte, doch sie nahm ihm die Flasche ab und sein Widerstand blieb zwecklos.

„Ja.", sagte sie schließlich. „Ja, es stimmt."

„Du Arme.", ließ er verlauten. „Es muss schrecklich gewesen sein. Ich glaube nicht, dass ich soviel wissen wollte." Er schaute sie mitfühlend an.

Feelicitas zuckte mit den Schultern. „Es ist vorbei.", sagte sie schließlich.

„Jaa, es ist vorbei.", sagte er leicht gedehnt und benommen. Vielleicht war er doch kein so starker Trinker, die würden bestimmt nicht sofort betrunken sein. Es rührte sie ein wenig, bis jetzt hatte ihr noch niemand gesagt, das sie leid tun konnte. Vielleicht war dieser Sirius Black wirklich nett.

„Nachher bleibt immer nur das übrig. Es ist vorbei. Doch es ist nie ganz vorbei. Was das wirklich bedeutet, wissen die wenigsten."

„Ich weiß es.", sagte Feelicitas leise. Er schaute auf und sein Blick war wieder klarer.

„Ich auch.", stellte er trocken fest.

Danach war das Verhältnis zwischen ihnen etwas entspannter. Sie wusste zwar nicht, was er mit seinen Worten gemeint hatte, doch es klang so, als würde er wirklich wissen wovon er redete. Spätestens als sie Molly Weasley fragte, warum auch der Herr des Hauses ein Gefangener war und diese ihr von einem schrecklichen Verrat erzählte, an dem auch Wurmschwanz beteiligt war, wusste sie, dass Sirius tatsächlich wusste wovon er sprach. 12 Jahre unschuldig in Askaban, wegen eines Verrats, den nicht er, sondern Wurmschwanz begangen hatte und bei dem es auch irgendwie wieder um diesen Harry Potter ging, den Feelicitas bis jetzt erst einmal von Weitem gesehen hatte, als Hagrid sie auf ihn aufmerksam gemacht hatte. Das schlug wiederum ihr auf den Magen und sie verstand noch besser, warum sich Sirius betrunken hatte. Nach Mollys Bericht sah sie Sirius mit ganz neuen Augen.

Als Feelicitas drei Tage später wieder mit einem der anderen zusammentraf, hörte sie von Remus Lupin, dass Dumbledore auf eine Anweisung des Ministeriums seines Amtes enthoben worden war und Dolores Umbridge sich als neue Schulleiterin sah.

Feelicitas lief es bei dem Gehörten eiskalt den Rücken runter, denn sie erkannte, dass es unheimlich knapp für sie gewesen war. Sie bewunderte Dumbledore für seine weise Voraussicht und war froh noch unter seinem Schutz aus Hogwarts heraus gelangt zu sein.

Doch jetzt spielte es sowieso keine große Rolle mehr. Bald hatte sie die Schule vergessen und die Welt der Erwachsenen zog sie vollends in ihren Bann, ganz besonders durch Sirius Black.

Feelicitas Lefay war schon immer recht mitfühlend und wenn man sich ihre Freundschaft sichern wollte, musste man nur eine traurige Geschichte erzählen und sie verzieh alle Grobheiten. So war es auch bei Sirius, der furchtbar unter seiner Vergangenheit litt, auch wenn er das nie zugeben würde. Sie näherte sich dem stillen und depressiven Mann an und fand so einen guten Zeitvertreib darin, ihm ein wenig mehr Gesellschaft zu leisten, als er es wollte.

So verging die Zeit und bald merkte man ihr die Schwangerschaft auch äußerlich an. Sirius störte es nicht und entgegen Poppy Pomfreys Befürchtungen, wagte es niemand zu fragen, wer denn nun der Erzeuger des Babys sein mochte. Sie hatte schon Angst gehabt, dass Sirius eines Tages fragen würde und sie ihm keine Antwort geben konnte, so dass ihre zarte Freundschaft so schnell zerschellen würde wie sie begonnen hatte. Doch er zeigte deutlich mehr Interesse an ihrem Bauch, als der wirkliche Erzeuger und so geschah es, dass Feelicitas ihre Aufmerksamkeit ihm zuwandte.

Doch sie konnte Sirius nicht helfen. Er war zwar nett zu ihr, doch änderte ihre Anwesendheit nichts daran, dass er nur einen Herzenswunsch hatte, endlich aus diesem Haus zu kommen und etwas tun zu können. Er sagte es nicht, aber Feelicitas sah die Wahrheit in seinen Blick. Schnell kamen ihre Gespräche auf Harry Potter und erstmals konnte Feelicitas wirklich überschauen, worum es hier überhaupt ging. Er sagte ihr nichts über die Waffe, wie er es nannte, doch sie wusste selbst, dass damit die Prophezeiung gemeint war, die Voldemort haben wollte und deren Inhalt sie auch teilweise kannte. Doch sie war über das mangelnde Vertrauen nicht sehr böse. Sie verstand ihn.

Eines Abends hatte er wieder sehr viel getrunken und sich früh in sein Zimmer zurückgezogen. Feelicitas konnte nicht schlafen und irgendwas trieb sie dazu, aufzustehen und den dunklen Gang entlang zu huschen. Als sie anklopfte, ertönte zunächst kein Laut, doch dann öffnete sich die Tür. Sirius lag im Bett, den Zauberstab in der Hand und blickte sie aus verquollenen Augen an. Er war eindeutig nicht bei Sinnen und so fragte er sie auch nicht warum sie kam, sondern nahm es als selbstverständlich hin.

Sie schloss die Tür und huschte zum Bett, wo sie sich auf die Kante setzte. Jetzt erst erkannte sie, dass Sirius nicht nur getrunken hatte, sondern auch geweint haben musste. Feelicitas suchte nur ein wenig Unterhaltung in einem Gespräch, wollte ihm in seinem Zustand Antworten entlocken, z. B. was genau Severus Snape für eine Geschichte über sie erzählt hatte. Doch als sie ihn so sah, brachte sie es nicht mehr übers Herz. Statt dessen kroch sie näher zu ihm und legte ihre Arme um ihn.

Er erwiderte ihre Umarmung und bald schon gingen sie einen Schritt weiter, obwohl beide wussten, dass es nicht sehr klug war. Doch wer denkt in so einem Moment schon über die Folgen nach? Beide waren einsam, und wenn das auch die einzigste Gemeinsamkeit sein würde.

Fortsetzung folgt…

Feelicitas: Bin ich eigentlich leicht zu haben?

Ich: Nein, eigentlich nicht. Du kümmerst dich nur nicht sehr viel um die Meinung anderer und hörst auf dein Gefühl.

Feelicitas: Ach so, also meinst du, ich könnte mich wirklich verliebt haben?

Ich: Sieht doch so aus, oder?

Sirius: Wenn das Liebe ist, dann ist sie nur zu bedauern. Ich habe ihr keine Versprechungen gemacht, ich hoffe sie weiß das auch.

Feelicitas: So dumm bin ich nicht. Du liebst mich nicht so, wie ich es wert wäre und ich kenne dich noch nicht gut genug um von richtiger Liebe zu reden.

Sirius: Ich habe keine Zeit für so was, ich muss Harry helfen.

Ich: Feelicitas ist die letzte, die dir deswegen Vorwürfe macht.

Feelicitas: Was ist das eigentlich mit meiner leiblichen Familie? Ich dachte schon, ich stehe selber auf dem Stammbaum drauf.

Ich: Nein, ich kenne deinen Stammbaum zwar, aber man muss ja nicht zuviel sofort verraten.

Feelicitas: Also habe ich wirklich einen Stammbaum? Wo kann ich den finden?

Ich: Ups,... du überschätzt diese Sache. Was hilft es dir zu wissen, wie deine Vorfahren hießen?

Feelicitas: Ich will wissen, woher ich komme. Das will doch jeder.

Ich: Okay, ich schaue mal, was ich machen kann.

Fortsetzung folgt…

Review this Chapter

Return to Top