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Ohne Wiederkehr
Severus Snape hatte sich in den folgenden Tagen näher in den Kreisen der Todesser umgehört. Auch für ihm bedeuteten die neuen Erkenntnisse eine unangenehme Überraschung. Und das eben aus dem Grund, das er selber nun überhaupt keine Ahnung mehr hatte, was der dunkle Lord plante. Es war zunächst ziemlich einfach gewesen. Voldemort wollte Feelicitas in Reichweite haben und ein Kind von ihr, weswegen auch immer. Aber nun wurde alles noch viel komplizierter, was hingegen Feelicitas Lefays Berichte über einen prophetischen Traum des dunklen Lords stütze. Also hatte sein Meister, durch einen Traum beeinflusst, rein zufällig ein Muggelmädchen aufgegabelt, was sich nach einiger Zeit als eine magisch talentierten Frau und alte Bekannte entpuppte. Es war eine Erklärung, warum Lucius Malfoy gerade ziemlich in Ungnade stand, wenn man den Gerüchten glauben durfte. Das ganze Schlamassel konnte er nicht einmal durch die Zeugung eines Kindes wieder gutmachen. Welch eine Enttäuschung in den Augen des dunklen Lordes. Zumal alles darauf hindeutete, das Lucius derjenige war, der vor lauter Frustration dem Ministerium einen Hinweis auf die Existenz von Feelicitas Lefay gegeben hatte. Severus interessierte es nicht wirklich, was Lucius noch zu erwarten hatte. Die eigenen Angelegenheiten kümmerten ihn vielmehr und er haderte ein wenig, dem dunklen Lord mitzuteilen, was Feelicitas erfahren hatte.
Auch nach der nächsten Todesserversammlung ließ er sich nichts anmerken. Aber er hegte einen Plan. Von Lucius und dem dunklen Lord, würde er wohl keine Antworten erwarten dürfen, aber es gab ja noch einen dritten, der vielleicht wusste was vor sich ging, aber zu einfältig war um die Bedeutung zu erkennen. Wurmschwanz.
Nach der Versammlung trat Severus auf ihn zu. Er mochte diesen kleinen Schleimer nicht, und das konnte es auch nicht besser machen, als Severus einsehen musste, das auch Peter Pettigrew selber einen Teil an der Verschwörung gegen die Potters innehatte.
Wurmschwanz ließ sich nicht gerne auf eine Konfrontation ein, was natürlich verständlich war. Scheinbar wusste die miese Ratte sehr wohl Bescheid über die Heiratspläne, aber das stand zu erwarten, denn mittlerweile wussten das die meisten und wer es sich traute spottete schon mal drüber. Aber kaum einer wusste die genaue Verbindung zwischen ihnen nachzuvollziehen.
Severus versuchte alles, aber erfuhr nicht gerade etwas neues von Wurmschwanz. Stattdessen blieb dieser ziemlich zurückhaltend und ließ sich kaum etwas anmerken, außer das Feelicitas zeitweise Eindruck auf ihn gemacht hatte.
Severus ließ ihn wieder laufen und vergaß es sofort wieder, aber Wurmschwanz, die miese Ratte schien die Situation auszunutzen und war sofort zum dunklen Lord gerannt und hatte gepetzt. Severus entschied, das er das irgendwann zurückbekommen würde, wusste aber noch nicht, wie er das machen konnte.
Aber man konnte es nicht mehr abwenden. Severus sich doch wieder vor seinen Meister einfinden und sich für seine Nachfragen verantworten. Um das schlimmste abzuwenden, war Severus wieder schonungslos offen und gestand ein, das Feelicitas ein paar Dinge rausbekommen hatte und das er selber, daraufhin leicht verwirrt war und nicht wusste, ob er mit diesen Wissen vor seinen Herrn treten sollte, oder ob es so unwichtig war, das man den dunklen Lord nicht damit belangen brauchte. Es war immerhin besser Zweifel durchblicken zu lassen, als einzugestehen, das man seinen Herrn ganz hintergangen hatte.
An dem Tag war Voldemort nicht sehr gut gelaunt und Severus musste sich einiges anhören, was seine 'Zweifel gegenüber den Verhalten seines Herrn' anging und natürlich bekam er den Verdruss auch körperlich zu spüren.
Seit dem Vorfall auf dem Standesamt und der Entdeckung ihrer wahren Ursprünge waren drei Wochen vergangen. Feelicitas saß im verlassenen Wintergarten, bewaffnet mit Pergament, Feder und Tinte und beschäftigte sich mit einer nicht so ganz unkomplizierten Sache.
Da sie ja nun so was wie einen Stammbaum hatte, aber nicht so recht durchblickte, musste sie es aufschreiben. Zuerst hatte sie es nur auf einen Notizbogen formulieren wollen, doch dann hatte die junge Frau die Idee, das alles etwas größer abzuziehen. Ihre Inspiration hatte sie zweifelsohne von dem großen Wandteppich der Blacks, zudem gab es im Haus einige alte Bücher über Stammbäume und alles was damit zusammenhing. Das beste daran war, das diese Stammbäume, einmal erstellt sich von selbst vorführten. Feelicitas wusste, das sie diese Art der Magie im Moment nicht ausführen konnte, also mühte sie sich auf Muggelart ab.
Stammbaum der Familie LefayNathalie Deepwood Allen Deepwood Synaile Lefay - ?
(1931 - †1957) (1925 - †1981) (1935 - †?) (? - †?)
Nathaniel Deepwood Miriel Deepwood-Lefay
(1950 - †1978) (1952 - †1981) …
… - Feelicitas Deepwood-Lefay - Severus Snape
(1977) (1960)
verheiratet
- sonstige Art von Beziehung
verwandt mit / Kind von...
Als sie soweit fertig war, lehnt sie sich zurück und schaute sich ihr Kunstwerk noch mal genauer an. Das war knapp und kurz und beinhaltete keine alten Geschichten. Dieser Stammbaum war eigentlich perfekt. Vielleicht wollte sie gar nicht, das er sich von selber weiterführte.
Feelicitas hatte sich langsam an den Gedanken gewöhnt, dass ihr Leben immer wirrer wurde. Was machte es denn schon aus? Na gut, ihre leiblichen Eltern waren magisch und scheinbar war ihre gesamte Verwandtschaft auf Voldemorts Auftrag hin umgebracht worden. Warum das so war, konnte keiner sagen, aber das war ja nichts neues. Wann bitte sehr hatte ihr je ein Mensch bisher die Wahrheit erzählt?
Vielleicht Direktor Dumbledore, aber der schien einfach nicht genug zu wissen, um ihr mehr sagen zu können, als er hatte.
Sie hätte noch lange darüber nachdenken können, doch sie wusste, dass es vergeblich sein würde. Vielleicht würde sie ja irgendwann mehr darüber erfahren, aber mit Sicherheit nicht während sie hier im Grimauldplace eingesperrt war.
Immerhin gab es noch andere Dinge zu bedenken. Nachdem das alles mit der Heirat so schnell beschlossen worden war, hatte sich Severus auch wieder aus ihren Leben verabschiedet und sie hatte ihn lange nicht mehr gesehen. Dabei rückte der Hochzeitstermin immer näher. Doch nicht alle waren so desinteressiert. Gerade Molly Weasley kam jetzt Abends wieder öfters, um für die immer häufiger stattfindenden Versammlungen zu kochen – und um Feelicitas beim Nähen ihres Hochzeitskleides zu helfen.
Eigentlich hatte Feelicitas nicht vor gehabt, irgendwas besonderes zur Hochzeit anzuziehen. Sie hatte beim Einkaufen in der Winkelgasse einiges an neuer Garderobe erstanden und wollte ursprünglich eines dieser Kleider anziehen. Doch als Molly Weasley davon hörte, bekam sie fast einen Herzinfarkt und setzte ihr fortan ständig in den Ohren, dass sie doch ein richtiges Hochzeitskleid bräuchte.
Schließlich hatte Feelicitas nachgegeben, doch nur unter der Bedingung, dass Molly Weasley ihr Stoff besorgen sollte und sie das Kleid dann selbst schneidern wollte. Eines der wenigen Talente, die Feelicitas aus ihrer Zeit in Frankreich mitbekommen hatte war, dass sie sehr gut nähen konnte. Briancon, die nächste Stadt, war meilenweit entfernt gewesen und so selten wie sie dort hinkamen, hatte Feelicitas nie die Chance die schönen Kleider aus den Katalogen und Geschäften zu ergattern. Doch im Dorf gab es einen kleinen Laden in dem noch Stoffe verkauft wurden und das nutzte sie immer weidlich aus. So hatte sie in ihrem Leben schon einige recht seltsame Eigenkreationen genäht. Feelicitas gefiel es, aber der Rest des Dorfes sah sie etwas misstrauisch an. Es war halt zu modern für die Frauen, die teilweise noch in Kitteln herumliefen.
Nun saß Feelicitas lange Abende am Küchentisch und Molly lehrte sie die Kunst des magischen Nähens und nach einigen Fehlversuchen schaffte es Feelicitas auch, dass die Nadeln von selbst nähten. Trotzdem war ihr ihre heimische Muggelnähmaschine entschieden sympathischer und mit zwiespältigen Gefühlen sah sie dem fertigen Kleid entgegen. Molly hatte ihr zu einer hohen Empiretaille geraten, die ihren Bauch kaschieren sollte, so wie es um 1800 mal modern gewesen war. Feelicitas hatte jedoch andere Pläne und so sah ihr Kleid eher wie das einer mittelalterlichen Hofdame aus. Es war bis zu dem tief auf den Hüften sitzenden, mit Steinen besetzten Gürtel, sehr eng geschnitten. Etwas zu eng, denn das sie in den wenigen Wochen so aufblühen würde, hatte sie in diesem Schnitt bei allem Optimismus nicht berücksichtigt. Molly und Dora Tonks fanden es jedoch bei der vorläufigen Anprobe nicht zu tragisch. Damals hatte sie noch keinen Gürtel zu dem Kleid und so sollte es ihr auch eher Glück als Pech bringen, als Sirius bei einer der Anproben plötzlich in das Zimmer platzte. Molly und Dora waren sofort so damit beschäftigt ihn wieder raus zu schmeißen, dass ihnen gar nicht aufging, was er überhaupt in Feelicitas Zimmer wollte. Feelicitas bedeutete den beiden Furien, dass sie ihn doch in Ruhe lassen sollten, schließlich war er ja nicht der Bräutigam.
Am nächsten Tag hatte er dann einen angelaufenen Gürtel angeschleppt, und nachdem dieser stundenlang in irgendwelchen Substanzen gelegen hatte, glänzte er in alter Frische.
Feelicitas erfreute es mit gleicher stiller Bosheit, dass sie gerade bei ihrer Hochzeit mit Severus etwas von Sirius tragen sollte, wie es wahrscheinlich dieser selbst auch empfand. Das versöhnte sie wieder mit ihm, denn diese Art des Spotts widmete sich ja nicht ihr selber.
Überhaupt hatte sie vor, den alten Muggelbrauch zu beachten. Was altes war Sirius Gürtel, was neues sollte das Kleid sein, welches sie selbst genäht hatte. Blau war das Band, mit dem sie ihren alten violetten Stein, den sie noch aus Voldemorts Zeiten hatte, um das Handgelenk trug. Als was 'geliehenes' konnte man auf jeden Fall den aus feiner Spitze bestehenden Schleier ansehen, mit dem ausgerechnet Mundungus Fletcher ankam. Eigentlich hatte Feelicitas nicht vor was auf dem Kopf zu tragen, doch dieser Schleier war zu schön.
Wenn man jedoch Mundungus Miene und Mollys Argwohn der Sache gegenüber in Betracht zog, war die Herkunft ihres Schleiers sehr suspekt und so hatte sie nicht vor, ihn allzu lange zu behalten.
Wer weiß wem das Ding wirklich gehörte?
Die ganzen Vorbereitungen hatten Feelicitas richtig Spaß gemacht und zusammen mit Molly und Dora Tonks, konnte man sogar manchmal den wahren Grund für die Hochzeit vergessen, oder auch die Existenz ihres zukünftigen Ehemannes.
An diesem Abend saß sie allein im warmen Wintergarten, denn Sirius musste seinen Hippogreif, der sich verletzt hatte, versorgen. Feelicitas hatte mittlerweile dieses Untier sogar mal sehen dürfen und fand es nicht gerade Vertrauen erweckend. Es schien jedoch doch ein gutes Herz zu haben und es hing offenbar sehr an Sirius. Trotzdem konnte sie sich was besseres vorstellen, als seine Zeit stundenlang mit diesem Tier zu verbringen. Es machte sie ein wenig neidisch, denn seit bekannt war, dass Feelicitas Severus heiraten musste, schien Seidenschnabel bei Sirius höher im Kurs zu stehen als sie selbst.
Sie konnte es aber verstehen, schließlich war ihm wieder bewusst geworden, dass sie eigentlich viel zu nah am feindlichen Lager stand, als er jemals würde ertragen können.
Gerade wollte Feelicitas ihre Sachen zusammenpacken, da überraschte sie plötzlich ein nebliges Geschöpf in der Küche und gab sich ihr als Patronus von Severus aus. Feelicitas hatte das mit dem Patronus und der Kommunikation zwischen den Ordensmitgliedern schon längst verstanden, doch als sie nun diesen Patronus sah, ging ihr einiges auf und sie musste still lächeln. Doch das verkniff sie sich, denn Severus ließ in einem hektischen Ton nachfragen:
„Feelicitas ist Black bei dir? Oder ist noch jemand anderes aus dem Orden zugegen?" Sie musste ratlos verneinen.
„Sirius liegt oben bei Seidenschnabel im Zimmer, er hat sich verletzt, also der Hippogreif, nicht Sirius. Ich habe ihn vor zehn Minuten erst dort hineingehen sehen. Worum geht es denn?"
Er antwortete erst nicht.
„Bist du dir ganz sicher? Geh ihn holen!" Feelicitas ignorierte seinen rauen Ton und stand sofort auf und legte ihre Sachen zur Seite. Es war ihr plötzlich egal, dass Severus das Kleid sehen konnte, denn etwas schlimmes musste passiert sein. Der Patronus wandte sich ab und murmelte: „Ich muss die anderen benachrichtigen."
Plopp da war das Ding weg und Feelicitas stand wieder allein in der Küche.
Aus dem Schrank, Rückzugsort des komischen Hauselfen Kreacher, hörte sie plötzlich ein ersticktes Kichern, kümmerte sich aber nicht weiter darum, sondern rannte nach oben und platzte ohne Vorankündigung ins Zimmer.
Seidenschnabel und Sirius, die einvernehmlich gekuschelt hatten schraken auf und der leicht mitgenommen aussehende Seidenschnabel wollte auf sie losgehen.
„Nicht Seidenschnabel!" Sirius stellte sich vor Feelicitas und drückte sie mit einer Hand hinab.
„Es ist nur Feelicitas, mach Sitz!"
Zu Feelicitas gewandt schnauzte er: „Verbeuge dich und dann mach das du wieder raus kommst! Was denkst du dir eigentlich? Ich habe dir doch gesagt-"
Sie unterbrach ihn und während sie sich kurz vor Seidenschnabel verbeugte raunte sie ihm zu
„Etwas ist passiert Sirius. Severus hat gerade mit so einem komischen Geistwesen per Patronus mit mir kommuniziert. Er war ganz aufgebracht und suchte dich wohl. Er sagte ich solle dir sofort Bescheid geben und du sollst unten auf ihn warten."
Bei Sirius traf sie nur auf Verblüffung. „Snape war meinetwegen aufgeregt?", fragte er langsam und zweifelnd.
„Ja, als er hörte dass es dir gut ging beruhigte er sich sogar, sagte aber, er wollte andere informieren."
„Kaum zu glauben.", entfuhr es Sirius. Gemeinsam stürzten sie die Treppe hinab und kamen gerade rechtzeitig, um den Andrang vor der Tür abzufangen. Remus Lupin war da, Dora Tonks, Alastor Moody und andere.
Feelicitas wurde das alles zuviel. Gerade war hier noch Ruhe und jetzt tummelten sich die Massen und so zog sie sich unauffällig zurück, hörte aber dabei weiter mit. Die Aufregung beunruhigte sie. Plötzlich stand auch Severus Snape bei den anderen und dann ging es richtig los, denn alles war noch schlimmer geworden.
Feelicitas war geschockt, als sie es von Severus hörte. Voldemort hatte also seine Pläne zur Beschaffung der vollständigen Prophezeiung, mittels eines schweren Betrugs durchgezogen und Harry Potter einen falschen Traum über seinen Paten geschickt. Doch nun war Harry Potter mit anderen Schülern bei einer Befreiungsaktion im Ministerium, die in Wirklichkeit aber nichts als eine gut ausgeklügelte Falle war.
Alle erklärten sich sofort bereit zu helfen.
Die Worte wirbelten in ihrem Kopf und erst als es klar wurde, dass wirklich alle gehen würden und gleichzeitig immer mehr Leute auftauchten, verstand sie, dass Sirius auch gehen würde.
Gerade hörte man wie Alastor Moody auf ihn einredete und versuchte ihn zu seinem eigenen Schutz umzustimmen, doch Sirius hörte einfach nicht hin. Bevor Feelicitas über alle Folgen nachdenken konnte merkte sie, dass alle Ordensmitglieder sich überstürzt zum gehen wandten. Severus Snape, der scheinbar nicht dieselbe Richtung einschlug, kam kurz auf sie zu und erklärte Feelicitas: „Professor Dumbledore wird auch bald herkommen, ich muss aber wieder nach Hogwarts, wegen Umbridge." Er schwieg plötzlich und Sirius kam dazu und unterbrach Snape endgültig. Er musterte ihn harsch, bevor er sich ebenfalls an Feelicitas wandte:
„Feelie, sag Dumbledore, dass ich mich den anderen angeschlossen habe."
Severus fuhr dazwischen. „Du musst hier bleiben Black. Albus kommt gleich, du musst ihm sagen-"
„Was muss ich, Snievelus? Ich kann schon prima für mich selbst sprechen." Dann wandte er sich wieder an Feelicitas.
„Er soll Kreacher schon mal umbringen, dann muss ich das, wenn ich wiederkomme, nicht auch noch tun, verstanden?" Sie nickte ihm unsicher zu. „Aber, was ist denn mit Kreacher?", fragte sie verwirrt und blickte auch in Snapes leicht säuerlichen Blick. Doch Sirius antwortete ihr nur. „Ich habe da eine Vermutung."
Feelicitas hatte nicht gerade viel Muße auch noch darüber nachzudenken. Sie sah die trotz aller Gefahr euphorisch glänzende Augen von Sirius und erkannte, dass er alles vergessen hatte. Selbst die Gefahr entdeckt zu werden, oder noch schlimmeres.
Harry Potter bedeutete ihm einfach alles und Feelicitas wünschte sich still für sich selbst, dass wenigstens ein Scheibchen seines Herzen ihr gehörte, auch wenn er ihr das niemals sagen würde. Plötzlich wusste sie, dass dieser Abend kein gutes Ende nehmen würde und warf noch einmal einen Blick in die Runde.
Während der ganzen Zeit hier im Ordenshaus hatte sie es nicht bemerkt, doch jetzt lag genug davon in der Luft, so viel, dass man es hätte packen können. Der Tod lag über dem Haus.
Sirius ging, ohne sich weiter zu verabschieden. Er warf Feelicitas nur noch einen kurzen Blick zu, der sich ihr aber tief einprägen sollte. Ihre Sinne waren seltsam geschärft im Zuge der drohenden Gefahr und so dauerte es auch nicht lange, bis sie Severus wieder gewahrte, der sie mit dunklen Augen anschaute.
„Du wolltest noch was sagen?", fragte sie ihn und er schüttelte den Kopf. „Nicht mehr wichtig. Aber du musst Dumbledore Bescheid geben. Ich gehe jetzt Feelicitas, ich kann nicht länger bleiben." Mittlerweile war das Haus wieder leerer und nur noch ein paar Unbekannte standen dort, die gerade erst eingetroffen waren. Severus wandte sich um und obwohl er nicht zum Ort des Geschehens musste, ergriff Feelicitas das Gefühl, dass sie wenigstens einen der Anwesenden verabschieden musste. Zudem war er es doch, der trotz aller Gefahren Bescheid gegeben hatte.
„Warte." Sie näherte sich ihm und als er sich umschaute gab sie ihm einen sehr kurzen Kuss. Seine Reaktion fiel ziemlich schwach aus. Er hatte einfach keine Zeit und so nahm er es hin. „Viel Glück und pass auf dich auf." Wünschte sie ihm, und dann war er weg.
Feelicitas war ganz allein in dem düsteren Haus. Nur noch die ausgetrockneten Augen der Elfenköpfe an der Treppe schienen sie missbilligend an zu starren. Unruhig lief sie hin und her. Sie hoffte, dass ihr inneres Gefühl sie trog, denn es erzählte ihr von großem Unglück in dieser Nacht, sagte dabei aber nicht, wenn es treffen würde. Aber wenn selbst Severus nicht sicher war und er jederzeit für seine Tat aufgespürt werden konnte, musste es sehr ernst sein. Feelicitas hatte sofort erkannt, das er mehrfachen Verrat begangen hatte.
Voldemort hatte ihn bestimmt nicht dazu aufgefordert, Sirius und den Orden zu warnen. Das Ministerium würde ihn bei Entdeckung auch nicht länger in Hogwarts halten wollen und irgendwie konnte sie sich nicht absprechen, dass seine Erwähnung von Harry Potter ähnlich hasserfüllt geklungen hatte, wie er sonst nur über Sirius sprach.
Sie hielt das herumlaufen nicht mehr aus und setzte sich auf den untersten Treppenabsatz, verbarg ihr Gesicht in den Händen und ließ den Tränen der Anspannung vollen Lauf.
Warum musste es so was geben? Sie hatte gedacht, der Alptraum ginge bald vorbei. Vielleicht war das alles ja auch nur der erste Schritt in eine neue dunkle Zeit, die gerade erst richtig anbrach und die Dunkelheit legte sich über das strahlende Licht, in dem sie Schutz gesucht hatte?
Fortsetzung folgt...
Feelicitas: Ich habe Angst, das es nicht gut geht. Ich weiß das irgendwer sterben wird.
Ich: Lass dir versichert sein, das niemand stirbt.
Feelicitas: Aber wenn ich das doch so fühle?
Ich: Ich bin Anhängerin der Bewegung, die daran glauben, das man ohne die Existenz einer Leiche auch nicht tot ist und jederzeit wiederkommen kann.
Feelicitas: Okay, ich weiß nicht was du meinst, aber vergessen wir das. Das war übrigens so ein schöner Patronus, das hätte ich Severus gar nicht zugestehen wollen. Aber seit wann können die reden?
Ich: Hätte er dir einen Brief schreiben sollen? Übrigens habe ich keine Ahnung was er für einen Patronus hat. Ich habe so lange überlegt, was Severus Patronus sein wird und habe mir nicht anmaßen können mich festzulegen. Ich glaube auch nicht, das Band sieben, dieses kostbare Geheimnis lösen wird, also werde ich es auch nicht. Denkt also, was ihr wollt, denn die Phantasie schreibt die besten Geschichten.
Severus: Das will ich dir auch geraten haben. Ich habe letztens erst gelesen, das ein alter Teddybär aus meiner Kindheit mein Patronus sein soll. Wer denkt sich so was aus? EIN TEDDYBÄR? ICH?
Ich: Sicher, das es kein Teddybär war. Wir sprechen noch mal darüber ...
Fortsetzung folgt...