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Books » Harry Potter » Within Hell
Feelicitas Lefay
Author of 12 Stories
Rated: T - German - Angst/Horror - Voldemort & Severus S. - Reviews: 11 - Updated: 01-02-06 - Published: 12-05-05 - Complete - id:2689556
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11. Askaban

In den nächsten Tagen nach Feelicitas Rückkehr ins Riddlehaus verlief die Zeit so gut wie ereignislos für alle. Feelicitas erschien es jedenfalls so. Sie wusste aber selber nicht, ob ihr das behagen sollte, oder nicht. Einerseits war es schlecht, denn dadurch das nichts besonderes geschah, boten sich ihr auch keine Möglichkeiten sich einen Weg einfallen zu lassen, wie sie aus ihrer Gefangenschaft entringen konnte. Doch es hatte auch viel gutes, wenn auch nur indirekt für die junge Frau. Der Lord schien für seine Umwelt nicht sehr ansprechbar und arbeite schon wieder fleißig an irgendwelchen Plänen zur Erreichung seiner Ziele. Wurmschwanz schien nun sehr viel Freizeit zu haben, schließlich brauchte ihn der Lord nicht mehr in der Nähe. Scheinbar war die einzigste Aufgabe die er noch hatte, das er auf sie aufpassen musste. Feelicitas begrüßte seinen mangelnden Elan dabei.

Er lag die längst Zeit des Tages im Bett, hatte sich in irgendeines der alten Schlafzimmer verkrochen und man sah und hörte nichts von ihm.

Doch es war auch unnötig geworden, die junge Muggelfrau auf Schritt und Tritt zu beschatten. Denn genau darin lag ihre größte Freiheit und Einschränkung. Bevor der dunkle Lord einen Körper hatte, spielte sich das Alltagsleben im Riddlehaus, vorwiegend im Kaminzimmer ab. Dort wurde sogar nachts geschlafen und ansonsten die meiste Zeit verbracht.

Doch jetzt war die unbedingte Erreichbarkeit in der Nähe Voldemorts nicht mehr notwendig und auch nicht gewünscht. Wurmschwanz suchte sich ein Zimmer, und wie schon angemerkt, er kam kaum noch raus. Feelicitas tat es ihm gleich und machte sich auf die Wanderschaft. Als erstes war ihr natürlich ihre plötzliche Bewegungsfreiheit aufgefallen. Mit einigen Argwohn, hatte sie einige Tage das einfach mal akzeptiert, sich aber keinen Meter zu weit weggewagt. Doch dann versuchte sie auszutesten, wo genau ihre Grenzen lagen.

Feelicitas verließ das Haus, ging durch den Garten, am alten Gärtnerhaus vorbei und kam schließlich an den Grundstückszaun. Hier in dieser verlassenen Ecke, war es seltsam ruhig und es zog von der Seite. Feelicitas dachte einen Moment nach, dann aber nahm sie allen Mut zusammen und fasste nach einen der schmiedeeisernen Zaunstreben.

Nichts geschah. Sie hätte mit allem gerechnet, einen Stromschlag, einen Alarm einen Blitz der vom Himmel fuhr und sie erschlägt. Aber das rein gar nichts geschah, war unheimlicher als alles andere.

Und einen Moment lang, hatte sie es auch geglaubt. Doch dann fasste sie fester um den Zaun und merkte, das irgendwas nicht stimmte. Etwas seltsames lag in der Luft, das einen mahnte fern zu bleiben. Doch man sah und hörte nichts, nur ein leichtes, kaum zu fühlendes Beben ging durch den Zaun.

Ohne recht zu wissen, was sie damit anfangen sollte, erkannte Feelicitas doch, was es sein musste. Sie erinnerte sich wieder daran, wie Voldemort sie einfach mit Hilfe seiner Kräfte vom Zaun gerissen hatte, ohne das irgendetwas darauf hingedeutet hatte. Es gab keinen Blitz und kein buntes Leuchten, es pfiff nicht und nur ein Gefühl in ihren Körper hatte sie spüren lassen, das es nicht mit rechten Dingen zuging, das sie vom Zaun plumpste.

So schwer es ihr auch viel, in den letzten Tagen hatte sie genug von diesem schrecklichen Zauberer gesehen um einsehen zu müssen, das er nun mit Körper sehr wohl fähig war mit einem einsamen Bannspruch und Fluch sie in ihre Schranken zu weisen.
An Flucht war nicht mehr zu denken.

Feelicitas war wie ein Hofhund, bis vor kurzen noch an eine Kette gebunden, deren Ende Wurmschwanz in der Hand hatte. Doch nun war sie in den Zwinger gesperrt und der Schlüssel lag in sehr sicheren Händen verwahrt.

Einen halben Tag lang verzog sich Feelicitas in eine stille Ecke unter dem Treppenabsatz nahe der Küche. Doch nachdem ihr alle Tränen ausgegangen waren, beschloss sie, nicht die schlechten Seiten zu betrauern, sondern die guten Seiten zu entdecken. Und davon gab es auch einige.

Ihre Grenzen beinhalteten nicht, was sie machte, sondern kontrollierten alleine wo sie es machte.

Also nahm sie sich Wurmschwanz Suche nach einen neuen Domizil zum Vorbild und stieg zum ersten Mal in ihrer Anwesendheit in diesen Haus in die Stockwerke über dem Kaminzimmer und dem Schlafzimmer der Herrschaft.

Wie wohl in vielen alten Herrenhäusern, bei denen man nie einen Umbau gemacht hatte, war das Stockwerk unter dem Speicher, dem ehemaligen Dienstboten vorbehalten gewesen. Mit viel Neugier und doch etwas Angst schaute sie sich die Räume an. Es waren bestimmt zehn Zimmer auf dem Gang. Viele ganz klein, das kaum mehr als ein Bett und ein Stuhl hineinpassten. Teilweise war die Decke eingerissen und das morsche Holz des Speicherbodens kam zum Vorschein und der Staub lag Zentimeterdick auf den nackten Matratzen. Auch hier schienen die Mäuse gehaust zu haben und die Matratze stank nach Urin und alten Kot. Wer immer hier einmal gehaust haben mochte, er hätte sich nicht versklavter fühlen können als Feelicitas. Innerlich sah sie schon arme kleine Küchenmädchen in die dunklen Zugigen Räume gepfercht, die für wenig Lohn harte Fronarbeit leisten mussten.

Doch scheinbar gab es auch Dienstboten, denen mehr als eine schmale Pritsche zustand. Ein abgelegeneres Zimmer, das am Ende des Gangs lag, bot mehr als die doppelte Größe und wesentlich mehr Inventar. Dieser Raum schien wohl einmal der Wirtschafterin gehört zu haben. Jedenfalls lag ein uralter und muffiger Geruch nach Lavendel und ähnlichen auf den Möbeln. Was immer man hier versprüht hatte, es schien gegen den Verfall geholfen zu haben. Das Bett hatte zwar fadenscheinige Vorhänge und war grau vor Staub, doch die Matratze beherbergte keine Mäusekolonie und auch die Decke schien noch in Ordnung zu sein. Feelicitas trat vorsichtig ein und ihre Füße hinterließen dunkle Spuren in der unberührten Staubschicht. Ihre Lungen fingen an Geräusche von sich zu geben, der Staub den ihre Schritte aufgewirbelt hatten, beschwerte ihr das Atmen. Fest entschlossen dem Abhilfe zu schaffen, riss sie das alte Fenster auf. Mit einen schrillen Knirschen konnte man es aufziehen.

Wenn sich irgendjemand die Mühe gemacht haben sollte, die Fenster von außen zu vernageln, dann war es mit der Zeit abgefallen. Von den Fensterläden ließ Feelicitas wohlweißlich die Finger, denn sie sahen mehr als instabil aus. Ein Windstoß fuhr ins Zimmer und ein Staubwirbel entstand und verhinderte die Sicht ins Zimmer. Heftig Hustend hielt sich Feelicitas einen Kleiderzipfel vor die Atemwege und türmte aus dem Zimmer. Sie klatschte die Türe hinter sich zu und lief mit trommelnden Schritten die Treppe hinunter. Wer immer sich daran stören mochte, war wohl gerade mit was anderem beschäftigt, doch wozu gab es noch die Ratte? Wurmschwanz erschien aus seinen kleinen Zimmer, das wohl einmal von einen Familienmitglied der Herrschaften bewohnt worden war und sah Feelicitas missbilligend an.

„Wurmschwanz du musst-" sagte sie mit einen krächzen in der Stimme, doch der Angesprochene packte sie nur hart am Arm und zog sie mit sich ins Erdgeschoss hinab.

Dann in der Küche ließ er sie los. „Was machst du für einen Krach? Der Herr hat gerade Besuch, also wird er Störungen nicht so gerne sehen."
Das ernüchterte Feelicitas und sie vergaß für einen Moment ihr staubiges Problem.

Wenn sie nicht alles täuschte, war niemand außer Bartemenius Crouch je hergekommen. All die treuen und so talentierten Anhänger, die es da noch geben sollte, waren bisher nichts weiter als ein Luftgespinst, an das Feelicitas nicht so ganz geglaubt hatte. Sollte das hier der Anfang einer regelrechten Besuchswelle werden? Langsam erholte sie sich wieder von ihrer Überraschung und trank am leckenden Wasserhahn etwas Wasser.

„Wurmschwanz, kannst du mir helfen?" fragte sie nun mit klarerer Stimme: „In dem Zimmer, wo ich schlafen möchte, tobt gerade ein staubiger Orkan und ich kriege das Fenster nicht mehr zu."

War es ihr bittender Ton, oder sein Überdruss, darüber, das sie solche Dinge nicht selber regeln konnte, Wurmschwanz erbot sich wirklich zu helfen und zusammen schlichen sie die Treppe hinauf. Feelicitas versuchte ein Paar Geräusche aus dem Kaminzimmer mitzubekommen, denn die Türe, war mal wieder nicht ganz im Schloss. Doch man hörte nichts, das man verstehen konnte.

Oben angekommen wagte sich Wurmschwanz in das Zimmer und nach ein paar kurzen Schlenkern mit seinen Zauberstab, war kaum noch Staub zu finden. Das Zimmer sah 100 Jahre jünger aus.

Wurmschwanz steckte seinen Zauberstab wieder ein. Feelicitas erinnerte sich kurz daran, wie er ihn bekommen hatte. Von einen auf den anderen Tag, hatte er ihn einfach. Was er dafür jemanden angetan haben musste, jagte ihr kalte Schauer über den Rücken.

Sein Blick lag auf ihr. Es war mal wieder einer jener Blicke, die sie hasste. Ich werde mich wohl bedanken müssen, oder? Fragte sie sich im Stillen und brachte es zugleich kurz hinter sich und murmelte ein leises Danke.

Er verzog sich gleich wieder und murmelte leicht verstimmt, das er nicht weiter gestört werden wollte.

Doch aus seiner Ruhe schien nicht viel zu werden. Der Besuch den Voldemort gerade hatte, brachte wohl einige Neuigkeiten, die einer sofortigen Erledigung bedurften.

Während Feelicitas noch ein wenig durch die verlassenen Zimmer strich um ab und an, etwas hübsches für ihr Zimmer mitzunehmen, hörte sie trappelnde Schritte die durch das Haus eilten. Der Herr hatte wohl nach seinen Diener gerufen. Manchmal fragte sich die junge Frau schon, wie er das machte. Man hörte ihn nie schreien und doch kam es oft vor das Wurmschwanz plötzlich aufsprang und an seine Seite stürzte. Vielleicht hatte es ja was mit diesen Erkennungsmal zu tun, doch so genau wollte sie es auch nicht wissen.

Kurze Zeit später war wieder Ruhe im Haus und Feelicitas hätte eigentlich nicht ans Fenster treten müssen um die drei weggehenden Gestalten zu sehen. Voldemort und Wurmschwanz erkannte sie sofort unter ihren Umhängen, doch die dritte Gestalt blieb ihr ein Rätsel. Aber das sie einfach gingen, war auch eine Neuerung.

Man beachtete sie nicht nur nicht mehr, sondern ließ sie manchmal ganz alleine. Feelicitas deutete das nicht als mangelndes Interesse, sondern als eine Freiheit die fast schon dumm zu nennen war. Aber immerhin besaß sie Freiheiten. Und von denen konnte Wurmschwanz nur träumen.

In den nächsten Tagen, verblieb Feelicitas fast vollständig alleine im Riddlehaus. Und es machte ihr eher Angst, als das sie es als schön empfinden konnte. Das größte Monster saß bis jetzt im Kaminzimmer, doch wenn man im leeren Haus war, kamen einen die immer wieder auftretenden Geräusche schon etwas komisch vor. Obwohl Feelicitas Streifzüge durch das Haus gemacht hatte, gab es immer noch zwei Orte die sie nicht betreten hatte. Den Keller und den Speicher.

Wobei ihr der Speicher entschieden unheimlicher war. Vielleicht waren es wirklich nur ein paar verrottete Dachschindeln, deren Fehlen dieses Geräusch erzeugten, doch nach allem was sie in letzter Zeit gesehen hatte, glaubte sie fast schon an etwas viel schlimmeres.

Voldemort und Wurmschwanz waren also gut wie verschwunden aus Feelicitas Leben, sie sah sie nur noch in der späten Nacht, wenn sie von wer weiß wo her erschienen und zumindest Wurmschwanz von den vielen Erledigungen und Aufträgen erschöpft war. Er betrachtete sie scheinbar neidisch, aber Feelicitas zog es sich nicht an. Sie hatte anderes zu tun und sie schlich um Wurmschwanz herum, auf der Suche nach einem Schwachpunkt, den sie ausnutzen könnte für ihre Zwecke, doch sie fand kaum etwas.

An diesen Tag hatte sie sich an den ans Grundstück grenzenden Wasserlauf verkrochen. Man sollte es nicht für möglich halten, das auf dem Hügel Wasser zu finden war, aber genau das war der Fall. Natürlich hatte es keine natürlichen Ursachen. Vielmehr schien irgendwo eine Wasserleitung geplatzt zu sein und das austretende Wasser hatte sich einen neuen Weg gesucht an die Oberfläche zu kommen. Wenn man sich den dürftig tropfenden Wasserhahn in der Küche und Bad anschaute, dann stimmte es auch. Feelicitas rechnete jeden Morgen damit, das überhaupt kein Wasser mehr kommen würde, doch bis jetzt hatten sie immer noch Glück gehabt.

Sie setzte sich an das Wasserrinnsal um dort mit dem sanften Rauschen der falschen, kleinen Quelle in ihren Ohren nachzudenken. Als sie später zurück zur neuen Festung ging, die immer noch wie eine Bruchbude aussah, und sie das Haus schon fast erreicht hatte, sah sie das Lord Voldemort und sein Helfer mal wieder zurückkehrten. Voldemort trug eine triumphale Miene und Wurmschwanz mied ihren Blick, als sie an Feelicitas vorbeigingen.

Sie gingen rein. Feelicitas hatte nun gar nicht mehr das Bedürfnis das Selbe zu tun. Sie wollte eigentlich gar nicht wissen, was geschehen war, aber doch war ihr so, als ob sie nichts sehnlicher erhoffen würde. Nach einiger Zeit des Wartens kam Wurmschwanz tatsächlich wieder aus dem Haus geschlichen und schaute sich um.

Er erschrak beinahe, als Feelicitas sich im Dunkeln ihm näherte: „Gibt es Neuigkeiten? Irgendwas das mich interessieren würde?" fragte sie beiläufig. Er antwortete nicht und so schaute sie ihn weiter an. Ihr Blick traf auf sein schuldbewusste Gesicht. Feelicitas verwirrte es. Normalerweise schaute er entweder etwas dumm, kriecherisch oder versaut rein, aber noch nie hatte er so geschaut und sie erkannte erst spät, das es wohl etwas bedeuten musste.

„Was ist los, Wurmschwanz ?" fragte sie leicht beunruhigt. Feelicitas war neugierig und doch ängstlich gespannt. Ihr Gefühl sagte ihr immer stärker, das es was mit ihr zu tun hatte. Er schaute weiterhin an ihr vorbei und sie nahm all ihren Mut zusammen und sprach ihn trotz ihrer unguten Vorahnungen noch mal an: „Sag schon was ist?" Langsam schlich sich die Panik in ihre Stimme: „Ich sehe doch, das du was sagen musst."

Sie schrie ihn fast an, nur gehindert durch ihre Angst, das auch andere mitbekommen würden, was hier zwischen ihnen vorging. Inwieweit der dunkle Lord das tolerieren würde, wollte sie nun wirklich nicht austesten. Nervös schaute sie sich um, doch Voldemort war nicht am Fenster zu sehen. Doch sie wandte sich schnell wieder Wurmschwanz zu, denn er sagte etwas.

Leise und mit brüchiger Stimmer, als ob er es selbst nicht ganz ergreifen könne: „ Wie kannst du schon wissen was geschehen wird, wenn ich es bis eben noch nicht wusste?"

Dann schien er einen Moment zu überlegen, ob er ihr wirklich sagen sollte, was der morgige Tag bringen würde. Doch Feelicitas auffordernde Blicke, schienen ihn eine Entscheidung abzunehmen und er fing abwägend an: „Morgen werden wir Askaban stürmen. Die Dementoren werden sich dem dunklen Lord anschließen und wenn alles nach Plan verläuft, werden wir am Ufer der Festung Askaban die Anhänger in Empfang nehmen können, die einzig und alleine dicke Mauern und die Eiseskälte der Dementoren und ihres Atem hindern konnten zu uns zu stoßen."

Er sagte das so tonlos, als hätte er es auswendig gelernt. Feelicitas fühlte sich wie vor den Kopf gestoßen. Sie wusste nicht was Askaban war, begriff aber sehr schnell, dass es wohl so etwas wie ein Gefängnis sein musste. Ein Hochsicherheitsgefängnis ähnlich, dem von Muggeln, doch mit den niederträchtigsten Anhängern von IHM gefüllt. Es graute sie und dennoch, was war daran so schwierig zu erzählen? Das war also nicht alles. Und sein Blick verriet ihr, das er die Hälfte ausgelassen hatte. Aber auch eine andere Frage kam ihr in den Sinn. Warum erzählt er es überhaupt?

„Aber." begann sie schließlich hilflos, doch das undefinierbare an Wurmschwanzes Verhalten zwang sie dann doch wieder zum schweigen.

Er schaute immer noch so komisch: „Wir werden einen Triumph erlangen. Und am Abend werden wir unseren Sieg feiern. Mit allem was dem dunklen Lord und seiner Macht zu Ehren würdig ist."

Es hörte sich so an, als würde er sich selbst vom gelingen der Aktion überzeugen müsste. Aber warum? Und dann, als sie es schon begriff, schaute er sie an. Kurz und zögernd, aber voller feiger Resignation. Feelicitas war zu geschockt um sich groß zu fragen, warum er es ein wenig bedauerte, da sie ihm doch nur lästig war. Doch da zog er sich wieder zurück und das machte sie sauer. Es machte sie plötzlich unheimlich wütend, das sie alles nicht mehr verstand und das diese irrwitzige Situation der vollen Realität entsprechen sollte. Was war nur geschehen?

„Warum?" spie sie ihn an und er zuckte zusammen: „Warum hast du Angst? Und weswegen wagst du es vor mir zu stehen und so zu tun, als ob dein Kopf als Nachspeise dienen müsste. Das muss dir doch immer klar vor Augen stehen, das dein Schicksal mit jeden Triumph deines Herrn ungewisser wird. Also was ist? Warum hast du mir das gesagt? So wie du ausschaust macht es dich nicht an, mich mit dem Wissen quälen zu können. Soll ich etwa jetzt doch weglaufen, weil du dir in deinen verräterischen jämmerlichen Stück Herzen Vorwürfe machst? Bedauerst du etwa, das du die ganze Drecksarbeit hier alleine zu verrichten hast, wenn ich weg bin?"

Er stand nur da, als ob er 13 Jahre alt wäre und ein Mädchen ihn auslachen würde, wegen seiner Pummeligkeit. Doch Feelicitas sah, das sie in den meisten Dingen Recht gehabt hatte. Männer, darauf konnte man sich nie verlassen. Ihr Blick glitt über die armselige Gestalt und dann legte er sich auf das erhellte Fenster in den oberen Stockwerken. Der fahle Mond beleuchtete ihr Gesicht. Wurmschwanz rührte sich nicht, sondern blickte sie nur jämmerlich an.

„Nun, was soll ich machen?" sagte sie schließlich und ihr Blick drang tief in Wurmschwanz Gestalt: „Über den Zaun klettern kann ich nicht, weil dort ein Fluch drauf liegt. Und du kannst ihn nicht brechen. Du willst es auch gar nicht. Nun was soll das hier dann? Ich weiß ja, das ich von dir keine Hilfe zu erwarten habe, ich bin ja schließlich eine machtlose Muggel und du immerhin wenigstens ein minderbegabter Zauberer und trotzdem werde ich das Gefühl nicht los, das du hier und jetzt auch noch was von mit willst. Der Zeitpunkt ist sehr schlecht gewählt Wurmschwanz."

Während sie das sagte, beobachtete sie Wurmschwanz Miene sehr genau und alles was ihr das Mondlicht enthüllte sagte ihr, sie hatte recht. Die feige Ratte, empfand wirklich etwas für sie. Es stieß sie noch mehr ab, als alles was zuvor geschah.

„Soll ich dich etwa von aller Schuld freisprechen, nur weil du deine Felle wegschwimmen siehst? Willst du Vergebung haben?" platze es ihr schließlich raus.

Er reagierte nicht und Feelicitas verfiel in ungläubigen Kopfschütteln und griff ihn erneut scharf an, konnte ihre Enttäuschung aber nicht ganz verbergen: „Glaub mir, es macht keinen Sinn weiterzureden. Also ich weiß ja dann, das du Morgen furchtbar beschäftigt sein wirst. Ich auch, also muss mich dann jetzt von dir verabschieden."

Einen Moment hielt sie inne, doch er sagte rein gar nichts. Noch nie in ihren Leben hatte sie so eine Verachtung für jemanden empfunden. Es gab viele Menschen die sie nicht leiden konnte, aber gerade jetzt übertraf er sie bei weiten. Deshalb konnte sie nicht an sich halten: „Ich für mich, hätte nicht wirklich geglaubt, das du so abgebrüht sein könntest, schließlich hast du dir noch andere Seiten bewahrt, die ich erdulden musste. Das war eigentlich noch das positivste an dir. Doch wir haben uns nichts mehr zu sagen. Nur noch eines, wenn das der Weg ist, denn du zu gehen bereit bist, dann wünsche ich dir noch sehr viel Spaß und sei ruhig glücklich wie du bist." sagte sie sarkastisch und wollte nun wieder Richtung Haus gehen. Doch seine Hand packte sie energisch am Arm und zog sie zurück. Er hatte Tränen in den Augen, und im Licht des Mondes sah sein Gesicht noch fahler aus als normal: „Nein geh nicht, Feelicitas. Du irrst dich, ich.. du...du solltest wissen, ich habe doch keine Wahl." schlurzte Wurmschwanz leicht und sah sie bittend an: „Was hätte ich denn tun sollen?"

Feelicitas kniff die Augen zusammen, als er das sagte. So was liebte sie ja. Er war erwachsen, er war eindeutig älter als sie und doch schien er die einzig richtige Antwort darauf nicht zu kennen.

„Dem dunklen Lord sagen, das ich viel mehr Nutzen bringe, wenn ich vorerst nicht als Festaktivität dienen muss? Das wäre nicht einmal gelogen." Feelicitas wollte sich von ihm zu befreien, doch seine Hand ließ sich nicht öffnen. Stattdessen stürzte er sich auf sie und krampfte seine Hände in ihren Umhang und Feelicitas verzog angeekelt und leidend ihre Augen. Was soll ich denn jetzt machen? Fragte sie sich verzweifelt, doch erst einige Momente später kam ihr eine Rettung in Sicht.

„Ach Peter hör auch zu weinen." sagte sie kalt. „Es gibt immer eine andere Wahl. Doch du entschiedest dich bisher immer für die falsche. Das ist aber etwas, das du ändern kannst. Jederzeit. Vieles kann man auch versuchen wieder gutzumachen. Wir verstehen uns doch oder?"

Es schien als ginge ein Nicken durch seinen krampfdurchschüttelten Körper, der an ihr hing wie ein Mehlsack und sie hörte ein schwaches: „Ich hätte vielleicht sterben sollen." Das war jetzt nicht gerade passend, aber wer wusste schon, was dieser Mann an Leichen im Keller hatte. Näher wollte sie das aber nicht aufgreifen. „Oh verzeih mir bitte." Heulte er ziemlich undeutlich. Fest entschlossen, das nun sie selber wieder gemeint war, ging sie in die Offensive und schaffte es, das er zu Boden plumpste. Er wehrte sich auch nicht gegen ihren Rückstoß.

„Verzeihen? Wofür?" fragte sie kalt und war selbst erstaunt, das ihre Stimme noch kälter wurde. Er sank auf die Knie und wischte sich die Augen ab, dann erwiderte er schniefend ihren eisigen Blick und war wieder im Begriff sich festzuklammern.

„Du willst wirklich, das ich dir verzeihe?" fragte sie entsetzt „Das musst du schon selbst machen." Dann riss sie ihr Kleid los und ging.

Hinter sich hörte sie ein heftiges Aufheulen. Doch Feelicitas fühlte nichts außer heftigen Überdruss. Sie wollte weg und nichts anderes mehr. Wie hatte sie annehmen können, das es ihr erträglich wäre?

Diese Kreatur namens Wurmschwanz war armselig und hatte auch weder Mitleid noch Gnade verdient, doch Feelicitas Lefay die in den letzten Monaten durch die Hölle gegangen war und nur das schlechteste dieser Welt erblickte, wurde entgegen all ihres besseren Wissens nach einer Weile von einen leichten Hauch Mitgefühl gepackt durch den Kontakt mit dieser verlorenen Seele.

Wie leicht war es wohl, Verrat zu begehen und wie schwer damit noch leben zu müssen? Sie war aufgewühlt und zum erstenmal seit sie sich ihres Todesdatums gewiss wurde, schlich sich ein leichtes Zittern ein und die Angst drückte ihr die Luft weg. Doch trotz ihrer widerstrebenden Gefühlen brachten sie ihre Füße zurück zum Haus.

Sie ging durch den Dienstboteneingang herein in die Küche und wischte sich ihre nun auch brennenden Augen mit kalten Wasser und blickte auf zu den welligen Spiegelbild, das ihren müden abgestumpften Anblick preisgab.

Sie musste handeln, es gab kein Warten auf Rettung oder gute Momente mehr. Jetzt oder vielleicht nie mehr. und als sie sich umsah, fasste sie ihren Plan ins Auge. Verzweifelter brauchte man nicht mehr dafür zu sein. Und sie würde hier herauskommen und wenn es der letzte Versuch wäre. Sie nahm die Waffe ihrer Rettung und steckte sie ein.

Keinen Moment wollte sie weiter darüber nachdenken, was sie wieder vorhatte. Keinen Moment wollte sie damit verschwenden. Es musste sein und obwohl die Stimmen in ihren Inneren protestierten, beachtete sie sie nicht. Jetzt würde sie erst einmal Schlaf brauchen. Morgen war morgen und das immer noch früh genug.

Als sie auf den Weg nach oben, am Kaminzimmer vorbeikam, erblickte sie die offene Türe und sie schaute gewohnheitsmäßig hinein.

Der Anblick hätte nicht trügerischer sein können. Alles so wie immer. Frieden innerhalb der Hölle. Voldemort machte sich nicht die Mühe weiter irgend welche Pläne zu ergrübeln. Er döste scheinbar recht tief im Sessel vorm Kamin sitzend und gab ein leises Zischeln von sich. Nagini verfolgte sie ebenso schläfrig, aber mit wachsamen Blicken, wie sie da stand. Feelicitas beachtete das Vieh nicht weiter.

Sie ging weiter die Treppe herauf, bis zu den alten Quartieren der Dienstmädchen, in deren Zimmer sie sich eingenistet hatte und schlich zu ihren alten Bett und schlief sofort ein. Fiel hinab in ein Reich jenseits von Schmerz und Erinnerung und fast hoffte sie schon, am nächsten Tag nicht mehr erwachen zu müssen.

Als Wurmschwanz sich soweit beruhigt hatte, das er sich vom kalten Boden aufrappeln konnte ging er mit langsamen Schritten ins Haus. Was immer auch gerade geschehen war, sein Gefühl sagte ihm, das er es total vermasselt hatte. Warum hatte er ihr das überhaupt anvertraut? Warum hatte er sich nicht einfach in sein Zimmer begeben und in den Schlaf geheult. Gemerkt hätte es niemand. Wer achtete denn auch auf die Gefühle des kleinen Wurmschwanz. Selbst in den Zeiten als er noch ein Leben und einen Namen gehabt hatte, war es so gewesen. Er schüttelte die unglücklichen Erinnerungen ab und stieg das dunkle und enge Treppenhaus hinauf. Er schlich den Dienstbotenflur entlang und kam an die angelehnte Türe. Hier hielt niemand etwas davon Türen zu schließen, und das ermöglichte ihm geräuschlos einzutreten. Einen Moment zögerte er. Das Zimmer lag still da und in der Dunkelheit konnte er nicht ausmachen, ob sie überhaupt da war. Deswegen trat er ans Fenster und zog den Vorhang etwas zurück. Der Mondschein erhellte das Zimmer und er trat zurück ans Bett und stutzte. Wurmschwanz war zutiefst geschockt, das sie so fest schlief. Sie lag einfach da, ihr Atem ging ruhig ohne sich unruhig zu rühren wie sonst immer. Mit allem hätte er gerechnet, selbst wenn sie aus dem Fenster gesprungen wäre, hätte es ihn nicht sehr überrascht. Doch so?

Dieses Kind hatte Nerven, die ihm Schauer über den Rücken laufen liefen. Einen Moment starrte er gedankenlos auf ihre Gestalt herab, dann aber nahm er sich ein Herz und legte sich vorsichtig neben sie, ohne ihr zu nahe kommen zu wollen, oder sie aufzuwecken.

Sie pustete Warm gegen seine Hand, als er ihr sanft eine der gelösten Strähnen aus dem Gesicht strich.

Wurmschwanz dachte an die ganze Zeit zurück, die sie zusammen waren, doch kaum stellte er sich diesen Gedanken, tobte in ihm ein heftiger Widerstreit auf. Was mache ich hier überhaupt? Es dauerte einen Moment, bis er sich etwas beruhigte. Er hätte sich sowieso nichts erklären können, was er nicht verstand.

Er drückte sich näher an sie und überlegte einen Moment sich mit unter die Decke zu legen. Er verwarf diesen Gedanken aber bald wieder. Auch wenn es seinen Wünschen vielleicht Erfüllung schenken würde, so erstickte die derzeitige Situation doch alle Gelüste. Nein, auch wenn sie ihn hasste, deswegen sollte sie es nicht tun müssen. Manchmal war es aber schön diese Art der Nähe zu erleben. Er zuckte leicht zusammen, als er an ihr Gespräch zurückdachte. Er ging auf die Vierzig Jahre zu, warum sagte er solche dummen Sachen zu einen Kleinen Mädchen? Und warum schaffte sie es, ihn zum heulen zu bringen? Sie war eine Muggel, sie war wertlos und sie verachtete ihm. Er sie eigentlich auch und doch hatte sie etwas an sich, das ihn faszinierte.

Er würde ihr das nie sagen. Er würde ihr nie die Macht geben, die sie haben könnte. Doch sie war stark, stärker als alle Frauen, die er in den letzten Jahren kennen gelernt hatte. Auf jeden Fall war sie stabiler als er selber.

Bertha Jorkins zum Beispiel hatte gejammert und gezittert und geredet wie ein Wasserfall. Eigentlich war ihm nichts anderes von ihr in Erinnerung geblieben, bevor der dunkle Lord ihr Leben beendete. Doch bei Feelicitas war das anders. Sie hatte keinen Zauberstab, der ihr zur Seite stand. Sie hatte keine Ahnung von irgendwas und doch wurde sie nicht verrückt, wie etliche Muggel zuvor, die auf Zauberer trafen. Sie gab nicht auf und doch konnte sie sich fügen. Sie war so wandlungsfähig, wie kaum jemand. Mal war sie einfach ein Mädchen und dann war sie wieder eiskalt.

Wenn es auch am Anfang nur ihre langen roten Haare waren, die ihm imponiert hatten. Mittlerweile schätze er ihre Art. Und doch hasste er sie, für ihren Einfluss. Irgendwann würde er wegen ihr in sein Unglück rennen. Und doch konnte er sich nicht einfach so ansehen, das sie nur noch einen Tag zu leben hatte. Das konnte er nicht noch mal ertragen. Diesmal wollte er es anders machen. Obwohl auch sie es ihm niemals danken würde.

Doch nach einer Weile erhob er sich wieder vom Bett, ihn blieb der Schlaf Fern und so verließ er sie wieder und suchte sich sein eigenes Bett. Auch sein Herr hatte sich mittlerweile in das Prachtschlafzimmer zurückgezogen. Wurmschwanz schlief irgendwann doch ein, aber von Zeit zu Zeit schlurzte er noch verhalten. Doch so richtig halfen auch seine Tränen nicht gegen sein verlorenes Leben.

Schon am frühen Morgen wurde Feelicitas von Voldemort mit einen schmerzhaften Tritt aus ihren Träumen gerissen. Sie krümmte sich vor Schreck und fuhr geschockt zusammen, während sie schon sah, wem das dürre Beinpaar direkt vor ihr gehörte. Sie lag auf ihren Bett und fragte sich gerade noch, wie gelenkig er sein musste um sie in dieser Höhe zu treffen, da fiel seine Robe wieder hinab und schliff auf dem Boden. Feelicitas sah weiter auf und blickte sich verwirrt um. Irgendwas stimmte nicht und ihr war übel. Voldemort packte sie am Arm und zerrte sie aus dem Bett auf die wackeligen Beine.

„Na los aufstehen." Sie sah sich irritiert im Zimmer um und fröstelte in ihren dünnen Kleid, das sie als Nachthemd benutzte, doch außer Nagini war kein Lebenszeichen dort zu sehen. Wie als ob er ihre stumme Frage mal wieder gehört hätte sagte er: „Wurmschwanz ist nicht da. Deine Sehnsucht nach ihm wirst du also noch etwas aufsparen müssen, denn er hat etwas für mich zu erledigen." Feelicitas erschrak, konnte diesem Scheusal denn nichts entgehen?

„Aber sei dir gewiss, er wird später noch zu uns stoßen. Also keine Zeit um feindselig zu werden." Damit drückte er ihr ihren Umhang in die Arme, denn er von einen Stuhle aufgehoben hatte.

Feelicitas erblasste, ihr neuster Plan zu ihrer Rettung, befand sich in der Tasche des Umhanges. Und obwohl sie an was anderes denken wollte, für einen Moment sah sie vor ihren geistigen Auge, wie der dunkle Lord in die Tasche packte und den dort verborgenen Inhalt mit spitzen Fingern herauszog. Sah sein hämisches Gesicht auf ihren zerstörten Traum blicken und hörte das schrille Lachen das ihr die letzte Hoffnung nehmen würde.

Doch obwohl ihre Gedanken sie verraten konnten, geschah gar nichts. Wieder einmal hatte er wichtigeres im Sinn, als sich um sie zu scheren. Wozu auch, er wollte sie ja loswerden.

Er schmiss ihr den Umhang nur in die Armen und wandte sich kurz um, während er befahl: „Zieh dich an und dann gehen wir." Feelicitas war noch ein wenig geschockt vom Tritt und so dauerte es einen Moment, bis sie in ihren Umhang schlüpfte. Da fuhr er sie aber bereits schon wutschnaubend an: „Beeil dich, sonst könnte sich meine Geduld mit dir vorzeitig erschöpfen!" währende sie sich hastig bückte um ihre Schuhe zu binden.

Sie brauchte bei ihren verletzten Fuß etwas länger, manchmal stach er immer noch, da dachte sie unwillkürlich, So sieht also das Ende aus, aber was hast du anderes erwartet? Wenn sie nicht gerade im Angesicht Voldemorts gestanden hätte, hätte sie vielleicht etwas eingewendet, was sollte sie sich denn auch mit Siebzehn Jahren für Erwartungen zu ihren Tod machen? Doch das ließ sie einfach mal stehen und tastete sich zum Eingang, an dem Voldemort wartete. Er stieß sie in den Rücken und sie stolperte. Auch Draußen war weit und breit nichts von Wurmschwanz zu sehen und sie war also wirklich mit ihm alleine. Er zog sie hinter sich her aus dem Haus, bis sie zu der Baumlichtung hinter dem Haus kamen und dann hieß er sie zu stoppen. Sie musste feststellen, das sein Ton sich etwas gemildert zu haben schien in der letzen Minute, doch für weitere Überlegungen blieb ihr keine Zeit.

Er zog seinen Zauberstab und sie fuhr zusammen. Zaubern war in seinen Händen immer etwas schlechtes. Nagini war näher gekrochen und er zischte ihr etwas zu Offenbar war sie noch zu entfernt für das was er vorhatte. Er wollte wohl apparieren. Nagini schloss einen Kreis um sie beide und er murmelte einen Zauberspruch. Feelicitas spürte wie sich sein Griff noch fester klammerte, als sie den Boden unter den Füssen verlor und in einen wirbelnden Strom aus Farben geschleudert wurde und nach einer Ewigkeit hart auf den Boden aufschlug, von etwas abpralle und sich ihr Hinterteil stieß. Er hingegen stand Grade, wie eh und je. Naginis aufgeregtes Schlängeln drang an ihr Ohr, aber viel mehr sah sie noch nicht. Was war nur geschehnen?

Der Wirbel verschwand, aber sie konnte kaum etwas sehen, da dichter Nebel in der Luft lag. Es war windig und ihrer losen Haare wurden zerzaust in der frischen Brise die nach Meer roch. Sie erhob sich von ihren schmerzenden Hintern und sah sich um. Sie hörte ein schwaches Rauschen. Wenn sie auf dem Meer waren mussten sie an der Küste sein. Und die Brandung schlug tosend gegen irgendwelches Gestein. Sie wollte Voldemort fragen, was das zu bedeuten hatte, doch bevor sie anhub zu sprechen bemerkte er ihren Blick und sagte leise aber mit drohenden Tonfall.

„Sei still!" dann schaute er sie durchdringend an. „Sei still und folge mir!" Und bevor er sich abwandte, warf er ihr noch einen letzten beiläufigen Blick zu und sagte „Gib mir nur einen Grund und..." er machte einen verheißungsvollen Schlenker mit seinen Zauberstab und leichte glitzernde Funken bläulicher Art lösten sich und verschwanden sogleich. Sie nickte gezwungen und er wandte sich zum gehen. Nagini folgte ihr, als sie den steilen Aufstieg begangen. Bald sah Feelicitas hohe, schreckenserregende, gewaltige Mauern aus dem Nebel auftauchen. Sie ragten hoch bis der Nebel sie verschluckte und sahen dick und stabil aus. Als sie durch ein offenes Gittertor traten hatten sie einen guten Ausblick auf das Innengelände, einen Hof und mehrere Gebäudeteile. Feelicitas war vor Erstaunen stehen geblieben und zuckte zusammen als sie von Nagini mit einen nicht sehr sanften Schlag ihres Diamanten gespickten Schwanzes ins Schienbein getroffen wurde.. Sie stolperte vorwärts und wäre fast mit Voldemort zusammengelaufen, denn dieser war stehen geblieben und wandte seinen Blick in die Ferne des Nebelmeeres. Feelicitas versuchte angestrengt Schemen auszumachen, doch der Nebel gab sein Geheimnis nicht preis, Doch von Ferne hörte sie ein dumpfes Rascheln. Schritte. Die scheinbar auf sie zukamen.

Bald sah man wirklich schattige Umrisse von drei Gestalten. Doch das Rascheln erklang nur von einer. Die anderen Beiden schienen riesig, passend zu einer Burg mit solchen Ausmaßen Voldemort schien sie erwartet zu haben und ging langsam auf sie zu. In der Mitte lief doch tatsächlich Wurmschwanz, die Gestalten waren vermummt und schienen recht unwirklich, wahrscheinlich lag es am Nebel. Sie kamen vor dem dunklen Lord zum stehen. Voldemort wandte sich direkt an Wurmschwanzes Begleiter.

„Seit ihr bereit mit zu folgen?" Eines der Wesen nickte unter seinen schwarzen Umhang, der eindeutig besseres Tage gesehen haben mochten und nur noch aus Lumpen bestand. Irgendwie schien es, als neigte es sich sogar mit seinen Kumpan etwas herab. Eine Verbeugung? Feelicitas entschied, das ihr immer stärker werdendes, ungutes Gefühl sie nicht trügen konnte. Irgendetwas ging hier vor. Wurmschwanz schaute ebenso gebannt zu seinen Begleitern, hatte er bis eben noch so ängstlich gewirkt, ein großer Teil dieser Last war abgefallen.

„Sie warten auf der anderen Seite, eure Lordschaft. Sie warten nur auf euer Zeichen." klärte Wurmschwanz, Voldemort leise auf. Voldemort nickte ihm kurz zu. „Gab es irgendwelche Zwischenfälle?" Wurmschwanz schüttelte sein Haupt. „Keiner hat unsere Anwesendheit bemerkt. Die Zaubererbrigade hat gleich Dienstablösung. Bis die nächste Schicht wieder zuende ist haben wir drei Stunden. Voldemort schien zufrieden zu sein. „Das sollte für unsere Zwecke genügen. Doch sollten wir in unserer Achtsamkeit nicht nachlassen. Ein Fehler kann unser Vorhaben vereiteln. Jeder der Beteiligten sollte dafür beten, das nicht er derjenige ist, dem das geschieht." Er wandte sich wieder zum Meer.

„Nun, dann werde ich bald den Beginn verkünden, doch zuerst muss ich mich anderen Dingen widmen. Wurmschwanzes Aufmerksamkeit wurde in diesen Moment auf Feelicitas gelenkt, als diese sich vergeblich um ein wenig mehr Wärme unter ihren faserigen Umhang bemühte und anfing sich die Arme zu reiben. „Warum habt ihr das Mädchen mitgebracht, eure Lordschaft? Ich dachte..." fragte er schüchtern und beäugte seinen Herrn mit gewisser Neugier. Dieser schien an Ablenkung nicht interessiert.

„Sei still Wurmschwanz, das ist jetzt nicht von belang. Es geht daran meine Pläne zu verwirklichen. Kein Wort darüber Wurmschwanz!" Dieser war deutlich eingeschüchtert und erwiderte unterwürfig, mit einer ordentlichen Portion Kriecherei. „Ja, Herr bitte verzeiht mir meine Unverfrorenheit. Doch Voldemort war schon längst beim nächsten Gedanken. Er zischte leise. „Sie verlassen die Burg. Es ist nun Zeit. Wurmschwanz komm her zu mir!"

Zuerst zögerte Wurmschwanz, wie selbst Feelicitas seinen erschrockenen Blick ansah, doch dann fügte er sich und näherte sich Voldemort.

Dieser nahm seinen linken Arm und schob den Umhang bis zum Ellebogen zurück. Trotz dessen das Feelicitas in einigen Abstand verhaarte fuhr es ihr kalt den Rücken hinunter als sie sah, was nun geschah. Wurmschwanz hatte ein brennend schwarzes Mal auf dem Arm, das Voldemort nun mit seinen Finger berührte. Wurmschwanz schrie laut auf, als seine Haut anfing zu verbrennen unter diesen Druck auf den Totenkopf mit der Schlange. Er krümmte sich und verkrampfte sich, seine Füße gaben unter seinen schwachen Beinen nach und er stürzte auf die Knie.

Voldemort presste noch einen Moment sein Handgelenk, dann ließ er urplötzlich los und Wurmschwanz zog den Arm unter seinen zuckenden Körper und wand sich vor Krämpfen. Feelicitas war geschockt. Konnte das auch mit ihrer Narbe etwas zu tun haben? Er trug auch eine Schlange. Doch es war einen Narbe und kein Brandmal, das sie selbst zeichnete. Sie wurde jäh aus ihren Gedanken gerissen, als ein Rauschen die Luft erfüllte. Voldemort nickte nun in Richtung der Kapuzenwesen.

Das müssen Dementoren sein, durchfuhr es sie, als eines sich zum gehen wandte und an ihr vorbeistrich. Woher dieses Wissen plötzlich kam war ihr nicht bekannt, aber es wurde begleitet von einen ganzen Haufen halbverlorener Erinnerungen. Dinge an die sie seit Jahren nicht mehr dachte, rauschten ihr plötzlich durch den Kopf. Und es wurde ihr noch viel kälter als ihr so schon war. Es war ihr plötzlich als sei sie in Eiswasser getaucht worden.

Die Frau von der sie damals so oft geträumt hatte, sie weinte wieder und diesmal war es kein Traum, sie war doch wach und wie kam sie da jetzt überhaupt drauf? Doch es war, als gäbe es keinen anderen Gedanken mehr in ihren Kopf. Sie registrierte das komische Wesen, das sich Dementor nannte nicht mehr. Erst als er an ihr vorbeigerauscht war konnte sie sich wieder soweit besinnen um sich an die graue Mauer zu lehnen, damit diese Stütze sie bewahren mochte vor dem was kam. Diese Stimmen. Gedämpft und alle redeten sie über Kuchen und Kaffe, Blumen und Steine. In den Wirren der Erinnerung vergangene Gestalten. Dunkel gekleidet. Sie näherte sich ihnen, manche lachten, wabberten ihr näher und schienen sie zu erdrücken. Dann kamen welchen, oder waren es dieselben, die schwiegen. Viele schwiegen stille und bildeten einen unheimlichen Wall, eine Decke aus Angst, die sie niederdrückte..

Sie rannte vor den Schatten davon durch Zimmer die kein Ende zu nehmen schienen bis sie schließlich zu der rothaarigen Frau kam. Sie war die einzigste die nicht bloß ein Schatten war. Sie hatte etwas bekanntes an sich, doch das war nicht schön. Es war schrecklich, denn sie weinte. Weinte bitterlich und ohne Unterlass. Feelicitas wusste nicht warum. Weinte sie wegen den Schatten? Nein, sie weinte wegen ihr, wegen der bösen kleinen Feelicitas, die alles Schuld war. Ein Wimmern entstieg ihrer Kehle. Die Szene verschwand.

Sie fand sich wieder, eng an die Wand gedrückt, keuchend und unbeachtet von Voldemort. Dieses Dementoren wesen war im Nebel verschwunden, sie hatte gar nicht gesehen wie er ging.

Ihre Beine waren wacklig und ihr Herz raste. Was war das bloß für ein Zauber der sie umgab? Diese Wesen, sie waren... irgendwie hatten sie etwas, war ihr vertraut wirkte. So als ob sie in einer ferne Vergangenheit in einer anderen Welt schon einmal, welche kennen gelernt hatte.. Da war irgendetwas, doch es kam ihr nicht in den Kopf. Sie vertrieb den Gedanken.

Plötzlich wimmelte es in ihrer Umgebung von maskierten Gestalten, die scheinbar aus dem Nichts erschienen waren. Alle hatten Zauberstäbe gezückte und sie kamen auf Voldemort zu. Auch wenn sie nicht mitbekommen hätte, wie einer nach den anderen näher kroch um Voldemorts Umhang zu küssen und vor ihm katzbuckelte, hätte sie erkannt wer sie waren. Das waren sie also, die Anhänger des mächtigsten Zauberers der Welt, wie Voldemort nach eigenen Aussagen verlauten ließ. Nach dem Küssen stellte sie sich in einen Kreis auf und eine gespenstige Stille, nur unterbrochen durch das Tosen des Windes kehrte ein. Sie lauschten auf ihren Herrn. Und Feelicitas war erstaunt wie still diese Zusammenkunft abging. Musste doch hören, das Feinde im Außenhof waren, aber vielleicht gab es dafür auch ein passenden Zauber.

„Meine getreuen Todesser. Wir haben uns hier versammelt, um mit vereinten Kräften diesen Ort der Qualen zu stürmen und uns den dort Gefolterten, die aus Treue zu mir dieses Leben auf sich nahmen, anzunehmen. Lasst uns die Schrecken dieser Mauern den Erdboden gleichmachen und meine getreuen Todesser mit unseren Werk ehren, wie sie es sich nie zu träumen wagten." Daraufhin erklang ein tobendes Brausen entschlossener Zustimmung im Kreis.

„Ihr wisst was ihr zu tun habt. Also gehet hin und verbreitet meine Worte. Wer sich meiner Macht nicht beugen will, den vernichtet. " sagte er leise, als auch schon aus weiter Tiefe des Gesteins ein tosendes Dröhnen ausbrach. Die Dementoren begehrten gegen ihre alten Herren auf.

Die ersten Todesser verteilten sich und liefen in die Gebäude. Bald hörte man die ersten Schreie und die Luft war erfüllt mit ängstlicher Gespanntheit und zischenden Flüchen. Voldemort blickte sich zu Wurmschwanz um, der in seiner Nähe geblieben war. „Wurmschwanz, du kommst mit mir. Du wirst die Ehre haben dich um die Lestranges zu kümmern." Wurmschwanz zeigte ehrliche Überraschung, das war wohl etwas, was ihm wohl nicht bekannt gewesen sein mochte. Ob er sich sehr freute, konnte Feelicitas nicht exakt sagen, es war ihr aber egal.

„Was ist mit ihr, Herr?" fragte er. „Sie läuft doch weg, sobald man ihr den Rücken kehrt. Sollte nicht jemand bei ihr bleiben? Ich..."

Doch er wurde in seiner hoffnungsvollen Rede unterbrochen.

„Und du willst das natürlich übernehmen, nicht wahr Wurmschwanz? Wenn man bedenkt, das sie solches Verhalten nur in deiner Anwesendheit zeigt, wäre das kein weiser Beschluss von mir. Bei mir war sie sehr zahm, also könnte man erwägen, ob dein Anliegen doch nicht so närrisch ist, wenn man jemanden mit mehr Geschick als du es besitzt diese Sache anvertraut."

Er sah sich um und erblickte einen ca. 35 jährigen Mann, der gerade aus einen scheinbar sonst leeren Gebäude kam.

„Avery, komm her." Der mit Avery angesprochene, erschrak sich deutlich und näherte sich mit dem Geruch der Angst anbehaftet.

„Was.. was wünscht eure Lordschaft von ihrem Diener?" fragte er so schleimig, das seine Angst nicht zu überdecken war. Voldemort schien genervt, sobald der Kerl den Mund auch nur öffnete.

„Genug! Sei einfach still. Achte auf das Mädchen und nehme sie mit, während du dich nützlich machst." Scheinbar erleichtert entspannte er sich deutlich, nachdem er einen abschätzigen Blick nach ihr geworfen hatte. „Wie ihr befehlt, ich werde euch folgen." Er verbeugte sich tief, doch Voldemort hatte sich schon einige Schritte entfernt und verschwand mit Wurmschwanz im Schlepptau.

Dann beäugte er nochmals Feelicitas und umkreiste sie langsam. Wenig erinnerte an sein unterwürfiges verhalten von eben „Na was macht so ein hübsches Mädchen wie du an diesen Ort?" Feelicitas schwieg. Sie war sich sicher das dieser Kerl vor nichts zurückschrecken würde, wenn sie auch nur den kleinen Finger gegen ihn richtete. Gegenwehr würde nichts bringen. Avery schien nicht wie Wurmschwanz zu sein. Ihn würde es nicht kümmern, ob sein Auftrag Folter Inbegriff oder nicht. Solche Typen waren zu allen bereit, wenn man ihnen nur einen Grund gab. Seine eisgrauen Augen funkelten leicht und zeugten von mehr als gelinden Interesse.

„Ah ein stummer Fisch. Man hat dir doch nicht etwa den Silentius aufgehalst oder?" er lachte über den scheinbaren Scherz. Und schien sein Spiel zu genießen. „Wo wir beide so ganz alleine sind, sollten wir es uns ein wenig gemütlicher machen, oder?" Feelicitas zeigte immer noch keine Reaktion. Da nahm er plötzlich ihren rechten Arm mit seinen kalten Händen und führte sie über den Hof hin zu einer Nische, wo in früheren Zeiten einmal so etwas wie ein Brunnen gewesen sein mochte, der nun aber zugemauert war. Er hieß sie sich zu setzten und drückte sich dann unangenehm nahe an sie heran. Sie ließ ihn geschehen und hoffte im stillen, das irgendeiner vorbeikäme und das unterbinde.

Und nach kurzer Zeit, die ihr sehr lang deuchte, hörte man leise Schritte sich nähern und Avery sprang fast einen halben Meter zurück, das er dabei nicht in die Überreste des Brunnens fiel, war ein bedauerliches Wunder. Eine hohe schlanke Gestalt erschien. Gekleidet in einen Schwarzen Umhang.

Beinahe wäre sie auch drauf reingefallen, doch da Voldemort offensichtlich keine schwarzen, kinnlangen, strähnigen Haare besaß, war es doch ein anderer aus Voldemorts Gefolgskreis. Als dieser sie und Avery sah und gewahrte das sie alleine waren, blieb er stehen und musterte sie mit forschenden Blicken. Avery lachte als er seine leicht verwirrte Mine sah.

„Snape hast du nichts zu tun?" er lachte wie ein Nilpferd „Dann kannst du mir ja helfen." Snape zog eine Augenbraue hoch.

„Weil diese gemeingefährliche Muggel strengste Bewachung braucht?" Avery zuckte und warf ihr einen schiefen Blick zu.

„Eine Muggel?" fragte er dümmlich. „Bist du dir da ganz sicher? Ich meine du irrst dich nicht?" Dieser Snape reagierte nicht auf das offensichtliche Erschrecken Averys, stattdessen musterte er sie eigentümlich und sagte abwesend „Es mutet so an. Und was man so hört..."

Avery wurde an weiteren Einsprüchen gehindert, als ein paar Zauberer aus dem gegenüberliegenden Gebäude, verfolgt von Dementoren an ihren vorüber um ihr Leben rannten. Avery schrie auf: „Mann, Rookwood, Mulciber, ihr solltet eigentlich den Patronus kennen." Er sprang auf und stürzte hinterher um seinen Leuten beizustehen und ließ Snape wohl unfreiwillig zurück. Ob Avery sich noch einmal um sie scherte bezweifelte sie stark. Doch nun war dieser Snape bei ihr. Ob er wohl eine Schwäche für Muggel hatte? Doch er starrte an ihr vorbei, den Dementoren hinterher und sah aus, als ob er gerade ein großes Geheimnis enträtseln müsste. Schüchtern und doch mit Ironie versuchte sie seine Aufmerksamkeit zu erringen: „Entschuldigen sie bitte, mir wurde gesagt, das die Dementoren Askaban aufgeben wollen, warum nur werden jetzt auch eure eigenen Leute angegriffen? Irgendwas stimmt da doch nicht..." Doch statt einer Antwort erstarrte er und warf ihr nur einen merkwürdig funkelnden Blick zu, als hätte sie ihm irgendwas bestätigt. Aber was hatte sie getan?

Feelicitas verfolgten die argwöhnigen Blicke von Snape noch immer, als Avery, dem Schreien nach zu urteilen, nach einer grausamen Tat, aus dem Schatten eines Gebäudes auftauchte und mit zufriedener Miene auf sie zukam. Feelicitas hatte auch unter Snapes Bewachung keinen Fluchtversuch starten können. Anders als Avery ließ sich Snape nicht gehen und schien es auch nicht zu bereuen, nicht bei den anderen zu sein. Nachdem sie ihm angesprochen hatte, war er so merkwürdig geworden und musterte sie so intensiv, als ob er noch nie einen Muggel gesehen hätte. Aber vielleicht war es genau das. Er hielt seinen Zauberstab eingriffsbereit in der Hand und antwortete, nach einer halbwegs als Flucht zu deutenden Aktion ihrerseits, das er sie warnte nichts zu tun, was sie sicher danach bereuen würde.

Vom ersten Moment an fand sie, es sei anders. Nicht nur verschieden, sowie Wurmschwanz und dieser Avery, sondern anders. So was wie ihn konnte sie hier lange ein zweites mal suchen. Doch was der Grund dafür hätte sein können war ihr unklar. Es lag sicher nicht an seinen Äußeren, oder an seiner Ausstrahlung. Nein, sein schwarzer Umhang, der sich im Wind um seinen großen schmalen Körper bauschte, sein fahler Teint und die schulterlangen fettigen Haare sowie die äußerst krumme Nase, ließen sie nicht auf diese Vermutung kommen. Es war einfach dieser Blick., der auf ihr lastete. Und der scheinbar nicht im Gedanken etwas schlimmes ausheckte, was man ihr antun könnte.

„He, Snape! Du brauchst nicht gleich so zu übertreiben. Wir sind in Askaban und sie springt sicherlich nicht auf und appariert." rief Avery und kicherte als er näher kam. Doch sogleich entgegnete ihm Snape mit leisen, eisigen Ton: „Avery, an deiner Stelle wäre ich nicht gewillt so leichtsinnig zu urteilen. Du hast recht, wir sind hier in Askaban. Schau zu, das du deinen staubkriechenden Körper hierher bewegst, wie es dir eigentlich aufgetragen war. Wer weiß, wenn jetzt der dunkle Lord um die Ecke käme, dann würde dies hier vielleicht auf ewig zu deinen neuen Heim. Wenn das hier nämlich nur irgendein Muggelmädchen ist, dann frage ich mich doch wozu der ganze Aufwand an ihr getrieben wird. Wahrscheinlich ist sie von großen Wert. Das solltest du nicht ganz unterschätzen."

Averys widerliches Kichern schwand und er erinnerte sie wieder daran wie er eben noch vor Voldemorts Angesicht gezittert hatte: „Ich bin ja nun wieder da und du mein alter Freund, bist wohl kaum jemand, der diese gewisse Sache anderen Ohren zuträgt. Vergiss es also." Dann als Snape kurz nickte, kam ein erleichterter Zug in sein Gesicht und er schaute sie neugierig an.

„Wenn sie Wert haben sollte, wie du vermutest, was könnte unser Herr mit ihr vorhaben?" Snape zuckte die Schultern und schien desinteressiert, stattdessen musterte er die verschiedenen Eingänge im Hof. „Vielleicht verbirgt sich hinter ihr ein Geheimnis, das wohl keiner von uns jemals ergründen wird..." ließ Avery gedehnt vernehmen. Dabei glotzte er gierig an ihr hinauf. Das garantiert nicht, du kleiner Schleimbeutel, durchfuhr es Feelicitas, mit deutlichen Ekel und konnte sich kaum vom inneren Bild seiner Vorstellung befreien. Zugleich kam ihr ins Bewusstsein, das sie hier ja auch nur ansatzweise wusste, wofür sie letztendlich da war. Aber viele Enden waren erfüllt von Schrecken.

Einige Zeit später schreckten sie aus der eingetreten Stille auf, weil plötzlich aus der ferne ein wildes Triumphgeheul auftrat. Ein lautes Getöse kam aus allen Ecken und hallte an den Wänden wieder. Verwirrt wandten sie sich um und versuchten den Ursprungsort zu deuten.

„Na toll." murrte Avery „Alles vorbei und ich habe nur gemerkt wie wenig ich hier tun konnte." Snape reagierte nicht drauf. Er winkte sie hinter sich her und Avery folgte ihm, zog Feelicitas unsanft am Arm und so stolperte sie ihm hinterher in das muffige Dunkel. Bald hörten sie, wie die Stimmen lauter wurden und als sie um eine dunkle Ecke bogen prallten sie mit Snape zusammen, der einfach stehen geblieben war. Über seine Schulter hinweg sah Feelicitas wie Voldemort in Begleitung von Wurmschwanz gerade in eine Zelle verschwinden wollte.

„Was ist den los?" zeterte Avery verhalten, er war zu klein um zu sehen. Feelicitas erinnerte sich wieder an Voldemorts Lobhudelei über ein Ehepaar, das er Ehren wolle. War das nun der Höhepunkt des Sturms? So viele Tote um zweier Verrückter willen? Nun schien es jedenfalls vollbracht. Der Abend und seine Veränderungen, die ihr Leben betreffen sollten rückte immer näher.

Snape schien irgendetwas zu haben, denn er setzte sich mit langsam zögernden Schritten in Bewegung. Ganz anders, als wie sie ihn sonst gesehen hatte. Weg war die Sicherheit und Stärke. Vielleicht kannte er ja die Beiden? Als sie auf gleicher Höhe mit den Zellen waren, sah sie, wie Avery Snapes Blick suchte und mit der Hand auf die Gitter zeigte, wobei der mit dem Mund ein stummes Wort formte. Snape nickte kurz und nach kurzen Zögern näherte er sich der offenen Türe. Auch Avery drängte es dorthin. Über seine Schulter hinweg sah sie die ganze Szene. Sie sahen es alle und ihre Reaktionen waren gleich. Snape schaute kurz Avery an und seine Miene bestätigte, das er alle seine Vorstellungen bestätigt sah, während Avery selber schier entsetzt schien und zitterte als sein Blick wieder auf Wurmschwanz fiel und dieser sich gerade zu zwei zusammengekrümmten Gestalten herunterbeugte, die kaum noch leben konnten.

Feelicitas registrierte jetzt erst den Gestank nach Krankheit und Fäkalien, der hier herrschte. Bleich wie der tot, war Wurmschwanz Blick. Selbst Voldemort schien etwas überrascht zu sein, wegen des elendigen Zustandes der misshandelten, kleinen, zitternden Haufen, die nicht mehr fähig schienen den Kopf zu heben um zu sehen, das ihre Rettung gekommen war. Es übertraf wohl bei weiten seine Vorstellungen davon, was aus den beiden Treuesten der Seinen geworden war. Doch selbst bei diesen Anblick zeigte sein Gesicht keine Rührung. Diesen Zug der Menschlichkeit verlor er vor langem, das er selbst gar nicht mehr wusste, wann genau und annahm alles sei wie es immer wahr.

Es war als hätte die Zeit beschlossen, in diesen grausamen Gemäuern unmögliches zu vollbringen und einfach still stehen zu bleiben, während sie, die im Raum anwesenden Personen, vollkommen in ihren Bann zog. Diese Sphäre jenseits von Raum und Zeit wurde erst jäh unterbrochen, als Avery ein tiefes Durchatmen vernehmen ließ, das ankündigte, das er sich im Begriff befand sich wieder fangen zu können. Voldemorts Aufmerksamkeit wandte sich nun den Dreien an der Türe zu und Wurmschwanz hatte seine vergeblichen Bemühungen entgültig eingestellt.

„Ah Avery, Snape, welch promptes Erscheinen. Ihr kommt gerade recht, ihr könnt Wurmschwanz unter die Arme greifen und euch um die Lestranges kümmern." sagte er mit noch leiserer Stimme als sonst. Dann fiel sein Blick auf sie: „Wurmschwanz, hier wird deine Hilfe nicht mehr weiter von Nöten sein, sag den anderen Bescheid, wo wir uns Treffen und warte mit dem Mädchen draußen auf uns." Dann fuhr er wieder an Snape gewandt fort, der immer noch mit unergründlichen Augenausdruck an der Türe stand.

„Warum zögerst du, Snape? Je eher wir hier weg können, um so besser für alle, aber ganz besonders für diese Beiden wie es scheint, Sie haben doch für ihre opferreiche Tat eine großzügige Belohnung verdient."

Dann wandte er sich zum gehen. Snape antwortetet ihm in vorübergehen mit unterdrückter Stimme, die wie es zumindest Feelicitas schein, irgendetwas verbarg.

„Wie ihr befehlt, Herr. Sie haben wahrhaft große Ehren verdient." Doch Voldemort, der sonst sehr hellhörig war, hatte es nicht bemerkt und verschwand. Dann schritt Snape auf Avery zu, der schon eines der beiden zur Unkenntlichkeit entstellten Wesen auf sich wuchtete und tat es ihm ebenso bei Mrs. Lestrange nach.

Jedenfalls sah Feelicitas lange verfilzte, wohl ehemals rabenschwarze Haare und erkannte noch bevor sie Wurmschwanz fortzog, die Überreste eines alten Kleides. Sie folgten den Beiden auf denselben Weg bis zum Hof. Mrs. Lestrange schien aufgrund des mangelnden Einflusses der Dementoren und dem Kommen ihres Herr, unerwartet neue Lebensgeister zu gewinnen. Sie schaute mit ihren leeren Augen zu Snape auf und Feelicitas hörte eine Stimme, wie sie zu einen kleinen Mädchen gepasst hätte und doch sehr trocken klang. „ Sev... bist.. . bist du das wirklich?" Dieser zuckte zusammen und antwortete mit zusammengepressten Zähnen. „Ja, Bellatrix, ich bring dich hier weg. Sag nichts mehr!"

Wurmschwanz zog sie in eine andere Richtung und so konnte sie dem Wortwechseln nicht mehr folgen. Wenn dieses Ehepaar hier einsaß, dann waren sie schlecht. Wenn sie von Voldemort gelobt wurden, waren sie noch schlechter, wenn aber Snape sich mit denen zusammentat wurde ihr schlecht.

Immerhin, taten sich ihr neue Welten auf und sie hatte schon gar nicht mehr damit gerechnet, das es noch mal eintraf. Sie war mit Wurmschwanz alleine.

Da sie Wurmschwanz auf seinem Rundgang folgen musste, sah sie die grauenerregenden Ausmaße der Vorgänge, die geschehen waren, während Snape, Avery und sie, im verlassenen Hof gestanden hatten. Scheinbar hatte es in Askaban viele menschliche Wachen gegeben., die bei der Verteidigung lieber den Tod erlitten hatten, als das sie der dunklen Übermacht Voldemorts erlagen. Sie trafen auf einzelne versprenge Truppen von Todessern, die sich langsam wieder zusammenfanden und Dementoren, die als sie in ihre Nähe traten wiederum ein nebliges Schwindelgefühl in ihr aufwirbeln ließen. Sie hielt sich von ihnen fern.

Dann fand sie doch ein paar wenige gestalten, ohne Todesserkutte. Das mussten die sein, sie ihre Meinung der Situation anglichen und lieber Voldemort anhängen wollten, als sterben.

Als Wurmschwanz befand, das er alle vom Treffpunkt unterrichtet hatte, machte er sich wieder mit ihr auf den Weg in den Innenhof, wo er bald wieder auf Voldemort stoßen musste. Dann wäre ihre Chance vertan aus der Gefangenschaft zu entrinnen. Ihre letzte Chance.

„Wurmschwanz, können wir nicht, bis der Lord kommt im Gebäude warten? Ich bekomme Kopfschmerzen vom Wind." Und tatsächlich war mittlerweile ein ziemlich unangenehmer Wind heraufgezogen und das Tosen der Böen hatte sich sogar im Innenhof verstärkt. Das Tosen der Brandung gegen die Mauern hatte eine nervtötende Intensität angenommen. Auch Wurmschwanz schien zu frösteln und führte sie durch eine Tür ins Innere eines Lagerschuppens, wie es ihr schien, als sie die großen Getreidefässer und Wasserbehälter sah. Wurmschwanz schloss hinter ihr die Türe und wandte sich im dämmerigen Halbdunkel besorgt zu ihr um, als sie die Arme um ihren Kopf schlang und sich in scheinbar heftigen Schmerz krümmte.

Doch sobald sich sein Arm um ihren Rücken legte um sie zu einem niedrigen Fass zu geleiten, schnellte ihr Ellebogen vor und hieb ihn schmerzhaft in die Schläfe. Er ließ augenblicklich etwas lockerer und sie drehte sich zu ihm um und grub ihr Bein in seinen Magen, worauf er mit schweren Ächzen zusammensank. Feelicitas lief zur Türe, doch bevor sie, sie öffnen konnte, prallte ein Strahl des Zauberstabs in das Schloss und sie stieß ernsthaft gegen die Klinke, als sie verzweifelt daran zerrte. Sie blickte zu Wurmschwanz um, der mit dem Zauberstab in den Händen immer noch kniend vor ihr verhaarte. Ein tiefes Stöhnen entrang sich tief ihrer Brust. Sie konnte ihn mit ihren Mitteln bekämpfen, aber gegen seinen Zauber war sie doch machtlos. Welche Hoffnung sollte sie jetzt noch haben?

Sie schaute Wurmschwanz in die farblosen Augen und sah Wut und wie es schien eine Art von unterdrücktem Verständnis. Ganz langsam stand er auf, während er sich mit einigen schmerzhaften Lauten die Hand mit dem Zauberstab den Bauch umklammerte und mit dem anderen Arm sich schwer auf eine Kiste stützend sich wieder auf die Beine ziehend, sie musterte. Feelicitas stiegen Tränen in die Augen. Doch sie wollte auf keinen Fall Wurmschwanz die Macht geben, zu sehen, wie sie vor ihm haltlos zusammenbrach. Nein, das wollte sie ihm nicht eingestehen. Doch stattdessen merkte sie, wie ihre zittrigen Beine langsam anfingen einzuknicken unter der Last ihres verstörten jungen Lebens.

Sie sank an der schweren Türe nieder und konnte ihren sehr offenen Blick nicht aus Wurmschwanz Augen lenken. Dieser hatte sich soweit wieder gefasst. Da er seinen Zauberstab auf sie richtete und leise, schon fast flüsternd zu ihr sprach: „Schön ruhig Feelicitas. Bleib ruhig sitzen, ich werde dich jetzt fesseln, du willst es ja nicht anders." Dann noch beruhigender: „Es hat doch keinen Sinn wegzulaufen. Du machst es dir nur noch schwerer." Doch Feelicitas erkannte in seiner Sorge, das er sich nicht so ganz an sie ran traute und sie ergriff wieder das machtvolle Gefühl der Überlegenheit, das sie im Wurmschwanz Anwesendheit immer wieder über fiel. Und sie entgegnete ihm mit deutlichen, offenen Tonfall: „Sei still, Wurmschwanz. Gerade du hast es nötig mir zu sagen, was sinnlos ist und was nicht? Und leicht werde ich es bestimmt nicht haben, wenn ich bleibe."

Daraufhin verstummte Wurmschwanz. Feelicitas sah aber an seinen Augen, das ihr Ausbruch keinesfalls ihm in das Gefühl erweckt hatte, das es unnötig wäre ihr Fesseln anzulegen. Deshalb versuchte sie mit sehr versöhnlich und scheinbar unterwürfigen Blick diesen Eindruck zu erwecken.

„Du brauchst mich nicht zu fesseln." Wurmschwanz hatte seine Stimme wiedergefunden. „Schön." erwiderte er scheinbar zufrieden mit ihrer Unterwerfung.

„Weißt du eigentlich könnte es egal sein, für mich. Aber weil du es bist werde ich dich warnen. Aus dieser Festung ist noch kein menschliches Wesen geflohen und schon gar kein Muggel. Kannst du schwimmen? Sicher kannst du es, aber trotzdem wirst du ertrinken, wenn du noch keinen Kilometer vom Ufer entfernt bist." Langsam kam er auf sie zu. „Das Wasser ist eisig" Erlegte ihr seine Hand auf die Knie. Du würdest gegen die Flut ankämpfen müssen und verlieren."

Genau in diesen Moment stürzte sie sich auf ihn und kratzte und biss ihn, wo sie nur konnte. So einfach würde sie nicht aufgeben.

Sie bildeten einen Knäuel auf den Boden und einen Moment sah es aus, als ob Feelicitas die Oberhand gewinnen würde, nachdem sie sich mehrmals unter Wurmschwanz schweren Körper aus den klammernden Griff seiner Arme und den Gewicht seiner Beine befreit hatte. Sie versuchte von ihm wegzukommen, um vor dem zurückkehren seines erschlafften Körpers und dessen Kraft fliehen zu können, doch er war noch weit von einer Ohnmacht entfernt und umklammerte ein Bein um sie so zum Stolpern zu bringen. Sie stürzte schwer auf seinen Oberkörper und ehe sie es sich bewusst wurde umklammerte seine starke Hand ihren Hals und zwang sie zu Boden.

Feelicitas versuchte krampfhaft sich aus diesem Griff zu lockern, doch schon bald hatte sie keine Luft mehr und der Griff würgte sie dermaßen, das sie nicht mehr klar denken konnte. Nebel erschien und sie konnte Wurmschwanz nicht mehr sehen. Sie sackte zusammen und merkte undeutlich, das der Griff sich etwas löste.

Als Feelicitas die Augen aufschlug, drückte Wurmschwanz reflexartig wieder zu, diesmal aber eher um sie am Aufstehen zu hindern. Feelicitas mühte sich krampfhaft nicht aufgrund der erschrecken niedrigen Luftzufuhr in Panik zu gerasten und stattdessen ruhig und tief durchzuatmen, um klar denken zu können. Wurmschwanz machte keine Anstalten, seinen Griff noch einmal zu lockern. Nein stattdessen legte er sich auf sie und schob sein Gesicht so nah an ihres, das sie seinen Geruch wahrnahm. Er roch sehr verschwitzt. Sie fand er roch nach Angst. Deutlich unterschied sie diesen ihr bis jetzt so gut bekannten Geruch von den anderen, die seiner Kleidung entstiegen.

Mit einem freien Arm drückte er ihre Hände von ihrem Hals und sie ließ sie sinken. Dann ließ er seine Hand einfach, vielleicht nur unbewusst, denn er stand nicht so auf Frauen auf ihren Oberkörper liegen und tätschelte sie gedankenlos am Bauch.

Sollte er doch tun was er wollte, wenn er nur seine Hand wegnahm. Ihr Hals schien bald zu platzen und sie hatte das dringende Gefühl sich übergeben zu müssen. Urplötzlich nahm sie wahr, wo ihre eigene Hand zum liegen gekommen war und sie atmete so tief durch wie es ging und versuchte mit abgewendeten, verschleierten Blick, Wurmschwanzes Aufmerksamkeit zu fesseln.

„Na hast du jetzt ein für alle mal genug? Ich hoffe doch du hast dich beruhigt. Glaub mir es ist zu Ende..." Doch genau in diesen Moment packte sie das, was sie haben wollte und zog es behutsam aus seinem Umhang.

Nein, in einem war sie sich sicher. Noch nie hatte sie Wurmschwanz so wenig geglaubt wie jetzt. Es würde noch lange nicht zu ende sein.

Wurmschwanz bemerkte nicht, das sie ihm das Wichtigste in seinen Leben gerade gestohlen hatte. Feelicitas versteckte es in den Falten ihres Umhangs und wandte sich wieder Wurmschwanz zu.

„Wenn du noch länger auf mir liegst, dann komme ich auf die Befürchtung, du machst das absichtlich." Dabei machte sie ihn auf seine Hände aufmerksam. Betroffen wich er zurück und erhob sich. Dann gab er ihr eine Hand um ihr hoch zu helfen. Doch sie beachtete ihn nicht. Er ging zur Tür und lauschte ob sich draußen etwas regte. Doch auch Feelicitas vernahm keinen anderen Laut, als das im geschlossenen Raum gedämpfte Tosen des Meeres. Als Wurmschwanz sich wieder zu ihr wandte, blickte er in seinen eigenen Zauberstab, der auf ihn zielte.

Es schien als ob er nicht wusste, ob er sich vor Lachen auf den Boden schmeißen sollte oder in Deckung gehen musste. Doch das war nur ein kurzes Zögern.

„Feelicitas gib mir meinen Zauberstab zurück, du machst ihn nur kaputt." sage er mit leichter Belustigung. Doch obwohl Feelicitas es keinen Augenblick geplant hatte, zögerte sie keinen Augenblick. Es kam ihr in diesen Moment nicht einmal in den Sinn, das es einfach lächerlich sein musste. Sie hörte sich selbst plötzlich mit ihr ungewohnt, gefährlich klingender Stimme zu ihn sprechen.

„Nein Wurmschwanz, das werde ich garantiert nicht. Sag mir nur wie die Tür aufgeht!" Nun konnte er nicht mehr an sich halten und sagte lachend und ohne Arg.

„Es heißt Alohomora. Was schadet es mir, dir das zu sagen? Du kannst doch gar nichts, dumme Muggel. Also, bist du jetzt zufrieden? Gib ihn zurück." Feelicitas merkte in sich immer noch diese neue Kraft, die sie Dinge sagen ließ, die sie sonst nur dachte.

„Ach ja?" fauchte sie „Du meinst also, ich kann das nicht? Dann muss ich dir sagen du hast dich getäuscht! Stupor!" Ein blendender Blitz schoss aus dem Stab und traf Wurmschwanz, der starr wurde und geschockt liegen blieb.

Es schien, als hätte Feelicitas sich nie großartiger gefühlt, als in dem Moment, in dem sie in sich die Macht der Magie, das erste Mal vollkommen spürte. Sie fühlte sich unbesiegbar und so hilflos wie ein kleines Kind und was tiefgeschockt darüber, was sie gerade angestellt hatte. Fassungslos starrte sie auf Wurmschwanz herab, dessen starre Augen entsetzt zur Decke blickten. Wie habe ich das tun können? Warum habe ich das gekonnt? Doch die andere Stimme in ihr ertönte und sie wurde sich aller ihrer Möglichkeiten bewusst. Ohne noch einen Blick zurückzuwerfen wandte sie sich zur Tür. „Alohomora!" Nichts geschah und Panik stieg in ihr auf. Sie saß fest und Voldemort konnte jeden Moment auftauchen. Wenn es doch nur Zufall war? Wenn das ganze wirklich möglich war, gab es das dann? Vielleicht hatte Wurmschwanz nachgeholfen? Aber wie konnte sie nur verzweifeln? Sie schreckte aus ihrer Angst auf und spürte wieder die Sicherheit der Waffe in ihrer Hand. Sie atmete tief durch.

„Alohomora." drang es erneut durch die gedämpfte Stille. Feelicitas spürte die Wärme des Strahles, der sich auf die Türe ergoss und mit einem Knallen schwang sie auf. Sie war mit einem Satz draußen und um die nächste Ecke. Keinen Moment zu spät, denn wenige Sekunden später hörte sie, wie sich dem Hof Schritte näherten. Voldemort. Sie war sich klar darüber, das es an ein Wundere grenzen würde, hier wegzukommen. Doch war an diesen Tag nicht schon etwas unmögliches wahr geworden? Sie rannte weiter und hörte hinter sich, wie er einen heftigen Fluch ausstieß. „Morsmordere!" Doch das war wohl nicht ihr geweiht, doch sie hielt trotzdem erschrocken inne, als sie das riesige dunkle Mal über Askaban sah.

Dasselbe, wie Wurmschwanz am Arm trug. Das Zeichen des Todes. Ihr schwindelte und sie bemerkte erst spät, das sich Nagini ihr von hinten genähert hatte. Welches Pech, die Schlange würde alles verraten und Voldemort auf ihre Spur bringen. Aus einen inneren Antrieb ergriff Feelicitas einen ziemlich kompakten Steinbrocken von der Küste und schmiss ihn auf Nagini. Diese wurde am Kopf getroffen und ein Knirschen zwischen ihren Kopfwirbel ertönte und dazu ein jämmerliches Zischen, dann lag die Schlange still. Irgendwie tat ihr Nagini leid, doch sie dachte, das es der einzigste Weg sei, das so eine riesige Schlange wie Nagini sich bändigen ließ. Ein Schockzauber würde wohl nicht genügen.

Sie fing an zu rennen, rannte um ihr Leben und hatte doch noch, den wutverzerrten Schrei Voldemorts in ihren Rücken, als er merken musste, dass das Band zu seinen Schützling reißen musste, da sie ihren letzten Lebenshauch ausstieß. Vielleicht war er auch einfach nur auf Wurmschwanz gestoßen. Und schon hatte er sie erblickt, wie sie auf einer der kleinen Klippen stand. „Neinnnn!" kreischte er und sie sprang in die Wellen. Und als sie in das kalte Wasser trat, durchfuhren sie schmerzhafte Stiche. Das war nicht nur Wasser, das war ein todbringender Ozean. Sie schwamm und kam kaum weiter. Wellen überspülten ihren Körper und sie stieß schmerzhaft nach Luft. Eine Ewigkeit kämpfte sie mit den Geistern des Meeres, nicht selten hatte sie dabei das Gefühl verloren zu haben, als sie unter Wasser gezogen wurde. Hinab zum Grund der ihr letzter Ruheort zu sein vermochte. Der Sturm pfiff um ihre Ohren und irgendwann war ihr alles egal und sie drehte sich auf den Rücken.

Ewigkeiten später spürte sie Grund unter ihren Bauch scharren und sie mühte sich die salzvertränten Augen etwas sehen zu lassen. Kroch immer weiter, bis sie nur noch den trockenen Grund des Ufers unter sich hatte. Kraftlos sank sie zusammen und spuckte Wasser, welches ihr die Luft nahm aus, um dann die Füße immer noch von Wellen umspült, entgültig vor Erschöpfung zusammenzubrechen und zu schlafen, schlafen um nicht mehr aufzuwachen.

Fortsetzung folgt...

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