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Es war eine dieser Wochen.
Angefüllt mit Tagen die man am liebsten auf immer aus seinen Gedächtnis entfernen möchte.
Feelicitas Lefay wusste nichts von den wundervollen Eigenschaften eines Denkariums und so musste sie damit vorlieb nehmen das ihr solche Tage für lange Zeit unvergessen blieben.
Am frühen Morgen schon erwachte sie und schlich auf leisen Sohlen barfuss über den dunklen Flur. Kein Laut erschall aus dem Hause und so bemühte sie sich um so mehr keinen aufzuwecken. An solchen Tagen vergaß sie fast, das sie eine Gefangene war.
Sie fühlte sich frei – bis zu dem Moment in dem ihr klar wurde das sie nie mehr frei sein konnte. Diese Zeiten waren vorbei. Ihr war unwohl dabei, wenn sie an ihre erwachten Gefühle dachte. Eindeutig litt sie unter der Anfangsphase eines Stockholm-Syndroms oder einer manischen Depression. Nach so vielen Jahren in denen sie von ihren Eltern von einem Psychologen zum anderen gekarrt wurde, kannte man sich mit so etwas aus. Es machte sie unglücklich, konnte aber ihre Euphorie nicht eindämmen.
Sie ging ins Erdgeschoss und schaute sich verstohlen in der dreckigen Küche um. Voldemort und Nagini schienen nicht da zu sein. Ansonsten gab es niemanden in diesen Haus, außer sie selber. Wurmschwanz ließ sich immer noch nicht hier blicken. Der Lord hatte wohl anderes mit ihm vor. Leise öffnete sie die kleine Hintertür und wagte einen Blick nach draußen zu werfen. Ihr Blick glitt wie immer über die betörenden Ausmaße des wildwachsenden Gartens. Von vielen als Unkraut abgetan, doch ihr machte das nichts aus.
Denn zuhause war es genau so gewesen. Ihre Familie in der Provence, dem Dorf nahe Briancon, besaß ein altes Anwesen. Das einzigste was von früheren Reichtum übriggeblieben war. Das Dach hatte Löcher, so das der gesamte Speicher nach Schimmel und Verfall roch. Die Wände bröckelten, die Tapeten waren rissig, doch das alles war ohne Belang. Man war immer noch stolz auf sich und obwohl Feelicitas nie eine Blutsverwandte war, erwartete man von ihr das gleiche. Die Menschen im Dorf hatten immer noch das Wissen um frühere Zeiten inne und behandelten die Herrschaften de Fresy mit Ehrfurcht und Respekt. Feelicitas selbst hatte nur zu gut erfahren müssen woraus dieses gründete, ihre Maman hatte ihr die Geschichte vor drei Jahren erzählt, als ihr Pflegevater Louis einen Tag mal nicht da gewesen war.
Damals um 1900, als die Familie de Fresy noch mächtig war, gehörte ihr fast alles Land im Umkreis. Unliebsame und störrische Pächter verschwanden nur zu schnell, wenn sie dem Herrn auffällig wurden. Nicht das jemand umgebracht wurde, aber es war schon ein harter Schlag, wenn man von einen zum anderen Tag mit der gesamten Familie auf die Straße gesetzt wurde. Der letzte dem diese Macht inne war, auf diese Art seine Herrschaft zu führen, so erzählten die alten Frauen auf dem Marktplatz immer noch, war ihr Großvater Laurent de Fresy gewesen. Dieser war zu Anfang des Jahrhunderts sehr jung, einer schweren Krankheit zum Opfer gefallen, die ihn für den Rest seines Lebens an Haus und Rollstuhl zu fesseln drohte.
Doch der entmutigenden Diagnose aller hinzugezogenen Ärzte zum Trotz, nach denen ihr entsetzter Urgroßvater Edward schicken ließ, ließ sich Laurent nicht davon unterkriegen. Sei es weil ihr Urgroßvater in seiner tiefen Enttäuschung darüber, das dass Schicksal seinem einzigsten Sohn und Erben zu einen unnutzen Krüppel machen wollte tobte, oder aus anderen Gründen. Doch das er auf eben jene körperlichen Unzulänglichkeiten keinerlei Rücksicht und Schonung verwandte und Laurent dazu drängte trotz dessen das zu tun, was er ihm zugedacht hatte, war wohl der Hauptauslöser, für die folgenden Begebenheiten.
Die Leitung des Gutes und den Fortbestand der Familie zu sichern erschien ihm wohl dringlicher, als die Bedürfnisse seines Erbens zu berücksichtigen. Da seine Frau schon früh gestorben war und er keinerlei Neigung verspürte ein weiteres Frauenzimmer auszuhalten, war das sein einziges Streben. Oder war es auch weil dieser Teil in der Person Ihres Großvaters schon immer unter der Oberfläche gedümpelt hatte, entwickelte sich ihr Großvater wohl unter vielen Schmerzen und Strapazen zu einen kaltherzigen, selber rücksichtslosen Despoten, der für seine Umwelt nur eines übrig hatte, nämlich Hass. Er hasste alles und jeden dafür ihn im Stich gelassen zu haben und am allermeisten das Schicksal und seinen Vater. Sobald er herangewachsen war und sich zu einen bei seinen Umständen doch recht vitalen Mann entwickelt hatte, brach er mit Edward. Er nahm von einen Tag zum anderen die Macht selbst in die Hand und verbannte seinen Vater in einen Winkel des Küchenherdes. Drohte ihn sogar an, ihn herauszuwerfen, wenn er sich weiter einmischen würde in die Wirtschaft des Gutes.
Und er gewann, sah doch Edward seine Wünsche erfüllt, das der Sohn der Verantwortung gewachsen sein mochte. Das war wohl auch ihren Großvater Laurent klargeworden und er strebte nach weiterer Rache. Den Töchtern anderer Gutsbesitzer, die man ihm geben wollte warf er keinen Blick hinterher, stattdessen nahm er sich eine aus dem Dorf zur Frau, ohne sie oder andere groß zu fragen. Seinen Vater gab das den Rest. Er war damals schon alt und so kam der Tag an dem es mit ihm bergab ging schon bald nach den Einzug des Mädchens Claire. Laurent, sobald er sie geschwängert hatte, vergaß sie auch bald und verlor das Interesse, schließlich diente sie nur dem Trotzen gegenüber dem Urgroßvater. Dieser saß Tag für Tag still in der Küche und verwahrloste immer mehr im Alter.
Laurent verbrachte seine Tage im speziell für ihn angefertigten Sattel seines Pferdes und herrschte mit Stock und Zorn über seine säumigen Pächter. Ihre Großmutter, das Mädchen aus dem Dorf, war zwar von einfachster Herkunft, eine Waise die auf den Feldern half und kaum jemals eine Schulbank sah, doch musste sie ein wahrer Engel gewesen sein. Sie war ein sehr frommer Mensch und nahm es sich trotz ihres persönlichen Leides zur Pflicht, sich für ihre Familie um das Haus und den alten Mann zu kümmern. Sie hätte sich auch um den jähzornigen Herrn gekümmert und ihm trotz allem Liebe geben wollen, doch dieser ließ das nicht zu. Nach Monaten intensivster Pflege des alten Edwards, war sie ihm sehr ans Herz gewachsen und immer mehr sah er seinen Sohn mit Argwohn walten.
Er hatte seine eigenen Fehler erkannt und fürchtete nun um seinen ungeborenen Enkel. Doch er hatte keinen Einfluss, vielmehr siechte er dahin. Als nun die Wehen frühzeitig kamen, gerade als Claire ihn badete, war der zukünftige Vater Laurent in den Gütern unterwegs ums die Pacht einzutreiben und so erblickte Feelicitas Pflegevater Louis das Licht der Welt neben einer Wanne kalten Wassers.
Bei der Entbindung hatte Edward sein letztes gegeben zu helfen und erlag bald dem Spätfolgen, die er sich zuzog, als er aus der Wanne fiel. Zuvor aber verriet er Claire ein großes Geheimnis, das angeblich im Garten verborgen lag und eine Zuflucht bei Gefahr bieten konnte.
Adelaide de Fresy konnte Feelicitas keine weitere Auskunft dazu geben. Das einzigste was sie von ihrer Schwiegermutter Claire erfahren hatte, war das Edward de Fresy ihr eine sehr komische Geschichte aus seiner Jugend erzählt hatte, die sie selber nicht so ganz glaubte. Wahrscheinlich lag im Garten nur ein Haufen verrottetes Geld, den niemand je gebraucht hatte.
Edward war diese Sache aber sehr wichtig gewesen und so hatte Claire ihm teilnahmsvoll gelauscht. Sie verstand es so, das er sie gemahnte, im Hinblick auf die Mentalität der grausamen Männer in der Familie de Fresy, dieses Wissen nur an ihre Töchter und Schwiegertöchter weiterzugeben, damit diese in der Not versorgt sein konnten.
Dann starb er.
Und wahrscheinlich tat er recht daran. Claire war der Ansicht, das ein kleines Vermögen im Garten verbuddelt war, obwohl er von Geld nichts gesagt hatte. Die komische Geschichte entsetzte das gläubige Mädchen sehr und insgeheim hatte sie Zweifel ob Edward in den Himmel gekommen war. Doch sie akzeptierte das kein männliches Wesen etwas davon wissen sollte. Keine fünf Jahre nach der Geburt von Louis und dem Tod des alten Herrn verlor die Familie durch Krieg und Misswirtschaft ihren Reichtum und Einfluss. Claire war kurz davor das Geheimnis im Garten preis zu geben, doch wie weit sie damit ging, wusste keiner mehr. Sie hatte ihrer Schwiegertochter gegenüber einmal Andeutungen gemacht, das sie versucht hatte es auszugraben, doch auf halben Wege war etwas geschehen, das sie zur Umkehr brachte. Feelicitas hatte von Adelaide schließlich auch erfahren das etwas ihm Garten verborgen war. Adelaide war zwar auch recht fromm, doch eindeutig weltoffener und gab ihre eigene Version hinzu und mahnte Feelicitas, das es kein Geld sein konnte, denn das hätte im Krieg sehr gut helfen können. Warum sie nicht hinging und selber mal schaute, verstand Feelicitas nicht. Aber so sehr sie selber das tun wollte. Adelaide verbot es.
Doch es gab noch andere Geschehnisse in der Familie. Claire führte noch lange Jahre das Haus. Ohne Ansprüche zu stellen oder Rechte einzufordern.
Laurent der heimliche Herrscher des Dorfes, hatte einen schweren Sturz von seinen Pferd nicht unwunden, da war Louis 14 Jahre alt. Claire bedauerte seinen Tod nicht sehr und doch mehr als er die Erlösung seines Vaters. Schließlich kannte sie keine Freiheit. Das gemeinsame Kind entkam so den ehrgeizigen Träumen des alten Invaliden, das Gut wiederzubeleben und wurde einfach ein sehr angesehener und gefürchteter Dorflehrer. Ganz wie seine Ahnen war er geboren um zu herrschen. Er entschied über die Zukunft der Jugend im Dorf. Seine Beurteilungen bedeuteten die Zulassung an höheren Schulen, oder die Verdammung zum Hilfslanger und den Weg in eine ungewisse Zukunft. Und weiß Gott er hatte diesen Einfluss oft genug geltend gemacht.
Selbst vor seiner eigenen Pflegetochter zeigte er keine Gnade. Feelicitas hatte mehr unter ihm zu leiden als andere jemals zuvor. Er mochte sie nicht, sie mochte ihn nicht, aber keiner konnte dem anderen aus dem Wege gehen.
Vielleicht war es die Furcht, die alle Leute davon abhielt viel zu reden über die Dinge die waren. Und so stieß Feelicitas immer wieder auf eine Mauer des Schweigens, oder wurde grob zurückgewiesen wenn sie gewisse Dinge ansprechen wollte, die ihre Herkunft betrafen. Ihre Mutter hatte einmal verlauten lassen, das ihre Großmutter Claire stolz auf eine Enkelin gewesen wäre, doch sie sei ja so früh gestorben. Feelicitas rechnete nach und erkannte das sie schon 2 Jahre alt war, als die alte Grainné starb. Da musste sie doch schon längst im Haus gewesen sein, wenn man sie doch als Säugling, aus diesen miesen englischen Waisenhaus holte. Ihre Mutter sagte nichts, als sie damit konfrontiert wurde. Sie sagte eigentlich nie viel. Im nachhinein verstand Feelicitas besser. Irgendwas stimmte da nicht. Ihren Vater Louis war sie egal gewesen, als sie ins Haus kam, es sollte nur kein Gerede geben und Adelaide war glücklich. Ihre Mutter konnte sich aber noch so viel Mühe geben, Feelicitas unheimliches Erbe konnte sie aber weder enthüllen noch unterdrücken. Komische Dinge umgaben Feelicitas seit ihrer frühen Kindheit und so war sie schon vor dem schlimmen Vorfall in ihren Leben, die meiste Zeit zuhause von ihren Pflegevater unterrichtet worden, kannte kaum andere Kinder und lernte so den Garten lieben.
Sie spürte als sie an diesen Morgen im erwachenden Schein der Sonne mit nackten Füssen stand, das sie trotz allem Grauen doch irgend wie zuhause war. Immer waren verfallene und düstere Gemäuer um sie herum gewesen. Aber das hier war ihre Welt und niemand konnte das ändern, denn sie war magisch. Feelicitas musste es akzeptieren. Langsam strich sie durch die Wildnis und kam bald an das alte Haus des Gärtners. Dort an der Tür war noch ein altes verwittertes Schild. Frank Bryce. Ob er denn Garten freiwillig den Verfall überlassen hatte? Sie glaubte es nicht.
Weiter als bis hierhin, konnte sie nicht gehen, denn ein Bannzauber lag um das Grundstück, das niemanden direkten Zugang erlaubte und auch nicht möglich machte noch einmal zu entkommen. Voldemort hatte nach ihren ewigen Versuchen zu türmen, schließlich selbst eingegriffen.
Es war sowieso alles anders geworden, seitdem er seinen Körper hatte war so viel geschehen. Das zeitweilige Exil im Moor und dann die vermeintliche Flucht mit Wurmschwanz und noch so vieles mehr. Die Sonne war mittlerweile aufgegangen und Feelicitas drängte es. Sie ließ sich immer noch nur mit ihren Hemd bekleidet im Knie hohen Gras neben der Hütte nieder und erleichterte sich. Danach schlich sie wieder herein, schließlich war es kalt und sie begegnete Nagini auf dem Treppenaufsatz. Feelicitas wich ihr aus und verzog sich in ihre Kammer. Wenig später kam sie angezogen herunter und stellte sich dem was im Kaminzimmer ihrer harrte... Es wurde ein Tag voller Aufträge und er brachte auch Neuerungen.
Wie oft in den letzten Tagen war Voldemort wieder in dieses Dokument aus der Höhle vertieft und merkte erst nicht das sie hereinkam. Das hatten sie nun schon seit einigen Tagen so gemacht. Sie meldete sich morgens und er sagte ihr, wie sie den Tag verbringen musste. Putzen oder kochen (Was selten vorkam, er aß so gut wie nie) oder sonstiges. Manchmal auch ein einfacher Spruch, denn sie üben sollte. Doch das kam selten vor, denn seinen Zauberstab gab er nun wirklich nicht gerne von sich. Was heute dran war, konnte sie nicht erahnen. Aber so ganz frei würde sie an diesen Tag nicht bekommen. Voldemort legte das Dokument zur Seite und blitzte sie aus seinen schmalen Augen an.
„Wo warst du? Du kommst heute spät."
„Verzeiht, ich habe mich im Garten aufgehalten."
„Nun gut, ich erwarte heute Besuch, also du weißt, das dein Platz in deiner Kammer ist. Wenn du meinst das du irgendetwas anstellen musst, dann sei gewarnt Nagini wird in der Nähe sein."
„Ja, Herr."
Dann klingelte es plötzlich und Feelicitas zuckte zusammen. Die Haustürklingel war das nicht. Aber auch wenn ihr dieser Laut neu war, so erahnte sie doch den wahren Sinn.
„Das ist das Warnsystem, das jemand das Grundstück betritt. Geh nach oben!" Voldemort erhob sich und sie folgte ihm aus dem Zimmer heraus und wunderte sich insgeheim, das ein so böser Zauberer einen so einladenden Klingelton benutzte.
Gegen Nachmittag hörte sie, wie seine Gäste verschwanden und sie wagte einen Blick in das Kaminzimmer. Es stand leer, aber ihr fiel das Pergament ins Auge. Neugier dein Name sei Weib! ging ihr durch den Kopf und so schaute sie sich noch einmal kurz um, Voldemort war nicht zu sehen. Und ging dann zum Tisch und kramte das Dokument heraus.
Dort stand geschrieben in einer fremden verschnörkelten Schrift
18. Juni. 1980
Mylord, wie mir heute aus einer höchst zuverlässigen Quelle zuteil getragen wurde, hat der Schulleiter von Hogwarts, Dumbledore eine Prophezeiung erhalten, mit für unsere Interessen höchst brisanten Inhalten. Mein Informant, der Zeuge dieses Gespräches war, gab mir gegenüber folgenden Wortlaut wieder:
„Der Eine mit der Macht, den dunkeln Lord zu besiegen naht heran. . jenen geboren, die ihm dreimal die Stirn geboten haben, geboren, wenn der siebte Monat stirbt... und der dunkel Lord wird ihn sich... Er wird ebenbürtig sein. .!"
Seinen Angaben nach konnte er den Rest der Worte nicht verstehen, da er entdeckt wurde und sich in Gefahr befand. Er beteuert aber, trotz gewisser Maßnahmen, das nur noch wenige Worte fehlen, die nichts am Sinn des ganzen verändern würden.
Hochachtungsvoll euer ergebender Diener
L. M.
Lucius Malfoy? Wenn sie das Pergament betrachtete schien es schon gut ein Jahrzehnt alt zu sein, weshalb war diese Nachricht so wichtig? Und plötzlich fiel ihr Harry Potter ein, der Erzfeind des Lordes. Wenn nun das Kind dort, dieser Potter wäre, dann würde es natürlich schon älter sein. Schrecklich wenn man aufgrund der Worte einer dusseligen Hellseher/in sein ganzes Leben über auf der Flucht ist. Doch als sie näher das heutige Alter bedachte, wurde ihr schlecht, er war gerade mal 15 Jahre alt. Zugleich entwickelte sie aber ein eigenwilliges Verständnis der Umstände. Was Voldemort ihr jemals gesagt hatte, erschien ihr nun ihm klareren Licht.
Sie wurde jäh aus ihren Gedanken gerissen, denn sie hörte Schritte auf dem Flur und so legte sie das Buch wieder über das Pergament und ging ein paar Schritte weg zum Fenster. Voldemort bemerkte offenbar nicht, das sie in seinen Sachen gestöbert hatte, er blickte sie nur kurz an und setzte sich dann hin.
Am Abend wagte er es ein weiteres Mal sie fortzuschicken, nachdem sie bisher immer verlässlich gewesen war. Er verzauberte ihren Anhänger wieder und schickte sie fort ohne ihr zu erläutern, wen sie besuchen musste. Mit zitternden Schritten verließ sie das Zimmer und machte sich so ihre Gedanken, mit so jemanden wie Avery wollte sie nicht noch einmal zusammentreffen. Sie schaute auf den Brief und sah das Severus Snape der Empfänger war, alle Aufregung war also umsonst. Der verbittert aussehende Todesser war ihr zwar ungeheuer, doch immerhin kannte sie ihn ein wenig mehr und hatte nichts weiter auszusetzen. Jedenfalls musste man von ihm keine sexuellen Übergriffe erwarten.
Als sie dort ankam stellte sie fest, das sie in einen Wald stand. Mutterseelen alleine und in der ferne lag ein altes Schloss. Das waren einige Probleme, denn so konnte sie ja, wer weiß wem über den Weg laufen. Deshalb meinte der dunkle Lord also, das sie wohl Talent mitnehmen sollte, sich in Luft aufzulösen. Die Nacht war vollends hereingebrochen, als sie endlich das Schlossgelände erreichte. Sie hatte sich mehrmals im Wald verlaufen und heftige Ängste ausgestanden weil viele Tiere hier nachtaktiv zu sein schienen. Unheimlich drohend stand das Tor vor ihr und Wildschweine schauten auf sie herab, doch es war offen. Das Schloss näherte sich ihr immer mehr und vereinzelte Lichter blickten trotzend in die Nacht, doch diese lagen hoch in den Türmen. Dieser Snape sah nicht so aus als ob er viel Höhenluft abbekäme. Es dauerte nicht lange, bis sie den Eingang fand, den Voldemort ihr beschrieben hatte und auch hier war wiederum nichts verschlossen. Sie fand sich in einen Kerkergang wieder und zögerte, nun wusste sie nicht mehr weiter. Aber eigentlich wollte sie auch nicht mehr weiter. Wenn sie nun von jemanden erwischt würde, der nicht Voldemort nachhängte, dann war sie doch gerettet? Oder?
Sie irrte durch die Gänge und hörte in der Ferne ein Geräusch, sollte sie ihm folgen ? Doch bevor sie einen Schritt getan, hörte sie hinter sich eine klare Stimme drohend und scharf ertönen: „Wer ist da?". Eine große und dunkle Gestalt näherte sich im dunklen Gang. Feelicitas trat etwas näher an den Schein seiner Lampe am Stab und sah gerade wie Severus Snape mit plötzlicher Erkenntnis der Situation den Zauberstab auf sie richtete und sprach: „Halt keine Bewegung, sonst tu ich dir ein Leid an!" Dann näherte er sich ihr lauernd und stand vor ihr und fragte sich wohl, ob er noch richtig sähe. Vielleicht erkennt er meinen Umhang? Dann zog er fast ruckartig ihre Kapuze in den Nacken, wirkte plötzlich noch bleicher und in seinen Augen stand dieses eigentümliche Flackern. Er schien seine Stimme wiederzufinden, doch Schritte ertönten auf einer Treppe in nächster Nähe. Er packte sie hart am Arm und drängte sie in einen Raum der an der Seite lag und stieß sie hinein. Dann während seine dürren Hände wie ein Schraubstock sie schmerzten zischte er leise: „Halt den Mund, sonst war es das letzte Mal, das du einen Ton von dir gegeben hast!" Er schloss die Türe und sogleich hörte man eine Stimme rufen: „Professor Snape, waren sie das? Ich habe Stimmen gehört und...". Er wird ihn wohl vertrösten, dachte sie und wandte ihren Blick von der Türe ab und sah sofort die Regale mit den Einmachgläsern, den Schreibtisch und die Stühle um den Kamin. „Professor Snape?" dachte sie erinnernd bei sich, Aber bin ich denn in einer Schule?
Kurze Zeit später trat Snape hinter ihr ins Zimmer und fand sie vor dem Kamin stehend vor. Als sie die Türe ins Schloss fallen hörte, drehte sie sich um und sah in sein wütendes Gesicht. Er war nun keinesfalls mehr überrascht davon, das sie noch unter den Lebenden weilte, hatte der Dementor sie doch so offensichtlich umgebracht, wie alle erzählten. Feelicitas beeilte sich einen Umschlag aus ihren Umhang zu ziehen und ihn artig mit einen Knicks und den Worten zu überreichen.
„Ich sollte herkommen um eine Nachricht zu übermitteln." Er nahm ihn beinahe zögernd an. Ganz im Gegensatz zu Mr. Malfoy, dachte sie unwillkürlich, der diese Art von grünversiegelten Pergament nahezu ersehnte, genauso wie ihre Anwesendheit. Während er las und sie mit nichts weiter als einen kurzen Seitenblick beachtete, konnte sie in seinen Zügen forschen. Er verzog mehrmals die Mundwinkel und seine Augen wechselten den Ausdruck in tiefstes Nachdenken. Feelicitas setzte sich hin und wartete bis er wieder aufsah und das einzige Blatt des Umschlags neben sich auf den Schreibtisch legte.
Er schaute sie an. „Soll ich irgendwas ausrichten?" fragte sie schüchtern. „Ich kann auch warten, wenn sie noch etwas zum aufschreiben haben..." Doch scheinbar wollte er beides nicht und funkelte sie an, als hätte in diesen Brief irgendwas gestanden, das mit ihr zu tun habe.
„Sie werden vorerst nirgendwo hingehen." Sagte er hart und Feelicitas Eindruck verstärkte sich. Was stand bloß immer in diesen Briefen, das zuerst Mr. Malfoy sie so komisch betrachtete und sich jetzt Severus Snape genauso verhielt?
Er setzte sich an seinen Schreibtisch, den Stuhl aber in ihre Richtung gerückt. Jetzt wirkte er leicht gierig, als ob er einen Schatz vor sich hätte. Sie sollte also wirklich bleiben, fragte sich nur warum? Schweigen herrschte zwischen ihnen und Feelicitas wurde immer unsicher. „Sind sie hier Lehrer?" Er wirkte erstaunt und antwortete leicht zynisch: „Ja ich unterrichte hier." Der Tonfall ließ sie nicht weiter bohren.
„Und das ist wirklich eine Schule für Zauberer?" Er antwortete ihr nicht und hastig fügte sie hinzu. „Ich. finde das erstaunlich, keiner hat mir etwas gesagt."
Etwas strahlte in ihm auf, fast als ob sie etwas grundlegendes verraten habe: „Warum starren sie mich so an, ich meine sie sind zwar nicht der einzige dem ich merkwürdig erschiene, aber es ist doch etwas übertrieben, zumal sie mir auch nicht gerade als normal durchgehen." empörte sie sich und hätte am liebsten dafür die Zunge abgebissen. Doch er blieb ruhig, sein Triumph hatte ihn für alles entschädigt, was sie noch sagen könnte: „Nun, Ms. Lefay, das ist doch so richtig , oder?" Sie nickte.
„Vermeintliche Muggel, wie sie einer sind, können keine Dementoren sehen geschweige denn etwas anderes als eine Ruine in diesen Mauern erblicken. Sie sehen also das meine Interesse diesen Differenzen gilt und keineswegs ihnen persönlich."
Sie atmete erleichtert auf: „Das mag vielleicht daran liegen, das ich durch ein schicksalhaftes Erlebnis ins Bezüglich ihres Herrn hatte und wahrscheinlich davon Zauberkräfte erlangt habe, oder da sind sie erstmals ausgebrochen oder vielleicht war ich auch schon immer so, wer weiß. Aber ich kann sagen, das ich trotz mangelnder Kenntnisse nur wenig Muggelhaft bin."
Er schien interessiert „Was ist wirklich geschehen, nachdem sie Askaban den Rücken gekehrt haben?"
„Sie werden doch nicht etwa den Erklärungen ihres Herrn misstrauen wollen?" sagte sie spöttisch, doch dann, wer weiß warum, erzählte sie ihm einfach alles. Sollte er ihr nicht glauben, so hatte sie wenigstens die Bestätigung, das alles vollkommen verrückt gelaufen war. Aber zuhören konnte er wirklich gut.
Feelicitas blickte nach einer kurzen Schilderung der Ereignisse in seinen Augen, er schien wieder irgendwas zu überlegen und sie verstand plötzlich etwas, worauf sie noch vor einer Stunde nicht gekommen wäre, das sie jetzt aber noch einmal aufnahm. „Es sind nicht alle so, oder?"
Er blickte sie verdutzt an: „Wer ist nicht wie? Äußern sie sich klar, Ms. Lefay sonst werden sie schnell missverstanden."
„Ich meine diese Schule hier, oder einfach alle anderen. Gibt es noch welche die Anders sind? Ich bin bis jetzt nur ziemlich ... bösen Zauberern begegnet. Aber sie sind da anders, habe ich Recht?"
Sie stockte, da sein Gesichtsausdruck so hart blieb wie je zuvor, doch vielleicht noch etwas härter wurde und erstarrte.
„Vielleicht ist es ihnen nicht ganz entgangen, das ich nicht freiwillig hier bin, also ich habe doch Recht, oder?" versuchte sie es noch mal. Sein Blick sprach Bände, aber er überging ihre Frage: „Hier werden keine dunklen Künste unterrichtet, man mag es bedauerlich nennen. Und es gibt viele, sehr viele, die gegen den dunklen Lord und seine Ansichten sind und seine Herrschaft verhindern wollen. Ich unterrichte Zaubertränkeunterricht, falls es sie interessiert. Nicht gerade die geeignete Stelle um hier meinen Herrn von weiteren Nutzen sein zu können, mehr als ein paar Tränke kann ich nicht geben."
Es war als ob Glocken bimmeln würden und sofort vergaß sie ihre eigentlich bissige Erwiderung, die ihren Unglauben zum Ausdruck bringen sollte. Nur ein paar Tränke? So wie sein Herr von ihm sprach stand er in der Anhängerfolge kaum hinter Mr. Malfoy. Doch sie fragte nur: „Sie kennen sich mit Zaubertränken aus?"
„Ich würde es nicht unterrichten, wenn das nicht einer meiner Vorzüge wäre."
Feelicitas stutzte, sie wollte ihm von den Kästchen erzählen, aber unterließ es doch, weil sie sich nicht sicher genug sein konnte. Stattdessen versuchte sie mehr zu erfahren. „Ich...ich finde es sehr interessant, wie man so etwas herstellt., doch leider ist es mir ein Geheimnis welche Bewandtnis diese bunten Mixturen haben. Aber der Anblick alleine ist schon faszinierend genug um zu Bedauern nie in diese Schule aufgenommen worden zu sein, um mehr darüber zu erfahren. Na ja, hat nicht sollen sein. Ich... ich muss jetzt langsam gehen, wenn es ihnen recht ist. Vielleicht sehen wir uns bald mal wieder." Snape stand auf und öffnete die Türe; im Vorbeigehen sprach er sie noch einmal an.
„Ja, ich glaube auch, das wir uns öfters sehen werden." sprach er im Gedanken auf die Vorhaben des morgigen Tages an, doch sie reagierte nicht weiter.
„Beeilen sie sich, ich habe nicht viel Zeit und bringe sie noch zum Wald, nicht auszudenken, was ihnen geschehen mag, wenn sie Mr. Filch oder Mrs. Norris über den Weg laufen." Sie reagierte nervös „Wer ist das?"
„Der Hausmeister, ein begnadeter Squib mit dem selbst sie es leicht aufnehmen sollten und seine Katze, welche mehr Probleme machen dürfte. Ich kann es mir nicht leisten, das über sie ein Aufsehen gemacht wird. Wenn sie wieder etwas von mir wollen, wissen sie ja nun wo ich zu finden bin."
Sie nickte und ließ sich rausschmeißen.
Severus Snape blieb zurück und wandte sich erst nach einer Weile wieder ab. Das Mädchen war ihm zuerst, wie von den Toten auferstanden vorgekommen. Ihr zerlumpter Umhang, das blasse Gesicht, die blaugefrorenen Lippen und die Gänsehaut an ihren Armen. Ein bemitleidenswerter Anblick. Er konnte kaum seine Gedanken von dem Brief lösen und es erfüllte ihn mit Abscheu, wenn er daran dachte, was in nächster Zeit alles von ihm verlangt wurde. Er konnte es nicht einmal Albus Dumbledore im vollen Ausmaß schildern. Doch dieser Auftrag des dunklen Lordes musste nicht von heute auf morgen erledigt werden und dafür war er dankbar. Das gab ihm Zeit zum planen. Zeit um Dumbledore aufzusuchen und ihm von den Plänen des morgigen Tages zu erzählen. Während er sich zum Wasserspeier aufmachte, überlegte er woher dieses Mädchen kommen könnte. Ihr leichter Dialekt verriet eine französische Ader, doch da konnte man sich auch irren. Richtige Französinnen waren anders. Immerhin Feelicitas Lefay war nie in Hogwarts und Beaubatonx konnte man auch ausschließen. Doch selbst er spürte, das wilde Flackern von magischer Energie, wenn er sie anfasste. Sie sollte mal diesen Überschuss abzaubern, es war nicht gut, wenn man seine magischen Kräfte staute. Besonders nicht, wenn sie siebzehn Jahre nicht benutzt wurden. Hatte man einmal den Wasserhahn aufgedreht so konnte man nicht mehr verhindern das es immer weiter tropfte. Er vergrub diese sinnlosen Gedanken tief in seinen inneren, denn wenn Albus Dumbledore davon erfahren würde, dann hätte er keine Ruhe mehr vor ihm.
Kurze Zeit später trat Feelicitas wieder in die Flure des Riddlehauses und versuchte Voldemort davon zu überzeugen, das sie nichts zu erzählen hatte, weil Snape überhaupt nichts gesagt hatte. Ihm schien das nicht gerade zufrieden zu stellen und das sie so früh wieder zurück war, machte ihn misstrauisch. Zum Schluss forderte sie ihr Glück heraus und fragte noch: „Ich wusste gar nicht, das es sogar eine Schule für Magie gibt, warum wohl bin ich nie in diese Aufgenommen wurden?"
Er schaute sie höhnisch belächelnd an: „Das stand zu erwarten, du weißt so vieles nicht. Das hat auch Vorteile. Aber sogar Hogwarts nicht zu kennen ist ein großer Fehler. Ich war meinerzeit der beste Schüler dort. Alle Kinder aus Zaubererfamilien gehen dorthin und werden Ausgebildet. Nur du nicht, wie mir scheint, weil du dich in Frankreich anmelden hättest müssen, nicht wahr?"
„Aber die Kinder, deren Eltern keine Magie haben?" Seine Augen glommen voll Verachten. „Die werden dort auch aufgenommen. Dieser Närrische Muggelfreund Dumbledore kann nicht eines nach Hause schicken." Dann wandte er sich ab und ging zum Fenster und ließ sie alleine knien. Kurz darauf erhob sie sich und zog sich auch in ihre Kammer zurück. Sie schlief erst spät ein, zu sehr war sie mit Plänen beschäftigt, wie sie Voldemort das Kästchen klauen könnte. Vielleicht musste sie sich nur an Severus Snape halten. Ob er etwas von Dankbarkeit kannte, würde sie noch früh genug erfahren. Aber noch ein anderer Gedanken beschäftigte sie. Warum ging Voldemort davon aus, das ihre wahren Eltern Magie besessen hatten?
Der nächste Tag verging schnell. Feelicitas wurde immer unruhiger, da sie nicht wusste, ob Snape etwas unternommen hatte. Er war sehr interessiert gewesen, als sie ihm auch das letzte, was sie an Plänen des Lordes wusste mitteilte, sogar von dem Treffen bei den Johnsons erzählte sie.
Es wurde dunkel und als sie gerade ihre Decken ordnete trat Voldemort von hinten an sie heran. Sie erschrak heftig, weil sie ihm nicht beim eintreten vernommen hatte.
„Du kommst heute mit!" Das hatte sie schon geahnt: „Warum wollt ihr diese Menschen umbringen, haben sie irgendetwas getan, was euch stört? Oder ist es nur, weil sie halt gerade in der Nähe wohnen?"
„Ahh, schön das du dir im Klaren bist, wie wichtig der heutige Tag ist. Vielleicht gibt es heute keinen einzigen Mord, wer weiß. Also beeil dich ein wenig, wir müssen los!" Er drehte sich herum und sie zischte ihm verhalten hinterher „Wenn du von mir verlangen würdest mich dir und deinen Zielen anzuschließen, würde ich den Tod wählen." Sie bekam einen halben Herzinfarkt, als er sich noch mal umwandte. Sie hatte zuviel gewagt, doch hörte sie ihn ganz unbeteiligt sagen: „Dann bist du ein sehr törichtes Mädchen, aber warum sollte ich dich fragen, wenn du mir schon längst gehörst?" Dann warf er ihr noch einen vernichtenden Blick zu und war weg.
Seine Worte und sein Verhalten trafen sie tief. Sie konnte es nicht abstreiten. Dafür das sie keine wirkliche Anhängerin war und eigentlich nur eine Gefangene, verhielt sie sich eindeutig zu duldend. Was sie dachte, schien ihn nicht zu interessieren, was sie machte aber schon. Nur, das sie ihm da keinen Kritikpunkt bot. Sie war brav und tat was er wollte, mehr verlangte er nicht.
Nach einer Weile in der sie sich etwas mehr Zeit als nötig gelassen hatte, stand sie neben ihm auf der Lichtung und hoffte, das alles nicht so schlimm werden würde. Das Anwesen der Johnsons war ein einsam gelegenes, nicht allzu großes Grundstück auf dem Lande. Diese Familie schien sich wohl irgendwas zu schulden kommen lassen. Obwohl sie laut des dunklen Lordes Aussage seine Getreuen waren, irgendwas hatten sie falsch gemacht und nun sollten sie sterben. Noch lag alles still im nächtlichen Dunkel, doch das würde sich bald ändern. Als sie dort ankamen, dauerte es nicht lange, bis sich eine Gestalt durch das Dunkel auf sie zu bewegte und Feelicitas erkannte Lucius Malfoy mittlerweile noch bevor, er seinen Herrn zu Füßen fiel und begrüßte.
Lord Voldemort bemerkte ihm in selben Moment und deutete ihm näher zukommen Er trug ein dunkles Bündel in den Armen und reichte es nun seinen Herrn um danach direkt sich ihm zu Füßen zu schmeißen und seinen Umhang einzusabbern. Feelicitas Aufmerksamkeit wurde von dem Bündel abgelenkt. Es rührte sich nichts darin, aber sie hätte das Opfern von Babys als Möglich eingestuft und war wachsam. Das konnte sie nicht tolerieren und sie war sich sicher, das dass kaum jemand einfach so geschehen ließ. Voldemort schaute kurz auf das Bündel und legte es dann auf eine Baumwurzel. Er wendete sich Malfoy zu und fauchte ziemlich ungehalten: „Wir haben nicht viel Zeit, gib mir deinen Arm." Mr. Malfoy zögerte keinen Augenblick, aber als der bleiche Finger seinen Unterarm berührte, schaute er etwas gequält herein, kein Laut entrann seinen Körper.
Bald war die Luft erfüllt von apparierenden Todessern. Feelicitas hielt sich im Schatten, während sie einen Kreis bildeten und ihr Herr ihnen kurz erläuterte wie vorzugehen sei. Unter den Anwesenden sah sie die Gestalt von Severus Snape und musterte ihn ungehalten. Sie fragte sich erneut, ob sie ihn richtig eingeschätzt hatte. Wenigstens hatte er ihr nicht widersprochen. Aber hatte dieser Kerl irgendetwas getan, oder hatte sie sich so in ihm geirrt?
Er schien ihren Blick zu spüren, wie so viele es Menschen zuvor schon fühlen mussten. Bald kam Bewegung in die durch Umhänge verhüllten Körper und sie bewegten sich leise auf das Haus zu, indem kein Licht mehr brannte. Feelicitas blieb zögernd am Gartenzaum stehen und bettelte still, das niemand von ihr verlangen würde dort reinzugehen. Doch keiner achtete auf sie und so setzte sie sich mit ihren schwachen Beinen auf einen Stein. Es wäre dumm von ihr gewesen einfach in die Nacht herauszulaufen und ihr war klar, das es einen besseren Weg geben musste. Sie schrak heftig auf, als ein lautes Krachen ertönte. Die Türe hing nur noch in zersplitterten Rahmen und im ersten Stock ging ein Licht an. Entsetzen packte Feelicitas und ihre letzte Hoffnung, gesetzt in Snape, schwand dahin im Rinnstein.
Sie erfüllte die Gewissheit, das in dieser Nacht alles was dort sein Leben lebte, dieses auch verlieren würde und sei es nur ein Kanarienvogel. Noch mehr Lichter gingen an und ein Schreien erfüllte die Luft. Eine Frau die den Schock ihres Lebens hatte. Es war so grausam und Feelicitas hatte schon lange ihre Augen geschlossen und wimmerte vor sich hin, doch das Geräusch, welches kein Ende nahm durchdrang sie und sie konnte nicht anders als zuhören zu müssen. Voller Entsetzen über sich selbst wünschte sie, das die Frau endlich still werden würde.
Von einem Moment zum anderen herrschte Stille. Das Schreien war erstorben. Es war geschehen. Sie öffnete langsam ihre Augen und sah wie ein paar Gestalten aus dem Haus traten. Plötzliches Licht blendete sie, grünliche Helligkeit strahlte zum Himmel und bildete dort ein ihr mittlerweile vertrautes Zeichen des Todes. So machten sie es wohl immer mit ihren Opfern dachte sie gerade, als eine plötzliche Unruhe in ihr ausbrach und sie von diesen Gedanken ablenkte. Irgendwas war geschehen und das sogar in der nächsten Nähe. Als nun sogar Todesser aus dem Haus brachen und etwas riefen das nach: „Auroren!" klang und daraufhin alle anfingen in entgegen gestreute Richtung zu flüchten und sie allein ließen war sie sehr alarmiert.
Panik herrschte überall rundum und Feelicitas deutete das als Hilfe, die sich nähern musste. nur würde es keinen mehr wirklich helfen. Selbst wenn sie ein paar Todesser fangen würden und einsperren oder sonstiges, die Leben der Familie Johnson waren für immer verloren und konnten nicht mehr lebendig gemacht werden, mit keiner Magie der Welt. Sie blickte ziellos umher. Sollte sie einfach zum Haus gehen und dort warten? Aber worauf sollte sie warten? Hatte sie denn Beweise, das sie hiermit nichts zu tun hatte, außer unbeteiligte Zuschauerin zu sein, und das auch noch gezwungenermaßen. Gerade als sie nach einen entnervten ratlosen Schulterzucken entschieden hatte, das es wohl egal war, wenn sie den Anderen nach links folgen würde, packte sie von hinten eine Hand am Arm und eine Stimme sprach.
„Komm mit, sonst wirst du noch getroffen." Es war Snape, wie sie nach einen Kopfdrehen erkannte und der sie nun nach rechts hin zu einer Anhöhe führte. Sie folgte ihm wie betäubt während er ihr nur noch einen kurzen Blick über die Schulter zuwandte. Sie stolperte hinterher, er war sehr schnell und das auch nicht umsonst, denn unten am Haus schienen wohl doch noch ein paar Todesser verblieben zu sein, die nun auf die andere Partei stießen und heftiges Zauberstrahlgetöse war das Ergebnis. Feelicitas konnte nicht bedauern, von ihrem Gedanken abgekommen zu sein, der sie in diese Richtung führen wollte. Natürlich mussten es Schockzauber sein, die da wild durch die Nacht zurrten, aber wahrscheinlich noch viel schlimmeres.
Als sie die Anhöhe erreicht hatten, drückte Snape sie hinter einen Baum auf den Boden und hockte sich dicht an sie. Sie ignorierte ihn und schaute auf das sich bietende Schauspiel. Von hier aus konnte man alles sehen, wurde selbst aber höchstwahrscheinlich nicht wahrgenommen stellte sie erstaunt und erleichtert zugleich fest.
Fast als ob Snape geahnt hätte das etwas schief geht und sich sogleich um einen Rückzug gekümmert hätte. Natürlich war er früher schon hier gewesen, sie hatte es ihm ja anvertraut. Er hielt sie immer noch am Arm und umkrampfte mit der anderen seinen Zauberstab. Sie spürte seinen heißen Atem wie er an ihrer Schulter über ihren Nacken vorbei konzentriert auf die Geschehnissen unten am Haus spähte. Sie merkte es umso stärker, da der nächtliche Wind sehr kalt war. Sie schienen Stundenlang so verhaart zu haben, von unten hörte man keinerlei Geräusche mehr. Sie drehte sich langsam zur Seite ihm zu, mittlerweile waren ihre Beine eingeschlafen: „Was haben die Johnsons gemacht?"
Er schaute sie einen Moment verwirrt an: „Valentina Johnson hat geschrieen, das reichte schon."
Wieder erinnerte sich Feelicitas daran, das Voldemort gesagt hatte, das er vielleicht von einem Mord absehen würde.
„Sollten wir nicht langsam zu den anderen stoßen. Ich glaube ich werde bald vermisst und das wäre für keinen von uns beiden sehr gut?" Er stimmte ihr wortlos bei und half ihr hoch. Scheinbar hatte er keine Probleme mit seiner Blutzirkulation und so machte er ein ziemlich ungehaltenes Gesicht, als sie sich verhalten die Beine rieb und nicht voranmachte. Sie wendeten sich nach links und sprachen kein Wort miteinander, sahen sich auch nicht einmal mehr an. und trotz dessen oder auch deswegen erkannte Feelicitas was sie schon länger ahnte. Hier hatte sie gefunden was sie suchte. Er würde ihr helfen müssen, ob er wollte oder nicht, entschied sie. Wenn er es tat, würde sie ihm das Kästchen mit den Zaubertränken geben wollen. Es schien wertvoll genug um einen Gefallen erwarten zu dürfen. Nach einer ¾ Stunde erreichten sie nach vielen Umwegen und suchen einen Großteil der anderen. Lord Voldemort war auch dabei.
Ihre Wege trennten sich automatisch, er machte, das er so weit wie möglich aus dem Kreis seines Herrn kam und sie suchte die Nähe aus puren Zwang. Dieser sah sie nur kurzweilig an und hieß sie von Malfoy das Bündel nehmen und mitzukommen. So als ob nichts gewesen wäre an diesen Tag, der ihn aus den Tausenden anderen der Zeit heraushob, kehrten sie zum Riddlehaus zurück. Sie hätte diesen Tag am liebsten aus ihren Gedächtnis gestreift, doch so gut konnte sie nicht verdrängen und so legte sie sich bald in ihr staubflockiges altes Bett und versuchte wenigstens zu flüchten und von Flucht zu träumen. Am nächsten Tag sollte sich der wahre Grund für die Demonstration vor ihren Augen zeigen.
Fortsetzung folgt...
Johnson ist ein gebräuchlicher Name, es waren nicht Angelinas Verwandte. Aber lest mal Hog62. Wir werden mehr erfahren als gut ist. Und was Snapes Auftrag angeht... Weiterlesen
Ähm, habe ich eigentlich schon gesagt, das ich ab sofort nur noch einen breiten Publikum veröffentliche, wenn dieses mir auch Reviews schreibt?
Ansonsten werden weitere Kapitel von mir an jeden treuen Reviewer geschickt und der Rest muss warten bis die Storie fertig ist.
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