|
Author of 12 Stories |
Als sie an diesen Morgen aus den Tiefen des bewusstlosen Schlafes erwachte, fühlte sie eine Gefahr in nächster Nähe, und sie täuschte sich nicht . Voldemort hockte auf ihren Bett und tastetet an ihren Arm herum. Sie lag still und regte sich nicht. Erst nach einer Weile registrierte er ihr Erwachen.
„Dein Schlaf ist unnatürlich, aber sehr praktisch. Ich dachte schon, das du was genommen hast."
Sie schüttelte den Kopf: „Wurmschwanz hat die Tabletten alle mitgenommen. Er war es, der sie benutzte, nicht ich." Aber trotzdem hätte sie alles für eine Schmerztablette gegeben. Ihr Kopf zerbarst fast. Feelicitas setzte sich auf und strich ihre langen Haare aus dem Gesicht und schaute kurz aus dem Fenster.
Es war beinahe Mittag, und niemand hatte sie behelligt? Sie blickte sorgenerfüllt in seine Richtung. War er verstimmt? Doch er schien nicht ungehaltener als sonst, sie konnte also nicht der Grund sein. Fast als ob er ihren Gedanken erfasst hatte, sagte er: „Gestern war eine lange Nacht. Aber das kann geschehen, wenn man sich mir nicht unterwirft." Und ging dann einfach.
Sie stand auf und bedauerte es sofort wieder. Es war eisig, es zog wieder durch die Ritze im Fenster. Schnell zog sie ihren Umhang drüber und machte sich auf in die Küche um den Wasser Eimer zu holen. Als sie von der Quelle wiederkam und sich selbst gerade waschen wollte, rief er nach ihr und sie machte sich auf Folge zu leisten. Als sie vor ihm stand reichte er ihr ein Bündel und sie erkannte es als dasjenige, welches Mr. Malfoy ihm gegeben hatte: „Ein Umhang für dich. Es wäre Verschwendung, wenn du bei deinen zukünftigen Botengängen erfrieren würdest. Zudem ist beige, keine passende Farbe und viel zu auffällig."
Sie nahm zögernd an und breitete ihn aus. Das war ein richtiger Zauberermantel. Schwarz mit Kapuze, doch eindeutig nicht derselbe Schnitt wie die Todesser hatten. Eher femininer. Mrs. Malfoy hatte wahrscheinlich auch so was ähnliches. Wahrscheinlich aus Paris.
„Zieh ihn an. Lucius sollte doch erfahren ob der Geschmack seiner Frau nicht versagt hat." Sie legte ihn über.
„Perfekt" murmelte er und zog dann noch etwas aus seinen Umhang. Ein Zauberstab, sie zuckte zusammen, doch es war nicht der seinige.
„Ich bin sicher der wird gut zu dir passen. Man konnte keinen besseren auftreiben, er ist nicht neu, aber ungewöhnlich. Nimm!" sagte er mit gespannter Stimme und das konnte sie nicht ablehnen.
Feelicitas nahm ihn und merkte, das sie etwas stören würde an dieser Waffe. Sie gehörte Mrs. Johnson und die war mit ihm in der Hand, auch dafür gestorben.
Scheinbar war das der ganze Sinn des Mordes. Was war in dem Ging wohl drin?
Sie spürte sofort, das er richtig war. Das heißt, das der Zauberstab gut zu ihr passte, doch die Herkunft ließ ihr keine Ruhe und stieß sie ab. Sie blickte auf und sah Zufriedenheit in seinen Zügen. Dieser Zauberstab war wohl das optimalste, was zu kriegen gewesen war. Leise und doch fest sagte sie.
„Ich kann das nicht annehmen." Und reichte ihn zurück und wartete auf den Sturm, der aber ausblieb.
„Das wirst du aber müssen" sagte er leise zischend, als sie die letzte Silbe kaum ausgesprochen hatte.
„Es soll ja keine Belohnung sein, denn du willst keine. Doch sehe es als Anerkennung für das was du verwirklichst hast."
„Wie meint ihr das?" fragte sie leicht neugierig.
„Weißt du das wirklich nicht, Feelicitas? Schließlich hat sich seit unseren ersten Zusammentreffen viel geändert. Aber wenn du es nicht selber zu erkennen vermagst, werde ich nicht die Güte besitzen es dir zu sagen. Du warst Wurmschwanzes Imperiusfluch kaum drei Tage unterworfen, als du ihn überwandest, eine Tat die viel erfahrenere Zauberer als du es bist, nie von selbst taten. Die wenigen, denen es gelungen ist, haben dafür lange Zeit gebraucht. Manche kämpfen immer noch damit. Du bist mir nicht nur einmal entflohen, sondern so oft, das es zusammengezählt bei weiten öfter gewesen ist, als alle meine Gefangenen zusammen. Dir ist es gelungen mich oft schwer zu beleidigen und noch zu Leben, und das nicht nur einmal. Aber ich habe dich immer Leben lassen. Du hast Wurmschwanz mir entfremdet und in die Flucht getrieben und Nagini halbtot geschlagen. Das an sich ist eigentlich unmöglich. Fast wäre dir entgültig die Flucht gelungen, wenn du nicht einen Fehler gemacht hättest, der alles zunichte machte. Und vor allen Dingen hast du dir Zauberkräfte zu eigen gemacht. Das hat alles geändert, oder nicht ? Ich weiß nicht ob sie schon immer tief in dir schlummerten oder nicht, aber das ist auch nicht von Belang." Während dieser Erklärung hatte sie stumm dagestanden, doch wusste nichts dagegen zu sagen. Es überraschte sie doch ein wenig, wie viel er gemerkt hatte, aber nichts unternahm. Wie, als ob er ihr die Gedanken aus dem Gesicht gelesen hatte, sagte er: „Ich habe oft genug nichts unternommen, und wusste selbst es mir nicht zu erklären, warum ich dich jämmerliche Kreatur nicht einfach umgebracht hatte."
Feelicitas hatte sich diese Frage schon seit langer Zeit gestellt und tief in ihr brannte ein heftiges Verlangen auf, ihn die Antwort mit allen Mitteln zu entreißen. Und doch war es nicht weise sich das anmerken zu lassen. Sie fragte dennoch gespielt desinteressiert und schaute ihn nicht an: „Warum habt ihr mich im Wald mitgenommen?"
Er schnaufte: „Diese Art Neugier steht dir nicht. Aber es ist eine berechtigte Frage. ich selber war mir lange über die Antwort nicht sicher." Feelicitas fiel auf, das er es selbst nicht wirklich wusste, bis heute. Egal was er behaupten würde, er wusste es nicht, und das war der einzigste Grund, das er es noch nicht gewagt hatte sie umzubringen, dennoch erstaunte sie seine Antwort die folgte.
„Ich weiß es nun. Ich hatte damals eine Vision von dir. Gewöhnlicherweise gebe ich mich damit nicht ab, doch es gab schon einmal eine Vorhersage die sich mir in den Weg stellte und großen Einfluss auf die Geschehnisse der letzten Jahre hatte und so schickte ich Wurmschwanz aus dich zu finden."
„Wie habt ihr den Traum gedeutet? Ich würde es gerne wissen, wenn es wirklich um mich gehen sollte." fragte sie leise. Er schaute sie strafend an. „Du wirst dich noch ein wenig gedulden müssen. Muggel sehen nie die Vielschichtigkeiten dieser Dinge. Sie erfordern Zeit. Doch du wirst es noch erfahren, daran besteht kein Zweifel. Dir fehlt noch sehr viel Wissen und Erfahrung mit unserer Welt. Denn sie ist jetzt auch die Deine." Feelicitas wollte unbedingt darauf etwas erwidern, doch ihr viel beim besten Willen nichts ein, das ihre Frage gerechtfertigt hätte. So schwieg sie still bis er sie entließ.
Die kurzen kühlen Tage des Herbstes zogen dahin und der Park des Riddelhauses sah schon seit langen von Blättern leergefegt aus. Die ganze Pracht war die Anhöhe hinuntergeweht worden und die kahlen Bäume und Pflanzen verbreiteten eine depressive Stimmung in ihr. Seit ihrer Unterhaltung machte sie sich Sorgen. Er nutze sie oft als Botin und sie gelangte an viele Ferne Orte, kehrte aber jedes Mal zügig zurück. Das Umfeld der Briefe Empfänger behagte ihr nicht sehr und sie war sich im klaren, das sie zwar in Besitz eines Zauberstabes war, aber noch längst nicht die Kenntnisse vom Gebrauch desjenigen hatten, zudem hatte sie kein Geld und keine Freunde wo sie sicher gewesen wäre. Severus Snape hatte sich merklich von ihr distanziert, und sie war nicht noch einmal nach Hogwarts geschickt worden, was sie bedauerte.. Und sie war ein zu einem Gewohnheitstier geworden. Ihr ganzes Leben lang eingesperrt und gewohnt Regeln zu wahren , Befehle zu achten, tat sie das was sie am besten hielt, abwarten und beobachten. Sie war sich im klaren, das Briefbote zu sein nicht die eigentliche Aufgabe war, die er ihr zu bestimmte und sah es mit Sorge, das er um sie herum scharwenzelte.
Die Tage vergingen schnelle und immer mehr wuchs Feelicitas in ihre neue Rolle hinein. Es hatte so viele Vorteile zaubern zu können, das sie die Nachteile leicht in Kauf nahm. Er hatte ihr ein paar praktische Tricks beigebracht, die weit über das hinaus gingen, was sie wissen wollte. Aber manchmal griff sie schon ganz automatisch zum Stab, wenn sie den Nachtopf säuberte und alles einfach verschwinden ließ. Das konnte sie gut.
Langsam zog der Dezember herauf und die Tage wurden so kurz, das ununterbrochen ein Feuer in seinem Kamin brannte und sie sich auf den Dachboden nach weiteren Decken umsah, doch sie fand keine mehr. Sie hatte nicht viel zu tun, und konnte sich am Küchenherd wärmen, doch kalt war ihr immer. Voldemort verließ sie eines Tages und sagte nicht, wann er wieder käme. Sie strich durchs Haus und schließlich machte sie auch nicht vor dem Kaminzimmer halt. Sie zog ein Buch unter einem Packen an Pergamenten heraus und blätterte interessiert darin. Sie war entsetzt. Die Dinge die dort standen, waren nicht gut. Und würden sie noch lange verfolgen, doch sie las dennoch. Erst später war ihr aufgefallen, das die Bilder sich ja bewegt hatten. Sie hatte es als Selbstverständlich hingenommen.
Er erwischte sie nicht beim ersten Mal, doch als sie zum dritten Mal ihr Glück herausforderte fand er sie mit dem Buch in der Hand sitzend auf dem Kaminvorleger. Er strich langsam auf sie zu nahm ihr das Buch aus der Hand und legte es ohne den Titel zu beachten auf das Tischchen. Sie schaute zu ihm auf.
„Liest du gerne?"
„Eigentlich schon" sagte sie matt.
„Dann wirst du in nächster Zeit wohl Gelegenheit haben. Du wirst auf ein paar Tage zu den Malfoys gehen. Lucius Malfoys, Frau Narzissa hat zugesagt auf dich zu achten, während wir zu tun haben. Du wirst dich benehmen, oder nicht?" Sie nickte stumm, nicht das er sie doch noch strafen wollte. „Schön, wenn nicht, wirst du dich selbst nicht mehr wiedererkennen, wenn du einen Spiegel erblickst." Er ging zur Seite und Feelicitas machte, das sie wegkam.
Die kurzen Tage des Winters vergingen schnell. Der Dezember kam ins Land und Schnee machte das trübe Umfeld zu einem strahlenden Eisparadies. Die Quelle war fast zugefroren und lag glitzernd vor ihr, wenn sie am Ufer die Eisschollen aus dem Eimer suchte. Immer mehr viel es ihr schwer, Wasser zu holen. Doch scheinbar hielt ihr Herr und Meister nichts davon die zerplatzte Wasserleitung reparieren zu lassen. Gegen Abend war es soweit, das Voldemort sie mit zum Anwesen der Malfoys in Wiltshire nahm.. Die Türe wurde diesmal von Mrs. Malfoy geöffnet, sie lächelte den Lord seicht an und bat sie herein. Feelicitas fand, das der Service, bei so vielen Personal etwas übertrieben war, schließlich machte nicht einmal sie im Riddlehaus das Begrüßungskommando. Sie schaute sich wieder in der großen düsteren Eingangshalle um und bewunderte still für sich das edle Innere des kleinen Schlosses, das wie verwunschen aussah.
So dunkel und Böse wie die Herzen seiner Bewohner. Sie war froh, das sie in die warme Vorhalle kam, denn der Wind strich unter ihrer Kleidung durch. Kaum eine Stunde später, stand sie alleine in einem Zimmer mit Bett und Vorhängen. Mrs. Malfoy schloss hinter ihr die Türe, nachdem sie Feelicitas noch zum Tee eingeladen hatte, während ihr Mann und sein Herr sich anderweitig vergnügten. Feelicitas merkte sofort, das diese Frau nicht nur vornehm war, sondern auch total unter der Fuchtel ihres Mannes und dessen Machenschaften. Sie sah nicht glücklich aus unter ihren sorgsam frisierten Haar und den edlen Umhang. Feelicitas mochte sie irgendwie von Anfang an, egal was sich noch hinter ihrer Fassade verbergen mochte.
Sie schaute sich im kleinen Zimmer um. Ganz wie sie schon vermutet hatte, bot dieses Zimmer ihr beileide nicht nur rauen Stein und eine Pritsche. Sie war hier genauso eine Gefangene wie auch im Riddlehaus, doch eindeutig mit Stil. Die dunkelblauen Vorhänge täuschten über die von außen vergitterten Fenster hinweg. Die Gitter sah man auch kaum, den die Fenster zeigten ein buntes Motiv das irgendwas mit einem Drachentod auf sich hatte. Das Bett sah einfach himmlisch aus, mit seinen bestickten Decken. Nicht gerade neu, doch ausreichend. Unten in der Halle hörte man noch, das Voldemort und Mr. Malfoy gingen. Sie zog ihren im Vergleich zu Mrs. Malfoy und dem Haus, lumpig aussehenden Umhang aus und setzte sich aufs Bett. Mrs. Malfoy hatte sich nichts anmerken lassen, sie verstand es sich so mit ihr zu unterhalten, das alle Klippen die auf unangenehme Themen schließen ließen, umschifft wurden. Etwas von ihr sollte man sich als Beispiel nehmen. Es wurde still und noch bevor sie unter die Decke kriechen konnte, fielen ihr die Augen zu und sie schlief traumlos ein.
Ein Klopfen weckte sie plötzlich. Sie zog die Kapuze über die Schultern, denn sie war verrutscht. Die Türe öffnete sich und keiner stand davor. Doch kaum 30 Zentimeter vom Boden entfernt stand ein Wesen mit Fledermausohren und einem Tablett. Essen. Seit Monaten hatte sie weder richtiges Essen noch ein anständiges Bett gehabt.. Irgend wie war das schön.
Ein paar Tage später stand sie gerade in der Bibliothek, als sie jemanden in die Halle eintreten hörte. Mrs. Malfoy war wieder da. Doch noch eine andere Stimme klang durch das Haus. Die eines Jungen mit arroganten schleppenden Tonfall. Sie hatten also einen Sohn.. Als die Stimmen verklungen waren, nahm sie das Buch über „Praktische Zauberein für jedermann" unter den Arm und schlich sich hoch. In ihrer Kammer angelangt, legte sie es nur achtlos hin und zog ihren zweiten Umhang über die Schultern. Sie ging wieder nach unten und in den Garten, der mit Eisrosen bepflanzt war. Sie merkte wohl die Blicke, die ihr die verstohlenen kleine Elfengestalten zuwarfen, aber achtete nicht weiter darauf. Lange ging sie unter dem abendlichen Sternenhimmel und merkte nicht, das nicht nur die Kulleraugen der Elfen sie verfolgten, sondern auch die eines 15 Jährigen. Als sie auf den Weg nach oben war, traf sie ihn auf der Treppe. Er schaute sie verdutzt an. Die Gestalt unter dem Umhang, hatte er nur schwer erahnen können, aber sie hatte einen ihrer Zöpfe über der Brust hängen, in dem sich langsam die Eiskristalle zersetzten. Sie standen sich gegenüber und Feelicitas erkannte, das er noch von nichts eine Ahnung haben konnte, er war zu jung..
Seine Mutter kam gerade durch die Türe, die in den Salon führte und bemerkte ihre Situation. „Oh Draco, mein Lieber. Ich wollte gerade zu dir. Ach, Ich habe ganz vergessen dich von unseren Gast zu unterrichten. Miss Lefay wird ein paar Tage bei uns bleiben, während dein Vater und sein Herr beschäftigt sind." Sie meinte das genügte und fuhr fort den mit Draco angesprochenen zu sich in das Gästezimmer zu bitten, dieser starrte aber immer noch auf Feelicitas und rührte sich zunächst nicht.
Auch wenn er so zierlich und sensibel wirkte, dieser Draco erinnerte sie aber doch an seinen Vater. Seine kalten, grauen Augen, die er eindeutig von diesem zu haben schien, wandten sich ihr eindeutig zu interessiert zu. Feelicitas wäre jetzt auch gerne weiter gegangen, doch er stand im Weg.
„Für gewöhnlich geht man sich nach dem Vorstellen aus dem Weg, also hätten sie dann die Güte wegzutreten, oder muss ich sie wie ein kleines Kind zur Seite schieben?" Sie machte eine verscheuchende Geste und verdutzt trat er zur Seite. Es war ihr egal, ob sie in diesen Hause nicht mehr war als eine höflich behandelte Gefangene, dafür hatte Narzissa Malfoy schon noch gesorgt, doch von einen Jugendlichen so behandelt zu werden, ging ihr gegen den Strich. Die Stimme seiner Mutter ertönte und riss sie aus den Gedanken.
„Draco, ich muss etwas mit dir besprechen. Hättest du einen Moment Zeit? Wir haben überraschenden Besuch erhalten." Er nickte und folgte seiner Mutter und Feelicitas Blicke folgten ihr ebenfalls. An Mrs. Malfoys Rock gedrückt lief eine kleine Gestalt. Ein Hauself, genauso wie sie jetzt schon so einige kennen gelernt hatte, doch irgendwas stimmte an ihm nicht. Sein Blick der alt und müde war, als sei er schon viel zu lange auf der Welt um noch arbeiten zu können, traf kurzzeitig auf ihren und verhärtete sich. Sie kannte ihn nicht, und die anderen Elfen waren immer sehr zuvorkommend zu ihr. Manche sogar so sehr, das sie, sie mit großen Augen voller Ehrlichkeit anblickten, wenn sie ihnen untersagte, wegen zu viel geziepe beim Kämmen sich selbst etwas anzutun. Doch dieser gehörte scheinbar einer anderen Sorte an. Mrs. Malfoy blickte zurück, als sie merkte, das er ihr sich von ihr entfernt hatte. „Kreacher, was starrst du in die Gegend? Mach, das du deine Füße herbewegst!" sagte sie so gereizt wie Feelicitas sie noch nicht erlebt hatte. Feelicitas wandte sich ab und ging weiter an ihnen vorbei in ihr Zimmer.
Nach einiger Zeit hörte sie das Mrs. Malfoy jemanden verabschiedete und es hörte sich so an, als schupste sie diesen Jemand fast die Treppe runter. Ihre Stimme ertönter wieder scharf. „Und vergiss, nicht wem deine Treue gilt. Wenn du es dir anders überlegst und auch nur ein Wort über unsere Unterhaltung an dritte weitergibst, dann Gnade dir wenn diese dir ein Ende bereiten. Bei mir solltest du dich dann nicht mehr blicken lassen!" Man hörte ein hastiges erwidern, also war der Hauself der Gast gewesen. Komisch, doch ihr fiel nicht ein was das sollte und so wandte sie sich anderen Dingen zu.
In diesen Tagen lernte sie viel über die Welt der Zauberei. Doch selbst ihr beschränkter Erfahrungsrahmen ließ sie ahnen, das sie mehr schlechtes, als schönes mitbekommen hatte. Zwar konnte sie sich an Narzissa Malfoys fast tadellosen Verhaltens etwas abschauen, doch der Rest war einfach denkwürdig. Auf Draco Malfoy traf sie nicht noch einmal. Dieser verbrachte wohl seine Ferien auf seinen Zimmer.
Und schon drei Tage später, als sie gerade ins Bett gegangen war, öffnete sich ihre Türe. Erst dachte sie verschlafen wie sie wahr, das es eine der Hauselfen sein musste, aber als sie schließlich aufwachte merkte sie, das jemand die Fackeln angemacht hatte und erhob sich gähnend.
„Wie ich sehe bist du offensichtlich einmal dort, wo ich dich zurückließ. Auf Frauen wie Narzissa oder meine Bella ist eben Verlass, nicht wahr? Komm mit, wir gehen!" sagte Voldemort zufrieden. Feelicitas zog sich an und merkte das er ein wenig erstaunt war, das sie es einmal nicht geschafft hatte zu entfliehen. Dann fiel ihr wieder seine Bemerkung ein. Seine Bella? Was in aller Namen des Himmels hatte er mit Bellatrix? Verwundert folgte sie ihm zurück.
Sie empfand ihre Rückkehr als einen schweren Rückschlag, doch ihr blieb nicht viel Zeit zum nachdenken. Schon am nächsten Nachmittag schickte Voldemort sie wieder weg. Zum Schloss Hogwarts. Als sie durch den Schnee stapfte zog sich ihr die Kälte bis über die Oberschenkel. Es war hart, denn sie musste einen langen Weg bis zum Schloss zurücklegen. Als sie durch die Gänge auf den Weg zu seinen Büro zog, hinterließ sie verräterische Spuren auf den Teppich. Sie klopfte kurz an und innen ertönte ein kurzes: „Herein."
Zögernd öffnete sie die Türe und als sie ihren Kopf um die Ecke wandte erkannte er sie mit einem erstaunten Zug im bleichen Gesicht.
„ Guten Tag Professor Snape." sagte sie leise und trat ein. Sie zog einen Zettel aus ihren Umhang und überreichte ihn. Er wollte ihn lesen, aber sie unterbrach ihn und sagte „Das ist nicht so wichtig, ich habe es eilig, und wäre ihnen verbunden, wenn sie ihre Aufmerksamkeit erst einmal mir zuwenden würden."
Sie stockte und er schaute auf. Sie entschied es kurz zu machen und holte den Beutel unter ihren Umhang hervor.
Sein Inhalt, den sie als Voldemort kurz hinausgegangen war, hastig herein gestopft hatte, war schwer.
„Ich habe es so zu sagen entwendet." sagte sie. „Sie sagten, sie kennen sich mit Zaubertränken aus. Also hier bitte, das dürfen sie behalten und ich möchte dafür einen Gefallen haben."
Er öffnete den Beutel und holte mit verwunderten Blicken das Kästchen heraus. Er stellte es auf seinen Schreibtisch und öffnete den Verschluss. Als er den Deckel zurück schlug, erkannte sie einen verzauberten Anblick in seinem erhellten Gesicht. Das würde dauern. Nach einer Weile fand er seine Sprache wieder.
Es war nur ein Hauch, aber sehr scharf.
„Woher hast du das bekommen!"
„Mr. Malfoy." sagte sie leicht hin. „Aber ich glaube er hat es nicht selbst gemacht."
„Das glaube ich auch." flüsterte er entrückt.
Feelicitas setzte sich vor den Karmin und genoss den sich bietenden Anblick. Nach einer Weile schaffte er es sich zu lösen und legte das Kästchen wieder aus seinen Händen, auf den Schreibtisch. Bevor er sich umwandte, besann er sich aber noch einmal und öffnete eine verschlossene Schublade.
Erst als er sicher war, das sie gut verschlossen war, steckte er den Schlüssel in seinen Umhang und kam zu ihr.
Er beugte sich über sie mit den Armen auf den Lehnen und zum aller ersten Mal, sah sie nicht Unmut und Verbitterung, sondern Anerkennung und Lob in seinen Augen.
Sein Blick war tief und sie merkte, wie diese schwarzen Augen sie verschlangen.
„Weißt du eigentlich, was du da getan hast? Dem dunklen Lord etwas zu stehlen und dann auch noch glauben es einen Anhänger anbieten zu können, ist entweder sehr listig oder dumm." fragte er mit einem Glitzern, das ihr anders vorkam.
„Ja, ich weiß es." sagte sie leise und merkte wie trocken ihr Mund geworden war. Sie schaute in sein Gesicht. Es dauerte eine Weile, bis sich ihre Blicke trennten.
Feelicitas war fasziniert. Ihr war klar, das sie gerade eben eine Seite von ihm kennen gelernt hatte, die andere ihr ganzes Leben lang suchten, oder gar nicht einmal vermuten würden. Was genau dieser Blick aussagte, wusste sie nicht zu denken. Er löste sich vom Sessel und setzte sich wieder an seinen Schreibtisch, seine Gedanken bei dem Kästchen. Feelicitas schaute ihn einen Moment still an. Der prickelnde Moment war vergangen und sie schluckte trocken. Dann wagte sie schüchtern zu fragen: „ Nun Professor Snape, sie haben noch nicht gesagt, was sie darüber denken. Werden sie mich zu ihren Herrn zurückschleppen und meinen Verrat auf den Tisch knallen, oder wollen sie das Ding behalten und mir einen Gefallen tun? Ich denke mal sie wissen was das für Tränke sind?"
„Ja." sagte er Gedanken verloren. „Ja, ich habe aber alle außer einen noch nie selbst gesehen und schon gar nicht ihre Herstellung verfolgt. Aber warum denkst du, das ich die Tränke nicht einfach behalte und dich hinausschmeiße?"
Es war nicht so, das Feelicitas ihm nicht zutrauen würde: „Wir beide haben uns also schon schuldig gemacht. Es sieht ja fast so aus, als hätten sie nicht anders handeln wollen. Nun, sie werden mich nicht hinausschmeißen. In den letzten Wochen haben sie das entschieden zu oft für meinen Geschmack gemacht. Es war ja fast so, als hätten sie Angst vor meiner Anwesendheit. Jedes mal muss ich ihren Herrn berichten was wir gemacht haben und jedes mal sieht es so aus, als würde ihn das wundern. Es ist fast so, als erwarte er eine Antwort, die ich ihm nicht geben kann. Also, was wollen sie mir geben, damit ich nicht den dunklen Lord darüber berichte, welche Freude meine Gabe bereitet hat?"
Was immer sie sich auch vorgestellt hatte, er verzog keine Miene.
„Sagen sie ihm das ruhig. Ich garantiere ihnen, er wird zufrieden sein und nicht auf die Idee kommen, das sie das Kästchen meinen." Erwiderte er klar.
Stille trat ein und Feelicitas dachte wieder an sich. Ihr war immer noch schwindelig zumute.
Erst hatte sie gedacht es sei vor Aufregung. Doch das fort währende Zittern lies nicht nach. Es war doch keine Auswirkung ihrer folgenreichen Tat.
Es fehlte ihr nur noch, das sie innerhalb der nächsten paar Wochen Krank werden würde.
„Was werden sie jetzt mit der Kiste machen?" fragte sie ihn um seinen Blick von der Schublade abzulenken.
„Ich werde sie erst einmal nicht an die Öffentlichkeit bringen. Warum haben sie es mir überhaupt mitgebracht?" Fast wirkte er verzweifelt.
„Ich weiß nicht, aber irgendwie dachte ich mir, das es besser wäre ihm solche Dinge aus den Händen zu nehmen."
Er antwortet nicht sofort, wahrscheinlich fiel ihm die Antwort schwer, schließlich aber sagte er leise:
„Ich bin ihnen zu Dank verpflichtet."
„Schon gut." wiegelte sie ab und fühlte sich unruhig. „Ich glaube." sagte sie unsicher während sie auf dem Sessel rumrutschte. „Ich.. ich muss mich jetzt langsam auf den Rückweg machen."
Sie versuchte sich ihm zu entziehen und machte Anstalten sich zu erheben.
„ Vergessen sie den Brief n...!"
Doch noch bevor sie gehen konnte, stand er schon vor ihr und drückte sie zurück in den Sessel. Ein entschlossener Ausdruck stand in seinen Gesicht: „ Sie gehen heute nicht mehr hinaus. Es ist kalt und mittlerweile dunkel. Und bei ihrer ähm... recht unzureichenden Bekleidung, lasse ich sie vor morgen früh nicht gehen. Sie sehen so schon ganz krank aus."
„Ich kann nicht bleiben!" wiedersprach sie schwach. Snape ergriff ihre Hände und man hörte wie er lautstark Luft einsog. Eiskalte Finger, waren aber nicht das einzigste, was sie hatte. Langsam merkte sie wieder ihre Füße durch ihre Textilschuhe, die jetzt aufgetaut und daher völlig durchnässt waren. Einen Moment schien ihn irgendetwas zu beschäftigen, dann lies er ihre Hände los und stand auf.
„Ich rate ihnen noch dazu sein, wenn ich wiederkomme. Der dunkle Lord wird uns beide zur Rechenschaft ziehen, wenn ihnen etwas zustößt." damit ging er einfach hinaus und schloss die Türe.
In der abendlichen Stille hörte man keinen Laut. Wahrscheinlich waren gerade Weihnachtsferien. Es dauerte nicht lange bis Müdigkeit sie überkam.
Sie zog ihre nassen Schuhe aus und stellte sie nah vor dem Karmin, kuschelte sich dann in ihren Umhang und zog die Füße unter ihren Körper.
Ihre Gedanke schweiften eine Weile. Wenn sie wieder zurück kam, würde Voldemort sie dafür bestrafen, das sie zu lange weg war, oder weil er das fehlen seiner kostbaren Elixiere mittlerweile gemerkt hatte. Falls dies nicht der Fall wäre, würde er sich einfach einen Grund einfallen lassen um ihr ein Leid anzutun.
Es war wirklich nur die Entscheidung eines kurzen Momentes gewesen. Kurz genug, doch auch so lang. Sie hatte beschlossen es zu klauen und so bald der richtige Moment kam war sie zum Schrank geschlichen.
Dieser war abgeschlossen, aber nicht versperrt, scheinbar schien er so was ihr nicht zuzutrauen.
Erst hatte sie Zweifel, doch schon beim ersten „ Alohomora" sprang die Türe auf und Feelicitas brauchte nur einen Teil von Sekunden, um den gesuchten Inhalt in ihrem Beutel zu verstauen.
Sie hatte die Tür wieder verschlossen und dann hatte sie es natürlich eilig weg zukommen gehabt.
Als Severus Snape wieder kam, war sie friedlich in seinem Sessel am schlummern.
Durch ein Schütteln wurde Feelicitas wach und schrak urplötzlich auf.
„Miss Lefay, sie schnarchen, wie ein Dreiköpfiger Hund." Sie schaute verschlafen auf.
„Habe ich sie erschreckt?"
„Ich bin etwas... Sagen wir mal vorsichtig in letzter Zeit." gestand sie ein. Er hielt ihr einen Becher hin, aus dem es dampfte.
„Hier, ist ein Erkältungstrank zur Vorbeugung, denn können sie gut gebrauchen, wenn sie immer so unzureichend bekleidet durch den Schnee laufen." Ziemlich knurrig gab er ihr den Trank.
Hatte sie nur geträumt? Sie trank ohne Arg und betrachtete ihn still. „ Kommen sie mit, sie können auf meinen Sofa schlafen."
Sie schlief fast vor seinen Augen ein und deshalb war ihr einzigster Kommentar ein müdes „Mmh." Doch sie war noch so weit vom Schlaf entfernt das sie befürchtete, wenn sie mehr sagen würde, würde ihre Stimme zerbrechen. Sie stand langsam auf, nahm ihre Schuhe und folgte ihm.
Er schloss hinter ihr die Türe und führte sie bis zu einer Treppe nach oben. Keiner lief frei durch das Schloss herum, doch er war achtsam wie ein Fuchs. Sie gelangten in eine Art Eingangshalle und zum erstenmal merkte Feelicitas wie geschmückt das Haus war. Es war kurz vor Weihnachten. Sie wurde noch trauriger. All die vergangene Zeit. Letzte Weihnachten hatte sie noch eine Puppe geschenkt bekommen (wohlgemerkt eine Sammlerpuppe aus der Creation ihres Lieblingsfilmes) und sich sehr an ihr gefreut. Heutzutage hatte sie nicht mal an ihren Geburtstag gedacht. Ihr Achtzehnter. Aber den hatte sie sowieso nie feiern wollen. Sie kamen an sein Zimmer und schon beim Eintreten merkte sie wie kalt es hier war.
Als er die Türe schloss sah sie in Dunkeln wie er seinen Zauberstab suchte und sogleich schlug ein Feuer im Kamin hoch. „ Setzen sie sich!" Sagte er einfach und deutete auf eine kleine grüne Couch, neben einen niedlichen, aber völlig mit Büchern und Einmachgläsern überfülltem Regal. Sie machte es sich gemütlich und kuschelte sich wegen der Kälte eng zusammen, warum auch nicht, schließlich hatte sie auch schon in seinen Arbeitszimmer geschlafen. Nachdem er kurz verschwunden war in dem Nebenzimmer kam er mit einer Wolldecke zurück und fragte „ Haben sie Hunger?" Sie nickte und ein Schlenker genügte um einen Teller mit Butterbroten, sowie einen Krug mit klarem Inhalt vor ihr auf dem kleinen Beistelltischen erscheinen zu lassen. Zauberei konnte also nicht nur gemein, sondern auch durchaus nützlich sein.
„ Sie können hier heute Nacht ruhig schlafen. Machen sie sich keine Sorge über die Türe, die sichere ich gewöhnlich mit Zaubern, und auch nicht über den Kamin, der ist gesperrt, hier kommt also niemand herein." sagte er und sie merkte erst jetzt mit Verwunderung, das der Kamin recht unbenutzt aussah. Wahrscheinlich bedeutete dieses „gesperrt" soviel wie kaputt. Wie hätte sie auch über die anderen Funktionen eines Zaubererkamins aufgeklärt sein sollen? Ihr entging die Doppeldeutigkeit seiner Worte und so vergaß sie es schon bald.
Dann verabschiedete er sich von kurz von ihr und wünschte ihr nach einen letzten Zögern eine gute Nacht, bevor er in seinen Schlafzimmer verschwand.
„Wenn sie etwas brauchen sollten, dann sagen sie Bescheid." Stille umfing sie in der unangenehmen Kälte, die sich trotz der Decke nicht vertreiben ließ. Einen Moment lang hörte sie noch im Nebenraum Geräusche, dann verebbte auch dies und nachdem sie hungrig alles in sich hineingestopft hatte, fühlte sie sich alleine gelassen. Sie hatte doch deutlich die Bereitschaft zu einem Gespräch in seinen Augen gesehen, warum also distanzierte er sich plötzlich? Hatte sie das denn alles nur geträumt? Sie zitterte leicht und ihre Müdigkeit begann wieder nachzulassen. Er war ein komischer Mann. Ganz langsam aber kamt ihr eine nur zu einleuchtende Antwort in den Sinn. Er hatte Angst vor ihr und dem was geschehen würde. Wenn sie ganz ehrlich war konnte sie ja von sich nicht behaupten ganz unschuldig diese Reaktion erwirkt zu haben. Sie war jung und musste in dieser Witterung halbnackt auf jeden wirken, der sie sah. Er war auch nur ein Mann und wenn man ihn so anschaute musste es für ihn auch schwer sein. Dachte er vielleicht wirklich...?
Feelicitas hatte es sich im nachhinein lange nicht erklären können, wie sie es dazu hatte kommen lassen können auf das Angebot mit den verknüpften Anforderungen einzugehen. Vielleicht war sie in jenem Moment einfach von ihrer Einsamkeit übermannt worden und schreckte deshalb nicht zurück, fühlte sich selbst sogar angezogen, doch zu dieser Zeit war es nicht von Bedeutung. Nach einer Viertelstunde etwa, schlüpfte sie vom Sofa und bahnte sich ihren Weg in der Dunkelheit zu seinen Schlafzimmer.
Er schien bereits im Schlaf zu liegen und bemerkte sie erst, als sie schon auf einer Seite des Himmelbettes saß. Wenigstens, hielt er sie nicht für eine Angreiferin und hielt ihr den Zauberstab an die Kehle. Er setzte sich halb auf und beschwor ein kleines Feuer im Kamin. Seine Augen funkelten zornig und doch hätte sie fast angenommen, das er sie anlügen würde, und er fuhr sie an:
„Miss Lefay hätten sie die Güte mir zu erklären, was sie in meinem Bett suchen?" Sie zuckte nicht zurück, jetzt wo sie einmal den Entschluss getroffen hatte konnte ihr nicht entgehen, das in seiner Körperhaltung etwas defensives lag, das im Widerspruch zu seinem Ton stand: „ Sie sagten, ich solle kommen, wenn ich etwas von ihnen wolle, Herr Professor. Ich suche eine Unterhaltung die sie mir angeboten haben. Das sollten sie auf so kurze Zeit doch nicht schon vergessen haben, oder?"
Dann brachte sein Blick sie doch zum Schweigen, wenn sie ihn auch weiterhin in die dunklen Augen blickte. Dafür das sie den Blick senkte musste schon ein anderer kommen aber andererseits war sie gerade mal so alt wie seine älteren Schülerinnen. Sie schwiegen beide und waren vollkommen damit beschäftigt sich mit dem jeweils anderen auseinander zusetzen. Lange Zeit, länger als es nötig gewesen wäre, hatte sie ihre Gefühle aufgestaut. Weinen hatte sie schon lange nicht mehr gekonnt, doch jetzt hier auf dem dunkelbezogenen Himmelbett, vor dem heimeligen Kamin und in der Anwesendheit dieses Fremden, doch aber eines Menschen, eines Lebewesens das ihr nicht so wie die anderen wehtat, was nicht wirklich so richtig böse war, brach es aus ihr heraus. Und als dieser, seine Hand hob und ihr irgendwie schrecklich hilflos mit protestierenden Worten, doch sanft und schüchtern einmal kurz über die Wange strich. Sie verbarg ihr Gesicht in seinen Schoß, ob er wollte oder nicht und schlurzte so heftig das sie vor Qual fast erstickte. Schnell hatte er sie von sich runter gebracht und nun lag sie immer noch schlurzend neben ihn.
Alle aufgestauten Gefühle der letzten Monate brach en aus ihr heraus und sie vergrub ihren Körper in die Kissen, ohne jegliches Gefühl, das es wieder besser werden würde. Sie wusste nicht wie lange sie schon dagelegen hatte, doch ihr Schlurzen wurde langsam leiser vor Erschöpfung.
„Bitte, ich will nicht wieder gehen. Was wollen sie denn noch, damit sie mir helfen." Schlurchzte sie unterdrückt
Die Decke hatte schon einen getränkten Fleck. Da spürte sie wieder ein leichtes Streichen auf ihren Rücken. Sanft und beruhigend strich, Severus Snape ihr über den Rücken, vielleicht aus Hilflosigkeit oder aus mangelnder Erfahrung, aber sicher nicht aus mangelndem Mitgefühl, hielt er sich zurück und zögerte mit seinen Entschluss. Er war verwirrt, wie er ihr später gegenüber einmal durchblicken ließ. Zu einer Zeit, wo der Entschluss, der ihnen an den Augen abzulesen sein würde Folgen mit sich zog. Er kannte es nicht, das junge Mädchen auf seinem Bett lagen und doch war der wahre Beweggrund ein ganz anderer. Feelicitas ahnte, was vor sich ging, doch ihre Gefühl wollte nicht zulassen, das sie erkannte, das genau den Weg, den sie gewählt hatte die Falle war in die sie lief. Und sie wusste es nicht, das er noch nie zu einem Menschen Gefühle gehegt hatte, die denen entsprachen, die er jetzt hatte. Beide hätten miteinander reden sollen, doch das taten sie nicht. Sie war einsam und er sah den Moment gekommen. Doch nachdem sie sich etwas beruhigt hatte, nahm er seine Hand von ihren Rücken und sie richtete sich etwas auf. Er konnte ihre tränenverschleierten Augen aus dem Profil heraus erkennen und ehe sie sich aufsetzten konnte um ihn anzublicken, sprang er über einen seiner Schatten und zog sie an sich heran und umarmte sie tröstend. Wenn sie weiterhin, von nutzen sein sollte für die gute Sache, dann sollte sie jetzt nicht den Verstand verlieren, zudem war es viel einfacher, als er es sich ausgemalt hatte. Er war kein Mensch, der sich vor Aufträgen scheute, doch wusste er, das er damit die Verantwortung gänzlich auf sich nehmen musste. Er wusste, das es ihm einmal Schaden bringen würde, was er jetzt anfing, doch der dunkle Lord wollte es so, Also tat er alles, damit sie nicht merkte, das sie es selber nicht wollte. Severus Snape hasste sich dafür.
Feelicitas kannte seit vielen Jahren selbst schon nicht mehr das Gefühl, umarmt zu werden und musste weiter mit den Tränen kämpfen, wobei sie natürlich verlor. Er machte sich scheinbar doch nichts heraus und strich weiter beruhigend über ihren Kopf, der an seinem Körper ruhte und wurde immer sicherer.
Und obwohl Severus sie am liebsten vor die Tür gesetzt hätte, es war doch etwas anderes, wenn sie weinte, als wenn es eine der Gänse aus seinen Unterricht taten. Seitdem der dunkle Lord ihn den ersten Brief mit seinen Auftra geschickt hatte, kannte er die wahre Geschichte, was Lucius die ganze Zeit schon mit ihr gemacht hatte. Sie hatte einen Grund für Tränen. Sie war ein Kind, ein Mädchen und hatte hier überhaupt nichts zu suchen.
Und er versuchte sie zu trösten, obwohl er selbst seit ewigen Zeiten keine Träne mehr vergossen hatte wusste er wie es ging. Es war einfach, sie wollte es ja auch. Er fühlte Verständnis, nicht jeder war so emotionslos wie er selbst. Jeden anderen hätte er dafür verächtlich nieder getrampelt, aber nicht sie. Obwohl er sonst so gut im Ziehen von Rückschlüssen war, wusste er sich das nicht zu erklären: „ Lass es raus, es ist schon gut." flüsterte er. Er wusste nicht was er sagen sollte, doch die richtigen Worte kamen ihm dann doch leicht über die Lippen. Lange Zeit saßen sie einfach nur still da und ein leichtes Wiegen ging durch ihren Körper, während sie ihn umklammerte. Feelicitas schaffte es sich los zu eisen aus der erstarrten Verzweiflung und als sich ihr Blick mit dem von Snape traf, war ihr, als ob ein Blitz einschlug. Leise, kaum mehr als ein Hauch fragte er:
„Ist es jetzt besser?" Er klang spöttisch und leicht belustigt, doch scheinbar wollte er nur nett sein.
„Ja, natürlich. Ich weiß gar nicht... Danke"
Schweigen trat ein, während sie ihn weiter verlegen anschaute.
Er räusperte sich. „Miss Lefay, es kommt nicht alle Tage vor, das ich junge Frauen in meinen Bett vorfinde, die mir ein solches Angebot antragen. In Anbetracht ihrer Krise, kann ich mir nicht vorstellen, das sie das wirklich wollen. Zudem bin ich viel Älter als sie. Ich verstehe, wenn sie darin was eben geschah einen Hintergrund vermuten, der auf unschuldige Gefühle schließen ließe. Doch auch ich bin ein Mann. Sind sie sich da ganz sicher, das sie das wollen? Noch können sie gehen und der dunkle Lord wird nichts merken."
Sie merkte kaum, wie eine einzelne Träne ihren einsamen Weg aus ihren Augen fand, und schüttelte still den Kopf. Okay, sie war entweder extrem dumm oder wusste was sie wollte. Feelicitas zuckte etwas als Snape einen Finger an ihr Gesicht führte und sie sanft wegwischte. Doch es blieb nicht bei einem Finger. Schon bald hatte sie seine Hände im Haar und sie sah deutlich ein Begehren in seinem Blick. Diese schwarzen Augen, unergründlich, kalt und grausam. Doch anders. Er küsste sie zuerst ganz leicht, so als ob es etwas Fremdes sei, das er noch nicht kennen würde. In diesen Moment waren beide unschuldig wie Kinder. In diesen einen Moment.
Es blieb nicht lange ein Spiel von zwei jungen Menschen, die gerade eine neue Welt entdeckten.
Sie überkam dieser Wunsch und es war schon seit der ersten leichten Zärtlichkeiten um sie geschehen, genauso wenig wie er es vermochte, war sie Herrin ihrer Sinne. Es war, als ob ihr etwas genommen wurde oder gegeben. Sie konnte nicht länger an sich halten und sie bildeten einen Knäuel verwickelter Umhänge und Decken. Sie konnte nachher nicht mehr genau sagen, was sie gemacht hatten, doch sie hatten es getan. Es war eindeutig nicht das schönste, was Feelicitas in dieser Hinsicht jemals geboten wurde, aber es war auch nicht schlimm. Man konnte es hinnehmen und behaupten es hätte seinen Zweck erfüllt. Auf jeden Fall fühlte sie sich etwas besser.
Friedlich schlummerten sie aneinandergeschmiegt ein. Wenn auch vor einiger Zeit die Tiere in ihnen ausgebrochen waren, ähnelten sie jetzt doch eher Kindern, die sich vor langer Zeit im Walde verirrten und nie mehr herausfanden, die lange einsam und alleine umhergeirrt waren auf Pfaden und manchmal in den Sumpf geraten waren, bevor sie zuletzt am Ende ihrer Hoffnungen doch noch zueinadergefunden hatten. Ganz natürlich wie der Lauf des Lebens floss.
Feelicitas erwachte als Erste aus dem Schlaf, der dem süßen Taumel und verführerischen Gefühlsregungen der Nacht folgte. Severus Snape lag auf der Seite zusammengekuschelt und atmete tief und gleichmäßig. Scheinbar schien er zu Träumen, denn manchmal zuckte es um seinen Mund. Feelicitas musste verschlafen lächeln und ging zum Fenster. Ein Blick durch den Vorhang zeigte ihr, das es schon hell wurde. Es wurde Zeit entschied sie und wandte sich nicht ohne Bedauern, gestern hatte sie noch nicht so gedacht, von der schlafenden Person im Bett ab. Sie öffnete leise die Türe, aber seine Ohren schienen geschult zu sein selbst im Schlaf zu wachen und ehe sie hinaustreten konnte, hob er den Kopf.
„Ich gehe jetzt." sagte sie, doch sobald das in seinem Verstand eingedrungen war, fuhr er in die Höhe.
„Nein, du kannst nicht gehen. Du musst hier bleiben." Sie schüttelte den Kopf
„Nein, ich finde das geht.. "
Doch er packte sie fest dort wo er sie gerade zu halten kriegte.
„Du bleibst hier, sage ich. Keine Widerrede. Du musst zu Professor Dumbledore gehen. Wir brauchen dich für wichtige Aufträge."
Feelicitas hatte das nicht sehen wollen, zumindest zunächst nicht. Doch er durfte sie nicht noch mehr in immer schlimmere Schwierigkeiten bringen, dachte sie entschlossen, ohne zu wissen das sie sich zur Zeit unter dem Haus des größten Zauberers seit mindestens 100 Jahren befand und das in seiner Obhut es keine Folgen mehr geben würde. Doch sie konnte das nicht ahnen und so zog sie den Zauberstab und flüsterte.
„Es tut mir leid aber... Stupor!" Das sie jetzt schon nackte Männer im Bett schockte, erweckte Bedenken. Er fiel weich, wenn das ein Trost sein sollte. Sie stammelte noch einmal. „Hoffentlich verstehst du mich, aber ich kann es nicht verantworten hier zu bleiben."
Er musste doch wissen, wo sie die ganze Zeit war. Sie wandte sich ab und als sie vor Snapes Tür stand fiel ihr ein, das sie mit einem Zauber versehen war. Sie versuchte es mit Alohomora, doch nichts half. Snape konnte sie nun nicht mehr fragen, ohne das er ihr in seiner Wut zunächst den Kopf abriss und sie dann festhielt. Sie hatte nur eine Wahl und sprach den Spruch, den ER ihr geraten hatte, in einem solchen Fall. Bis jetzt hatte er nie eine Wirkung gezeigt. Doch die freigewordene Energie in ihr, hatte wohl gerade einen gönnerhaften Tag.
Sie rannte den Gang entlang und achtete nicht darauf, das jemand sie sehen würde, doch es war auch niemand da, der ihr begegnet wäre und so dachte sie, sie hätte es geschafft. Sie war schon fast im Wald, als sie bemerkte, das da doch jemand war, angelockt durch die dunkle Magie ihres Öffnungszauber. Ein sehr alter Mann. Beim ersten Baum den sie entdecken konnte außerhalb des Hogwartsgeländes packte sie ihr Armband und apparierte weg, noch bevor der Mann in ihre Nähe kommen konnte. Vielleicht würde sie nie wieder zurückkommen, dachte sie, als sie sich unter dem Baum bei dem sie gelandet war aufrappelte. Doch das machte nichts. Sie konnte wieder hoffen und träumen.
Fortsetzung folgt...
Was ist denn in die beiden gefahren? Na, ich glaube diese Geschichte führe ich an einer anderen Stelle fort. Sie klingt jetzt harmonischer als sie ist, aber glaubt mir, Miss Lefay und Professor Snape werden noch viel Zeit miteinander verbringen müssen...
|
Review this Chapter |