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Books » Harry Potter » Within Hell
Feelicitas Lefay
Author of 12 Stories
Rated: T - German - Angst/Horror - Voldemort & Severus S. - Reviews: 11 - Updated: 01-02-06 - Published: 12-05-05 - Complete - id:2689556
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16. Ihr Schicksal

Voldemort hatte offenbar nicht bemerkt, das sie etwas gestohlen hatte. Er hatte nicht bemerkt, das mit ihr etwas geschehen war. Er hatte rein gar nichts bemerkt. Oder wollte er es gar nicht bemerken? Sie erschauderte unweigerlich bei diesen Gedanken und erinnerte sich an seine kalte zischende Stimme an ihrem Ohr, während sie Halbtot auf einem Steintisch lag. „Vergiss nie." hatte er geflüstert „Lord Voldemort weiß immer!" Doch da alles seinen gewohnten Gang ging, verlor sie rasch ihre Unruhe und schon ein paar Tage, später zweifelte sie ob auch wirklich das geschehen was sie glaubte. Doch Severus Snape hatte dasselbe gesagt. Sie sollte ruhig Voldemort sagen, was sie getan hatten. Voldemort würde es nicht stören. Warum das so war, dachte sie nicht nach.

Nachts träumte sie davon und durch ihre Sehnsucht nach Freiheit und Frieden, wurde sie bestärkt nicht aufzugeben. Feelicitas hatte ein ziemlich bestimmtes Gefühl. Es würde nicht mehr lange dauern, dann würde sich etwas Grundlegendes verändern. Als sie eines Morgens beim Wasserholen von der kleinen fast zugefrorenen Quelle und ihren nur noch rinnsalartigen Fluss zurückkommen wollte fing es an zu schneien. Erst dachte Feelicitas sich nichts weiteres. Und klopfte wieder auf dem Eis, damit sie mehr Wasser schöpfen konnte. Stille lag um sie und wurde durch die Bäume des Waldes nur noch verstärkt. Sie sah auf und als sie plötzlich bemerkte, das ihr Weg verschneit war und um sie nur ein wilder Sturm aus Flocken lag, stieg Panik in ihr hoch. Sie machte sich eilig auf den Rückweg, doch die klirrende Kälte des eisigen Sturm durchfuhr sie bis auf die Knochen und trieb ihr Tränen in die Augen. Feelicitas wusste nicht wie lange sie herumgeirrt war, denn den direkten Weg konnte sie nicht mehr finden. Doch außer das sie jegliches Zeitgefühl verloren hatte konnte sie auch nichts anderes mehr empfinden. Sie fühlte keinen Schmerz, sah nicht mehr auf den verschneiten Weg folgte allein ihren Instinkt den Rand des Waldes zu finden um nach Hause zu kommen.

Sie fühlte auch nicht mehr ihre erfrorenen nassen Füße. Irgendwann stand sie schließlich vor dem Gestein der hohen Gartenmauer des Riddlehauses, die an den Wald angrenzte. Bis sie die Türe erreichte und sich mit letzter Kraft hineindrückte. Dann wurde es dunkel um sie herum und sie glitt auf den Küchenfußboden. Es war kalt, denn die Fliesen wurden vom Wind, der durch die Türe trat abgekühlt. Doch dann merkte sie, wie etwas warmes sich über sie legte und ein im Gegensatz zu ihren eigenen Körper sehr warmer Hauch über ihre Haare, Gesicht und Nacken strich. Es war so einlullend das sie fast sofort wieder gänzlich im warmem Dunkel verschwand der sie ergriff.

Voldemort strich zaghaft über die Stirn von Feelicitas. Sie würde doch nicht etwa die Frechheit besitzen unter ihm wegzusterben, ohne das er ihr es erlaubt hätte. Nein, das konnte sie nicht. Ihre Temperatur schien soweit ganz normal zu sein, jedenfalls erschien es so jemanden, der schon seit einer Ewigkeit keinerlei Puls zu besitzen und immer (!) kalte Finger zu haben schien. Aber er hatte sich wohl nicht zu sehr geirrt, denn es dauerte nicht lange nachdem er sie von den kalten Fliesen der Küche entfernt und ihr danach einen Stärkungstrank eingeflösst hatte, das ihre Atmung normaler wurde und sie nicht mehr so heftig zitterte. Aber sie kam nicht zu Bewusstsein.

Er hätte gerne seinen Verdruss an ihr losgelassen, doch das war ja entgegen dem Sinn seiner Bemühungen. Und Wurmschwanz war nicht da. Dafür würde er noch schlimmer zu bezahlen haben, als es bisher geplant schien. Wurmschwanz hätte er jetzt wirklich brauchen können, dafür hätte er ihn auch ohne Strafe ins Haus wieder auf genommen. Voldemort schwor sich, sie nie mehr aus seinen Blickfeld zu lassen, wenn sie es denn überleben würde, denn ihr Tot bedeutete sein Ende und den zweitschlimmsten Rückfall, den er in seiner Existenz jemals erleiden würde. Ohne Feelicitas Lefay war alles zum Scheitern verurteilt. Wozu sollte er da noch Harry Potter besiegen?

Gegen morgen schlug sie mal die Augen auf, ihr Blick leer und ohne erkennen. Doch das nutzte er und zwang ihr noch mehr von dem Trank rein. Das würde ja was werden. Währenddessen legte sich der Schnee wie ein Mantel des Schweigens über das Haus.. .

Als Feelicitas das nächste Mal erwachte, dachte sie klar und ihre Gedanken kehrten wieder zu einer unbestimmten Vorstellung zurück, die in ihren Kopf immer mehr zur Klarheit wurde. Sie war krank gewesen. Ja und sie musste wohl bewusstlos geworden sein. Sie merkte wie sich etwas näherte und Voldemort beugte sich über sie. Jetzt merkte Feelicitas auch worauf sie lag. Sie lag in des dunklen Lordes Schlafzimmer, auf dem hinteren Teil seines Bettes unter ihren Decken. Sie schaute etwas irrend und wusste nun gar nichts mehr. Es war wirklich sein Bett, in seinen Schlafgemach, das alte Prunkschlafzimmer seiner Großeltern.

„Guten Morgen Feelicitas." ertönte sein stimme eigentümlich sanft und holte sie damit aus ihren Staunen.

„Du hattest eine Lungenentzündung. Du hast zwei Wochen krank gelegen, und ohne mich wärst du wohl nicht mehr unter den Lebenden. Du bist mir zu großen Dank gegenüber verpflichtet, oder nicht Feelicitas. Was wärst du ohne mich? Und so dankst du mir? Aber ich bin mir sicher das wolltest du nicht."

Er erhob sich wieder und nahm einen Becher mit Flüssigkeit vom Nachttisch. „Hier trink das, ich bin es leid, dich damit füttern zu müssen." Da stimmte etwas nicht. „ihr habt mich nicht gefüttert." genau wie sie geahnt hatte sah sie an seinen Blick das sie recht hatte. „Ja du hast recht, scharfsinnig wie immer, aber trotzdem solltest du nicht so unverschämt sein. Oder hast du mir noch etwas beizufügen?" Seine Stimme klang gefährlich. Sie schüttelte den Kopf „Nein?" erwiderte er zufrieden auf ihr Schweigen „Das ist auch besser so und zwar nicht nur für dich und mich. Das wirst du bald auch verstehen, sehr bald. Wirklich sehr bald. Wenn sie auch nur den geringsten Anhaltspunkt gehabt hätte, hätte sie ihn gefragt. Aber sie wusste nicht weshalb er ihr nicht mehr wehtun wollte. Das war doch sonst oft seine liebste Beschäftigung gewesen. Sie wusste rein gar nichts mehr.

Was er auch für weitere Interessen betrieb. Ob an ihr, dieser Waffe, wie er die Prophezeiung nannte, den Muggeln oder Harry Potter oder allem zusammen. So war das mit der Waffe gerade sehr interessant.

Mitte Februar hatte er seinen Verdruss über diese komische Zeitschrift namens Klitterer endlich überwunden und diese dem Kamin verfüttert, doch dann kam abends Aufregung ins Haus. Es begann damit, das Einer seiner Anhänger, den sie noch von Askaban kannte und der eigentlich eher unscheinbar war, am frühen Abend auftauchte und eine Audienz verlangte. Feelicitas ließ grundsätzlich die Leute machen was sie wollten, nur Snape, dem gab sie Kontra wenn er ihr im Gang begegnete. Nachdem er empfangen worden war, vergewisserte sich Feelicitas, das Nagini weg war und schlich zur Türe, dort hörte sie einiges.

Sie konnte die Stimmen gut unterscheiden. Einer ging durch den Raum und ein anderer musste auf den Boden herumrutschen, wer, wer war, war ihr leicht zu wissen.

„Wie es scheint hat man mich schlecht beraten. " Ertönte die hohe Stimme ihres Herrn zornentbrannt.

„Herr ich flehe um Vergebung. " Vernahm sie eine leise krächzende Stimme voller Angst. Fast war es ihr, als ob der Boden zitterte.

„Dir, mache ich keinen Vorwurf, Rookwood." zischte Voldemort und sie hörte Schritte. Näher an der Türe fragte er.

„Du bist dir dessen sicher, was du mir berichtet hast, Rookwood ?"

„Ja, euer Lordschaft, ja.. ich habe schließlich in der Abteilung... gear... gearbeitet."

„Avery hat mir erklärt, Bode sei imstande, sie wegzunehmen."

„Bode hätte sie niemals an sich nehmen können, Herr.. . Bode muss das gewusst haben.. . zweifellos ist das der Grund, warum er so verbissen gegen Malfoys Imperiusfluch gekämpft hat"

„Steh auf Rookwood." Ein Rumpeln ertönte so, als ob der Mann es zu hastig meinte.

„Du hast gut getan, mir dies zu sagen."

„Sehr gut... wie mir scheint, habe ich Monate auf fruchtlose Vorhaben vergeudet... nun denn... ab jetzt beginnen wir von neuen. Sei der Dankbarkeit Lord Voldemorts versichert, Rookwood." Er schien wieder ruhiger.

„Eure Lordschaft... ja, eure Lordschaft." Rookwood war es auch. Er klang erleichtert und Feelicitas machte sich fertig zu türmen, wenn er den Raum verlassen würde. Sie verstand nur zu gut die Aufregung des Lordes. Er hatte nur zu oft über diesen Bode geschimpft, weil der ihm nicht diese Kugel bringen konnte und krank wurde. Und auch dieser Podmore war scheinbar ein Schuss in den Ofen gewesen. Sie war nur zu froh, das sie damit nichts zu tun hatte. Ihre Prüfungen waren vorbei. Weshalb auch immer.

Sie hörte weiter zu

„... die du mir geben kannst. "

„Natürlich, euer Lordschaft, natürlich... alles... "

„Nun gut, du kannst gehen... schick Avery zu mir."

Das nahm Feelicitas um möglichst schnell zu verschwinden. Sie rannte die Treppe nach oben hinauf und duckte sich unter den Absatz zum Speicher. Sie hörte wie Rookwood sich verabschiedete und traute sich nicht wieder zu gehen. Nach einer kurzen Weile kam jemand die Treppe von unten hinauf. Ihr stockte der Atem. War dieser Avery, schon eben draußen gewesen? Seine Schritte klangen nicht begeistert, eher von Angst getrieben. Nachdem Voldemort ihn hereingeheißen und die Türe schließen gelassen hat, regte sie sich wieder. Langsam schlich sie an der Türe vorbei: Innen drin hörte sie jammernde Unschuldsbeteuerungen, ganz anders, als damals in Askaban. Auf gleicher Höhe mit der Türe, fing er an zu schreien. Feelicitas rannte nach unten. Ihr war es egal, wer sie hörte oder sah, nur weg von hier, sonst bekam sie den Zorn auch noch zu spüren. Heute würde sie dem Lord nicht mehr unter die Augen geraten.

In den folgenden Monaten ging sie ihrer Botengängen nach und oft führte sie ihr Weg auch nach Hogwarts. Mit Snape hatte sie zwar nicht wieder einen näheren Kontakt, doch sagte sie ihm oft, was Voldemort ihr gegenüber verlauten ließ und was sie aufschnappte, was er nicht wusste. Snape fand das gut und benahm sich. Redete nicht mehr über die Nacht, oder davon, das sie bleiben müsse. Er redete immer von diesen Dumbledore, dem sie sehr nützlich sein könnte, doch Feelicitas wollte ihm nicht begegnen. Wenn Voldemort ihn fürchtete, dann wohl nicht ohne Grund. Schließlich hatte Snapes Existenz in seinen Haus, etwas von einem Haustier, das man in den Keller sperrte.

Eben diese 2 ½ Monate nach ihrer Krankheit an einem nebligen Morgen, als sie gerade an der Quelle stand erkannte sie die Antwort auf ihre Frage, das Voldemort alles schon sehr lange gewusst hatte. Sie hatte sich gerade wieder einmal übergeben müssen und erkannte, Voldemort hatte alles geplant gehabt und sie für seine Zwecke missbraucht.

Feelicitas war schwanger.

An diesen schicksalsträchtigen Morgen begriff sie alles, was er ihr jemals für komische Andeutungen gegenüber gemacht hatte. Es war so einfach gewesen und sie hatte es nicht durchschaut. Eine tiefe Woge des Hasses überkam sie. Wieso war sie nicht darauf gekommen? Niemals hatte er sie gerügt, wenn sie zu lange bei Snape war. Nie hatte er gefragt, warum es gerade dann angeblich immer schüttete wie Eimer voller Wasser oder meterhoch schneite, wenn sie sich in Hogwarts aufhielt und verspätete. Alles hätte sie für möglich gehalten, doch das...

Wie blöd musste man sein. Wahrscheinlich, waren die Kräuter, die er sich von Lucius besorgt hatte, für die Fruchtbarkeit. Wenn sie es sich genau überlegte, hatte ihr Cyclus sich erst seit den letzten zwei Monaten wieder eingestellt, nachdem er lange Zeit sporadisch gewesen war. Sie war schwanger.

Ein Kind. Ein Kind das ihm nicht seine Pläne durcheinander schmiss. Was konnte ihm das nutzen? Es musste ja nicht sein eigenes sein, ein Slytherinkind genügte. Ein Kind der Schlange.

Die Schlange. Überall wimmelte es von ihr und sie hatte nicht begriffen, das sie auch ein Teil dieses Kultes war. Sie selbst trug eine Narbe in Form der Schlange, Nagini war eine, im Hause der Malfoys gab es mehr als genug davon und sogar Hogwarts wimmelte davon. Die Schlange Slytherins, auf jeder Schulfahne, Uniform des Hauses und in der Kammer des Schreckens.

Voldemort hatte ihr einmal erzählt, das er der einigste Nachkomme des berühmten Salazar Slytherins sei, des Schlangenfürsten.

Feelicitas sank vor dem Kamin zusammen und begann zu weinen. Er wollte das Geschlecht der Slytherins wiederbeleben, dachte sie in ihrem Entsetzen. Weswegen auch immer sie musste anfangen zu lachen. Das war verrückt, doch er war verrückt, das konnte man kaum abstreiten. Doch was sollte das? Nur weil er einmal von der Zukunft geträumt hatte? Das hatte doch alles nichts zu bedeuten, außer der Bedeutung die der dunkle Lord dem gegeben hatte. Sie hatte ja nicht geahnt, war wie ein Lamm in die Falle gelaufen. Wie konnte das nur sein? Sie verzweifelte allmählich und nahm nichts von ihrer Umwelt mehr war.

Lange lag sie zusammengesunken auf dem staubigen Vorleger des Kamins und weinte sich die Seele heraus. Schließlich aber verebbte ihr Schlurzen. Zulange schon war sie dem allen ausgesetzt, um daran solch einen Anteil zu nehmen. Eigentlich war es doch egal, das einzigste was wichtig war, war das sie hier fortkam. Keinen Tag mehr konnte sie bleiben. Und wenn es auch nur für das Baby war. Doch wohin? Sie stand auf und sah sich um. Im Gedanken aber nur alle Möglichkeiten abwägend. Sie trocknete ihre Tränen und ging ins Bad.

Der Spiegel zeigte ihr nichts allzu gutes. Sie war älter geworden. Und vielleicht auch reifer. Sie würde sich nicht zu diesen Leben zwingen lassen. Langsam nahm sie eine Bürste und setzte sich auf den Rand der alten Wanne. Stundenlang saß sie dort und kämmte sich gedankenversunken.

Ja, natürlich gab es die Möglichkeit hier fortzukommen, doch dazu brauchte sie Unterstützung und Schutz.

Sie hatte ihren Portschlüsselanhänger im Schneesturm verloren, irgendwo im Wald verloren. Doch als sie nach der Schneeschmelze ihn wieder fand hatte sie das geheimgehalten. Voldemort schien ihn auch nicht zu vermissen. Der letzte Weg des Portschlüssels ging nach Hogwarts und genau dorthin wollte sie nun zurück.

Genau dorthin und diesmal würde sie dort bleiben, nichts oder niemand konnte sie aufhalten.

Als sie ins Kaminzimmer Voldemorts zurückkehrte, empfing sie Voldemort in sehr schlechter Laune. Es herrschte Endstimmung.

„Wo warst du ? Ich habe dir nicht erlaubt dich zu entfernen." fuhr er sie zischend an. Sie schwieg und schaute ihn nur an: „Sag es oder ich überlege mir etwas, das dich aufmuntert."

Sie schwieg aber weiter und ehe sie sich versah schoss er vor und packte mit einen Ruck schmerzhaft ihre Haare, die sie in einen Zopf gebunden hatte. Sie versuchte sich zu befreien, schaffte es aber nicht, es tat weh, und sie spürte, das ihre Haarwurzeln den Kampf nicht gewinnen wollten.

„Sprich endlich!" drohte er ihr mit unheimlichen Unterton. Sie ächzte als er noch fester zog: „Worüber soll ich den reden ?" brachte sie gepresst, aber wütend hervor: „Etwa darüber das ich schwanger bin und du es gewusst hast? Das kommt dir doch gerade recht. Genauso willst du es. Aber soll ich dir mal etwas sagen, ich bin sicher du wirst es nie vergessen, denn du wirst dich am dem Tag an dem es eintrifft nur zu gut daran erinnern. Am Ende bist du ganz alleine und wirst alles verlieren!"

Er zog sie tiefer zu sich runter und sie bekam einen kalten Hauch ab. Er flüsterte, während er sie zwang ihn anzuschauen: „Schwanger sein ist eine Sache. Das Frauen dann zu Gefühlsausbrüchen neigen ist verzeihbar, aber das ich deine fortwährende Unverschämtheit nicht tolerieren kann, sollte dir doch mittlerweile bekannt sein. Du bist ein wirklich unartiges Kind und ich habe genug gehört davon."

Er sprach einen kurzen Fluch und der Druck an ihren Zopf verschwand so schlagartig, das sie das Gleichgewicht verlor und auf den Hintern plumpste. Noch bevor sie es sah, wusste sie, was der Grund dafür war. Trotzdem schaute sie ihn an. Er hatte ihr den Zopf abgerissen und hielt ihn nun hämisch grinsend in der Klauenhand. Sie war nicht fähig traurig zu sein. Sie war sauer, sehr sauer. Und doch fühlte sie sich irgendwie überlegen. Sie war auf jeden Fall diejenige die mehr Verstand zu haben schien.

„Wie erbärmlich!" flüsterte Feelicitas leise und wandte sich einfach ab. Sie rappelte sich auf und warf ihn einen funkensprühenden Blick zu.

„Ich gehe jetzt und du...du wirst mich nicht aufhalten können. Ich sage es dir nur einmal und merk dir meine Worte. Du bist am Ende alter Mann. Du wirst mich nicht aufhalten können. Diesmal nicht!" Sie ging einfach und schaute nicht nach hinten. Er folgte ihr aber auch nicht, hielt es nicht für möglich, das hinter ihrer Drohung etwas steckte und als er das dann doch tat, war sie schon weit, weit weg. Weiter als bis zur Treppe. An einen Ort wo sie vielleicht schon immer hingehört hatte. Den Wutschrei der den höhnischen Ausdruck in seinen Gesicht ablöste, bekam sie jedenfalls nicht mehr mit.

Feelicitas kam am See von Hogwarts aus und folgte dem Uferlauf. Die Sonne schien und so setzte sie sich auf einen Stein. Ein längst vergangener Traum fiel ihr ein. Und sie schloss die Augen um zu träumen. Das erste mal seit sehr langer Zeit war sie wieder glücklich. Denn sie war frei. Es trat langsam die Abenddämmerung ein. Und im Schloss erschienen die ersten beleuchteten Fenster. Ganz wie in ihrem Traum, erhob sich Feelicitas mit einem Gefühl der Genugtuung. Langsam bewegte sie sich in Richtung Schlossportal. Vielleicht würde es ihr neues Zuhause werde können. Sie wusste es nicht, aber als sie eintrat in die warme Halle, die sie auf diesen Wegen noch nie betreten hatte, ergriff sie ein Gefühl von Geborgenheit und ein warmes erleichtertes Lächeln erhellte ihr, von den schrecklichen letzten Jahr geprägtes und müde wirkendes Gesicht. Es war zuende. Und damit würde alles anfangen.

Ende Teil 1

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