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Books » Harry Potter » Within Hell
Feelicitas Lefay
Author of 12 Stories
Rated: T - German - Angst/Horror - Voldemort & Severus S. - Reviews: 11 - Updated: 01-02-06 - Published: 12-05-05 - Complete - id:2689556
9. Neuerungen und Wiedergeburt

In den darauf folgenden Tagen lebte Feelicitas wie auf eine Vulkan, der jederzeit zum Ausbruch kommen kann. Man konnte deutlich spüren, das eine heftige Spannung in der Luft lag, die sich laufend zu steigern schien und am späten Nachmittag ihren unerträglichen Höhepunkt erlebte.

Wurmschwanz war dermaßen angespannt, das er in der letzten Nacht kaum geschlafen hatte und da sie wieder sehr dicht aneinander schliefen, ohne das Feelicitas etwas dagegen tat, schrak er immer hoch, wenn sie sich bewegte. Dennoch schien er auch so eine distanzierte Art zu entwickeln, die es ihm ermöglichte den Durchblick zu behalten. Er wusste sogar welches Datum sie hatten. Feelicitas waren solche Nebensächlichkeiten unwichtig geworden. Doch irgendwie versetzte es ihr einen Stich zu erfahren, das es mittlerweile der 24. Juni war. So lange war sie schon hier und es sollten erst zwei Monate sein?

Doch nicht nur Wurmschwanz verbreitete ein hohes Maß an Unsicherheit.

Feelicitas schien es, das vielmehr Voldemort das Flackern in die Luft brachte. Es hatte einen Grund. Heute war der große Tag, von denen sich alle Drei Bewohner des alten Riddlehauses unterschiedliche, doch gleichsam grundlegende Änderungen versprachen.

Feelicitas selber war sehr nervös und wartete nur darauf, das es endlich dunkel würde. Mit stummen Blicken hatte sie Wurmschwanz heute den ganzen Tag bei seine Verrichtung der Aufgaben und des immer wiederkehrenden Herunterleierns dieser magischen Formel beobachtet. Irgendwie hörte es sich bei ihm wie ein altes Gebet an, was seltsam unpassend wirkte.

Dennoch genoss sie es, das sich mal wieder niemand speziell um sie scherte. Feelicitas hatte mittlerweile eigene Pläne zu ihrer Rettung entwickelt, die auf Wurmschwanz Unachtsamkeit basierten. Der Maisbrei, den sie vor ein Paar Tagen an sich genommen hatte, war mittlerweile grau und schleimig. Doch durch die konstante Körperwärme , fing es mittlerweile an zu stinken, so das sie Angst haben musste überführt zu werden.

Je länger die Spannung in der Luft auf die Drei drückte, um so unwahrscheinlicher erschien Feelicitas das mögliche Gelingen ihres Traumes. Stille lastete auf ihren Ohren, die Stunden vergingen so träge und zähflüssig das sie glaubte verrückt zu werden, wenn das noch lange so ging.

Keiner rührte sich, keiner wagte es die drückende Stille zu beenden und Voldemort selber schien nicht mehr ansprechbar. Er merkte nicht einmal wie Feelicitas ihn verstohlen musterte. Der dunkle Lord lag einfach da, verdeckt durch die Flut seines Umhangs und sein abscheulicher Blick, lag wohl irgendwo hinter den lodernden, wärmenden Flammen des Kamins. Unerreichbar tief in einen Reich jenseits des Verstandes, das er nur mit sich selber teilen konnte. Es war ein düsterer und unheimlicher Anblick und schnell wandte Feelicitas ihren Blick wieder auf Wurmschwanz, der in einer Ecke hockte und auf seinen Fingern kaute. Auch sein Blick war in die Ferne gerichtet. Genauso wie sein Gebieter hatte er sich von der Welt distanziert und wartete.

Eine Art von Schlaf überkam Feelicitas und so schreckte sie ruckartig auf, als Voldemort sich plötzlich regte, seine Nüstern erregt blähte und sich an Wurmschwanz wendete: „Es ist soweit Wurmschwanz. Bind das Mädchen fest und beeil dich!" Wurmschwanz erhob sich beflissen und zog Feelicitas auf die Beine, schleifte sie fast quer durchs Zimmer hinter sich her und beschwor zu ihren Entsetzen eine Kette hervor, mit der er einen Fuß von ihr ans Kamingitter fesselte. Voldemorts Nüstern zitterten und er zischte ungeduldig. Nagini kroch, irgendwie ziemlich freudig klingende Zischerein von sich gebend, durchs Zimmer und ehe die Schlange ihnen folgen konnte hatte Wurmschwanz, Voldemort aufgenommen und war durch die Tür verschwunden.

Das ging schnell und Feelicitas brauchte noch eine Weile um die plötzliche Stille zu erfassen. Es war wie immer, sobald Voldemort aus diesen Zimmer raus war, hatte es die Hälfte seines Schreckens verloren. Feelicitas blieb alleine zurück, das Feuer brannte langsam nieder. Die magische Unterstützung schien ihm zu fehlen.

Einige Minuten vergingen in denen sich nichts tat. Ein Vogel schrie draußen und man hörte die Küchentüre im Untergeschoss zuschlagen.

Die junge Frau lauschte noch eine Weile, doch sie hörte nun wirklich nichts mehr außer dem Rauschen und Rascheln der wenigen nahestehenden Bäume.

Dann besann sie sich auf ihr eigentliches Vorhaben und besah sich die Fessel um ihren Fuß. So was altertümliches, hatte sie noch nie mit eigenen Augen gesehen. Zauberer hatten wohl noch nie etwas von modernen Handschelle gehört.

Doch Feelicitas konnte nicht meckern. Mehr Glück hätte sie gar nicht erwarten können, deswegen atmete sie erleichtert aus. Sie zog ihren ehemals weißen und nun ziemlich grau-beigen Textilschuh aus und zog mit allen Kräften an der weiten Fessel. Wurmschwanz war mal wieder etwas nachlässig gewesen. Doch es war leider nicht locker genug, der Fuß blieb gefangen.

Doch warum sollte Feelicitas in Panik ausbrechen? Das Schicksal wollte es, das sie gerade ein sehr gutes Schmiermittel in der Tasche hatte. Feelicitas musste noch nicht aufgeben. Sie holte das Flächchen mit glitschigen verdorbenen Maisbrei hervor, das sie unter Naginis Aufsicht nicht weggeschüttet, sondern umgefüllt und aufbewahrt hatte. Sie schüttete den nunmehr sehr unidentifizierbaren Inhalt über ihren Fuß und ignorierte den säuerlichen Geruch. Es half und die Fessel rutschte ein weites Stück in Richtung Freiheit.

Kurz bevor es ihr gelang die Fessel abzustreifen fiel ihr ein, das sie die Zeit vergessen hatte. Es war schon einiges davon vergangen, bestimmt fast mehr als eine Stunde. Feelicitas schaute irritiert auf und wollte aufgrund des Mondstands Aufschluss finden, doch dann hörte sie etwas, das sie alles andere abermals vergessen ließ.

Einen Schrei, den verzweifelten Schmerzensschrei eines gequälten Kindes oder Tieres. Sie wusste nicht was es war, sie wusste nicht was sie tun sollte. So genau hatte sie sich über die derzeit stattfindenden Dinge, keine Gedanken gemacht. Da es aber nicht Voldemort war, der so schrie, musste dieser wohl einen Triumpf erlebt haben und irgendwas musste darunter leider.

Einen Moment saß sie nur erstarrt da und war unfähig sich zu rühren. Doch dann fuhr sie mit ihrer Arbeit fort. Feelicitas wurde zum erstenmal das drückende Gefühl in ihrer Brust bewusst. Ihre Handrücken stachen bei den angestrengten Bemühen auch die letzten Zentimeter zu überwinden und endlich diese verfluchte Fessel loszuwerden. Feelicitas hörte wieder Geräusche, wollte aber gar nicht wissen was sie bedeuten mochten. Waren wirklich schon Stunden vergangen?

Die Angst pocherte in ihren Herzen und ein stechender krampfhafter Schmerz fuhr in ihr Handgelenk, genau dort wo ihr die kleine gewundene Narbe verblieben war.

Das hatte doch was zu bedeuten, aber sie mochte nicht dran denken. Wohl doch nur die Nerven. Sie zog und zerrte, sodass ihre Haut feucht wurde vor Anstrengung. Es dauerte eine Ewigkeit bis sie, während sie immer noch auf die tosenden Geräusche die von draußen hereinplatzten lauschte, die Fessel mit einen Ruck doch noch von ihren Fuß streifte und von der plötzlichen Freiheit hinten rüberfiel.

Einen Moment lag sie mit ausgestreckten Armen auf dem dreckigen Boden im Schein des Mondes und musterte die Spinnwebenverhangene Decke.

Ihr ganzer Körper schmerzte, doch Feelicitas erhob sich hastig mit einen Stöhnen und warf ihren Umhang um die Schultern, während sie gleichzeitig ihren Schuh wieder anzog. Dann lief sie stolpernd los, verließ das Zimmer und wäre um ein Haar auch noch die Treppe hinuntergefallen und konnte sich gerade noch am Geländer festhalten. Das alte Holz ließ ein trockenes Bersten hören, hielt aber ihrem Gewicht stand. Feelicitas hastete aus dem Haus und durch den Garten. An dem Gärtnerhäuschen. Sie wollte diesmal die entgegengesetzte Richtung als das letzte Mal nehmen und hoffte schnell in das rettende nahe Dorf Little Hangelton zu gelangen. Aus der Ferne hörte man nichts mehr außer dem schrillen Schrei eines Vogels.

Aber sie achtete nicht einmal mehr darauf, das die Geräusche längst verstummt waren. Nur entkommen war noch wichtig. Der Mond der sich kurzzeitig hinter einer Wolke versteckt hatte, kam hervor und zeigte sein fahles Gesicht als sie gerade um die Hausecke des kleinen Häuschens bog.

Feelicitas sah kurz etwas großes, dunkles und spürte einen sehr harten Aufprall. Sie fiel hin, versuchte aber sofort auf die Füße zu kommen um zu ergründen gegen was sie gerannt war. Sie warf den Kopf hoch und ihre entrüstete Miene schwand dumpfen Erstaunens und sie wich ruckartig zurück. Beinahe starr vor Entsetzen kroch Feelicitas rückwärts, bis zum nächsten Baum, der ihr wegkriechen behinderte. Sie konnte ihren Blick immer noch nicht von der großen Gestalt wenden, doch sank sie zusammen und schlang die Arme um ihren geschundenen Körper.

Vor ihr stand eine hochgewachsene Gestalt in eine dunklen Umhang. Das war doch nicht möglich. Dennoch erkannte sie ihn sofort und drückte sich noch näher gegen den Baum und ein leises Wimmern durchfuhr ihre Glieder. Sie sah Voldemorts Gesicht, die roten, ihr nur zu bekannten Augen, die spindeldürren langen weißen Finger, die in den Umhang griffen um zweifellos nichts anderes als ihren Tod herauszuholen.

Mit einen Entsetzensschrei sprang Feelicitas plötzlich auf und rannte los. Was immer Voldemort nun mit ihr machen wollte, sie wollte es ihm nicht so einfach machen sie zu kriegen. Das hier würde nicht angenehm werden, wenn sie nicht machte wegzukommen.

Doch natürlich, hatte sie nicht mit dem Einsatz von Zauberei gerechnet. In Richtung Toreinfahrt gewandt musste sie doch umkehren, als wie durch Zauberhand das schwere, rostige Tor mit Ächzen und Kreischen zuschlug und ihr kein Entrinnen mehr bot. Sie hörte wie Voldemort hinter ihr anfing zu lachen, kalt, grausam, freudlos, unerbittlich. Sie verstand, warum er es überhaupt zugelassen hatte, das sie vor ihm wegrannte.

Doch in ihrer Panik, wollte Feelicitas nicht aufgeben. Statt einfach zu verhaaren, versuchte sie den Zaun zu überwinden, und trotz ihrer eigentlich guten Kletterkünste, war es vergeblich. Unsichtbare Klauen griffen nach ihr, umfassten ihren Körper so hart das ihr die Luft wegblieb und rissen sie zurück.. Feelicitas fiel in den überwachsenen Kies der Einfahrt und stieß sich den Kopf an einen Randstein. Und dann war da nur noch ein heftiger wirbelnder Schmerz, der ihr die Besinnung nahm.

Feelicitas hatte nicht lange besinnungslos dagelegen. Als sie langsam wieder aus der Bewusstlosigkeit erwachte, befand sie sich immer noch vor dem Haus und nichts schien mittlerweile geschehen zu sein. Was war passiert? Doch ihre Erinnerung kehrte schnell zurück, als sie sich unter einen tiefen Stöhnen, ächzend erhob.

Feelicitas erblickte Voldemort und Wurmschwanz ganz in ihrer Nähe.

Wurmschwanz wand sich in scheinbarer Verzweiflung auf den Boden, während die dunkle Gestalt Lord Voldemorts einen drohenden Schatten auf ihn warf. Sein rattenartiger Diener hub gerade an zu sprechen und es hörte sich an als ob er die letzen Reste seines erbärmlichen Mutes zusammen nehmen musste um überhaupt einen Ton herauszubringen.

„Ich kann mir selbst nicht erklären, wie sie entkommen konnte, eure Lordschaft. Glaubt mir ich habe damit nichts zu tun. Die Ketten waren fest. " Beteuerte er, doch sein Herr schenkte ihm kein Gehör

„Schweig Wurmschwanz und hör mit dem Gejammer auf!" fuhr Lord Voldemort ihn Unheil verkündend an. Egal was er heute für ein schönes, triumphales Erlebnis gehabt hatte, das dazu geführt hatte, das er seinen Körper bekam. Er war trotzdem wie nach einer schweren Niederlage schlecht gelaunt.

„Tu nicht so, als hättest du nichts gewusst. Wie kannst du es wagen so unachtsam zu sein, gerade wo dir das letzte Mal, eine Lehre gewesen sein sollte. Und ist sie nicht erst vor kurzen dir fast wieder entkommen? Du lernst nie aus deinen Fehlern, du Narr. Langsam bin ich es leid. Immer und immer wieder lässt du dieselben Dinge geschehen."

Wurmschwanz zuckte noch mehr zusammen. Feelicitas fiel gerade ein, das er wohl der einzigste im Haus war, der es nicht wahrhaben wollte, das sein Herr zuviel mitbekam.

„Ja, ich weiß davon, du törichter Narr. Aber solche elendigen Kreaturen wie du, lernen wohl nie dazu und du trägst die Verantwortung. Ich mache dich dafür verantwortlich. Ich dulde es nicht das du meinen Befehle so absichtlich missachtest und du wirst dafür bestraft werden. Wir haben sowieso noch einige Dinge offen, erinnerst du dich noch?"

Wurmschwanz Stimme war nur noch ein ersticktes Wimmern: „Bitte, Meister, habe ich euch nicht gerade Heute bewiesen, das meine Hingabe zu euch unumstößlich ist und ich in meiner Treue zu euch niemals zu wanken gedenke?"

Voldemort trat näher zu ihm und Wurmschwanz duckte sich unter dem dunklen Schatten.

„Wurmschwanz du hast deinen Lohn bereits erhalten." Sagte er milde: „Du warst nützlich. Doch Helfer die andauernd Fehler machen, kann ich nicht in meinen Reihen dulden. Also?"

Wurmschwanz gab keine Antwort, er bebte nur.

„Du antwortest nicht? Dann sehe ich mich gezwungen dir begreiflich zu machen, was solche Diener von mir zu erwarten haben, wenn sie uneinsichtig und verstockt bleiben." Das klang ganz so, als sei nun Wurmschwanz letzte Stunde geschlagen. Feelicitas hatte in den letzten Tagen reichlich mitgeholfen, das Wurmschwanz Fehler immer so auffällig waren, wie es nur ging. Sie wollte damit erreichen, das die Ratte in Ungnade fiel, aber keinesfalls wollte sie schuld sein, das er nun nach der Erfüllung seines Nutzens einfach um die Ecke gebracht wurde. Was auch immer in dieser Nacht geschehen war, es konnte nicht nur gutes gewesen sein. Voldemort schien sich wieder abreagieren zu wollen. Feelicitas traf eine Entscheidung, sie hätte jetzt einfach sich still und zurückhaltend benehmen können, doch ohne Wurmschwanz Anwesendheit und seine Schusseligkeit, würde sie hier nie wieder herauskommen. Also musste sie handeln.

Voldemort ging ein paar Schritte zurück und betrachtete kritisch den Abstand zu seinen zitternden Diener. Dann suchte er seinen Zauberstab. Feelicitas schrie entsetzt und seine Hand die sich gerade in die Falten seines Umhangs verlieren wollte hielt inne, während er sich umwand und sein infernalischer Blick nun sie erstaunt musterte: „Ja?" fragte er leise und emotionslos: „Hast du etwas zu sagen. Muggel?" Das letzte Wort sprach er mit so einer Betonung, das Feelicitas sich ganz entmutigt fühlte. Hätte sie mal einen anderen Weg eingeschlagen.

Die junge Frau rappelte sich auf so gut es ging und kroch, trotz Schwindels und Schmerzen auf die beiden zu. Voldemort schaute mit einen Hauch von verblüffter Verwirrung auf sie herunter und Feelicitas versuchte noch näher auf ihn zuzukriechen. Es gelang ihr aber nur schwer, weil sie einen Fuß nachzog und vor Schmerz zusammenzuckte, wenn dieser den Boden berührte.

„Wartet" sagte sie drängend und war über sich erstaunt, was sie zu solch einer Tat wohl treiben mochte. Doch sie war sich so sicher, das wenn Wurmschwanz jetzt sterben müsste, sich ihre Fluchtchancen sehr minimieren würden, das ihr alles egal war.

„Er kann wirklich nicht viel dafür. Lasst ihn bitte am Leben und ich erzähle alles darüber, wie ich es gemacht habe." Voldemort schien nicht allzu erbost über ihren fast schon unverschämten Ausruf und schien sogar geneigt ihr belustigt zuzuhören und senkte seinen Zauberstab etwas.

„Sprich!" sagte er kurz und drohend „Aber mach es nicht zu lang!" Und dann wandte er sich wirklich von Wurmschwanz ab, der erleichtert und dankbar blickte und froh war, seiner Strafe, wenn auch nur vorerst, entrungen zu sein und zusammensank.

Feelicitas gestand, wie sie unter Naginis unwachsamen Blicken, den Maisbrei verschwinden ließ. Wie sie dadurch aus der Fessel schlüpfen konnte und weglaufen wollte und machte dann eine Pause in ihrer Fluchtschilderung. Wurmschwanz hatte sich in der Zwischenzeit aufgerappelt und verhielt sich still, doch Lord Voldemort hätte ihm auch ohne dieses Bemühen nicht mehr beachtet. Seine Aufmerksamkeit war ganz auf Feelicitas gerichtet. Wie eine Katze eine Maus anschauen würde, war sein Blick. Er hatte einfach dagestanden und zugehört, den Zauberstab immer noch in ihren Blickfeld, falls er doch noch Lust verspürte ihr einen Fluch auf den Hals zu jagen. Doch als ihre Stimme erstarb, bohrte sich sein Blick geradezu in ihren Körper und hinterließ dieses Brennen, der eisigen Leere, die sie so fürchtete.

Feelicitas hatte wie von selbst geredet, doch jetzt am Ende überkam sie das Gefühl noch lange nicht fertig zu sein. Ihm sah man nicht an, was er dachte oder tun wollte. Ob er verärgert war, oder ihm das eigentlich an den Interessen vorbeiging. Nur Feelicitas machte es etwas aus. Ihr Körper schien zu platzen vor Schmerz und die Ironie ihrer Situation, brachte sie nahe an den Wahnsinn. Wenn er doch wenigstens sauer würde, doch diese Tatlosigkeit und der stille Blick der auf ihr lag war zuviel. Alles wäre besser, als diese Augen weiter zu ertragen.

Und ehe Feelicitas sich der Tragweite der möglichen Folgen bewusst wurde, oder gerade weil es ihr bewusst war, kam es ihr und sie stieß herausfordernd aus: „Ich bedauere es zutiefst das es mir nicht gelungen ist zu fliehen, denn dann bräuchte ich nicht länger an diesen Spiel teilzunehmen, das ihr hier spielt. Mir reicht es, ihr wolltet mich doch umbringen, also macht es doch." Sie lachte kurz auf, bitter und ohne Hoffnung, aber erschrocken darüber wie weit es schon mit ihr gekommen war. Niemals hätte sie so ein Verhalten von sich erwartet. Sie war nicht so. Sie war eigentlich jemand, der andere machen ließ und zusah, das man sie nicht über den selben Kamm scherte. Feelicitas war nicht mutig, sie war nur verzweifelt.

Lord Voldemort tat nichts, nur die Spannung in der Luft wurde intensiver. Himmel, was muss ich denn noch tun, damit er endlich ein Ende macht, fragte sie sich zutiefst verletzt, doch scheinbar war es zwecklos, er würde ihr diesen Wunsch nicht erfüllen. Also weiter versuchen, irgendwann würde dieser Irre so wütend werden, das er endlich aufhörte ihr weh zu tun: „Ach ja, ich weiß meine Zeit ist wohl noch nicht gekommen, natürlich habt ihr anderes mit mir vor, aber glaubt mir, ich kann es kaum erwarten hier wegzukommen, egal ob auf die eine oder andere Weise. Was ist, beeilt euch mal mit eurer Reaktion, damit ich eure kranke Anwesendheit und diese kriecherische Ratte nicht mehr ertragen muss, statt mich so blöde anzustarren!" brach es schließlich laut aus ihr raus und sie funkelnde ihn mit tränenverschleierten Blick an. Dann wollte sie aufstehen, aber ihr Bein wollte sie nicht tragen. Es reichte nur für ein aufrechteres Knien, das zwar etwas unpassend erschien, aber sehr wirkungsvoll war, besonders als sie die Arme noch ausbreitete und dann stumm und erwartungsvoll verhaarte und ihm tief in die roten Augen sah.

„Das sehe ich." Sagte er einfach nur, aber ihr bitten und Flehen, ließ ihn nur noch ruhiger werden. Wer weiß, vielleicht geschah es nicht alle Tage, das man ihn um den Tod anbettelte, wenn er noch nicht einmal mit seinen üblichen Strafen angefangen hatte.

„Na, dann tut nicht wie blind. Was ist nun mit meiner Bestrafung? Warum zögert ihr immer noch? Haltet ihr eure Versprechen etwa nicht?" Feelicitas sah, das er sich endlich regte und warf ihren Kopf in den Nacken und schloss die Augen. Sie war dermaßen wütend über ihn, sich selbst und das Schicksal der Welt und konnte keine Angst vor dem kommenden empfinden.

Doch sie konnte sich was schöneres vorstellen, als das der letzte Mensch den sie sehen sollte, gerade dieses Monster sein sollte und so dachte sie an jemand der ihr Nahestand, aber lange schon nicht mehr bei ihr sein konnte. Sie fühlte, wie der dunkle Lord näher kam und ein Stück vor ihr innehielt und ein wutverzerrtes oder auch abfälliges Schnauben ausstieß. Doch noch immer traf sie kein Fluch, gab es kein Ende.

Dann nach einem kurzen Zögern oder einen Momentes des Nachdenkens hörte sie die Schritte nackter Füße noch näher auf sich zukommen. Feelicitas verkrampfte sich und erwartete das schlimmste.

Die junge Frau spürte einen harten Stoß im Gesicht, als ihr eine kräftiger Schlag verpasst wurde. Es war noch fester, als Wurmschwanz vermocht hatte und die Kruste ihrer Platzwunde brach wieder auf. Heiße Blutstropfen liefen an ihrer Wange hinab. Sie fiel zur Seite und prallte auf der harten feuchten Erde des Rasens auf. Sobald sie wieder klar denken konnte, stütze sie sich sogleich hastig, aber ernüchtert wieder auf und warf Voldemort, der nun unmittelbar vor ihr stand einen verschleierten, dennoch fest entschlossenen Blick zu.

Während sie mit der anderen Hand das Blut aus ihren Mundwinkel wich und ihre Augen von den Schmerzenstränen befreite, brach sie in leises freudloses Gelächter aus und erwiderte ihm verachtend und deutlich: „Was soll man nur von euren Worten halten? Eure Anhänger müssen ein Haufen von Dummköpfen sein, wenn sie vor euren Zorn Angst haben..."

Nachdem sie immer noch in diesen rausfordernden Ton gesprochen hatte, verwandelte sich seine Miene für einen Moment in schlecht verhülltes Erstaunen, dann gewann seine Wut wieder überhand über ihn und er unterbrach sie.

„Schweig still du törichter Muggel! War das nicht genug für dich? Oder soll ich mich tatsächlich dazu herablassen mich zu fragen, ob ich so ein Gewinsel einer törichten Hündin glauben schenken sollte. Wünscht du dir wirklich den Tod, kleine Muggel?" zischte er „Der Tot ist das schlimmste. Niemals solltest du dir das wünschen." Bei seinen Worten schien ein wenig Nachdenklichkeit dabei zu sein. Feelicitas ernüchterte es ungemein. Voldemort gab ihr gerade einen Ratschlag, der von bloßen ewig gleicher Einschüchterungsversuche, weit entfernt war. Er sprach nach einen kurzen Augenblick weiter und seine Augen klärten sich wieder, sein Tod wurde schärfer.

„Aber du kannst beruhigt sein, ich werde deinen Wunsch einmal erfüllen. Du wirst sehen, nur zu bald ist dein Tag gekommen. Beizeiten werde ich dich lehren, was deine Impertinenz für Folgen hat. Heute nicht, aber ich werde mein Versprechen halten und dann werde ich dich lehren was es heißt um den Tod zu flehen. Denn du wirst dann genug Grund dafür haben. Du wirst leiden müssen, Muggel, bevor ich ihn dir gestatte." Er sagte das in einen wahrhaft höllischen Ton und seine roten Augen stießen sie in den Sog der Verzweiflung und ließen sie bereuen wozu sie sich hinreizen gelassen hatte, doch in ihren Inneren stand sie zu ihren Worten. Sie konnte nicht mehr und er sollte sie endlich in Ruhe lassen. Und wenn Ruhe einen grauenhaften, aber sofortigen Tod bedeutete, dann wollte sie alles dafür wagen. Voldemort wandte sich schlagartig ab und sagte ruhiger: „Aber für Heute gab es genug Tod."

Er wandte er sich wieder Wurmschwanz zu, doch bevor er auch nur ein Wort an ihn richten konnte, sah er wie sein Diener große Augen bekam und auf etwas hinter seinen Herrn starrte. Als Voldemort dann immer noch ihre aufmüpfige Stimme vernehmen konnte wandte er sich Feelicitas mit einer Drehung wieder zu. Egal was es war, das sie hinter seine Rücken getan hatte sie war noch nicht fertig. Sie hatte sich wieder so weit es ging aufgerichtet und sagte gefühlskalt und doch deutlich verzweifelt und jedes Wort langsam und einzeln betonend: „Wer es glaubt wird selig!" Dann während der dunkle Lord noch sein wahrhaft unüberlegenes Entsetzen zu verbergen suchte, über soviel törichten Unvernunft, schloss sie ihre Augen und spuckte ihn vor die nackten Füße. In den Moment des Entsetzens hinein sprach sie Wurmschwanz an: „Wurmschwanz" flüsterte Feelicitas, tonlos und versuchte seinen Blick zu erringen.

„Schau dir genau an, wie der große Lord Voldemort reagiert wenn man ihn auf die Füße spuckt. Sieht nicht gerade beeindruckend aus, nicht wahr?" Wurmschwanz zuckte noch mehr zusammen und wagte sich kaum zu gucken.

Stimmt, Wurmschwanz sprach den Namen ja nie aus, und hat mir unter schwersten Drohungen davon abgeraten ihn zu gebrauchen, stellte Feelicitas fest. Erbärmliche Ratte.

Doch Wurmschwanz war neugieriger als man dachte. Nachdem er nun wirklich noch am wenigsten Grund für Ärger gab, nahm er sich ein Herz, schaute doch auf und musterte verstohlen seinen Herrn und sah, was das Mädchen meinte.

Alles hätte man nun nach den verhängnisvollen Stunden der Wiederauferstehung, und dem Maleur mit Harry Potter vermuten können. Noch vor wenigen Minuten, schien sein Zorn ja wirklich nach draußen zu wollen. Doch der dunkle Lord, schien abgelenkt. Es war kein Zorn in seinen Zügen, sondern etwas, das Wurmschwanz als leichte Anerkennung von Einsatz und Durchsetzungsvermögen ansah. Es hinderte ihn wohl daran, das er irgendwas tat um ihren Wunsch zu erfüllen.

Jedenfalls noch nicht, dachte sein Diener und sah vor seinen inneren Auge schon ein Gewitter auf sie herabkommen, das jedes da gewesene bei weiten übertreffen sollte. Nachdem er heute nicht nur Harry Potter verloren hatte, sondern auch jegliche Aussicht auf baldigen Erfolg in dieser Sache, konnte das nur schlimm enden. Natürlich gewann das Mädchen dadurch Zeit. Wenn die Pläne des dunklen Lordes funktioniert hätten, wären ihr nur noch wenige Tage geblieben. Der dunkle Lord hätte Askaban einfach überrannt und ein Fest gegeben. Niemand wäre dann da gewesen, der ihn noch hindern konnte. Doch nun dauerte es noch ein wenig. Aber wenn die Zeit der Rache gekommen war, würde niemand von ihnen mehr etwas zu lachen haben.

Feelicitas verstand die Welt nicht mehr. Sie wusste, wenn es denn soweit kommen würde, dann würde sie sich noch Jahre später wundern warum dieses Monstrum sie so verschonte. Wurmschwanz hätte er bestimmt schon der Schlange zum Futter vorgeworfen. Aber vielleicht war es ja gerade deshalb. Wurmschwanz war einer seiner Getreuen und die mussten Loyal sein. Aber wie Barty Crouch schon angemerkt hatte, Feelicitas war keine Anhängerin, sondern eine Muggel ohne jede Bedeutung. Es war ihr Glück, das sie so wenig Wert hatte, so zog Voldemort sich das alles gar nicht an und tolerierte es. Aber es war ein solch unverdientes Glück gewesen. Feelicitas wusste, sie hatte es nicht verdient das es so ausgegangen war, ganz ohne das sie ihren Verstand oder ihr Leben unter Schmerzen verlor.

Hätte er sie in diesen Moment umgebracht, wäre ihr zwar so vieles erspart geblieben...doch auch bestimmt viel entgangen.

Die Aura von Schrecken, Macht und Größe hatte sie wohl trotzdem für einen Moment durchbrochen. Voldemort zeigte deutlich sein Befremden darüber, das sie es wagte so mit ihm umzugehen. Wer weiß was er heute schon alles zu hören bekommen hatte. Feelicitas hatte seine verwunderte Miene gesehen und einen kaum merklichen Zug von Bewunderung in seinen unmenschlich roten Augen wahrgenommen, bei dem es ihr ganz warm ums Herz wurde. Dennoch, während sie ihn provozierend anflackerte und um ihren Tod schacherte, verlor sie die Lust an diesen Spiel. Vielleicht hatte er ja recht und sie machte sich nur lächerlich. Voldemort war bestimmt niemand, der sich zu irgendetwas einfach so hinreißen ließ. Ganz plötzlich hatte der dunkle Lord dann den Blickkontakt gebrochen und war an ihr vorbei, sie einfach ignorierend zum Haus gegangen. Als er an Wurmschwanz vorbeistrich hielt er inne und sagte ohne sich die Mühe zu machen ihn anzublicken und verhältnismäßig ruhig: „Steh auf und hilf ihr zurück ins Haus! Pack meine Sachen und kümmere dich darum, das sie wieder laufen kann. Wir werden noch heute Nacht abreisen und ein Zwischenquartier aufsuchen. Hier ist es zu gefährlich, der Verräter weiß wohin sein Zeichen ihn führt. Ich habe nicht vor, das Dumbledore an meine Haustüre klopft, also werden wir umziehen. Ihr begebt euch schnellstmöglich dorthin. Ich werde dir gleich den genauen Standort nennen. Erwartet mich dort in drei Tagen, unterdessen habe ich noch etwas zu erledigen."

Als er sich wieder zum gehen wandte hielt einen Frage von Wurmschwanz ihn auf.

„Was habt ihr jetzt vor eure Lordschaft?" Voldemort wandte seinen Blick wieder auf Wurmschwanz und klang beinahe belustigt, also hatte er den Zwischenfall mit Feelicitas überwunden.

„Ich habe viel zu erledigen, Wurmschwanz. Ich kann zum ersten mal seit 14 Jahren wieder Leben. Meinst du nicht, das ich Zeit brauche mich von dir und deiner Pflege zu erholen? Aber wenn du wissen willst, was mit dem Mädchen weiter geschieht kann ich dich zufrieden stellen. Ich werde mich zum geeigneten Zeitpunkt noch eingehend mit ihr beschäftigen. Je besser ich meine Pläne verwirklichen kann, umso schneller befreie ich uns von dieser Plage und du wirst von deiner Aufgabe entbunden. Bis dahin aber solltest du dir wirklich noch nicht einmal den kleinsten Fehler leisten, nicht wahr Wurmschwanz?"

Dann ging er weiter. Wurmschwanz murmelte fasst schon überdankbar. „Ihr seid zu gütig, Meister." Dann stand er langsam auf, als ob ihm immer noch schwindelte und ging mit steifen Schritten auf Feelicitas zu.

„Komm mit!" forderte er sie trocken auf.

Feelicitas fühlte sich nun nach der ganzen Aufregung ganz schlapp.

„Ich kann nicht. Ich glaube ich habe mir den Fuß gebrochen." sagte sie leise und zog ihren Fuß unter schmerzhaften Stöhnen unter ihren Körper hervor. Wurmschwanz beschwor eine Schiene hervor und befestigte sie ohne rechtes Geschick an ihrer Ferse und half ihr aufzustehen, indem er sie unter den Armen packte und hochhob. Dann fasste er Feelicitas Arm mit so festen Griff, das sie einen Schmerzensschrei ausstieß. Ich kann doch wirklich nur humpeln, was sollte diese Gewalt? Außerdem habe ich dich um deine Bestrafung gebracht, und so dankst du es mir? Als sie protestieren wollte fiel ihr Blick auf die silbrige Hand und ihr aufschwellender Protest erstarb im Keim. Nachdrücklich quetschte er sie noch einmal, schaute ihr tief in die Augen und Feelicitas nickte verstehend.

„Ich werde mich benehmen, ich schwöre es dir, nur breche mir nicht den Arm, du Rüpel." Sagte sie matt und er ließ lockerer.

Sie traten wieder ins Haus und kamen in das Kaminzimmer. Lord Voldemort saß in seinen Sessel und hatte sich wie schon am Morgen, wieder in sich zurückgezogen. Was war nur seitdem alles geschehen? Er sah so fremd aus und es wirkte surreal, diesen Menschen in dem kleinen hilflosen Wesen wiedererkennen zu können.

Seine Augen waren geschlossen und er hatte eine fast schon entspannten und seligen Ausdruck auf dem Gesicht. Nagini hatte sich zufrieden zu seinen Füssen zusammengekringelt. Sie war die einzigste, die den Eintritt zu bemerken schien. Wurmschwanz stupste Feelicitas in ihre Ecke und befahl ihr ihre Sachen zu packen, während er sich auch schon wieder aus den Zimmer wandte. Sie hörte seinen eiligen Schritt die Treppe heruntersteigen. Sie schaute auf ihr massakriertes Handgelenk das sich gerade lila färbte. Wurmschwanz hatte eine neue Hand, aber das war natürlich nichts zu der Gestalt vor ihr. Blinzelnd schaute sie ihn wieder an. Trotz dessen das sich ihre Lage verschlimmert hatte empfand sie es als Besserung.

Na gut, vor ihr saß ein Mensch, der vielmehr wie ein Geist aus der Unterwelt wirkte. Aber es war ein menschlicher Körper. Alleine der schlangenartige Kopf und die Nüstern erinnerten noch an das kleine, schleimige, geschuppte Wesen mit den zerbrechlichen, an ein Baby ähnelnden Körper. Sie verstand nicht wie es so etwas geben konnte, wie er sich von Drachenblut und Schlangengift am Leben halten konnte. Sie verstand auch nicht wie er zu diesen Körper kam, doch eines verstand sie.

Nun war er ein Wesen aus Fleisch und Blut. Und ohne zu ahnen, wie recht sie hatte damit, das als Schwachstelle bewerten zu können, nahm er ihr alle restliche verbliebene Angst, die sie aufgrund seiner Existenz empfunden hatte. Es fiel ihr auf, das man ihn irgendwie besser angucken konnte in dieser neuen Gestalt. Vielleicht weil man sich nicht mehr ganz von irgendwelchen Schutzgefühlen befreien musste, wenn man das arme Babymonster gesehen hatte. Eigentlich musste sie das als Erleichterung sehen, zumal sie jetzt auch nie wieder Windeln zu wechseln brauchte. Doch Feelicitas sorgte sich und die Worte die der Lord zu ihr gesprochen hatte, am Anfang und auch gerade noch, wirrten tief in ihren Kopf. War sie wirklich so verrückt, das er sich nicht einmal darauf einlassen wollte?

Was würde die Zukunft wohl bringen?

Wurmschwanz kam wieder und sank neben dem Sessel zusammen. Davor war jetzt wegen der Gestalt des Lordes und der Anwesendheit der Schlange kein Platz mehr. Voldemort gab seinen Diener preis, wohin sie sich wenden sollten. Irgendwas mit Seite an Seite Apparieren kam ins Gespräch und Wurmschwanz äußerte beunruhigt, das er das nicht schaffen würde. Was immer das auch war, es handelte sich um eine Fortbewegungsart, denn Voldemort schien das ein wenig zu verstimmen und er entschied, dann müsste Wurmschwanz es lernen, oder laufen. Und dann entließ er seinen Diener und Feelicitas folgte Wurmschwanz eilig nach unten.

Was für ein Tag. Voldemort wusste gar nicht ob er nun wenigstens etwas Zufriedenheit verspüren sollte oder nicht. Immerhin war ein großer Teil des Planes in Erfüllung gegangen. Er genoss es wieder auf seinen eigenen Beinen stehen zu können und sich selber fühlen zu können. Er genoss das Gefühl des Umhangstoffes, der sich sanft an seine Gestalt schmiegte, statt ihn in seinen Falten zu vergraben. Er genoss es, das er endlich wieder jemand war.

Und vor allen Dingen gefiel ihm, das ihm das Mädchen zu verfallen schien. Warum hatte die Dumme Angst und konnte seine Anwesendheit nicht ertragen? Vielleicht irrte er sich ja, doch sie schien es ihm sehr übel zu nehmen, das er nicht das Baby geblieben war, das sie in den Arm nehmen konnte. Vielleicht wäre es ganz interessant noch ein wenig mit ihr zu spielen, ehe er sie ihren eigentlichen Zweck zuwandte.
Muggel waren ja so einfach gestrickt und er hatte schon lange niemanden mehr zum Wahnsinn getrieben. Irgendwie erinnerte dieses Mädchen mit ihren kurzen Kinderkleidern ihn an die Kinder aus dem Waisenhaus. War sie nicht auch eine Waise? Sie hatte am Anfang ihrer Zeit mit ihm etwas in der Richtung angedeutet, das sie aus einen englischen Waisenhaus kam, oder so ähnlich.

Nagini wachte auf und kam ihm näher. „Geht es dir gut, mein Herr?" fragte sie liebevoll und ihr Parsel wurde gefühlvoll von ihm beantwortet: „Aber sicher doch meine Liebe, jetzt ist alles wieder gut."

„Bekomme ich einen von den beiden zu fressen? Ich habe Hunger."

„Nur Geduld, wenn ich dir auch nicht versprechen kann, das es einer der beiden ist, so weiß ich doch, das wir ein paar leckere Happen für dich finden, an denen du nicht erstickst." Zischte er sanft.

„Das ist gut." Äußerte Nagini befriedigt und kuschelte sich wieder zusammen.

Das Haus war still, und Voldemort empfand das als zutiefst erholsam. Niemand lief trampelnd über die alten Böden, niemand bedurfte seiner vollen Aufmerksamkeit und doch... etwas fehlte.
In den letzten Jahren schien ihn niemand vermisst zu haben. Lucius schien zwar weiter in seinen bösen Sinne Unfrieden gestiftet zu haben, über den er seinen Herrn noch näher informieren sollte. Aber eigentlich war der harte Kern seiner Anhängerschaft nicht vorhanden. Wurmschwanz und Crouch hatten ihm zwar von den Lestranges und Rookwood erzählt, aber wer weiß wozu die noch zu gebrauchen sein würden, wenn man sie mal aus Askaban holte. Raus sollten sie auf jeden Fall. Lohn würden sie auch bekommen, aber ob er dann noch weiter mit ihnen arbeiten konnte?

Die Zeit verging und langsam wurde Voldemort unruhig. Er hatte seinen Diener Barty Crouch schon lange zurückerwartet, doch nichts deutete darauf hin, das er im Kommen war.

So wartete der dunkle Lord einfach weiter und versuchte nicht dem Glauben zu schenken, was er längst ahnte. Barty Crouch hatte es vermasselt. Irgendwas hatte er getan, was er lieber hätte lassen sollen. Vielleicht war er auch einfach vollends verrückt geworden. Es schienen mittlerweile zwei Stunden nach der Entlassung seiner Todesser vergangen zu sein. Sie würden sich allzu bald wieder zusammenfinden und er würde erste Aufträge verteilen. Die Wachen von Askaban mussten unterwandert werden. Zur Zeit sah es nicht aus, als könnte man sich ihrer Loyalität sicher sein. Damals war das mal anders, doch eigentlich hatte ihm das nur Ärger bereitet. Es war wohl besser niemanden einzubeziehen und lieber sofort zu stürmen.

Einen kurzen Moment dachte der dunkle Lord müde über die Geschehnisse seiner ersten Herrschaft, die ein so bedauernswert unzufriedenstellendes Ende für ihn nahmen. Teilweise, weil ihm der große Rückfall dazwischen gekommen war, teilweise weil einige Leute versagt hatten oder sich von ihm abwandten. Er schwor noch heute darauf, wenn ihm irgendeiner der darin verwickelten Personen über den Weg laufen sollte, dann wäre eine Vierteilung bei lebendigen Leibe, noch das gnädigste, was sie zu erwarten hätten. Da hatte er schon ganz andere Todesarten angewandt.

Severus Snape und Igor Karakoff würden da einen guten Anfang machen. Er erhob sich aus seinen Sessel und ging zum Fenster. Draußen war es sehr dunkel, aber fast als wäre dies das Stichwort, sah Voldemort, wie sich eine Gestalt im dunklen Umhang dem Haus von der Seite näherte und bald drangen von unten Geräusche hinauf und Schritte kamen die Treppe hoch. Er wandte sich vom Fenster ab und blickte zur Tür.

Doch es war nicht Barty Crouch, der den Raum betrat. Das sah er sofort. Die Gestalt war größer und er erkannte sie genauso gut wieder, wie er auch seine anderen Anhänger erkannt hatte. Es war die in einen schwarzen Umhang gehüllte Gestalt von Severus Snape, der sich nun langsam und still näherte. Voldemort war mehr als nur gelinde überrascht. Mit dem hätte er nicht gerechnet. Demzufolge war sein Erstaunen groß, als sein untreuester Anhänger seine Kapuze zurückzog, seinen Blick senkte und zu einen ehrerbietenden Knäuel zu seines Herrn Füßen wurde. Severus nahm einen Zipfel der Robe und küsste den Saum, dann blieb er einfach verhaarend liegen.

Voldemort schaute auf ihn herab und begriff langsam, das er seinem großen Glück trauen musste, obwohl er es noch nicht ganz glauben konnte. Tausend Fragen stiegen in ihm hoch. Eine sprach er aus, obwohl er wusste, das ihm die Antwort nicht gefallen würde:

„Severus, wo ist Barty Crouch?"

Fortsetzung folgt...

Uh, spannend. Aber da das keine SS/LV Geschichte ist, bleibt es dabei. Ich fühle mich schriftstellerisch auch nicht so begabt um Severus folgende Aktion richtig schildern zu können. Sagen wir einfach. Voldemort war total hingerissen und es machte ihm nur noch halb soviel aus, das er den verrückten Barty verloren hatte.

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