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Author of 16 Stories |
Willkommen, geneigter Leser. An dieser Stelle werde ich keine langen Reden schwingen, sondern nur einige
WICHTIGE FAKTEN:
einbringen:
Überarbeitung: Das Schreiben ist ein Prozess der Weiterentwicklung – diese Story bedeutet mir sehr viel, es ist meine umfangreichste und schwierigste, und ich wollte sie nach einiger Zeit optimieren (die herzzerreißende Szene aus dem Orden des Phoenix, in der Harry Snapes Jugenderinnerungen durchwühlt, hat mich erst zum ultimativen Harry-Potter-Fan gemacht. Aber besser spät als nie). Ich habe nun viel Zeit und natürlich Herzblut in ihre Überarbeitung investiert, und dabei vor allem nach einer klareren Linie gestrebt. Überflüssiges, das den Plot beschwert, habe ich entfernt. Details, die mir erst später eingefallen sind, habe ich hinzugefügt. Fehler wurden beseitigt, viele Formulierungen verbessert, die Charaktere unverkennbarer gezeichnet und deutlicher umrissen. Die Handlung bleibt davon allerdings ganz unberührt (also brauchen sich meine „alteingesessenen“ Leser keine Sorgen zu machen). Außerdem habe ich die POVs (points of view) der jeweiligen Protagonisten viel deutlicher auseinandergehalten (und gekennzeichnet). Jeder Szenenabschnitt wird nur durch ein Paar Augen gesehen, was vor allem in den ersten Kapiteln nicht der Fall war.
Es gibt also jede Menge neuen Lesestoffs – ein Blick lohnt also auch für die Leser, die Severus Snape, Lieblingsfeind bereits kennen!
Beta: Die Grammatik für die ganze neue Version wird noch von der höchst kompetenten und hundertprozentig gnadenlosen
ZAMIRA
überprüft. Danke! (Die Story ist allerdings noch nicht komplett von Zamira überprüft worden, gut Ding will Weile haben)
Und nun die Formalitäten...
Disclaimer: Alle Charaktere gehören JKR, die zu Recht ein Heidengeld damit verdient hat. Ich erziele keinen finanziellen Profit. Nachdem ich gespielt habe, bade ich die Jungs gründlich und stelle sie absolut unversehrt zurück ins Regal. Und damit alles seine Richtigkeit hat, lasse ich auch einen kleinen Obliviate-Zauber auf sie einwirken .
Story:Diese allerdings ist mein geistiges Eigentum, mitsamt allen Ideen und den Zaubersprüchen, die nicht von JKR stammen. Wenn jemand also etwas davon verwenden will, möge er/sie mich vorher bitte fragen! Ich finde es so höflicher, als dass ich, wie schon einige Male, dreist übernommene Details in neuen Storys entdecken muss, zwar nicht eins zu eins kopiert (oh, sogar das gab es), aber doch schon so, dass ich meine eigenen Ideen wiedererkenne (man könnte nun behaupten, Übereinstimmungen ließen sich im Fandom nicht vermeiden – aber wenn man etwas erstellt hat, das es in der Form tatsächlich noch nie gegeben hat, erkennt man sehr leicht die eigenen Aspekte und Formulierungen wieder). Ich beiße nicht, und ich stelle mich auch nicht quer, ganz im Gegenteil. Überraschungen wie in letzter Zeit möchte ich aber nicht mehr erleben. Dasselbe gilt auch für das Archivieren der Story!
Feedback: Ja, bitte! Also, da ich wie gesagt nicht einen müden Sickel bekomme, wie wär’s mit ein wenig Balsam für mein Selbstbewusstsein, oder einer gut durchdachten Kritik?
Warnungen: Hier werden einige sehr sensible Themen wie seelische Abhängigkeit und Missbrauch aufgegriffen. Es wird tief in die Psyche der jeweiligen Protagonisten eingetaucht. Was dabei zum Vorschein kommt, ist nicht immer für schwache Nerven geeignet, ebenso wie einige gewalttätige Szenen, und das systematische Erniedrigen und Quälen (auch in sexueller Hinsicht) einer wehrlosen Person.
Dies und einige unzensierte Lemonszenen machen diese Story nur für Leser ab 18 geeignet!
Zusammenfassung: Die Story basiert auf den Ereignissen aus HP5: Der Orden des Phoenix.
Professor Snape hat Harry noch rechtzeitig aufhalten können, als dieser in sein Denkarium eingetaucht ist. So hat Harry lediglich einen kleinen Teil der Erinnerungen miterlebt, der vielleicht sogar etwas aus dem Kontext herausgerissen war. Doch was versucht der Lehrer für Zaubertränke so verzweifelt zu verbergen, warum der übertriebene Zorn über das Eindringen in seine Privatsphäre?
Genau hier setzt die Weiterführung der unterbrochenen Denkarium-Szene an, ebenso wie die Antwort auf die Fragen, die sie aufgeworfen hat. James Potter hat in Severus’ Leben mehr als nur die Rolle des ewigen Rivalen und Quälgeistes gespielt. Ihre Beziehung reichte viel tiefer, denn irgendwann schaffte es James, Severus’ starken Willen und seinen reichlich vorhandenen Stolz zu brechen.
James Potter und Severus Snape.
Gryffindor und Slytherin.
Feuer und Eis.
Charmanter, beliebter Quidditchstar und introvertierter, verspotteter Schulparia.
Gewalttätiger, grausamer Tyrann und unterwürfiger, willenloser Diener.
Herr und Sklave.
Fürsorglicher Geliebter und zärtlicher Verehrer?
Manchmal müssen wir uns selbst aufgeben, um uns selbst zu finden.
by BlackPriestess
Kapitel 1: Hängengelassen
Severus Snape hing kopfüber in der Luft und sehnte den Tod herbei.
Er sehnte sich nach einem tiefen, dunklen Abgrund, in den er ohne Wiederkehr fallen konnte.
Er sehnte sich nach Schwärze, nach Leere...
... nach einem Ort ohne Erinnerung, ohne Gefühle, ohne Qual...
... ohne Demütigungen und ohne schadenfreudiges Gelächter.
Besagtes Gelächter riss Severus jäh aus seinem zwecklosen Wunschdenken. Verzweifelt versuchte er zu verhindern, dass ihm der Umhang über den Körper und schließlich über den Kopf rutschte. Es war ebenso zwecklos. Hilflos baumelte er weiterhin, unkoordiniert, der sichere Boden einige Fuß unter ihm, während viele Blicke sich in seine nackte Haut einbrannten.
Ja, es passierte schon zum zweiten Mal in nur fünf Minuten, aber nun war Lily Evans nicht mehr da, um sich für ihn einzusetzen. Sie war nicht mehr da, weil Severus zu stolz gewesen war, um sich von einem... Schlammblut verteidigen zu lassen. Leider war er nicht nur zu stolz, sondern dank Potters Lähmzauber auch zu langsam gewesen, um seinen im Gras liegenden Zauberstab noch erreichen zu können.
Seine ganzen „Accio“s hatten nichts genützt, und dabei hatte er es sehr erfolgreich geübt – in der düsteren Abgeschiedenheit des Schlafsaals – nicht jeder konnte seinen Zauberstab herbeibeschwören, höchstens andere Objekte, indem man natürlich seinen Zauberstab zur Hilfe nahm. Ob jemand seinen Fuß draufgestellt hatte? Höchstwahrscheinlich Pettigrew, der musste sich ja auch nützlich machen, wenn er schon nicht gut genug zaubern konnte.
Severus’ Sicht wurde nun von seinem eigenen Umhang verdunkelt. Er verfluchte sich dafür, ausgerechnet den heutigen Tag ausgesucht zu haben, um seine einzige Schuluniform waschen zu lassen. Die wohlbetuchten Potter oder Black würden bestimmt nicht mit dem Problem zu kämpfen haben, nicht genug Kleidung zu besitzen. Sie mussten sicherlich nicht zweimal in der Woche mit hochgeknöpftem Umhang herumlaufen, ob Sommer oder Winter. Wie Severus, der sich dann an Wänden entlang duckte, in der Hoffnung, dass niemand bemerkte was er darunter trug: Nichts, bis auf seine abgenutzte, angegraute Unterwäsche.
Severus presste Kiefer und auch Augenlider fest zusammen, um die Zornestränen daran zu hindern, seine Stirn hinaufzufließen. Oh nein, die Genugtuung, ihn weinen zu sehen, hatte er seit dem ersten Schuljahr niemandem mehr gegönnt. Aber dieses Jahr hatte genügt, um Severus seinen berühmten Spitznamen einzubringen. Nun fing seine Nase auch noch an zu laufen... schon wieder. Kein Wunder, dass alle sich über ihn lustig machten, nicht einmal seine Körperfunktionen hatte er besonders gut unter Kontrolle. Seine Tränen tropften, seine Nase tropfte, was kam als Nächstes? Vielleicht würde er für alle gut sichtbar in seine Unterhose urinieren? Viel fehlte dazu nicht.
Das ist ein Albtraum, bitte, bitte lass es enden...
Stimmen drangen in Severus’ kleine Welt, die nur noch aus schwarzem Stoff und seinem heftigen Herzschlag bestand. Getuschel. Spott. Und nicht eine einzige Stimme, die sich für ihn einsetzte. Mittlerweile erschien es ihm gar nicht mehr so verkehrt, sich von dem Schlammbl-... äh, von Evans beschützen zu lassen. Als würdiger Slytherin hätte er es ausnutzen sollen, dass Potter auf sie zu hören schien.
Beziehungsweise, dass der eingebildete Gryffindor ihr unbedingt gefallen wollte. Oh, Severus gönnte dem Goldjungen von ganzem Herzen, dass der Rotschopf ihn endlich erhörte, denn das würde Potter bestimmt... von ihm ablenken.
Erneut wand sich Severus in seiner mehr als unbehaglichen Position. Das Blut schoss ihm schon in den Kopf, aber er konnte nicht das Geringste ausrichten. Oh ja, seine selbsterfundenen Flüche waren recht wirksam. Allerdings hätte Severus es vorgezogen, das nicht am eigenen Leib zu erfahren.
„Wer will sehen, wie ich Schniefelus die Unterhose ausziehe?“, ließ sich Potters Stimme über das Gemurmel und Gekicher der Schaulustigen vernehmen. Der Vorschlag wurde mit Johlen und einigen angewiderten Ausrufen quittiert.
Severus fühlte die Unterwäsche tatsächlich Inch um Inch an seinen Hüften hinabgleiten.
Oh Salazar, das kann er doch nicht machen... Nein, nein, nein...
„NEIN!“, schrie Severus in die plötzlich entstandene Totenstille hinein.
„Nein?“, sagte der Gryffindor gedehnt. „Dann sag ‚bitte’... sag es und ich lass dich wieder runter!“
„Niemals!“, fauchte Severus gegen den dunklen Stoff.
„Wie du meinst...“, wurde in gleichgültigem Ton erwidert.
Potters Zauberstab beschrieb winzige Kreise, und der Bund der Unterhose drückte nun gegen Severus’ Penisspitze. Sein Gesicht wurde heiß vor Scham und Demütigung.
„Sa-a-ag es! Das kleine Za-a-auberwort!“, sang Potter gutgelaunt.
„Nein!“, knirschte Severus.
„Meine Güte, Schniefelus, sag’s doch endlich und bring’s hinter dich!“, lachte Black. „Du willst uns dein Ding nicht zeigen, und wir wollen’s auch bestimmt nicht sehen! Warum bist du nicht ein guter, höflicher Junge und zeigst die perfekten Slytherin-Manieren?“
„Komm schon, Snape...“, hörte er nun Lupins Stimme. Hass flammte in Severus auf. Der harmoniesüchtige Lupin mischte sich jetzt erst ein, und dann noch mit dem Vorschlag, dass er sich fügen sollte?
Auf die Idee, mir den unfehlbaren Goldjungen vom Leib zu halten, kommt er wohl nicht...und so was schimpft sich Vertrauensschüler!
Severus ahnte es, noch eine kleine Bewegung des Zauberstabes, und die angegraute Unterhose würde alles enthüllen, bald würde er in glorreicher Nacktheit vor der halben Schule hängen.
„Bitte...“, hörte er ein heiseres Flüstern. Zu seinem Entsetzen realisierte Severus, dass es seine eigene Stimme gewesen war.
„Wie war das? Wenn du so nuschelst, kann ich kein Wort verstehen, Schniefelus“, meinte Potter und seufzte tief, als ob ihm die Geduld bald ausgehen würde. „Meint ihr nicht, dass man gute Manieren auch hören sollte?“, fügte er hinzu.
Erneute lautstarke Zustimmung. Pettigrew lachte schmeichlerisch, als ob das der beste Witz überhaupt gewesen wäre.
„Bitte!“, keuchte Severus tränenerstickt, aber etwas deutlicher.
Plötzlich gaben die unsichtbaren Fesseln, die ihn oben in der Luft hielten, mit einem leisen „Plopp“ nach. Severus fiel hart auf den Rücken, in einem einzigen Gemenge aus dürren Gliedmaßen, und zog schnell den Umhang um seinen zitternden Körper.
„Es geht also doch, Schleimbeutel“, sagte James Potter eisig. Mit einer Hand hielt er sich die blutende Wunde, die Severus ihm vor einigen Minuten zugefügt hatte.
Severus blickte mit tränennassem Gesicht zu ihm auf, unfähig noch eine seiner üblichen bissigen Bemerkungen zum Besten zu geben. Er war sogar unfähig, sich über das viele Blut auf Potters kostspieligem Umhang gebührend zu freuen, oder über den hässlichen, tiefen Schnitt, der seine gutaussehenden Züge verunstaltete.
„Er weint ja“, stellte Sirius Black angeekelt fest.
„Man muss seinem Spitznamen ja schließlich gerecht werden, oder?“, meinte Pettigrew mit einem schiefen Grinsen und schaute sich bestätigungsheischend in die Runde um.
Remus Lupin presste nur missbilligend die Lippen zusammen, hatte aber wie immer nichts zu sagen.
Severus ignorierte die anderen drei Rumtreiber, seine Augen waren an James geheftet, voller Ohnmacht und hilflosem Zorn.
„Ich hasse dich, Potter“, stieß er hervor.
„Aber nein, Snape“, erwiderte James vergnügt. Er beugte sich grinsend über den Slytherin. „Du bewunderst mich, genau wie jeder andere auch.“
Der Kreis um die Rumtreiber und Severus löste sich langsam auf, als es nichts mehr zu sehen gab. Black schüttelte den Kopf und warf dem auf der Erde hockenden Jungen noch ein breites, höhnisches Lächeln zu, das alle seine perfekten, weißen Zähne zeigte. Potter warf einen Arm um dessen Schultern und drückte seine Stirn im Davongehen an die des anderen Gryffindors.
Jäher Neid erfasste Severus angesichts dieser Geste, die tiefe Freundschaft zum Ausdruck brachte. Er fragte sich, wie es sich wohl anfühlen mochte, jemanden zu haben, dem man alles anvertrauen konnte. Jemanden... zum Anlehnen. Dann presste er die Zähne zusammen und wischte sich die Nase am Ärmel ab, als er sich mühsam versuchte aufzurappeln. Nein, er, Severus Snape, brauchte niemanden.
Hogwarts’ Schüler schlenderten nach der gelungenen Show wieder Richtung See davon, um den heißen Sommertag weiterhin zu genießen. Niemand machte sich die Mühe, dem schwarzhaarigen Jungen, der wie ein Häufchen Elend dasaß, wieder auf die Beine zu helfen.
Severus umklammerte seine angewinkelten Knie und versuchte, seinen Kopf wieder einigermaßen klar zu bekommen. Er war zwar schlimmer in die Mangel genommen worden als sonst, aber bisher war er doch auch immer darüber hinweggekommen, wenn man ihm nur ein wenig Zeit gewährt hatte, um seine (zahlreichen) Wunden zu lecken.
Seine „Begegnungen“ mit den Rumtreibern und vor allem mit James Potter waren meist nach einem ähnlichen, vorhersehbaren Muster abgelaufen. Dass er seine Ansicht würde ändern müssen, ahnte Severus noch nicht.
Nein, er ahnte nicht, dass es ihm erst noch bevorstand, bis an seine Grenzen zu gehen.
Er ahnte nichts von Emotionen, die sein logischer Verstand nicht mehr würde zuordnen können...
... von Pein, die sogar das Vorstellungsvermögen des leidgeprüften Slytherin übertraf...
... von Demütigungen, die eine ganz neue Dimension annehmen würden...
... Weil ich existiere.