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Movies » Star Wars » Das Leben stinkt auf Coruscant
BlackPriestess
Author of 17 Stories
Rated: M - German - Adventure/Romance - Reviews: 3 - Published: 01-31-06 - Complete - id:2778664

Titel: Das Leben stinkt auf Coruscant

Autor: BlackPriestess

Zeit: Ein Jahr vor "The Phantom Menace"

Disclaimer: Siehe Kapitel

Kontakt: Feedback bitte an

Das Leben stinkt auf Coruscant

8.

Diesen Sieg hatte sich Maul härter erkämpft als es früher der Fall gewesen wäre, aber er war mit seiner Leistung zufrieden und fühlte sich in seinem Selbstbewusstsein wieder etwas aufgebaut. Erschöpft säuberte er seine Waffe an der Kleidung seines Gegners und ließ sie wieder unter seinem Umhang verschwinden. In seiner euphorischen Stimmung dachte er nicht einmal für einen Moment darüber nach, dass er für seine Tat vielleicht zur Rechenschaft gezogen werden könnte. Er zuckte mit den Schultern. Die Ordnungshüter leisteten hier unten bestimmt keine besonders gründliche Arbeit. Nur einmal blickte er auf die Toten zurück. Er beugte sich über den Twi'lek, dessen Stiefel genau seine Größe zu haben schienen. Nein. Er würde hier nicht auch noch zum Leichenfledderer werden.

Der Zabrak klopfte leise an Shar'las Tür.

"Macht auf, ich bin es", flüsterte er heiser.

"Das kann jeder sagen", tönte es von drinnen.

"Ihr wisst schon...der Möchtegern-Sithlord."

Dieses Mal glitt die Tür ohne weitere Verzögerung auf und die zierliche Frau flog in seine Arme.

"Maul wo wart Ihr ich habe mir solche Sorgen gemacht ich muss doch zu meinem Termin! Warum durfte ich nicht raus? Oh allmächtige Aaldra... Ihr seid verletzt was ist passiert?"

Ihr Wortschwall wurde erst unterbrochen, als der Sith eine Hand auf ihren Mund presste.

"Wenn Ihr nur einen Augenblick still sein könntet, würde ich Euch alles erklären."

Sie nickte und er zog die Hand zurück.

"Um es gleich vorweg zu nehmen...Euer Treffen hat sich erledigt."

"Ihr habt mit ihnen geredet? Ich bin Euch so dankbar..."
"Geredet ist etwas...untertrieben."

Ihr Unterkiefer klappte herunter, als ihr dämmerte, was seine Worte im Zusammenhang mit seinen Wunden bedeuteten.

"Ich habe aber dennoch darauf verzichtet, Euch verschiedene Geschlechtsteile als Beweis mitzubringen. Ich war mir nicht sicher, ob Ihr eine solche Geste schätzen würdet", fuhr Maul fort.

"Das war sehr...rücksichtsvoll von Euch", stammelte Shar'la, und ihr lief es kalt den Rücken hinunter. Dieser Mann, den sie kaum kannte, hatte sie mehr als nur gerächt. Als Jedi konnte sie das nicht gutheißen...aber sie hatte drei armselige, schmerzerfüllte Jahre in den Slums verbracht, und als gedemütigte Frau fühlte sie eine unangebrachte, wilde Freude über den Tod ihrer Peiniger.

"Ich habe es für Euch getan. Ich würde alles für Euch tun, Ihr braucht es nur zu sagen", flüsterte Maul ganz dicht an ihrem Ohr. Dies kam für ihn schon einer Liebeserklärung gleich, und Shar'la schien das zu ahnen. Sie drückte sich noch enger an ihn, umschlang seine schmale Taille und vergrub ihr Gesicht an seiner Brust.

Ihre Nähe und ihr Duft berauschten Maul. Er vergaß seine Schmerzen, sein Kopf wurde vollkommen gedankenleer, abgesehen von den ungewohnten Gefühlen, die er in diesem Moment für sie empfand. Zu seiner Enttäuschung löste sie sich nach kurzer Zeit wieder aus seinen Armen.

Shar'la fing damit an, die Reste seiner mit verschiedenfarbigem Blut getränkten Kleidung von seinem Körper zu schälen. Hoffnungsvoll half ihr Maul dabei, aber anscheinend hatte sie etwas anderes vor als das, war er im Sinn führte. Sie zerrte ihn in das kleine Badezimmer, fuhr damit fort, ihn auszuziehen, und schob ihn unter die Dusche.

"Diese Wunden müssen dringend gereinigt und versorgt werden", sagte sie nüchtern.

Maul sammelte seinen letzten Rest Selbstbeherrschung. Seine Verletzungen interessierten ihn in diesem Augenblick nicht im geringsten. Sein Gesicht blieb ausdruckslos, aber Shar'la glaubte aus dem Augenwinkel doch zu erkennen, wie er mit den Augen rollte.

"Kommt gar nicht erst auf die Idee, mit mir zu diskutieren! Ihr wollt doch nicht, dass ich lieber einen Heiler rufe, oder?", fragte sie streng.

Damit hatte sie ihn. Und er wusste, dass sie es wusste. Deshalb hob er die Hände, sah von jeglichen Protesten ab und gestattete ihr, alles an ihm vorzunehmen, was sie für notwendig hielt. Dennoch entgingen ihm ihre bewundernden Blicke nicht, als sie erst Wasser und dann Desinfektionsflüssigkeit anwendete. Diese Frau war erst einen Tag zuvor sehr übel behandelt worden, und dass sie überhaupt noch Augen für ihn hatte, verwunderte und erfreute ihn zugleich.

Maul hatte immer eiskalt geduscht, um seinen Körper nicht verweichlichen zu lassen. Dieses Mal aber genoss er das warme Wasser, dass über seinen Körper strömte, in vollen Zügen. Wohlig seufzend ließ er zu, dass Shar'la seine Haut mit kreisenden, sanften Bewegungen reinigte, ohne dabei noch ein schlechtes Gewissen zu haben. Auch deswegen nicht, dass er in diesem Moment nackt vor ihr kniete, während sie mit ihm beschäftigt war.

Als der Sith wieder den Kopf hob trafen sich ihre Augen, und er sah das unmissverständliche Verlangen in ihrem Blick. Sie starrte auf seinen nass glänzenden Körper herunter, und die Pupillen in den hellblauen, sonst unschuldig blickenden Augen waren geweitet. Maul nahm Shar'las Hände in seine, küsste sie, und zog dann die immer noch angezogene Frau unter den warmen Wasserstrahl. Sie knieten, die Gesichter einander zugewandt, und Maul lehnte sich zu ihr vor und zog die Form ihrer vollen Lippen mit der Zunge nach, ohne sie ansonsten zu berühren. Shar'la ließ es mit geschlossenen Augen geschehen, bis ihr Unterleib sich zusammenzog und sie es keine Sekunde länger aushielt. Sie schlang die Arme um seinen Nacken, setzte sich auf seinen Schoß und fing an, sich an sein hartes Glied zu reiben, während ihre Zunge seine umkreiste.

Maul hatte sich fest vorgenommen, nicht zu schnell oder grob vorzugehen. Dafür bedeutete sie ihm zu viel. Aber Shar'la machte es ihm wirklich schwer, seinen Orgasmus zurückzuhalten. Er schob sie etwas weiter von sich weg, was ihm einen leise gemurmelten Protest ihrerseits einbrachte. Der Sith presste die Lippen zusammen und ignorierte seine unerfüllte Erregung. Mit einer immer noch stahlharten, fast schmerzhaften Erektion hob er die zierliche Frau in seine Arme und trug sie in das Schlafzimmer. Shar'la klammerte sich an ihn und leckte an sein Ohrläppchen. Als sie dann vor ihm lag, erwartete sie, dass er ihr die Kleidung hinunter reißen würde. Statt dessen fing er an, über den spärlichen, glänzenden Stoff zu streicheln, den sie trug. Die glatte seidige Oberfläche führte dazu, dass die unglaublichen Gefühle, die sich bei seiner Berührung in ihrem Körper ausbreiteten, um einiges vervielfacht wurden.

Ihr Liebhaber streichelte ihr ganz zart über die Brustwarzen, die sich schon steil aufgerichtet hatten. Dann folgten seine Lippen, die durch den dünnen Stoff an ihre Brüste saugten. Ihre Nippel und Klitoris schienen auf geheimnisvolle Weise direkt miteinander verbunden worden zu sein, und Shar'la stöhnte laut, als sie spürte, wie ihre Säfte zu brodeln begannen. Sie bog sich ihm entgegen, aber er zog sich wieder vor ihr zurück und vermied jede Berührung.

Mit seinen kraftvollen Händen drückte er ihre Beine auseinander. Shar'la atmete nur noch stoßweise und hoffte, dass er ihr den kleinen Slip vom Leib reißen und sie endlich nehmen würde.

"Bitte!", flehte sie und schrie dann auf, als er ihren Bauch mit Küssen bedeckte und dann die Prozedur mit ihren Brustwarzen zwischen ihren Beinen wiederholte. Seine Zunge strich über ihren erigierten Kitzler, der sich nun durch den Slip deutlich abzeichnete. Ihre Hüften hoben und senkten sich, als er sie weiter diesen süßen Qualen aussetzte.

Maul war kein besonders erfahrener Mann, aber er wusste instinktiv, was ihr Vergnügen bereiten würde. Er hielt sie weiter hin und jedes Mal, wenn sie kurz vor dem Höhepunkt stand, hörte er auf und küsste ihre zarte Knospe nur ganz sanft. Shar'las Finger hatten sich in seinen kurzen Hörnern verkrallt, und Feuchtigkeit lief an ihren Schenkeln hinunter. Die geschlossenen Augenlider flatterten und sie zitterte unkontrolliert. Ihr Anblick machte ihn rasend. Jetzt wollte er erleben, wie sie die Kontrolle vollkommen verlor. Er beugte sich wieder über sie, und dieses Mal drückte er seine Zunge mehrmals hart an ihre empfindlichste Stelle.

Ihr Rücken bog sich durch, als sie den Kopf zurückwarf und ihre Lust laut herausschrie. Der intensive Orgasmus raubte ihr den Atem. Maul hielt ihre Beine fest und ließ nicht von ihr ab. Er presste seine Zunge immer noch rhythmisch zwischen ihre Schenkeln und stöhnte, während er sie einem zweiten Höhepunkt entgegen trieb. Ihr ganzer Körper bebte unter diesen noch nicht erlebten Empfindungen. Noch nie hatte sie ein Mann auf so ungewöhnliche und zärtliche Weise verwöhnt.

Shar'la dachte, nie wieder gleichmäßig atmen zu können. Ihre Erregung hatte immer noch nicht nachgelassen, vor allem der Anblick des ebenso erregten Mannes trug nicht gerade dazu bei. Sie strich über seine angespannten Muskeln und zog die Formen seiner Tätowierungen nach. Maul hatte die Augen geschlossen und versuchte, die Schmerzen in seinem Unterleib nicht zur Kenntnis zu nehmen.

"Steh auf", befahl sie mit vor Verlangen belegter Stimme.

Der Zabrak tat wie geheißen und stand dann vor ihr, die Augen immer noch geschlossen. Überrascht stellte er dann fest, dass sie sich vor ihm hingekniet hatte.

"Ich will, dass du ihn mir gibst", sagte Shar'la und sah erwartungsvoll zu ihm auf.

Gehorsam nahm er sein prachtvolles Glied in die Hand und hielt ihn ihr hin. Er ahnte, dass sie ihn ebenso hinhalten würde wie er sie soeben. Er täuschte sich nicht. Sie fuhr nur ganz leicht mit der Zunge über seine Eichel, leckte seine Lusttropfen restlos auf und blickte dabei herausfordernd nach oben. Maul stöhnte laut auf und wünschte sich nichts sehnlicher, als dass sie ihn ganz in den Mund nahm. Er wollte aber, dass es freiwillig geschah und so ließ er sie weiter gewähren, bis es in seinem Glied unwillkürlich zu pumpen begann.

"Shar'la...hab doch Erbarmen!", entfuhr es ihm.

Dass er sie so anflehte, ließ sie erweichen. Sie neckte ihn nicht mehr, sondern gestattete ihm, tief in ihren Mund einzudringen. Mauls Hände packten ihr Haar als sein Höhepunkt wie ein Sturm über ihn hereinbrach. Er zitterte und sog die Luft scharf ein, als sie seinen heißen Samen trank und ihre Nägel tiefe Spuren in seinem Rücken hinterließen.

Mit Mauls Selbstbeherrschung war es nun vorbei. Immer noch unbefriedigt zog er sie an ihrem Arm hoch und küsste sie wild. Er konnte sich selbst immer noch auf ihrer Zunge schmecken. Shar'la ließ es zu, dass er sie etwas unsanft auszog, legte sich dann auf das Bett mit weit gespreizten Beinen und hielt ihre glatten, haarlosen Schamlippen auseinander. Er genoss einen kurzen Moment lang diesen nun ungehinderten Blick auf ihren schönen Körper und musste lächeln. Da war sie wieder, ihre erfrischend direkte Art. Er mochte Frauen, die sich zierten, nicht besonders. Allerdings konnte er auch nicht auf einen besonders großen Erfahrungsschatz zurückgreifen. Seine wenigen bisherigen Erlebnisse waren immer kurz und lieblos vonstatten gegangen, und zum ersten Mal verspürte er das wirkliche Bedürfnis nach Nähe und tieferen Empfindungen.

Der Sith streichelte über die Innenseite ihrer Oberschenkel und drang dann plötzlich mit den Fingern in sie ein. Die kleine Frau schrie auf, versuchte aber nicht, ihre Beine wieder zusammenzudrücken. Er leckte die Flüssigkeit von seinen Fingern und dann an ihre geschwollene Klitoris, zog dann mit der Zunge eine Spur bis zu ihren Brüsten. Sie umklammerte ihn wie eine Ertrinkende.
"Sag, dass du mich willst", stöhnte er, an ihren harten Brustwarzen saugend.

"Ja...mehr als alles andere...bitte nimm mich, sonst sterbe ich auf der Stelle!", rief sie, sich ihm entgegen aufbäumend.

Genau das wollte er hören. Mit einem kraftvollen Stoß drang er in sie ein. Ihre warme Feuchtigkeit machte ihn verrückt, und er stieß immer schneller und härter zu. Sie zog die Knie an, um ihn noch tiefer in sich aufzunehmen.

"Ja...jaaa...genauso will ich es..."

Ihre Ermutigungen ließen ihn noch wilder werden. Er drehte sie um und drang von hinten in sie ein, seine Hände hielten ihren runden, knackigen Hintern ganz fest. Dieses Mal waren seine Stöße lang und sogar noch härter. Er stöhnte jedes Mal, wenn er sein Glied ganz aus ihrem Körper zog und dann wieder in sie gleiten ließ. Wärme breitete sich in Mauls Körper aus, als er spürte, wie es ihn wieder überkam. Er ließ es aber erst zu, als er sicher wusste, dass sie auch soweit war. Er zog sie zu sich und drehte ihr Gesicht zu sich herum. Sie erwiderte seinen verlangenden Kuss mehr als willig, als sie gemeinsam in einem intensiven, fast schon schmerzenden Orgasmus explodierten.

Später lagen beide ineinander verschlungen und schwer atmend da. Shar'la konnte sich nicht entsinnen, während ihrer Zeit als Padawan jemals so erschöpft gewesen zu sein, und sie hatte immer sehr hart trainiert. Maul beschäftigten ähnliche Gedanken. Das Zerlegen von Kampfdroiden war nicht annähernd so aufregend wie das Zusammensein mit Shar'la. Er versuchte, das Eingeständnis, dass er sich heftig in sie verliebt hatte, weit fort von sich zu schieben.

Ihre schlanken Finger zogen wieder die Linien seiner Tätowierungen nach, und die Berührung ließ ihn erschauern.

"Du machst mich vollkommen fertig", schnurrte sie wohlig.

"Das Kompliment kann ich nur zurückgeben."

Sie konnte sein Gesicht in der Dunkelheit nicht sehen, wusste aber, dass er lächelte. Es war das liebevolle, seltene Lächeln, dass ausschließlich ihr vorbehalten war und das bisher niemand sonst zu Gesicht bekommen hatte.

"Ich liebe dich", flüsterte Shar'la. Sie war nicht sicher, ob und was er antworten würde, aber ihre Augenlider wurden schon schwer bevor sie es herausfinden konnte.

"Und ich liebe dich", antwortete Maul, erst als er festgestellt hatte, dass sie schon eingeschlafen war.

9.

Gurdok sah erstaunt von seinem Terminkalender auf, als er durch die nur von seiner Seite aus durchsichtige Trennscheibe Shar'la erblickte, die sein Bordell betrat. Mit beschwingten Schritten bahnte sie sich ihren Weg durch eine Gruppe verschiedenrassiger Frauen, die auf seine Befehle warteten. Zielstrebig ging sie auf sein Arbeitszimmer zu. Der blauhäutige Twi'lek erhob sich mit wütend blitzenden Augen.

"Warum bist du nicht an deinem Platz draußen?"

"Ach...ich dachte, heute nehme ich mir frei", sagte sie breit lächelnd und ließ sich unaufgefordert in einen Sessel ihm gegenüber fallen, die Hände hinter den Kopf verschränkt.

Gurdok war für einen Augenblick sprachlos über ihren unverschämten Ton. Als er seine Fassung wiedergewonnen hatte, zischte er mit gebleckten Zähnen:

"Shar'la, stell meine Geduld nicht auf die Probe. Nicht schon wieder. Zwing mich nicht, dich zu..."

"Nein", sagte sie mit gefährlich leiser Stimme. Ihr Lächeln war plötzlich verschwunden. "Du wirst weder jetzt noch zu einem späteren Zeitpunkt deine Hand gegen mich erheben. Sonst könnte es sein, dass du wie deine Geschäftsfreunde endest."

"Was meinst du damit?", fragte er ungehalten, als sich ein ungemütliches Gefühl in seiner Magengegend breit machte. Bisher hatte es diese Frau noch nicht gewagt, ihm irgendwelche Widerworte zu geben.

"Ganz einfach. Sie sind tot. Alle drei. Ich habe sie töten lassen, von einigen sehr mächtigen Männern, die sich ab jetzt um mich kümmern und mich beschützen werden", bluffte sie.

Wortlos winkte Gurdok einen seiner Leibwächter heran. Shar'la zuckte bei dem Anblick des muskelbepackten Riesen, der sie wie einen Zweig hätte brechen können und es auch schon fast getan hätte, zusammen. Dann wurde ihr Gesicht wieder unlesbar. Sie durfte sich ihre Angst nicht anmerken lassen. Erleichtert sah sie die zwei Männer dann aber hinausgehen. Sie wollten ihre Behauptungen bestimmt überprüfen.

Sie musste nicht lange warten. Gurdok trat mit langsamen Schritten wieder ein. Sein Gesicht hatte sich von dem tiefen Blau zu einem ungesund aussehenden schmutzigen Hellblau verfärbt, und seine Augen waren weit aufgerissen. Er ließ sich in den Sessel ihr gegenüber kraftlos plumpsen, und da wusste Shar'la mit Sicherheit, dass Maul ihr die Wahrheit erzählt hatte und die Leichen in dem kaum benutzten Durchgang zum Glück nicht schon vorher von den Ordnungshütern gefunden und entfernt worden waren.

Sie legte die Beine mit einer lässigen Geste auf seinen Schreibtisch.

"Oh Gurdok...Es hat die ganze Zeit geregnet, sie haben bestimmt schon angefangen zu verwesen... der Gestank muss ja bestialisch gewesen sein."

Er starrte sie mit offenem Mund an.

"Es tut mir sooo leid, dass ich gezwungen war, dir diesen unschönen Anblick zuzumuten", fügte sie gedehnt hinzu.
"Sag mir was du willst und verschwinde dann", antwortete der immer noch totenblasse Mann. Seine Lekku zuckten unkontrolliert.

"Wo fange ich am besten an...achja. Ich will die 95 Prozent meines Lohns, die du schon seit Ewigkeiten einbehalten hast. Keine Angst, nur für die letzten sechs Monate. Damit ließe sich schon was anfangen. Dann will ich, dass du auch den anderen Frauen ab sofort 75 Prozent ihrer Einnahmen überlässt. Ich werde das kontrollieren. Beziehungsweise meine Beschützer."

Bei dem Wort "kontrollieren" fuhr er zusammen.

"Dann will ich, dass du nie wieder in meine Nähe kommst. Sonst endest du genauso wie diese Männer. Das kann ich dir schon jetzt versprechen", endete sie und versuchte, den bedrohlichsten Gesichtsausdruck aufzusetzen, den sie zustande bringen konnte.

Maul tigerte in der kleinen Wohnung umher. Er war es nicht gewohnt, passiv abzuwarten, aber nun war er dazu gezwungen. Allein die Vorstellung, dass Shar'la sich heraus geschlichen hatte und nun wahrscheinlich mit einem anderen Mann schlief, machte ihn rasend. Er musste sich auf die Suche nach ihr machen. Als die Tür aufglitt, prallte er gegen die zierliche Frau, die gerade hinein wollte. Er packte unsanft ihren Arm.

"Wo warst du?", knurrte er.

"Ohhh, da ist aber jemand besitzergreifend...und eifersüchtig", erwiderte Shar'la und lächelte zu ihm hinauf.

Maul sah stirnrunzelnd auf sie hinunter. Sie machte sich von ihm los und ließ eine recht große Menge Plastikscheine aus ihren Taschen auf den Boden rieseln.

"Heute war ich recht kreativ. Im...Zuhältererpressen", sagte sie, immer noch ungläubig, dass sie damit durchgekommen war.

Der Sith hatte bei dem Anblick des Geldes alles begriffen, und er lächelte nun ebenfalls. Er machte sich gar nichts aus Besitz, aber für Shar'las weiteres Leben konnte er durchaus von Bedeutung sein.

"Erpressung ist für eine Jedi aber etwas atypisch", neckte er sie.

"Wann hörst du endlich auf, mir das unter die Nase zu reiben?", fragte Shar'la verärgert.

Maul zog sie statt einer Antwort in seine Arme und erstickte ihren weiteren Protest, indem er seinen Mund auf ihre vollen Lippen presste. Dass er ihr durchaus glaubte, dass sie früher eine Jedi gewesen war, brauchte sie nicht zu erfahren. Seine Zunge umkreiste ihre, und Shar'la erwiderte den Kuss voller Hingabe. Sie vergaß alles um sich herum und lebte nur für den Augenblick. Dass sie diese Jediphilosophie in einem solchen Moment anwenden würde, hatte ihr Meister bestimmt nicht so vorgesehen. Sie lächelte innerlich, bevor sie sich in den Armen des Mannes, den sie über alles liebte, ganz fallen ließ.

Dieses Mal hielten sie sich nicht mehr mit einem Vorspiel oder Ausziehen auf. Maul drückte sie an die Wand und ihre Beine umklammerten ihn willig. Er schob ihren knappen Slip beiseite und mit einem harten Ruck drang er in sie ein. Seine großen Hände hielten zugleich ihre Hüften, die an die Brust gezogenen Beine an den Knöcheln fest, und die weichen Schamlippen auseinander. Er stieß immer schneller und rücksichtsloser zu, aber die Feuchtigkeit, die ihre Schenkel hinab lief, verriet ihm, dass es ihr genauso Vergnügen bereitete.

Shar'la stöhnte laut, als er kurz von ihr abließ, vor ihr kniete und an ihrer harten Klitoris leckte. Dann glitt er wieder in ihren zitternden Körper, der ihm gar keinen Widerstand bot, bewegte sich kreisend in ihr und fühlte schon, wie sie hilflos und an ihn gepresst zuckte. Die rhythmische Bewegung brachte ihn auch sofort zum Orgasmus, während sie seine Zunge empfing und er in ihrem Mund stöhnte. Sein heißer Samen schoss in ihren Körper und er hielt sie so fest, dass sie nur noch stoßweise atmen konnte.

Sie blieben noch etliche Zeit so miteinander vereint, weil sie diesen wunschlos glücklichen Augenblick nicht unterbrechen wollten. Mauls Finger spielten mit einer schwarzen Strähne ihres Haares und beide sahen sich in die Augen, Stirn an Stirn.

"Kannst du nicht jemanden herbestellen, der uns jetzt genauso in Carbonit einfriert?", seufzte Shar'la, ihn immer noch fest umarmend.

10.

An diesem Tag taten Maul und Shar'la nichts anderes mehr, als sich immer wieder leidenschaftlich zu lieben. Unersättlich probierten sie den Körper des anderen und trieben einander auf noch nie erlebten Höhen der Lust. Das konnte uns das Gift meines Meisters immerhin nicht nehmen, dachte der Sith.

Aber sogar solche unangebrachten Gedanken taten Mauls Loyalität zu Lord Sidious keinen Abbruch. Als er wieder Herr seiner Sinne war und Shar'la schlief, fing er fieberhaft wieder an darüber zu grübeln, wie er den Test seines Meisters zu einem erfolgreichen Abschluss bringen konnte. Immer noch nackt stand er vor dem Fester und blickte zu der im Abendlicht getauchten Strasse hinaus.

Shar'la murmelte etwas im Schlaf und wälzte sich herum. Maul ging auf Zehenspitzen zu ihr und strich ihr liebevoll die dunklen Haare aus dem Gesicht. Leider ist sie keine gewöhnliche Vertreterin des Jediordens, überlegte er bedauernd. Allein schon die Intensität der Gefühle, zu denen sie fähig ist, steht in absolutem Gegensatz zu der leidenschaftslosen, angeblich demutsvollen, verweichlichten Jedidoktrine, mit der sie auch andere zu impfen versuchen...

Die Idee überkam ihn wie ein Blitz. Der Jeditempel. Genau dort würde er beweisen, dass er des Vertrauens seines Meisters würdig war. Als die Vorgehensweise in seinen Gedanken Gestalt anzunehmen begann, stand sein ganzer Körper schon unter Strom. Schnell zog er die Reste seiner Kleidung an und rüttelte Shar'la wach.

"Ich muss etwas erledigen."

"So spät noch?", murmelte sie schlaftrunken.
"Ja. Es muss sein. Schlaf weiter. Ich komme bestimmt bald zurück."

"Versprochen?"

"Versprochen", sagte er fest.

Sie stellte keine weiteren Fragen, was ihm ihr Vertrauen in ihm zeigte. Maul beugte sich über sie und küsste sie ein letztes Mal leidenschaftlich. Dann ging er rückwärts auf die Tür zu und konnte seine Augen nur mit Mühe von ihrer schlanken Gestalt, die sich unter dem Laken abzeichnete, lösen. Mit einem endgültigen Zischen schloss sich der Ausgang hinter ihm.

Die Wache lehnte gelangweilt an einer Mauer und unterdrückte ein Gähnen. Mit einem Seitenblick vergewisserte sich die groß gewachsene Frau, dass es ihrer Partnerin auch nicht besser erging. Sie hoffte inständig, dass die Ablösung bald erscheinen würde. Sogar stundenlanges Meditieren war aufregender als an dem Eingang zu den unteren Ebenen des Tempels herumzustehen. Oder Meister Yodas Philosophie- und Ethikkurse. Als ob es jemand wagen würde, hier unbefugt einzudringen...

Oder vielleicht doch? Die dunkel gekleidete Gestalt versprach eine unwillkommene Abwechslung. Das Gesicht des Mannes war von einer Kapuze verdunkelt und sie konnte seine Züge nicht ausmachen, aber ansonsten konnte die Padawan mit Sicherheit behaupten, dass er einiges durchgemacht hatte.

"Ihr wünscht?", erkundigte sie sich und behielt den höflichen Ton bei, mit dem sie alle Personen ansprach, unabhängig von Rang oder Aussehen.

"Ich brauche Eure Hilfe", erwiderte eine tiefe Stimme, während der Mann sich vor ihr verbeugte.

Die Wache verkniff sich noch rechtzeitig ein "Das kann ich mir gut vorstellen" und sagte stattdessen:

"Dafür sind wir da. Was kann ich für Euch tun?"

"Ich bin ein Assistent Senator Palpatines. Er hat mich beauftragt, in dieser Gegend einige Untersuchungen für ihn durchzuführen, aber ich wurde auf offener Straße überfallen und ausgeraubt. Nun muss ich dringend Kontakt zu ihm aufnehmen."

Die Frau kniff die Augen misstrauisch zusammen, und winkte ihre Partnerin herbei. Sie konnte erst einmal nicht feststellen, ob er log, hatte aber vor, dies zu überprüfen.

"Könnt ihr Eure Identität nachweisen?", mischte sich nun die andere Wache ein.

"Ich wurde, wie bereits erwähnt, ausgeraubt. Ich kann Euch nur versichern, dass ich die Wahrheit sage."

Etwas war merkwürdig an diesem Mann. Seine sorgfältige Aussprache und sein ramponiertes Aussehen passten nicht zueinander. Sie sondierte seinen Geist, erst nur oberflächlich, dann immer tiefer. Normalerweise hätte sie es als eine grobe Verletzung der Privatsphäre betrachtet, die Macht zu solchen Zwecken zu nutzen. Aber andererseits konnte sie auch niemanden in den Tempel lassen, der ihr so verdächtig vorkam.

Er ließ es geschehen, wahrscheinlich merkte er auch nichts, da er absolut machtblind zu sein schien. Entschlossen forschte sie weiter, konnte aber nur wohlwollende Gedanken, ein angenehmes, überhaupt nicht aggressives Wesen und Offenheit feststellen. Diese Person hatte offensichtlich nichts zu verbergen außer ihrem Gesicht, aber das konnte sie schon nachvollziehen, wenn er inkognito recherchieren musste. Die Padawan scharrte unentschlossen mit dem Stiefel im Staub und flüsterte dann ihrer Partnerin ins Ohr:

"Gib Meister Windu Bescheid. Wenn er es für richtig hält, soll er den Senator kontaktieren."

Die jüngere Frau setzte sich sofort in Bewegung. Etwas weiter in dem Korridor entfernt sprach sie kurz in ihren Comlink und winkte den wartenden Mann dann herein.

Maul lachte spöttisch in sich hinein, als er der Jedi durch lange Korridore mit hoch gewölbten Decken folgte. Dass es so einfach gewesen war milderte seinen Höhenflug zwar ein wenig, aber was zählte war, dass er seinen Zweck erreicht hatte. Wer sollte da noch behaupten, er könne sein wahres Wesen nicht verbergen? Es hatte ihn zwar einige Anstrengung gekostet, aber die Padawan hatte in ihm genau das gesehen, was er sie sehen lassen wollte. Und so jung und unerfahren schien sie ihm nicht zu sein, um es damit zu rechtfertigen, dass sie so leichtgläubig auf ihn hereingefallen war.

Es waren weder die pompöse Amtrobe, noch die Körpergröße, die Senator Palpatine so unverwechselbar machten, sondern seine beeindruckende Körperhaltung. Kerzengerade und mit hinter dem Rücken verschränkten Händen stand er an einem hohen Fenster des einschüchternd großen, mit Fresken verzierten Raumes, zusammen mit einigen Jedi. Als Maul eintrat und mit respektvoll gesenktem Kopf hinter ihm stehen blieb, drehte er sich um und bedeutete dem jüngeren Mann mit einer weitschweifigen, jovialen Geste, näher zu kommen.

"Aaah, Mr. Sarin. Ich habe mir schon solche Sorgen um Euch gemacht, als ich keine Nachricht von Euch erhalten habe."

Der junge Sith sagte nichts, sondern presste nur die Lippen kurz zusammen. Da sein Meister ihm seinen Comlink und alles, was ihm sonst noch von Nutzen hätte sein können, abgenommen hatte, bevor er ihn bewusstlos nach unten hatte verfrachten lassen, hätte er sich sowieso nicht melden können.

"Ich bin eher durch Zufall hier. Es hat sich gut getroffen, dass ich zur Stelle war, um Meister Windu Eure Identität zu bestätigen", fuhr der grauhaarige Mann freundlich fort. "Was ist passiert, Khameir? Ihr seht ja furchtbar aus."

Sämtliche Augen richteten sich auf Mauls zerfetzte Kleidung. Er fing an, sich richtig unwohl zu fühlen, da er nicht wusste, wie lange er seine geistige Fassade noch aufrechterhalten konnte.

"Ich werde Euch alles unter vier Augen berichten, Senator."

Der ältere Mann verstand die Andeutung, legte Maul eine Hand um die Schultern und dirigierte ihn, immer noch wie ein Wasserfall redend, um die anderen abzulenken, zum Ausgang.
"Da bin ich aber sehr gespannt", sagte er erst, als sie schon in einem Lufttaxi saßen, der durch den immer noch dichten nächtlichen Verkehr in die Richtung ihrer Unterkunft flog.

Wieder Stiefel und saubere Kleidung zu tragen, erschien Maul wie purer Luxus. Er hatte eine recht lange Zeit unter der kalten Dusche verbracht, wobei Reinigen nicht sein erstes Anliegen gewesen war. Hauptsächlich wollte er die begehrlichen Gedanken, die er für Shar'la hegte, mit dem eisigen Wasser fort waschen. Er bedauerte, dass auch ihr Duft an seinem Körper nun auch nicht mehr vorhanden war. Das alles durfte er sich vor seinem Mentor aber nicht anmerken lassen. Er musste nach einer Möglichkeit suchen, sie zu sich zu holen...bald.

Sidious' in dunklen Farben gehaltenes Arbeitszimmer hatte sich nicht verändert. Trotzdem fühlte sich der junge Sith plötzlich fremd, als er eintrat und vor seinem Meister kniete.

"Du hast meinen Test mit Bravour bestanden, mein junger Schüler", kam dieser ohne eine Einführung zur Sache. "Ich habe seit Tagen immer wieder nach einem Vorwand gesucht, um mich im Jeditempel aufzuhalten. Früher oder später musstest du dort ja auftauchen. Trotz deiner Machtblindheit Jedi täuschen zu können war eine hervorragende Leistung. Weniger habe ich von dir auch nicht erwartet."

"Ja, mein Meister", erwiderte der Zabrak unterwürfig.

Früher hatte Maul nach einem Lob von Lord Sidious regelrecht gelechzt, und ihn so gut wie nie zu hören bekommen. Jetzt aber hatte er mit einem anderen Problem zu kämpfen: Er traute sich nicht, den älteren Sithlord zu fragen, ob er ihn von seinem unerfreulichen Zustand erlösen würde. Deshalb wartete er wortlos und mit gesenktem Kopf, dass dieser das Thema von selbst ansprechen würde.

Er sah auf, als ihm ein Metallbecher unter die Nase gehalten wurde.

"Trink das. Morgen solltest du dann wieder ganz der Alte sein."

Vertrauensvoll trotz der zuvor erlebten schlechten Erfahrung befolgte Maul den Befehl. Die Flüssigkeit hinterließ eine feurige Spur in seiner Kehle und brannte in seinem Körper weiter. Außer diesem unangenehmen Gefühl spürte er gar nichts. Er konnte nur hoffen, dass sein Meister, wie immer, Recht behielt.

Sidious entließ seinen Schüler mit einer lässigen Handbewegung. Maul erhob sich gehorsam und war schon fast im Korridor, als er sich noch einmal zu seinem Meister umdrehte. Die Neugierde über den Hintergrund der ganzen Angelegenheit ließ ihm keine Ruhe. Ob er es wagen sollte, einfach zu fragen? Für eine solche Unverfrorenheit war er schon oft genug bestraft worden...Er zögerte immer noch, und Sidious blickte von seinen Unterlagen wieder auf. Als er Mauls Gesichtsausdruck sah, umspielte ein kleines süffisantes Lächeln seine Lippen.

"Du willst es also wissen. Die Neugierde bringt dich fast um, oder?"

Maul nickte.

"Ungeduldig wie eh und je. Aber nun gut. Dieses Mal ist alles zu meiner Zufriedenheit verlaufen, also hast du auch ein gewisses Recht darauf, etwas zu erfahren."

Die Tür glitt hinter Maul wieder zu, als er sich hoffnungsvoll wieder näherte.

"Dieser Wein...", fing er an.

"Achja...das. Ich habe eine chemische Kombination erstellt, von der ich mir erhofft habe, die Midichlorianer zum Stillstand zu bringen. Als durchaus erwünschte Nebenwirkung kam hinzu, dass auch die körperliche Kraft nachließ. In der Theorie erschien alles passend, aber dann habe ich diese Zusammensetzung an recht vielen Jedi ausprobiert, mit denen ich im Laufe der Jahre auf verschienen Konferenzen zusammengetroffen bin, und sie erwies sich als wirkungslos. Nur zwei humanoide Rassen sprachen darauf an. Die Nyo'hun..."

Ein Adrenalinstoß durchfuhr Mauls Körper. Allmächtige Götter...Shar'la...

"...und die Zabrak, wie du unschwer erkennen konntest", fuhr Sidious fort, ohne auf den Schock seines Schülers zu achten. "Für den Augenblick arbeite ich nicht mehr an diesem Experiment, da wichtigere politische Angelegenheiten meine volle Aufmerksamkeit beanspruchen. Aber um dich auf diese kleine Expedition zu schicken war es ausreichend. Nun widme dich ab morgen wieder deinem Training und lasse dich durch nichts ablenken." Sein stahlharter Blick bohrte sich in den seines Schülers. "Durch absolut nichts."

Maul hatte befürchtet, dass sein Meister in diesem Augenblick seine Gedanken wie ein offenes Buch lesen konnte, und sah sich nun durch seine Worte darin bestätigt. Der ältere Sithlord hatte bestimmt gespürt, dass Maul sich um jemanden sorgte...Er verbeugte sich tief und flüchtete so schnell er konnte in sein karges Quartier.

11.

Shar'la schlug die Augen auf und berührte die andere Seite ihres Bettes. Kalt. Ja, er war fortgegangen, fiel es ihr wieder ein, und immer noch nicht zurückgekehrt. Sie hatte die düstere Vorahnung, dass sie Maul so schnell nicht wiedersehen würde, obwohl er es ihr versprochen hatte. Sie war wieder allein. Das Alleinsein hatte ihr früher nichts ausgemacht, aber jetzt schmerzte seine Abwesenheit wie ein Dolch mitten ins Herz.

Durch disziplinierte Meditation hatte sie es immer geschafft, negative Gefühle zu verdrängen. Dadurch hatte sie die Erinnerung an ihre Vergewaltigung und auch andere, fast genauso verletzende und traumatisierende Erlebnisse weit fort von sich schieben können. Aber Shar'la ahnte, dass es ihr dieses Mal nicht gelingen würde. Sie wusste nun mit jeder Faser ihres Seins, dass es für ihn etwas Wichtigeres gab als sie, und die Vorstellung ließ ihre Tränen unwillkürlich fließen. Die kleine Frau rollte sich in eine fötusähnliche Stellung zusammen und weinte lautlos.

Maul hatte die Kampfdroiden zu einem Schrotthaufen verarbeitet. Sie waren längst keine Herausforderung mehr für ihn. Mit zornig blitzenden Augen stand er über ihnen und ließ die Klinge seines Laserschwertes wieder einfahren. Seine Wut richtete sich nun aber mehr gegen sich selbst, weil er immer noch nicht wusste, wie er Shar'la ohne das Wissen seines Meisters zu sich holen oder ihr wenigstens helfen konnte.

Als er an diesem Morgen aufgewacht war, hatte er wieder die Macht gespürt, die ihn umfloss und seinen Körper und Geist durchdrang. Der junge Sith hatte sich ganz diesem neuen, alten Gefühl hingegeben, bis die Gedanken an seine Geliebte seine Konzentration gestört hatten. Auch sein Training hatte ihn weder erschöpfen noch ablenken können. Er musste sofort etwas unternehmen, um Shar'la vor seinem Meister zu beschützen. Maul war sich nicht sicher, wie lange er ihre Existenz vor ihm geheim halten konnte. Und die gestrigen Worte Sidious, die er zum Schluss an ihn gerichtet hatte, hatten ihm versichert, dass er niemanden an seiner Seite dulden würde.

Als er seinen Entschluss gefasst hatte, führten ihn seine schnellen, lautlosen Schritte durch schmale Durchgänge und verborgene Türen. Maul hätte seinen Weg auch mit verbundenen Augen finden können. Schon als kleines Kind, als seine scharfen Hörner noch runde weiche Stummel gewesen waren, hatte ihn seine Neugierde dazu getrieben, seinem Meister nachzuschleichen, um zu sehen, was dieser alles tat.

An dem Eingang zu Sidious' Labor blieb er unschlüssig stehen, die Finger auf einen kleinen seitlichen Bildschirm gelegt. Wenn er sich hierbei erwischen ließ, kam das höchstwahrscheinlich einem Todesurteil gleich. Maul hatte die Geduld seines Mentors schon oft genug überstrapaziert. Er zog die Hand zurück...dann schüttelte er den Kopf und gab den Code ein.

Shar'la ging mit schlurfenden Schritten den Korridor entlang. Schon auf dem Weg zu ihrer bescheidenen Wohnung hatte sie sich den hochhackigen Schuhen entledigt, die ihre Füße Höllenqualen ausgesetzt hatten und sie achtlos weggeworfen. Sie hatte von dem vielen Geld, das sie nun besaß, einige Besorgungen gemacht und sich nach einer etwas besseren Bleibe umgesehen. Sie balancierte einige Pakete vor sich her und wäre beinahe über einen kleinen Gegenstand gestolpert, als sie ihre Tür aufschließen wollte.

Seufzend bückte sie sich und hob ihn auf. Dann weiteten sich ihre Augen. Sie ließ alles fallen was sie in den Armen trug und öffnete die einzige Datei des Datenpads, der an einer winzigen Metallflasche befestigt war.

"Trink das und stelle keine Fragen. Ich liebe dich."

Shar'las Herz klopfte bis zum Hals. Er war hier gewesen. Sie ärgerte sich erst darüber, dass sie ausgerechnet heute diese unwichtigen Angelegenheiten erledigt hatte, lächelte dann aber. Kurz und bündig verfasst, wie es ihm ähnlich sah. Sie mochte unkomplizierte Männer. Mit vor Aufregung zitternden Händen schraubte sie den Verschluss der Flasche auf. Sie konnte sich beim besten Willen nicht vorstellen, was es damit auf sich hatte, aber ihr Vertrauen zu ihm bewegte sie dazu, den Inhalt in einem Zug auszutrinken.

Sie fiel stöhnend auf die Knie und hielt sich den Bauch mit beiden Händen. Es fühlte sich fast so an, als ob das Gebräu sich durch ihre ganzen Eingeweide fraß. Shar'la blieb noch eine ganze Weile regungslos und zusammengekrümmt, bis die Schmerzen anfingen, etwas nachzulassen.
Shar'la war auf dem Boden eingeschlafen. Oder eher bewusstlos geworden? Sie konnte nicht mit Sicherheit sagen, was ihr widerfahren war. Aber als sie wieder zu sich kam, stellte sie fest, dass sie gar nicht die Augen öffnen musste, um ihre Umgebung wahrzunehmen. Ihr Bewusstsein stieg immer höher, weit über die hell erleuchteten Gebäude, der gleißenden Sonne entgegen. Sie konnte alles zugleich sehen und spüren, die Farben, Formen und Gerüche von Coruscant. Die Gedanken der ganzen Bevölkerung des Planeten waren nun ihre Gedanken. Ihr zierlicher Körper, der immer noch in einem schäbigen Raum in den unteren Slums lag, bäumte sich exstatisch auf, als die Macht sie durchströmte und wieder willkommen hieß.

12.

Mit geschlossenen Augen leerte Maul seinen Geist und ließ sich auf den Wellen der Dunklen Macht treiben. Einige Zeit meditierte er und ließ die Abendsonne sein Gesicht erwärmen. Dann passierte wieder genau das, was er immer versuchte zu vermeiden. Shar'las Antlitz erschien vor seinem inneren Auge, so klar als ob sie direkt vor ihm stünde. Schon fast ein Jahr hatte er sie nicht mehr gesehen, und weder seine Liebe zu ihr noch die Erinnerung an alles, was sie ausmachte, waren verblasst. Ihre weiche Haut, die unschuldigen hellen Augen, das elegante Profil, ihr perlendes Lachen und ihre insgesamt etwas schräge Art...

Wie oft hatte er in den zahlreichen einsamen Nächten selbst Hand an sich gelegt, als er die Sehnsucht nach ihr nicht mehr aushalten konnte? Maul fühlte sich immer von sich selbst angewidert, nachdem er sich auf recht brutale Weise berührt und der warme Samen überall an seinem Körper und auf dem Laken glänzte. Auch jetzt bekam er allein bei dem Gedanken an sie eine schmerzhaft harte Erektion.

Sie begleitete ihn überallhin, ob er es nun wollte oder nicht, sie war da, wenn er trainierte oder sich auf verschiedenen Missionen befand. Der Sith ahnte, dass sie wieder ihr altes Leben aufgenommen hatte. Ihre Loyalität zum Orden war sehr ausgeprägt, obwohl die Jedi sie damals im Stich gelassen hatten.

Vor einiger Zeit hatte er die Schwarze Sonne samt Raumstation und vielen Leben ausgelöscht...Ihren missbilligenden, traurigen Blick hatte er förmlich gespürt. Die Freude am Töten, die er sonst immer empfand, war dahin gewesen, auch wenn er sich im Klaren darüber war, dass er sich ihre Anwesenheit nur einbildete. Als ihm die Hexe von Dathomir damals entgegen getreten war, hatte er einen Augenblick gezögert, bevor er ihr Leben genommen hatte. Nur einen winzigkleinen, aber für einen Sith bedeutete das absolutes Versagen.

Maul hatte keine große Wahl, und die Möglichkeiten, die sich ihm boten, waren nicht gerade erfreulich. Er konnte Shar'la mit sich nehmen und ein Leben auf der Flucht vor seinem Meister verbringen, der ihn schließlich doch finden und sie beide zerstören würde. Seine Geliebte würde ihm folgen, dessen war er sich sicher, und die Jedi würden sie ziehen lassen, aber sein Meister ihn nicht. Verrat duldete Sidious am wenigsten.

Oder er konnte endlich entschlossen und einem Sith würdig handeln. Seine Gedanken, seine Sorgen um sie und die Begierde mussten aufhören, damit er sich endlich auf seine eigentliche Aufgabe als zukünftiger Herrscher konzentrieren konnte. Sidious würde ihn bald mit einer wichtigen Mission auf Naboo betrauen, und Maul hatte nicht vor, durch sein restliches Leben als Liebeskranker zu wandeln.

Der Konferenzsaal war dermaßen voll, dass Senator Palpatine und sein Assistent einige Mühe hatten, ihre Plätze in der Loge zu besetzen. Der jüngere Mann ging ausnahmsweise vor ihm und bahnte mit einiger Rücksichtslosigkeit den Weg für seinen Vorgesetzten frei.

Als der Senator Platz genommen hatte, entspannte er sich sichtlich. Sein Assistent wollte schon Unterlagen heraussuchen, aber Palpatine winkte ab. Er war ein brillanter Redner und hatte es nicht nötig, seine mitreißenden Worte von Datenpads abzulesen.

Kanzler Valorum sprach, und die Zuhörerschaft lauschte gebannt. Auch Palpatine, mit einem etwas schiefen Lächeln. Er schien mit dem Höherrangigen nicht ganz übereinzustimmen.

Irgendwann ließ Maul seine Gedanken von der politischen Debatte abschweifen. Er saß hinter seinem Meister, das auffällige Gesicht wie immer von einer Kapuze verborgen, auch wenn er dieses Mal auf die übliche dunkle Kleidung verzichtet hatte. Neugierig sah er sich um und versuchte, die Anwesenden einzuschätzen. Sie gehörten so vielen verschiedenen Rassen an, die meisten nicht humanoid, dass er bald den Überblick verlor. Dann entdeckte er die Loge des Jedirates. Einige der Vertreter hatte er bereits vor einem Jahr im Tempel zu Gesicht bekommen, dort saßen der dunkelhäutige Mann, ein grauhäutiger Mann mit einem Sichelförmigen Kopf, noch eine exotisch gebaute Person, er konnte nicht bestimmen, ob männlich oder weiblich, mit gelblicher Haut und einem winzigen Kopf, der auf einem langen Hals balancierte...und direkt dahinter...

Der Sith erstarrte. Seine Muskeln waren gespannt wie Stahlfedern, und sein Herz raste. Seinen Geist vor anderen zu verbergen konnte er mittlerweile mühelos beherrschen, aber dennoch ließ er schnell ein stärkeres mentales Schild hochfahren, damit niemand seine Aufregung erspüren konnte.

Sie. Es bestand kein Zweifel. Ihre stolze Körperhaltung war trotz des Umhangs, in den sie gehüllt war, unverkennbar. Zaghaft und sanft wie eine Feder berührte er ihr Bewusstsein, ohne etwas von sich preiszugeben. Sie fühlte offensichtlich, dass jemand versuchte, Kontakt zu ihr herzustellen und sah sich suchend um. Dann hielt sie mitten in der Bewegung inne und blickte direkt in seine Richtung.

Er. Shar'la war sich einer Sache noch nie in ihrem Leben so sicher gewesen. Sie schluckte hart. Was machte dieser Mann, zu dem ihre Liebe nicht eine Sekunde nachgelassen hatte, und der es nie für nötig gehalten hatte, ihr mitzuteilen, wie es ihm ergangen war, hier im Senat? Seit er ihr die Macht auf ihr unerklärliche Weise wiedergeschenkt hatte, war er spurlos verschwunden gewesen. Ihre Augen trafen sich, und sein Blick brannte sich in ihren fest. Shar'la fing an zu zittern, und verbarg ihre Verwirrung dann schnell und diszipliniert. Niemand hatte ihren Schock bemerkt, stellte sie erleichtert fest. Mit einer fadenscheinigen Entschuldigung schlich sie sich aus der Loge. Die Mitglieder des Jedirates konzentrierten sich immer noch auf den Kanzler und niemand achtete besonders auf ihren Weggang.

Als Maul sah, wie sie sich nach draußen begab, bat er seinen Meister, die Sitzung kurz verlassen zu dürfen, was nur mit einem abwesenden Lächeln und Nicken Sidous' quittiert wurde. Er ließ die Macht hinausgreifen und ortete sie sofort. Seine eiligen Schritte brachten ihn schließlich zu einer verlassenen, halbdunklen Lagerhalle.

Und dort stand sie und wartete auf ihn. Der Sith konnte nicht umhin, ihre lässige Körperhaltung zu bewundern, als sie sich an eine Wand lehnte und die wasserblauen Augen bis in seine Seele zu blicken schienen. Nein, natürlich konnte sie nicht seine Gedanken lesen. Nicht einmal ein Jedimeister hätte seine geistigen Barrieren durchbrechen können. Die weiten Gewänder konnten die Erinnerung an ihren wundervollen Körper nicht wegwischen. Die weiche Haut, die sich an seine eigene, schweißnasse rieb, ihr lustvolles Stöhnen und die Liebesworte, die sie ihm ins Ohr geflüstert, als er sich tief in ihr bewegt hatte...Diese Bilder wurden von ihrer hochgeschlossenen Kleidung und dem etwas abweisenden Gesichtsausdruck nur wenig überlagert. Mauls Herz hämmerte so laut, dass er befürchtete, sie könnte es hören.

Shar'las Herz hämmerte so laut, dass sie befürchtete, er könnte es hören. Er stand nun mit vor der Brust verschränkten Armen vor ihr und machte keinen Versuch, die kurze Distanz zwischen ihnen zu überbrücken. Sein Gesicht lag im Dunkeln, aber sie hätte die Linien der rot-schwarzen Muster aus dem Gedächtnis zeichnen können, so oft wie er ihr in ihren einsamen Träumen erschienen war. Nur seine leuchtend gelben Augen brannten wie Sonnen auf sie herab.

"Sag mir, dass du hier bist, weil du mich noch liebst", brachte sie endlich ohne irgendwelche einführenden Worte heraus.

"Ja, ich liebe dich noch und werde es immer tun", vernahm sie sein raues Flüstern. Er streckte eine behandschuhte Hand aus und streichelte sehnsuchtsvoll über ihr dunkles Haar.

"Aber ich bin hier, um dich zu töten."

Shar'las Körper erstarrte bewegungslos, als sie realisierte, was er soeben gesagt hatte.

"Oder um bei dem Versuch zu sterben", fügte er ebenso leise hinzu.

Das Ganze gewann für die zierliche Frau die Qualität eines furchtbaren Albtraumes.

"Warum solltest du das wollen? Was habe ich denn getan?", stammelte sie und versuchte ihre Tränen zurückzuhalten.

Maul fühlte, wie seine Knie weich wurden. Er wünschte sich nichts mehr, als sie ganz fest in seinen Arme zu halten, sie zu trösten...und gemeinsam mit ihr von hier zu verschwinden. Seine ganze, mühsam aufgebaute Entschlossenheit war wie weggewischt, als er die nassen Spuren auf ihren blassblauen Wangen und ihren verletzten, verständnislosen Blick sah. Dann sah er aber Lord Sidious vor seinem inneren Auge, seinen Meister, der absolute Loyalität verlangte. Hin- und her gerissen zögerte er immer noch, als sie etwas vollkommen Unerwartetes tat.

Der Schmerz traf ihn unvorbereitet. Maul taumelte zurück, die Finger an seine Schläfen gepresst. Sie durchbrach seine Blockade so mühelos als bestünde sie aus weicher Butter, und durchwühlte nun geistige Sphären, an die es sonst niemand geschafft hatte heranzukommen. Der Zabrak versuchte nach ihr zu schlagen, damit sie aufhörte, aber sie wich geschickt vor ihm zurück.

Maul fühlte sich nun völlig entblößt. Erfolglos versuchte er, ihren Angriff abzuwehren, als sie immer tiefer in seine Gedanken eindrang.

Shar'las Augen waren noch tränennass, aber ihr Blick verhärtete sich. Was sie getan hatte, verstieß gegen die wichtigste Regel der Jedi, nicht unerlaubt oder gewaltsam geistigen Kontakt herzustellen. Aber sie nahm die Angelegenheit nun sehr persönlich, und konnte nicht fassen, was sie vorgefunden hatte. Eine Person mit weniger stark ausgeprägten mentalen Fähigkeiten wäre aufgrund des Kontakts wohl qualvoll gestorben. Vollkommene Finsternis... Teuflisch...Sadistisch...Erbarmungslos...Und die Ergebenheit gegenüber...

"Jetzt verstehe ich alles...Darth Maul, Lord der Sith", zischte sie mit hasserfüllter Stimme.

"Ich habe es dir gesagt, aber du wolltest mir nicht glauben", ächzte er kraftlos. Seine Hand umklammerte den Griff seines Laserschwertes.

Abermals trafen sich ihre Blicke. Ihr Zorn hatte das unschuldige Hellblau in die Farbe kalten Stahls wechseln lassen. Der Sith war gezwungen, die Augen abzuwenden.

Dann griff sie mit der Agilität eines Raubtieres an. Innerhalb eines Sekundenbruchteils war ihre leuchtende, blaue Klinge ausgefahren, und mit einer fließenden Bewegung ließ sie sie auf seine niederfahren.

Der junge Sithlord war von ihrer Kraft überrascht. Nun war sie kein verschrecktes Straßenmädchen mehr, sondern eine würdige Gegnerin für ihn. Dieses Mal freute er sich, dass jemand ihm richtig Widerstand bot. Er war sicher, nie wieder in einen Spiegel sehen zu können, wenn er ihr Leben ohne Gegenwehr genommen hätte.

"Du...und...dein...Meister...ihr habt mir das angetan!", schrie sie atemlos, als sie aus allen Richtungen auf ihn einschlug und ihm keine Chance ließ, selbst in die Offensive zu gehen.

Ich habe damit nichts zu tun, wollte sich Maul rechtfertigen, blieb aber dann doch still. Es konnte mit der Tatsache dass sie ihn nun hasste, besser umgehen, als schuld daran zu sein, dass sie so verletzt war.

Diese Frau konnte ihm gefährlicher werden, als er zunächst angenommen hatte. Jetzt war ihm die Wahl, ob er sie töten sollte oder nicht, abgenommen worden. Sie hatte bis in sein Innerstes geblickt und wusste nun eindeutig zu viel. Die Zukunft der Sith hing davon ab, dass er dies zu einem schnellen Ende brachte. Seine Zukunft...

Shar'la ließ nicht einen Augenblick in ihrer Aufmerksamkeit nach. Sie versuchte, ihr gebrochenes Herz zu vergessen, und sich nur auf ihren Gegner zu konzentrieren. Das war er nun für sie. Kein Liebhaber mehr. Nur jemand, den sie so schnell wie möglich töten musste, damit sie selbst am Leben blieb und die unglaubliche Nachricht, dass die Sith immer noch existierten, weitergeben konnte. Das hatte nun oberste Priorität.

Der Sith sammelte seine letzten Kraftreserven und stieß sie mit Hilfe der Macht fort, um endlich wieder etwas Freiraum zu bekommen. Sie prallte hart auf den Boden. Er war sofort über ihr und wollte zu einem letzten tödlichen Streich ausholen, als sie ebenfalls die Macht einsetzte, um ihn sich vom Leib zu halten.

Sie standen sich mit blitzenden Augen gegenüber, die Arme gehoben und die Handflächen einander zugewandt, und niemand gab nach. Weder Jedi noch Sith konnten sich weiter aufeinander zu bewegen, weil sie sich gegenseitig wie in einem Kraftfeld gefangen hielten.

"Du hast dich zu einer mir ebenbürtigen Kämpferin entwickelt", stellte Maul bewundernd fest.

"Bald wirst du feststellen, dass ich eine dir überlegene Kämpferin bin", erwiderte Shar'la verächtlich.

"Das wird sich herausstellen", sagte der Sith ruhig.

Dann ließ er sich plötzlich fallen. Da ihre Barriere nun nicht mehr auf ihn einwirkte, ließ ihn der Rückstoßprinzip förmlich auf sie zuschießen. In seiner alten Manier versetzte er ihr auf dem Weg einen tiefen Hieb mit seiner roten Klinge. Sie schnappte nach Luft und sah ungläubig auf ihre verkohlte Tunika, die sich an ihrem Oberschenkel schwarz verfärbt hatte.

Erst einen Augenblick später setzte der Schmerz ein. Shar'la biß die Zähne zusammen und ignorierte ihn. Verzweifelt wehrte sie seinen Angriff ab, der sofort darauf folgte. Er drang gnadenlos auf sie ein und sie fühlte schon, wie ihre Kraft nachließ.

Maul umkreiste sie wie ein Jäger seine Beute und suchte ruhelos nach einer Lücke in ihrer Verteidigung. Ihre Bewegungen wurden schon langsamer, und sie war nun längst in die Defensive gedrängt worden. Sie verfielen in ein ermüdendes Angriff-Abwehr-Muster, aus dem keiner der beiden ausbrechen konnte. Shar'la hielt den Griff ihrer Waffe mit beiden Händen fest, als sie verbissen um ihr Leben kämpfte.

Links...rechts...links...LINKS! Die junge Frau bemerkte, dass er sie in die Irre geführt hatte, erst, als es schon zu spät war. Eine der roten Klingen hatte sich tief und tödlich in ihren Körper gebohrt. Sie fiel auf die Knie, und ihr Blick wurde leer, als sie versuchte zu schreien und dennoch stumm blieb.

Allmächtige Götter...helft mir, ich flehe euch an...was habe ich getan...Mauls Waffe fiel klappernd mit deaktivierter Klinge zu Boden, als er ihren Körper auffing.

Sie war schlaff in seinen Armen, als er sie fest an sich drückte und hin- und herwiegte. Auf Knien vergrub er das Gesicht an ihrer Brust und weinte die letzten Tränen, die er in seinem Leben vergießen würde. Die Erkenntnis, wie falsch seine Entscheidung gewesen war brach mit voller Wucht über ihn zusammen. Plötzlich waren seine ganzen Zukunftspläne irgendwo in weite, unwichtige Ferne gerückt. Er verachtete sich selbst, dass er das Schönste in seinem Leben geopfert hatte, nur um nicht weiter abgelenkt zu werden.

Shar'las Blick war wieder klar, als er es endlich wagte, ihr in die Augen zu sehen. Erst hatte er vermutet dass sie ihn gar nicht mehr wahrnahm, aber sie sah ihn nun direkt an. Ohne Hass...ohne Leidenschaft...nur mit unendlicher Liebe. Ihre kühle Hand strich über sein Gesicht, und er nahm sie in seine und bedeckte sie mit Küssen. Sie hatte ihm verziehen...zum zweiten und letzten Mal.
Die tödliche Verwundung forderte ihren Tribut und Shar'la starb in Mauls Armen, die Stirn immer noch an seine Brust gelehnt. Der Sith warf den Kopf zurück und ein schmerzerfülltes, animalisches Brüllen erhob sich hoch in den blutrot verfärbten Himmel.

Epilog

Sidious, Lord der Sith, nährte sich von dem Schmerz und erfreute sich daran. Er vervielfachte seine Kraft, als er ihn gierig in sich aufsaugte. Valorums in die Länge gezogene Rede wurde zu einem Summen im Hintergrund degradiert, und Sidious gab sich diesem Gefühl ganz hin, als dunkle Wellen der Macht über ihn zusammenschlugen.

Endlich hatte sein Schüler die richtige Entscheidung getroffen. Sidious hatte geduldig abgewartet, bis Maul sich von selbst dazu durchringen würde. Er hatte nichts erzwungen und sich auf diese Weise die Loyalität seines Schülers weiterhin gesichert.

Der ältere Lord lächelte vor sich hin. Mauls Gefühle und Gedankenwelt waren für ihn durchsichtig. Fast. Erst hatte er nicht feststellen können, in wen sich der junge Narr verliebt hatte. Als sein Schüler sich aber in sein Labor geschlichen und die besondere Substanz gestohlen hatte, war ihm die Identität der Frau klar gewesen. Shar'la D'nah, eine Padawan, die er damals auf der Konferenz aufgrund ihrer ungewöhnlichen telepatischen Fähigkeiten als besonders gefährlich eingestuft hatte. Wenn jemand das Vorhandensein der Sith aufdecken und seine Pläne durchkreuzen konnte, dann sie. Selbst der erfahrene Sithlord hätte einem mentalen Angriff ihrerseits nicht standhalten können, wenn sie es darauf angelegt hätte.

Erfreut hatte Sidious dann erfahren, dass sie den Tempel verlassen hatte. Seine Mixtur hatte bei ihr also Wirkung gezeigt, und er war erleichtert gewesen, sie auf diese Weise aus dem Verkehr gezogen zu haben.

Dann war sie wohl Maul begegnet, als er ihn in den Slums ausgesetzt hatte. Und der naive Jüngling hatte ihr das Gegenmittel verschafft. Sidious' Lächeln wuchs in die Breite. Maul glaubte bis heute, dass sein Meister nichts davon gemerkt hätte.

Aber nun hatte der junge Sith der Angelegenheit ein Ende gesetzt und sich seines Vertrauens in sein tödlichstes Werkzeug als würdig erwiesen. Die Jedi war jetzt eine tote Jedi.

Lord Sidious war stolz auf seinen Schüler.

Ende

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