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Anime/Manga » Naruto » Nightmares
Kayuuko
Author of 11 Stories
Rated: K+ - German - Drama/Angst - Sasuke U. & Itachi U. - Reviews: 2 - Published: 02-03-06 - Complete - id:2781558

Titel: Nightmares

Author: Angel-chan

Fandom: Naruto

Pairing: Itachi x Sasuke (angedeutet)

Warnings: Angst, Depri, AU

Note: Diese Fanfic entstand nach einer 2-minuten Idee meinerseits... Eigentlich wollte ich nicht unbedingt etwas Trauriges schreiben aber bei dem Pairing geht es nicht anders. Das hat absolut nichts mit dem Ende der Naruto Story zu tun aber für mich ist es eine Art Alternativ-Ende, das ich mir selbst ausgedacht habe.

Entstanden im Zeitraum: 29. November 2005 – 28. Dezember 2005

Fear in the night it's a feeling you get

When you look out the window

Turn on the lights running away

From the creatures you make in your mind…

Oracle - Nightmares

Es war beinahe schon ein Ritual – Nacht für Nacht. Das Wälzen im Bett mit ängstlichen Blicken in das dunkle Zimmer. Das zögerliche Erheben von der Matratze, das ihm letztendlich jedoch nicht schwer fiel. Der Gang durch schwarze, Furcht einflößende Räume und schließlich das Öffnen der Türe, hinter welcher sich sein sicheres Ziel befand.

Kein Monster versteckte sich in diesem Raum.

Kein Albtraum verfolgte ihn hier her.

Er kannte diesen Weg auswendig und konnte wahrscheinlich mit geschlossenen Augen diese Wanderung von seinem Zimmer in das Schlafgemach seines Bruders bestreiten.

Irgendetwas sagte ihm jedes Mal, dass Itachi wohl schon auf ihn gewartet hatte, denn der Ältere hatte immer die Bettdecke zurückgeschoben und dem Kleineren bereits Platz gemacht. Es war niemals anders.

Die tapsigen Schritte des Fünfjährigen waren in der Stille der Nacht deutlich zu hören während er die letzte Distanz zum Bett seines älteren Bruders zurück legte und in dieses krabbelte.

Hier war er sicher. Sein Bruder würde ihn beschützen.

Schweigen erfüllte den Raum nachdem der jüngere Uchiha es sich neben dem Älteren gemütlich gemacht hatte, knapp an diesem lag, sodass er seinen Kopf nur leicht vorneigen musste um Itachis Herzschlag zu hören welcher ihn immer in einen ruhigen Schlaf führte.

Sasuke hatte bereits die Augen geschlossen als er fühlen konnte wie sein Bruder sich leicht regte und die Bettdecke mehr über den Kleineren legte.

„Du wirst zu alt um in mein Bett zu krabbeln, Sasuke", ertönte schließlich die ruhige Stimme, die gepaart mit diesen, für Sasuke harten Worten schmerzhaft in dessen Seele drang.

Der Junge blickte nur leicht auf, etwas scheu und gekränkt bevor er jedoch das Gesicht verzog um zu protestieren.

„Aber wenn ich… nicht bei dir schlafe dann…"

Seine Stimme versagte noch bevor der jüngere Uchiha zu Ende sprechen konnte. Er wusste, dass sein Bruder Recht hatte. Lange starrte er gerade aus um eine Ausrede zu finden und lauschte in die Stille bevor seinem Mund endlich Worte entwichen.

„Niisan hat nie Albträume. Deshalb gibt es hier keine Albträume und auch keine Monster," murmelte er schließlich nur als er sein Gesicht leicht in dem Kissen vergrub welches so schön nach seinem Vorbild duftete.

Eine Weile herrschte wieder Stille bevor ein tiefer Atemzug mit einem anschließenden Seufzen, Sasuke erneut auf Itachi aufmerksam machte.

„Das ist eine Lüge," gab der Ältere nun zurück wobei seine Finger leicht durch das Haar des Kleineren glitten. Er strich ihm kurz einige Strähnen aus dem Gesicht, einen Augenblick lang nach Worten suchend bevor erneut ein Seufzen aus seinem Mund drang, „Auch ich habe Albträume, Sasuke…"

Sein dummer, kleiner Bruder reagierte mit Unverständnis und Ungläubigkeit. Er wollte es nicht wahr haben, dass Itachi, sein Vorbild, ebenso wie er unter schlechten Träumen litt. Der ältere Uchiha jedoch schwieg nun, nachdem Sasuke lauthals von sich gelassen hatte, was er von dieser Idee eines schwachen, großen Bruders hielt.

Itachi lächelte nur in der Stille, ein schmerzhaftes, beinahe verbittertes Lächeln.

„Meine Furcht sind nicht die Träume selbst. Monster interessieren mich nicht. Zumindest nicht die Monster, die dir in deinen Träumen erscheinen, Sasuke."

Der Ältere musste eine Pause machen, blickte dabei auf das Kind neben sich, das den 5 Jahre älteren, viel zu schnell erwachsen gewordenen, Bruder anstarrte.

„Der schrecklichste Albtraum, den ich je…"

Er stockte erneut während Sasuke ihn abwartend anblickte.

Selbst im Dunkeln konnte Itachi das Flackern der Augen des Jüngeren erkennen. Kurz überlegte er, bevor er sich dazu entschied den Satz nicht zu beenden.

„Du solltest schlafen. Morgen erzähle ich dir mehr, versprochen."

Der jüngere Uchiha seufzte nur gut hörbar und murmelte noch leise ein „Gute Nacht" bevor er sich näher an seinen Bruder lehnte um erneut dessen Herzschlag zu lauschen.

Er wusste, dass Itachi sein Versprechen nicht halten würde.

Jahre später erst waren diese Albträume so nah wie noch nie. Sie waren greifbar und so offensichtlich, dass sie einen Menschen innerlich zu zerreißen drohten noch bevor sie Wirklichkeit werden konnten. Und Uchiha Itachi war noch immer ein Mensch, auch wenn er es manchmal selbst nicht glauben wollte. Verletzt lag er auf dem Boden, seinen jüngeren Bruder beobachtend wie dieser sich gegen Orochimaru richtete, nachdem Sasuke gegen ihn selbst gekämpft hatte. Es war ein Erlebnis, das der ältere Uchiha beinahe genoss auch wenn sich in ihm bereits ein unangenehmes Gefühl breit machte. War Sasuke wirklich stark genug geworden?

Der Jüngere der beiden Brüder, inzwischen zu einem Jugendlichen herangewachsen war noch immer dumm und naiv. Während er sich vor Schmerz am Boden krümmte, das Siegel auf seinem Hals quälend pulsierte, hörte er die wütende, zischende Stimme seines Peinigers und Lehrmeisters. In der Tat war der Mann vor Sasuke eine Schlange. Er hatte denselben Blick, dieselbe Art, dasselbe Gift in sich. Schlangen betrog man nicht. Man erhob nie gegen eine Schlange das Wort, egal wie mächtig man geworden war.

Viel zu schwach war er noch immer obwohl er in den Jahren soviel gelernt hatte. Zumindest hatte er die Kraft den blonden Schwachkopf zu schützen und seinem Bruder endlich zuzusetzen. Doch noch war seine Rache nicht vollendet.

Als Sasuke seinen Kopf anhob um ein Bild von seinem Umfeld zu erhaschen, stach ihm nur Orochimaru ins Auge. Sein Lehrer stand vor ihm, den Blick auf ihn gesenkt. Giftig wirkte dieser so als hätten sich die Zähne des Sennin in seine Haut gebohrt. Er hatte ihn verraten. Nach all den Jahren hatte er sich doch noch gegen denjenigen gewandt, der ihm Kraft und Macht versprochen hatte.

Ein spöttisches Grinsen schlich auf sein Gesicht als er schließlich die Klinge in der Hand seines Lehrmeisters erkannte.

Orochimaru stürmte vor, das Schwert gegen seinen Schüler erhoben.

"Ja! Tu es! Töte deinen Körper!" stieß der Junge nur lachend hervor und im ersten Moment war er sich sicher, dass seine Qual ein Ende hatte. Er hatte seinen Kampf gegen Itachi bekommen und auch wenn er ihn nicht hatte töten können so war er eigentlich zufrieden mit seinen eigenen Fortschritten. Uchiha Itachi war nach wie vor unbesiegbar und Sasuke stellte fest, dass er wohl ein Gott sein musste, ein verletzbarer Gott.

In der stillen Dunkelheit jedoch, die sich nun über Sasuke legte als er erneut hochsah, in dieser eisigen, klirrenden Kälte erkannte der jugendliche Ninja schließlich das Gesicht seines Bruders, ein Bild welches sich in sein Gedächtnis brannte wie heißes Eisen.

Zuerst begriff er nicht was vor ihm geschah, glaubte an eine Art Illusion, bis Itachis Blut seine Kleidung befleckte. Nicht nur einige Tropfen wie zuvor während seines Kampfes gegen ihn... sondern ein ganzer Schwall der Lebensflüssigkeit...

Mit starrem Blick erkannte er die Klinge, die die Brust seines Bruders durchstoßen hatte und wurde leichenblass. Die Fähigkeit zu sprechen hatte er wohl in diesem Augenblick verloren. Er hörte nur den Schrei Narutos und den Schmerzenslaut Orochimarus welcher selbst in das Katana gelaufen war, mit welchem Itachi, Sasuke schützen wollte.

Jeder wird von Albträumen geplagt, Sasuke. Es gibt Niemanden, der von ihnen verschont bleibt."

Es war ein Albtraum... es musste einfach ein Albtraum sein.

Der Körper des Älteren fiel zurück und Sasuke hatte Mühe in seinem Schock diesen zu fangen, der schwerer war als sein eigener.

Und in diesem Moment, als er in das sterbende Gesicht seines Bruders sah, durchzuckte ihn ein Schmerz, den er seit Jahren nicht mehr verspürt hatte.

Während Naruto ihn an der Schulter packte, laut und beinahe panisch auf ihn einredete, fühlte er wie Tränen sich unaufhaltsam den Weg über sein Gesicht bahnten.

"Der schrecklichste Albtraum den ich je hatte, beinhaltete deinen Tod... kleiner Bruder..."

FIN

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