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The Meaning Of Sunshine
Autor: Angel-chan aka Kayuuko
Fandom: Naruto
Pairings: Keines
Warnings: sad (ganz was Neues bei meinen FFs)
Note: Diese Idee spukt schon seit mehr als einem halben Jahr in meinem Kopf umher. Da ich derzeit inspiriert bin werde ich sie mal niederschreiben. Ich widme sie "Dea Draconis", die mich mit ihrer neuesten, atemberaubenden FF zum Schreiben inspiriert hat.
Mikoto ist übrigens keine schlechte Mutter. Ich empfinde allerdings, dass sie sich zu sehr ihrem Mann unterordnet und dessen Ansichten annimmt.
Gestartet und vollendet in der Nacht vom Donnerstag, 12. Jänner 2006 auf Freitag, 13. Jänner 2006.
Disclaimer: Mir gehört Naruto nicht und auch nicht die Charas. Die gehören Masashi Kishimoto.
Dunkelheit umhüllte den Körper des wartenden Fünfjährigen, welcher sich vor dem Zimmer seiner Mutter niedergelassen hatte, zusammengekauert und still. Draußen prasselte der Regen gegen das Fenster, überzog dieses mit winzig kleinen Adern von Wasser. Auf ihn wirkte das Gewitter beruhigend so als würde es wie ein wundervolles Schlaflied seine Seele erwärmen auch wenn dies in Wirklichkeit gar nicht geschah.
Keine Wärme drang an sein Herz.
In seiner eisigen, einsamen Welt erblickte Itachi das Licht für eine lange, grausame Zeit nicht. Er lernte nicht zu lieben oder zu schätzen, nicht lang genug. Dazu war er nicht geboren worden. Sein Lebensweg war der eines Ninja, ein Weg in Blut getränkt. Er würde durch die rote Lebensflüssigkeit waten und tausende Leichen hinter sich lassen, würde dabei niemals Schmerz oder Leid empfinden. Für ihn war das Lächeln seiner Mutter falsch und die Worte seines Vaters hart und gefühllos. Auch wenn er erst in diesem zarten Alter war konnte er gut genug erkennen welch Schicksal auf seinen Schultern lastete. Ein Schicksal, das er nicht abwenden konnte.
Das Gewitter nahm seinen Lauf, Donner grollte und ein Blitz erhellte den schwarzen Raum, in dem Itachi sich befand. Er schloss nur die Augen, genoss es förmlich hier draußen allein zu sein, ohne jegliche Worte eines Erwachsenen, die an ihn gerichtet waren und Augen, die ihn voll Stolz anstarrten. Diese Blicke bereiteten ihm Albträume und schon oft fand er sich mitten in der Nacht schweißgebadet und wach in seinem Bett wieder. Er wusste, dass er auf diese Art und Weise niemals die Anerkennung seines Vaters erreichen würde. So bemühte er sich jegliche Emotion zu verdrängen und in seinem Innersten zu vergraben, bis er selbst daran Zugrunde ging, das, so fühlte er, zweifelsohne passieren würde. Im Grunde war es ihm gleich, denn Schmerz empfand er schon lange nicht mehr. Sein Herz war fest verschlossen und er schwor sich in seinem gesamten Leben als Shinobi niemanden an dieses Herz heran zu lassen. Er wollte nur noch für seine Ziele existieren.
Schreien riss ihn schließlich aus seinen wirren Gedanken und so hob er den Kopf und starrte an die Türe, die sich selbst nach dieser langen Zeit, die nun verstrich, nicht öffnete. Draußen donnerte es wieder und der Blitz, der folgte, erschien Itachi greller als alle zuvor.
Nur langsam erhob er sich letztendlich aus seiner sitzenden Position und trat vor, die Hand nach der Klinke der Türe fassend. Er hörte Lachen, ein grausam lautes Plärren und Worte seines Vaters, die er nicht verstand. Kurz überlegte er, ob es nicht besser wäre, sich wieder zu setzen und abzuwarten, was nun auf ihn zu kam, doch letztendlich entschied er sich doch dagegen und schob die Tür nur einen Spalt auf.
Seine kindlichen, wenn auch recht leblosen Augen blickten mit versteckter Neugier in den Raum, erspähten zuerst das große Bett auf welchem sich seine Mutter im erschöpften Zustand befand, ehe sein Blick auf das Bündel Leben in deren Arm fiel. Seine Augen weiteten sich leicht als er zum ersten Mal seinen kleinen Bruder erkennen konnte, wie am Spieß schreiend und die Fäuste verkrampft.
Fasziniert von diesem neuen Familienmitglied blieb er, unbemerkt von seinen Eltern oder der Hebamme, an der Tür stehen und beobachtete das Baby, wie es strampelte und zweifelsohne mehr Nähe und Geborgenheit verlangte.
Seine Mutter erschien ihm zärtlicher als sonst, viel glücklicher. Ihr Lächeln wirkte aufrichtig erfreut und nicht gespielt wie so viele Male zuvor. Sein Vater lächelte ebenso voll Stolz auf das Neugeborene herab. Itachi war sich nicht sicher seinen Vater jemals zuvor mit einem derartigen Gesichtsausdruck gesehen zu haben und fragte sich, ob seine Ankunft in dieser Welt, wohl genauso viele Emotionen bei seinen Eltern hervorgerufen hatte.
Er wandte sich ab, als er sah wie diese langsam ihre Aufmerksamkeit von dem Neugeborenen entreißen konnten und schloss die Türe leise. So stand er in der Dunkelheit, lauschte wieder den Regentropfen und starrte an die schwarze Fläche vor seinen Augen. Die Schritte seines Vaters durchbrachen die Ruhe schließlich, als das Bündel Leben endlich nach Minuten verstummte. Er blickte nur auf, als die Türe sich erneut öffnete und Licht auf ihn fiel.
Sein Vater sah ruhig auf ihn herab und deutete ihm das Zimmer zu betreten. Itachi jedoch wandte sich wortlos ab und trat den Gang entlang, zurück in sein eigenes Zimmer. Seinen Bruder unter Aufsicht seiner Eltern zu sehen, lehnte er ab.
Es vergingen Wochen in welchen der Ältere der beiden Brüder, dem Kleinen nicht einen einzigen Besuch abstattete. Er entschloss sich, dem Baby auch niemals zu Nahe zu kommen, zumal seine Mutter ihm überfürsorglich erschien und er die Grenze nicht überschreiten wollte, die sie ihrem ersten Sohn zweifelsohne im Stillen gesetzt hatte.
Jedoch drehten sich seine Gedanken in diesen Wochen größtenteils um das neue Familienmitglied, welches nun auf den Namen "Sasuke" hören sollte. In seinem gesamten bisherigen Leben war nie etwas Vergleichbares passiert und obgleich es ihm etwas Überwindung kostete, diese Veränderung zu akzeptieren so profitierte er letztendlich doch davon. Er war erleichtert, dass etwas Schwung in das Leben seiner Familie gekommen war und die Aufmerksamkeit der Verwandtschaft nicht nur auf ihm lastete.
Wenige Tage später jedoch, als seine Mutter und sein Vater das Haus für eine Weile in seiner Obhut ließen, wurde er auf das Schreien seines Bruders aufmerksam. Ausgestreckt auf dem Bett sitzend, die Waffen, die er am Morgen in seinem Training angewandt hatte, sorgfältig wegpackend und ordnend, versuchte er es vorerst zu ignorieren, doch als das Geschrei kein Ende nahm erhob er sich wortlos, trat auf Kinderfüßen über den leicht knarrenden Boden durch sein Zimmer, hinaus in den Gang.
Das Plärren des Babys führte ihn in das neu eingerichtete Zimmer seines kleinen Bruders. Von draußen fielen die warmen Sonnenstrahlen in den Raum, machten diesen zum Hellsten des gesamten Hauses und so zu etwas Besonderem.
In einer der Ecken stand das Kinderbettchen nah an der Wand, sodass weniger Licht auf den Kleinen fiel, welches diesen vom Schlafen abhalten könnte. Nun jedoch schien es Itachi so, dass Sasuke nicht daran dachte ein Nickerchen zu halten und er wusste nicht so recht was er tun sollte.
Für einen Moment überkam dem Fünfjährigen die Furcht, er müsse seinem kleinen Bruder die Windeln wechseln, doch dieser verstummte als der Ältere die Tür etwas aufschob und so die Aufmerksamkeit des Kindes auf sich lenkte. Eine lange Zeit zögerte Itachi allerdings, die Hand noch an der Türklinke. Dann aber trat er vor, die Distanz zwischen der Tür und dem Bettchen schnell trennend.
Zum ersten Mal konnte er Sasuke genauer betrachten, erkannte die neugierigen, großen Augen, schwarze Perlen, die nun auf ihn gerichtet waren und den Ansatz von dunklem, samtigem Haar. Der Jüngere hatte Itachi nie zuvor gesehen, schien aber genauso fasziniert, mit seinem geöffneten, staunenden Mund. Kurz geschah nichts, als sich Beide nur gegenseitig betrachteten bevor Itachi sich hinab, an den Rand des Kinderbettchens lehnte, sich mit den Armen an dieses stützte.
Er lehnte den Kopf auf seine Arme und beobachtete das Baby weiter welches nun absolut still geworden war. Sasukes staunende Gesichtszüge änderten sich eine ganze Weile lang nicht bevor er schließlich den Mund öffnete und einen gurgelnden, frohen Laut von sich gab.
Es war das erste Mal seit seiner Zeit als Kleinkind, dass man Itachi ein derartig sanftes Lächeln so einfach entlocken konnte. Er verzog die Mundwinkel nach oben, berührt von der Art seines kleinen Bruders, dessen Lebensfreude, Unschuld und Neugier, die er deutlich erkennen konnte.
Seine Finger fassten vor, berührten zuerst scheu, dann etwas mutiger aber sanftmütig das Gesicht des Kindes, dabei immer auf Vorsicht bedacht. So zart war die Haut des Kleinen, so samtig wie er sich die Hand seiner Mutter immer vorgestellt hatte.
Der Körper wirkte zerbrechlich und klein was den Beschützerinstinkt in dem Älteren weckte. Er war sich seiner Aufgabe als großer Bruder bewusst und es machte ihm jetzt schon Spaß ihr nachzugehen.
Er streichelte das Baby sanft und fühlte nun, als er mit einem Finger über die Handflächen Sasukes streifte, wie dieser seine kleine Hand um diesen legte.
"Sasuke..."
Der Name klang wie Musik in seinen Ohren, als er ihn beinahe flüsternd aussprach, ein paar Male wiederholen musste als könne er nicht glauben, dass er nun einen kleinen Bruder hatte.
Zum ersten Mal seit langem fiel dem Älteren die Wärme der Sonnenstrahlen auf, die das Zimmer in einen Mantel gehüllt hatte. Er sah dem Kleinen direkt in die Augen, das Lächeln niemals absetzend. Ihm war als hätte sich ein Balsam über seine Seele und sein Herz gelegt. Er wollte in dieser Decke verweilen, die ihn einhüllte. Was nun für ihn zählte war der Augenblick, den er in sich aufnahm, als wäre er lebensnotwendiger Sauerstoff. Doch dann durchbrach ein leiser Luftzug die wohlige Wärme.
"Was tust du hier, Itachi?"
Sein Lächeln schien von einer Sekunde auf die Nächste zu Eis zu erstarren, als die Stimme seiner Mutter ertönte. Er blickte sie nicht an, den Gesichtsausdruck innerhalb weniger Augenblicke ändernd und seinen Finger lösend.
Als er sich aufrichtete stand sie auch schon neben ihm, mahnend auf ihn herab sehend.
"Musstest du den Kleinen, denn wecken? Er hat so friedlich geschlafen..."
Der Erstgeborene blickte nur hoch, sein Gesichtsausdruck nichts sagend. Er sah seine Mutter an als ob sie eine Fremde für ihn wäre. Er wusste nicht genau ob Mikoto diese Tatsache auffiel, denn sie ließ es sich nicht anmerken als erneut ein falsches Lächeln auf ihre Lippen schlich, welchem er langsam Hass entgegen brachte.
"Geh wieder auf dein Zimmer," hörte er die Frau ruhig sprechen ehe sie ihn sanft aber bestimmt in Richtung Gang schob. Noch einmal wandte sich der Kopf des Fünfjährigen um, um einen Blick auf Sasuke werfen zu können, bevor sich die Türe zu diesem hell erleuchteten Zimmer vor seinen Augen schloss.
FIN