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Books » Harry Potter » Das Leben danach
anni-viech
Author of 6 Stories
Rated: T - German - Drama/Romance - Hermione G. & Severus S. - Reviews: 50 - Updated: 10-14-06 - Published: 03-04-06 - id:2829620

A/N: Ein Plot-bunny hat mich angesprungen, und hier ist nun meine erste HG/SS fic :3 Ich hoffe es findet wer Gefallen daran

Warnungen: Spoiler für alle, die das sechste Buch nicht gelesen haben; character death.

Kapitel 1

Es war ein grauer, Wolkenverhangener Tag. So, wie viele andere graue Tage seit der finalen Schlacht. Seit Voldemorts endgültigem Ende - zumindest hofften alle es war endgültig, nach der vorigen Zerstörung der Horkruxe - gab es nur wenige sonnige Tage.
Die Zahl der Gefallenen auf beiden Seiten war relativ gering, doch jedes einzelne Opfer hinterließ tiefe Spuren bei den Hinterbliebenen. Die meisten bekannten Todesser verbrachten nun vorraussichtlich den Rest ihres Lebens in Azkaban, während einige wenige es geschafft hatten zu fliehen. Sie waren immer noch irgendwo da draussen.

Hermione wandte ihren Blick von dem großen Fenster in dem Krankenzimmer ab. Das graue Wetter spiegelte ihre Stimmung der letzten Tage wieder. Ihr Blick fiel auf den rothaarigen Jungen, der nun schlafend in dem Bett vor ihr lag. Ron wurde, wie einige andere, unmittelbar vor der letzten Schlacht mit einem unbekannten Trank vergiftet. Die erste Woche hatte er in einem komatösen Schlaf verbracht. Madame Pomfrey hatte geäußert, dass seinem Körper nahezu jegliche Energie entzogen worden war. Sie hatten sich sorgfältig um ihn kümmern und ständig darauf achten müssen, ihn mit genügend Nahrung, Flüssigkeit und gelegentlich auch Blut zu versorgen. Jedesmal, wenn er genug zu sich bekommen zu haben schien, begann sein Körper es wieder rapide abzubauen. Erst nachdem Hermione einen Zauber für die konstante Stabilisierung seines Blutspiegels gefunden hatte, verbesserte sich sein Zustand. In der zweiten Woche wachte er immer öfters auf, wenn auch nur für wenige Minuten. Müdigkeit übermannte ihn schnell und er schlief schon bald wieder ein.

Auch jetzt, eine weitere Woche später, war er nicht länger als einige Stunden am Tag wach. Hermione, Ginny und Harry wechselten sich ständig mit ihren Besuchen ab. Heute war Hermione an der Reihe, und Ron war soeben wieder eingeschlafen, nachdem sie sich ein wenig unterhalten und er etwas gegessen hatte. Sie saß mit angezogenen Beinen auf der Fensterbank und lehnte ihren Kopf auf den Knien ab. Die meiste Zeit verbrachte sie hier bei Ron oder in der Bibliothek, um nach Heilwegen für ihn und den anderen vergifteten zu suchen. Bislang leider erfolglos.
Sie, Harry und Ginny wohnten vorübergehend in Hogwarts, seitdem der Fuchsbau nach einem Angriff der Todesser zu einem Großteil zerstört worden war. Die restlichen Weasleys waren mit dem Wiederaufbau beschäftigt - bis auf Fred; er hatte in der finalen Schlacht sein Ende gefunden. George hatte sich seither sehr verändert, der Verlust seines Zwillingsbruders schien ihn von allen am härtesten getroffen zu haben.

Hermione war wieder einmal tief in ihren Gedanken versunken, als Ginny plötzlich ausser Atem den Krankenflügel betrat. Sie hob bei dem aufgeregten Gesichtsausdruck des rothaarigen Mädchen den Kopf. "Ginny, was ist los?"
"Malfoy", war die einzige Antwort, die sie unter Keuchen von sich gab. Alarmiert sprang Hermione von der Fensterbank. "Was?" Ginny versuchte wieder zu Atem zu kommen. "Draco Malfoy ist soeben vor den Toren von Hogwarts aufgetaucht. Er ist in McGonagalls Büro, zusammen mit Harry."

Die zwei Mädchen waren kurze Zeit später vor besagtem Büro angekommen. Nach einem kurzen Anklopfen öffneten sie die Tür, gerade noch rechtzeitig, um Harrys "Er lügt!" mitzubekommen. "Wenn du mir nicht glaubst, Potter, dann sieh doch einfach selbst nach." Draco Malfoy hielt ein kleines Gefäß, in dem sich eine silbrige Substanz befand, demonstrativ in die Höhe. Hermione blieb bei seinem Anblick abrupt in der Tür stehen. Seine Haut war noch blaßer als sonst und hatte einen kränklichen Ton an sich, unter den blau-grauen Augen befanden sich tiefe, dunkle Augenringe. Er wirkte ungesund dünn und in seinen Augen und seiner Stimme befand sich eine tiefe Müdigkeit. Der Anblick kontrastierte stark mit dem Bild des selbstsicheren, eitlen Jungen, das sie im Gedächtnis hatte.

Die Köpfe der drei Anwesenden drehten sich nun zu den zwei Mädchen. Ginny schloß die Tür und ging auf Harry zu. Hermione sah von Draco, zu Harry, zu McGonagall und wieder zurück. "Was..." Harry schnaubte laut, sein Zauberstab fest in der Hand umklammert. "Dieser dreiste Widerling kommt einfach hier her und behauptet Snape sei unschuldig!" Seine grünen Augen funkelten den blonden Jungen an. "Wie kannst du es wagen, so etwas zu behaupten! Ich hab doch selbst gesehen wie er-... ich hab es mit eigenen Augen gesehen!" Seine Zauberstabhand zitterte vor Wut. "Du hast gesehen was du sehen wolltest, du ignoranter Idiot!" Harry war dabei seinen Zauberstab zu heben, als die laute Stimme der Schulleiterin durch das Zimmer drang. "Genug!" Alle Blicke richteten sich nun auf sie. "Wie ich verstanden habe, ist das eine Erinnerung von Professor Dumbledore?" Auf Malfoys Nicken hin drehte McGonagall sich um und öffnete eine Regaltür. Als sie sich wieder zurückdrehte, stellte sie ein Denkarium auf dem Schreibtisch vor ihr ab. Es war Dumbledores.

Harrys Augen weiteten sich. "Professor, Sie glauben ihm doch wohl nicht!" Sie schenkte ihm einen ermahnenden Blick. "Das will ich herausfinden, Harry." Ihr Blick gleitete über zu Malfoy. "Wenn Sie mir die Erinnerung geben würden..." Draco erhob sich von dem Stuhl, auf dem er gesessen hatte, und reichte seiner ehemaligen Lehrerin das Gefäß. Sie öffnete es und ließ die silbrige Substanz in das Denkarium gleiten. "Harry, wenn du es dir mit mir zu erst anschauen würdest..?" Der Angesprochene nickte nach kurzem Überlegen und trat zu ihr vor. Als sie einige Minuten später die Erinnerung wieder verließen, waren beide recht blaß. Harry schien mit sich selbst zu kämpfen, während er gedankenverloren auf den Boden starrte, die Hände zu Fäusten geballt. Hermione tauschte mit Ginny einen langen Blick aus.

War es möglich? War Professor Snape tatsächtlich unschuldig? Aber Harry hatte doch selbst gesehen, wie er den Todesfluch auf Professor Dumbledore gerichtet hatte! Hermione war selbst auf der Beerdigung gewesen. Snape musste ihn also umgebracht haben... Aber wie konnte er dann unschuldig sein..? Ein kalter Schauer lief ihr über den Rücken, also sie eine dunkle Ahnung überkam. Nein, sicherlich würde Dumbledore nicht...
Ihre Gedanken wurden unterbrochen, als Professor McGonagall sie und Ginny ansprach. "Ich denke es ist besser, wenn ihr es euch selbst anseht..." Die Stimme der Schulleiterin klang träge und geschlagen. Beide Mädchen sahen sich noch einmal an, ehe sie nach vorne schritten und sich die Erinnerung ansahen.

Nachdem sich der Wirbel gelegt hatte, sah Hermione sich um. Sie und Ginny befanden sich in Dumbledores Büro. Sie gingen einige Schritte, bis sie vor seinem Schreibtisch ankamen, hinter dem der Schulleiter saß. Hermione überkam ein dumpfes Gefühl im Magen, als sie ihn so lebendig vor sich sah. Jedoch fehlte das amüsierte Leuchten in seinen Augen, er wirkte ernst und müde. Als sie plötzlich Schritte hinter sich vernahm, drehte sie sich um und erblickte Snape, der wütend auf und ab schritt.
"Severus, mein Junge, es muss sein. Du darfst deine Position nicht verlieren, ausserdem-"
"Nein."
"Severus..."
"Nein!"

Der Tränkemeister blieb nun stehen und funkelte den Schulleiter aus verengten Augen an. "Das kannst du nicht von mir verlangen, Albus!" Er spuckte den Namen mit Gift aus. "Wenn Dracos Auftrag tatsächtlich deine Ermordung beinhaltet, dann werde ich den Schwur brechen müssen. Es ist von vornerein klar, dass er es nicht schaffen wird, also-" Dieses Mal wurde er von dem alten Mann vor sich unterbrochen, welcher ihn mit seiner Hand zum stoppen aufforderte. "Severus, nein. Es würde euch beide umbringen. Deine Position ist zu wichtig, um sie zu verlieren. Wenn du Dracos Auftrag ausgeführt hast, wirst du Toms vollstes Vertrauen genießen und kannst dich um den jungen Mr Malfoy kümmern. Wir brauchen dich, um diesen Krieg zu gewinnen."
Snape schüttelte seinen Kopf, während Dumbledore sprach. "Albus, nein..."

Der Schulleiter sah ihn mit durchdringenden blauen Augen an und der Ausdruck in seinem Gesicht ließ Hermione schaudern. "Severus, wenn es soweit kommen und Draco scheitern sollte, dann führe du seinen Auftrag aus. Erinnere dich an das Versprechen, das du mir vor Jahren gegeben hast." Der schwarzhaarige Lehrer blickte zähneknirschend auf den Boden. "Severus, ich bitte dich."
Ohne ein weiteres Wort von sich zu geben, stürmte Snape aus dem Büro und knallte die Tür hinter sich zu. Dumbledore lehnte sich seufzend in seinen Sessel zurück, ihm war jedes einzelne Jahr seines Alters anzusehen. "Es tut mir leid, mein Junge..."

Der Wirbel um Hermione herum brachte sie wieder zurück in die Gegenwart. Sie taumelte einige Schritte zu einem naheliegenden Stuhl und ließ sich darauf niedersinken. Also hatte Dumbeldore Snape tatsächtlich darum gebeten... jetzt verstand sie auch die flehenden Worte, die Harry erwähnt hatte; "Severus, bitte..." - aus dieser Sicht hatten seine Worte eine mehr als zynische Wirkung. Kein Wunder, dass Snapes Ausdruck voller Hass gewesen war. Vermutlich hatte er in diesem Augenblick Dumbledore, sich und die ganze Welt gehasst. Hermione konnte sich kaum vorstellen, wie er sich gefühlt haben muss... Sie war überrascht, als sie spürte wie Tränen über ihre Wangen liefen.

In dem Raum hatte sich eine allgemeine Stille ausgebreitet, jeder war in seinen eigenen Gedanken versunken. Harry war der erste, der sie durchbrach. "Wie können wir sicher sein, dass es keine Fälschung ist?" McGonagall schüttelte ihren Kopf. "Man kann eine Erinnerung nur leicht ändern und zensieren. In beiden Fällen wären Störungen zu vernehmen, zudem kann nur der Besitzer selbst sie ändern." Harrys Schultern senkten sich daraufhin. "Und warum haben wir sie nicht schon früher bekommen?" Dieses Mal antwortete Malfoy selbst. "Weil Dumbledore es so wollte." Nun richteten alle ihre Blicke auf den blaßen Jungen. "Er hatte Snape befohlen, sie niemandem zu zeigen, ehe der Dunkle Lo-... Voldemort besiegt war." "Das ist jetzt schon fast einen Monat her..", merkte Ginny an.
"Snape hat sich geweigert zurückzukommen." Auf diese Antwort folgte erneutes Schweigen.

McGonagall war gerade im Begriff etwas zu sagen, als ein lautes Magenknurren aus Malfoys Richtung kam. Der Junge errötete leicht und um die Lippen der Schulleiterin legte sich ein schwaches Lächeln. "Vielleicht sollten wir erstmal alle etwas essen." Draco nickte und stand von seinem Stuhl auf. Als er allerdings einen Schritt vor machte, sackten seine Beine ein und er musste sich an der Stuhllehne abstützen. "Wann haben Sie das letzte mal etwas gegessen, Mr Malfoy?" Er richtete seine Augen auf den Boden. "Vor ein paar Tagen..." McGonagall schürzte ihre Lippen. "Sie sollten sich am besten ein wenig im Krankenflügel ausruhen." Er nickte und versuchte zu gehen, wirkte aber recht schwach auf den Beinen. Hermione rang sich dazu durch, einen Arm um seine Schulter zu legen und ihn zu stützen. Zuerst sah es aus, als wollte er ihre Hilfe ablehnen, er ließ sich aber helfen und sie machten sich zusammen auf den Weg. Harry hatte die entgegengesetzte Richtung eingeschlagen. "Ich muss an die frische Luft." Ginny sah ihm nach und wandte sich dann zu den anderen. "Ich geh ihm nach." Als beide um die nächste Ecke verschwunden waren, erhob Professor McGonagall ihre Stimme. "Ich werde einen Hauselfen mit einer Mahlzeit zum Krankenflügel schicken." Nachdem auch sie Hermione mit Draco allein gelassen hatte, fuhren beide ihren Weg fort.

Die ersten Gänge durchquerten sie schweigend. Als sie sich dem Krankenflügel näherten, begann Malfoy zu sprechen. "Ich habe das nicht gewollt." Verwirrt sah Hermione ihn an. "Was hast du nicht gewollt?" Er blickte ihr nicht in die Augen. "Ich wollte Dumbledore nicht umbringen... aber wenn ich es nicht getan hätte, dann hätte er mich und meine Familie... ich musste es tun." Hermione wusste nicht was sie darauf antworten sollte. Sie kamen in dem Krankenflügel an und Hermione erklärte Madame Pomfrey die Situation flüchtig, während Draco sich auf eines der Betten sinken ließ. Ein Hauself hatte bereits die Mahlzeit gebracht, als sie Madame Pomfreys Büro verließ. Draco blickte das Essen zu erst zögernd an, nahm dann aber einen Teller Suppe und begann zu essen. Hermione nickte ihm zu und drehte sich zum gehen um, als seine Stimme erneut ertönte. "Granger." Sie drehte sich um und sah ihn fragend an. "Könntet ihr... vielleicht nach Snape schauen?" Ihre Augenbrauen schossen in die Höhe. "Ich habe die Erinnerung heimlich mitgenommen, er weiß nichts davon." Stirnrunzelnd schüttelte sie verwirrt den Kopf. "Was..?" Er legte den Löffel in dem Teller ab und blickte in die Suppe. "Ich fürchte, dass er nicht mehr lange durchhalten wird. Snape hat vor einiger Zeit alles aufgegeben... Auch sich selbst."

-TBC-

Na, jemand an 'ner Fortsetzung interessiert?

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