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TombRaider-Cora
Author of 6 Stories

Rated: T - German - Adventure/Fantasy - Reviews: 214 - Updated: 06-28-09 - Published: 04-10-06 - id:2885551

(Boah, diese Einleitungen zu schreiben, nervt. XD) Branden, Sandra, Lara und Joan sind in Japan angekommen. Sie wurden am Rande der ‚Wildnis’ ausgesetzt und sind nun auf der Suche nach dem Kirschblüten-Kloster.

Kapitel 34 – Im Kirschblüten-Kloster

Japan, Präfektur Nara, 18:32 Uhr

Lara legte ihre Hand an einen Baum und lehnte sich an. Kurz schloss sie die Augen und konzentrierte sich auf die Geräusche um sie herum. Am Lautesten prasselte der Regen vom Himmel herab, verwandelte ihren Weg in rutschigen Matsch, setzte sich an den Blättern der Bäume, Büsche und Sträucher fest und bot den Pflanzen eine willkommene Erfrischung. Einige Vögel zwitscherten und Brandens Pocket-PC gab bei jeder Aktion ein kleines Geräusch von sich.

Alle vier waren völlig durchnässt, schmutzig, müde und verschwitzt. Seit über zwei Stunden waren sie nun schon unterwegs und nur wenige Minuten nach ihrem Start war starker Regen über den Wald hereingebrochen, der das Vorankommen in der gebirgigen Landschaft oft unnötig erschwert hatte. Besonders Wege bergauf hatten sie mehr Zeit und Mühe gekostet als es ihnen lieb war. Es wurde bereits dunkel und die wärmende Kraft der ohnehin schwachen Frühlingssonne ließ nach. Nun konnte sich Lara als einzigen Trost einreden, dass es fast windstill war.

‚Ein Sturm hätte gerade noch gefehlt…’, ging es ihr durch den Kopf und sie wischte sich den mit Regenwasser vermengten Schweiß von der Stirn.

Zu ihrer eigenen Überraschung waren sie schon bald an einen Trampelpfad geraten, der genau die Richtung aufwies, die sie einschlagen wollten. Sandra hatte versucht sie davon zu überzeugen, dass auch die Mönche ihr Kloster verlassen mussten, um Besorgungen zu machen. Doch Lara und Branden wussten, dass es sich bei solchen Klöstern anders verhielt.

„Wie weit ist es noch?“, wollte Lara erschöpft wissen. Ihr Körper, der sich an den Rhythmus der Kreuzfahrt gewöhnt hatte, meldete Hungergefühle.

„Noch ein Kilometer“, antwortete Branden und steckte seinen Pocket-PC wieder weg. „Hofft, dass sie uns Unterschlupf gewähren werden und lasst uns weiterziehen.“

Seit Beginn des Weges war Branden Lara ernster erschienen als sonst. Sie hatte erwartet, dass er sie mit seinen Sprüchen hin und wieder zum Lachen bringen würde, war jedoch enttäuscht worden. Branden setzte den Weg fort, Sandra folgte ihm und auch Joan und Lara zogen hinterher. Mittlerweile war niemand mehr in Stimmung oder der Verfassung ein Gespräch während der Wanderung zu führen.

Nach einer halben Stunde hellten sich die Minen der drei plötzlich auf. Endlich erblickten sie ein Gebäude in der Entfernung. Es brannte in einigen Zimmern noch Licht und Branden bestätigte den anderen, dass sie ihr Ziel erreicht hatten. Mit einem leichten Lächeln auf den Lippen überquerten sie eine Brücke und gingen die letzten Meter auf den Eingang des Klosters, das die Größe eines Einfamilienhauses hatte, zu. Das Dach war wie typisch für altjapanische Bauten nach außen hin gebogen. Die Veranda, die sie über eine kleine Treppe bestiegen, war überdacht und sie waren froh endlich nicht mehr dem Regen ausgesetzt zu sein.

Sie einigten sich schnell darauf, dass Lara das Reden übernehmen sollte und diese benutzte daraufhin den Türklopfer an dem großen Holztor. Es dauerte ein wenig, doch schließlich wurde das Tür einen Spalt breit geöffnet und eine Frau, die die vier auf Mitte Vierzig schätzten, lugte hervor.

Da Lara wusste, dass man in Japan viel Wert darauf legte, lächelte sie freundlich.

Guten Abend“, grüßte sie auf Japanisch und verbeugte sich mit den Händen auf dem Schoß. Die anderen drei taten es ihr gleich. „Mein Name ist Lara Croft. Ich und meine Kameraden suchen schon seit einigen Stunden dieses Kloster. Wir sind sehr erschöpft und bitten um ihre Gastfreundschaft“, erklärte Lara.

Die Frau öffnete lächelnd das Tor und gebot den vieren mit einer Handbewegung einzutreten. Lara sah, dass sie einen beigen Kimono und eine schlichte, hochgesteckte Frisur trug.

Kommen sie nur herein. Wir haben sie bereits erwartet“, erklärte sie freundlich.

Lara flüsterte es Joan und Sandra kurz auf Englisch zu und trat zusammen mit den anderen ein. Wie in Japan üblich zogen sie sich die Schuhe aus, tauschten sie gegen dort stehende, schlichte Hausschuhe und ließen ihre eigenen im Eingangsbereich zurück. Auch ihre Jacken zogen sie aus und hängten sie an vorgesehene Haken.

Wie kommt es, dass sie uns bereits erwartet haben?“, wollte Branden wissen.

Ryoko-san wird ihnen die Situation erklären. Bitte folgen sie mir“, bat die Frau und führte die vier durch einige Gänge des bescheidenen Hauses.

Sie gingen über die Flure, die mit einfachem Holzverkleidungen versehen waren, und begegneten dabei nur hin und wieder einer Lampe, die Licht spendete. Schließlich hielten sie vor einem Fusuma, japanischen Schiebetüren. Die Japanerin kniete sich auf den Boden und räusperte sich.

Entschuldigen Sie, Ryoko-san, aber unsere Gäste sind endlich eingetroffen“, erläuterte sie und zog die Schiebetüren vorsichtig zur Seite, sodass sie in das Zimmer blicken konnte.

Danke. Bitte lassen Sie unsere Gäste eintreten“, hörten sie eine raue Männerstimme aus dem Zimmer antworten. Die Japanerin schob die Türen weit auf und bedeutete den vieren in den Raum zu treten. Nachdem sie hereingekommen waren, wurde die Tür von der Asiatin wieder geschlossen und man hörte wie sie sich entfernte.

Das Zimmer war schlicht eingerichtet. Regale an den Wänden beherbergten viele Schriftstücke und in der Mitte des Raumes befand sich ein niedriger Tisch. Gegen die Fenster prasselte noch immer Regen.

Die raue Stimme, die sie hineingebeten hatte, gehörte zu einem Japaner, der lächelte und die vier mit einer Verbeugung begrüßte, die sie höflich erwiderten. Sein Haar ergraute bereits und sein Gesicht zeigte schon Falten. Ein feiner Schnurrbart zog sich über seine Oberlippe. Der Kimono, den er trug, war dunkelgrau gefärbt.

Guten Abend“, grüßte Lara freundlich auf Japanisch.

„Guten Abend“, erwiderte der Mann auf Englisch, was Lara verwirrte. Nachdem sich alle wieder aufgerichtet hatten, sahen die vier ihn fragend an. „Bitte nehmen sie doch Platz“, bat er wieder auf Englisch.

Die vier gehorchten, knieten sich auf den Boden und ließen sich so auf den Sitzkissen nieder, die um den Tisch herum ausgebreitet waren.

„Sie sprechen Englisch?“, erkundigte sich Branden.

„Ja, das tue ich. Ich denke, so ist es für uns einfacher einander zu verstehen, nicht wahr? Nun, ich hoffe, ihre Reise hierher war nicht allzu unbequem“, begann er taktvoll das Gespräch. Sein Akzent war zwar markant, doch man verstand seine Worte sehr gut.

„Es war zwar sehr anstrengend, aber unser Empfang hat uns positiv überrascht“, erwiderte Joan und lächelte zuvorkommend. Da sie nun mit dem Mann Englisch sprechen konnte, war sie motiviert sich ins Gespräch einzubringen.

„Das freut mich zu hören. Im Namen aller Angehöriger dieses Klosters möchte ich sie hier willkommen heißen. Es freut uns sehr, dass sie bei uns sind. Mein Name ist Haruo Ryoko, oberster Priester des Kirschblüten-Klosters“, fuhr der Mönch fort.

Die vier stellten sich ebenfalls vor und versicherten, dass auch sie froh seien, in dem Kloster Gast sein zu dürfen.

„Die Priesterin, die uns hierher gebracht hat, sagte uns, dass sie uns bereits erwartet hätten. Stimmt das?“, wollte Sandra danach wissen.

„Ja“, erwiderte Ryoko-san. „Vor einigen Tagen wurden wir von Mister Kieron kontaktiert. Er bat uns darum, vier Gästen in unserem Heim eine Zeit lang Unterschlupf zu gewähren und wir möchten ihm diese Bitte erfüllen.“

„Das ist sehr großzügig von Ihnen“, fügte Branden hinzu.

„Ich möchte mich nicht mit falschen Lorbeeren schmücken“, ergänzte Ryoko-san ehrlich und lächelte. „Unsere Dienste haben eine großzügige Spende von Mister Kieron zufolge.“

‚Ich wusste es!’, ging es Sandra durch den Kopf. ‚Auch solche Mönche denken ans Geld! Dass sie vollständig auf alles verzichten, konnte ich noch nie glauben…’

„Eine Spende?“, wiederholte Joan.

„Ja. Bitte denken sie nichts Falsches von uns. Unser Lebensstil ist einfach. Wir legen nicht viel Wert auf materielle Dinge. Zum größten Teil versorgen wir uns selbst, aber für manches ist Geld einfach von Nöten. Die Spende, die Mister Kieron uns übergeben wird, reicht für lange Zeit. Früher hätten wir das nicht gebraucht, aber wir sind trotzdem alle froh, dass wir dieses Kapitel hinter uns haben“, fuhr der Mönch fort.

„Was war früher?“, hinterfragte Lara diskret.

„Vor einigen Jahren noch ist dieser Platz ein sehr beliebter Ort für Touristen gewesen. Viele Menschen von überall her kamen und sahen hierin wohl eine Art Attraktion. Deswegen spreche ich übrigens auch Englisch. Die wenigsten Touristen können sich in unserer Landessprache verständigen. Mittlerweile bin ich das Oberhaupt dieses Klosters, doch zu jener Zeit war es jemand anderes. Dieser jemand wollte das Kloster immer aufregender für Touristen gestalten und er dachte nur noch ans Geld. Niemand von uns wollte es so. Wir möchten unser Leben ohne all diesen Luxus führen. Also stellten wir uns gegen die Pläne unseres ehemaligen Oberhauptes. Er verließ uns und seitdem ist es hier wieder so wie wir es möchten. Doch mit ihm ging auch unsere Einnahmequelle. Das Geld aus früheren Zeiten ist fast aufgebraucht und da wir es trotz allem brauchen, haben wir in den Handel eingewilligt“, erzählte er ruhig.

„Wir sind also eine Art notwendiges Übel für Sie?“, erkundigte sich Branden scherzhaft.

„Oh nein, das ist der falsche Ausdruck“, antwortete Ryoko-san höflich. „Wir sind sehr froh, dass Sie hier sind und beherbergen sie gern. Fühlen sie sich nur wie zu Hause.“

„Ich habe eine Frage“, unterbrach Sandra, obwohl sie wusste, dass es unfreundlich war. „Was sollen wir hier eigentlich? Haben Sie eine Nachricht von Kieron an uns?“

„Ja, habe ich.“

Der Japaner zog einen Brief aus seinem Kimono und überreichte ihn Sandra, die diesen aufriss, hervornahm und vorlas.

Sehr geehrte Teilnehmer… Dem fällt auch kein anderer Anfang ein … Die neue Einteilung der Teams lautet wie folgt: Das erste Team werden Mister Oates und Miss Levy bilden. Team 2 besteht demnach aus Miss Croft und Miss Fine. Weitere Münzen sind beigelegt, die sie bitte den Teams nach aufteilen. Diese werden sie in der hiesigen Villa Takehiko anwenden können. Dort ist es ihnen untersagt sich allein fortzubewegen. Das ist sogar fett gedruckt. Auch nach dieser Runde werden zwei von ihnen ausscheiden. Bis sie ihre Aufgabe gelöst haben, ist ihnen im Kirschblüten-Kloster Unterkunft gesichert. Seien sie noch einmal daran erinnert, dass Waffen in dieser Runde untersagt sind. Blabla, in Liebe Kieron und so weiter.“

„Die Villa Takehiko?“, fragte Ryoko-san erstaunt, nachdem Sandra geendet und die Münzen den neuen Teams entsprechend verteilt hatte.

„Ganz genau“, bestätigte die Diebin.

„Was ist mit dieser Villa?“, erkundigte sich Joan. „Ist sie hier in der Nähe?“

„Ja, das ist sie. Es ist eine lange Geschichte…“, begann Ryoko-san, wurde jedoch durch ein Geräusch unterbrochen, dass von Lara kam. Ihr Magen knurrte.

Gomen nassai!“, entschuldigte sie sich peinlich berührt, doch die anderen gaben zu, dass auch die hungrig waren. Ryoko-san beschloss, den vieren die Geschichte ausführlich beim Essen zu erzählen, dass er sofort zubereiten lassen wollte. Zusätzlich bot Ryoko-san an, dass alle vier bis es so weit war, ein Bad nehmen konnten. Da sie alle durchnässt waren, nahmen sie dankend an. Ryoko-san ließ einen etwas beleibten Mönch in einem dunkelgrünen Kimono herbeikommen, der die Gäste zu den Baderäumen führen sollte. So geschah es und nur wenig später fand sich Lara in dem mit Holz verkleideten Baderaum wieder.

Sie schätzte diese asiatische Eigenschaft des Badens sehr. Es diente nicht nur zur Reinigung, sondern vor allem zur Entspannung und Erholung.

„Noch eine Massage dazu und es wäre perfekt“, sinnierte sie, während sie sich entkleidete. Nachdem sie sich geduscht hatte, ließ sie sich in das warme Wasser der Wann sinken. Während sie sich entspannte, sah sie auf ihre Münze, die Kieron unter anderem beigelegt hatte. Wie auf jeder, die sie bis jetzt erhalten hatten, zeigte die eine Seite seine von einem Lorbeerkranz umschlossenen Initialen. Auf der anderen erkannte sie nur das Zeichen für Sakura. Grübelnd ließ sie sich tiefer ins Wasser sinken und dachte über eine mögliche Bedeutung nach.

‚Diese Münze ist identisch mit der letzten. Branden und Joan haben dagegen eine andere. Ich hoffe, dass unsere Wahl das Abenteuer nicht allzu sehr erschweren wird…’, ging es ihr durch den Kopf. ‚Kieron schien es ja egal gewesen zu sein, welches Team welche Münze bekommt…’

Nach einer halben Stunde hörte sie eine weibliche Stimme von draußen, die ihr erklärte, dass das Essen bald angerichtet sei und sie ihr einen Kimono gebracht habe, da Laras eigene Sachen nass und schmutzig waren.

„Brauchen Sie Hilfe beim Ankleiden?“, wollte sie hilfsbereit wissen.

„Danke, das ist sehr freundlich von Ihnen. Einen Moment bitte“, bat Lara, die daraufhin aus der Wanne stieg.


Schließlich fanden sich alle im Esszimmer wieder, wo man bereits das Essen auftrug. Die vier hatten alle ähnliche Kimonos in dunklen Blautönen erhalten und erzählten beim Aufeinandertreffen einander wie ungewöhnlich es an ihnen aussah. Laras, Joans und Sandras Haar war zusätzlich von den Japanerinnen auf asiatische Weise hochgesteckt worden. Sie knieten sich auf die Sitzkissen, die um den niedrigen Tisch herum ausgebreitet worden waren und bedankten sich, als zwei Mönche das Essen auftrugen. Auch Ryoko-san gesellte sich dazu, da er ihnen etwas über die Villa Takehiko erzählen wollte.

„Die Villa Takehiko befindet sich nicht weit von hier. Es ist zwar kein kurzer Fußmarsch, aber man erreicht sie ohne Probleme“, begann er, während die vier mit den Stäbchen aus den Schüsseln ihr Essen nahmen und verzehrten. „Viel wichtiger ist ein anderer Punkt. Die Villa ist schon seit etwa 150 Jahren verlassen. Das ist eine unschöne Geschichte… Einst lebte dort sehr abgeschieden die Familie Takehiko. Sie grenzten sich sehr von allen anderen Menschen in der Umgebung ab, da sie sich selbst sozusagen für auserwählt hielten. Damals gab es in dieser Gegend ein recht großes Dorf, aber seitdem diese Sache passiert ist, wohnt außer uns niemand mehr in der Umgebung.“

‚Auserwählte? Solche Leute enden doch immer, indem sie brutal abgeschlachtet werden…’, ging es Sandra durch den Kopf, während sie weiteraß.

„Die Familie Takehiko grenzte sich bewusst von allen anderen ab. Außer den eigenen Familienmitgliedern gab es in der Villa nur wenige Bedienstete, die einige Aufgaben übernahmen. Auch alle anderen hielten sich von der Familie Takehiko und deren Grundstück fern. Sie hatten den Ruf… ‚merkwürdig’ zu sein. Aus wenigen Quellen ist bekannt, dass sie in ihrem Hause Rituale abgehalten haben sollen, die nur sie durchführen konnten. Eines dieser Rituale soll vor besagten 150 Jahren fehlgeschlagen sein. Viel weiß man darüber nicht. Alle, die dort gelebt haben, sollen umgekommen sein, aber niemand weiß wie“, erläuterte der Mönch weiter.

„Hat man denn niemand Nachforschungen angestellt?“, fragte Branden, der von seinem Essen aufgesehen hatte.

„Doch. Viele haben das getan. Aber nicht alle sind zurückgekehrt. Um genau zu sein: Alle, die sich noch nach Einbruch der Dunkelheit dort befunden haben, fanden dort wahrscheinlich ihren Tod.“

Die Nachricht ließ sie stocken. Die Aussicht sich in eine Villa zu begeben, in der es womöglich spukte, stimmte sie mulmig. Insbesondere Lara und Branden wussten, dass solche Warnungen ernst zu nehmen waren.

„Das klingt wie eine Gruselgeschichte“, kommentierte Sandra ungläubig, doch auch sie war von diesen Neuigkeiten nicht unberührt.

„Das ist es nicht“, entgegnete der Mönch ernst. „Also seien sie bitte vorsichtig, wenn sie sich dorthin begeben.“

„Vielen Dank“, erwiderte Lara ehrlich. „Das werden wir.“


Nach dem reichlichen und leckeren Essen beschlossen die vier schon schlafen zu gehen, da alle müde waren und sich erst morgen zur Villa begeben wollten. Joan musste Branden zwar zunächst auf Branden einreden, doch schließlich willigte auch er ein, dass sie erst morgen beginnen wollten.

Während Branden in den Genuss eines eigenen Zimmers kam, mussten sich Sandra, Lara und Joan eines teilen. Dort waren schon gemütliche Futon-Betten aufgebaut, die auf Tatami-Matten lagen. Auch ihre Rucksäcke, die sie zuvor im Bad zurückgelassen hatten, befanden sich dort. Weitere schlichte Schlaf-Kimonos – Yukata – lagen bereit. Nach dem Umziehen – was sich turbulenter als erwartet gestaltete – legten sie sich unter die dicken Decken des Futons und versuchten Schlaf zu finden.


Auch Branden hatte sich schon umgezogen. Nun stand er am Fenster und sah nach draußen, doch die Dunkelheit ließ ihn nicht viel erkennen. Auch der Regen schlug noch immer gegen die Fensterscheiben. In seiner Hand hatte er die Münze, die mit dem Zeichen für die Familie Takehiko geprägt war. Es machte für ihn keinen Sinn.

„Geh ins Bett und ruh dich aus. Du kannst morgen weiter grübeln“, würde Uma nun befehlen; da war sich Branden sicher. Er sah trotzdem noch weiter verträumt aus dem Fenster und auf die Münze.

Zwar hatte Branden schon mehr als einmal alles geben müssen, um sein Ziel zu erreichen und diese waren nicht immer eigennützig gewesen. Aber die nicht vorhandene Distanz, die normalerweise zwischen Feinden bestand und in diesem Fall nicht existierte, erschwerte die Situation für ihn. Er wusste, dass niemand zögern würde, seinen Widersachern um jeden Preis den Sieg zu nehmen, doch genau so gut wusste er, dass niemand gegen denjenigen kämpfen wollte, den er liebte.

‚Was für eine Situation! So ergeht es also Charakteren aus einer billigen Soap…’, dachte er bitter. ‚Wer denkt sich nur so was aus? Diese Person muss ein ziemlicher Idiot sein…’

Doch als er merkte, dass er immer weiter über seine Situation jammerte, fixierte er sein Spiegelbild in der Fensterscheibe.

„Das ist ja erbärmlich…“, ,murmelte er und sah sich selbst kritisch an, doch ein kurzes Lachen folgte.

‚Ich sollte mit dem Nachdenken aufhören…kommt ja doch nichts bei raus. Was passieren wird, werde ich so jedenfalls nicht herausfinden’, besann er sich und schüttelte den Kopf. Er beschloss schlafen zu gehen, stellte mit dem Handy seinen Wecker, legte die Münze beiseite und sah ein letztes Mal aus dem Fenster. Der Regen hatte aufgehört.

‚Ein gutes Zeichen…?’

Kapitel 34 Ende

Im nächsten Kapitel hat das ganze Drumherum ein Ende und es geht wieder an die Arbeit für die vier. Vielleicht ist ja jemandem aufgefallen: Dieser Abschnitt ist eine kleine Hommage an das PS2-Spiel ‚Project Zero’. (Ich kann es allen empfehlen, die sich richtig gruseln wollen!) Darin geht es um Geister und verschiedene Rituale. Mag weit hergeholt klingen, wurde aber großartig umgesetzt. Deshalb wird es nun auch sehr gruslig…#totlach# So ein Quatsch! Es wird ein wenig mysteriös, ja…aber mehr auch nicht. ;-)

Purzel: In diesem Fall sind mir die Infos nur zufällig in Form von Manga und Anime untergekommen. Hätte es die vier nach Indonesien verschlagen, wäre all das weggefallen. ;-)
Ursprünglich hatte ich in diesem Kapitel auch noch ein paar Infos über das japanische Leben eingebaut, aber das wirkte dann sehr gezwungen, also hab ich es wieder entfernt.

Okay, damit wäre alles gesagt. Nachträglich frohe Ostern! Ich hoffe, ihr hattet schöne Feiertage.

Mit freundlichen Grüßen

Cora



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