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: B s . A A A    : full 3/4 1/2   : E E   : Light Dark Books » Anne of Green Gables series » Alice Selwyns Leben

Andrea1984
Author of 13 Stories

Rated: K - German - General/Romance - Reviews: 1 - Updated: 12-07-08 - Published: 10-09-06 - id:3190603
Kapitel 1

Es war ein ruhiger Morgen im Jahr 1848. John und Persis Selwyn saßen beim Frühstück. Draußen fielen die ersten Schneeflocken. Nur schwach schob sich die Sonne hinter den Bäumen hervor. Kein Wunder, man schrieb bereits Mitte Dezember. Nur noch wenige Tage bis zum Weihnachtsfest, das im Alten Traumhaus immer besonders liebevoll begangen wurde.

Viele Schicksalsschläge hatten John und Persis schon überstanden. Darunter auch das lange Warten im Herbst 1831. Persis reiste auf einem Schiff namens „Royal William“ nach Four Winds. Plötzlich kam ein Sturm auf und die Leute fingen an, sich Sorgen zu machen. Doch John, der auf seine, damals noch Verlobte, wartete, glaubte fest daran, dass alles gut ausgehen würde. Er sollte Recht behalten. Anfang September traf die „Royal William“ in Four Winds ein. Persis war tatsächlich an Bord.

Am 10. 09. fand die Trauung statt. John hatte seinen guten Freund den Seemann Captain Jim – eigentlich James Boyd – um Beistand gebeten. Persis reifte durch die Erfahrungen, welche sie in der Sturmnacht erlebte hatte. Sie wirkte viel älter als 16 Jahre. Ihre dunklen Haare und braunen Augen bildeten einen harmonischen Kontrast zu dem weißen Brautkleid und dem Schleier.

Kurz nach der Trauung kehrte der Alltag in Four Winds ein. John und Persis besuchten oft Captain Jim auf seinem Leuchtturm. Dabei unterhielten sie sich über Gott und die Welt.

„Hier ist es schön.“, meinte Persis, als sie aufs Meer hinausblickte. „John wusste genau, was er tat, als er diese Haus für mich baute. Wer weiß, vielleicht werden eines Tages einige Kinder kommen.“

John unterrichtete, mit knapp 18 Jahren, in Glen als Lehrer. Er hatte eine ruhige Hand und war daher bei seinen Schülern sehr beliebt. Züchtigungen, wie Peitsche oder Rohrstock kamen bei ihm, ganz im Gegensatz der Zeit, nicht vor. John versuchte, mit Geduld und Liebe, das Vertrauen der Kinder zu gewinnen. Die Methoden erwiesen sich, mit Ausnahme einige hartnäckiger Fälle, als erfolgreich.

Persis kümmerte sich um den Haushalt, den Garten und die Erziehung ihrer Kinder.

Alice Maria erblickte am 04. 12. 1832 das Licht der Welt, John Arthur kam am 23. 03. 1835, Leigh Carter am 04. 03. 1837, Harriet Amber am 18. 11. 1841 und Paula Elizabeth machte am 26. 04 1844. das Glück der Familie Selwyn perfekt.

Leider gab es auch 2 Totgeburten: Persis Dorothy, am 23. 11. 1833 und James Philipp am 10. 01. 1840. Beide Kinder hatten keine Überlebenschancen. Persis kam über deren Tod nur schwer hinweg, doch John stand stets an ihrer Seite und kümmerte sich liebevoll um seine Frau. Er verstand es, sie immer wieder aufzumuntern. Auch bei der Erziehung seiner Kinder gab es keine Gewalt.

„Mutter, wo bist du mit deinen Gedanken?“, drang eine helle, sanfte Stimme in Persis Bewusstsein. „Wir wollten doch in die Kirche gehen, um die Messe zu hören. Mr. Wilder kann es nicht leiden, wenn man zu spät kommt.“

Persis strich ihrer jüngsten Tochter Paula liebevoll über die Haare und band eine Schleife fest, die sich an einem der blonden Zöpfe gelockert hatte. Dann mustere sie ihre anderen Kinder. Alice trug das Geld für die Kollekte in der Hand und Harriet eine kleine Bibel. John, genannt Jo, war gerade dabei, sich die Schuhe zuzuknöpfen und Leigh öffnete die Türe.

Der Weg zur Kirche war weit, also musste die Familie Selwyn zu Fuß gehen. John versammelte seine Familie um sich, zählte alle ab und führte die Karawane an. Four Winds lag außerhalb des Zentrums von Glen St. Mary. Auf dem Weg zur Kirche stießen weitere Familien hinzu, die auch eher am Rande des Dorfes lebten. John und Persis waren sehr beliebt und hatten viele Freunde in Four Winds.

Langsam verschwand die Sonne vom Himmel und machte der Dunkelheit Platz. Behutsam zündete John eine Laterne an, damit sie sich die Kinder nicht ängstigten. Ihre Fußabdrücke waren deutlich im frischgefallenen Schnee zu sehen. Endlich hatten sie die Kirche erreicht. Gut, dass es fest Kirchenstühle für jede Familie gab. Schon betrat Mr. Wilder die Kanzel. Die Messe begann.

Jo rutschte unruhig auf der Bank hin und her. Er langweilte sich bei der Predigt. Doch was sollte er sonst tun? Sein Vater saß zu weit weg und konnte ihn daher nicht bestrafen. Aber dafür hatte seine Mutter alles bemerkt und warf ihm einen finsteren Blick zu. Das half für einige Minuten.



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