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: B s . A A A    : full 3/4 1/2   : E E   : Light Dark Games » Tomb Raider » Lara Croft: Tomb Raider: Die Macht der Elemente

Nathan Croft
Author of 13 Stories

Rated: T - German - Adventure/Fantasy - Reviews: 133 - Updated: 05-22-09 - Published: 02-24-07 - Complete - id:3411335

Die Veränderung ist vollbracht. Ab „Absolution“ sind kleine Änderung vorgenommen worden. Jetzt kommt das neue Kapitel mit einem etwas gewandelten Handlungsstrang. Lara und Maxwell verbringen einen gemeinsamen, ruhigen Abend...mit ungeahnten Folgen.

Heiße Rhythmen

Kapitel XXXII

Alexandria, Ägypten

Als sie wieder auf die Straße traten, dunkelte es bereits. Schon jetzt war der Tag um einiges kühler und dementsprechend, befanden sich jetzt auch mehr Menschen auf der Straße. Anders als in den frühen Mittagsstunden, waren jetzt eher die alt eingesessenen Ägypter auf der Straße, oder saßen im nächsten Cafe und zogen genüsslich an einer Wasserpfeife.

Lara genoss die leisen Gespräche, die beruhigenden Klänge der Musik und die Stille vom Markt. Mittlerweile herrschte eine vollkommen andere Art von Geschäftigkeit in den Straßen vertäut, die Straßen vollkommen Autofrei und die Touristen ließen sich auch nur noch ganz sporadisch blicken.

Jetzt herrschte hier eine entspannte und gelassene Stimmung, die sofort auch auf Lara übersprang und sie sich einwenig beruhigen ließ. Nach ihrer mehr oder minder peinlichen Flucht aus dem örtlichen Krankenhaus, hatte sie den gesamten Tag im Hotelzimmer verbracht, während Maxwell ab und an mal verschwunden war, um etwas zu essen, oder Lara eine Flasche Wasser vom Markt zu bringen.

Die Angst vielleicht von der Miliz gesucht zu werden, war groß gewesen. Aber jetzt so in den Abendstunden, fiel Lara kaum auf. Bis auf ihr Sommerkleid, welches sie noch immer trug, konnte man sie ohne weiteres für eine Anwohnerin halten. Durch die vielen Reisen besaß Lara von Natur aus einen eher dunkleren Hauttyp und sie sprach fließend die Landessprache. Außerdem konnte sie Altägyptisch lesen und schreiben.

Damit zählte sie zu denjenigen im Land, die eine wirklich hervorragende Bildung hinter sich hatten und außerdem auch noch intensiv mit der Geschichte des Landes zu tun hatten. Lara dachte nicht im Traum daran lange in Ägypten zu bleiben, egal wie viel Charme dieses Land auch haben mochte. Hier hatte sie einige der schrecklichsten Tage ihres Lebens verbracht. Hier war auch der Grundstein dafür gelegt worden, was vor nun schon zwei Jahren in Paris geschehen war.

Ägypten hatte für sie einfach einen mehr als negativen Beigeschmack. Eine Mischung aus Schießpulver, Blut und Schweiß. Das war nicht unbedingt der Stoff, aus dem Laura Biagiotti ihre Düfte zauberte. Der Gedanke an Rom kam Lara in den Sinn und sie musste auch daran denken, wie lange sie schon nicht mehr in Italien gewesen war.

Maxwell ging schweigend neben ihr her und betrachtete die Umgebung mit einer Mischung aus Neugier und Sensationslust. Scheinbar war dies sein erster Aufenthalt in Ägypten und obwohl Lara sich sehr dagegen sträubte, fand sie auf merkwürdige Weise sehr sympathisch, dass Max hier mit einer Art kindlicher Freude durch die Straßen der Stadt schlich.

Sie beobachtete ihn noch einige Sekunden, ehe sie sich dazu bewegt bekam und einfach fragte: „Du warst wohl noch nie in Ägypten, oder?“

Er blickte sie mit einer Mischung aus Verwirrung und Belustigung an: „Sieht man das so deutlich?“, wollte er als Antwort wissen. Lara musste nur nicken und ihre roten Lippen schoben sich zu einem Lächeln auseinander: „Du siehst dich um wie ein Fünfjähriger in der Spielzeugabteilung. Ich finde es erstaunlich, dass du Ägypten noch nie gesehen hast, obwohl dein Vater als Mafiapate doch sicherlich über die nötigen Mittel verfügt hat, dir hier einen erstklassigen Urlaub zu genehmigen.“

„Tja, mein Vater war leider viel zu oft mit seinen eigenen Problemen beschäftigt, um zu bemerken, dass es noch andere Menschen auf dieser Welt gibt, die Wünsche und Träume haben.“, Max zuckte mit den Schultern und sein helles Hemd wippte dabei im Takt mit. Er trug es offen und darunter ein graues T-Shirt, sowie eine helle Bermudashorts und Wanderstiefel.

Wie Max sich im Moment bewegte, erinnerte er sie einwenig an Indiana Jones. Der Mann, den sie vor einem Jahr durch Zufall traf und der mit ihr eines ihrer größten Abenteuer erlebt hatte. Der Mann aus der Vergangenheit, der wie durch ein Wunder wieder dort gelandet zu sein schien. Ein Lächeln umspielte ihre Lippen, während sie an seinen starken Körper und seinen Charme dachte.

Indiana Jones war wirklich ein Mann, der es weit bringen konnte. Nur seine Schlangenphobie würde ihm ernste Probleme bereiten. Dann schüttelte sie den Gedanken ab und folgte Maxwell weiter durch das abendliche Alexandria.

„Wo genau führst du mich eigentlich hin?“, wollte Lara schließlich wissen. Max und sie gingen nun bereits einige Minuten die Hauptstraße entlang und waren bereits an einigen Gebäuden vorbei gekommen, aus denen freudiges Lachen und Musik geklungen hatte.

„Lass dich überraschen.“, erwiderte Max grinsend und drehte sich im gehen kurz zur ihr um. „Sage der Straftäter zu seinem Opfer.“, neckte Lara ihn und verpasste ihm einen leichten Klaps auf den Oberarm. Für einen Augenblick trafen sich ihre Augen und Lara spürte irgendwo in ihr ein aufkeimendes Gefühl, welches ihr bereits im Palast des Poseidon aufgefallen war.

Allerdings handelte es sich hierbei um ein weit intensiveres...prickeln, könnte man ruhig sagen. War sie gerade dabei für Maxwell mehr als Sympathie zu empfinden? Die Archäologin wusste es nicht und wollte ihren Kopf damit im Moment auch keineswegs belasten. Aber der kurze Moment, in dem sie sich tief in die Augen sahen, hatte etwas magisches. Es schien, als würde die Welt um sie herum für einen Moment einfrieren und dann blitzschnell weiterlaufen, um die verlorene Zeit aufzuholen.

„Weißt du...“, begann Lara, stockte dann aber, weil sie selbst nicht sicher war, was sie jetzt sagen sollte. Schließlich beließ sie es bei einem Kopfnicken und in dem Moment sprach dann auch Max: „Da wären wir.“

Lara und ihr Begleiter standen nun vor einem einstöckigen Haus. Aus dem Inneren drang leise Musik, die aber von der Musik im Innenhof überschallt wurde. Kühle Luft aus dem Inneren ließ den Türvorhang aus Holzperlen leise gegeneinander schlagen. Ein altes, unlesbares Schild hing über der Tür. Alles in allem machte es keinen besonders glorreichen Eindruck, nicht die Sorte Clubs die Lara sonst so kannte.

Dennoch hatte es einen gewissen Charme auf sie. Sie warf dem Amerikaner an ihrer Seite einen zweifelnden Blick zu. Dieser wehrte aber mit erhobenen Händen ab: „Wenn ich nicht gerade an deinem Krankenbett gesessen habe, war ich hier. Der Gastgeber ist sehr freundlich und spricht auch noch unsere Sprache. Du wirst begeistert sein.“

Schulter zuckend wand sie sich von ihm ab und blickte noch einmal auf den Türvorhang. Dann trat sie hinein. Die Musik im Inneren war rein Instrumental. Eine arabische Flöte spielte zu den Klängen von Schlaghölzern, geigenartigen Streichinstrumenten und ähnlichem. Das alles entströmte zwei alten Soundboxen an der gegenüberliegenden Seite des Raumes.

Das Lokal selbst war orange gestrichen. An manchen Stellen bröckelte der Putz bereits ab oder warf Beulen, wegen der Feuchtigkeit in der Wand. Die Theke war alt, wirkte aber gründlich gereinigt. Gegenüber der Theke standen vier Tische mit je vier Stühlen daran. Weiße Tischdecken verdeckten das dunkle Holz der Tische.

Gedämpftes Licht verlieh dem gesamten Komplex eine mystische Atmosphäre. An einem der Tische saß ein Mann und zog einsam an seiner Wasserpfeife und entließ in unregelmäßigen Abständen den kalten Rauch durch Mund oder Nase. Er sah nicht ein mal auf, als Lara und Max das Lokal betraten.

Unter einem kleinen grünen Schild, auf dem ein stilisiertes Männchen zu sehen war, wie es auf eine stilisierte Tür zu lief, war die gekennzeichnete Tür zu erkennen. Sie stand sperrangelweit offen und von draußen drangen unterschiedliche Rhythmen und Gesang an Laras Ohren.

Der Mann hinter der Theke nickte ihnen freundlich zu und als er Max erkannte, grüßte er ihn mit erhobenen Händen.

„Willkommen Max.“, sprach er in flüssigem, wenn auch nicht ganz akzentfreiem Englisch. Dennoch musste Lara ihm ihren Respekt einräumen. Nur wenige Leute in Ägypten, vor allem wenn sie nicht direkt in der Tourismusindustrie arbeiteten, sprachen Englisch oder eine andere Fremdsprache. Ebenso wie auch viele Amerikaner keine weiteren Sprachen beherrschten, weil ihr Englisch einfach allgegenwärtig war.

Lara nickte dem Mann freundlich zu, doch der Besitzer des Lokales, ein älterer Mann mit schwarzem Vollbart und freundlichen Augen, beließ es dabei nur mit Max zu sprechen. „Was führt Sie denn hier her. Oh, Sie haben aber reizvolle Begleitung dabei.“, sprach er ohne Luft zu holen.

Maxwell stellte Lara vor und Lara erfuhr, dass der Name des Besitzers Arif, was so viel bedeutete wie klug. Er war, wie Maxwell prophezeit hatte, wirklich sehr zuvorkommend und nahm Laras und seine Bestellung direkt auf. Lara bestellte sich Mashi, was so viel wie Gefülltes bedeutete. Normalerweise wurde als „Schale für die Füllung“ alles mögliche verwendet, hier nutzte der Mann allerdings eine Zucchini.

Maxwell bestellte sich Kofta, ägyptische Hackröllchen. Lara musste bei dem Namen schmunzeln, weil Kofta auf russisch die Bedeutung: Pullover hatte. Allerdings ersparte sie sich und Maxwell einen peinlichen Auftritt, in dem sie den Witz laut aussprach.

„Sie können schon mal in den Innenhof gehen. Viel Freude.“, nickend verschwand Arif in der Küche und Lara hörte, wie er begann den Gasherd zu zünden. Gemeinsam mit Maxwell verließ sie das schummrige Lokal und trat hinaus in den Hinterhof. Hier war die Musik deutlich lauter und kam aus einer alten Stereoanlage. Vier Männer und drei Frauen befanden sich im Innenhof, tanzend und freudig lachend. Wie Lara erkennen konnte, war dies keine Privatvorstellung, weil sie auch das Gesicht eines Touristen erkannte.

Auf dem Boden standen zwei weitere Wasserpfeifen, die abwechselnd an den Nachbarn weiter gegeben wurde. Unter den drei Frauen befand sich eine etwa in Laras Alter, die anderen beiden waren zehn bis fünfzehn Jahre älter als die Schatzjägerin. Die sechs Männer waren, bis auf den Touristen und eine weitere Person, die Lara nicht ganz zu ordnen konnte, alle Ägypter und einer von ihnen grinste sie mit einem freundlichen, zahllosen Lächeln an. Diese Gesellschaft war Lara auf Anhieb sympathisch.

Um die Wasserpfeifen waren Stühle und Bänke willkürlich zusammengewürfelt. Im Innenhof selbst war ein kleines Stück Grünfläche, dann noch eine Art eigenes Gemüsebeet, wo Arif auch einige Sekunden später die Zucchini für Laras Mashi erntete. Eine Wäscheleine war über den gesamten Innenhof gespannt, doch bis auf ein hellblaues Hemd war diese leer.

Die älteste der drei Frauen war Arifs Frau, sie war, wie Lara feststellen musste, auch die Korpulenteste, die jüngste seine Tochter und der Tourist der Ehemann der Tochter. Sein Name war Kare und er kam aus Schweden, so weit Lara es an seinem Akzent erkannte. Der Rest der Anwesenden waren Freunde und nahe Verwandte, die den Abschied von Fikriyyah feierten, die morgen früh mit Kare ins Ausland ziehen würde.

Obwohl das eigentlich eine Familieninterne Sache sein sollte, wurde Maxwell und Lara großzügig ein Stuhl angeboten und Hibiskustee eingeschenkt. Die Archäologin wusste schon jetzt, dass dieser Abend unvergesslich werden würde.

Damit sollte Lara auch Recht behalten. Nur wenige Minuten später kam ihr bestelltes Essen. Arif bestand darauf, dass die beiden seine Gäste seien und es wurde mehr Tee gereicht, da Alkohol in einem muslimischen Land wie Ägypten nicht gerne gesehen war. Zwar gab es an manchen Orten Alkohol zu kaufen, doch ein echter Muslime trank kein Alkohol und aß auch kein Schweinefleisch. Arif berichtete über seine Tochter, da diese nur sehr brüchig Englisch sprach. Kare erzählte von seinem Leben in Schweden, womit sich auch Laras Theorie bestätigte, und von seinen Plänen eine eigene Reederei zu eröffnen.

Lara und Maxwell erzählten von ihrem Leben als Abenteurer und das sie sich im Moment in Ägypten befänden, auf dem Weg die Pyramiden von Gizeh zu bewundern. Das sie hier nur durch Zufall gelandet waren, wollte Lara nicht berichten und von den Steinen ebenfalls nicht. Es reichte schon, dass Arifs Frau irgendwann damit anfing, dass vor vier Tagen ein altes Schlachtschiff wie aus dem Nichts aufgetaucht sei.

Dann wurde die Musik lauter gedreht und es wurde getanzt. Lara ließ sich von der Musik leiten und genoss es sich zu bewegen ohne das ihr Leben an einem seidenen Faden hing. Max und sie tanzten oft und viel miteinander, mal eng, mal feurig, mal langsam. Dann musste Lara auch noch ein Tänzchen mit Arif wagen, der sich als hervorragender Tänzer entpuppte und Lara geschickt zur Musik bewegte.

Zwischendurch wurde immer und immer wieder eine neue Wasserpfeife mit Tabak gefüllt und Lara nahm auch einige Züge. Zwar rauchte sie selbst nicht, auch wenn sie zu Hause ebenfalls eine solche Wasserpfeife besaß, doch abzulehnen schien ihr unhöfflich zu sein. Die Tatsache, dass der Tabakrauch einen fruchtigen Geschmack aufwies, machte die Sache noch angenehmer. Bei Zigaretten empfand sie nämlich immer einen leichten Brechreiz, wenn der kratzige Rauch sie in der Kehle berührte.

Irgendwann, Lara schätze die Zeit auf kurz nach zwei Uhr nachts, entfernten sich Nachbarn und Verwandte und auch Kare ging mit seiner Verlobten nach oben. Morgen früh würde ihr Flieger gehen und sie brauchten dringend noch einwenig Erholung. Was Lara selbst erstaunte war, dass Arif sie noch nicht nach Hause schickte, sondern ihnen stattdessen noch eine Pfeife hinstellte –auf Kosten des Hauses- und jedem noch ein kühles Getränk brachte.

So saßen nun Max und Lara sich gegenüber im schummrigen Inneren des Lokals. Der Fremde Mann von vorhin war verschwunden und Arif begann bereits mit den Aufräumarbeiten, doch er versicherte ihnen, dass sie sich nicht zu beeilen bräuchten.

„Weißt du, was mich erstaunt.“, begann Lara schließlich das Gespräch. Vom vielen Tanzen war ihr Körper von einem leichten Schweißfilm überzogen, der einige Haare an ihrem Kopf kleben ließ. Dennoch fühlte sie sich nicht erschöpft, sondern lebendig und frei. Für einen Abend schienen alle Sorgen aus ihrem Kopf wie weggeblasen. Die Sache mit Alexia, die Erlebnisse in Griechenland, der Überfall auf ihr Anwesen.

All das spielte in diesem Moment eine sekundäre Rolle. Das Wichtigste war, dass sie jetzt hier mit ihrem neuen Partner, Kollegen und Freund saß und den Abend gemütlich ausklingen ließ. Während Max die Wasserpfeife anrauchte, blickte er sie fragend an.

Lara sprach schließlich weiter. Natürlich konnte er nicht wissen, was sie erstaunte: „Das wir in der Zeit, die wir nun hier sind noch kein wirklich vernünftiges Gespräch führten.“

Max entließ den Rauch aus seinem Mund und begann dann zu sprechen: „Wie meinst du das?“

„Na ja, wir haben noch gar nichts von einander erzählt.“, Lara nahm den Schlauch entgegen und zog daran. Das Wasser im Bauch der Shisha, dem gläsernen Unterteil, begann zu blubbern und übertönte die leise Musik.

„Was willst du denn über mich wissen? Das interessanteste weißt du schon...“, er grinste und trank sein Colaartiges Getränk: „...das mein Vater ein Mafiosi ist oder war ist bereits raus und damit kann ich jetzt nicht mehr imponieren. Aber du hast eigentlich Recht, ich weiß über deine Familie überhaupt nichts.“

„Da gibt es auch nicht viel zu berichten. Mein Vater war der Earl von Abbingdon und diese Bürde ist nun auf meinen Schultern geblieben. Wir besitzen drei Anwesen, wo von mir aber nur eins wirklich gefällt.“, als Max von den drei Anwesen hörte, musste er freudig grinsen: „Mein abenteuerlicher Lebensstil und die Tatsache, dass ich nicht unbedingt den aristokratischen Lebensstil meiner Eltern bevorzugte, machte mein Verhältnis zu ihnen nicht gerade leicht.“, sie stoppte, so als würde sie zögern den nächsten Schritt zu gehen und ihr von ihren persönlichen Problemen und Familienverhältnissen zu erzählen.

Dann aber tat sie es. Sie erzählte von dem Absturz ihrer Eltern (Anmerkung: Weil ich diese Geschichte schon in die [Scheibe der Sonne nutzte, bleibe ich auch dabei, da die [Scheibe der Sonne zeitlich früher anzusiedeln ist.) und den Folgen für sie selbst. Sie erzählte von ihrem Jugendfreund Simon und das aus ihm im Verlauf der Jahre ein perverser und asozialer Massenmörder geworden war. Das alles kostete sie vieles an Kraft und Überwindung, aber sie hatte zu Maxwell eine besondere Bindung die sie nicht erklären konnte und sie spürte eine gewisse Anziehung, die sie nicht verstehen wollte.

Als sie dann schließlich nach Hause aufbrachen, kauften sie sich an einem 24Stunden Shop für Touristen eine Flasche von edelstem Sambuca der Marke Molinari, den es scheinbar in jedem Land dieser Welt zu erwerben gab, und leerten sie gemeinsam. Obwohl Lara persönlich wenig bis keinen Alkohol trank, so erschien es ihr in diesem Fall als okay. Sie genoss einfach den Abend und ließ sich von dem Moment treiben, musste nicht an später denken. Als sie schließlich ihrem Hotel immer näher kamen, wurde Lara langsam schwindelig und dabei hatten sie von der Flasche gerade mal die Hälfte geleert.

Sie fühlte sich einwenig in junge Tage zurück versetzt, in denen man Nachts um die Häuser zog, mit einer Flasche aus dem Schrank der Eltern. Der einzige Unterschied war, dass Lara kein Kind mehr war und das die Flasche nicht ihren Eltern gehört hatte. Erschöpft lehnte sie ihren Kopf an Max Schulter und genoss es, dass er weder zurück zuckte noch irgendwelche Anstalten machte sich ihr zu nähern. Er ging nur weiter neben ihr und ergriff ihre Hand, um sie besser stützen zu können.

Zusammen betraten sie das Hotel und jeder von ihnen setzte sich auf eines der Betten. Mit leicht schwankendem Kopf grinste Lara ihren Kollegen breit an und kicherte: „Das war ein schöner Abend, danke.“

Dann tat sie etwas, was sie am liebsten auf den Alkohol geschoben hätte, doch ein Teil von ihr wusste, dass sie noch immer Herrin ihrer fünf Sinne war und das sie dies bewusst tat. Ihre Lippen wanderten auf seine Wange zu und sie drückte ihm einen Kuss auf. Als sie den Mund zurückzog, ergriff Max ihre Hände und drückte sie sanft. Nun saßen sie sich von Angesicht zu Angesicht gegenüber und blickten sich an. Laras Augen huschten hin und her, unentschlossen was sie jetzt tun sollte.

Dann aber verschlossen sich ihre Lippen zu einem Kuss, der mit jeder Sekunde an Intensität gewann.

Fortsetzung folgt:



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