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Author of 16 Stories |
Disclaimer: Nein, die Harry-Potter-Charaktere gehören mich noch immer nicht. Und :geldbeutel aufmacht und die spinnennetze beiseitewischt: auch mein Geld hat sich nicht vermehrt... :(. Dass die Idee hier aber mir gehört, brauche ich wohl nicht zu erwähnen, oder?
A/N und Inhaltsangabe: Diese Story war im Geiste bereits fünf Minuten nach dem Lesen bestimmter Szenen aus Deathly Hallows geschrieben. Es wird ein etwas schwieriges Unterfangen – immerhin dürfte das die erste Geschichte ihrer Art bzw. mit diesem Pairing werden, ganz zu schweigen davon, was Dumbledore für einen komplexen Charakter darstellt, dem ich hoffe, gerecht werden zu können.
Deathly Hallows hat mir eine neue Perspektive eröffnet. Schon lange wollte ich mich an eine Dumbledore-Story wagen, doch zu viele Fakten haben gefehlt, und zu sehr war ich auf den gütigen Großvater-Typ fixiert, um es zustande zu bringen. Das hat sich nun erheblich geändert. Ich mag mit vielen Details des letzten Buches nicht einverstanden sein, doch für die Einblicke in Dumbledores Jugend bin ich mehr als dankbar. JKR hat mit einigen Klischees gründlich aufgeräumt, und meiner Inspiration Tür und Tor geöffnet.
Und es ist wohl klar... ein Pairing mit so viel Tragikpotential, da ist BlackPriestess natürlich sofort dabei ;): Auch wenn das nichts daran ändern wird, dass James und Severus meine Muse nach so langer Zeit noch immer nähren. Übrigens wird Goldkaskade genau wie Severus Snape, Lieblingsfeind eine Canonstory. Im ersten Fall ist es sogar viel einfacher zu bewerkstelligen als im zweiten – doch nach einigen Änderungen (ja, schon wieder...) wird auch Lieblingsfeind wieder ganz Canon-proof :) (und noch ein Buch erscheint ja nicht, das mir wieder alles umwerfen kann :g:).
Und nun viel Vergnügen mit...
Goldkaskade
By BlackPriestess
Wie konnte es zu dem fatalen Unfall kommen, der eine mehr als intensive Freundschaft in Hass verwandelte? Der Liebende zu Feinden werden ließ? Wann genau mussten Albus und Gellert feststellen, wie weit ihre anfänglich so ähnlichen Ansichten auseinander gingen? Zwei Monate lang waren sie unzertrennlich, zwei Monate lang fühlten sie sich jung und unbesiegbar.
Zwei Monate lang hatten sie sich selbst belogen.
Albus Dumbledore hatte angenommen, die Qualität von Gold zu kennen – wie Gold aussah und wie es sich anfühlte. Immerhin war er oft genug damit in Berührung gekommen: Schwere Galleonen. Die polierten Wasserhähne in dem weißmarmorierten Badezimmer seines Elternhauses. Bestickte, pompöse Feiertagsroben – kratzig und unbequem.
Jedoch in dem heißen Sommer des Jahres 1884 musste er seine Ansichten darüber revidieren. Denn Gold sah weich aus, so weich, dass er am liebsten eine Hand ausgestreckt hätte, um sich davon zu überzeugen. Gold floss in Kaskaden über sonnengebräunte Schultern. Gold leuchtete im Sonnenlicht, wie es kein Schmuckstück vermocht hätte.
Der Besitzer dieser Pracht unterbrach seine Tätigkeit (wildgewachsene Hecken mit dem Zauberstab kürzen und in Form bringen – sehr... phantasievolle Form) und drehte sich abrupt zu Albus um, was dessen Trance ebenso abrupt unterbrach. Tiefblaue Augen blitzten amüsiert auf, während blasse, volle Lippen sich zu einem schiefen Tunichtgut-Lächeln verzogen.
„Siehst du anderen Leuten gern bei der Arbeit zu?“
Albus’ Mund klappte auf. Diese Frage hätte er nun wirklich nicht erwartet...
„Ich... äh...“
... und dabei hatte er sich die ganze Zeit vorgestellt, wie es wäre, endlich das Eis zu brechen, hatte sich erst nach Stunden der Beobachtung getraut, und da fragte er ihn ausgerechnet...?
„Also?“
Um weiteres, nicht wirklich intelligentes Stammeln zu verhindern, beschloss Albus, einfach zu schweigen und zückte seinen Zauberstab, um aus dem nächsten, unförmigen Busch eine perfekte Sphäre zu formen. Er hätte schwören können, dass der andere Junge „wie langweilig“ murmelte, zog es aber vor, nicht darauf einzugehen. Wortlos arbeiteten sie eine Weile in Bathildas Garten, welcher offenkundig arg vernachlässigt worden war. Nun, eine geniale Historikerin zu sein war wohl eine Vollzeitbeschäftigung.
Nach einer Pyramide und (Albus klopfte sich gedanklich selbst auf die Schulter) einem gar nicht mal schlecht gelungenem Einhorn, spürte er überdeutlich, dass er aus dem Augenwinkel heraus beobachtet wurde. Er tat so, als würde er es nicht bemerken.
„Ich bin übrigens Albus“, teilte er dem anderen gespielt gleichgültig mit.
„Ach – ach ja, richtig. Madam Dumbledores Sohn. Sie spricht nicht mit jedem, wie?”
Albus biss die Zähne zusammen. Dieser Kerl brachte ihn wieder einmal aus dem wohlüberlegten Konzept. Er richtete sich zur vollen Größe auf, doch sein wütender Geht-dich-nichts-an-Blick begegnete abermals einem entwaffnenden Lächeln. Diesem Lächeln, welches voll blitzweißer Zähne und niedlicher Wangengrübchen ältere Damen aufseufzen und die Hände vor der Brust zusammenschlagen, und jüngeren, jedoch längst verheirateten Frauen unmissverständliches Verlangen in die Augen treten ließ, als er durch Godrics Hollow stolzierte, als würde dieser kleine Kaff ihm gehören. Pech für Mr. Goldlöckchen, dass es hier keine Mädchen in ihrem Alter gab. Keine, bis auf-
„Hat meine Großtante dich eingeladen?“, erkundigte sich der Junge mit seiner absolut entnervenden Direktheit.
Schön. Albus konnte ja auch direkt sein.
„Ja – hat sich aber gut getroffen, ich wollte dich sowieso kennen lernen.“
„Warum?“
Nur ein Wort, mit ehrlichem Interesse ausgesprochen, und erneut war Albus dazu verdammt, sich irgendetwas zusammenzustottern.
Weil ich dein Haar berühren möchte.
Weil ich dein Lächeln für mich allein will.
Weil du so frei bist.
Ach, ist das lächerlich!
Schulterzuckend sah Albus sich um, die Hände tief in den Robentaschen.
„Siehst du hier irgendjemanden in unserem Alter, außer uns beiden?“
„Du willst also Freundschaft schließen, nur weil sich nichts Besseres bietet?“
Albus musste sich zwingen, seinen Mund zu schließen, der erneut verdattert aufgeklappt war.
„Was? So habe ich das gar nicht gemeint!“
„So? Und wie hast du es dann gemeint?“
Der Kerl hatte wohl nicht vor, es ihm einfach zu machen. Albus schloss entnervt die Augen, um nicht auf den entblößten, verschwitzten Oberkörper des anderen starren zu müssen, als dieser sehnige Arme vor der Brust verschränkte. Starren! Fasziniert betrachtete er jemanden, wie er sonst nur eine schöne Dame ansehen würde, jedoch viel weniger verstohlen – es war wohl nicht unanständig, jemanden gleichen Geschlechts anzusehen? So anzusehen aber wohl schon...
Noch faszinierender waren diese seltsamen Empfindungen, die sich in ihm regten, unter der Oberfläche brodelten, düster und beängstigend. Sie waren nicht neu. Ähnlich fühlte er, wenn Aberforth als einziger zu Ariana dringen, den sie umgebenden Schleier aus Wahnsinn lüften konnte, während Albus sich machtlos abwenden musste. Ausgeschlossen wurde.
Besitzergreifend.
Grundlos eifersüchtig.
Meins.
Albus versuchte sich an einer Imitation dieses nonchalanten Lächelns.
„Eigentlich kannst du dich geehrt fühlen – ich bin jemand, der sich potentielle Freunde schon sehr sorgfältig aussucht. Das hat mit der vorhandenen Auswahl nichts zu tun.“
Der andere Junge strich sich helle Strähnen aus der Stirn. Sein kantiges, gutaussehendes Gesicht spiegelte eine eigenartige Mixtur wider, von Geschmeicheltsein und Traurigkeit.
„Und ich bin jemand mit dem ultimativen Antitalent, potentielle Freundschaften schon im Keim zu ersticken“, sagte er, während sein Blick aufgesetzt interessiert die kunstvollen Hecken inspizierte.
Das hatte Albus bereits vermutet. Was wohl dahinter steckte, wenn jemand den gesamten weiblichen Anteil von Durmstrangs Population verführte und den männlichen verhexte?
„Ich weiß – dein Ruf ist dir bereits vorausgeeilt“, entgegnete Albus trocken.
„Das hört man immer gern“, wurde noch trockener geantwortet. „Und? Hat der brillante Musterschüler mich bereits vorverurteilt?“
„Hätte der brillante Musterschüler dich überhaupt angesprochen, wenn das der Fall wäre?“, fragte Albus etwas ärgerlich.
„Verstehe – der brillante Musterschüler will den schwererziehbaren Rebellen wohl wieder auf den Pfad der Tugend zurückbringen“, vermutete der blonde Junge augenrollend. „Glaub mir, das ist vergebliche Liebesmühe.“
Einen unbewegten Gesichtsausdruck aufrechterhaltend, ließ sich Albus nichts von seiner Verwirrung anmerken. Er hatte sich für eloquent gehalten, doch dies hier entpuppte sich als wahre Herausforderung. Dieser Kerl war wirklich merkwürdig – und schwierig... also genau das, was Albus’ unbändige Neugierde erwecken konnte.
„Mühe?“, fragte er gespielt entsetzt. „Hör mal, wir haben Ferien! Für heute war es mir schon Mühe genug, mich hier bei euch abzuplacken. Deswegen dachte ich eher an einen gemütlichen Abend in unserem pittoresken kleinen Kaffpub – wir könnten uns ordentlich vollaufen lassen, der Wirtin auf den Hintern starren und Pläne zur Übernahme der Weltherrschaft entwickeln! So Zeugs halt...“
Ein ähnlich unbewegter Gesichtsausdruck begegnete ihm, obwohl er genau erkennen konnte, wie die Mundwinkel des anderen zuckten, als er kurzerhand nach seinem zerknitterten Hemd griff, achtlos auf die Mauer geworfen.
„Hört sich phantastisch an.“ Und dann gewann das spitzbübische Grinsen doch die Oberhand. „Gellert.“ Eine feingliedrige, gebräunte Hand wurde Albus entgegengestreckt. „Gellert Grindelwald.“