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BlackPriestess
Author of 16 Stories

Rated: M - German - Romance/Hurt/Comfort - James P. & Severus S. - Reviews: 4 - Published: 02-24-08 - Complete - id:4093271

Disclaimer: -disclaimt alles mehr als bereitwillig und verdient mit der story kein geld-

A/N: Antwort auf die Challenge auf ficathon-de, Prompt: James/Severus, "Wut"

Schokoladenseite

Abgewiesen.

Immer noch.

Obwohl sie dank seiner Hartnäckigkeit nun mit ihm ausgeht und seine unbeholfenen Küsse manchmal zulässt.

Obwohl er sie auf Händen trägt.

James Potter ist wütend. Der Zorn jagt feuerheiß durch seine Adern, ätzt jedes gute Gefühl auch aus der kleinsten Gehirnwindung heraus.

Ausgerechnet Lily Evans, Mädchen seiner Träume, bringt seine schlechteste Seite zum Vorschein: James, Gryffindor, Kavalier, grinsender Inbegriff guter Laune, wird zu einem gewalttätigen Monster.

Und die Auswirkungen bekommt Severus Snape zu spüren (wie immer, nur dass es jetzt etwas andere... Formen angenommen hat); denn nie würde James seiner Angebeteten jene Aspekte an sich zeigen, von ihr selbst hervorgebracht. Wenn er sich unzulänglich fühlt, weil Lily jede noch so unbedeutende Aufgabe oder Tätigkeit zum Anlass nimmt, ihm abzusagen, ihren Zeitplan nicht ändert, James nicht richtig liebt, seine Gier nicht stillt...

... dafür ist Snape da. Snape hat den Fehler begangen, zu existieren – doch James hört ihn nie klagen. Der Slytherin nimmt alles still hin, was James ihm gibt, während James sich einredet, die Hoffnung in den tiefschwarzen Augen nicht zu bemerken.

Snape lässt zu, dass James seine dunkle Seite an ihm auslebt, während James sich einredet, dass es schon nicht so schlimm sein wird, dass er ihm ins Gesicht schlägt, wenn er ihn heftig nimmt. Dass er ihn auf die Knie zwingt, bevor sein Samen schmale, blasse, willig geöffnete Lippen benetzt. Dass er seinen Gürtel hervorzieht, woraufhin hohe, abgehackte Schreie irgendein staubiges, verlassenes Klassenzimmer erfüllen; weil es James noch mehr erregt, genau dieser Stelle an Snape Schmerz zuzufügen, die James gerade so viel Lust verschafft, als er von hinten in den hilflos zuckenden Körper stößt. Dass Snape hinterher erschöpft und würdelos über den Tisch lehnt, leise wimmernd, rote Striemen auf einem kleinen, blassen Hintern präsentierend...

... perlig-weiße Tropfen vor ihm auf dem staubigen Boden...

... die James ihm abgerungen hat, ohne ihn zu berühren. Gerade noch hat er ihm böse ins Ohr gewispert, dass er Schniefelus’ schmutzigen kleinen Schwanz nie anfassen würde.

Er redet sich ein, dass es nichts ausmacht, wenn er Snape zurücklässt, ohne einen kleinen Ausgleich für die erlittene Qual, ohne ein Wort des Abschieds oder der Dankbarkeit, weil Snape es immer schafft, James’ dunkle Seite zu bändigen, damit Lily Evans ausschließlich James’ Schokoladenseite zu sehen bekommt: Gryffindor, Kavalier. Jawohl.

Er redet sich ein, dass es keine Rolle spielt, Snape alles genommen zu haben. Seine Ehre. Seinen Frieden. Seine einzige Freundin.

Alles gleichgültig, solange er es schaffen wird, Lily mit dem kunstvollen Blumenstrauß, der gigantischen Pralinenschachtel und der Aussicht auf einen Besuch in Madam Puddifoots kitschigem Laden doch noch umzustimmen. Sie hat ihm ja abgesagt – nicht aufzuschiebende Schulsprecheraufgaben. Nun, die hat James ebenfalls zu erfüllen, aber er wirft diese und sogar die Zeit mit seinen Freunden über den Haufen, um diese mit ihr verbringen zu können.

Dann sieht er sie und erstarrt.

Keine Schulsprecheraufgaben, oh nein. Lily hockt mit ihren unwichtigen kleinen Freundinnen unter einem schattigen Baum und sie albern ausgelassen herum.

Plötzlich verspürt James kein Bedürfnis mehr, Lily umzustimmen. Er macht auf dem Absatz kehrt, den Blumenstrauß und die Pralinen fest im Griff. Schwarze Rosen, von Schleierkraut umgeben...

... schwarzes Haar, über einen weißen Rücken fließend...

... statt fröhlich-bunter Blüten.

Und Zartbitterschokolade, elegant verpackt...

... statt Nougatkrokant in rosa Pappherzen.

Sein Unterbewusstsein muss ihm bei der Geschenkwahl wohl einen kleinen Streich gespielt haben.

James ignoriert sowohl das verächtliche „So schnell hast du’s wieder nötig, Potter?“ als auch das gefauchte „Ich bin doch kein Mädchen!“, als er Severus beides überreicht. Denn der Slytherin erwidert seinen ersten Kuss mit einer Hingabe, die solche Worte Lügen straft.

Dieses Mal ist es kein Klassenzimmer und kein unbequemer Tisch, sondern James weiches Bett im Gryffindorturm, als Severus ein viel bedeutungsvolleres drittes Geschenk annimmt, gierig, lechzend nach ein wenig Zuneigung: James’ Schokoladenseite.


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