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Author of 16 Stories |
A/N: hust Ich weiß auch nicht so genau, wo das jetzt herkam. Ich wünsche dennoch viel Spaß beim Lesen (auch, wenn es etwas verspätet ist... man wird gleich sehen, was ich meine). Die Geschichte wird aus einigen recht kurzen Kapiteln bestehen und ist eher eine Entspannungsübung, da mir momentan einfach die Muße fehlt, um an dem äußerst kompliziert gewordenen Plot von Lieblingsfeind zu feilen. Ich hoffe, es gefällt!
Hätte James Potter Tagebuch geführt oder wenigstens ein Notizbuch besessen, wäre dieser Tag als der schlimmste seines Lebens rot eingetragen worden.
Jedoch führte beziehungsweise besaß er keines. So eine... uncoole Angewohnheit war eher etwas für ordnungsfanatische Streber, wie bestimmte Gattungen fledermausähnlicher Geschöpfe, die wohl ihr gesamtes Leben unten in den kühl-feuchten Kerkern fristen würden. Auch, wenn ihre als Tränkebuch getarnten Notizbücher manchmal recht unterhaltsam sein konnten, soweit man diese in die Finger bekam.
Cool und chaotisch zu sein zog aber unter anderem den Nachteil mit sich, grundsätzlich zu vergessen, welches Datum man gerade hatte. Dann musste man sich bei der einzigen Person erkundigen, die ordentliche Notizbücher besaß und sich dennoch eine gewisse Coolness bewahrt hatte: Remus.
Und Remus sagte es ihm, entgegenkommend lächelnd wie immer, bevor er sich seinem widerlich gesunden Müsli widmete und die Nase wieder in seiner dicken Fibel vergrub. Auch auf Sirius’ Laune schien dieser wunderschöne, sonnige Frühlingsmorgen abgefärbt zu sein, da er bereits, ebenfalls entgegenkommend, einen besonders appetitlichen Teller für James zusammengestellt hatte und ihm auch noch breit grinsend Kürbissaft einschenkte, sodass dieser keinen Finger rühren musste. James hob eine Augenbraue (und senkte sie augenblicklich wieder, da ihm bewusst wurde, wie Snape-artig diese Geste wirken musste), während er sich fragte, a) was in seinen besten Freund gefahren war und b) ob dieser nun auch anfangen würde, ihn fürsorglich zu füttern. Genauer betrachtet war er aber der Chef und sollte eigentlich immer so behandelt werden. Oder?
„Was denn?“, fragte Sirius, der James’ Verwunderung offenbar bemerkt hatte. „Darf man nicht zu seinem sich noch im Wachstum befindenden Boss auch mal nett sein?“
Jetzt verschwanden James’ beide Augenbrauen unter seinem verstrubbelten Haaransatz, Snape hin oder her – wobei er seine langen Beine unter dem Gryffindortisch ausstreckte, die dort kaum noch Platz fanden – bevor er kopfschüttelnd noch einen Schluck Saft nahm. Tss... sollte mal einer aus Sirius Black schlau werden. Mehr denn je gewann James den Eindruck, dass sich in die über Jahrhunderte hinweg zwanghaft reinblütig gehaltenen Familien eine leichte Form von... Demenz eingeschlichen haben musste. Wie sonst war es zu erklären, dass er sich noch gestern Abend bis aufs Blut mit seinem besten Kumpel zerstritten hatte (womit es angefangen hatte, konnte James nicht mehr mit Bestimmtheit sagen, bloß eine Lappalie – aber es hatte ernst geendet, mit einem äußerst zornigen, enttäuschten Sirius und einem sehr traurigen, sich schuldig fühlenden James) und der sich schon am nächsten Tag einzuschmeicheln versuchte? Das sah dem hochmütigen Sirius Black gar nicht ähnlich. Merkwürdig...
... fast so merkwürdig wie dieser unerträgliche Juckreiz am Rücken, der James plötzlich überkam. Ja nun denn, wenn Sirius sich versöhnen wollte, James war sicher kein nachtragender Typ. Hmpf, das juckte aber auch. Unauffällig versuchte der Gryffindor seine Robe auf beiden Seiten strammzuziehen, um diese als Kratzhilfe zu benutzen. Nein, eigentlich war James sogar ein ganz netter Typ, wenn man auch brav tat, was er wünschte.
„Noch Kürbissaft?“, fragte Sirius liebenswürdig und James war sich sicher, dass ihn nun endgültig auch alle blitzweißen Zähne seines Freundes anstrahlten.
„Danke, gern“, erwiderte James, ebenso strahlend zurücklächelnd. „Hör mal Sirius, es tut mir ehrlich Leid wegen gestern, ich habe mich wie ein Idiot benommen und...“
Er unterbrach sich, um sich nun weniger unauffällig zu kratzen.
„Schon vergessen, Krone. Trink auch schön aus, ja?“
Womit hatte er Sirius verdient? So ein guter, treuer Freund, der sich immer um ihn kümmerte und...
„Arrrgh! Bei Merlin, Siriuuuuussss! Kraaaatz miiiiich!“
Nun waren Sirius’ elegant-lange Augenbrauen an der Reihe, in ungeahnte Höhen zu schießen.
„Bitte wie meinen?“
James biss die Zähne zusammen, vergass seine Würde endgültig und drehte sich auf der Bank um, um seinen Rücken an der Tischkante auf und ab zu reiben. Kurzzeitig erleichtert verdrehte er genussvoll die Augen, leise aufseufzend.
Sogar Peter hatte mit dem wahllosen Stopfen seines pummeligen Gesichts aufgehört und Remus blickte milde erstaunt von seinem Buch auf. Leider sorgte das seltsame, von James Potter gebotene Spektakel dafür, dass es nicht nur bei den verwirrten Blicken seiner Freunde blieb. Einige der Slytherins, denen er sich jetzt unfreiwillig zuwandte, lachten teils amüsiert, teils verdutzt auf.
„Na, haben wir ’ne Flohplage im dreckigen Gryffindorturm?“
„Sind eure Duschen kaputt?“
„Ach was, die waschen sich nicht mal wenn die funktionieren...“
James wäre vor Scham am liebsten unter den Tisch gekrochen. Er war es mit Sicherheit nicht gewohnt, das Ziel von Spötteleien zu sein. Bevor er sich mit hochrotem Kopf wieder zu seinen Hauskameraden umdrehte, entging ihm nicht, dass Snape bloß kurz, gleichgültig, von seiner auf dem Tisch entrollten Hausaufgabe aufgeschaut hatte, obwohl die Gelegenheit mehr als günstig gewesen wäre, zumindest einen winzigen Teil der durch James erlittenen Demütigungen zurückzuzahlen.
Von einem seltsam schlechten Gewissen ergriffen schüttelte James die Gedanken an die zusammengesunken dasitzende Gestalt ab – so einsam, so isoliert erscheinend, obwohl inmitten einer Menschenmenge – nur um mit einem womöglich noch breiteren Lächeln seitens Sirius konfrontiert zu werden. Worüber amüsierte er sich denn so? Ach, das juckte aber auch!
Moment mal.
„Remus? Was für ein Datum haben wir, sagtest du?“
Der honigblonde Junge verdrehte die Augen.
„Nochmals für ganz Langsame, der erste April .“