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Author of 16 Stories |
A/N: Vielen Dank an Schokoladia (dein Name macht mir eindeutig zu viel Appetit - du bist dann schuld, wenn ich über Weihnachten zunehme XD. Oh, und unkitschig ist das schönste Kompliment, das man mir bezüglich des Schreibstils machen kann :)). Danke auch an die Leser, die diese Story favorisiert haben. Ich wünsche allen ein frohes Fest und verabschiede mich mit dem letzten Teil :D
Teil III
„Könntest du nicht doch lächeln? Nur ein einziges Mal?“
Theodore verzog keine Miene, schüttelte den Kopf und Colin grinste übermütig:
„Lächeln ist das genaue Gegenteil von dem Gesicht, das du jetzt ziehst, weißt du.“
Theodore verschränkte die Arme vor der Brust und presste stur die Lippen zusammen, die verräterisch zuckten. Colin ließ seufzend die Schultern hängen, doch die sonst so unschuldigen Augen waren lauernd verengt.
„Dann müssen wir wohl zu Zwangsmaßnahmen greifen… zickige Models gehen ja gar nicht...“
Theodore hatte gerade noch genug Zeit, Mund und Augen aufzureißen, als er auch schon rücklings in den Schnee gestoßen wurde und Colins schmale Gestalt über ihm aufragte, weil der Gryffindor sich kurzerhand auf seine Hüften gesetzt hatte.
„Wa…“, setzte Theodore an, bog sich dann unter folternden Fingern, die unter seine Robe schlüpften und sich in seine Seite bohrten. „Argh – ahaha!“ Der Slytherin ergab sich der Kitzelattacke mit einem hilflosen Lachen und Colin drückte mit einem triumphierenden kleinen Schrei auf den Auslöser. „Das ist ja... hihi... nicht sehr Gryffindor von dir...“
„Ich lerne direkt vom Meister“, erwiderte Colin belustigt.
Der Gryffindor hatte es offenbar nicht eilig, den engen Körperkontakt zu unterbrechen. Heißkalte Schauer durchfuhren Theodores Körper, ließen sein Herz gegen seine Rippen hämmern, als wollte es sich aus seinem Brustkorb befreien. Und eine distanzierte kleine Stimme in seinem Inneren tat ihr mildes Erstaunen darüber kund, dass er sich diese Behandlung gefallen ließ – von jemandem, der ihm zumindest körperlich weit unterlegen war.
Das Lächeln verschwand nun mühelos von seinem Gesicht, und Colins zarte Züge spiegelten seinen vermutlich recht ernsthaft gewordenen Ausdruck wider. Theodore schluckte unbehaglich und versuchte, sich unter dem Gryffindor hervorzuwinden.
„Bitte...“, flüsterte Colin – begleitet von einem herzzerreißenden, wimmernden Laut, der Theodores Verstand vollkommen lahmlegte.
Wie mit eigenem Willen ausgestattet, legten sich Theodores Arme um so schmale Schultern. Und als seine Lippen Colins berührten, war es kaum mehr als ein Hauch. Zögerlich. Behutsam.
Und bei Salazar, so richtig.
Theodore wagte kaum zu atmen, in der Befürchtung, der Moment, dieses zarte Gefüge, das gerade erst entstand, könnte zersplittern wie filigranes Glas.
Colin dachte offenbar anders darüber, denn er nutzte die Sekunde, in der Theodore ein sehr uncooles und unslytherinhaftes, glückliches Seufzen entwich; sein zerbrechlicher Körper bebte, als hätte er Schüttelfrost, als er die Arme fest um Theodores Nacken schlang und ihn jetzt weitaus drängender küsste, mit der Zungenspitze Theodores Lippen nachzog.
Theodore zögerte einen winzigen Moment, bevor er mit einem besiegten Stöhnen den Mund öffnete, Colins Hüften mit einem Ruck enger an sich zog, während die Finger der anderen Hand sanft halblanges Haar durchpflügten. Die Mütze fiel unbeachtet zu Boden, enthüllte mehr von diesen engelhaften Locken.
Jetzt hätte man nicht einmal mehr ein dünnes Pergamentblatt zwischen ihre engumschlungenen Körper schieben können, stellte Theodore eigenartig zufrieden fest. Und dass der Schnee seine Roben bereits durchnässte, hätte ihn nicht weniger kümmern können.
Passiv ließ er sich Colins wundervolle Zärtlichkeiten gefallen, denn es war erstaunlicherweise der Gryffindor, der die weitere Initiative ergriff, der Theodores Schultern mit einem raubtierhaften Gesichtsausdruck, den der Slytherin auf den sonst so weichen Zügen recht ansprechend fand, am Boden festpinnte,
„Du machst mir das ‚Nur-Kennenlernen’ aber gerade recht schwer...“, flüsterte Nott gegen Colins Lippen und entgegen seiner sonstigen Art lächelnd.
„... ’tschuldigung“, brachte Colin zittrig heraus und hörte sich dabei nicht sehr bedauernd an, bevor er sich wieder gierig auf Theodores halbgeöffneten Mund stürzte, damit begann, ihm die Zunge rhythmisch hineinzustoßen... auf eine herzerweichend unerfahrene, dafür jedoch mehr als hemmungslose Weise. Theodore wurde es ganz anders; seine Hand rutschte wie von selbst tiefer und knetete feste Rundungen, während ihre Zungen feucht aneinanderglitten.
Colin keuchte auf gab sich anscheinend nicht mehr damit zufrieden, so eng an Theodores Körper gepresst zu sein, denn die schmalen Hüften begannen, ganz unwillkürlich, kaum merklich, gegen seine zu stoßen.
Theodore stöhnte in den Kuss, halb gierig, halb verzweifelt, fixierte den zuckenden Körper über sich mit den Händen.
„C-colin... warte...“
„T-tut mir Leid“, stotterte der Gryffindor mit hochroten Wangen. „A-aber ich... ich bin... ich will dich so sehr...“
Plötzlich spürte Nott wieder die eisige Kälte; sie griff nach seinem offenen, verwundbaren Herzen und bevor er sich versah, drehte er sich blitzschnell um, warf Colin auf den Rücken und beugte sich mit grimmiger Miene über ihn.
„Meinen Körper meinst du?“, fragte er kühl.
„Nein, dich... alles...“ Colin streckte flehentlich die Arme nach ihm aus und sah ihn aus großen Augen bittend an. „Gott, Theo... ich habe dich schon gewollt, als du noch ein dürrer Zweitklässler warst... Slytherins Außenseiter, von dem alle gesagt haben, er sähe aus wie ein Kaninchen...“
Wie warmer Balsam umflossen Colins geflüsterte Worte Theodores geschundene Seele, rissen auch die letzten Reste der beschützend aufgebauten Mauer nieder. Theodore beugte sich über den schmalen Körper, schloss mit einem leisen Stöhnen die Augen, ließ zu, dass schlanke Beine sich um seine Hüften schlangen. Mit aller Kraft klammerte Colin sich an Theodore fest, vergrub das Gesicht in dessen Halsbeuge
„Versteh doch“, murmelte der Gryffindor so leise, dass Theodore Mühe hatte ihn zu hören. „Ich liebe dich... alles an dir. Selbst diesen mörderischen Ausdruck, den du meistens an den Tag legst. Und deine Augen...“ Colin seufzte selig. „Deine Augen sind das Erste, was mir an dir aufgefallen ist. Damals, als du sonst keine besonders beeindruckende Gestalt warst.“
Theodore schnaubte ungläubig und absolut glücklich. Regelrecht besitzergreifend umarmte er den Jungen unter sich.
„Und du... du willst dich ernsthaft auf mich einlassen? Ich verstehe dich einfach nicht... ich würde mich nämlich bestimmt nicht lieben...“, nuschelte er an warmen, weichen Lippen, so perfekt auf seinen.
„Dann tue ich das eben für zwei“, erwiderte der Gryffindor, sorglos zu ihm auf lächelnd.
„Aufpassen, Creevey“, murmelte er grinsend. "Wenn du so weitermachst, könnte ich mich irgendwann ernsthaft in dich verlieben...“
„Wirklich?“, quietschte Colin und Theodore verzog ob seiner klingelnden Ohren gequält das Gesicht, nur um wieder benebelt zu grinsen, als Colin ihn mit begeisterten Küssen überschüttete.
„Dann werde ich genau so weitermachen! Und wenn du dich wieder mal stur stellen willst, denk daran, wie hartnäckig ich sein kann. Tut mir wirklich Leid, Nott, aber mich wirst du nicht mehr los.“
Der Slytherin griff sich gespielt entsetzt an die Brust.
„Das klingt aber erschreckend nach einer Drohung!“
Colin legte eine Hand an Theodores Wange und sah ihn so verliebt an, dass der Slytherin zu einer unbrauchbaren Pfütze dahinschmolz.
„Nein, Theo... das war ein Versprechen.“
Und dieses unterstrich Colin, indem er sich erneut an Theodore festklammerte, als ob er ihn erdrücken wollte.
„Bist du sicher... das du nicht... mmhhh... mit dem Riesenkraken... oh Merlin... verwandt bist?“
Colin schien die Frage zu erwägen.
„Nein“, antwortete er dann mit einem schiefen Lächeln.
Theodore kam nicht mehr dazu, dieses zu erwidern, weil Colin ungeduldig nach oben stieß, die Beine eng um seine Taille gelegt und jeden klaren Gedanken sehr effektiv lahm legte, als süßwarme Lust durch Theodores Venen schoss. Der Slytherin erwiderte die Zärtlichkeit hingebungsvoll, hielt Colins Hände über dessen Kopf fest und stieß zurück, sog die Luft zischend durch die Zähne ein.
Colin warf den Kopf in den Nacken und drängte sich dem schweren Körper über sich entgegen, die hellblauen Augen verschleiert auf Theodores Gesicht gerichtet, der den Anblick geradezu gierig in sich aufsog, während er seine Hüften schnell und hart kreisen ließ.
Theodores Hände waren unter Colins Pullover verschwunden, was auf Colin sofortige Wirkung hatte - einen langen, zittrigen Schrei und einen schmalen, sich aufbäumenden Körper. Theodore biss sich auf die Lippen und kniff noch fester in kleine, erigierte Brustwarzen. Colin schrie verzweifelt auf und seine Bewegungen unter dem Slytherin wurden noch hektischer, ganz unkoordiniert...
„Merlin... ja... härter... bitte... ah... aahhh!“
... bevor er schlaff und keuchend unter Theodore liegen blieb, ihn noch immer festhielt, wie unter der Befürchtung, der Slytherin würde ihn doch allein lassen wollen.
„Äh... du bist nicht...“, stammelte Colin, verletzt klingend.
„Nein. Aber ich habe wohl mehr Übung darin, mich zurückzuhalten“, erwiderte Theodore und hätte vielleicht selbstgefällig geklungen, wenn seine Stimme nicht gezittert hätte. „Vielleicht willst du mir die Zurückhaltung aber austreiben?“
„A-austreiben?“, fragte Colin schüchtern und schluckte hart. „Darf ich?“
Theodore nickte nur ermutigend, versuchte vergeblich, seine Atmung unter Kontrolle zu halten, während er Colins geschickte Finger betrachtete, die quälend langsam einen Knopf nach dem anderen öffneten, ihn von Stoff befreiten, bis kalte Luft seine erhitzte Haut umschmeichelte.
Das war der Moment, in dem Theodore ein wenig bangte; er befürchtete irgendeine Reaktion des Gryffindors – eine, die der seiner bisherigen Partner ähneln könnte... befürchtete, dass irgendetwas geschehen könnte, das ihr Zusammensein zu etwas Gewöhnlichem degradieren würde, wie diese unbedeutenden Zusammenkünfte hinter fest zugezogenen Bettvorhängen im irgendeinem der Slytherin-Schlafsäle.
Colins Gesichtausdruck jedoch blieb unverändert, er lächelte dieses süße, verliebte Lächeln, während feingliedrige Hände verwöhnend auf und abrieben und Theodore aus dem Stöhnen gar nicht mehr herauskam. Der Gryffindor zeigte überhaupt kein Interesse an der „Ausstattung“, sondern nur an Theodores allgemeiner Erregung, die Colin nur zu gut zu gefallen schien, dem seligen Ausdruck nach zu urteilen.
Theodore ließ sich kraftlos fallen, mit seiner Selbstbeherrschung war es endgültig vorbei, er schnappte zischend nach Luft und stieß hektisch in diese Hände, die ihm gerade den letzten Rest Hirn raubten.
Der Junge strich sich mit der anderen Hand konzentriert das Haar aus dem Gesicht, bevor er Notts Pullover nach oben schob und die athletische Brust mit federleichten Küssen bedeckte.
„Colin...!“, brachte Theodore zittrig heraus.
„Mhm, ich mag es, wenn du meinen Namen so sagst“, flüsterte der Gryffindor und saugte sich an einer Brustwarze fest, bis Theodore den Rücken durchbog und erneut den geliebten Namen rief.
Colin brachte ihn dazu, bei dieser Kälte doch tatsächlich zu schwitzen. Feuchtigkeit glänzte auf seinem angespannten Körper, sammelte sich zwischen den harten Bauchmuskeln, wo Colins kleine, flinke Zunge sie aufleckte. Der Gryffindor nahm den Blick nicht eine Sekunde lang von seinem Gesicht und Theodore ertrank in diesen Augen, sah ungläubig an sich herab, als Colins Zunge tiefer und über samtige Härte flatterte, ihn kostete, ausprobierte, was ihm gefallen könnte.
Theodore verging unter der liebevollen Hingabe, der Colins Unerfahrenheit schon wieder wettmachte. Als der Junge erneut zu ihm aufblickte, mit großen, unschuldigen Augen und einem sehr vollen und sehr beschäftigten Mund, blieb Theodore nur noch übrig, verzweifelt an Colins Haar zu ziehen, unbeholfene Warnungen zu stammeln...
„Nicht... aufhören, nicht in den Mund... ahh...“
Colin lächelte um Theodore herum, pflückte dessen Hand aus seinem Haar und verflocht ihre Finger miteinander, bevor er die Augen schloss und Theodore regelrecht verschlang.
Dickköpfiger Gryffindor...
“Colin... Oh Salazar...!”
Theodores Körper spannte sich wie ein Bogensehne an, als er den Kopf in den Nacken warf und sich diesem unschuldigen Ansturm, diesen weichen Lippen mit einem zittrigen Schrei ergab.
Zum wiederholten Male fragte sich Theodore, warum er sich eigentlich den ganzen Weg über geziert hatte wie eine Diva (zumindest wenn man nach Colins Aussage ging).
Hätte er nicht vor genau einer Stunde das glücklichste Erlebnis seines ganzen Lebens verzeichnen können, dann hätte er ruhigen Gewissens behauptet, jetzt so glücklich zu sein wie noch nie zuvor.
Schon merkwürdig, diese arglose Akzeptanz, die ihm begegnet war; Gryffindors, Ravenclaws und Hufflepuffs, Mitschüler, die er zwar vom Sehen her kannte, an denen er bislang grundsätzlich ohne einen zweiten Blick vorbeigegangen war, hatten ihn mit offenen Armen empfangen. Offenbar war Theodore Nott direkt als „in Ordnung“ eingestuft worden – bloß, weil Colin ihn vertrauensvoll hergebracht hatte. Auch das unübersehbare Vertrauensschülerabzeichen auf seiner Brust tat dem wohl keinen Abbruch – mochte es ihn noch so sehr als Lakai der Carrows kennzeichnen.
Nun saß er in einem gewaltigen, kathedralenartigen Raum, den Colin als „Raum der Wünsche“ bezeichnet hatte. Die Weihnachtsdekoration glitzerte in allen Hausfarben – abgesehen von Slytherin, was Theodore doch einen kleinen Stich gab.
Gemütliche Sessel standen vor dem Kamin, dessen Ausmaße durchaus zu dem Raum passten. Und in einem davon entspannte sich Theodore – ja, zu seiner eigenen Verblüffung war er tatsächlich entspannt, was aber auch daran liegen mochte, dass Colin es sich auf seinem Schoß bequem gemacht hatte.
Ein kunstvoll geschmückter Weihnachtsbaum verströmte seinen unverwechselbaren Duft, den Theodore tief einatmete. Beschämt musste der Slytherin sich eingestehen, dass er den ganzen Weihnachtskitsch, sonst immer von Dumbledore organisiert, doch arg vermisst hatte. Was machte es schon; an diesem Morgen hatte er sich so einiges eingestehen müssen.
Glücklich lächelte er auf den Jungen herab, der sich in seine Arme schmiegte und ebenso glücklich zu ihm aufsah, während er in dem großen Album weiterblätterte, über den sie sich gerade beugten.
„Es muss schwierig sein, Muggelfotos zu schießen… den perfekten Moment einzufangen, fehlerfrei… so wie du es tust“, stellte Theodore fest und das Lächeln des Jungen wuchs in die Breite, wobei Theodore angenommen hätte, dies sei gar nicht mehr möglich. „Du hast unglaubliches Talent, Colin.“
Eine weitere Seite und Theodore starrte wieder einmal in seine eigenen Augen, die ihm mit dem üblichen, arroganten Ausdruck entgegenblickten.
„Der Fotograf braucht kein Talent, wenn das Motiv stimmt“, entgegnete Colin fröhlich und Nott fühlte Hitze in seine Wangen aufsteigen, die sich wahrscheinlich als sehr gesunde Farbe bemerkbar machte; so hatte ihn noch niemand gesehen. Und ihm gefiel nur zu gut, wie er durch Colins Augen betrachtet war; so konnte er sich durchaus mit sich selbst anfreunden.
„Hm... die Muggeltechnik kann aber nicht sehr weit fortgeschritten sein, wenn die Fotos sich nicht einmal bewegen“, neckte er den Gryffindor mit hochgezogener Augenbraue, das vorherige Kompliment gründlich verderbend.
„Tss!“, entfuhr es Colin empört. „Also wirklich. Wenn du möchtest, kann ich dir gern mehr über Muggel erzählen, vielleicht änderst du deine Meinung.“
„Aha? Du willst damit sagen, die haben sogar fließend Wasser?“, versetzte Theodore mit beißendem Spott.
Colins Augen wurden erst sehr groß, bevor er lässig mit den Schultern zuckte und sich bequemer an Theodore lehnte.
„Nein, wir leben noch in Höhlen, wusstest du das etwa nicht? Da gibt es dann genug Platz für unsere Computer, Fernseher und Telefone...“
„Höhlen, sag bloß!“, flüsterte Nott belustigt (wobei er natürlich nicht zugeben wollte, absolut keine Ahnung von diesen merkwürdigen Begriffen zu haben, mit denen Colin ihn gerade bombardierte). Langsam fand er Spaß daran, Colin so aufzuziehen – liebevoll und keineswegs ernst gemeint. Schließlich hatte er inzwischen erkannt, wohin ihn Engstirnigkeit brachte. Beziehungsweise, um was sie ihn brachte. „Dann muss es ja auch eine entsprechende Muggeltracht geben? Lendenschurz zum Beispiel?“
„Ja“, sagte Colin ungerührt. „Aber nur für die gutaussehenden Leute. Die anderen tragen Felle.“
„Jetzt hat er’s dir aber richtig gegeben, Nott“, erklang Chos amüsierte Stimme und sie prostete ihm mit ihrem Punsch aus dem gegenüberliegenden Sessel zu.
Wenn du wüsstest, was er mir sonst noch gegeben hat…
„In Ordnung, man hat mich im Wortduell besiegt“, gestand Theodore, friedfertig die Hände hebend. „Deswegen brauche ich unbedingt noch etwas Starkes.“
Colin stand grinsend von seinem Schoß auf und füllte sein Glas mit heißem (und ziemlich frisiertem) Punsch.
Die nächste Seite des Albums brachte Theodore allerdings dazu, sich prompt daran zu verschlucken.
„Was ist los, Nott, hast du etwa Umbridge entdeckt?“, erkundigte sich Neville Longbottom mit großen, verschreckten Augen und einige der sich auf der Couch lümmelnden Jungen ließen entweder würgende Geräusche vernehmen oder sahen voller Mitgefühl herüber.
„Das ist nicht fair, Colin“, sagte eines der Mädchen grinsend und schob sich feuerrotes Haar aus der Stirn. „Du hättest ihn wenigstens auf diesen Anblick vorbereiten müssen, bevor du ihn ins kalte Wasser wirfst...“
„Lass gut sein, Weasley...“, murmelte Theodore entsetzt. „Bei Salazar, nichts hätte mich darauf vorbereiten können...“
Die Mädchen kicherten, während Theodore sich mit der morbiden Faszination einer Person, die gerade einen sehr schlimmen Unfall begafft, abermals über das Foto beugte: Umbridge, in ihrer vollen Pracht, inklusive Bademantel in unvermeidbarem Rosarot und grüner Gesichtsmaske.
„Wie zum Teufel hast du sie erwischt?“, murmelte Theodore kopfschüttelnd.
„Bin mit einem Besen vor ihr Fenster geflogen“, erläuterte Colin unbekümmert. „Eigentlich wollte ich den See bei untergehender Sonne von oben ablichten – aber dieses... äh, Motiv... erschien mir bei Weitem interessanter...“
„Merlin... widerlich...“, keuchte Nott und blätterte ganz schnell um. „Argh!“
„Oh nein – jetzt ist es Alecto Carrow, habe ich recht?“, fragte Ginny lachend. „Colin hat da ein richtiges Gruselkabinett...“
Oh ja, in der Tat.
„Sag nichts gegen meine spezielle Kollektion, Ginny!“ Colin warf mit einem Kissen nach dem grinsenden Mädchen.
Theodore hörte kaum hin, besah sich weitere Fotos. Und kam zu dem Schluss, dass Carrow in einer kompromittierenden Pose noch nicht einmal das Schlimmste war. Die Kerker, modrige Wände von Folterinstrumenten besetzt, waren es allerdings.
Und Colin alberte nicht mehr herum, sondern war verdächtig still, während Theodore zwischen erschreckenden Fotos und dem Gryffindor hin und hersah.
„Du riskierst ganz schön viel“, brach Theodore schließlich das Schweigen. „Das solltest du nicht mehr tun.“
„Das ist aber meine Berufung, Theo“, erwiderte Colin, ungewohnt ernsthaft. „Fotografieren. Und dafür muss man teilweise auch Risiken eingehen.“
„Wozu? Ich verstehe das nicht...“
„Oh... für die Fotos hier war der Klitterer ein dankbarer Abnehmer – die Artikelserie hieß: Hogwarts – die Folterschule. Allerdings hat sich Mr. Lovegood seit einiger Zeit nicht mehr zurückgemeldet... vielleicht war ihm das Thema doch zu heiß... und an den Tagespropheten kann ich die Bilder kaum schicken.“
Theodore nickte, jäh begreifend; der Prophet brachte nur beruhigende, nette Artikel, vom Ministerium abgesegnet. Zensur, fehlende Pressefreiheit (von Meinungsfreiheit ganz zu schweigen), allgegenwärtige Kontrolle – untrügliche Zeichen einer Diktatur. Vage überlegte er, wie er das bis vor Kurzem noch als rechtens hatte betrachten können. Da hatte wohl erst ein kleiner Gryffindor, viel mutiger als Theodore selbst, daherkommen müssen, um ihm die Augen zu öffnen.
Nachdenklich besah sich Theodore ein älteres, wahrhaftig beeindruckendes Bild, das vage Melancholie in ihm wachrief: Potter und Malfoy, ihre Besen im Sturzflug, ihre Finger hasserfüllt ineinander gekrallt, um den Schnatz zuerst zu fangen… Theodore wusste, wie es geendet hatte. So, wie es jedes Mal endete – Potter, der-Junge-der-lebte-um-Malfoy-plattzumachen, hatte natürlich gewonnen. Das Bild mochte reglos sein, aber die Bewegung an sich hatte Colin dermaßen lebendig einfangen können, dass Theodore den Eindruck hatte, es handelte sich doch um ein Zauberfoto.
Und um es schießen zu können, musste sich Colin flach auf dem Rasen hingelegt haben – Sekunden, bevor die zwei gegnerischen Sucher zu Boden gekullert waren.
„Es gefällt mir trotzdem nicht, dass du deinen Hals hinhältst...“
„Theo, ich... ich bin Reporter... das heißt, ich möchte es irgendwann sein, und wie könnte ich eine Karriere besser starten, als mit dem ultimativen Foto?“
Longbottom tauschte einen schiefen Blick mit Finnigan, während er sich ein neues Glas Punsch einschenkte.
„Das Zeug dazu hat er schon mal – aufdringlicher als Kimmkorn!“
„Hey!“, entfuhr es Colin beleidigt.
„Ich bin sehr froh darüber, dass er so ist“, stellte Theodore lächelnd fest und ignorierte die erschrockenen Gesichter (die wahrscheinlich an seinem Lächeln lagen – er erschreckte sich ja fast schon selbst.).
Ja, ich bin froh, dass er sich nie von meinen Abweisungen hat vertreiben lassen... dass ich ihm zu verdanken habe, jetzt so glücklich zu sein, ihn in meinen Armen halten zu können...
Colin lächelte dankbar zurück und platzierte einen Kuss in Theodores Halsbeuge, der ihn mühelos zum Erschauern brachte.
„Und ich dachte, ich wäre das Motiv für das ultimative Foto?“, neckte er den Gryffindor, mit den Augenbrauen wackelnd.
„Oh, aber das bist du – jedoch nur für mich persönlich… dich teile ich nicht. Für den interessierten Leser allerdings...“ Colins Blick schweifte verträumt in die Ferne. „Stell dir vor...“, fuhr er fort, ganz professioneller Enthusiasmus. „Stell dir vor, Harry würde zurückkehren, hierher nach Hogwarts... und Du-weißt-schon-wer folgt ihm und dieser endgültige Kampf, die Entscheidung findet hier statt – hier, wo ich alles für die Nachwelt festhalten kann!“
Dieses Mal erschauerte Theodore vor jäher Kälte.
„Das ist nicht dein Ernst...“, murmelte er tonlos, damit Colins begeistert geschmiedetes Szenario unterbrechend. „Du kannst dich doch nicht ins Kampfgetümmel stürzen, nur um ein blödes Foto zu schießen!“
Der Gryffindor druckste herum und rutschte unbehaglich auf Notts Schoß.
„D-das ist doch alles nur eine bloße Mutmaßung, Theo“, sagte er leise. „Wer weiß schon im Voraus, wo und wann es soweit sein wird?“
Theodore hielt Colins schmales Gesicht zwischen beiden Händen, zwang ihn, den Blick zu heben.
„Sollte es aber soweit kommen – versprich mir, dass du nichts Unüberlegtes tust und dich von dem Kampf fernhältst. Versprich mir, dass du vorsichtig sein wirst... mir zuliebe.“ Er zögerte und sprang schließlich über seinen Schatten: „Bitte.“
Colin strahlte ihn an.
„Okay. Versprochen“, versicherte er, vielleicht ein wenig zu schnell.
Schlanke Finger legten sich auf Theodores und der sanfte Druck redete ihm ein, dass die Welt (noch) in Ordnung war – nur damit der Gryffindor ihn wieder aus seiner angenehmen Trance holte:
„Und du, Theo? Sollte es einmal soweit kommen – versprichst du mir, dass du dich dann entscheidest, auf welcher Seite du stehst?“
Theodore riss entrüstet die Augen auf.
„Auf welcher Seite? Wie kannst du so etwas nur sagen? Was auch passiert – ich stehe auf deiner Seite!“
Er hatte es voller Inbrunst ausgesprochen, es aus vollem Herzen gemeint. An diesem Tag hatte Theodore Nott seine Prioritäten mehr als eindeutig festgelegt. Und besiegelte diese mit einem langen, weichen Kuss, den Colin hingebungsvoll erwiderte.
Verzückte Mädchenseufzer rissen ihn aus seinen verliebten Gedanken, dieser Wärme, die seine Seele endlich wie ein schützender Kokon umschloss. Entgegen seiner sonstigen Art verzichtete Theodore sogar darauf, genervt mit den Augen zu rollen.
„Versprochen...“, fügte er noch leise hinzu, seine Finger fest mit Colins verschränkend.
„Versprochen...“, erwiderte Colin mit einem knieerweichenden Lächeln, sich vertrauensvoll an Theodore schmiegend. „Frohe Weihnachten, Theo...“
Ein halbes Jahr später brach Theodore Nott sein Versprechen.
Und Colin Creevey war nicht vorsichtig genug.
The end