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Mary Marvellous
Author of 6 Stories

Rated: T - German - Romance - Hermione G. & Draco M. - Reviews: 34 - Updated: 02-12-10 - Published: 09-17-09 - id:5383154

Hallo :) kennt ihr mich noch? ich hoffe, schon! ja, ich habe mir verdammt viel Zeit gelassen, aber das Studium nimmt mich im Moment sehr in Anspruch und auch die liebe Tanea hat viel Arbeit. Danke, dass du dir trotzdem Zeit genommen hast :) und auch an euch fleißige Leser ein großes Dankeschön für die Treue (hoffentlich^^). aber nun viel Spaß mit dem neuen Kapitel...


„Und ich dachte, nach Gryffindor kommen nur Dummköpfe mit Mut", bemerkte Malfoy immer noch grinsend, während er mich ganz offenkundig musterte.

„Wie kommst du darauf?", fragte ich nur noch mehr verwirrt.

„Alle Gryffindors sind dumm und mutig bist du nun wirklich nicht, du rennst ja ständig weg."

Gekränkt schwieg ich. Hielt er mich wirklich für dumm? Aber dass ich ständig weglief, stimmte schon. Es wunderte mich, dass er es bemerkt hatte, denn außer ihm war nur Ginny mein seltsames Verhalten in letzter Zeit aufgefallen. Ihn umgaben so viele Geheimnisse und die meisten wollte ich gar nicht lösen.

„Was willst du?" Ich versuchte verzweifelt meine Unsicherheit zu verbergen. Es ärgerte mich, dass ich nicht so kalt sein konnte wie Malfoy.

Lässig lehnte er sich an eine Sessellehne und zog etwas aus seinem Umhang. Ich schaute nicht nach, was er in der Hand hielt. Zu sehr war ich damit beschäftigt, ihn zu betrachten. Sein hageres Gesicht, seine blasse Haut, sein schlanker Körper - er sah einfach verboten gut aus.

Plötzlich stockte er mitten in seiner Bewegung und wandte sich mir zu.

„Was starrst du mich so an?" Seine Frage riss mich zurück in die Wirklichkeit. Malfoy war tabu! Es gab keine Beziehung zwischen ihm und mir. Irgendwie konnte ich trotzdem meine nächsten Sätze nicht zurückhalten.

„Das, was geschehen ist, tut mir Leid. Ich wollte nicht, dass die Zwillinge dich schweben lassen."

Er schwieg. Seinem steinernen Gesichtsausdruck konnte ich keine Gefühlsregung entnehmen. Die Stille lastete über uns wie eine schwarze Wolke, er schien nicht zu bemerken, wie sehr er mich quälte. Ein Kloß saß in meinem Hals. Er würde sich bestimmt wieder über mich lustig machen. Etwas anderes konnte ich nicht erwarten, denn schließlich hasste er mich genauso sehr wie Harry. Wieder sah ich in seine kalten grauen Augen. Meine Entschuldigung fand er sicher lächerlich. Ich gratulierte mir selbst in Gedanken, denn ich hatte einmal mehr zuerst gehandelt und dann gedacht. Typisch Gryffindor.

Beinahe schon verzweifelt schaute ich ihn an. Warum sagte er nichts? Meine Selbstsicherheit war nun völlig verflogen und ich war wütend auf ihn, aber am meisten auf mich selbst. Ich machte ein paar Schritte auf ihn zu, halb in der Absicht, ihn zu schlagen. Ich stand jetzt direkt vor ihm und konnte jede Einzelheit in seinem ebenmäßigen Gesicht erkennen. Schließlich hielt ich es nicht mehr aus, ich wandte mich zum Gehen.

Seine Hand auf meiner Schulter ließ mich herumfahren. Ein Prickeln ging aus von der Stelle, an der seine Hand lag. Seine Berührung fühlte sich so gut an, obwohl sie verboten war - vielleicht gerade weil sie verboten war. Ich schauderte, er nahm seine Hand weg und der Bann, der sich für ein paar Sekunden über uns gelegt hatte, brach.

„Deine Tasche." Seine Stimme klang seltsam rau. Erstaunt sah ich ihn an. Er gab mir meine Tasche wieder. Angestrengt überlegte ich, wo der Haken war, während ich sie entgegennahm.

„Danke", hauchte ich. Mehr viel mir nicht ein.

Dann berührten seine Finger plötzlich zaghaft meine Wange. Schnell zog er seine Hand wieder zurück, wie als hätte er sich verbrannt, doch ich griff danach. Mein Verstand sagte mir, dass ich einen großen Fehler beging, er benutzte mich sicher nur, doch ich hörte auf mein Herz. Der kühle Slytherin faszinierte mich. War es seine Kälte, die mich so anzog?

Langsam ließ er sich in den Sessel fallen, an den er sich lehnte, und zog mich mit sich, bis ich auf seinem Schoß saß. Ich ließ es geschehen und war mir selbst nicht im Klaren darüber, was ich da gerade tat. Unsicher lächelte ich ihn an, alles kam mir so unwirklich vor. Hatte ich nicht vor ein paar Sekunden noch gehen wollen?

Wie in Trance beugte ich mich vor und küsste ihn federleicht und flüchtig auf seine weichen Lippen, von denen ich seit Tagen träumte, ohne es mir eingestehen zu wollen. Nun war alles egal.

Für einen kurzen Moment schien er fast ein wenig erstaunt, dann erwiderte er meinen Kuss überraschend zärtlich.

Ich gab mich ganz meinen Gefühlen hin, nichts anderes als er zählte noch. Alles hätte ich in diesem Augenblick für ihn aufgegeben. Noch nie zuvor war es mir so gleichgültig, dass ich etwas Verbotenes tat, die Folgen waren mir egal. Vorsichtig löste er sich von mir, nur um mich wieder zu küssen, doch dieses Mal viel leidenschaftlicher und verlangender. Nie wieder würde ich dieses berauschende Gefühl vergessen, wie konnte ich nur jemals ohne es leben!

Es fühlte sich ein bisschen wie Liebe an.

Mit sanfter Gewalt schob ich ihn ein Stück von mir weg, um ihn zu betrachten. Die Kerzen des Kronleuchter warfen Schatten auf seine blasse Haut. Zärtlich fuhr ich mit meinen Fingern an den Konturen entlang und er schien meine Berührung zu genießen. Täuschte ich mich, oder war die Kälte aus seinen Augen verschwunden?

Ich spürte es mehr, als dass ich sah, wie er seine Arme um meinen Hals schlang und mich an sich zog. Wieder küsste er mich. Ich konnte keinen klaren Gedanken mehr fassen. Vorsichtig fuhr ich mit einer Hand durch sein blondes Haar, es fühlte sich so weich an.

Sehnlichst wünschte ich mir, dass dieser Moment ewig währte. Noch nie zuvor hatte ich solch großartige Gefühle empfunden, die gleichzeitig doch so falsch waren.

Ich sollte lieber weglaufen, solange ich es noch konnte. Eine Beziehung zwischen mir und dem Slytherin konnte nicht existieren. Mir bedeutete er - Draco - immer mehr, doch was er für mich empfand, wusste ich nicht. Ihn hier zu küssen, war einfach unverantwortlich, ich musste gehen.

Sofort!

Etwas grob schob ich ihn weg von mir, ich wollte aufstehen und gehen, doch Draco ließ es nicht zu. Schnell hatte er einen Arm um meine Hüfte geschlungen und zog mich mit sanfter Gewalt zurück zu sich.

„Du gehörst mir." Er sagte es so bestimmt, dass es wie eine Feststellung klang. Langsam wurde mir bewusst, dass es für mich so leicht kein Zurück mehr gab. Ich hatte mein ruhiges und normales Leben aufgegeben und das nur für ein paar Augenblicke mit ihm.

So eng wie möglich zog er mich wieder an sich. Ich legte meinen Kopf an seine Schulter, seine Nähe tat gut. Spielerisch küsste er meinen Hals, ich fühlte mich seltsam gelöst. Tief atmete ich seinen Geruch ein, damit ich ihn nie wieder vergaß. Er roch ein wenig nach Rauch und Kerzenwachs, am meisten aber nach Pfefferminze. Die Mischung war irgendwie seltsam und trotzdem passte sie zu ihm. Sie erinnerte mich ein bisschen an Hogwarts und an viele Geheimnisse… Nie war mir bewusst gewesen, wie gut Pfefferminze roch. Lange saßen wir einfach nur da. Wieder schwiegen wir beide, doch es war keine unangenehme Stille. Ich genoss seine Nähe und den Zauber des Augenblicks. Es tat so unwahrscheinlich gut, hier bei ihm zu sitzen. Mit aller Macht verdrängte ich meine Gedanken an die Folgen.

Irgendwo in der Ferne läutete eine Glocke.

„Wir müssen gehen." Dracos Stimme klang seltsam belegt. Er räusperte sich.

Ich nickte, aber ich traute mich nicht, etwas zu sagen. Der Abschied rückte immer näher und ich hatte große Angst, dass es eine Trennung für immer war. Wenn dieser Abend der einzige dieser Art bleiben würde, könnte ich das ihm und mir nie verzeihen.

Schweigend verließen wir den Raum, dieses Mal vergaß ich meine Tasche nicht. Immer wieder warf ich Draco heimliche Blicke zu, doch ich konnte nicht erkennen, was er dachte. Ich machte mir Sorgen über das, was morgen früh auf mich zukommen würde. Vielleicht konnte er so tun, als wäre nichts zwischen uns geschehen, aber ich würde ihn nach diesem Abend endgültig mit anderen Augen sehen. Wir hatten die Treppe zu den Kerkern erreicht, unsere Wege trennten sich hier. Er blieb stehen, schaute mir aber nicht in die Augen. Ich wusste nicht, was ich tun sollte, diese Hilflosigkeit machte mich wahnsinnig.

„Gute Nacht", flüsterte er.

„Gute Nacht", hauchte ich, den Tränen nahe.

Dann wandte er sich um und lief die Treppen hinunter.

Einen Moment zögerte ich, dann lief ich schnell zu meinem eigenen Gemeinschaftsraum. Ungehindert ließ ich meinen Tränen freien Lauf. Ich hatte Angst, solche Angst davor, nun für immer allein zu sein. Ich ahnte, dass alles von unserem Verhalten morgen abhing und ich wollte keinen Fehler machen. Diese seltsame Sehnsucht, die ich fast schon wieder vergessen hatte, schlug mit aller Wucht über mir zusammen und ich schluchzte auf. Vielleicht hatte ich den größten Fehler schon gemacht, indem ich Draco am Astronomieturm geküsst hatte. So gut wie möglich unterdrückte ich meine Tränen und kletterte durch das Portraitloch.

Harry und Ron waren noch auf, doch sie waren so vertieft in eine Partie Zaubererschach, dass sie mich nicht bemerkten. Ginny jedoch sah mich sofort und rief meinen Namen. Ich tat so, als hätte ich sie nicht gehört, denn ich hatte das Gefühl, jeden Augenblick wieder in Tränen ausbrechen zu müssen. So schnell wie möglich lief ich zum Schlafsaal, um endlich allein zu sein. Ich öffnete die Tür und spähte hinein. Erleichtert stellte ich fest, dass der Raum verlassen war. Die anderen waren wohl noch unterwegs oder unten im Gemeinschaftsraum.

Unachtsam warf ich meine Tasche in meinen offenen Koffer und hockte mich mit angezogenen Beinen auf die Fensterbank. Ich lehnte meinen Kopf gegen das Fenster und schaute hinaus auf die Ländereien und den Verbotenen Wald. Das Fensterglas kühlte meine Stirn. Ich hatte Kopfschmerzen vom vielen Weinen.

Umständlich griff ich nach dem Wasserkrug und füllte mir ein Glas. Ich trank in kleinen Schlucken. Das kühle Wasser half mir dabei, wieder klar denken zu können. Langsam entspannte ich mich wieder. Ich schloss die Augen und atmete tief durch. Sofort erinnerte ich mich an seinen Geruch. Diese seltsame Mischung aus Pfefferminz und etwas Besonderem würde ich nie wieder vergessen können. Wehmütig dachte ich an seine Küsse, so wunderschön und doch so verboten. Die Gefühle, die in mir aufgestiegen waren, als seine weichen Lippen sanft meine berührt hatten, hatten sich tief in mir eingeprägt. Wieder hatte ich das Gefühl, weinen zu müssen.

Warum passierte so etwas immer nur mir? Es war zum Verzweifeln.

Mit einem Knall fiel die Tür ins Schloss. Ich fuhr auf. Grob aus meinen Gedanken gerissen, sah ich Ginny den Raum betreten. Ich schloss die Augen und seufzte. Am liebsten wollte ich jetzt allein sein und weiter über das nachdenken, was mit mir in letzter Zeit passierte. Dabei konnte ich, so unfair wie es auch klang, sie nicht gebrauchen.

„Wir müssen reden!". Ginnys Worte waren eher Befehl als Bitte. Unwillkürlich gehorchte ich und setzte mich neben sie auf mein Bett. Sie sah seltsam besorgt aus. Irritiert runzelte ich die Stirn.

„Was ist los mit dir?", fragte sie mich unvermittelt. Ich erinnerte mich, dass sie mir dieselbe Frage schon einmal gestellt hatte. Damals am See war ich ihr ausgewichen, ich hatte nicht über Draco Malfoy reden wollen. Am See waren meine Gefühle für ihn noch andere. Ich hatte nicht ahnen können, was auf mich zukommen würde. Sehnlichst wünschte ich mir diese Zeit wieder zurück, die so frei von Problemen war. Ein Leben ohne Geheimnisse musste schön sein, mein Bedürfnis zu reden, war nie größer gewesen, als in diesem Moment. Ich wollte endlich jemandem von meinen Erlebnissen und Gefühlen für den kalten Slytherin erzählen.

Ginny musterte mich immer besorgter. „Ist es wegen Malfoy?", fragte sie.

Ich fuhr auf und sah sie erschrocken an. Woher wusste sie von meinen Gefühlen zu Draco? Hatte er doch nicht darüber geschwiegen, wie ich es angenommen hatte? Mir wurde abwechselnd heiß und kalt. Fieberhaft suchte ich nach einer Möglichkeit, alles plausibel zu erklären. Ich hatte es Ginny selbst erzählen wollen und eigentlich sollte sie es gar nicht erfahren.

„Was hat er gemacht?" Ginny sah mich alarmiert an. „Hat er dich verflucht oder… seine Freunde auf dich gehetzt?" Sie schien gleichzeitig ungeduldig und erschrocken zu sein.

Ich schloss die Augen und lehnte mich gegen ein paar Kissen. Ginny wusste gar nichts. Langsam entspannte ich mich wieder, ich hatte alles unter Kontrolle. Alles war gut.

Dabei wollte ich doch allen meinen Freunden erzählen, was zwischen mir und Draco war. Ich wollte keine Geheimnisse. Jeder Gedanke an ihn, jeder Blick und erst recht jede Berührung stellte mich vor neue Probleme. Jede Tat von ihm bereitete mir mehr Sorgen. Seine Anwesenheit allein reichte, um mich zu quälen. Die Geheimnisse, die ich hatte, ließen mich verzweifeln, ich fiel immer schneller und niemand fing mich auf…

„Malfoy hat mich nicht angegriffen. Er… wir haben uns geküsst." Meine Stimme klang rau. „Ginny, ich glaube, ich habe mich verliebt. Das… das darf nicht sein!" Jetzt war es raus, der Druck der letzten Tage fiel mit einem Mal von mir ab.

Für einen kurzen Moment fühlte ich mich gut, dann sah ich Ginnys Gesichtsausdruck, sie schaute mich verwirrt an, auch ein bisschen befremdet. Das Gefühl, einen großen Fehler gemacht zu haben, nahm Überhand. Ich hatte auf einmal große Angst, dass sie mich nicht verstehen würde, ich verstand mich ja selbst nicht mehr.

Vielleicht sollte ich mir jetzt irgendwelche Ausreden einfallen lassen, aber ich konnte nicht. In meinem Kopf war nur Leere. Dracos Kuss war das Einzige, an was ich denken konnte, denn ich dachte die ganze Zeit an nichts anderes. Ich hatte gewusst, dass es verboten war, trotzdem war es mir egal gewesen. Jetzt konnte ich die Konsequenzen nicht tragen.

Ginny war nun schon so lange meine Freundin, trotzdem würde sie mich nicht verstehen. Ich hatte unsere Freundschaft verraten, sie hatte bessere Freundinnen verdient. Sie war eben eine echte Gryffindor, ihren Idealen immer treu.

Ich jedoch war das totale Gegenteil. Schwach und dumm war ich dem Slytherin in die Arme gelaufen und ein Blick von ihm hatte ausgereicht, um meinen Widerstand zu brechen. Eine unendliche Traurigkeit und Resignation stieg in mir auf. Ich war nie stark gewesen. Vielleicht sollte ich endlich lernen, mit meiner Schwäche umzugehen. Ich hatte es geschafft, Ginnys Freundschaft zu verlieren und ich hatte es verdient.


So, das war's :) hat es euch gefallen (oder nicht)? dann lasst mir bitte ein Review da für die Motivation und so...^^
hört euch mal bei Gelegenheit "I'm lost without you" an von Blink182 (wem sonst?^^). mein persönlicher Draco hat es mir mal vorgespielt und ich höre es immer, wenn ich wegen ihm unglücklich bin.

hoffentlich bis zum nächsten Kapitel :)



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