
| Aparecium
Author: Shereon Ein Brief vom Ministerium sorgt für Ärger. Ärger, dem sich Severus und auch Harry nicht entziehen können…
Rated: Fiction M - German - Humor/Romance - Severus S. & Harry P. - Chapters: 7 - Words: 30,982 - Reviews: 7 - Favs: 17 - Follows: 11 - Updated: 01-19-13 - Published: 07-31-11 - id: 7237458
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Aparecium - Kapitel 5
Schwerer dunkelroter Wein
Im Wohnzimmer sah sich Severus zwei verärgerten Hexen gegenüber, wobei Bellatrix ihm einen wütenden Blick zuwarf. Er beachtete diese Frau nicht weiter, sondern lief zu einem kleinen Tisch und goss sich Whisky in ein Glas, mit dem er anschließend zum Sessel zurückging.
"Wo waren wir stehen geblieben?", nahm er das Gespräch wieder auf. Er musste dafür sorgen, dass sein Besuch so schnell als möglich sein Haus verließ, damit er sich endlich um Harry kümmern konnte. Ruhig nippte er an seinem Getränk, während er sich fragte, was die Frauen eigentlich von ihm wollten.
"Seit wann musst du für diesen Balg sorgen?", schoss Bellatrix und sah ihn aufgebracht an. Severus trank einen Schluck aus seinem Glas und seufzte, schnippte mit den Fingern und schon schwebte vor Narzissa ein Glas mit Elfenwein. Dankend nahm sie das Glas entgegen, während Bellatrix leer ausging. Sie hätte unabhängig davon erst fragen und ihn darum bitten müssen.
"Seit ein paar Tagen. Ist das denn wichtig? Ich bewache ihn ohnehin bereits viele Jahre. Was regst du dich auf? Ihr kennt euch doch längst", sagte Severus aalglatt und lächelte Bellatrix zu. Diese schnaubte abfällig und schaute rasch zu ihrer Schwester, die sich eisern an ihrem Glas festhielt. Narzissa wirkte blass und in sich gekehrt. Sie schwieg beharrlich, obwohl sie kaum ihre zitternde Hände beruhigen konnte.
"Auf den dunklen Lord!", sagte Severus unvermittelt und erhob sein Glas.
Narzissa folgte seinem Beispiel, während er sie mit seinen schwarzen, emotionslosen Augen beobachtete. Genüsslich glitt sein kalter Blick über die zierliche blonde Frau vor ihm. Er verstand noch immer nicht, was sie an seinem Freund gefunden hatte, dass sie bei ihm geblieben war. Lucius war ein grober Kerl, der es liebte, wenn er andere unterdrücken konnte. Sollte das der Grund für ihren Besuch sein? Er hatte ihre Nervosität bemerkt und war aufmerksam.
Im Moment war Harry zu beschäftigt, um an seiner Tür zu lauschen. Aber wie lange? Sein widerspenstiges Geschenk war viel zu neugierig. Im Augenblick hantierte er in der Küche, was ihn mental schmunzeln ließ.
Severus richtete seine Aufmerksamkeit wieder auf Narzissa, die ihr Glas hastig leerte. Amüsiert darüber beugte er sich vor und füllte es ihr ein weiteres Mal. Gleich darauf leerte sie auch dieses, als sie den Blick hob, sah sie ihn eindringlich an.
"Severus, es tut mir leid, dass ich um diese Stunde hierher gekommen bin, aber ich musste es einfach tun. Ich muss mit dir reden, denn du bist wahrscheinlich der Einzige, der mir noch helfen kann."
Severus nickte bedächten. Unvermittelt hob er seine Hand, damit sie schweigen sollte. Nur einige Sekunden später erschien Harry.
"Sir, ich kann das Salz nicht finden", grinste Harry unschuldig und biss sich, bei dem finsteren Blick von Bellatrix, auf die Unterlippe.
"Im rechten Schrank, gleich neben der Tür, in einem weißen Säckchen", antwortete Severus ruhig. Es hatte wirklich nicht lange gedauert, bis sein neugieriger Bursche lauschen kam. Mental musste er schmunzeln, denn sein Geschenk war einfach zu berechenbar geworden.
"Danke, Sir", sagte Harry rasch und verschwand schnell.
Einen Moment wartete Severus noch, dann wandte er sich wieder an Narzissa, die durch diese Störung noch unruhiger geworden war. Bellatrix jedoch war drauf und dran in die Küche zu eilen und einen Mord zu begehen.
"Das wirst du unterlassen, Bellatrix. Er gehört dem dunklen Lord! Nur er entscheidet, was aus ihm wird. Also, beruhige deine hitzige Natur. Er wird uns nicht mehr stören … Schau nicht so entgeistert, ihm fehlte wirklich das Salz. Jedenfalls für das Gericht, was er zubereiten will. ... Also, wo waren wir, bevor wir unterbrochen wurden?", nahm er das Thema abermals auf und wandte sich Lucius' Frau zu, die nun noch blasser wirkte.
Für einen kurzen Moment nahm er den Gestank von Angst war, der von ihr herüberwehte und den süßlichen Duft ihres Parfüms verdrängte. Er blinzelte nicht, als er sie musterte, wie eine Laborratte. Mit Leichtigkeit drang er in ihr Denken ein und suchte nach dem Grund, ihres Besuches. Severus war sich nun sicher, dass ihr Problem nichts mit Lucius zu tun hatte.
Nur Sekunden später zuckte Narzissa erschrocken zurück. Zitternd holte sie Luft und drehte das leere Glas unruhig zwischen ihren kalten Fingern. Sie war sich nicht mehr sicher, ob sie wirklich mit ihm darüber reden durfte. Doch was konnte sie als Mutter anderes tun? Ihr blieb keine andere Wahl. "Severus, ich weiß, ich sollte nicht hier sein. Mir wurde sogar befohlen mit niemand zu reden, aber -", begann sie, wurde aber abrupt streng unterbrochen.
"Dann solltest du deinen Mund halten! Du kannst es nicht tun. Nicht jetzt, wo der Bengel in meinem Haus ist und alles Erfahren kann!", fauchte Lestrange ihr nervöse Schwester an, die unter ihren harschen Worten noch mehr zusammenzuckte.
"Wie meinst du das, Bellatrix? Der 'Bengel' ist mein Mündel. Ich werde durchaus in der Lage sein, ihn nur das wissen zu lassen, was gut für ihn ist", sagte Severus verschlagen und neigte charmant seinen Kopf.
Er mochte es, wenn er diese Hexe ärgern konnte. Mental stellte er sich vor, wie er sie an eine kalte Kerkerwand in Ketten legen wollte, um ihr hinterher genüsslich die Kleider vom Leib zu reißen. Sie sollte bei Bewusstsein sein, wenn er sie mit einem Zauber auspeitschte, bis ihr rotes, warmes Blut zu sehen war.
Seine sadistische Seite reckte den Kopf und lechzte nach Taten. Um ihr zu frönen, schickte er Bella mittels nonverbalem Zauber seine boshafte Vision.
Für einen Augenblick wurden Bellatrix Augen größer und sie presste ihre Lippen zusammen. Ihr Blick wurde verkniffen. "Ich traue dir nicht, Snape. Und das, weißt du ganz genau!", spie sie schließlich argwöhnisch aus.
"Ah, aber ich glaube, Narzissa möchte etwas von mir. Du hättest nicht mitkommen sollen, wenn du anderer Meinung bist", entgegnete Severus gelassen und bemaß sie mit einem hämischen Lächeln.
"Ich muss meine Schwester vor einer Dummheit beschützen", fauchte Bellatrix und zeigte offen, dass sie ihn verabscheute. Severus nickte nur zu dieser einfältigen Geste. Etwas anderes hätte er auch nicht von ihr erwartet.
"Wie auch immer. Wir sollten unser Gespräch nicht unnötig in die Länge ziehen. Was möchtest du, Narzissa?", fragte Severus und nahm unvermittelt das Gesprächsthema wieder auf, doch abermals funkte Bellatrix dazwischen.
"Wie kannst du nur so gelassen hier sitzen und so tun, als wäre nichts passiert? Und was ist mit dem Bengel in deiner Küche? Warum liegt er nicht längst vor dem dunklen Lord und bettelt um Gnade?", fuhr Lestrange ihn verärgert an.
Genüsslich trank Severus etwas von seinem Whisky und sah sie danach beherrscht an. "Weil, wie eben schon erwähnt, besagter Bengel mein Mündel ist. Darüber hinaus bin ich seit über sechzehn Jahre sein Wächter. Der Lord hat sich nie über meine Arbeit beschwert. Bislang ist er äußerst zufrieden. Gerade jetzt, wo der Magier ihm so wichtig ist. Aus diesem Grund unterlasse ich alles, was unseren Lord verärgert. Während ich unter Dumbledores Obhut stehe, werde ich es auch tunlichst bleiben lassen, meinen Status als Spion zu offenbaren. Und nun Schluss mit der Debatte. ... Was wollt ihr um diese Zeit hier? Beeilt euch, denn mein Mündel wird nicht ewig in der Küche beschäftigt sein. Das Essen ist sicherlich bald fertig, was er mir soeben zubereitet." Seine Worte duldeten keine Widerrede. Sie machten aber auch deutlich, dass ihr Besuch überaus unwillkommen war.
"Du willst nur davon ablenken, um nicht zu sagen, warum dieser kleine Bastard nicht längst von dir liquidiert worden ist!", knurrte Bellatrix boshaft und krallte ihre Finger in die Lehne des Sofas. Sie scherte sich einen Dreck um diesen Mann und seine Wünsche. Sie wollte Antworten, und zwar hier und jetzt!
Betont beherrscht schaute Severus ihr zu. Langsam aber sicher wurde sie ihm lästig. An ihrer Haltung konnte er unmissverständlich erkennen, dass sie noch lange nicht aufgeben wollte. Womöglich hätte er Harry vorher mit einem Schlafzauber belegen sollen, um mehr Zeit für die Hexen zu haben.
'Ja, vielleicht. Doch dann wäre mein Spaß um Stunden verschoben worden. Nein, es war genauso richtig, wie es war', überlegte er grimmig.
"Wenn ich das getan hätte, dann hätte der dunkle Lord nicht dessen Blut nehmen können, um wieder mächtig zu werden", entgegnete er schließlich geduldig.
"Du behauptest also, du hättest vorausgesehen, dass der Lord den Jungen braucht?", höhnte sie herablassend. Sie ärgerte sich, weil sie spürte, wie Snape sich über sie lustig machte. Sie hörte sein hämisches Lachen aus den Worten heraus.
"Ich behaupte gar nichts. Ich hatte keine Ahnung, was der Lord von ihm wollte. Der Lord bedauert auch nicht, dass Potter überlebt hat. Jedenfalls tat er es nicht, bis ich mit ihm von Hogwarts abgereist bin. Natürlich ist unser Lord unterrichtet, dass sich Harry in meinem Haus befindet", erwiderte er gefasst, obwohl ihm diese Hexe allmählich den letzten Nerv raubte. Er mochte sie und ihre quengelnde Stimme nicht. Wenn sie jedoch weiterhin nervte, würde er sie noch mit einem Zauber zum Schweigen bringen.
"Aber, warum hast du noch immer sein Leben verschont?", bohrte Lestrange weiter. Selbst Narzissa sah sie jetzt finster an, da sie ihr Problem endlich ansprechen wollte.
"Weil er unter Dumbledores Schutz steht. Dieser Schutz bewahrt mich vor Askaban. Meinst du nicht auch, ich hätte anders gehandelt, wenn der Lord etwas anderes mit ihm vorhätte? Doch das hat der Lord nicht. Und nun Schluss, Bellatrix, sonst werfe ich dich wie einen räudigen Köter vor die Tür!", wurde Severus um einiges lauter. Er sah sie ernst an und deutete mit dem Finger zur Tür.
Prompt zuckte Bellatrix Lestrange zusammen und biss sich auf die Lippen. Noch immer war sie unzufrieden und hätte gern noch mehr erfahren.
Zufrieden über ihre Reaktion wandte sich Severus erneut Lucius Ehefrau zu.
"Narzissa, du bist gekommen, um von mir Hilfe zu bekommen. Wofür benötigst du sie?", fragte er beherrschter, um sie nicht noch mehr aufzuregen.
Mit einem verzweifelten Blick sah Narzissa zu ihm auf. "Ja, deswegen bin ich gekommen. Ich … ich glaube, dass du der Einzige bist, der mir in meiner Situation helfen kann", sprach sie leise mit zitternder Stimme. Sie schloss ihre Augen und brauchte einen Moment, bis sie weiterreden konnte. "Der dunkle Lord hat mir verboten, darüber zu sprechen. Doch ich muss es tun", sagte sie flüsternd. Dies waren die Worte, die sie zu Hause geübt hatte, damit sie ihr Problem mit ihm besprechen konnte.
"Dann solltest du lieber deinen Mund halten. Du weißt doch, das Wort des Lords ist unser Gesetz. Behalte es für dich, wenn du nicht bestraft werden willst." Narzissa schnappte nach Luft, als hätte Severus ihr eine Ohrfeige erteilt. Sie starrte ihn entsetzt an und konnte nur noch mehr zittern.
"Siehst du, ich habe es dir gleich gesagt", mischte sich Bellatrix ein. "Sogar Snape lehnt es ab." Beruhigend legte sie eine Hand auf Narzissas Schulter und versuchte leise auf sie einzureden.
Inzwischen war Severus aufgestanden und zu dem kleinen Fenster gelaufen, damit er durch die Vorhänge nach draußen auf die leere Straße blicken konnte. Ihm gefiel diese ganze Unterhaltung nicht. Warum wandte sich Narzissa nicht an ihren Mann? Wusste dieser überhaupt, was seine Frau abends trieb, wenn sie allein war? Er warf den beiden Frauen einen skeptischen Blick zu.
"Zufällig weiß ich von dem Plan", sagte er mit ruhiger Stimme, während er sie ernst ansah. "Ich bin in dieses Geheimnis eingeweiht. Wenn ich es nicht gekannt hätte, dann hättest du dich eben des Verrats an unserem Lord schuldig gemacht."
"Ich ahnte, dass du davon wusstest. Siehst du, und deswegen bin ich hier. Du musst mir helfen, Severus. Er ist mein Sohn, mein einziger Sohn. Ich weiß, dass er sich mutig zeigen will, aber er ist doch erst sechzehn Jahre. Er ist noch ein Kind", beschwor sie ihn eindringlich. Severus war ihr letzter Strohhalm. Sie musste als Mutter um ihren Sohn kämpfen, der dabei war, eine große Dummheit zu begehen.
"Wenn es ihm gelingt, wird ihm eine sehr große Ehre zuteil werden. Eine, die ihm niemand nehmen kann." Seine Worte waren blanker Hohn. Lucius wäre sofort stolz auf Draco, doch seine Frau war anders. Sie war zwar auch auf Reichtum und Ansehen aus, aber sie war nicht so kalt, wie manche Menschen von ihr glaubten.
"Aber es wird ihm nicht gelingen!", weinte Narzissa, die sich nicht mehr beherrschen konnte. Severus drehte ihr den Rücken zu und seufzte. Das Gespräch hatte unwillkommene Wendung genommen. Er würde ihr nicht helfen können, das wusste er nur zu gut. Hinter ihm hörte er sie weinen und gab ihr ein paar Momente.
Doch diese Momente reichten aus, um sein Herz für diese Frau schlagen zu lassen. Er war zu weich.
Missmutig presste er seine Lippen zusammen und traf eine Entscheidung. Einen Augenblick ließ er sie weinen, dann drehte er sich entschlossen um.
"Er hat diesen Auftrag bekommen und wird ihn erfüllen. Mehr gibt es zu dieser Angelegenheit nicht zu sagen. Alles andere wäre eine Verschwörung gegen unseren Lord. Was auch immer du von mir wolltest, Narzissa, sprich es nicht aus. Denn wenn doch, dann werde ich dich melden müssen. Oder aber deine Schwester wird es tun. Also schweig besser. Ich ahne, was du erhofft hast, doch dem stimme ich nicht zu. Ich unternehme nichts, was deinen Sohn von seinem Auftrag abhält. Es wird Zeit, geht jetzt lieber. Wenn ihr noch länger wartet..."
"Wird Potter aus der Küche kommen?", schoss Bellatrix dazwischen.
Für diesen Einwurf schenkte Severus ihr nur einen flüchtigen Blick. "Nein. Auroren. ... Wenn ihr ihnen in die Arme laufen wollt, dann bleibt. Mir ist das egal", erwiderte er gelassen.
Erschrocken sah Narzissa zu ihm auf. Sie hatte den Wink verstanden. Schnell griff sie ihren Umhang und warf ihn über ihre schmalen Schultern.
"Entschuldige, Severus, ich hätte nicht kommen dürfen. Ich bin eine besorgte Mutter", sagte sie leise.
Severus nickte nur und brachte die beiden Hexen zur Tür. Während sie an ihm vorbei gingen, sprach er einen Zauber aus, der die Anwesenheit von Harry in seinem Haus verschleierte.
Sobald die Frauen sein Haus verlassen hatten, würden sie nur noch glauben, dass es Wurmschwanz gewesen wäre, der momentan bei ihm wohnte.
Er wartete noch, bis sie auf der Straße standen, erst danach verschloss er seine Haustür. Einen Moment blieb er stehen, schließlich seufzte er missmutig und drehte sich um, nur um dann in grüne Augen zuschauen, die ihn erwartungsvoll ansahen.
"Du wirst ihm dennoch helfen? Draco, meine ich", fragte Harry leise, der mit verschränkten Armen vor der Brust an der offenen Tür zur Küche lehnte.
"Wie viel konntest du von dem Gespräch hören?", fuhr Severus ihn ärgerlich an. Er wollte nicht, dass Harry mit in diese Intrige gezogen werden würde. Doch es war zu spät. Sein neugieriger Magier hatte wieder mal seine Lauscher aufgestellt. Er hätte es vorher wissen müssen!
"Nur das Letzte. Es war nicht meine Absicht. Ich wollte nur sagen, dass das Essen fertig ist. Da habe ich ein wenig mitbekommen. Ich weiß nicht, was Draco vorhat, aber er ist verzweifelt … Kommst du nun essen?", fragte er und stieß sich vom Türrahmen ab.
Mürrisch lief Severus auf ihn zu. Als er neben ihm stand, griff er grob nach dessen Kinn. "Du kleiner Lauscher, ich sollte dich über mein Knie legen und dir deinen nackten Hintern mit der Hand versohlen!", murmelte er mahnend, während er mit dem Daumen über Harrys Haut strich. Nur wenige Sekunden später nahm er seine Hand fort.
Harry zuckte mit den Schultern und ließ ihn vorbei.
Severus Blick fiel auf den Küchentisch, der für zwei Personen gedeckt war. Es war das erste Mal, dass jemand so etwas für ihn tat. Beinahe könnte er sich daran gewöhnen.
"Das riecht wirklich gut", sagte er schließlich und setzte sich an den Tisch.
Harry folgte seinem Beispiel. Wenige Sekunden später aßen sie schweigend ihre heiße Speckpfanne. Allerdings nahm die Spannung zwischen ihnen merklich zu, sodass Severus nach einer Weile mit den Fingern schnipste und zwei Gläser mit dunkelrotem Wein herbei zauberte. "Zu einem guten Essen sollte ein passender Wein nicht fehlen", meinte er lächelnd und hob sein Glas. Er hielt es eine Weile in der Hand, bis Harry seinem Beispiel folgte. "Darauf, dass der Lord noch länger lebt!", sagte er provozierend.
Erschrocken starrte Harry ihn an, dann nickte er verstehend. "Darauf, dass er mich noch viel länger in Ruhe lässt. Und auch, dass der Brief ein Irrtum ist", fügte er grimmiger hinzu.
"Warum möchtest du das?" Severus hob eine Augenbraue und sah ihn misstrauisch an.
Sollte er womöglich bereits etwas ahnen? Er hoffte es nicht, denn bisher hatte er noch keinen richtigen Spaß mit ihm gehabt. Er stellte sich vor, es wäre erregend, wenn er diesen Burschen zu seinem Geschenk machte. Vor allem jetzt, wo er seinen speziellen dunkelroten Wein trinken sollte.
Mental sah er ihn bereits nackt vor sich liegen und hingebungsvoll zu ihm aufblicken. Ihm war egal, dass der Magier noch nicht volljährig war; oder er durch sein Vorhaben seine Arbeit verlieren konnte. Er wollte ihm seinen Stempel aufdrücken. Ihn markieren und für alle Zeit brandmarken, damit er wusste, wem er danach gehörte. Es waren hitzige und leidenschaftliche Gedanken, die er schon bald in die Tat umsetzen wollte.
"Weil hier einfach zu viele von euch Todessern ein und aus gehen! Der Brief muss demnach gefälscht sein. Oder etwa nicht?", antwortete Harry und sah ihn hoffnungsvoll an.
Einen Moment lang senkte sich abermals eine bleischwere Stille über sie. Keiner wollte etwas dazu sagen, denn das Thema berührte sie und das mit unterschiedlichen Gefühlen.
"Wie auch immer … wenn sich Wein zu lange in einem offenen Glas befindet, wird er nur warm", murmelte er und nahm den ersten Schluck, um sich abzulenken.
Gleich darauf spürte er eine seltsame Schwere in seinem Körper aufsteigen. Aber auch, wie es von innen heraus warm wurde. So enorm, dass er irritiert auf sein Glas starrte. "Wow, der ist wirklich …", keuchte er und kostete gleich noch einmal, falls es nur Einbildung war.
"Trinke ihn langsam. Zu viel davon und du wirst betrunken", warnte Snape.
In Gedanken dachte er jedoch: 'Ja, trink und verliere dich an mich. Lass dich gehen und gehöre nur noch mir!'
Er unterlegte diese Worte mit einem nonverbalen Zauber. Allein die Vorstellung, der unerfahrene Magier könnte genügend von diesem dunkelrotem Wein trinken, um ihm später zu Willen zu sein, erregte ihn. Er selbst nippte nur von dem Wein, der ein Aphrodisiakum enthielt. Je mehr man davon trank, umso leidenschaftlicher wurde der Genießer seines speziellen dunkelroten Weines.
Harry sah zu ihm hin und gewahrte, dass er noch nicht viel getrunken hatte. Sein Professor hielt sein Glas nur zwischen den Fingern und drehte es ab und an.
"Ich merke die Wirkung bereits. Es ist ein schwerer, süßer Rotwein. Aber er schmeckt wirklich verdammt gut. Ich habe noch nie viel Wein getrunken", gab er offen zu und nahm noch einen Schluck. Vor allem aber war dieser Wein verflucht süffig. Genüsslich leckte er sich mit der Zungenspitze über seine Lippen und hob dabei den Blick, um ihn abermals anzusehen. Hierbei gewahrte, dass er von den nachtschwarzen Augen beobachtet wurde.
"Was ist?", fragte er, da er nicht verstand, weswegen er von ihm angestarrt wurde. Fragend hob er eine Augenbraue, während er da Glas zu seinen Lippen führte und einen kleinen Schluck daraus trank.
"Ach, es ist nichts. Mir ging soeben dieser unselige Brief durch den Sinn. Lucius wird ihn nach Weihnachten beim Ministerium überprüfen lassen, ob er tatsächlich echt ist. Ich konnte jedenfalls nicht erkennen, dass er eine Fälschung wäre. Von wem hast du ihn bekommen?", hakte Severus nach, um ihn abzulenken, damit er noch mehr von seinem Wein trank.
"Er wurde mir mit einer Eule zugestellt. So eine, womit auch all die anderen Briefe vom Ministerium übermittelt werden. Als ich ihn gelesen habe, bin ich sofort zu Professor Dumbledore. Aber irgendwie hatte der Mann keine Zeit … na ja, und dann warst du da", erzählte Harry seufzend und nahm noch einen Schluck.
Irritiert stellte er fest, dass er längst sein Glas geleert hatte. Bedauernd sah er hinein, dann stellte er es auf den Tisch zurück. Er hätte gern noch mehr getrunken. Ein wenig mehr.
Noch während er auf das leere Glas unglücklich starrte, füllte es sich ein weiteres Mal. Prompt sah er lächelnd zu seinem Professor, der daraufhin wissend schmunzelte.
"Normalerweise biete ich einem jungen Magier keinen Wein an. Aber es ist Weihnachten, aus diesem Grund genieße ihn", sagte Severus und nippte abermals nur ein wenig an seinem eigenen Glas.
"Das werde ich." Harry jedoch langte nochmals zu und trank einen großen Schluck.
Seine Ängste fielen von ihm und er fühlte sich momentan von jeglicher Last befreit. Ihm war egal, wer mit ihm am Tisch saß, denn ihm ging es zum ersten Mal richtig gut. Keine quälenden Kopfschmerzen. Kein Ziepen in der Narbe, die eine mentale Verbindung zu Voldemort war. Als er das zweite Glas nahezu ausgetrunken hatte, sprach Severus ihn erneut an.
"Du weißt also, dass Draco dem Lord dient?"
"Ja", antwortete Harry und kicherte, als er das Glas hinstellte und es beinahe dabei umgekippt wäre. "Sorry, aber ich glaube, der Wein war doch schon zu viel." Bedauernd sah er ihn an, der ebenfalls das Glas auf den Tisch gestellt hatte.
"Seit wann weiß du es?", hakte Severus weiter, der ihn noch eine Weile aushorchen wollte. Außerdem hatte er das Gefühl, dass sein junger Gast noch lange nicht genug für das hatte, was er schon bald mit ihm machen wollte.
"Seit … hmm, mal überlegen? Seit der Nokturngasse, bevor wir nach Hogwarts abgefahren sind. Mir doch egal, wem er 'dient'. Er ist eh ein Pisser und bringt's nicht. ... Ups, das hätte ich jetzt vermutlich nicht sagen sollen?" Harry senkte seinen Blick und musste ein weiteres Glucksen unterdrücken. Dann, als er erneut aufschaute, starrte er in schwarze Augen, die ihn auf einmal magisch anzogen.
Unvermittelt verschwamm Severus Küche und er musste an die Nokturngasse denken, wie er Draco beobachtet hatte. Und auch die anderen Male, als er ihm hinterher spioniert hatte. Er wusste einiges, aber nicht den Grund, weshalb Malfoy so seltsam handelte. Er hatte sogar mit Dumbledore darüber gesprochen. Doch dieser wiegelte ihn nur ab. Nun ja, was soll's.
Plötzlich wurde die Küche wieder sichtbar und er starrte Severus verwirrt an.
"Ich geh nach oben, bevor ich noch etwas Törichtes tue", murmelte er und erhob sich von seinem Platz.
Gerade, als er neben seinem Professor stand, wurde er unvermittelt am Oberarm gepackt. Verwundert von dieser Aktion geriet er ins Taumeln. Da er ohnehin sichtlich Mühe hatte, sich auf seinen eigenen Beinen zu halten, schwankte er und taumelte er mit überraschtem Aufschrei zur Seite. Es vergingen nur Sekunden, dann saß er verdattert mit seinem Hintern auf Snapes Schoß.
"Vorsicht, Harry", raunte er leise und genoss für den Augenblick, wie sich der Magier auf seinen Beinen anfühlte. Er rechnete damit, dass er jeden Moment aufsprang. Doch das tat er nicht. Vielmehr kippte er nach vorn und stützte sich mit dem Kopf an seiner Schulter ab.
"Es war wohl doch zu viel Wein." Severus hob seine Hand und griff nach dessen Kinn, mit dem Ziel, das er ihn anzusehen. 'Hat er wirklich schon zu viel?'
Sein Blick ruhte auf die roten Lippen, die sicherlich vom Wein noch süß schmeckten. Eh er sich es anders überlegte, neigte er sich vor und küsste ihn. Einige Sekunden genoss er den Hautkontakt, hörte ein sinnliches Stöhnen und spüre die Hände auf seine Schultern.
Der Moment ging vorüber und Harry schreckte zurück. Doch da hatte er ihm schon eine Hand im Nacken geschoben und hielt ihn fest.
"Halt still", fügte Severus mit rauer Stimme hinzu und drang gleich darauf mit seiner Zunge in den jungen Mund ein.
Ein Kribbeln durchfuhr seinen Körper und erregte ihn so heftig, sodass sein Geschlecht vor unerfülltem Verlangen zuckte. Der sanfte Kuss wurde enthemmter und leidenschaftlicher. Severus konnte nicht genug bekommen.
In diesem Moment verfluchte er, dass er so lange auf diesen Magier gewartet hatte. Ein betrunkener Bengel, der es sich gefallen ließ, von ihm geküsst zu werden. Sich nun sogar in den Kuss lehnte und erregt stöhnte. 'Stöhnte?'
Überrascht, aber auch erfreut schaute er Harry an und bemerkte erst jetzt, dass er die Augen geschlossen hatte. Seine Hand wanderte prüfend nach unten und traf dort auf eine Erektion. Mental lachte er, denn mit seinem Kuss hatte er etwas geweckt, dass er absolut nicht für möglich gehalten hatte. Genüsslich betrachte er sein 'Mündel', wie er mit roten Wangen auf seinem Schoß saß und verlegen dreinschaute.
"Komm, ich bring dich ins Bett", bot er ihm an.
"Danke, Professor", sagte Harry flüsternd und erhob sich taumelnd von seinem Schoß.
Severus folgte ihm rasch, um ihn festzuhalten. Er hatte ihm doch zu viel von seinem speziellen Wein gegeben. Etwas, das er am nächsten Abend sicher ändern würde. Er schob ihn durch den Flur und schließlich die Treppe hinauf.
Im Zimmer angekommen, blieb Harry ohne Vorwarnung stehen.
Da er nicht damit gerechnet hatte, prallte gegen seinen Rücken. Rasch hob er seine Hände und hielt ihn fest, da er beinahe nach vorn gestolpert wäre.
"Warum bleibst du stehen?", erkundigte er sich, während er ihn an sich heranzog.
"Äh, naja ...", murmelte Harry unsicher und drehte sich in der Umarmung um. Abermals sah er in die schwarzen Augen, die ihm momentan so sehr gefielen. Nur wenig Sekunden später neigte er sich vor.
Nun war er es, der den Mann küsste und sich begehrend an ihn drängte. Ihn zurückhaltend berührte und gedämpft brummte, wenn Severus seine Hände auf seinem Körper bewegte. Er achtete nur auf den Kuss und war überrascht, als er plötzlich mit seinen Waden ans Bett stieß und hinein geschupst wurde.
Verwundert schaute er auf den Mann, der vor ihm stand. Beinahe drohend vor ihm stand. Doch Harry leckte sich wiederholt seine Lippen und hob eine Hand. "Willst du weitergehen?", fragte er verlegen, bittend aber auch versprechend.
"Würdest du mich denn lassen?", konterte Severus überrascht von dem Angebot und betrachtete ihn mit seinen schwarzen Augen, die einen merkwürdigen Glanz bekommen hatten. Harrys Erregung war deutlich unter seiner Hand zu spüren gewesen, als er sich dagegen drängte.
"Ja", flüsterte Harry zustimmend und wanderte mit seiner Hand hinab, bis er sich selbst erregt berührte.
Eine Weile sah Severus ihm zu, schließlich setzte er sich neben ihm hin und hielt die streichelnde Hand fest. Drückte gegen die harte Erektion und ließ ihn vor unerfülltem Verlangen wimmern.
"Bitte tu etwas. Irgendetwas, aber …", bat er und stöhnte, als er eine feste Hand auf seinem Geschlecht fühlte.
Noch während Severus ihm in die Augen sah, öffnete er ihm die Hose und befreite die eingeengte Erektion. Kaum war sie befreit umschloss er sie mit seinen Fingern.
Stöhnend neigte Harry seinen Kopf nach hinten und hob außerdem sein Becken an. Flüsterte sogar Snapes Vornamen und krallte sich im Laken fest.
Einen Moment ließ Severus ihn zappeln. Genoss seine Bewegungen, bis er sich runterbeugte und ihn begehrlich küsste. Währenddessen rieb seine Hand das harte Geschlecht. Nebenbei wurde sein Kuss leidenschaftlicher. Mit der Zunge neckte er ihn. Immer und immer wieder. Dann wurde es ihm zu quälend. Er zog sich zurück und zerrte Harrys Hand an seine eigene Erektion.
"Berühr mich!", wies er ihn sanft an.
Harry brauchte keine weitere Aufforderung und tat, wie ihm befohlen. Erst berührte er ihn, in dem seine Hand über den Stoff rieb, danach wurde er mutiger und öffnete die Hose, während sein Professor ihm geduldig zuschaute.
Nur wenig später hatte er es geschafft und umschloss mit seinen Fingern etwas, wovon er in der Kutsche geträumt hatte. Doch er wollte es nicht nur mit der Hand berühren. Darum beugte er sich tiefer und öffnete seinen Mund. Mit einem langgezogenen Stöhnen stülpte er sich darüber und genoss, wie seine Zunge die warme samtige Haut berührte.
Überrascht hob Severus eine Augenbraue und neigte sich zurück, um ihn besser zu beobachten. Zu sehen, wer ihn auf diese Weise verführte, schürte sein Verlangen so sehr, dass er bereits nach einigen Minuten einen nahenden Höhepunkt verspürte. Einen, den er nicht unterdrücken wollte. So ließ er zu, dass Harry ganze Arbeit leisten konnte. Erst danach zog er ihn zu sich herauf und küsste ihn, wobei er sich selbst schmeckte.
"Nicht schlecht", raunte er anerkennend und wanderte mit der Hand hinunter, um ihm ebenfalls diesen Dienst zu erweisen. Abermals umschlossen seine Finger einen strammen Prügel. Mit dem Daumen verteilte er das Sekret auf der Eichel und schürte sein Begehren.
"Lass dich gehen, Magier", flüsterte er und küsst ihn sanft auf den Mund. "Ja, weiter", fügte er hinzu, als er sein Stöhnen hörte. Einer inneren Eingebung folgend, zog er sich zurück, drückte ihn aufs Laken und kniete zwischen seinen Beinen. Mit einem letzten Blick in das junge Gesicht senkte er seinen Kopf und öffnete seinen Mund.
Nun war er es der stöhnte, als er ihn mit der Zunge leckte. Dieses Mal dauerte es nicht lange und er schmeckte seinen Samen. Zufrieden zog er sich zurück und wischte sich den Mund ab, während er ihn ansah. "Du bist wirklich sehr sensitiv."
"Entschuldigung", stotterte Harry mit hochrotem Gesicht, als er gewahrte, wie sein Professor sich den Mund abwischte. Er schluckte benommen, als er beobachtete, wie er aufstand und seine Hose wortlos verschloss.
"Schlaf jetzt", sagte Severus und verließ das Zimmer. Behutsam wurde die Tür ins Schloss gedrückt.
"Ja, Professor." Halb entblößt blieb Harry zurück, zerrte sich seine Sachen vom Leib und kroch wenig später unter die warme Decke. Seine Sinne waren vom Wein berauscht, aber er wusste, was er eben gemacht hatte.
Sein Herz schlug bei diesem Gedanken wild. Er war zu weit gegangen. So etwas hätte eben auf keinen Fall passieren dürfen. Aber das war es. Erschöpft vom Wein und dem berauschenden Liebesspiel schloss er seine Augenlider und ließ sich von Morpheus in die Tiefe ziehen.
Vor der Tür lehnte Severus an der Wand und hatte ebenfalls seine Augen geschlossen. "Verdammt, das war eindeutig zu schnell gewesen. Viel zu schnell! Aber wer konnte denn auch ahnen, dass zwei Gläser Wein genügen?", murmelte er grimmig und war auf sich selbst wütend. Er rief sich noch einmal die leidenschaftlichsten Berührungen in Erinnerung und musste schlussendlich doch schmunzeln.
"Ich hätte niemals geglaubt, dass er so etwas mag. Bis jetzt habe ich angenommen, dass er mit dieser kleinen Weasleygöre zusammen ist. ... Nun ja, so kann man sich täuschen. Pech für die Göre, Glück für mich!", lachte er leise.
Einen Moment stand er noch, danach lief er zu seinem Zimmer. Er brauchte dringend Ruhe. Besser noch, eine erholsame Dusche, um den Tag abzuschließen.
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