Er stand auf dem Hügel und sah durch sein Fernglas. Die Digitalziffern
gaben die Verstärkung und die Entfernung an. Die Russen hatten irgendetwas
vor, aber er wußte nicht was. Hier tief in China, mitten im Kriegsgebiet
bereiteten sie eine Maschiene vor, von der weder der CIA noch die NSA etwas
wußten. Er fluchte leise. Dieser Krieg wurde immer schlimmer. Erst hatte
der Vietnamkrieg vor dreißig Jahren auf Kambodia übergegriffen, dann auf
Tailand und auf Laos, um dann etwa um 1980 China zu erreichen. Damals war
der Südostasienkrieg längst zu einem dritten Weltkrieg geworden. Die USA
hatten sich die Hilfe ihrer NATO Partner gehohlt und die Kommunisten die
Hilfe des Warschauer Paktes.
Aber was das schlimmste war, die Waffensysteme in diesem Krieg wurden immer
ausgefeilter. Taktische Kernsprengköpfe im Bereich von einigen hundert
Tonnen Sprengkraft, Railguns, Partikelstrahlwaffen, ja selbst
übernatürliche Phänomene. In dem Bereich waren die Russen bis vor sechs
Jahren führend. Sie besaßen die Möglichkeiten Dämonen einzusetzen und mit
ihrem kleinen Corps von Para's, parapsychische Begabungen, die durch
Medikamente und Chemikalien aktiviert wurden.
Dann kam das Corps, das US Marine Corps, auf die Idee eine Spezialeinheit
zu gründen, um den Para's und den Dämonen auf den Pelz zu rücken. Sie
hatten es geschafft bei einigen Indianerstämmen Medizinmänner und Shamanen
aufzutreiben und sie dazu gebracht die Mitglieder auszubilden. Aber nicht
nur die Indianer hatten die Einheit ausgebildet, auch er selbst und ein
alter Freund, beide gebürtige Japaner und, wie hatte es ein General einmal
ausgedrückt?, ‚Overpoverd Martial Artists'. Und sie stammten nicht mal aus
diesem Universum.
Captain Ranma Saotome seufzte. Fast Zwanzig Jahre war es jetzt her, daß
sein Vater diesen verfluchten Wunsch ausgesprochen hatte, der von einer
Affenwunschhand, oder so ähnlich, gewährt wurde. ‚Mach meinen Sohn zu einem
wahren Kämpfer und Mann,' hatte er gesagt. Ryoga Hibiki war dabei
mitgerissen worden. Und jetzt war er seit zwanzig Jahren ein Marine, der
unzählige Feuergefechte, Bombenabwürfe und Dämonenangriffe überlebt hatte.
„Und, Chief?" fragte Master Sergeant Ryoga Hibiki.
Ranma wußte nicht mehr genau wann er diesen Nickname aufgeschnappt hatte,
aber er passte irgendwie. Er schüttelte den Kopf.
„Bisher.."
Er sprach nicht weiter als in dem Lager der Russen etwas passierte. Er
meinte das Aufheulen der zwei Generatoren zu höhren, die auf zwei
Tiefladern standen. Mit schwarzen Begleiterscheinungen baute sich eine Art
Portal auf und stabilisierte sich. Aber niemand davor machte Anstalten es
zu betreten.
„Scheiße!" fluchte er, nahm das Fernglas von den Augen und drehte sich zu
seinem kleinen Sechsmanntrupp um," wir gehen rein."
Damit sprang er auf die Ladefläche des offenen Hummer und positionierte
sich hinter der kombinierten Gatling und Railgun. Ryoga sprang seinerseits
auf den Beifahrersitz und umgriff sein M2.
„Los geht's!" schrie er.
Spirit Warriors
Von Awarringer
Die Sailor Senshi standen auf verlohrenem Posten gegen diesen Dämon. Er war
einfach zu stark. Bisher hatte ihn kein Angriff auch nur angekratzt.
Der Dämon war etwa drei Meter groß und bestand einfach nur aus einer
Vielzahl von Tentakeln. Anders als alle anderen Gegner, die wenigstens
entfernt menschlich und fast immer weiblich gewesen waren.
Merkur versuchte nun seit mehr als zehn Minuten die Schwachstelle des Dämon
zu finden und der ganze Rest der Senshi versuchten ihn zu verletzten oder
wenigstens zu binden. Aber es wurde immer schwerer. Die Angriffe des Dämons
waren Kalziumsplitter, ähnlich wie Knochen, die einige sehr schmerzhafte
Verletzungen verursachten, und eine Art Plasmaentladung, die selbst Beton
zum schmelzen brachte.
Wie gesagt. Die Senshi standen auf verlohrenem Posten. Grade eben war
Saturn von einer ganzen Ladung der Splitter getroffen worden, lag bewustlos
auf einem Autowrack und blutete aus mehrern Wunden. Pluto war es ähnlich
gegangen. Eine Plasmaentladung war einem Meter an ihr vorbei gegangen,
hatte aber immer noch starke Verbrennungen hervorgerufen. Und alle anderen
hatten Schnitte und Schürfwunden am ganzen Körper.
Mit einem Mal erfasste Merkur's Computer eine Energieentladung unbekannter
Art, wie schon einmal fünf Minuten früher. Dann raste ein offener Hummer um
eine Ecke, rammte den Dämon und blieb nach einer 270-Grad-Drehung stehen.
„Go, go, go," schrie ein Mann, hinter einer auf der Ladefläche montierten
Waffe.
Der Mann begann weißlich zu leuchten und die Waffe wurde von dem Leuchten
erfasst. Die sechs Läufe einer 20mm Gatling begannen zu rotieren und dann
schoßen weiße Leuchtstreifen, die einzelnen 20mm Geschosse, auf den Dämon
zu, der von den treffenden Projektilen zurückgeschleudert wurde.
Vier Männer waren unterdessen von dem amerikanischen Geländewagen
gesprungen und drei von ihnen waren hinter Motorhauben und Betonstücken in
Deckung gegangen. Der vierte Mann stand unbewaffnet vor neben dem Hummer.
Die drei Männer in den Deckungen brachten Maschinengewehre zum Anschlag und
eröffneten das Feuer, während der andere Mann ebenfalls das Feuer
eröffnete, wortwörtlich. Vor ihm formten sich Feuerbälle, die kurze Zeit
später in den Dämon einschlugen.
Der Kampf war relativ kurz. Der Dämon wurde von 20mm und Kaliber .50 und
7,65-Projektilen zurückgeworfen und löste sich durch dieses Dauerfeuer
regelrecht in seine Bestandteile auf, während die Feuerbälle dafür sorgten,
daß diese Stücke und auch Teile des eigentlichen Dämons verbrannten. Nach
nur einer Minute war der Dämon nur noch ein Häufchen Asche, das von einer
leichten Brise verweht wurde.
„Helft den Mädchen," schrie der Mann hinter der Gatling.
Während die Senshi, die bei Bewustsein waren, bisher in einer Art
Schockzustand verharrten, bemerkten sie jetzt er was es für Männer waren.
Merkur erkannte, daß es sich bei fünf der Männer um US Marines handelte,
den sechsten konnte sie nicht einordnen. Der Mann hinter dem Gatling hatte
die Rangabzeichen eines Captain, während der Mann, der jetzt, mit einem
Browning M2, auf sie zu kam, ein Master Sergeant war. Und sie bemerkte daß
der Master Sergeant das M2 mit einer Hand trug.
„Wie geht es ihnen, Ma'am?" fragte der Mann.
„Mir..mir geht es gut," sagte Merkur zögernd, um dann ertwas selbst
sicherer zu fragen: „ Wer sind sie?"
Der Mann lächelte.
„Master Sergeant Ryoga Hibiki, Unites States Marine Corps, Spezialeinheit
‚Spirit Warriors'. Und sie, Ma'am?"
„Sailor Merkur."
Sergeant Hibiki hob erst eine Augenbraue, um dann aufzulachen. Er drehte
der Kopf leicht zu Seite, ohne daß seine Augen Merkur's Gesicht verließen.
„Yo, Chief! Komm mal eben her!"
Der Captain, der bisher die Umgebung aufmerksam beobachtet hatte, sprang
von der Ladefläche und kam auf sie zu. Der Mann, den Merkur nicht einordnen
konnte und der ebenfalls die Umgebung beobachtete, folgte ihm.
„Was gibt es, Pig-Boy."
Hibiki verzog das Gesicht leicht.
„Rate mal wen wir hier haben, Chief."
„Spann mich nicht auf die Folter, P-Chan."
Hibiki starrte ihn kurz an, um dann leicht den Kopf zu schütteln.
„Sailor Merkur. Diese Mädchen sind die Sailor Senshi."
Schock war deutlich auf dem Gesicht des Captains zu erkennen, während der
andere Mann leicht verstöhrt wirkte.
„Holy Shit."
Er lachte plötzlich auf und schlug Hibiki auf den Rücken.
„Überlaß es den Russen unser Heimatuniversum zu finden," sagte er und
drehte sich dann zu Merkur um, immernoch das Lächeln im Gesicht," Captain
Ranma Saotome, Unites States Marine Corps, Spezialeinheit ‚Spirit
Warriors'."
Der andere Mann folgte dem Bespiel.
„Pavel Kirov, Spezialeinheit ‚Spirit Warriors', ehemals KGB," sagte er mit
einem schweren russischen Akzent.
„Wie haben sie diese Feuer..." fragte Merkur und wurde sofort von Kirov
unterbrochen.
„Ich bin ein Firestarter, der sogenannter Pyro. Eine parapsychische
Fähigkeit. Ich..."
„Chief!" wurde Kirov von einem Schrei unterbochen.
Der Schrei kam von einem Marine, der neben einer schwerverletzten und
bandagierten Saturn stand. Alle vier sprinteten zu ihm, während sich die
anderen ebenfalls um ihn sammelten.
„Was ist, J.J.?" fragte Ranma besorgt und sah dabei Saturn an.
J.J. sah sie ebenfalls an.
„Sie muß so schnell wie möglich in ein Lazarett oder ein Krankenhaus.
Mehrere Dutzend Punktionswunden von soetwas wie Knochensplittern, die ich
nicht entfernen kann."
Er schoß die Augen.
„Und sie hat eine Menge Blut verlohren, das wir nicht ersetzten können.
Mehrere gebrochene Rippen, eine punktierte Lunge und Niere. Sie muß so
schnell wie möglich behandelt werden."
Ranma sah zu Pluto herüber, die ihn anstarrte, während sie von einem
anderen Marine gestützt wurde. Er deutete auf sie.
„Was ist mit ihr?"
J.J. warf einen Blick auf sie.
„Plasmabrandwunden ersten und zweiten Grades am rechten Arm und der rechten
Seite. Vier gerochene Rippen, rechter Oberarm an zwei Stellen sauber
gebrochen, ein Riß in der Milz und der Leber. Und...Oh Shit!"
Er drehte sich wieder zu Saturn um und bekam große Augen.
„Das habe ich ganz Übersehen!" sagte er leicht panisch," Die rechte
Herzkammer wurde von einem der Splitter punktiert."
Er drehte sich zu dem Mann um, der Pluto stützte.
„Nose, ich brauche dich für eine Direkttransfusion. Du bist der einzige
hier der AB positiv hat."
Nose nickte, setzte Pluto vorsichtig auf den Boden, rollte den rechten
Ärmel hoch und ging zu J.J. zu, der die Transfusion vorbereitete.
„Tank, Sarge, bringt Saturn auf den Wagen."
Der Sechste der ‚Spirit Warriors' und Ryoga griffen nach einer Trage, die
auf der Ladefläche des Hummers lag und hoben Saturn langsam darauf, um sie
dann auf den Ladefläche des Wagens zu bringen.
Markur sah Ranma mit großen Augen an.
„Wie hat er..."
„Wir sind bei einem unserer ersten Einsätze vor elf Jahre mit einer
Chemikalie in Berührung gekommen, die bei uns latente Parapsychische
Fähigkeiten aktivier hat. J.J. hat so eine Art medizinischen Röntgenblick.
Er braucht nur jemanden Ansehen und er weiß was ihm fehlt."
Tank kam inzwischen auf sie zu.
„Wir können."
Ranma nickte.
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