New Dragon Prolog

"Moko Takabisha," schrie Ranma und schleuderte Saffron einen großen Ki-Ball entgegen. Der Semi-Phönix-Gott wurde voll getroffen und in die nächste Wand geschleudert, wo er einige Sekunden Geschockt hängen bleib.

Diese Sekunden reichten Ranma aus, um zu Akane zu rennen. Er starrte für einige Sekunden auf ihre, von Saffron fast ausgesaugte, Gestalt. Auf irgendeine Weise hatte er es geschafft große Mengen ihres Ki abzusaugen. Sie hatte grade genug Lebensenergie, um die nächsten vielleicht zehn Minuten zu überleben. Aber Ranma konnte ihr etwas von seinem Ki geben. Er beugte sich zu ihr herab und wollte etwas von seinem Ki übertragen, als sein sechster Sinn, der für Gefahr, ihn wie wild alarmierte. Es war aber schon zu spät. Eine Faust des Phönix-Gottes bekam Kontakt mit seiner Seite und schleuderte ihn quer durch die Höhle. Völlig überrascht blieb Ranma auf dem Boden kneien, wobei er sich mit einer Hand die Seite hielt.

"Wenn du sie retten willst mußt du zuerst durch mich durch," sagte Saffron.

Als ihn Ranma ihn ansah, konnte er ein dämonisches Grinsen erkennen.

"Du hast noch neun Minuten."

Mit einem Mal schlug eine Welle von Emotionen über Ranma zusammen. Wut, Haß, Hoffnung, Verzweiflung, Panik, und sagar ein wenig Angst. Ranma sah sich einer extrem starken emotionalen Streßsituation ausgesetzt. Verschiedenste Streßhormone fluteten seinen Körper. Zusammen mit dem hohen Adrenalinspiegel sogrten sie für einen Vorgang, der extrem selten stattfand, statistisch gesehen vielleicht alle dreihundert Jahre einmal. In Ranma wurden natürliche Barrieren gesprengt, die sich um ein uraltes genetisches Erbe, aufgebaut hatten. Fähigkeiten, die bisher geschlafen hatten, erwachten. Ranma erwachte nach siebzehn Jahren entgültig.

Als Saffron spührte, wie Ranma's Ki-Aura schlagartig um einige Zehnerpotenzen an Stärke gewann, blickte er ihm in die Augen. Saffron konnte erkennen, wie die blauen Augen ihre ursprüngliche Farbe verlohren und goldgelb wurden.

Gleichzeitig zog sich die Öffnug der Iris in die Länge, bis sie zu einem Schlitz geworden war. Auf Ranma's Rücken zeriss das Hemd und ein paar lederiger, brauner Schwingen breitete sich aus.

"Oh, Shit," war das letzte was Saffron sagen konnte," ich hab ihn unterschätzt." "ICH BRINGE DICH UM!" schrie Ranma mit voller Lautstärke.

Seine Augen blitzten auf und er stürzte sich auf Saffron. Saffron konnte sich grade noch aus Ranma's Flugbahn ausweichen und Ranma segelte an ihm vorbei. Als hätte Ranma die Schwingen schon immer besessen, zog er hoch und ging in eine Kurve.

Ranma blieb auf dem Scheitelpunkt der Bahn in der Luft hängen und seine Ki- Aura flammte zu ihrer vollen neuen Stärke auf. Dabei änderte sie ihre Farbe von Blau auf ein tiefes Rot. Ranma riß die Hände nach vorn und von seinen Händen brach ein stetiger tiefroter Ki-Strahl, der Saffron in die Brust schlug und ihn regelrecht pulverisierte. Aus den Überresten bildete sich ein Ei, das auf den Boden stürtzte.

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In Hennen, einer 7000-Seelen Gemeinde südlich von Dortmund, in Deutschland, blickte ein junger Mann von seiner Arbeit als zu hause arbeitender Programmierer auf. Neben ihm materialisierte sich ein katzengroßes Wesen, das einem verkleinerten westlichen Drachen sehr ähnlich sah. Der Mann streichelte dem Drake über den Kopf, der damit mit einem katzenähnlichen Schurren antwortete.

"Es ist wieder einer erwacht."

Der Mann stand auf und man konnte jetzt seine volle Größe von zwei Metern und drei Zentimetern erkennen. Er war nicht unbedingt sehr muskulös und nur durchschnittlich attraktiv. Er hatte schmutzig blonde Haare und graubraune Augen. In seinem Gesicht wuchs ein relativ kurzer, geflegter Bart und mehrere Bartstoppeln, dort wo er normal den Bart komplett rasierte. Er rückte seine Brille zurecht.

"Ich schätze ich muß mich um ihn kümmern und ihm helfen, sich einzugewöhnen. Wenn mich nicht alles täuscht, muß ich nach Japan."

Damit ging er von seinem Arbeitszimmer in die Küche, öffnete den Kühlschrank und hohlte eine Dose Cola heraus. Nur um sich danach wieder vor seinen Rechner zu setzen und eine Flugreise nach Tokio zu buchen, während er in der anderen Hand einen Telefonhörer hielt.

"Simmel? - Ja, ich bin's. Kannst du mir wohl einen Gefallen tun?"

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In einem anderen Teil der Welt, irgendwo im Bereich von St. Petersburg saß ein Mann in einem stockfinsteren Raum, teilweise angestrahlt von einem einzelnen Spot in einer klassischen 'Gendo Ikari'-Pose hinter einem Tisch. Mann konnte nur sehr wenig von seinem Gesicht erkennen, aber eines der am besten zu erkennenden Merkmale des Mannes war eine rote Haarsträhne, die einen völligen Kontrast zu den sonst schwarzen Haaren darstellte, sowie seine ganz klar russische Herkunft.

Vor dem Tisch, stand ein anderer Mann, steif wie ein Brett, im Lichtkegel eines zweiten Spots. Er hatte braune Haare mit einer blauen Haaresträhne. In seinem Gesicht war etwas Angst und eine große Menge Respekt gegenüber dem Mann hinter dem Tisch.

"Du hast es gespührt, Tomson" sagte der Mann hinter dem Tisch," Ich will diesen Goldenen haben. Finde ihn und bring ihn her."

Tomson, der Mann vor dem Tisch, salutierte.

"Jawohl, mein Herzog."

Damit drehte er sich um und verließ den Raum. Als hätte es ein eventueller äußerer Beobachter geahnt, beschien die kurz geöffnete Tür einen weiteren Körper. Kaum hatte sich die Tür wieder geschlossen, bewegte sich die dritte Person teilweise in den Lichtkegel des Spots vor dem Tisch. Es war eindeutig eine dunkelhäutige Frau. Sie drehte ihren Kopf zu dem Mann hinter dem Tisch. In ihren Haaren war eine silberblonde Strähne.

"Soll ich ihn überwachen?" fragte sie.

Der Mann hinter dem Tisch nickte, wobei er bisher in seiner gesamten Haltung und Reaktion 'Gendo Ikari' glich.

"Er ist in letzter Zeit zu unzuverlässig. Wenn er sich nicht an meine Anweisung hält, eliminiere ihn."

Die Frau lächelte etwas und nickte.

"Mit Vergnügen, Herzog Romanow."

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New Dragon Kapitel 1

AWarringer

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Nagita Airport, Tokio, Flugsteig C

21. August 2002, 7.30 Uhr Ortszeit

Ein junger Mann, etwa dreiundzwanzig Jahre alt und 203 Zentimeter groß, stand vor dem Zollschalter. Die Zollbeamte lächelte ihn, wie es ihr Job war, an.

"Wie lange bleiben sie in Japan, Mister Schneider?" fragte sie auf Englisch. "Ich weiß noch nicht so recht. Hängt davon ab, ob ich meine Geschäfte schnell erledige."

Die Zollbeamte gab ihm seinen Pass zurück, während der Mann seine Reisetasche ergriff.

"Einen guten Aufenthalt in Japan." "Vielen Dank."

Als sich der Mann umdreht kann man ihn besser erkennen. Er war nicht unbedingt sehr muskulös und nur durchschnittlich attraktiv. Das Gesicht war eindeutig europäisch. Er hatte schmutzig blonde Haare und graubraune Augen. In seinem Gesicht wuchs ein relativ kurzer, geflegter Bart und mehrere Bartstoppeln, dort wo er normal den Bart komplett rasierte. Auf seiner Nase hatte er ein relativ normales Titan-Brillengestell mit relativ dünnen Kunststoffgläsern.

Er ging durch das Terminal und auf den U-Bahnhof zu. Mit einem geschulten Blick sah er auf den, für Uneingeweite verwirrenden U-Bahnplan. Entgegen den Erwartungen zusehender Japaner nickte er nach kurzer Zeit und löste eine Fahrkarte nach Nerima.

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Irgendwo über dem Fuji-san

21. August 2002, 7.35 Ortszeit

Niemand, weder die militärischen und zivilen Radaraugen, noch irgendein optisches Gerät, sah das etwa vierhundert Meter lange, heliumgefüllte Luftschiff, das in etwa vier Kilometern Höhe schwebte, angetrieben von sechs riesigen Elektroturbinen, die ihre Energie aus einem ultraleichten Kernkraftwerk bezogen, das eigentlich während der letzten Jahre der Sowietunion für den projektierte Nachfolger der Bars-Klasse Jagd-U-Boote vorgesehen war.

Eine moderne Beschichtung des Luftschiffes mit radarabsorbierendem Material und sehr alte Magie sorgten dafür, daß es von niemandem entdeckt werden konnte. Auf einem Observationsdeck stand Tomson vor mehreren Männern, allesamt ehemalige russische Militärangehörige und Afganistanveteranen. Jeder von ihnen war über die russische Mafia letztenendes auf dieses Luftschiff gekommen.

"Wir haben uns richtig verstanden, der Herzog will ihn lebend. Benutzt alles was nötig ist, ohne ihn zu töten."

Damit wandte sich Tomson ab und verließ das Observationsdeck, um in seine Kabine zu gehen. Kaum hatte er das Deck verlassen redeten die Russen durcheinander.

"Warum verläßt sich der Herzog nur auf diesen Tommy?"

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Nagita Airport, Tokio

21. August 2002, 7.39 Ortszeit

Lagsam schwebte der Airbus A400 der deutschen Luftwaffe den Gleitpfad herab, der ihn sicher auf die Piste des Flughafens brachte und setzte leicht wie eine Feder auf. Nachdem der Airbus abgebremst hatte bog er in den Taxiway ein und bewegte sich auf einen kleinen militärischen Bereich des Airports zu. Er blieb vor einem Hangar stehen und die Turboproptriebwerke liefen langsam aus.

Ein Offizier in einer Tarnuniform des deutschen Heeres verließ als erstes den Transporter. Ein Angehöriger der JSDF kam ihm entgegen, während der Airbus hinter ihm langsam in den Hangar gezogen wurde.

"Hauptmann Simmel?" fragte der Japaner mit stark akzentuierten Deutsch. "Captain Jamaki?" fragte der Deutsche dagegen mit einem guten Englisch.

Die beiden Männer gaben sich die Hände. Danach wischte sich Simmel eine erdbraune Haarsträhne aus dem Gesicht, die im völligen Gegensatz zu seinen hellblonden Haaren stand.

"Ich würde gerne erfahren, aus welchem Grund das dritte Kommando des KSK eine Einsatzgenemigung in Japan haben möchte?" fragte Jamaki, inzwischen ebenfalls auf Englisch. "Gehen wir ein Stück," antwortete Simmel und die beiden gingen auf den Hangar zu.

"Der BND hat unser Innenministerium über einen Vorfall hier in Japan unterrichtet, der in Zusammenhang mit der Jakuza steht. Die Leute vom BND vermuten, daß einer der Clans ein Auge auf Frankfurt und Düsseldorf geworfen hat. Ebenso wurde von einigen deutschen Staatsbürgern geredet, die möglicherweise Geiseln sind."

Jamaki sah Simmel an.

"Und warum hat ihr Innenminister dann nicht die GSG-9 geschickt?" "Weil der BND eine Verbindung dieses Clans mit Romanov befürchtet," seufzte Simmel," Und damit die Möglichkeit eines Einsatzes von BA und BM gegen die GSG-9, wenn es zu einem Sturm kommt."

Jamaki nickte.

"Ich verstehe. Ich schätze, daß es sich um eine sogenannte Black-Ops handelt?" "Eher eine Gray-Ops. Der Innenminister, der Verteidigungsminister und der Bundeskanzler wissen darüber Bescheid." "Ich verstehe. Auf eine gute Zusammenarbeit." "Auf eine gute Zusammenarbeit."

Wieder gaben sich beide Männer die Hand und Jamaki ging auf seinen Dienstwagen zu. Simmel sah ihm nach. Es stimmte, daß der Einsatz primär gegen einen Jakuza-Clan mit Verbindungen zu Romanov ging, aber sekundär war Simmel auf die Bitte eines Freundes hier.

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Furrikan-High, Nerima, Tokio

21. August 2002, 10.30 Uhr Ortszeit

Es war Pause und Ranma saß alleine auf dem Dach der Schule. Es war zwei Wochen her, seit er gegen Saffron gekämpft hatte. Zwei Wochen war es her, daß er sich verändert hatte. Alle die in Jusendo waren, sahen ihn seitdem mit anderen Augen an. Mit Angst. Besonders Akane. Als sie wieder zu sich gekommen war, mußte Ranma's Anblick auf sie erschreckend gewesen sein.

Ranma starrte in die Ferne. Zu was war er geworden? Er hatte keine Antwort. Nach dem Kampf hatte er relativ schnell gelernt, seine neue Form zu beherrschen und wieder in eine menschliche Form zurückzukehren. Das einzige was permanent nach der Verwandlung blieb, war eine goldblonde Haarsträhne und die Tatsache, daß sich die Haarefarbe seiner weiblichen Form von feuerrot zu ebenfalls goldblond verändert hatte. Und er konnte nun nach belieben in seine weibliche Form gelangen.

Mit einem Mal spührte er etwas ungewöhnliches. Es war kein Ki oder etwas was er kannte, es war irgendetwas anderes. Aber er hatte dieses Gefühl schon in der Nähe von Shampoo oder Mousse gehabt. Er sah sich um, um herauszubekommen, von wo er dieses Gefühl bekam. Sein Blick fiel auf einen Ausländer, der den Schulhof betrat. Der Ausländer sah zu ihm hoch und ihre Blicke trafen sich.

Ranma's Augen verengten sich. Was war das für ein Typ? Etwa wieder jemand, den Genma angepisst hatte?