Disclaimer: Rhabarber, Rhabarber, gehören nicht mir...
Die Idee zu der Story kam mir, als ich den Song im Sommer gehört habe, deswegen auch der Titel.
Jetzt habe ich es ENDLICH geschafft, das Ganze zu Papier zu bringen.
Eigentlich sollte das hier mal eine Zetsuai-Fanfic werden, doch irgendwann sind zwei Charaktere außer
Kontrolle geraten und haben die Story in ihre Hände genommen. Aber die beiden sind so knuffig, dass
ich ihnen die Chance gegeben habe, sich zu entwickeln. Ob das jetzt noch eine Zetsuai-Fanfic ist oder
nicht, weiß ich auch nicht mehr. Trotzdem, viel Spaß beim Lesen.

Kommentare, Kritik etc. bitte an Kiara schicken. Danke.
If tomorrow never comes

Izumi drehte sich zum x-ten Mal in dieser Nacht um. Er konnte einfach nicht einschlafen. Koji
schlummerte ruhig neben ihm und ließ sich auch durch die Aktivitäten seines Bettnachbarn nicht in
seinem Schlaft stören.
Der junge Sportler gab es endgültig auf einzuschlafen und ging in die Küche. Er beschloss sich noch
einen Tee und etwas Ramen zu machen, vielleicht konnte ihn das beruhigen. Um die Stille im Raum
zu durchbrechen, schaltete er das Radio an.

"Sometimes late at night
I lie awake and watch her sleeping
she's lost in peaceful dreams
so I turn out the lights and lay there in the dark
and the thought crosses my mind
If I never wake up
In the morning
Would she ever doubt the way I feel about her in my heart

If tomorrow never comes
Will she know how much I loved her?
Did I tried it everyway
to show her everyday
That she's my only one
And if my time on earth were thru
and she must face this world without me
Is the love I gave her in the past
Gonna be enough to last
If tomorrow never comes

'Cause I've lost loved ones in my live
They never knew how much I loved them
Now I live with the regrets that my tru feelings for them never were revealed
So I made a promiss to myself
To say each day how much she means to me
and avoid that circumstance when there's no second chance to tell her how I feel

'Cause if tomorrow never comes
Will she know how much I loved her
Did I trie it everyway
To show her everyday
That she's my only one
And if my time on eath were thru
and she must face this world without me
Is the love I gave her in the past
Gonna be enough to last
If tomorrow never comes

So tell that someone that you love
just what you're talking of
if tomorrow never comes"

Da war es wieder, dieses Lied von diesem Iren. Seit er es zum ersten Mal gehört hatte, ging es ihm
nicht mehr aus dem Kopf. Die Übersetzung dafür hatte er sich aus dem Internet geholt und seitdem
grübelte er ständig, was passieren würde, wenn es tatsächlich kein Morgen gäbe. Sicher, das Lied
ging über eine Frau, aber galt es nicht genau so für ihn und Koji? Würde Koji wissen, wie viel er ihm
bedeutete? Was, wenn es keine gemeinsame Zukunft für sie gab? Wie immer in den letzten Wochen
wälzte er diesem Gedanken in seinem Kopf herum.
Endlich machte etwas in ihm „Klick". Morgen war Heiligabend. Kojis Geburtstag. Er würde es ihm
sagen, dass er ihn liebte und keinen Tag mehr ohne den Musiker leben wollte. Doch dafür musste er
die richtigen Worte finden. Er wollte nicht einfach vor Koji stehen und etwas vor sich hin stammeln,
diese Erklärung sollte einfach nur perfekt sein.
Izumi setzte sich an den Schreibtisch und nahm den Schreibblock zur Hand. Mit geübter Hand setzte
er die Kana und Kanji untereinander, strich viele Sätze und begann von Neuem. Fünf Seiten und zwei
Stunden später war er fertig. Er hatte alles noch einmal sauber abgeschrieben, nur die Worte, die er
auch wirklich sagen wollte. Alles in allem war es nur etwas mehr als eine halbe Seite geworden. Er las
sie sich noch einmal durch und steckte sie in seine Jacke, das Manuskript landete im Papierkorb.
Morgen auf dem Weg zur Pressekonferenz und zurück konnte er in der U-Bahn alles auswendig
lernen. Zufrieden ging er zurück in ihr Schlafzimmer.

---------------------------------------------

Der Mond warf sein Licht auf Kojis Körper, der entblößt vor ihm lag. Trotz des kalten Monats hatte
Koji auf einen Schlafanzug verzichtet und jetzt war auch noch die Decke zu Boden geglitten. /Was für
ein Glück/, dachte sich Izumi und zog auch seine knappen Shorts und das T-Shirt aus. Er hob die
Decke auf, deckte sie beide zu und kuschelte sich an seinen Freund. Izumi genoss die wunderbare
Wärme, die der Körper vor ihm ausstrahlt. Durch seinen Entschluss für Morgen beflügelt, war er mutig
geworden und ließ seine Hände an Koji herabgleiten, bis sie schließlich auf dessen Oberschenkel
ruhten. Er setzte einen vorsichtigen Kuss auf Kojis Hals und begann an einem Ohrläppchen zu
knabbern. Er genoss den Geruch, der von dem Haar vor ihm ausging und seufzte leise. Seine Hände
nahmen ihre Bewegung wieder auf und glitten etwas tiefer. Fast erschrocken zog er seine Hand
zurück, als er bemerkte, dass Kojis Glied schon steif war.
„Angst bekommen?" Koji war eindeutig wach.
„...."
„Glaubst du, du kannst mich so berühren und ich werden davon nicht wach?" Izumi meinte ein leises
Lachen zu hören. Einen Sekundenbruchteil später fand er sich unter Koji wieder, der ihn mit seinen
Armen auf das Bett drückte.
„Ich wünschte, du würdest öfter die Initiative ergreifen."
„Werde ich auch." Er blickte den Mann über ihm mit einem Glitzern in den Augen an. Sie passten so
gut zusammen und momentan war er einfach nur glücklich.
„Ich liebe dich Izumi."
„Ich..." Nein, noch nicht. Er wollte es ihm morgen sagen. Es war das perfekte Geschenk.
Koji sah herab. Er hatte den Eindruck, dass Izumi es ihm beinahe gesagt hätte. Diese drei Worte auf
die er schon so lange wartet. Doch gerade eben war es anderes gewesen als sonst. Izumi schien aus
einem bestimmten Grund gezögert zu haben, aber nicht, weil die Worte nicht der Wahrheit
entsprachen. /Warum nur? Willst oder kannst du es mir einfach nicht sagen?/
„Koji?"
„Ja?" Er hatte schon fast vergessen, in welcher Position sie sich befanden.
„Könntest du da weitermachen, wo ich bei dir aufgehört habe?"
„Du willst...?" Er ließ die Frage unausgesprochen im Raum stehen.
„Ja." Von dem bestimmten Ton von Izumi angespornt, ließ er seinen Kopf sinken und begann dessen
Nippel mit seiner Zunge zu liebkosen...

Izumi stieg aus der U-Bahn aus und stapfte durch den Schnee nach Hause. Irgendwann im Laufe des
Vormittages musste es angefangen haben zu schneien. Jetzt, kurz zwei, lag die weiße Pracht schon
zehn Zentimeter hoch und machte das Gehen nicht einfacher. /Insbesondere dann nicht, wenn man
noch mit Einkaufstüten beladen ist./ Dachte Izumi bei sich.
Heute morgen hatte er Koji nicht gesehen, da dieser noch fast in der Nacht zu einem Fotoshooting
aufgebrochen war. Um diesen Tag richtig zu feiern, hatte Izumi beschlossen für heute etwas
Besonderes zu kochen und war auf dem Heimweg noch in einige Delikatess-Läden gewesen. Vor sich
hinmurmelnd wiederholte er den Text, den er Koji heute Abend sagen wollte. Er achtete mehr auf den
Weg, als um die Gegend um ihn herum. Plötzlich fühlte sich sein ganzer Körper eigenartig an. Er
wunderte sich noch über Schreie, die er hörte, während er fiel, dann wurde alles dunkel.
An der Straßenecke wurde ein Porsche gestartet. Der Fahrer war von dem Anblick des umkippenden
Mannes sichtbar enttäuscht und fuhr davon.

Izumi öffnete seine Augen wieder. Er lag im Schnee begraben und fühlte sich steifgefroren und total
gerädert. Er sah sich um, sein Blick war noch etwas verschwommen, aber er erkannte, dass es keine
einhundert Meter mehr bis zu ihrem Haus war. Er suchte nach den Einkaufstüten, konnte sie aber
nicht finden. /In was für einer Welt leben wir eigentlich. Da klaut einem jemand das Essen, ruft aber
nicht den Notarzt, wenn man umkippt./ Mit unsicheren Schritten und einer schlechten Sicht machte er
sich auf den Weg.
Vor der Tür suchte er seine Taschen nach dem Schlüssel ab. /Weg. Hoffentlich habe ich den nur
vergessen und er wurde nicht auch geklaut./ Izumi klingelte, doch im Haus war nichts zu hören.
/Wohl niemand da./ In einem Anflug von purer Verzweifelung drehte er am Griff und die Tür öffnete
sich. /Wie leichtsinnig. Hier ist ein ganzes Studio untergebracht und er denkt nicht einmal daran
abzuschließen./ Etwas ärgerlich ging er ins Wohnzimmer. Ihm fiel auf, dass die Möbel anders standen
und auch nicht mehr so aussahen, wie heute Morgen. /Muss wohl sein Weihnachtsgeschenk sein.
Idiot. Wir sind doch erst vor einigen Monaten eingezogen./
Ohne sich weiter darüber Gedanken zu machen, zog er Schuhe und Jacke aus und legte er sich aufs
Sofa. Irgendwo fand sich noch eine wunderbar weiche Decke unter der einschlafen konnte. Er wollte
sich nur aufwärmen und etwas ausruhen.

---------------------------------------------

Er wurde durch ein Stimmgemurmel wieder wach. Draußen wurde es langsam dunkel, so konnte er
die Figuren in der Küche nur schemenhaft erkennen. Koji war klar zu erkennen, bei der anderen
Personen war es schwieriger, sie saß mit dem Rücken zu ihm. Doch an der Stimme konnte er Shibuya
ausmachen, der sich allerdings ziemlich erkältet anhörte, so heiser, wie er klang.
Die beiden schienen sich schon eine Weile zu unterhalten und hatten ihn wohl nicht bemerkt.
Ansonsten hätte sich Koji wohl längst auf ihn gestürzt. Izumi konnte Kojis angenehme Stimme hören.
„... habe vorhin eine Nachricht von Serika bekommen."
„Und, hat sie es geschafft?"
„Ja. Ich habe in letzter Zeit selten jemanden gehört, der so glücklich war, wie sie."
„Meine Serika schwimmt bei den Olympischen Spielen. Ich bin so stolz auf die Kleine." /Shibuyas
Serika? Und seit wann wollte sie bei den Olympischen Spielen mitmachen?/
„Katsumi-sama, deine Familie ist wirklich außergewöhnlich. Takuto im Fußball und Serika bei der 100
m Staffel." /Katsumi-sama? Und warum gehören Serika und ich zu Shibuyas Familie?/
„Ko-chan, sieh mich an." /Ko-chan? Was ist hier eigentlich los?/ Er beschloss diesem eigenartigen
Dialog vorerst weiter zuzuhören.
„Ko-chan. Du brauchst uns gegenüber diese Fröhlichkeit nicht vorzuspielen. Wir können uns denken,
was in dir vorgeht."
„Ja. Ich weiß. Aber Koji hat wenigstens noch die Hoffnung, dass er zurück kommt. Bei mir ist das
anders." Von Koji war ein Schniefen zu hören. „Oh Katsumi-sama, ich vermisse ihn so sehr. Ich weiß
nicht wie ich ohne ihn leben soll. Er fehlt mir." Seine Stimme war immer leiser geworden.
„Vielleicht solltest du mit jemandem reden. Ich meine jemand, der dir wirklich helfen kann."
„Wie soll mir denn jemand helfen können. Der einzige, der mir helfen könnte, wäre Yuugo. Und der ist
tot. Verstehst du. TOT." Er schluchzte hoffnungslos. „Yuugo, warum hast du mich verlassen. Ich liebe
dich doch. Yuugo."
Jetzt wurde es Izumi wirklich zuviel. Hätte er den Teil mit Shibuyas Familie noch als Scherz abtun
können, ging das mit Yuugo wirklich zu weit. Wie konnte Koji nur so etwas sagen und dann auch noch
überzeugend klingen. Er liebte doch ihn, Izumi, nicht Yuugo. Er sprang auf und wollte Koji zur Rede
stellen. Doch in dem Moment, wo der ihn erblickte, ließ Koji seine Tasse mit einem lauten Knall zu
Boden fallen und fing an, zu hyperventilieren.
„Nein. Nein. Das kann nicht sein. Verschwinde. Hörst du mich. Hör endlich auf mich zu verfolgen. Wie
soll ich es denn sonst akzeptieren. Du bist tot. TOT." Die letzten Worte schrie er ihm entgegen.
Izumi blieb festgewurzelt stehen. So hatte er Koji noch nie erlebt.
„Geh. Yuugo. Geh endlich."
Wohl durch den Schrei angelockt, öffnete eine weitere Person die Schlafzimmertür und blickte zu den
drei anderen hinüber.
Koji sah Izumi an, als ob er ein Geist ist. Shibuya war durch Kojis Verhalten so irritiert, dass er sich
umdrehte, um zu verstehen, was die Panik ausgelöst hatte. Jetzt war es an Izumi erschrocken zu sein.
Shibuya war alt, unglaublich alt. Deswegen hatte seine Stimme auch so heiser geklungen.
Koji atmete immer noch schwer, als Shibuya ihn am Arm packte, um ihn zu beruhigen.
„Ko-chan, beruhige dich. Das ist nicht Yuugo. Das ist..." Er wurde von der Figur an der
Schlafzimmertür unterbrochen.
„Das ist Izumi. Du hast dein Versprechen also gehalten und bist zu mir zurückgekehrt." Izumi sah
hinter sich. Er konnte gerade noch ein Aufblitzen in den Augen erkennen, bevor die Person im
Schatten zusammenbrach.
Koji stürzte an ihm vorbei. „Koji-sama, wach auf." Er schüttelte den anderen vorsichtig und blickte
dabei immer wieder ungläubig in Richtung von Izumi. Der war von den ganzen Vorgängen so
schockiert, dass er wieder auf die Couch sank und in die Bewusstlosigkeit hinüberglitt.

Izumi wachte zum zweiten Mal an diesem Tag aus seinem Koma-ähnlichen Zustand auf. /Wie oft soll
das eigentlich noch passieren?/ Jetzt konnte er seine Sinne allerdings deutlich schneller sammeln und
ihm fiel wieder ein, was passiert war. Er sah sich im Raum um und sein Blick fiel auf Shibuyas
verrunzeltes Gesicht. Sichtlich erschrocken wich er zurück. /Was ist nur mit ihm geschehen?/ Er hatte
vorher nicht genau darauf geachtet, aber die Möbel in ihrem Haus waren alle ausgetauscht worden
und wirkten sehr modern, Glas und Acryl schienen das Wohnzimmer zu bestimmen. Der Fernseher
war durch einen Flachbildschirm an der Wand ersetzt worden und auch die Küche unterschied sich
deutlich von der in seiner Erinnerung. Einzig der Flügel stand an seinem gewohnten Ort. Izumi blickte
wieder zu Shibuya. Koji /Nein, Ko-chan/ verbesserte er sich in Gedanken, kam aus dem Schlafzimmer
zu ihnen herüber. „Koji-sama geht es wieder besser. Er zieht sich nur um und möchte dann mit dir
sprechen. Es gibt da ja einiges zu klären."
Shibuya sah ihn lächelnd an. „Wer hätte gedacht, dass der alte Mann doch recht behalten sollte. Seit
Jahren schwört er Stein und Bein darauf, dass du heute zurückkehren würdest. Ich lebe eigentlich nur
noch, weil ich diesen Tag sehen wollte. Nur wie hast du es geschafft, genau so auszusehen, wie
damals?"
Ein Schatten fiel auf Izumis Schulter. Er drehte sich um. Hinter ihm stand eine großgewachsene
Person in dunkler Kleidung mit einem Kapuzenshirt, die Kapuze tief ins Gesicht gezogen. „Es tut so
gut, dich endlich hier bei mir zu haben, Izumi." Er schluckte tief, sollte das hier wirklich Koji sein?
„So, wir lassen euch dann mal allein." Shibuya zog Ko-chan hinter sich her. Izumi konnte es sich aber
nicht verkneifen, seinen Blick prüfend über den Körper des jüngeren gleiten zu lassen. Der schien dies
gespürt zu haben. Er drehte sich um und wurde feuerrot wie eine Tomate, während er zu Izumi sah.
Schnell wandte dieser seinen Blick ab und blickte erneut zu Koji. „Möchtest du einen Tee?", wurde er
gefragt.
„Ja, gerne." Er folgte Koji in die Küche und nahm dort Platz. „Willst du mir nicht dein Gesicht zeigen?"
„Hast du Shibuya gesehen?"
„Ja."
„Wie alt denkst du, ist er?"
„70 vielleicht auch 80." Izumi zuckte mit den Schultern, in diesem Altern wurde es schwierig
Menschen einzuschätzen.
„Hmm. An seinem 79. Geburtstag hat er mich dazu überredet, dass wir uns Chips einsetzen lassen,
die garantieren, dass wir ein bestimmtes Alter erreichen ohne dass wir uns äußerlich verändern. Das
war vor 30 Jahren."
Er fing an zu rechnen, das konnte nicht stimmen. Wenn das tatsächlich wahr war, dann... Er starrte
Koji an.
„Ja. Ich werde heute 109. Stolzes Alter, oder? Und genau deswegen möchte ich nicht, dass du mich
siehst. Ich bin schon glücklich, wenn ich dich bei mir weiß. Mich würde nur interessieren, wie du es
geschafft hast nicht zu altern. Damals gab es diese Technologie noch nicht."
„Dass würde ich auch gerne wissen."
„Was ist das letzte woran du dich erinnern kannst?" Er setzte ihm eine Tasse Tee vor die Nase.
„Danke. Ich war auf dem Weg nach Hause und bin dann zusammengebrochen. Auf einmal war alles
komisch und als ich aufwachte, waren die Einkaufstüten weg und ich habe mit total benommen
gefühlt. Gott sei dank, war es nicht mehr weit bis hier. Mehr als die paar Meter hätte ich wirklich nicht
geschafft."
„Du bist gleich hier um die Ecke zusammengebrochen?" Kojis Stimme klang leicht erregt.
„Ja, vorne bei dem großen Ginkobaum."
„Den hat es vor 20 Jahren entschärft. Aber egal, ich ahne da etwas."
„Sagst du mir auch was?"
„Noch nicht. Ich muss erst noch mit Shibuya sprechen."
„Was hat der denn damit zu tun." Irgendwie wurde ihm das alles hier zuviel, aber er wollte nicht
schon wieder umkippen und hielt sich deswegen krampfhaft an seiner Tasse fest.
„Sagen wir mal, seine Familie ist sehr interessant."
„Das habe ich auch schon bemerkt. Sportliche Begabungen und so. Darf ich jetzt auch mal was
fragen?"
„Sicher. Das muss für die hier bestimmt alles sehr verwirrend sein." Izumi schnaubte auf diese
Bemerkung hin. Verwirrend fand er noch leicht untertrieben. Er musste sich wohl damit abfinden, dass
er in einer Zukunft war, von der er nicht die geringste Ahnung hatte, noch wie er hierher gekommen
war und dann dieser Ko-chan, der Koji wie aus dem Gesicht geschnitten war, das beunruhigte ihn am
meisten.
„Wer ist Ko-chan? Warum sieht er so aus wie du, als ich dich heute morgen verlassen habe? Sogar
das Alter stimmt."
„Mein Enkel und der einzige noch lebende Nanjo außer mir."
„Aber deine Brüder und deine Schwester..."
„Irgendwie haben die es alle nicht geschafft, sich und ihren Nachkommen ein sicheres Leben zu
bieten. War wohl der Wurm drin." Er lächelte grimmig vor sich hin. „Tja und dann fühlte ich mich
irgendwie verpflichtet unseren Namen aufrecht zu erhalten. Mein Sohn hat mich gehasst. Unschönes
Kapitel, er ist auch nicht bei mir großgeworden. Aber Ko-chan ist ein Engel, auch wenn ich ihn oft
nicht verstehen kann. Für die Zeit, in der wir leben, ist er einfach viel zu gutmütig. Er wird es nicht
leicht haben. Aber dass ist es im Moment für ihn ja auch nicht."
„Yuugo?"
„Du weißt davon?"
„Ich habe gehört, wie er ihn vermisst und dass Yuugo tot ist. Mehr weiß ich nicht. Wer war Yuugo
eigentlich?"
„Das soll er dir selber erzählen. Es ist eigentlich eine wunderbare Geschichte, bis auf das Ende eben."
„Warum tauchen hier eigentlich alle Namen wieder auf. Ich meine Ko-chan, das heißt doch sicherlich
auch Koji und dann Yuugo und Serika und Takuto. Das kann doch kein bloßer Zufall sein."
„Ko-chan ist kein Zufall. Und Serika und Takuto, tja dass musst du ihre Eltern fragen. Wahrscheinlich
habe ich die in ihrer Kindheit zuviel mit Geschichten aus der Vergangenheit gequält und so haben sie
ihren Kindern die Namen gegeben. Tja und Yuugo, der ist erst vor einigen Jahren zu uns gekommen.
Ich bin fast umgefallen, als ich ihn das erste Mal sah. Er sah so aus wie du, als du 16 warst."
„Warum? Warum sieht hier jeder aus, wie aus meiner Vergangenheit. Und was ist das mit Yuugo? Bin
ich mit ihm verwandt? Oder warum sah er aus wie ich?"
„Er war dein... Oh warte... Groß-Groß-Neffe, glaube ich. Der Urenkel von Serika, das konnten wir noch
herausfinden. Aber lass uns morgen darüber sprechen, für heute hattest du sicher genug
Überraschungen." Izumi dachte bei sich, dass das nur zu wahr war.
„Ich werde Ko-chan bitten, das Gästezimmer für dich fertig zu machen. Möchtest du noch etwas
essen?"
„Nein, kein Hunger." Aber warum sollte er im Gästezimmer schlafen? Wollte Koji ihn denn nicht bei
sich haben? Er hatte 90 Jahre auf diesen Tag gewartet und jetzt wollte er ihn nicht in seiner Nähe
wissen, geschweige denn, dass er die Kapuze abnahm. Izumi war durch das Verhalten seines
Freundes mehr als nur verunsichert.
Als er von seinen Grüblereien wieder aufsah, stellte er fest, dass er alleine in der Küche war.
Offensichtlich war Koji schon zu seinem Enkel gegangen. Er schnaubte etwas vor sich hin. Koji als
Großvater, das hätte er sich wirklich nicht vorstellen können. Genauso wenig wie alles andere, was in
den letzten Stunden über ihn hereingebrochen war. Er wollte jetzt nur noch schlafen.
Shibuya kam auf ihn zu und führte ihn in das Zimmer, in dem er übernachten würde. „Shibuya,
warum will er mich nicht bei sich haben?"
„Ich nehme mal Eitelkeit. Sieh mich doch an. Er sieht genauso aus. Oder er hat einfach nur Angst,
sich dir zu zeigen. Was weiß ich."
Allein gelassen fiel er fast augenblicklich in einen unruhigen Schlaf. Kurze Zeit darauf stand Koji in der
Tür, um ihm Gute Nacht zu sagen, stellte aber fest, dass es dafür wohl schon zu spät war. Er
schaltete das Licht aus und lehnte sich an der Tür an. „Verzeih mir, wenn du hier schlafen musst, aber
ich will dir diesen Anblick einfach nicht zumuten." Mit hängenden Schultern schloss er die Tür hinter
sich und zog sich für diese Nacht auch zurück.

---------------------------------------------

Er stand unter der Dusche und ließ das heiße Wasser seinen Körper entlang gleiten. Das war es, was
er nach einem Kendo-Turnier am meisten brauchte. Er spürte, wie sich seine Muskeln langsam
entspannten und seine Gedanken zur Ruhe kamen. Das Adrenalin verließ die Blutbahnen und er
sehnte sich nach seinem wohlverdienten Bett.
Plötzlich war er nicht mehr allein. Arme legten sich um seine Brust und ein nackter Körper presste sich
von hinten an ihn. Es konnte nur einen geben, der sich in der Sporthalle der Schule so an ihn
heranmachte. „Yuugo, nicht."
„Wie, du willst dem nationalen Juniorenmeister im Kendo nicht deine Anerkennung zollen." Er begann
an Ko-chans Schulter zu knabbern und ließ seine Hände über dessen Brust kreisen. Er wusste
inzwischen genau, mit welchen Berührungen er den jüngeren erregen konnte. Es dauerte auch nicht
lange, bevor der junge Mann vor ihm ein wohliges Seufzen ausstieß.
„Yuugo, bitte..."
„Bitte was?"
„..." Yuugo griff zur Seite und nahm etwas vom Duschbad. Dieser angenehme Duft nach Vanille, den
er immer mit Ko-chan verband. Er verteilte es auf den Händen und begann den Körper vor ihm
einzuseifen. Von den Schultern herabgleitend über Brust und Taille. Dort ließ er sie erst mal verweilen
und drückte sich enger an seinen Partner, um diesen seine Erregung spüren zu lassen. Ko-chan
presste sich an ihn, alle Gedanken daran, dass es sich hier um einen Ort handelte, der auch anderen
zugängig war, weit verbannt. Er wollte nur noch Yuugo spüren. Der hatte seine Hände auch schon
wieder auf Wanderschaft geschickt und strich jetzt über die Innenseiten seiner Oberschenkel, immer
knapp an seinem Glied vorbei, dass sich so sehr nach Beachtung sehnte. Er drehte sich um und ließ
seine Lippen auf denen von Yuugo ruhen. Vorsichtig schob er seine Zunge nach vorne. Dies war für
sein Gegenüber mehr als genug um alle Zurückhaltung fahren zu lassen. Er stieß Ko-chan mit dem
Rücken an die Wand und küsste ihn hemmungslos. Seine Finger glitten tiefer und er begann, den
Jüngeren vorzubereiten. Er wollte ihn – hier und jetzt. Ko-chan konnte ein Seufzen nicht
unterdrücken, als er spürte, wie der erste Finger in ihn hineinglitt. Nichts würde den anderen jetzt
noch stoppen können und er wollte auch nicht, dass dieser aufhörte. Mit ihm fühlte sich alles so
richtig an. Er schloss die Augen und gab sich ganz seinen Gefühlen hin. Ein kalter Windhauch fuhr ihm
über die Schulter. Er...
...wachte auf. Die Zudecke war zu Boden gefallen und er fröstelte im Bett vor sich hin. Ko-chan
stöhnte auf. Schon wieder einer dieser Träume. In den vergangenen zwei Wochen war keine Nacht
vergangen, ohne dass er von sich und Yuugo geträumt hatte. Nicht immer derselbe Traum, aber es
waren auch keine wirklichen Träumen, sondern Erinnerungen an ihre gemeinsame Zeit. Eine Träne
rollte seine Wange hinunter, er vermisste seinen Schatz so sehr. Manchmal dachte sich Ko-chan, er
könne keinen weiteren Tag ohne ihn leben, aber da gab es ja noch Koji-sama und Katsumi-sama, die
ohne ihn leicht in einer Katastrophe endeten. Doch jetzt, wo Izumi hier war, vielleicht könnte er jetzt
Yuugo folgen. Er versuchte wieder einzuschlafen und diesen Gedanken zu verdrängen, er wusste
dass es nicht gut tat, solche Ideen zu verfolgen. Er merkte aber bald, dass diese Bemühungen wohl
nicht von Erfolg gekrönt waren. Mit tapsigen Schritten begab er sich ins Wohnzimmer. Wenn ihn seine
Erinnerungen schon quälten, konnte er sich auch gleich Aufzeichnungen ansehen. Er kniete vor dem
Disc-Schrank nieder und sah die Silberlinge durch. „Ko-chan, 20. Geburtstag" stand auf einer, er legte
sie ein und setzte sich auf das Sofa. Auf dem Schirm an der Wand begann der Film zu laufen.

Izumi war unterdessen von seinem Hungergefühl aufgewacht. Ein Blick auf den Wecker sagte ihm,
dass es drei Uhr nachts war. Er beschloss sich leise in die Küche zu schleichen, um dort etwas zu
essen zu finden. Bis zum Frühstück konnte er nicht mehr warten. Als er seine Zimmertür öffnete,
bemerkte er, dass er wohl nicht der Einzige mit Schlafproblemen war. Auf dem Flachbildschirm grinste
ihm Ko-chan entgegen, der Geschenke auspackte. Jemand der ihm selbst aufs Haar glich, beugte sich
über die Schulter von Ko-chan und grinste ebenfalls fröhlich. Das musste wohl Yuugo sein. Izumi
wollte leise in die Küche gehen, ohne den Anderen zu stören, er vermutete, dass es Ko-chan dort auf
der Couch war, wurde aber aufgehalten.
Ko-chan erhob sich und bot Izumi seine Hilfe in der Küche an. Wenig später saßen beide gemeinsam
im Wohnzimmer und sahen sich den Film an. Ko-chan hatte ihn dazu eingeladen.
Der Film-Ko-chan kramte noch eine Weile in den Geschenken herum und sah sich lüsternen
Bemerkungen seines Freundes ausgesetzt, als Izumi plötzlich tief Luft holte. Auf dem Bildschirm war
Koji erschienen. Er wusste nicht, was er erwartet hatte, aber dieser Anblick überraschte ihn. An seiner
Größe hatte sich nicht viel geändert, er war fast so groß wie sein Enkel und damit immer noch größer
als Izumi. Kojis Haar war inzwischen komplett weiß, die Frisur hatte sich nicht geändert, immer noch
schulterlang. Auch wenn das Gesicht von einigen Falten durchzogen war, war es doch nicht so
schlimm wie bei Shibuya. Die Haut verwunderte ihm am meisten. Die alten Leute, die er kannte,
hatten Altersflecke und ähnliches. Doch Kojis Haut war rein, auch Leberflecke konnte er nicht
entdecken. Er wirkte auch nicht eingefallen, im Gegenteil. Sein Körper schien muskulös und
durchtrainiert. Für den Körper eines 80-jährigen, wirke er außerordentlich gut in Form. „Das ist er
also", war alles was Izumi dazu sagen konnte.
„Hat er denn diese dämliche Kapuze nicht abgenommen?"
„Nein und ich habe keine Ahnung warum. Hast du geweint?" Er meinte Tränen im Gesicht des
anderen zu sehen.
„Nein. Ja. Es ist nur... Ich vermisse ihn so sehr. Er verfolgt mich in meinen Träumen und jetzt bist du
hier und siehst aus wie er und ich..."
„Ssshhh." Er nahm Ko-chan vorsichtig in den Arm und wiegte ihn hin und her. „Willst du mir von ihm
erzählen? Vielleicht beruhigt dich das etwas." Der junge Mann, von Schluchzern geplagte Mann, sah
zu ihm auf. „Möchtest du das wirklich hören?" Er schniefte. „Koji-sama und Katsumi-sama meinten,
ich soll mit jemandem über meine Gefühle reden, aber uns wollte sie nichts hören, wahrscheinlich weil
sie schon alles kennen." Ein weiteres Schniefen. Nach und nach wurde er ruhiger und begann aus
seinen Erinnerungen zu erzählen.

---------------------------------------------

Es war in seinen vorletzten Jahr auf der Highschool, als ein neuer Schüler in seine Klasse kam. Etwas
größer als Ko-chan, der noch auf seinen Wachstumschub wartete, bronze farbene Haut, hüftlange
dunkle Haare, die er zu einem Zopf zusammengebunden hatte und Augen, die genau wußten, was sie
wollten.
Dieser junge Mann, Hyuga Yuugo, hatte es geschafft, schon am ersten Tag in den Kendo-club der
Schule zu kommen, in SEINEN Club, und sich bei sämtlich Schülern beliebt zu machen. Er besaß einen
Charme und eine Ausstrahlung, die einem alle Sinne raubten. Ko-chan war an diesem Tag länger in
der Schule geblieben, weil er Putzdienst hatte und wollte sich gerade auf den Weg nach Hause
machen, als er im Flur aufgehalten wurde. Yuugo stand direkt vor ihm und schien nicht die Absicht zu
haben, ihn vorbei zu lassen. Ko-chan sah hinter sich, in dieser Richtung gab es auch einen Ausgang,
warum sich also mit diesem „Playboy", wie er ihn in Gedanken getauft hatte, herumschlagen. Er
wandte sich um und wollte in Gegenrichtung davon gehen, doch eine Hand, die ziemlich fest um sein
Handgelenk geschlossen war, hielt ihn davon ab. „Ah, Kleiner. Ich bin dein neuer Mitschüler und du
hast noch kein Wort mit mir gewechselt. Hälst du das nicht für sehr unfreundlich."
„..." Er zog Ko-chan zu sich heran. Da dieser sich gegen diese Behandlung heftig zu Wehr setzte,
schien Yuugo nur eine Lösung zu sehen. Er drückte Ko-chan zwischen sich und die Wand und hielt ihn
so in Position. Die Arme des Kleineren hielt er mit einer Hand über dessen Kopf fest. Seine freie Hand
benutzte er, um einige Stränen aus dem Gesicht vor ihm zu streichen. „Du bist also Ko-chan, der
kleine Liebling der Schule. Immer da um zu helfen, immer freundlich und fröhlich. Und dann redest du
kein Wort mit mir."
Ko-chan wurde immer nervöser, was wollte dieser Typ eigentlich von ihm. Und wann hätte er
eigentlich mit ihm reden sollen, schließlich schien er ja seinen ganzen Tag mit anderen Aktivitäten zu
verbringen. Genau das sagte er ihm auch. Während Ko-chan das Gesicht des anderen genauer
betrachtete, fiel ihm auf, was den ganzen Tag über an ihm genagt hatte. Schon in dem Moment, als
Yuugo die Klasse betrat, war er der festen Überzeugung, dieses Gesicht zu kennen. Und während es
jetzt so dicht vor ihm war, wußte er auch, woher. Die langen Haare hatten ihn irritiert, aber wenn
man sie durch eine strubbelige Frisur ersetzte, war es das gleiche Gesicht, dass er vom Foto auf Koji-
samas Nachttisch kannte. Er sah aus wie Izumi, nur etwas jünger.
Er musste wohl ein komisches Geräusch von sich gegeben haben, weil Yuugo sich nach seinem
Wohlbefinden erkundigte, ihn aber immer noch in der gleichen Position fest hielt.
„Wie lange wollen wir hier eigentlich noch stehen, oder sagst du mir, was du von mir willst?
Ansonsten würde ich jetzt gerne gehen."
„Ich wollte dich eigentlich nur fragen, ob du mit mir etwas essen gehen möchtest?"
„Und dazu ist es notwendig, mich festzuhalten?"
„Nun... Ja. Offensichtlich wolltest du mir ja aus dem Weg gehen." Auf einmal war das Playboy-Gehabe
stark von ihm abgefallen und er verhielt sich wie ein ganz normaler Mitschüler. Er nahm seine Hand
von Ko-chans Handgelenken und trat einen Schritt zurück. Der begann seine malträtierten Gliedmaßen
zu massieren und sah dabei den anderen an. „Essen gehen? Mit mir? Warum?"
„Ich glaube, ich mag dich."
„Du kennst mich doch gar nicht."
„Ich mag dich trotzdem. Ich habe gesehen, wie du die Fische gefüttert hast, dich um die Rosen
kümmerst und du hast in den Pausen mit den Kleinen von der Unterstufe gespielt. Das alles am ersten
Schultag im neuen Jahr. Du bist nett und süß. Und außerdem lächelst du einfach zauberhaft. Du bist
einfach zu bezaubernd, um dich nicht zu mögen."
Ko-chan war verblüfft. Das hatte er nicht erwartet, ein derartiges Kompliment von diesem Playboy und
der schien das alles auch noch ernst zu meinen. Leichte Röte kroch über sein Gesicht.
„Also, was ist jetzt? Kommst du mit essen oder nicht?"
„Heute kann ich nicht. Aber morgen wäre ok."
„Gut. Morgen nach der Schule. Und versuch nicht wieder wegzulaufen, ich will dich nicht immer
fangen müssen. Ich freu mich auf morgen." Er lächelte ihm zu, verbeugte sich leicht und ging davon.
Ko-chan blieb verblüfft auf der Stelle stehen. Hatte der andere ihn gerade auf ein Date eingeladen
oder hatte er das missverstanden. Er hob seine Tasche vom Boden auf und ging grübelnd nach
Hause.

An dieser Stelle konnte Izumi ein Gähnen einfach nicht mehr unterdrücken. So sehr in die Geschichte
von Ko-chan auch interessierte, sein primäres Schlafbedürfnis ließ sich nicht so einfach bezwingen. „Es
ist schon erstaunlich, dass aus euch beiden doch noch was geworden ist."
„Hmm. Das hätte ich damals auch nicht geglaubt. Aber was Yuugo sich einmal in den Kopf gesetzt
hat, bekommt er auch." Er grinste vor sich hin. „Ich frage mich, wie es ihm wohl geht, da wo er jetzt
ist."
„Er wird sicher an dich denken. Bei deinem Geburtstag haben seine Augen die ganze Zeit nur auf dir
geruht."
„Er wird mehr daran denken, wie er mich ins nächste Bett bekommt. Sittenstrolch."
„Du hast ihn wirklich geliebt, oder?"
„Ja. Und ich würde alles dafür tun, um wieder mit ihm zusammen sein zu können." Trotz des offenen
Lächelns konnte Izumi den schwermütigen Unterton in diesen Worten hören. Ko-chan würde wohl
noch lange an diesem Verlust zu knabbern haben.
„Ich glaube, wir sollten jetzt besser wieder ins Bett gehen." Ko-chan sah zu ihm herüber. „So wie ich
Katsumi-sama verstanden habe, will der dich morgen irgendwohin schleifen und deine Anwesenheit
hier klären."
„Gute Nacht."
„Gute Nacht, Izumi. Und Danke." Die letzten Worte waren nur noch geflüstert, kamen aber dennoch
bei ihrem Empfänger an. Er drehte sich noch einmal um und nickte, dann schloss er die Tür hinter
sich.