Dies hier ist die überarbeitete Fassung meiner Geschichte, da sie mir nicht mehr ganz so gefiel.

Disclaimer: Nichts gehört mir. Außer die Handlung natürlich.

~°~°~°~Briefe aus Askaban~°~°~°~

1.

Draco saß vor seinem leeren Blatt Papier und starrte in Gedanken versunken darauf hernieder. Das spärliche Licht fiel in Strahlen durch sein hoch in der Wand eingelassenes Fenster. Die Geräusche von außerhalb seiner Zelle vernahm er nur unterschwellig. Ein unbeteiligter Betrachter hätte vermutlich gedacht, dass Draco Malfoy in Trance gefallen war. Sein Blick schien durch das Blatt hindurch in weite Ferne zu schweifen. Doch schließlich klärte sich sein Blick und er schien in die Wirklichkeit zurückzukehren. Er griff zielstrebig nach seiner Feder, die er sorgfältig in das kleine Tintenfass tunkte. Dann setzte er sie auf das Blatt und begann zu schreiben...

‚Liebste Hermine,

ich weiß, es kommt etwas plötzlich, dass ich mich bei dir melde. Schließlich ist es ja schon drei Jahre her. Aber bis vor kurzem fühlte ich mich nicht wirklich fähig, dir zu schreiben. Am besten ich beginne damit, wie es mir die letzten Jahre so ging.

Du möchtest vielleicht wissen, wo ich die ganze Zeit gewesen bin. Nun, eventuell hast du es in der Zeitung gelesen, oder in den Nachrichten davon gehört, wer weiß. Ich hatte nicht wirklich eine Möglichkeit, dass zu überprüfen.

Ich sitze hier in Askaban, wo ich für lebenslang eingesperrt wurde.

Der Grund? Nun, den möchte ich nicht erwähnen. Sagen wir einfach, ich war zur falschen Zeit am falschen Ort. Das trifft es wohl am Besten. Aber es ist nicht so, dass ich vollkommen unschuldig wäre. Es gab genug Gründe für meine Verhaftung.

Vielleicht interessiert es dich, wieso ich dir ausgerechnet jetzt schreibe. Nun, hier drinnen hat man genügend Zeit, um über einige Dinge nachzudenken. Und, ich gebe zu, meistens drehen sich meine Gedanken dabei um dich.

Erinnerst du dich noch an unsere letzte Nacht in Hogwarts? An den Abschlussball? An das, was damals zwischen uns passiert war?

Ich weiß, es ist lange her, und es wäre vermessen von mir, zu glauben, dass du dich noch daran erinnern kannst, aber glaub mir, ich erinnere mich an jedes einzelne Detail.

Daran, wie ich mich in der Eingangshalle versteckt hatte, nur um einen Blick auf dich werfen zu können. Du warst in diesem rubinroten Kleid die Treppe hinuntergeschwebt und hast  einfach wunderschön ausgesehen. In dem Moment hatte ich erkannt, woher der Spruch kommt ‚So schön das es fast schon weh tut'.

Ich erinnere mich an dein wundervolles Lächeln, dass du mit deinen Freunden geteilt hattest, während ihr in der Großen Halle gesessen habt.

Ich werde nie vergessen, wie ich dich um einen Tanz gebeten hatte, und du wirklich ja gesagt hattest. In dieser Nacht hast du mich zum glücklichsten Menschen auf der Welt gemacht.

Und ich weiß noch, wie ich dich nach unserem Tanz nach draußen auf die Terrasse gezogen hatte, weit weg von allen anderen.

Wie sehr ich gezittert hatte, bevor ich mich endlich dazu durchringen konnte, dich zu küssen. Ich weiß noch, wie wundervoll weich sich deine Lippen auf meinen angefühlt hatten. Und wie überrascht ich war, als du mich zurück geküsst hattest.

Glaub mir, in dem Moment ist mein Herz fast stehen geblieben. Ich hätte nie geglaubt, dass du meine Gefühle erwidern würdest.

Wie du mir gesagt hattest, dass es schade sei um all die Zeit, die wir verloren hätten, während wir uns gegenseitig das Leben schwer gemacht hatten. Wie du sagtest, das ich wohl doch nicht so böse wäre, wie ich immer vorgab.

Und wie ich später fast schwebend zum See gelaufen war. Dort hat sich in dieser Nacht einiges  für mich drastisch verändert.

Denn noch in dieser Nacht wurde ich zum Todesser gemacht...

Ich glaube, es ist besser, wenn ich hier aufhöre, da ich mich an diesen Teil des Abends nur äußerst ungern erinnere.

Ich bin nicht sicher, ob ich dies hier jemals abschicken kann, aber ich wollte meine Gefühle für dich unbedingt ausdrücken, auch wenn es nur auf Papier ist.

In ewiger Liebe,

Draco Malfoy'