Von alten Feinden zu Neuen

Hallo meine Lieben. Endlich geht die Story mit unseren vier Musketieren weiter. In dieser neuen Story müssen sie einen neuen Feind bestehen und den King, aber auch seine Cousine Anne und ihre Freundin Constance beschützen. Jedoch sind die Herzen der jungen Damen, aber auch die unserer Helden in Gefahr. Dies ist die Fortsetzung von „Ohne dich kann ich nicht sein", man muss nicht unbedingt die Story davor lesen, aber es würde nicht schaden.

Die Straßen von Paris hatten in dieser Nacht jeden Charme verloren. Der Regen peitschte gegen das Pflaster und jeder Mann und jede Frau, die noch unterwegs waren, versuchten schnell ins Trockene zu kommen. Der Himmel war wolkenbedeckt, sodass kein Mondlicht durchkam.

Eine schwarze Limousine fuhr vor dem Polizeigebäude vor. Der Fahrer stieg aus und eilte um das Auto herum. Er machte die Tür auf und spannte den Regenschirm. Die Gestalt, die auf der Rückbank saß, nahm den Regenschirm entgegen, stapfte die Stufen empor und verschwand in der Wache.

"Marcheaux!" Der Polizeibeamte schreckte hoch. Er saß an seinem Schreibtisch und war zu sehr in seinen Computer vertieft gewesen, als dass er bemerkt hätte, dass jemand in sein Büro gekommen war. Er stand schnell auf und schob Papiere zur Seite. „Duke of (von) Savoy. Sire, Sie sind in Paris?" Der Duke rümpfte seine Nase über die Unordnung.

Das Büro wurde nur durch die kleine Schreibtischlampe erhellt. Draußen war es schon dunkel und es regnete stark. Die Tropfen klatschten an das Fenster und gestalteten so die Atmosphäre nur noch düsterer. „Einige meiner Geschäfte führen mich nach Paris," sagte er desinteressiert. Marcheaux lächelte nur unehrlich.

„Eure Gemahlin wollte bestimmt auch ihren Bruder sehen?" Bei dieser Frage schnaubte der Duke nur. „Marcheaux, Rochefort soll noch in einer Zelle sein?" Nun wurde es dem Angesprochenen etwas unangenehm. „Nun ja, Ich darf solche Informationen nicht herausgeben." Sein Gegenüber zog nur die Augenbrauen hoch und schaute ihn eindringlich an.

Marcheaux musste nicht lange überlegen. Er machte die oberste Schublade seines Tisches auf und holte eine Schlüsselkarte hervor. „Bitte, mit dieser Karte können Sie mit ihm reden. Es befindet sich nur eine Wache im Vorraum, daher sind sie ungestört." Savoy verließ das Büro ohne Kommentar.

Rochefort lag auf einer Bridge. Er hatte seinen Unterarm auf seine Augen gelegt und um das störende Licht, welches sich im Gang befand, auszublenden. Eine der unzähligen Türen öffnete sich und fiel nach kurzer Zeit mit einem lauten Krachen ins Schloss. Einige der anderen Insassen drehten sich nur um und versuchten weiterzuschlafen.

Mit ihm waren nur ein Betrunkener und ein kleiner Drogendealer in der Zelle. Der Erstere hatte einen so großen Alkoholspiegel in seinem Blut, dass er den Krach noch nicht einmal hörte. Er schnarchte nur in der Ecke auf dem Boden. Der Dealer, war mit dem Rücken zu Rochefort gedreht.

Rochefort hörte Fußschritte den Gang entlangkommen. Dann auf einmal verstummten sie und jemand klopfte an die Gitterstäbe. Rochefort nahm den Arm weg und hob den Kopf. Als er sah, wer ihn da besuchte, sprang er sofort aus dem Bett und strich seine sehr zerknitterte Kleidung zurecht.

„Monsieur, welch eine Ehre. Ich habe damit gerecht, dass Ihr einen Eurer Anwälte schickt. Aber, warum seid Ihr um diese Uhrzeit da?" Rochefort schaute den Gang entlang. Anscheinend hielt er Ausschau nach einem der Wärter. „Rochefort, es wird kein Anwalt kommen."

„Achso, wird die Anklage fallen gelassen?" Der Inhaftierte war nun sichtlich verwirrt. „Du wirst morgen in das Staatsgefängnis verlegt. Ich bin nicht hier um dich heraus zu holen." „Monsieur, ich verstehe nicht." „Rochefort, du bist seid unbrauchbar. Ich habe keine Verwendung mehr für dich."

Savoy wandte sich ab. Rochefort hämmerte gegen die Gitterstäbe. „Monsieur, ich bitte Euch. Ich habe alle gemacht was Ihr wolltet. Ich habe der roten Garde geholfen. Ich habe die Informationen über die Tunnel verstreut. Ich habe selber Geld in Umlauf gebracht, um die Wettstreitigkeiten der Einbrüche zu erhöhen. Was wollt Ihr noch?"

Savoy drehte sich nochmals um. „Ihr wurdet erwischt. Und das auch noch von einer Frau. Rochefort, du weißt es besser." Savoy ging. Rochefort stand nun da, in der kalten Zelle. Hinter ihm schnarchte der Betrunkene. Die Tür fiel wieder ins Schloss.

Die schwarze Limousine fuhr los, als der Duke wieder eingestiegen war. Das Auto fuhr durch die dunklen Gassen und parkte nach zwanzig Minuten Fahrzeit vor einem Gebäudekomplex. Der Duke stieg wieder aus. In seinem Büro angekommen, dass sich im obersten Stock befindet, setzte er sich an seinen Schreibtisch und fuhr den Computer hoch. Die anderen Schreibtische und Büros waren um diese Uhrzeit unbesetzt. Auch die Sekretärinnen waren im Feierabend. Daher konnte eine dunkle Gestalt ungesehen in das Büro des Dukes treten. „Ah Adrian, ich hoffe, niemand hat Sie gesehen."

Der Angesprochene streifte sich die Kapuze vom Kopf. „Natürlich nicht. Ich habe Ihre Botschaft bekommen, wie darf ich zu Diensten sein?" „Mein lieber Schwager hat seinen Buchhalter gefeuert, dieser wird in das Gefängnis gehen." Adrian schmunzelte leicht. „Vielleicht sollten Sie nun auf den richtigen Mann vertrauen." Der Duke schlug mit seiner Faust auf den Tisch.

„Ich vertraue genau den Personen, denen ich vertraue. Rochefort war nur ein Bote, und du wirst auch nur ein Bote sein. Ich will, dass ihr diese Cousine meines Schwagers im Auge behaltet. Sie mischt sich zu sehr bei uns ein." Adrian nickte nun. Wenn der Duke sauer war, sollte man nicht mit ihm diskutieren.

„Ihr dürft gehen, ich erwarte am Ende der Woche ein Bericht. Und ich muss nicht betonen, dass ich Zugang zu den Unterlagen von Louis Geschäften benötige. Veranlasst das bitte." Adrian zog sich wieder die Kapuze in das Gesicht. „Ihr könnt Euch auf mich verlassen." Damit verschwand er wieder.

Savoy wendete sich nun seinem Computer zu. Nach einigem Tippen auf der Tastatur klickte er Senden und holte sich einen Kaffee. Auf dem Computer wurde, als er die Kaffeemaschine anschaltete, eine Meldung angezeigt. 500.000€ an Polizei überwiesen. Empfänger: Marcheaux