A/N: Haaa, ich kann Versprechen doch einhalten. Pünktlich Anfang Februar ist das Kapitel fertig aufdieschulterklopf

Und es geht auch schon online sovielLobistnichtgut

Ich danke für die lieben lieben Reviews, obwohl das letzte Chap so verspätet kam. Und gleich so viele!

Ihr seid alle so toll.

SSJSweety: Was soll ich zu Dir anderes schreiben, als: Jajajajajajajjaa ich mach jaaa... :)

Yanis Tamiem: Ich habe Dir den Tag gerettet? Wie schön... Ob ich das wieder schaffe?

Leley: Ungeduldig bist Du? Ohoh, da haste Dir ja die richtige Autorin ausgesucht. Ich verlange doch immer soviel Geduld :)

Yuumi: Ohje, ohje, ich hoffe mal, dass ich es schaffe, dass Tais Ansehen etwas steigt. So widerlich ist er nämlich gar nicht. Mach dir mal da keine Sorgen drum.

Fan-chan: Miyako ist eigentlich nicht Yolei. Sie ist eher so ein bissel Mimi. Aber Mimi ist ein scheußlich kitschiger Name. Im Grunde dürftest du ja bemerkt haben, dass alle Figuren nicht ins Original passen. Aber das ist mir egal. Ich mag sie so wie sind. Und Miyako macht einfach super Spaß zu schreiben.

senex: geehrtfühl Du hast ganz recht, ich schreibe sehr einfach. Das liegt ganz einfach daran, dass ich Stories fürchterlich finde, in denen eine Entfremdung erzwungen wird, ohne dass der Autor wirklich eine Ahnung davon hat, was er schreibt. Schwierige Sätze, Entfremdungen, Fachbegriffe sollten von denen verwendet werden, die 1. etwas davon verstehen und 2. ein Publikum ansprechen wollen, dass fern von Fanfiction und Zeichentrick ist. Das ist keine psychologische Abhandlung, sondern eine kleine ungewöhnliche Liebesgeschichte. Und genau dass scheint ja rüberzukommen.

me-chan: Tja, was wird wohl passieren :), das wirst du hier und evtl. im nächsten Chap lesen. Und Kaigou? Hehehehehe, lass dich überraschen!

hatschiii: Das Ende wird noch ein wenig dauern :). Erstmal wird Tai Reika net abschießen. Sonst wäre es ja sinnlos gewesen, sie zusammenzubringen. Aber in der Zukunft? Wer weiß?

KaisAngel: Siehst du doch, dass ich kann. Aber es geht ja weiter. Keine Sorge. Yama wird auf jedenfall noch auf seine Kosten kommen. Ob jetzt oder später, wirst du schon noch sehen.

Luinaldawen: Ich finde es sehr schön, dass Miyako und Yamato sich näher kommen und Tai weiß doch gar nicht, dass Yamato schwul ist, oder? Hab ich jetzt was verraten? ggg

Lizzie: GUCK! Ich bin pünktlich. Na dann hab ich ja noch mal Glück gehabt und erwarte deine Gnade :). So: Yamatos Vater hat mir mal wirklich Kopfzerbrechen gegeben. Irgendwer, irgendwo hatte ihn mal Masahito genannt. Ich weiß wirklich nicht mehr, wo ich das her hatte. Allerdings haben meine Figuren soviel AU dass ich jetzt auch nicht mehr ändern möchte. Ich hoffe, dass ist ok. Ganz ehrlich. Ich hab keinen blassen Schimmer, ob er Masahito, Masaharu oder sonst wie heißt. Ist schon ewig her, als ich die Serie geschaut habe.

Queran: Na, ja, ich hatte euch ja auch ganz schön warten lassen, aber du hast es ja noch gefunden :). Wenn ich sehr sehr viel Muse und sehr sehr technisches Geschick aufbringen kann, mal ich dir Yamato in dem Outfit. Aber ich bin nicht so ein toller Zeichner. Es kommt echt auf die Tagesform an, ob was Gescheites rauskommt.

Sooo jetzt gehts aber los.

Alli


KNURRR! Alli ist jetzt richtig sauer. Jetzt haben sie mir auch noch das Nummernzeichen weggenommen.! ALSO AB JETZT GILT:

Für Yamatos Geschreibsel und die Gebärdensprache: -Text-

Für Yamatos Gedanken einfach nur -Text-

Wer es im Original lesen will, geht doch einfach auf meine HP. Die Story wird in den nächsten Tagen/Wochen online gehen!


Kapitel 19

Mit Herzklopfen blieb er im Türrahmen stehen. Anscheinend war es eine Schallschutztür gewesen. Denn als sie sie geöffnet hatte, durchdrang tiefer Bass seine Beine und kroch bis zu seinem Kopf. Der Boden vibrierte unter den dumpfen Schlägen der Bassdrum.

Farbige Lichter flackerten und kreisten wild umher. Der große Opernsaal war unterteilt in eine riesige, silberne Tanzfläche, in die die frühere Bühne integriert war. Die Decke war weitaus tiefer als Yamato vermutet hätte. Schließlich sollte das früher eine Oper gewesen sein. Bestimmt war eine zweite Ebene eingezogen worden.

An die große rot- und silberverkleidete Bar direkt rechts von ihnen schloss sich ein Sitzbereich an, in dem bestimmt 50 Leute Platz hatten. Jeweils 2-8 rotbezogene Stühle oder Sitzbänke standen um schwarze, mamorierte Steintische. Junge Kellner und Kellnerinnen eilten zwischen ihnen hindurch und bedienten die Jugendlichen, die lautschwatzend ihren Spaß hatten.

Dieser Raum hatte so gar nichts mehr von der mondänen Eingangshalle.

Schon wieder Disco, dachte sich Yamato, die Jugendlichen beobachtend, die wild tanzten und dabei eine Hemmung nach der anderen zu verlieren schienen.

-Miyako. Ich weiß nicht, ob ich auf Disco so viel Bock habe.-

„Wir sind nicht wegen der Disco hier. Es ist gleich 16 Uhr. Heute spielt „Pain."

Yamato sog die Luft ein. Meinte sie das ernst? Pain war seine Lieblingsband. Und die spielte hier? Heute? In genau 6 einhalb Minuten?

Kein Wunder waren hier soviele Leute. Trotzdem hatte er erwartet, dass eine Menschenschlange vor der Eingangshalle wartete.

Die Frage sah sie in seinem Gesicht.

„Hier treten regelmäßig Bands auf. Bekannte, wie Unbekannte. Nur wenige wissen welche auftreten werden."

-Und woher weißt du das-

„Kaigou arbeitet hier."

-Arbeitet er nicht im Kino-

„Ja, auch. Kaigou triffst du immer dort an, wo am meisten los ist." Ein seltsamer Kerl.

-Glaubst du, Taichi kommt hier auch her-

„Ja, hin und wieder, aber heute bestimmt nicht. Er trifft sich doch mit..." Sie hielt inne und verzog entschuldigend den Mund.

-Schon gut. Ich bin eigentlich ganz froh, dass er nicht da ist.-

„Entspann dich. Schau dich doch mal um. Hier sind nur hübsche Kerle. Such dir einen aus und wenn es nur zum Knutschen ist."

Yamato wurde rot. Er konnte doch nicht einfach so mit irgendjemandem rumknutschen. Zumal er sich immer vorgestellt hatte, dass er seinen ersten richtigen Kuss mit einem besonderen Menschen haben würde.

Miyako grinste nur über seinen entsetzten Gesichtsausdruck und zog ihn zu einem Tisch. Eine junge, blonde Frau kam vorbei und Yamato bestellte zwei Cola.

Kurz darauf hörte die Musik auf und die Jugendlichen schauten interessiert zur Bühne. Es war ein interessantes Konzept, die Leute vorher nicht wissen zu lassen, wer auftreten würde. In der Hoffnung eine gute Band zu sehen, kamen die Jugendlichen immer wieder.

Als tatsächlich vier junge, schwarzhaarige Typen auf die Bühne traten und ihre Gitarren erklingen ließen, begann ein riesiges Gejohle und Kreischen. Mädchen hüpften von ihren Plätzen auf und rannten zur Bühne. Sie drängten und stießen sich um. Auch Mi und Yamato waren aufgestanden. Vergessen war die Cola, deren Kohlensäure sich in der zunehmenden Hitze des Raumes verflüchtigte. Da Yamato keine Lust hatte von überdrehten Mädels plattgewalzt zu werden, blieb er einige Schritt hinten dran, begann aber ebenfalls zur Musik zu tanzen.

Er formte ein „Danke" auf seinen Lippen und Miyako lächelte gewinnend.

Nach einigen scheuen Augenblicken ließ es Yamato zu, mit Mi zu tanzen. Es war irgendwie schön, jemanden zu haben, mit dem man sich verstand und eine Freundschaft aufbauen konnte ohne das Yamato diese lächerlichen Geheimnisse aufrecht erhalten musste. Mi hatte auf keinen seiner offensichtlichen „Fehler" reagiert. Noch dazu brachte sie ihn in ein Konzert. Zwar konnte er sich vorstellen, dass ein Gehörloser den Beat spüren und dazu tanzen konnte, aber ob man wirklich den Zauber von Musik verstand, bezweifelte er. Jetzt war er sich sicher, dass sie ihn längst durchschaut hatte. Es war also lächerlich noch weiter den Gehörlosen zu spielen. Dann wusste sie, dass er homosexuell und unglücklich verliebt in Taichi seinen besten Freund war. Im Grunde brauchte er sich vor ihr nicht zu verstellen. Er hätte nicht gedacht, dass er noch einen zweiten Menschen finden würde, der ihm so nahe stehen könnte. Na gut, dann hatte er eben noch ne beste Freundin.

Über eine Stunde ging das überraschende Konzert der Gruppe Pain. Vor zwei Jahren hatten sich diese in der Region einen erfolgversprechenden Namen gemacht. Yamato hoffte, dass sie bald landesweit oder sogar international Erfolg hatten. Schließlich würden sie dann größere Konzerte geben und mehr CDs rausbringen können. Aber sie blieben noch lange nach dem Konzert, den die D.J.s trafen den Musikgeschmack der beiden Freunde.

Miyako hatte sich in der Zwischenzeit öfters zu anderen Jungen zugewandt. Ein wenig bewundernd beobachtete Yamato ihren Einfluss auf die männlichen Besucher. Einige ließen sie gar nicht aus den Augen. Es fehlte nur noch, dass ihnen die Sabber runterfloss.

Yamato hatte den anfänglichen Enthusiasmus, hier jemanden kennenzulernen, verloren. Er wollte auch gar nicht mehr. Obwohl das Konzert super gewesen war und die Atmosphäre einfach nur genial, nagte Taichi an ihm. Wann immer er strubbelige Haare sah, musste er kurz innehalten und warten bis die betreffende Person sich umgedreht hatte. Erkannte er dann, dass er nicht Tai angesehen hatte, fühlte er eine Enttäuschung in seinem Bauch, die ihn wieder an seine depressive Stimmung am gestrigen Abend erinnerte.

Miyakos Idee war gut gewesen, allerdings wünschte er sich, dass er kaltherziger war, als er immer weismachen wollte, so dass er die Enttäuschung schnell beiseite legen konnte.


Schließlich hatte er keine Lust mehr auf der Tanzfläche herumzuwackeln. Er setzte sich an den Tisch und trank die schale Cola. Der Geschmack war ihm egal. Sein Körper war überhitzt und er schwitzte. Er brauchte einfach die Flüssigkeit.

Gerade als er 10 Minuten gesessen hatte und Miyako noch immer tanzend beobachtete, spürte er einen leichten Hauch an seinem linken Ohr.

„Und wünscht der Herr noch was?"

Yamato drehte sich erschrocken um. Kaigou, gutaussehend und sich dessen bewusst, lehnte lässig an seiner Stuhllehne und lächelte sein Aufreißergrinsen.

„Die Cola schmeckt doch gewiss nicht mehr."

Da Yamato von Kaigous Sprachkünsten bezüglich der Gebärdensprache wusste, holte er seinen Notizblock nicht hervor.

-Ich kann mir keine neue leisten.- antwortete er ungeschickt. Irgendwas machte ihn nervös.

„Ach quatsch. Das gehört zum Service." Kaigou nahm Yamatos halbvolles Glas mit, ebenso Miyakos und ging hinter die Theke.

Der blonde Junge schaute ihm interessiert hinter her. Kurze Zeit später hatte er schon seine neue Cola auf dem Tisch, mit frischen Eiswürfeln und einer Zitronenscheibe. Das Getränk sprudelte, wie aus einer frisch aufgemachten Flasche.

-Danke.- Eine neue Cola zog er der alten gewiss vor. Auch wenn er ein wenig Angst hatte, was Kaigou von ihm wollte. Wahrscheinlich was er von jedem Jungen, Mann, Mädchen, Frau wollte.

Yamato nahm nervös einen Schluck, während ihn der junge Mann beobachtete. „Dein Outfit gefällt mir. Du siehst echt heiß aus." Die dunklen Augen von Kaigou musterten ihn. Das Kompliment führte sofort dazu, dass Yamato seine Gesichtsfarbe wechselte. Er verfluchte seine blasse Haut, auf der jede Röte deutlich hervorstach. Und natürlich schmeichelte es ihm. Kaigou sah verdammt gut aus, war erwachsen und so ziemlich der coolste und schrägste Typ, den Yamato kannte. Auch wenn er ein wenig Angst vor dem aufdringlichen Erscheinen des Mannes hatte, war es doch etwas völlig anderes, als wenn man von Klassenkameradinnen oder jüngeren Schülern, ausnahmslos Mädchen, angebaggert wurde. Das hatte ihn immer nur angenervt. Bei Kaigou fühlte es sich besser an. Ein erwachsener Mann fand ihn „geil". Das sagte doch eine Menge aus. Obwohl Mi gesagt hatte, dass Kaigou alles mitnahm, bildete sich der Junge ein, dass „alles" nur besonders Reizvolle einschloss.

-Da bekommst du einmal ein Kompliment und wirst zum oberflächlichen Teenie. Schäm dich, Yamato.- Dennoch, Tai knutschte mit Reika rum, dann hatte er doch jedes Recht sich auch abzulenken.

Yamato beschloss mit der Erröten aufzuhören und grinste anzüglich.

-Tanzt du-

Kaigou zog erfreut eine Augenbraue hoch. Ein leichtes Schmunzeln umspielte seine Mundwinkel. Wahrscheinlich hatte er sich gerade in die Höhle des Löwen begeben und seine Jungfräulichkeit war arg gefährdet, doch warum sollte er sich aufhalten lassen? Er war im besten Alter sich zu amüsieren und mit Kaigou konnte er sich auf eine Menge freuen.

„Klar, gerne." Kaigou legte seinen Arm um Yamatos Taille und zog den Jungen in die Menge. Miyako schüttelte lachend den Kopf als er die beiden tanzen sah. Sie hob warnend den Finger, aber Yamato ignorierte ihn und legte seine Arme um den älteren. Der Duft von Schweiß von den vielen Menschen. Blumige Parfüms vermischten sich mit herben AfterShaves. Der pochende Bass, in dessen Takt er sich bewegte, zog ihm bis in die Fingerspitzen und dazu die durchdringen Augen von Kaigou, die jede seiner Bewegung beobachteten. Das anfängliche Aufbäumen des Strubbelkopfes in seinem Geist wurde übertönt von lauter Gitarrenmusik und dem Gehen lassen, dem Verlust der Kontrolle ohne dass sich Yamato in einer Depression befand. Es war ein guter Kontrollverlust. Es war Freiheit. Yamato vergaß Taichi, wenigstens für ein paar Stunden.


Er klingelte. Da die Haustüre offen stand sprintete der braunhaarige Junge sofort in den Aufzug, ohne auf die Antwort zu warten. Oben angekommen öffnete Yamatos Vater die Wohnungstüre.

„Oh, hallo Taichi."

„Ich wollte Yamato besuchen. Es geht ihm doch besser, oder?"

Masahito zog die Augenbrauen hoch. „Yamato ist nicht da. Ich dachte, du hättest dich mit den beiden getroffen."

„Mit wem?"

„Na diesem Mädchen, wie hieß sie noch gleich? Miyako? Sie sind schon heute Mittag weggegangen."

Taichi stutzte. Er hatte gedacht, Yamato würde den ganzen Tag zu Hause bleiben. Deswegen hatte er doch auch nicht in die Schule gemusst. Schwänzen sah seinem Freund nicht ähnlich. Allerdings nach dem gestrigen Zusammenbruch konnte man nicht wirklich von Schwänzen sprechen.

„Wo sind sie denn hin?"

„Das kann ich dir nicht beantworten, Taichi. Hast du seine Handynummer? Dann kannst du ihn ja anrufen."

Taichi nickte leicht. Natürlich hatte er die Handynummer. Ein Telefongespräch war mit Yamato zu einseitig und so hatten sie sich angewöhnt, Termine über SMS festzusetzen.

„Es tut mir wirklich leid, dass du umsonst hierher gekommen bist. Und ich habe dir das auch noch gesagt. Ich hoffe, du bist mir nicht böse."

„Nein, Herr Ishida, ist schon gut. Eigentlich ist es doch gut, wenn er etwas unternimmt."

„Ja, ich bin auch ganz überrascht. Aber tut mir leid, Taichi, ich habe zu arbeiten. Du kannst dich meinetwegen auch in Yamatos Zimmer setzen, aber ich weiß wirklich nicht, wann er heimkommt."

„Nein, schon gut. Ich gehe wieder. Vielen Dank."

Masahito warf ihm einen mitleidigen Blick zu und schloss die Tür.

Tai seufzte auf und ging nun wesentlich langsamer wieder nach draußen.

Also war Yamato mit Mi ausgegangen. Warum auch nicht, wenn es ihm dann besser ging?

Taichi hatte nicht gewusst, wie er mit dem am Boden zerstörten Freund umgehen sollte. Natürlich würde er gerne für ihn da sein und ihm helfen, aber wenn man mit sowas nicht oft zutun bekam, war da immer die Unsicherheit etwas Falsches zu tun.

Und Miyako war kein Kind von Traurigkeit. Sie würde Yamato wahrscheinlich von einer Kneipe in die andere schleifen, oder noch schlimmer. Sein Freund hatte keine Chance über seine Traurigkeit nachzudenken. Doch ehrlich gesagt, hätte das Taichi auch gerne getan. Schließlich war Yamato sein bester Freund. Und dieser beste Freund brauchte Hilfe und die wollte er ihm geben.

Er fühlte sich ein wenig nutzlos. Miyako hatte sich unbemerkt an seine Seite geschlichen und Yamatos Herz erobert. Eigentlich sollte er sich darüber freuen.

Dennoch nagte etwas an ihm. Durch die Erklärung von Herrn Ishida war da auch immer noch das Schuldgefühl, dass ihn die ganze Nacht nicht hatte schlafen lassen. Er war mit Schuld daran, dass es Yamato gestern Abend so mies gegangen war. Er hätte wissen müssen, dass Yamato Angst hatte geliebte Menschen zu verlieren. Sie hatten doch soviel Zeit miteinander verbracht und Tai ist es nicht verborgen geblieben, dass die Familie ein sensibles Thema für den Blonden war.

Auch wenn Reika verdammt süß war und Taichis Herz nur bei dem Gedanken an das Mädchen zu rasen begann, hätte er sich mit dem Beziehungsbeginn doch zurückhalten können, bis er mit Yamato gesprochen hatte.

Außerdem hatte er seinen Freund den ganzen Abend alleine gelassen und getanzt, obwohl dieser nur wegen ihm mitgegangen war.

„Du bist ein Scheiß-Freund! Taichi."

Er warf einen Stein auf einen Abflussdeckel und beobachtete, wie er über das Metall rollte, durch eines der Löcher fiel und unten ins Wasser platschte. Der Abwasserkanal war sicher noch überfüllt durch den vielen Regen.

„Vielleicht kann ich ja herauskriegen, wo die beiden sind." Taichi kramte aus seinem Rucksack sein Handy heraus. Es war ein Wunder, dass es sich noch nicht in seine Einzelteile aufgelöst hatte, so wie er die Tasche immer herumschleuderte.

Taichi begann zu tippen, entschied sich aber dagegen. Eine SMS würde er vielleicht nicht gleich bemerken. Er würde anrufen. Wenn Miyako in der Nähe ist, kann sie ja antworten.

Also suchte er Yamatos Nummer aus dem Telefonbuch.

Es klingelte. Es klingelte nochmal.


Mittlerweile hatte Taichi schon fünfmal angerufen. Aber weder Yamato noch Miyako hörten das Telefon.

Na super! Dann würde er eben zu Hause sitzen und sich ein Video reinziehen. Enttäuscht schmiss er sich aufs Bett. Er hatte Reika wegen Yamato abgesagt, denn er wollte sich natürlich auch weiterhin sich mit seinem besten Freund treffen, ohne das braunhaarige Mädchen.

Nun saß er hier und obwohl er es nicht wollte, schlich sich ein Schmollen auf seine Lippen. Missmutig schaute er auf den Fernseher. Der Film war langweilig.

„Tai, Essen!" Kari kam rein, mal wieder ohne anzuklopfen. Ein Kissen landete in ihrem Gesicht. Sie musste es doch endlich mal lernen.

„Ich hab kein Hunger."

„Oh je." Kari setzte sich neben ihren Bruder und musterte ihn aus großen, rehbraunen Augen. „Ist das mit Reika schon wieder aus?"

„Woher weißt du von Reika?" Überrascht richtete sich der älterte Yagami auf.

„Sowas spricht sich schnell rum. Und seid ihr noch zusammen?"

„Ja, sind wir."

Kari lächelte. „Das ist doch klasse. Endlich hast du mal wieder eine vernünftige Person an deiner Seite. Und hoffentlich eine Tolerante gegenüber Chaos. Tai, wie kannst du hier leben? Wenn ich die Farbe deines Teppichs nicht kennen würde, hätte ich große Probleme sie zu erraten."

„Verschwinde."

Kari verdrehte die Augen.

„Warum so schlecht gelaunt, wenn du doch gerade sooo verliebt bist?"

Taichi musterte seine Schwester. Wann war sie alt genug geworden, sich mit seinen Problemen beschäftigen zu können?

„Das kann ich dir nicht so genau sagen. Ich bin einfach nicht gut drauf. Lass mich heute einfach. Morgen ist alles wieder vorbei."

Sie zuckte mit den Schultern.

„Kari?" rief er ihr hinterher.

„Ja?" Sie drehte sich wieder zu ihm um. Er hatte sich geirrt. So klein, war seine Schwester wirklich nicht mehr. Einmal mehr, schlich sich ein Gedanken in sein Gehirn, dass er mehr auf seine Umgebung achten sollte.

„Kann man Eifersucht empfinden, wegen jemandem, in den man nicht verliebt ist?"

„Ja!" antwortete Kari sofort.

„Wie?"

„Ich bin immer eifersüchtig, weil Dad sich deine Fussballspiele anschaut, aber bei noch keinem meiner Basketballspiele war."

Taichi runzelte die Stirn. „War er nicht? Das tut mir leid, Schwesterchen. Ich will dir Dads Aufmerksamkeit nicht wegnehmen."

„Ich weiß Tai, aber das ist genauso Eifersucht."

„Soll ich mit Dad reden?" Taichi war nun aufgestanden.

„Wenn du das tust, hast du was gut bei deiner Schwester." Kari zwinkerte verschwörerisch. Taichi grinste. Freiwilliger Dienst von Kari? Da ließe sich was finden. Taichi hasste Hausarbeit.

„Kommst du nun essen?"

Taichi nickte. Es war doch dumm eifersüchtig auf Miyako zu sein. Zumal sie einfach nur mit Yamato ausgegangen war. Sie hatte sicherlich nicht beabsichtigt, Taichi zurückzusetzten. Sie waren doch ebenso gute Freunde. Und Yamato würde es heute abend gut gehen.

Kopfschüttelnd über seine eigene Dummheit ging er hinter Kari her. Natürlich hatte er Hunger.

-to be continued-


A/N2: Wer Lust hat, kann mich auch mal in meinem Forum besuchen. Meine Homepage ist noch im Anfangsstadium. Das heißt, dass einige Links noch nicht funktionieren, aber Besuch ist immer toll :).

Am besten über die Internetseite www.yeroundlia.de. Da hier keine Links gehen, müsst ihr euch eben durchklicken :).

Allerdings ist das mehr ein Fantasy-Schreib-Forum. Trotzdem heiße ich jeden Willkommen!