Sofia war allein.

Sie stand auf einem Berg, und wusste nicht was sie machen sollte. Sie trug ein Latexkostüm, das große Teile ihres hübschen, auf den Kampf manipulierten Körpers freiließ. In ihrer Hand hielt sie eine Peitsche. Sie hatte die Peitsche noch nie aus der Hand gelegt, Zeit ihres Lebens hatte sie kämpfen müssen, selbst ihm Schlaf hatte sie die Peitsche umklammert. Zeit ihres Lebens - Welches Lebens? Sie hatte keine Erinnerung an das Leben, das sie vor ihrem Mißbrauch für Experimente geführt hatte. Sie war wohl Geheimagentin gewesen, möglicherweise im KGB, da sie einen ganz leicht russischen Akzent hatte. Die Anderen Kämpfer des To shin den waren weg. Nur sie wusste nicht, wohin sie gehen sollte. Sie betrachtete die Peitsche... ein unnützes Relikt. Sie schleuderte ihre Elektropeitsche so weit wie möglich weg.

Und nun...

Mit ihrer Peitsche hatte sie gleichsam die Kämpferin in ihr weggeworfen. Und ohne die... was blieb ihr dann? Was war sie, außer einer Kämpferin?

Wer war sie überhaupt? Sie war Sofia. Aber wer war Sofia? Sofia war niemand, dachte sie resigniert. Sie war nur eine Kämpferin - doch ohne ihre Peitsche war sie nichts.

Sofia drehte sich um.
Nun, die Zeit ihrer Kämpfe war vorbei.

Ihre Zeit war vorbei.
Ihr würde niemand eine Träne nachweinen, sie war niemand. Und jemand, dem man betrauert, muss es schließlich geben. Sie gab es nicht, sie war niemand.

Wo also lag das Problem?

Solchen und anderen Gedanken hing Sofia nach, bevor sie mit einem gepflegten Salto von der Spitze des Berges sprang, auf der Steilwand aufschlug, sich während sie herunterrollte einen Großteil von Latex und Haut wegschrammte und neben ihrer Peitsche landete.

Sie lächelte, als sie die Peitsche ergriff.