Wiedersehen am Baikalsee Prolog:

Es war ein wunderschöner Sonnenuntergang nach einem anstrengenden Tag. Zuerst musste er heute Morgen das komplette Klassenzimmer putzen. Anschließend hatte er sich mit Kenny am Fluss getroffen um etwas zu trainieren und die neue Funktion seines Blades zu testen, welcher dieser eingebaut hat.

Jedoch konnte er sich einfach nicht konzentrieren, da ihm noch immer ein Gefühl von Verlust und Zweifel an ihm nagten.

Er kam gerade durch das Tor des Dojos gelaufen als schon ein Ruf seine Ohren erreichte. „Grünschnabel, es ist Zeit fürs Training!" schrie sein Gramps aus vollen Herzen. Und schon bekam er ein Holzschwert in die Hand gedrückt. Und sein Opa eröffnete das Kendo Training. Die Angriffe waren immer sehr gut, mal kamen sie von oben mal wieder von der Seite. „Opa, kannst du dich nicht für eine Richtung entscheiden?" machte Tyson sich mal wieder lustig. Während er keuchend die Arme auf die Knie stütze. „Du bist gut geworden, Grünschnabel!" Nach zwei weiteren Stunden Training hatte er 2 neue Angriffstechniken gelernt. Und war fix und alle. Sein Haar hingen verschwitzt in alle Richtungen, und das Shirt war schweißnass. Also beschloss er noch schnell unter die Dusche zu springen. Er schäumte die Haare ein, mit Shampoo welches nach Wasserlilie und Minze duftete. Dabei träumte vor sich hin. Dieser eine Moment, zwischen Kai und ihm, als sie in einer anderen Dimension auf die Planeten starrten, ging ihm nicht mehr aus dem Kopf. Es war so wunderschön ruhig und faszinierend gewesen. Ein solch friedlichen Ort, mit beruhigenden Geräuschen von Wind und Wasser ließ ihn einschlafen. Als er wieder zu sich kam, sah er einen total verstrubbelten, erschöpften aber glücklichen Kai. Zumindest wirkte das auf ihn so, ein Augenblick den ihn jetzt noch schmunzeln lies. Da war ein seltsam warmes, prickelndes Gefühl in ihm aufgestiegen.

Danach dieses völlig aus dem Ruder laufende „Just-His 5 Turnier", mit unendlich vielen nervenzehrender, verzweifelter Augenblicke! Oft wusste er dabei nicht weiter, fühlte sich überfordert und allein, dabei hätte er gerne Kai um einen Rat gefragt. All das trieb ihm immer noch Tränen in die blauen Augen. „Mist! Was ist mit mir los? Ich bin total durcheinander!", schrie er aus Verzweiflung und schlug gegen die weiße Wand. Das Wasser wurde kühler und er bekam eine leichte Gänsehaut, was sonst nie der Fall war, da beschloss er, sich aus dem Bad zu verabschieden.

Trocknete er sich ab und zog sich eine bequeme schwarze Hose und einen dunkelblauen Pulli an.

Ohne Socken und mit nassen offenen Haaren tapste er über die Veranda, bis er vor dem kleinen Teich stand. Es war sein Lieblingsort. .Die wunderschönen Runden Steine welche den Rand des Sees bildeten und die zarten Wellen welche der Wind machte, wirkten ungemein beruhigend auf seine verwirrten Gedanken.

Um dem Ganzen die Krone auf zu setzen ging gerade noch die Sonne unter, sie tauchte alles in ein Meer aus gelb, orange und rot Tönen. Lange stand er mit geschlossenen Augen da, bis sich irgendwann die ersten Sterne am Himmel standen und der Mond sichtbar wurde. Ein sehr kühler Wind berührte sanft sein Gesicht.

Auf einmal klingelte das Telefon.

„Hier bei Kinomya! "meldete sich Tyson. „Oh hallo Tyson, hier ist Mr. Dickenson. Genau dich wollte ich sprechen! Ich habe gerade einen Anruf aus Russland bekommen." „Aus Russland? Wer möchte denn da was von ihnen und was hat das mit mir zu tun?", fragte Tyson verwundert. „Naja der Anruf kam von Tala, und es hat mir dir zu tun, weil er wegen dir angerufen hat. Er wollte deine Telefonnummer haben, zuerst war ich misstrauisch, weil ihr nicht unbedingt Freunde seid. Jedoch habe ich mich breitschlagen lassen und sie ihm gegeben.", sagte die alte dunkle Stimme. „Ich wollte dich eigentlich nur vorwarnen, dass Tala bestimmt in den nächsten Tagen bei dir anrufen wird." „Schon mal Vielen Dank für die Warnung Mr. D.! Aber wissen sie was Tala von mir will?", klang es neugierig von dem blauharrigen. „Nein tut mir leid, ich habe absolut keine Ahnung Tyson, aber das wirst du ja bald selber herausfinden können. Also mach's gut! Tschüss!". „Naja dann wünsche ich Ihnen noch einen schönen Abend und eine Gute Nacht! Tschüss Mr. Dickenson.", er konnte nur mit Mühe ein lautes Gähnen unterdrücken. Langsam und nachdenklich, stellt er das Telefon wieder in die Ladestation, starrte ausdruckslos in den Raum umher. Im Anschluss ging in sein Zimmer zurück.

/Was will Tala wohl von mir? Schließlich ist es schon 22:00Uhr abends. So spät ruft Mr. Dickensons sonst nie an. Und Tala hat ja noch nie hier angerufen./ Zwar waren sie nach dem letzten Turnier sowas wie gute Bekannte geworden aber trotzdem, irgendwie gab es keinen Sinn.

Erschöpft schloss er die Augen. Er träumte von Sonne, Strand, Wellen und einem milden Wind, umgeben von seinen Freunden mit jeder Menge Spaß. Am Ende des Traums blickten ihn wieder dunkele fast violette Augen an.