Endlich fertig! ^^

Das hier ist nicht meine erste Geschichte, auch nicht mein erster Versuch an FanFiction, aber das Thema ist Neuland für mich. Ich habe die Filme (noch) nicht gesehen (ja, schlagt mich), sondern bin nur mit den Büchern vertraut. Trotzdem hat eine Freundin (welche die Film-Expertin ist, und ja, die Bücher liest sie auch gerade) mich gebeten, ihr eine Geschichte über Legolas zu schreiben. Das tat ich. Ausschließlich. Ich kann zwar nicht versprechen, daß es so bleibt, aber diese Geschichte spielt einige Zeit VOR der Ringreise, und Legolas muß zu dem gefaßten Elben erst noch werden. Wie alt er ist, wird in der Geschichte aufgeklärt. Aber erst später. ^^"

Disclaimer: Alles außer Legolas, Düsterwald und die Elbensprache gehört mir! (Herrlich, das mal so sagen zu können) ^.~

Rating: PG-13 (hier wegen einem bestimmten, ungesetzlichen Vorfall, später womöglich aus anderen Gründen)

Oh, und stört euch bitte nicht an der alten Rechtschreibung: Als die neue kam, war ich schon aus der Schule, und ich hatte immer nur Einsen im Deutschunterricht. :-D

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Früchte der Furcht

Kapitel Eins

Vielleicht wäre es anders gekommen, gestand sich der junge Elb mürrisch ein, wenn ich mich nicht darauf eingelassen hätte.

Eine Wette. Warum mußte es immer wieder eine Wette sein? Und eine dumme noch dazu. Aber das hatte er ja gewußt; lange bevor sie die Aufgabe in Worte faßten, hatte er gewußt, daß es sich um eine weitere, dumme Wette handelte. Er hatte es in ihren Augen gelesen, alles von ihrer Verachtung bis zu ihrer Furcht. Er sah es in der Art, wie sie auf ihn zukamen, ohne zu ihm zu kommen, und wie sie sich ihm näherten, ohne ihm jemals nah zu sein. Es war ihr Spiel, und er war nur die Puppe.

Doch er war lieber die Puppe als gar nicht dabei, und deshalb spielte er mit. Immer wieder.

Acht Tage. Seufzend fuhr sich der Elb durch die langen Haare, um sie von der rissigen Rinde der oberen Kiefernäste zu befreien. Nun folgte er dem Mann bereits seit acht Tagen, ohne Wasser und ohne Proviant, und während der Nacht konnte er nicht schlafen, denn er wartete noch immer auf den richtigen Moment.

Vergeblich.

Verdrossen rutschte der Junge auf dem unbequemen Ast herum und klammerte sich erschrocken an den dünnen Stamm, als er um ein Haar das Gleichgewicht verlor. Aus den Augenwinkeln sah er, wie der scheinbar schlafende Elb auf dem Fleet weit unter ihm hochschreckte und mit zielsicherer Genauigkeit zu ihm heraufstarrte. Der Junge hielt den Atem an, doch als der Ältere sich weiter aufrichtete, gab er verzweifelt das leise Chittern eines enttäuschten Eichhörnchens von sich. Auf dem Fleet schien der Elb die Suche nach einem Spitzel gegen die Billigung eines Nachttieres abzuwägen und entschied sich offenbar zum Weiterschlafen, denn er legte sich kurz darauf wieder hin.

Der Junge weiter oben im Baum begann wieder zu atmen und beobachtete mißbilligend die halb geöffneten Augen des schlafenden Elb, dessen Gesicht noch immer in seine Richtung zeigte. Er wußte, daß geübte Jäger und Krieger diese Fähigkeit, mit offenen Augen zu schlafen, sehr früh erlernten. Doch er selbst war weder das eine noch das andere und konnte schon jetzt seine Lider kaum noch offenhalten. Nicht einmal das breite Gähnen ließ sich noch unterdrücken.

Noch einen Tag überstehe ich nicht. Ich muß es jetzt versuchen, entschied er und lockerte seinen Griff um den Stamm. Millimeterweise rückte er vor, dann ließ er sich beinahe geräuschlos auf den nächst tieferen Ast hinab. Sofort erkannte er, daß er nicht leise genug gewesen war: Der Elb war wieder hellwach. Hochaufgerichtet und lauschend hockte er auf dem Fleet und prüfte die Geräusche des nächtlichen Waldes.

Mißmutig betrachtete der Junge den erwachsenen, aber immer noch jungen Elb, während er zu entscheiden versuchte, was nun zu tun war. In seiner Müdigkeit jedoch konnte er keinen der wirren Einfälle greifen und verlegte sich schließlich darauf, einfach … noch ein bißchen … ab…zu…wart…

"HEY!"

Der ärgerliche Ruf schreckte ihn für einen Moment aus seiner Taubheit, und als er die Augen mühsam öffnete, erblickte er nah über sich das Gesicht des älteren Elb, welches ihn grimmig anstarrte.

"Bist du verrückt?" sagte eine Stimme, ohne daß der Elb die Lippen bewegte. "Bei dem Sturz hätte er sich den Hals brechen können."

Und dann bewegten sich die Lippen: "Bist du verrückt? Du hättest sterben können! Alles in Ordnung?"

"Du", murmelte der junge Elb leise, "wiederholst … dich …"

Verdutzt ließ Legolas das Handgelenk des Gefallenen los und betrachtete kurz darauf den friedlich schlafenden Jungen, von dem er wußte, daß er ihm seit acht Tagen gefolgt war.

*******

Die Finsternis des nächtlichen Düsterwaldes wurde noch von keinem mutigen Lichtstrahl durchbrochen, als der blonde Elb aus seinem Halbschlaf erwachte. Trotzdem sagte ihm sein innerer Zeitsinn, daß in wenigen Minuten die Sonne über den Horizont steigen würde, selbst wenn er diesen nicht sah. Da er seine Reise so früh wie möglich fortsetzen wollte, kramte er etwas Lembas aus seinem Vorrat und öffnete seine Wasserflasche.

Durch die Geräusche geweckt, schlug nun auch sein heimlicher Begleiter die Augen auf und starrte ihn groß an. Wortlos reichte Legolas dem Jungen die Wasserflasche und suchte nach einem weiteren Lembas, während der jüngere Elb trank. In dem mißtrauischen Blick, den angespannten Muskeln und dem nervösen Zucken im Gesicht des Jungen las Legolas dessen zunehmendes Unbehagen. Schnell erriet er, daß sein Schweigen die wahrscheinlichste Ursache war und beschloß daher, es beizubehalten.

Sie aßen ihr Frühstück in angespannter Stille. Erst, als Legolas seine Sachen zu packen begann, verlor der Junge die Geduld: "Willst du gar nicht wissen, wer ich bin?"

"Aber ich weiß es ja", antwortete Legolas, ohne sich umzudrehen.

Ungläubig überdachte der jüngere Elb die Behauptung des Prinzen, den zwar jeder in der Stadt kannte, der aber selbst zu fast niemandem außerhalb des Palastes je Kontakt hatte. Mit Sicherheit war er ihm nie begegnet und auch sonst niemals auffällig geworden, so daß Legolas auf ihn hätte aufmerksam werden können.

"Du lügst!" warf er dem Prinzen vor.

Legolas warf ihm lediglich einen strafenden Blick über die Schulter zu, ohne auf die beleidigende Anschuldigung einzugehen, verschloß seine Gürteltasche und erhob sich. Behende schwang er sich über den Rand des Fleet auf einen tieferen, breiten Ast und sprang von dort geschmeidig zum Boden, ohne die Kletterhilfen eines Blickes zu würdigen.

Als er schon einige Schritte gegangen war, hörte er hinter sich einen dumpfen Aufprall und zuckte zusammen, bezwang jedoch den Drang, sich umzuschauen. Bald hörte er den Jungen auf sich zu trampeln; offenbar wollte er sich nun, da er entdeckt wurde, nicht mehr die Mühe machen, oben im Geäst zu folgen.

"Na schön, wer bin ich dann?" forderte der Junge ihn zwischen unregelmäßigen Atemzügen heraus.

Legolas beobachtete aus den Augenwinkeln, wie der Jüngere ungeschickt im Dauerlauf über das feuchte Laub und die spärlichen Farne stapfte und mit jedem Tritt fast bis zum Knöchel einsank, während er selber mit weit ausholenden Schritten praktisch über den Boden glitt, ohne eine Delle zu hinterlassen. Unwillkürlich fragte er sich, wie lange der Junge das Tempo durchhalten würde.

"Du bist ein Dieb, und ein äußerst schlechter obendrein. Ich wußte von deiner Anwesenheit bereits, kurz nachdem ich die Stadtgrenze hinter mir ließ."

"Ich bin kein Dieb!" widersprach der Junge empört. Wie hat er das nur rausgefunden? dachte er argwöhnisch. Kann er etwa Gedanken lesen?

"Mach dir keine Sorgen, ich kann keine Gedanken lesen", neckte Legolas und beobachtete amüsiert, wie der Junge gegen einen dünnen Stamm lief.

"Au! – Aber … wie …?" stammelte der unerfahrene Elb.

Endlich hielt Legolas inne und drehte sich zu dem am Boden sitzenden Jungen um, wobei er ärgerlich seine Hände in die Hüften stemmte. "Warum sonst sollte mir jemand acht Tage lang folgen?" erklärte er einleuchtend. "Heimlich, wohlgemerkt. Und ohne jeglichen Proviant, wie ich annehme." Unbewußt hob er eine Hand und richtete den Zeigefinger scheltend auf den Jüngeren, wie er es so oft bei seiner Amme erlebt hatte. "Das war sehr unklug. Selbst Elben kommen nicht völlig ohne Nahrung aus, auch wenn sie gut trainiert sind. Was du nicht bist."

Erst jetzt bemerkte er seine wedelnde Hand und ließ sie etwas verlegen sinken, während er den verdutzten Jungen noch immer musterte. Etwas ratlos fügte er hinzu: "Und wozu nun der ganze Aufwand?"

Der Junge rappelte sich auf. Hier war eindeutig die beste Chance, die er kriegen würde. Er müßte nur mitspielen, und wenn er es nicht vermasselte … "Du … Das weißt du nicht?"

Legolas breitete seine Arme aus und drehte sich einmal im Kreis. "Sieh doch hin", wies er den Jüngeren an. "Ich habe gar nichts Wertvolles dabei."

Vorsichtig kam der Junge näher, während er den Prinzen eingehend musterte. "Aber du bist doch Prinz Legolas. Sicher hast du was dabei. Was ist mit der Kette da?"

Er meinte ein golden schimmerndes, handtellergroßes Amulett, welches Legolas an einem geflochtenen Band unter seinem jetzt offenen, leichten Umhang trug. Rund um den Rand war in Elbisch etwas geprägt, was der Junge nicht lesen konnte, im Zentrum ein Bild graviert, welches er nicht kannte. Aber zumindest sah das Ding recht wertvoll aus.

"Ach, das", meinte Legolas abfällig. "Weißt du nicht, was es ist?" Er wartete das winzige Kopfschütteln ab, welches ihn mehr erstaunte, als er zugeben mochte. Konnte es tatsächlich derart ungebildete Individuen im elbischen Volk geben? Wer war dieser … dieses Kind? So einen Begleiter konnte er hier draußen auf keinen Fall gebrauchen. "Du kannst es haben, wenn du willst. Du mußt nur versprechen, dann nach Hause zu gehen."

"Darf ich echt?" Das Gesicht des Jungen hellte sich deutlich auf.

Legolas grinste ihn an. "Sicher", sagte er. "Aber du mußt es mir wiedergeben, wenn ich zurück bin. Wie heißt du?"

Skeptisch wich der Jüngere einen Schritt zurück. "Wieso willst du das wissen?"

"Nun, damit ich dich dann finde, natürlich", antwortete der Prinz und hob bereits das Amulett über seinen Kopf. "Also?" Der Junge kratzte sich nachdenklich am Kopf. "Was, hast du etwa keinen Namen?"

Nun war es an dem Jungen, mit den Schultern zu zucken und die Arme auszubreiten. "Jeder nennt mich, wie er will", erklärte er entschuldigend.

Prinz Legolas glaubte ihm kein Wort. "Und wie haben dich deine Eltern genannt?" fragte er ungeduldig. Im traurigen Gesicht des anderen erkannte er jedoch dessen Schicksal und fügte leise hinzu. "Oder deine Betreuer?"

"Du …" murmelte der Junge.

Da er den Satz nicht beendete, fragte Legolas nach: "Ja?"

"Nein, ich meinte", der Junge senkte den Kopf und fuhr kaum hörbar fort, "sie nannten mich du. Sie sagten, ich hätte keine nennenswerten Eigenschaften, deshalb gäbe es kein elbisches Wort, das zu mir paßte. Also nannten sie mich du. Oder der, je nachdem … Alle nannten mich so."

Eine Weile schwieg Legolas und versuchte in der Haltung des Jüngeren zu lesen, ob er die Wahrheit sagte. Schließlich seufzte er und reichte ihm sein Amulett. "Hier, nimm schon. Stell dich mal gerade hin."

Der Junge tat, wie ihm geheißen, und Legolas trat direkt vor ihn, um seine Größe abzuschätzen. Er reichte ihm fast bis zum Kinn, obwohl er deutlich jünger – offensichtlich noch nicht mal erwachsen – und Legolas selbst recht hochgewachsen war. Sein Haar war rabenschwarz, für die Elben in dieser Gegend eine eher seltene Färbung, und fiel ihm in lockigen Wellen, zerzaust und ungepflegt, ungeordnet bis fast zu den Hüften. Außerdem war er nicht durchtrainiert, abgemagert und hatte die Weichheit kindlicher Gesichtszüge noch nicht abgelegt. Aus der Ferne hätte man ihn leicht mit einem Mädchen verwechseln können. Jedoch hatte er hohe Wangenknochen, ein ausgeprägtes Kinn und stechende, grün funkelnde Augen.

Ihn wiederzufinden, entschied Legolas, dürfte sicher kein Problem werden.

"In Ordnung", beendete Legolas die Musterung. "Warte, hier …" Er fischte einige Lembas aus seiner Tasche und reichte sie dem Jungen. "Nimm das mit, und jetzt spute dich, daß du nach Hause kommst. Vergiß aber nicht, wir sehen uns wieder."

Gehorsam stopfte der Junge das Essen in eine winzige Brusttasche, schlang sich die Kette um den Hals (welche sich in seinen Haaren verfing, so daß er sie erst freizupfen mußte) und grinste Legolas selig an. "Danke!" rief er und warf sich dem verblüfften Elb um den Hals. Ehe Legolas reagieren konnte, war er schon wieder frei und der Junge im unteren Geäst der nächsten Bäume verschwunden. "Gute Reise!" schallte es lachend durch den ansonsten stillen Wald.

Als Legolas seine Haltung wiederfand, bemerkte er verwirrt, daß an seiner Schulter etwas fehlte. Ein Gewicht, welches er nach jahrelanger Gewöhnung schon fast als Teil seines Körpers empfand, war plötzlich verschwunden. Entgeistert starrte er minutenlang auf den eingedrückten Striemen, welcher die übliche Position seines Bogens markierte.

*******

Mit erstaunlicher Geschwindigkeit sprang der junge Elb von Ast zu Ast. Das Gewicht des Bogens, welchen er dem gutgläubigen Elbenprinzen – Ha! Was für ein 'Prinz'! – so geschickt abgenommen hatte, lastete ungewohnt auf seiner Schulter und beeinträchtigte sein unsicheres Gleichgewicht. Außerdem blieb er des öfteren mit der oberen Spitze irgendwo hängen, doch die bloße Kraft, mit welcher sich der Junge vorankämpfte, überwand diese Behinderungen mühelos.

Schließlich war es nicht nötig, den Bogen heil zurückzubringen …

"Wetten, du schaffst es nicht, den Bogen des Prinzen zu klauen?"

"Er wird dich damit abschießen, ehe du ihn sehen kannst!"

"Du kannst dich ja nicht mal an einen Ork ranschleichen!"

"Machst du Witze, Is? Der wird sich verlaufen und im Kreis seiner eigenen Fährte folgen – falls er sie findet."

Noch immer hörte er das hämische Lachen, das sie ihm nachgeschickt hatten, als er sich aufmachte, die Aufgabe zu erfüllen. Ihr Lachen, die Beleidigungen. "Du Trottel!" "Den haben uns die Zwerge untergemogelt!" "Quatsch, dafür ist der zu groß! Der ist ein Orksliebchen!"

Und auch seine eigenen Worte hallten in seinem Ohr nach: "Du. Oder der, je nachdem … Alle nannten mich so." Es war nicht gelogen, was er zum Prinzen gesagt hatte …

Mit einem reumütigen Seufzer hielt der Junge inne und hob das Amulett an, welches beim Laufen rhythmisch gegen seine Brust geschlagen hatte. Was da wohl drauf stand? Auch das war die Wahrheit gewesen – niemand hatte sich die Mühe gemacht, ihm Lesen und Schreiben beizubringen. Oder vielleicht hatten sie es ja versucht und einfach irgendwann aufgegeben. Es wäre gar nicht verwunderlich, wenn der Junge sich nicht daran erinnerte. Er hatte nie irgendwas behalten können.

Vielleicht haben sie mir deshalb keinen Namen gegeben? überlegte er ernsthaft. Ich hätte ihn vermutlich auch bloß vergessen … Trotzdem wunderte es ihn, daß Prinz Legolas danach gefragt hatte. Konnte er denn einen eigenschaftslosen Elben nicht erkennen, wenn er vor ihm stand? Alle anderen hatten es sofort bemerkt; nie vorher war auch nur einer davon ausgegangen, ein Elb wie er könnte tatsächlich das Recht auf einen Namen besitzen.

Der Junge lachte leise vor sich hin. Was für ein blinder Idiot … dieser 'Prinz' …

*******

Legolas stand noch immer wie angewurzelt am Fleck und ballte seine Fäuste, um sich nicht selbt in unüberdachte Schwierigkeiten zu stürzen. Ihm blieb keine Zeit für derart emotionales Handeln, und da der Junge offensichtlich viel flinker war, als Legolas ihn eingeschätzt hatte, würde eine Verfolgung desselben sich unweigerlich über einige Tage ausdehnen. Und in die falsche Richtung führen.

Andererseits natürlich, kein Elb reiste ohne Bogen durch Düsterwald, geschweige denn in voraussichtlich feindliches Gebiet. So gesehen wäre es vermutlich sicherer, zuerst seine Waffe zurückzuholen, ehe er den Weg fortsetzte. Oder sollte er sich einen neuen Bogen anfertigen? Geeignetes, elastisches Holz gab es in dem feuchten Wald genügend, und für Notfälle hatte er auch das passende Werkzeug dabei. Legolas hatte schon früher selbst Bogen angefertigt, und obwohl sie oft nicht lange durchhielten, waren sie meistens durchaus effektiv.

Schnell kalkulierte der Prinz die Zeit, welche er für das Herstellen eines neuen Bogens bräuchte, und verglich das mit einer fruchtlosen Jagd nach dem lange außer Hörweite geratenen Dieb. Zwei Tage, und er könnte damit arbeiten. Und wenn er nebenbei noch einen zweiten Ast schnitt, den er ausreichend trocknen und behandeln konnte, wäre es ihm möglich, in zwei Wochen einen weiteren, stabileren und stärkeren Bogen zu fertigen.

Zufrieden mit diesem Plan, nickte Legolas und kramte nach dem richtigen Werkzeug in einer Seitentasche an seinem Gürtel. Bald darauf fand er einen guten Baum, dessen biegsame, federnde Äste einen wunderbaren Schuß versprachen. Der neue Bogen würde ihn zu einem guten Kampf befähigen, aber das hieß nicht, daß er seine alte Waffe aufgab. Und der Junge sollte sich hüten, wenn Legolas in die Stadt zurückkehrte.

Keine Gnade, schwor er. Doch nachdem er eine Weile geschnitten hatte, strömten bisher unterdrückte Gedanken in sein Bewußtsein: Vater hatte recht. Ich bin zu naiv … Seufzend schüttelte er den Kopf. "Was für ein Idiot du doch bist, Legolas."

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Da das zweite Kapitel schon geschrieben ist, kommt es auch bald. Ich wüßte aber ganz gerne, was ihr von den beiden haltet. Ich habe diese Story nach Fragen meiner Freundin geschrieben, also je mehr Fragen, um so mehr Details, und ich antworte auch gerne persönlich. ^^

Eure Mel