21. Rettung aus größter Not

Ais Atem ging schneller. Die Orks, was wollten sie von ihr...

Aislinn wurde grob von einem der Orks hochgerissen, aber sie fiel gleich wieder zu Boden, weil sie mit ihren gefesselten Füssen keinen Halt fand.

"Lasst und spiieelen!" Zischte einer der Orks und Ais hörte wie eine Klinge aus der Scheide gezogen wurde.

Ais befürchtete schon, dass sie jetzt aufgeschlitzt wird. Doch statt ihrem Bauch wurden ihre Fußfesseln durchschnitten. Sie wurde erneut brutal auf ihre Füße gezerrt.

"Lasst sie in Ruhe!" sagte Haldir mit einem gefährlich Unterton in seiner Stimme.

Stille...die Orks wandten sich zu dem Elb um.

"Sie...sie, SIE...?" Ein Raunen ging durch die Orkmenge die nun einen dichten Kreis
um Haldir und Ais gezogen hatten.

"Er ist eine SIE?", sagte einer der hässlichen Orks und grinste dabei gefährlich.

"Ich sage es euch noch einmal. Lasst sie in Ruhe!" Zischte Haldir, aber dieses mal nicht mehr so selbstsicher.

Ein besonders großer Ork schlug dem Elben die Faust erst in den Magen, dann ins Gesicht. Plötzlich war überall Blut, Haldirs Unterlippe war geplatzt und das Blut floss jetzt unaufhörlich auf seine Tunika

"Hast du hier was zu sagen...?" sagte der Ork verächtlich und stieß Haldir seinen Fuß in die Seite, dann wendete er sich Ais zu. Der Ork holte mit seiner schwarzen Pranke aus und schlug Aislinn ins Gesicht. Ais ging zu Boden.

Ein anderer Ork packte das Mädchen und riss sie wieder hoch, dabei zerriss er ihr das Hemd.

„Seht es ist wirklich ein Weibchen", zischte der Ork.

Die Fratzen der Orks verformten sich zu einem Grinsen sie traten Neugierig immer näher an Aislinn heran.

Einer der Bestien lachte: „Sie ist das Weibchen von dem Elb...ein junges Weibchen...um so besser!"

Erneut schlug der Ork auf Aislinn ein, die zur Seite strauchelte und dabei einen anderen Ork anstieß.

Der Angestoßene Ork versetzte Ais einen schmerzhaften Tritt in die Kniekehle, sie kippte vornüber auf den Boden.

Aislinn sah wie sich Haldir aufrappelte und sich einem der Orks entgegenwarf, der ihr gerade einen weiteren Fußtritt verpassen wollte, doch Haldir konnte sie nicht lange beschützen, er wurde von etwa fünf Orks aufs schärfste attackiert.

Der am Boden liegende Elb sah Ais in die Augen und sagte: „Ich kann dir nicht mehr helfen...bitte verzeih mir."

Ein Ork schlug ihm ins Gesicht undBlut spritze aus seiner Nase.

"Nein!", schrie Ais, „lasst ihn. Was haben wir euch getan?"

Aislinn versuchte zu Haldir zu gelangen, doch sie wurde von einem Ork brutal auf den Boden gedrückt. Tränen liefen ihr über das verschmutzte Gesicht. Sie streckte ihre Hand nach Haldir aus, versuchte seine Hand die er ebenfalls nach ihr ausstreckte zu fassen. Nur noch wenige Zentimeter...dieser Kampf war aussichtslos.

Ais wurde von Haldir weg gerissen und bestialisch auf den Rücken gedreht.

Dan schlug der Ork zu. In Aislinns Mund breitete sich einen metallener Geschmack aus, ihre Lippe war aufgeplatzt. Sie bekam wegen ihren gebrochenen Rippen kaum noch Luft. Ihre Augen flackerten und sie nahm nur noch alles verschwommen wahr. Ais wehrte sich kaum noch, aber die Orks schlugen unermüdlich auf sie ein bis es um sie herum dunkel wurde.


Haldir erwachte, riss sogleich seine Hände nach oben und nahm eine Abwehrstellung ein.

"Beruhigt Euch ich bin's...Hador.!", sagte Hador der sich über Haldir gebeugt hatte um zu sehen wie es ihm geht.

Der Elb faste sich an den schmerzenden Kopf und setzte sich aufrecht hin.

"Was ist passiert ?", fragte Haldir.

"Ihr solltet Euch noch etwas ausruhen. In ein zwei Tagen werden wir in Minas Tirith sein...", antwortete Hador.

"WAS ist passiert?", sagte Haldir etwas energischer.

'Na, ist ja wider typisch...dieser Elb', dachte Hador nur.

"Na gut, als wir am zweiten Tag nach dem Überfall nichts mehr von Euch hörten und wie nur euer Pferd gefunden haben, haben wir uns auf die Suche nach Euch gemacht. Gestern Abend hörten wir einen Tumult und als wir nachschauten fanden wir eine Horde Orks und Euch...die Orks sind übrigens tot"! erzählte Hador.

"Ausgezeichnet Hador", sagte Haldir und wollte sich wieder hinlegen, doch plötzlich saß er wieder kerzengerade da.

"Wo ist ER?" kam es aus Haldir herausgeschossen.

"Ihr solltet Euch lieber wieder hinlegen. Wo ist wer?", antwortete Hador mit einem fragenden Gesichtsausdruck.

"WAS...ich meine ER...ähm SIE. Wo ist das Mädchen"? gab Haldir zurück.

Hadors Gesicht hellte sich auf, jetzt wusste er was der Elb meinte.

"Ach das Mädchen. Ja die ist hier, da drüben". Hador zeigte auf die gegenüberliegende Seite des Lagerfeuers. „Ein paar Rippen sind gebrochen, die Nase ist vielleicht auch nicht mehr so ganz, die Lippen und eine Augenbraue sind aufgeplatzt, Schrammen, Prellungen...Blaue Flecken...und ich glaub sie hat Fieber..."? zählte Hador auf.

Doch weiter kam er nicht, denn Haldir war aufgesprungen und eilte auf die andere Seite des Lagerfeuers, wo Ais in ein paar Decken eingewickelt lag.

Ein erbärmlicher Anblick bot sich Haldir, als er hinkniete und sich über Aislinn beugte. Ais Gesicht war Blutverschmiert und es lief immer noch in einem kleinen Rinnsal Blut aus ihrer Nase und dem rechten Mundwinkel. Auf ihrer Stirn hatten sich kleine Schweißperlen gebildet.

"Bei den Valar. Mädchen wach auf..." flüsterte Haldir und strich Ais dabei über ihre kalte Wange, die sich jedoch nicht regte.

Alles war seine Schuld! Nur seine Schuld! Er hatte gewusst das Orks in der Nähe waren und er hatte gewusst das sie das Feuer das er entfachte sie anlocken würde. Wenn das Mädchen nicht überlebt, dann hatte er sie auf dem Gewissen...könnte er das verantworten? Nein!

Hätte er mit Ais doch nur für ein paar Minuten seine Wärme geteilt, dann wäre das alles nicht passiert.

"Hador, wie weit sind wir von Minas Tirith entfernt? Wir müssen das Mädchen so schnell wie möglich dort hin bringen. Sonst wird sie es nicht überleben.", Sagte Haldir eilig, als er zu Hador getreten ist.

Hador sah seinen Hauptmann nur verwundert an.

'Seit wann macht sich der große Herr Elb Gedanken über einen verletzten Mensch und noch dazu ein junges Mädchen, dachte Hador bei sich.

"Es sind zwei Tagesritte, aber wenn wir durchreiten sollten wir es in einem schaffen". Antwortete Hador und lies sich seine Gedanken nicht anmerken.

"Na los! Auf was wartest du den noch.?...wir brechen sofort auf"! sagte Haldir eindringlich zu seinem untergebenen Soldat.

Hador kam dem Befehl des Elb sofort nach, denn er wollte seinen Hauptmann nicht verärgern.

Haldir ging sein treues Pferd holen und führte es zu Aislinns Lager. Hador war an Ais seite und schlang noch eine Decke mehr um ihre Schultern, er hob sie auf und wollte Aislinn einem seiner Soldaten vorne auf das Pferd reichen doch Haldir sprach ein Machtwort, auf das er das Mädchen zu sich nehmen würde.

Jetzt ritt die kleine, aus Kriegern bestehende Gruppe durch den frühen morgen. Haldir hielt Ais mit seiner linken Hand fest an sich gedrückt.

Sie ritten den ganzen Tag durch, ohne eine Pause zu machen.

Am späten Abend sagte einer der Soldaten zu Haldir, Seht Herr, Minas Tirith. In etwa einer Stunde sind wir da. Haldir verspürte neue Hoffnung beim Anblick der Stadt und atmete erleichtert auf.