Quelle:                            http:// www. schnoogle. com/ authorLinks/ Maya/ Amazing_Bouncing_Rat/ (Leerzeichen rausnehmen, versteht sich… ^_~ )

Autor:                             Maya (mayahearthwoman @ hotmail.com)

Übersetzung:                   MilenaLupin

Kategorie:                       Humor, Romance

Altersfreigabe:                 PG13, Dtsch.: Ab 12

Geschrieben nach:           HP und der Feuerkelch

Draco Malfoy wird in eine böse Ratte verwandelt. Wer ist das nur, bei dem die bösen Ratten am Ende immer als Haustiere landen, und wie lautet der Name des armen, armen Draco ? Zum Ende hin D/Hr, wenn auch hier erst mal höchstens Draco/Kaffee, um bei der Wahrheit zu bleiben  ...

Disclaimer:                      Draco, Hermione, Harry und Konsorten gehören JKR, einer Handvoll von Verlagen, Warner Bros. und Merchandising-Herstellern. Plot und Fluffy gehören Maya, vor der ich auf Knien am Boden liegen. Vor Kichern.
Mir gehört nur ein kiloschweres Übersetzerlexikon. Und mein ewiger Dank gehört meinen Betas Kathy, Heike und vor allem Kaya. *schmatz*

Draco Malfoy, Sagenhaft Hopsende ... Ratte ?

Kapitel 1  -  Kaffee und Vielsaft-Trank

Der schlimmste Tag in Draco Malfoys Leben begann, wie das die meisten solcher Tage tun, mit seinem Aufwachen. Ein schlafender Crabbe und Goyle gaben ihre wie üblich überwältigend lautstarken Imitationen des Hogwarts-Expresses von sich, und Draco erwachte gegen sechs mit dem vagen Gefühl, in einer Landmine gefangen zu sein.

Als er sich erst mal in seinem Laken verheddert hatte und aus dem Bett fiel, bemerkte er, dass das wohl nicht der Fall war.

In seinem ersten Jahr war er öfters auf diese Weise wach geworden, erinnerte er sich. Glücklicherweise war er gewachsen, so dass der Weg nach unten jetzt nicht mehr so weit war ...

Natürlich war es ohnehin ein Glück, dass er überhaupt gewachsen war, da das Liebesleben eines 4 Fuß großen Schülers im sechsten Jahr traurig, einsam und wohl eher eine Ein-Mann-Show wäre.

Andererseits hätte ihm es beim Quidditch helfen können, wenn er ein wenig kleiner geblieben wäre. Die besten Quidditch-Spieler waren klein, genau wie diese Leute, die in der Muggelwelt Pferde ritten ... Jackies, oder warte, nein, war das nicht eine Präsidentengattin ?

Was auch immer ein Präsident sein mochte.

Draco überdachte die Gedanken, die er gerade von sich gegeben hatte, und erkannte, dass er ganz dringend Koffein brauchte. Vorzugsweise direkt in die Venen injiziert.

Ich bin ein Malfoy, dachte er. Eine Kreatur der Nacht. So früh am morgen – das ist einfach nix.

Richtig, er brauchte jetzt einfach nur ein kleines bisschen Willenskraft.

Hoch !

In Ordnung, das war vielleicht jetzt ein bisschen zu optimistisch gewesen.

Dann einfach waagerecht.

Draco krabbelte tapfer zu der Stelle hinüber, an der er nachts seine Kleider hatte fallen lassen. Nachdem er sich erst mal in einer reichlich zufälligen Mode bekleidet hatte, quälte er sich auf seine Füße und stolperte aus der Tür.

Er fühlte sich – und sah wahrscheinlich auch genau so aus – wie ein Vampir, der sich soeben mit furchtbarem Durst aus dem Grab erhoben hatte.

Kaffee ! Ich brauche ... Kaffee !

Zu der Zeit, als er die Große Halle betrat, war er sich sicher, dass er mit einem unseligen Hunger nach allem, was Koffein enthielt, verflucht worden war – was sich wohl auf all seine Nachkommen vererben würde.

Es war eine grässliche Zeit, auf zu sein – die Große Halle war so gut wie leer.

Zwei Ravenclaws küssten sich und lernten zusammen – typische Ravenclaw-Vorstellung von Romantik – an ihrem Tisch.

„Das sollte verboten werden", grummelte Draco laut. „Die verderben einem ja den Appetit !"

„Wie dein Anblick meinen, Malfoy ?"

Oh, perfekt. Ein Mitglied des Dream Teams. Wie typisch für diese Götter der Ironie, und wie typisch für Hermione Granger, morgens um sechs auf zu sein, um zu lernen.

„Granger, ganz allein mit einem Buch ? Wie mitleiderregend – und doch irgendwie nicht überraschend."

Sie schoss ihm einen Avada Kedavra- Blick durch ihre dunklen Haare zu.

„Malfoy, wo sind Crabbe und Goyle ? Stürzt die Gehirnzelle, die ihr euch teilt, nicht ab, wenn ihr zu lange voneinander getrennt seid ?"

„Wo sind Potter und Weasley ? Oben, vertieft in diese Liebe, die man nicht auszusprechen wagt ?"

Sie blätterte eine Seite mit unnötiger Heftigkeit um.

„Erzähl mir nicht, dass du Oscar Wilde zitieren kannst. Er war ein Muggel."

„Sicher ?"

Draco grinste fies.

Granger seufzte und murmelte „Frettchen."

„Schlammblut", erwiderte Draco, um sich nicht ausstechen zu lassen. Aber er ließ sich von diesem idiotischen Mädchen von seiner heiligen Mission ablenken.

Kaffee ....

Der Slytherin-Tisch war leer. Draco hatte keine Ahnung, wie er an Kaffee heran kommen sollte. Und Draco musste, absolut, ganz entschieden Kaffee haben.

Granger schlürfte aus ihrer Tasse.

Draco konnte sich gerade eben noch davon abhalten, Amok zu laufen. Er nahm zahlreiche tiefe, beruhigende Atemzüge.

Ich werde keine Informationen aus ihr herausfoltern. Ich werde ihr nicht die Tasse entreißen und versuchen, den Boden abzulecken. Ich werde meine restliche Würde wahren.

Ich will Kaffee Ich will Kaffee Ich will Kaffee !

„Oh, Granger ?" schnarrte er gedehnt in seinem unbeteiligsten Tonfall. „Wie würde man es anstellen, um diese verdammte Zeit mit einem Kaffee bedient zu werden ?"

Kaffee, heulte sein äußerst verzogenes inneres Kind. SOFORT !

Granger sah mit einem leichten Stirnrunzeln zu ihm auf. „In den ganzen sechs Jahren bist du nicht ein einziges Mal so früh zum Lernen aufgestanden ? Wie in Gottes Namen bist du bloß Vertrauensschüler geworden ?"

Warum verschwendest du meine Zeit, Weib ? Gib mir Kaffee !

„Ich lerne wie ein normaler Mensch", knirschte Draco zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor. „Nachts."

„Ja, ich sehe, dass du nicht gerade ein früher Vogel bist", schniefte sie. „Ist dir klar, in welch furchtbarem Zustand deine Roben sind, und dass du deine Haare nicht gekämmt hast ?"

„Und dabei sehen sie immer noch besser aus als deine ... Schau, Granger, ich hab jetzt keine Zeit für so was. Ich will einfach etwas Kaffee ! Alles, was ich will in dieser Welt, ist Kaffee ! Wenn ich einen Wunsch frei hätte, wäre es Kaffee !"

Das war nicht würdevoll.

Granger betrachtete ihn, als sei er wahnsinnig geworden. „Klingel einfach mit der kleinen Glocke auf deinem Tisch. Ein Hauself wird kommen und ihn dir bringen. Sie sollen eigentlich nicht gesehen werden, aber es ist so früh ... Natürlich ist es abstoßend, dass –"

Er hob beschwichtigend eine Hand.

„Bitte, Granger – Ich bin zu müde ... Ich denke, ich müsste selbst belfern, wenn ich deinem Gebrabbel zuhören muss ..."

Dann ging er an den Slytherin-Tisch hinüber und läutete die Glocke.

„Was soll das denn jetzt wieder heißen ?" zeterte Granger weiter. „Es heißt B.ELFE.R ...  !"

Draco setzte sich an seinem Tisch hin, und ließ den Kopf auf die Tischplatte knallen.

„Und dich halten alle immer für die Klügste ?" murmelte er in verständlich gedämpftem Ton. „Merkst du denn nicht, wie furchtbar dieser Name ist ? Was ist falsch mit H.E.L.P. – ‚Haus Elfen Liberal Partei' oder so was in der Art ?"

Granger sah aus irgend einem Grund verblüfft aus, aber genau zu diesem Zeitpunkt erschien Dobby, Dracos früherer Hauself, auf der Bildfläche.

Draco war so erleichtert, dass er ihn hätte küssen können. Wenn da nicht der unglaubliche Ekelfaktor im Spiel gewesen wäre, und die Tatsache, dass Draco nicht wirklich auf dieser Seite des Quidditch-Feldes flog, und dass der Koffeinmangel ihn jeglicher Fähigkeit, sich zu bewegen, beraubt hatte.

Bei aller Fairness, Dobby sah sogar überglücklich aus, ihn zu sehen.

„Master Malfoy ! Dobby ist erfreut, Sie zu sehen ! Dobby hat seit Monaten gehofft, Sie zu sehen !"

„Ja, nun, Draco ist extrem beschäftigt gewesen", sagte Draco ohne den Kopf von der Tischplatte hoch zu heben. „Draco verspricht, öfter zu kommen und dich zu besuchen, wenn Draco bitte, bitte sofort etwas Kaffee haben könnte. Draco hat entschieden zuviel Blut in seinem Koffeinsystem."

„Natürlich, natürlich ..."

Dobby verschwand eifrig. Draco spürte ein liebliches Gefühl der Erleichterung durch sich rauschen.

Es löste sich beinahe auf der Stelle auf, als er die ungemein lästige Stimme des Schlammbluts hörte.

„Woher kennst du Dobby ?"

„Hallo, er hat in meinem Heim die ersten zwölf Jahre meines Lebens gearbeitet", brummelte Draco. „Hauselfen ziehen hochgeborene Zaubererkinder praktisch auf ... nicht, dass du das wissen könntest, Schlammblut."

„Wusste ich sehr wohl. Ich habe auch viele ‚reinblütige' Abstammungslinien nachgelesen, und für ‚hochgeboren' könntest du genauso gut ‚inzüchtig' sagen. Oder ‚bösartige undankbare Versklaver der Elfheit'.

„Granger, nimm doch einfach welches Buch du auch gerade immer liest und –"

„Hier ist Ihr Kaffee, Master Malfoy !"

Dobby kam hereingetrottet mit einem Tablett, schwer beladen mit Frühstück und, was Dracos Augen wie eine Fata Morgana erschien, einer dampfenden Kaffeekanne ...

Er sah gierig zu, wie Dobby eine Tasse voll eingoss ...

„Du siehst aus wie ein Drogensüchtiger, Malfoy."

„Und du siehst aus wie ein Biber, Granger."

Draco fiel über die Tasse her und stürzte den Inhalt herunter. Oh Kaffee, meine wahre Liebe ! Kaffee und Kaffee und Kaffee, süßer süßer Kaffee !

„Dobby erinnert sich, Sie mögen ihn schwarz, Sir."

Draco lächelte. „Ja, danke. Er ist wirklich gut."

„Möchte Miss Hermione noch etwas ?"

„Nur Malfoys Kopf auf einem Teller, danke", murmelte Granger, aber nicht leise genug.

„Wenn du zum Lernen hier bist, Granger, dann lerne und hör auf, mich zu belästigen."

„Oh, du hast' s nötig, das zu sagen, Malfoy – aber ich denke, ich nehme deinen Rat an. Arithmantik ist so viel interessanter als du."

Dobby sah verärgert und verwirrt zugleich aus.

„Ganz besonders Herbeiruf Summen", fügte Granger überheblich hinzu.

„In Ordnung, jetzt weiß ich, dass du verrückt bist", gab Draco zurück. „Trigonomantik ist bei weitem der interessante Teil des Kurses."

Er fing an, etwas Toast zu buttern, und verzog das Gesicht über das Mädchen, dass ihn im Arithmantik-Examen um lausige fünf Punkte geschlagen hatte. Zu seinem irgendwie überwältigenden Erstaunen lächelte sie strahlend.

Ihre Zähne waren seit dem vierten Jahr wirklich erheblich kleiner geworden.

„Oh, das macht auch wirklich Spaß !" stimmte sie begeistert zu. „Sag mal, ziehst du die Theoremagie vor, oder hat dir das manuelle Spruchzaubern besser gefallen? Das dauert zwar länger, aber ich finde, man bekommt ein viel besseres Gefühl für das Fach –"

„Bist du bescheuert ? Der einzige Zauberspruch, der eine Überlegung wert ist, ist der Calculatus Spruch –"

Draco fing wirklich an, sich besser zu fühlen, jetzt, wo er seinen Kaffee intus hatte. Und Arithmantik war eines seiner Lieblingsfächer.

„Den hab ich nie richtig verstanden", gab Granger zu, als erzähle sie ihm von ihrem geheimen Doppelleben als Zauberstripperin.

Na ja, es war nicht so, als wäre das hier in der Öffentlichkeit ...

„Man müsste doch wohl völlig blöd sein, dass nicht zu verstehen – oh, warte, das ist der Grund. – Schau, es ist doch total leicht."

Dobby verzog sich. Draco verbrachte die nächste Stunde damit, eine Quer-über-die-Tische-Brüllwettbewerb über Arithmantik mit Granger auszufechten.

Am Ende fiel das sogar dem völlig ineinander versunkenen Ravenclaw- Pärchen auf.

„Sagt mal", sagte der Junge, „wenn ihr miteinander sprechen wollt, könnt ihr euch nicht einfach nebeneinander setzen ?"

„Setz du dich doch auf einen Knallrümpfigen Schröter", schlug Draco süß vor. „Theoremagie ist unglaublich überbewertet, du buschhaarige Hirnlose."

Sie hatten sich schon eine ganze Weile gegenseitig ihre Servietten-Diagramme hin und her Accio-t, als die Tür sich wieder öffnete.

„Sieh' s doch ein, Frettchen-Junge, Pythagoras' Theoremagisches Theorem ist ein Klassiker", behauptete Granger hitzig. 

„Du meinst, es ist alt und nutzlos, Schlammblut ? Genau das ist es auch."

„Malfoy ! Wieso belästigst du Hermione ?"

Oh, lieblich. Wenn das nicht der Junge-der-für-seine-Selbstgerechtigkeit-lebt und sein Schatten

 Weasley, das Sommersprossen-Wunder, waren.

Granger sah sich um und strahlte. „Harry, Ron ! Nett, dass ihr uns Gesellschaft leistet !"

„Uns ?" echote das Wiesel.

„Granger und den kleinen Stimmen in ihrem Kopf", erklärte Draco hochmütig. Endlich fiel ihm auch sein Toast wieder ein, der inzwischen steinkalt geworden war. „Und ich würde gern essen, aber euer Anblick hat so einen Effekt auf meinen Würgereiz ..."

„Und dein Anblick hat so einen Effekt auf meinen Dich-wirklich-in-deine-teigige-Fresse-schlagen-woll-Reiz", knurrte Weasley.

„Erstens hab ich gar nichts getan, Wiesel-Junge, und zweitens, möchte ich mal sehen, wie du das versuchst, und drittens, was meinst du mit teigig ?"

Draco stand auf und überschlug seine Chancen. Er konnte es mit Weasley, dem Möchtegern-Zauberer, alleine aufnehmen, und wenn man Potter dazurechnete ... Hmm ...

„Lass es einfach, Ron", sagte Hermione. „Du willst doch keine Zeit auf narzisstische Slytherins verschwenden ..."

„Häh ?"

„Was ist mit Malfoys Mutter ?"

Draco rollte mit den Augen und verzog sich. Kein Wunder, bei solchen Freunden, dass Granger gelegentlich vor Sehnsucht nach ein wenig intelligenter Konversation verzweifelte.

Er wanderte zurück zu den Slytherin-Räumen und fragte sich, ob Crabbe und Goyle sich wohl der intellektuellen Herausforderung stellten, das Atmen durch die Nase zu lernen.

Draco hatte gedacht, Zaubertränke wären entspannend nach seinem irgendwie seltsamen Frühstück.

Draco hätte sich besser an Murphys Gesetz erinnert, des größten und deprimiertesten irischen Zauberers seiner Zeit. (Ein abstinenter Ire ist eine gefährliche Sache. Er könnte zu denken anfangen. Dann könnte er die Welt übernehmen wollen.)

Er lungerte in der hintersten Reihe, fragte sich, was wohl das Ekelhafteste wäre, das er Longbottom hinten in die Robe hinein kippen könnte, und war schrecklich hin- und hergerissen zwischen Schnecken und frischer Baumschlangenhaut, als Snape hereinstürmte.

Draco mochte Snape. Der Mann war ulkig, er war ein guter Lehrer, und er stand Seite an Seite mit den Slytherins gegen – ach, gegen den Rest der Welt. Soweit es Draco anging, hatte er nur zwei Fehler.

Da war der offensichtliche Mangel an persönlicher Hygiene. Und da war der Anschein von PMS.

Es war schwer zu sagen, aber Draco hätte hundert Galleonen darauf gesetzt, dass der Mann hinter den Haaren ein fieses Funkeln in den Augen hatte.

Er war ganz offensichtlich bereit zum Töten. Er war wahnsinnig. Er war ein gnadenloser Mann auf einer Todesmission.

„Ich wünsche die Zusammenarbeit und Harmonie zwischen den Häusern zu unterstützen."

Draco blinzelte heftig. Oder nicht.

„Also bin ich zu dem Entschluss gelangt, dass jede Person mit einem Partner aus dem anderen Haus an dem Vielsaft-Trank arbeiten soll."

Snape lehnte sich in seinem Stuhl zurück und lauschte dem Raunen schockierten Protestes, als sei es eines Mozarts bester Werke.

Draco, der sich inzwischen wieder Murphys und seiner Lieblings-Weltanschauung konstanten Pessimismusses erinnerte, wartete auf mehr.

„Potter und Bulstrode."

Harry Potter sah leicht panisch zu Millicent Bulstrode hinüber. Sie leckte ihre Lippen.

Jetzt sah er extrem panisch drein.

Draco konnte sich ein Lächeln nicht verkneifen. Millicents wahnsinnige heimliche Verknalltheit in Potter war im fünften Jahr heraus gekommen, und nach Dracos Meinung hätte das keiner netteren Person passieren dürfen ... Dieses Paar war einfach zu, zu grausam.

Zu, zu perfekt.

Kichern brach im ganzen Klassenzimmer los, als Millicent mit den Wimpern flatterte. Potter sah aus, als wolle er am liebsten sich verstecken.

Sogar Weasley und Granger versuchten, nicht zu lachen.

Draco sah zu Granger hinüber, die ihre Robe in ihren Mund stopfte, und dachte – ich würde sie nehmen. Sie ist die einzige Gryffindor mit Gehirn, es wird sie wirklich fertig machen, was lustig sein wird, und – überhaupt, wir waren doch noch gar nicht ganz fertig mit unserem Gespräch über Arithmantik.

„Crabbe und Longbottom."

"Sir, versuchen Sie, die ganzen heimlichen Verliebten zu paaren ?" näselte Draco.

Blaise Zabini fiel vor Lachen von ihrem Sitz. Snapes Augen verengten sich.

„Muss wohl so sein, Malfoy, weil Sie und Weasley zusammen sind."

Ron Weasley wurde so blass, dass seine ganzen Sommersprossen fluoreszierend zu leuchten schienen. Draco war angewidert, aber ... na gut, Weasleys Horror war komisch, und er schätzte, er hatte wohl ein bisschen darum gebettelt.

Nicht, dass er sich das jemals von einem anderen Lehrer als Snape hätte gefallen lassen.

„Wie haben Sie bloß unser kleines Geheimnis erraten ?" erkundigte er sich, während Weasley einen massiven Herzanfall zu erleiden schien. „Wir dachten, wir wären so vorsichtig."

„Goyle und Granger."

„Alliteration", kommentierte Draco. „Süß."

Er schoss Weasley, der immer noch vor Wut gelähmt war, einen bösen Blick zu.

„Ich komme nicht zu dir, Liebeshäschen."

„Sitz einfach da und versuch, keine unheilvollen Gedanken in die Richtung meines Zaubertranks zu senden", kommandierte Draco im Malfoy-Tonfall, der Sklaven verzweifelt gehorchen ließ, Feinde verzweifelt zu fliehen versuchen ließ, und Mädchen ... na, halt nur verzweifeln ließ.

Schien, als ließ er Weasley vor Sehnsucht verzweifeln, ihn zu prügeln.

„Es ist unser Zaubertrank", schnappte er.

„Es ist meine perfekte Note, die abstürzt, wenn du das hier versaust – was dein Schicksal in dieser Lotterie des Lebens zu sein scheint", höhnte Draco. „Setz dich ! Wenn du denkst, dass du das schaffst."

„Das werde ich nicht !"

„Die Weasleys, meine Damen und Herren. Weniger Gehirnzellen als Galleonen – und das will was heißen."

„Oh ja ? Na, ich hab auch was zu dir zu sagen, Malfoy –"

„Ron, halt den Mund !"

„Hey", gab Draco gedehnt in Grangers allgemeine Richtung zurück. „Das war mein Satz."

Sie stand vor ihnen, auf dem Weg, ein paar Zutaten zu holen. Ihre Augen blitzten.

„Er ist es nicht wert", fuhr sie fort.

„Okay, das war's nicht."

Sie lehnte sich über den Tisch, um Weasleys brutal-farbige Haare zu berühren, sah ihn mit wilder Intensität an und – irgendwie erstaunlich in Dracos Augen – schaffte es, nicht zu kotzen.

„Er ist ein absoluter Idiot, weil er dich so behandelt – weil er jeden so behandelt. Wir müssen einfach annehmen, dass man ihm es genau so eingetrichtert hat, und er zu dumm ist, oder zu abgrundtief gemein, um es jemals in Frage zu stellen. Und daher ist er weder deine Zeit, noch deinen Ärger wert."

„Hey, ich stehe genau hier, Schlammblut !"

Grangers braune Augen flackerten nicht einmal in seine Richtung.

„Er ist es nicht einmal wert, ihn wahrzunehmen."

„Schade, dass du das nicht schon vor ein paar Jahren rausgefunden hattest", rief Draco ihr nach, als sie sich zurück zog. „Hätte mir einen wirklich harten Schlag ins Gesicht erspart."

Granger drehte sich nicht um. Weasley setzte sich mit einem selbstgefälligen Ausdruck auf seinem Gesicht zurück.

„Na, dann man los, Malfoy, versau den Zaubertrank", sagte er.

„Ich bin zufällig gut in Zaubertränken, Weasley. Ist allerdings nicht so, dass du je einen erfolgreich zusammengerührt hättest – geschweige denn, den hier."

Der plötzlich selbstgefällige Ausdruck auf Weasleys Gesicht ärgerte Draco noch weiter. Es war beinahe eine Erleichterung, als er das Gesicht verzog, während Draco den Kessel aufsetzte.

„Hey Malfoy, ich will dir eine Frage stelle."

„Das Nein zum Dinner bei Kerzenlicht ist endgültig, Weasley."

„Ich weiß, dass es genetisch unmöglich ist, aber könntest du versuchen, etwas weniger ein Idiot zu sein ? Was zur Hölle hast du heute morgen mit Hermione gemacht ?"

„Wilden leidenschaftlichen Sex quer durch den Raum. Wir Malfoys sind eine talentierte Familie."

Weasleys Blick sprachloser Wut war eine reiche Belohnung für das abscheuliche Gedankenbild, das Draco  sich gerade selbst präsentiert hatte.

„Über die Schule gesprochen, Zauberzausel."

Der leere Blick in Weasleys Augen erinnerte an Crabbe und Goyle.

„Schule ?"

„Ja, Schule. Das ist doch dieses verdammt große Gebäude, in dem man uns allen Zauberei beibringt, und manche von uns tatsächlich welche lernen ? Wenn ich drüber nachdenke, verdammt, ich glaub fast, wir sind gerade drin."

„Du hast mit Hermione über die Schule gesprochen."

„Arithmantik. Du erinnerst dich, dieses Fach, das du nicht belegt hast, weil du nicht intelligent genug bist ?"

„Na, tu' s gefälligst besser nicht noch mal."

„Was, Arithmantik belegen ? Hör mal, wenn ich je ein Fach fallen ließ, wären meine Noten immer noch so weit über deinen, wie meine Familie über deiner."

„Du lässt Hermione in Ruhe !" knirschte Weasley. „Fang nicht an, sie zu drangsalieren !"

„Ohhhhh, hat Ronnie sich verknallt ? Ohhhhh, ist das nicht zu schön für Worte ? Sag mal, Weasley, was kommt dabei heraus, wenn man ein Wiesel mit einem Biber kreuzt ?"

Weasley war jetzt leuchtend rot angelaufen, was einen interessanten Kontrast zu seinem scheußlichen Haar bildete. Außerdem sah er aus, als wäre er bereit zu morden.

„Erinnert euch, dass ihr den Vielsaft-Trank eures Partners am Ende der Stunde trinken müsst", sagte Snape.

Jetzt sah Weasley aus, als wäre er bereit, vor Abscheu zu sterben.

„Eher bringe ich mich selber um !"

„Nimm mich mit dir", murmelte Draco. „Aber wenigstens hast du aufgehört, rot zu werden wie ein beschämtes Schulmädchen. Oh, nein, warte – sieh nur – da ist es wieder ..."

„Verzieh dich, Malfoy !"

Draco und Ron waren viel zu sehr damit beschäftigt, sich zu zanken, um jemanden anderen neben ihren Tisch gleiten zu sehen.

„Gib mir ein Stück von dieser grässlichen Clownsperücke, die du Haar nennst, Weasley", kommandierte Draco. „Ich hab mein Haar schon in deinen Becher getan."

„Warte, ich hab mich grad entschieden, lieber durchzufallen, als mich in dich teigigen Albino zu verwandeln ..."

„Komm schon, Weasley, du weißt, dass du schon immer reich, gutaussehend und charmant sein wolltest ... und, na ja ... halt ich ..."

„Dein Charme könnte nicht mal einer gehäuteten Kröte die Warzen abschwatzen –"

Draco setzte zu einem Schwinger auf Ron an, und als Ron sich duckte , riss er die Haare aus, die er wollte.

„Oh, du !"

Draco starrte in Rons wütendes Gesicht und fragte sich, ob der Weasley- Schwachkopf ihn tatsächlich schlagen würde, als er die Haare fallen ließ.

Keiner von ihnen bemerkte, dass die Haare ein wenig neben dem Becher herunter fielen.

Keiner von ihnen bemerkte die Gestalt, die an ihrem Tisch vorbei huschte, und eine andere Strähne in Dracos Becher fallen ließ.

Keiner von ihnen bemerkte überhaupt irgend etwas.

„Ich bin extrem enttäuscht !" schimpfte Snape. „Obwohl", höhnte er in Longbottoms Richtung, „in einigen Fällen wohl kaum noch eine Überraschung möglich ist. Ich habe klare fotozauberte Instruktionen ausgegeben, wie man diesen Trank zubereitet, und nicht einer von Ihnen war fähig, damit fertig zu werden ! So viel zu Ihrer Klugheit, Miss Granger. Was Sie angeht, Mr. Malfoy – ich kann wohl nur annehmen, dass Mr. Weasley Sie von der Arbeit abgelenkt hat."

„Das ist richtig, Sir", stimmte Draco gelassen zu. „Mit seinen unerwünschten Aufmerksamkeiten."

„Zehn Punkte von Gryffindor !"

Draco streckte sich und gähnte faul, mit dem lieblichen warmen Gefühl im Bauch, ein bösartiger Bastard zu sein – und er war auch noch so gut darin.

Er sah Granger und Weasley ihm Avada Kedavra- Blicke zuschießen, und zwinkerte ihnen zu. Weasley schäumte vor Wut, und Granger sah ihn mit schierer Verachtung an.

Potter schien viel zu erschüttert von seinem kleinen Tète-à-Tète mit Bulstrode, um dem kleinen Duell quer durch den Klassenraum irgendwelche Aufmerksamkeit zu schenken.

Der entschiedene ‚für' s –Leben –gezeichnet' -Blick auf Potters für' s-Leben-gezeichnetem Gesicht lenkte Draco von der Tatsache ab, dass ihm ziemlich schlecht war.

Ich glaube, ich mache vor Pflege magischer Geschöpfe einen Umweg zum Raum für kleine Zaubertiger ... ugh, zwei Unterrichtsstunden hintereinander Gryffindor um sich zu haben, kein Wunder, wenn mir übel ist.

„Du okay ?" grunzte Crabbe, als Snape ihnen allen gesagt hatte, sie seien Idioten, Versager, Squibs, eine Schande für ihre Gattung und sollten Filchs Diener werden, aber zumindest nie, nie wieder die Tür seines Kerkers verdunkeln (mit anderen Worten, die Klasse ziemlich genau wie immer zusammengefaltet hatte).

Draco schnitt eine Grimasse, dieser wilde Ausdruck, der das Gerücht verursacht hatte, Malfoys hätten Vampirblut in sich.

Was nicht wahr war.

Wahrscheinlich.

„Auf jeden Fall besser als deine blöden Fragen, Crabbe", schnappte er, schüttelte die bratpfannengroße Hand mit kaiserlicher Haltung ab und schritt fort von ihm, das Traute Trio auf seinem Weg nach draußen bösartig beiseite schiebend.

„Oje oje, ist dem armen kleinen Malfoy schlecht ?" frohlockte Weasley. „Lass dich von Snape ins Bettchen bringen."

„Darauf steh ich nicht, Weasley. Anders als du."

Draco stolzierte weg, Grangers Stimme hinter ihm noch in den Ohren.

„Harry, was ist passiert ? Du siehst ein bisschen – gebrechlich aus – "

Hoffentlich hatte Millicent ihr Glück mit ein paar ungezogenen Berührungen vorantreiben wollen, und Potter würde nun bibbernd in St. Mungos enden.

Draco versuchte, sich nicht vor Schmerzen zu krümmen, und stürzte so schnell er konnte in die Herrentoilette.

Dieser verdammte Weasley, wie in Gottes Namen hatte er es fertig gebracht, den Zaubertrank zu verhunzen ? Oder könnte Granger irgendwie seinen Kaffee vergiftet haben ? Oh, verräterisch belebende Getränke !

Er fiel durch die Tür und auf den Boden.

Der Schmerz war einfach blendend. Er pulsierte in silbrigen kalten Wellen durch seinen Magen, seine Wange klebte vor Schweiß an der Fliese, Blut stürzte über seine Lippe, als er hart darauf biss. Er winselte, krümmte sich zusammen, versuchte kleiner zu werden, um den Schmerz wie in einem Knoten einzuwickeln und ...

Er schien wirklich kleiner zu werden ...

Seine Kleider fühlten sich heiß und zu schwer an, schwarze Roben kratzten gegen seine Haut, als er quiekte, seine Kleider fühlten sich ...

Zu groß an.

Und warte. Quiekte ?

Malfoys quiekten nicht.

In dem Moment verschluckten ihn seine Kleider.

Ein Berg aus schwarzer Robe überflutete ihn, erstickte ihn, und das Jucken wurde schlimmer, wie ...

Wie Fellwachstum.

Schon wieder.

Draco erinnerte sich, wie es war, Fell zu haben.

Nicht noch so ein Vorfall wie mit dem verdammten Professor Moody vor zwei Jahren – bitte, bitte nicht ...

„Nein !" sagte Draco.

Nur, dass alles, was er hörte, ein Quieken war.

Er schoss unter seiner Robe hervor, wollte verzweifelt fliehen, entkommen, bevor ihn wieder jemand vom Boden bis zur Decke rauf und runter hopsen ließ – und schwor dem Mitglied des Dream Teams bittere Rache, welches das wohl für komisch hielt ...

Als ein paar Füße auf ihn zugeeilt kam.

Du kannst keinem Menschen weglaufen, Draco. Also sei hinterlistig. Sei ein Slytherin.

Draco fror wie in völligem Terror ein. Was noch nicht einmal schwer zu schauspielern war.

Als die Hand herunter kam, biss er so fest zu, dass Blut spritzte.

Und dann rannte er, rannte, rannte, hielt gerade mal an, um dankbar die offene Tür zu begrüßen, huschte den plötzlich gigantischen Korridor entlang und fragte sich, was in aller Welt er jetzt tun sollte ...

Als er in ein anderes Paar Füße hineinrannte, und von einer anderen riesigen Hand ergriffen wurde.

Irgend etwas war an diesen Füßen, dachte er. Sogar in diesem Maßstab waren sie entschieden übergroß ...

„Oh seht mal, Leute ! Was für eine süße Ratte !"

Dracos erster Gedanke war – eine süße was ?

Und sein zweiter – oh nein. Nicht Weasley.

Er war ein hilfloses Nagetier in den Händen der Gryffindors.

***