Hallo!

Diese Geschichte stammt nicht von mir- ich übersetze sie nur und kann jedem, der sie noch nicht im Original kennt nur empfehlen, sie zu lesen, denn sie ist toll. Das Original findet ihr auch auf dieser Seite, und zwar unter dem Titel „Before the moon rises"von Penelope 78
Diese Geschichte gehört sicher zu einer der besten fanfictions die ich je gelesen habe, vor allem weil meine beiden Lieblingscharaktere darin vorkommen, Remus und Hermine. Ich hoffe, ihr habt beim Lesen genauso viel Spaß, wie ich. Ich werde alle Reviews weiterleiten und hoffe, ihr reviewt fleißig. ;-) Nili

Bevor der Mond aufgeht

Prolog

Anfang Juli 1998 Hermine saß starr auf der fleckigen schwarzen Kirchenbank aus Walnussholz, das unnachgiebige Holz kalt auf ihrer Haut. Sie lehnte sich nach vorn, stütze dabei ihre Arme auf die Bankreihe vor ihr und ließ ihren Kopf sinken.

Warum zur Hölle war sie hergekommen – zu diesem Ort der Anbetung und zerschmetternden Glaubens an dem die Sünder ihren Hoffnungen auf Vergebung nachjagten nach denen sie nicht einmal fragten? Sie dachte spöttisch über ihr eigenes kindisches Verhalten nach. Schweigend blickte sie auf.

Dieser ganze Ort war Ehrfurcht gebietend; und sie gab diese Ehrfurcht willentlich- sie hätte alles gegeben für ein kleines Fleckchen Frieden. Die Gewölbe der Kathedrale waren hoch und voller Vorahnung, aus einem bleichen, weißen Holz geschnitzt aus dem mit dem Alter etwas dunkleres geworden war. Die Sonne war längst untergegangen und die befleckten Glasfenster lagen im Schatten, doch man konnte immer noch die farbigen Linien von Aposteln oder Heiligen erkennen – welche es waren, wusste sie nicht mehr- vielleicht beides aber machte das einen Unterschied? Machte überhaupt noch irgendetwas einen Unterschied?

Etwas erhöht und nahe dem vordersten Ende der Kathedrale stand eine Art Altar. Ein dunkelrotes Tuch lag über den Opferstein gebreitet. Mindestens 20 Kerzen waren entzündet worden und flackerten dort in der Dunkelheit. Vielleicht war das alles, was von der Hoffnung der Menschen übrig blieb; vielleicht entzündeten sie die Kerzen als eine letzte Zuflucht, ein letzter Schrei nach Ruhe inmitten einer gebrochenen Seelen. Sie wusste nicht genau, was die Kerzen bedeuteten, doch sie glaubte, dass sie mit ihrer Vermutung recht nahe kam.

Hermine wischte eine Träne fort, die ihre Wange hinunterlief und fluchte. Sogleich verspürte sie einen seltsamen Ausbruch von Schuldgefühlen, sie sah zu der hohen Decke hinauf und entschuldigte sich stumm – sicher würde der Geist der diesem Ort inne wohnte ihr vergeben – sicher konnte er verstehen dass ihr Herz geschlagen und geschunden, zersplittert und zerrissen war.

Schwach kam sie auf die Füße, ihre Knie wackelig vor Kummer, und ging den Gang entlang; irgendwie fühlte sie sich an diesem Ort nicht so allein. Als sie vor dem Altar stand, zog sie ihren Zauberstab und, wissend dass sie allein war, entzündete damit eine weitere Kerze neben den anderen. Sie war nicht niedergebrannt, wie die anderen; an ihr waren keine Spuren heruntergeflossenen Wachses. Ihre Kerze war neu und kräftig- die neu entzündete Flamme flackerte hell auf ihrem Docht. Irgendwie schien sie nicht zu den anderen Kerzen zu passen.

Gebe ihr Zeit- ein bißchen von diesem Leben wird das beste von uns niederbrennen lassen.

Mit zitternden Fingern fuhr sie über das prupurne Tuch auf dem Altar. Glatt und kühl fühlte es sich an, beinahe wie Seide. Für einen kurzen Moment fragte sie sich, für welche Sorgen diese Kerzen entzündet worden waren. Gab es noch andere trauernde Herzen, andere zerstörte Seelen? Sie hatte ein Gefühl, als würde ihr Kopf in einem Meer aus Leid schwimmen, und wenngleich sie es versuchte konnte sie sein Gesicht nicht vor ihrem inneren Auge verbannen.

Vielleicht sollte ich zwei Kerzen anzünden.

Nicht eine für sich selbst und eine für ihn, sondern beide für sie selbst. Würde das ihre Chance auf Trost verdoppeln, die Chance, ihr Herz zu heilen? Tränen tropften von ihren geschlossenen Augenlidern, glitten hinab, obwohl sie nicht wilkommen waren. Sie hätte es zugelassen zu schluchzen aber irgendwie hatte sie das Gefühl, dass die kein Ort war, der Geräusche mit offenen Armen willkommen heißen würde – die Stille war alles was hier akzeptiert wurde und auch sie konnte still sein... in der Dunkelheit war es immer still und sie wusste dort war auch sie, immer noch darum kämpfend an die Oberfläche zu gelangen und das Licht wieder zu finden – sollte sie es jemals wieder finden. Und aus irgendeinam Grund waren stumme Tränen viel schmerzhafter.

Hermine wandte sich von dem Altar ab und ging langsam den langen Gang zurück. Ihre Schuhe hallten leise auf dem kalten Stein wider. Sie wünschte sich der Gang würde ewig weitergehn, denn das würde heißen, dass sie die großen schweren Türen und die Welt da draußen nie erreichen würde- eine Welt in der die harte Wahrheit in ihre zerbrechlichen und zerschundenen Emotionen schnitt – und eine Welt ohne ihn.