1. Disney.

2. Last one.

3. Betas für dieses Kapitel: Fire, Naru, Sirius. Ja, drei. Nach erfolgter Kritik hab ich an entscheidenden Stellen Sätze geändert und wenn die Sache jetzt immer noch nicht verständlich ist, dann weiß ich auch nicht mehr weiter.

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Und das Merkwürdige ist, dass Jack sich vage im Vorteil befindet. Er weiß nicht warum, er macht ja gar nichts. Er hat nur den Eindruck, dass er öfter verfolgt als verfolgt wird. Das ist vielleicht gut. Die vielen kleinen Bauern sind fast alle weg, und das tut ihm auch Leid, irgendwie, aber er kann's nicht ändern. Da ist nur noch einer, nur einer, der vielleicht Königin werden kann, wenn er Glück hat.

Der Bauer wird Königin.

Vielleicht kann Jack wirklich hier bleiben, bis er gewonnen hat. Vielleicht lassen sie ihn ja frei, wenn er das Spiel gewinnt. Und natürlich erkennt er das Spiel. Es ist genau dieses Spiel, das er vor vielen Jahren in Madras gespielt und nicht zuende geführt hat, oder vielleicht stimmt das auch gar nicht. Sein innerer Sinn für Geschichten jedenfalls wäre befriedigt. Diese hier muss er eines Tages irgend jemandem erzählen.

(Wem eigentlich? Will? Lizzie? Nein. Bill, dem würde er es gern erzählen, aber der weiß es ja schon. Überhaupt kommt Bill nur noch selten vorbei. Vielleicht auch Anamaria, aber die ist möglicherweise tot. Schade.)

Und wenn er gewonnen hat, lassen sie ihn frei und er kann zu einem Hafen laufen und sich ein Schiff aussuchen. Das wäre schön. Jack spielt, und Jack gewinnt immer noch, aber er weiß nicht warum.

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Irgendetwas frisst Jacks Träume auf. Er hat keine mehr. Die Nächte hier sind lange Stunden, in denen er sich das Innere seiner Lider betrachtet. Das Innere seiner Lider ist fast schwarz. Das Schachspiel hat er lange schon memorisiert. Matt in den nächsten sechs Zügen. Vier, wenn der Gegner sich dumm anstellt.

Jack gewinnt immer noch. Seit sechs Tagen, mindestens. Es ist fast gruselig. Vielleicht erschießen sie ihn ja auch, wenn er gewinnt. Egal, es sind nur noch sechs Tage, höchstens. Jack kann jahrelang auf günstige Gelegenheiten warten, da wird er jetzt nicht ungeduldig werden.

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Heute wird Miguel ihn besuchen. Immer, wenn jetzt die Wachen zu ihm kommen, lächeln sie fein; man könnte fast denken, es gelte ihm. Vielleicht sind sie inzwischen seine Verbündeten, denn Jack kann Geschichten erzählen, und das macht er, weil er die grauenvollen Wächter lieber hat als die grauenvolle Stille. Punkt zwei: sie schlagen ihn fast gar nicht mehr. Das ist nett von den Wächtern.

(Natürlich möchte ein Teil von ihm immer noch aus dem Fenster klettern. Aber er hat ja kein Seil. Sinnlos, wirklich.)

Jack wartet. Seit dem heutigen Zug ist nichts passiert. Die Dame ist sein. Und?

Mittlerweile glaubt er gar nicht mehr, dass die Wächter verwirrt waren, als er damals Miguels Namen kannte. Mittlerweile würde er selbst gerne wissen, woher er Miguel kennt. Und Miguel wusste ja auch, wer Jack war, aber vielleicht hat das ja jemand Miguel verraten. Vielleicht sollte er Miguel fragen, wenn er denn irgendwann einmal kommt.

Wie üblich sitzt Jack im Dunklen, während er auf Miguel wartet. Er hat vor Tagen noch eine Öllampe gehabt, bis er versuchte, seine Matratze anzuzünden, da hat man ihm die Öllampe abgenommen. Und die Matratze. Er weiß nicht, wie die Wächter das herausgefunden haben, denn die Tür hat tatsächlich kein Schlüsselloch. Er hat nachgesehen. Die Tür muss draußen ein Vorhängeschloss haben, das heißt, jetzt, da Jack über die Sache nachgedacht hat, fällt ihm auf, dass er nur ein einziges Mal ausprobiert hat, ob die Tür verschlossen war, ganz am Anfang.

Dieser Mangel an Enthusiasmus hätte ihm früher vielleicht Sorgen gemacht, denkt er.

Es klopft an der Tür. Das ist neu, sonst wird hier eher nicht geklopft. Jack erkennt Miguel an seiner Silhouette im Gegenlicht, was aber nicht schwer ist, da hier überhaupt immer nur zwei Menschen hin und wieder vorbeikommen.

"Wer ist Euer Auftraggeber?" fragt er. Das ist inzwischen so ein Spiel zwischen ihnen. Jack fragt nach Miguels Auftraggeber und Miguel antwortet nicht, was schade ist, denn das interessiert Jack wirklich, vergleichsweise.

"Ich bin gekommen, um Euch zu warnen", sagt Miguel, und das ist neu. Das ist vielleicht sogar spannend. Jack macht es sich auf dem Fensterbrett bequemer, auf der Suche nach einer alten Pose, die in dieses alte Schema passt: ich sitze hier, ich höre dir vielleicht zu, du kannst mich mal. Passt schon. Jack betrachtet seine Fingernägel. Miguel bleibt lediglich im Türrahmen stehen.

Jack könnte versuchen, an ihm vorbeizustürmen. Tut er nicht.

"Ihr könnt nicht so weitermachen", sagt Miguel.

Jack hat immer versucht, möglichst keine Verbündeten zu haben, doch dieser hier drängt sich auf, bittet nicht um Vertrauen, sondern verlangt es. Jack weiß einfach nicht... Er hasst es.

"Womit?" fragt Jack. Sitzt er nicht gerade? Läuft er mit Schlagseite? Hält er den gottverdammten Holzlöffel in der falschen Hand? Es sind Erinnerungen an die Klosterschule, die Miguel in ihm weckt. Auch: Erinnerungen an Pablo, den fabelhaften Sopranisten, den Chorleiter, der die schöne hohe Stimme von El Gorrionito lobt, und ihn dabei ansieht, dass er Heidenangst um seine körperliche Unversehrtheit bekommt.

"Das Spiel", sagt Miguel. Er senkt die Stimme. "Ihr dürft nicht gewinnen, sonst -"

Er verbleibt im Türrahmen. Jack kann die sich bewegenden Schatten hinter ihm sehen, d.h., Miguel ist dumm. Oder berechnend, in beiden Fällen als Verbündeter jedenfalls nicht zu gebrauchen. Soll doch verschwinden.

"Wer ist Euer Auftraggeber, Miguel?" fragt Jack erneut.

"Ihr würdet es nicht verstehen."

Jack versteht tatsächlich nichts. Er schweigt. Seine Fingernägel sind unglaublich verdreckt, stellt er fest, und das erfreut ihn ein wenig. Nicht so gut wie, sagen wir mal, Haare, aber das ist doch mal ein Anhaltspunkt auf dem Weg zur Selbstfindung. Gelegentlich blickt Jack auf, um nachzusehen, ob -

Endlich, endlich schließt Miguel die Tür hinter sich.

"Man hat mir verboten, Euch zu warnen. Wenn Ihr verliert, weiß man, dass ich Euch gewarnt habe."

"Wo liegt das Problem? Gewinne ich eben", sagt Jack. Die Situation ist ihm unklar. Er sollte einfach bewährte Problemlösestrategien anwenden, Miguel verführen und aus der Irrenanstalt ausbrechen (die hierfür erforderliche Kausalbeziehung würde er nachreichen), aber da er Miguel inzwischen nun mal mit Pablo assoziiert, ist die Sache gestorben. Aus und vorbei. Zu gruselig selbst für Captain Jack Sparrow.

"Nein", sagt Miguel. "Man geht davon aus, dass ich Euch trotzdem warne, deswegen ist es meine Schuld, wenn Ihr gewinnt. Ihr dürft nicht gewinnen."

Miguel ist verrückt, dass erkennt Jack jetzt klar und deutlich. Hysterisch, syphilitisch, hat nicht alle Planken an Deck. Na, oder berechnend. Miguels einzige Rolle in diesem Spiel ist es, Widersprüche zu generieren und Jack abzulenken. (Von was? Später.) Er fragt lieber nach:

"Warum geht man davon aus, dass Ihr mich warnt?"

"Man hat es mir befohlen", sagt Miguel.

Vielleicht kann Jack sich aus genügend Widersprüchen eine Wahrheit basteln, wenn er nur genügend Fragen stellt. Das hier ist frustrierend.

"Was wird passieren, wenn ich das Spiel gewinne?" fragt er. Er will ja gar nichts, nur ein simples "Dann erschießen wir dich". Zuviel verlangt?

"Ihr dürft das Spiel nicht gewinnen."

Ach so.

Idee tot, hier sind keine Wahrheiten zu finden. Jack dreht sich um, schwenkt die Beine über das Fensterbrett. Sie baumeln, inzwischen traut er sich das. Er blickt auf unfruchtbares Land, auf unbestellten Acker in der Abenddämmerung. Miguel bleibt hinter ihm stehen, einfach so, und existiert vor sich hin.

Miguel ist eine lebende, atmende Puppe. Jack könnte die Bindfäden suchen, aber was kümmern ihn die? Er wettet, er würde bis zur Küste weniger als eine Woche brauchen, was kümmern ihn da Bindfäden? Aber Miguel geht einfach nicht weg.

"Wer ist Euer Auftraggeber, Miguel?" fragt er schließlich.

"Ich befolgte nur Anweisungen", erwidert Miguel prompt, als hätte er auf die Frage gewartet. "Ich verstehe sie nicht. Ich bekomme nur Anweisungen von Mittelsmännern, und die bekommen auch nur Anweisungen. Ihr würdet es nicht verstehen."

Jack dreht seinen Kopf extra so, dass Miguel vielleicht die Hälfte seines müden Lächelns sehen kann, ist aber auch egal.

"Ich denke, ich werde gewinnen, Miguel", sagt er. "Was haltet Ihr davon?"

Miguel seufzt, das Gewicht der Welt auf seiner Zunge. "Wenn Ihr nicht verrückt geworden wäret, würdet Ihr es verstehen", sagt er. Er verlässt den Raum.

Jack fällt aus dem Fenster, und als auf er auf dem Boden aufschlägt, ist er rund und aus dunklem Holz und trägt eine entzückende kleine Krone, aber nein, das stimmt ja gar nicht. Wie merkwürdig.

xxx

Ein Kapitän geht immer mit seinem Schiff unter.

Was sicherlich eine bewährte Richtlinie war, schöne Worte für phantasielose Menschen, wie Jack fand; aber es war doch wichtiger, den Untergang weitestgehend zu vermeiden, oder? Natürlich hatte er es der Pearl geschworen, bei seiner Ehre als Pirat, mit gekreuzten Fingern hinterm Rücken. Jack legte sich nicht gern fest.

Aber: das schnellste Schiff in der Karibik zu haben, nützte einem nichts, nada, rien, wenn man in einer gottverdammten Bucht festsaß.

Aber: Meineide nützten einem nichts, wenn das Schiff ein gottverdammtes Loch hatte. Ein Riesenloch genau durch die Mitte. Aus dem Bauch des Schiffes kamen bedenkliche Geräusche. Wasser drang ein. Die Schiffe der Royal Navy hatten das Feuer inzwischen eingestellt, obwohl sie, im Gegensatz zur Pearl, noch Munition haben mussten, aber sie ließen diesmal bestimmt nichts anbrennen.

Ein Tag Vorsprung in zwei Jahren aufgeholt, das waren alle dreißig Tage oder so eine Stunde. Das waren jeden Tag zwei Minuten. Das klang recht unerheblich, fand Jack.

(Klang unterheblich? War es auch. Jack z.B. brauchte nur zwei Minuten, um von einem Galgen zu flüchten und irgendwie auf der Pearl zu landen, und jetzt seht mal, wohin ihn das gebracht hatte.)

(Aber: sie hatten diesmal gar nichts gemacht, jedenfalls nichts, was explizit verboten war. Nun, technisch gesehen. Es war unfair.)

Die Crew war auf Deck versammelt, alle außer, naja, außer Gibbs. Nicht daran denken. Piraten waren keine großen Logiker, aber sie erkannten Sinnlosigkeit, wenn sie sie sahen. Eine Meute von Pragmatikern, und Jack mittendrin.

Jack schaute eigentlich im Wesentlichen Anamaria an, weil die als einziges Besatzungsmitglied im Angesicht des Todes wenigstens nicht auch noch Kautabak kaute, sondern anständig mit verschränkten Armen am Mast lehnte und zu Boden sah. Für einen bedeutungsvollen letzten Blickwechsel war Anamaria allerdings nicht zu haben, worüber Jack geteilter Meinung war, aber genaugenommen war das inzwischen auch egal.

Die Schiffe um sie herum hatten Boote zu Wasser gelassen, Boote voller rot uniformierter Soldaten. Nur noch zwei Möglichkeiten für die Piraten - ein Weg führte nach unten, hinab zu Davy Jones. Einer führte in die Boote, von den Booten an den Galgen, vom Galgen als landschaftsverschönernde Maßnahme zurück in die Bucht. Ein Weg war nass, der andere war peinlich.

Naja. "Wer gehen will, kann gehen", sagte Jack. Vielleicht schaffte es ja doch irgendeiner, zur Küste zu schwimmen, ohne von einer roten Uniform aus dem Wasser gefischt zu werden. Aber eher nicht.

Jack war nicht besonders nervös, er umklammerte nur den Griff seines Säbels wie ein Ertrinkender ein ihm zugeworfenes Seil. Merkwürdig, wo er doch schwimmen konnte. Jack versuchte, sich zu konzentrieren, möglichst nicht auf das Ergebnis von Gibbs' Bastelei mit dem Pulvermagazin zu warten. Ein rosa Elefant, das. Jack hätte die Bastelei vielleicht selbst übernommen, aber er brachte es nicht übers Herz. Außerdem versuchte er, sich gutklingende letzte Worte auszudenken, aber nichts. Es würde demnächst ziemlich nass werden, und das war alles, was dazu zu sagen war. Schachmatt, aus und vorbei.

(Außer vielleicht für ihn, weil Jack ja einen unerklärlichen Stein im Brett des Gouverneurs von Jamaica hatte. Von dem Gedanken wurde Jack aber ziemlich schlecht. Mal abgesehen davon, dass er eine Menge Dinge wollte, nur nicht sterben, aber er fand auch seine Crew recht nett und es fühlte sich zu sehr nach Verrat an, wo das doch zu den wenigen Dingen gehörte, die Jack zu unmoralisch waren. Die Crew war schließlich vor zwei Jahren extra für ihn zurückgekommen, musste man mal bedenken.)

(Außer vielleicht für Anamaria, denn für Leute wie Anamaria fand die Royal Navy gelegentlich eine nette Plantage irgendwo auf dem Land. Dann vielleicht doch lieber Wasser, aber das war in dem Fall wohl ihre Sache. Verdammt.)

Die Soldaten enterten. Einer suchte sich gleich ein leichtes Ziel zum Festnehmen, haha, er suchte sich Anamaria, aber Anamaria hatte auch ein Schwert, für was hielt er sie? Gleichzeitig kam Gibbs aus dem Schiffsinneren, nicht unbemerkt, aber das war hier keiner mehr.

Jack beugte sich über die Reling. Das Wasser stieg an der Außenwand des Schiffes, aber nein, das Schiff sank ja. Erst als er jemanden hinter sich auftauchen merkte, drehte er sich wieder um, mit einem Schwanken, aber nicht recht bei der Sache.

Er war überrascht. Der Commodore, das laufende Sahne-Eclair, war extra für ihn an einem blöden nassen Seil auf ein sinkendes Schiff geklettert. Das war nun nicht besonders interessant, d.h., nicht so interessant wie die Tatsache, dass die Pearl sank, gottverdammtnochmal, aber - der Commodore, ganz gute Manieren, ließ ihm sogar genügend Zeit, sein eigenes Schwert zu ziehen, obwohl Jack doch so fürchterlich unvorbereitet gewesen war.

Jack sah den Commodore den Mund aufmachen, und er brauchte eine Sekunde, die Worte zu verstehen. Nichts wichtiges, nur "Hört mir zu, Sparrow -"

Hör dem Commodore zu, Sparrow -

Das Pulvermagazin explodierte. Der Mast fiel, und er fiel Jack direkt auf den Kopf.

(Während Jack sich von weißem Licht umgeben sah und sich geistig und moralisch auf die Bewusstlosigkeit vorbereitete, fragte er sich, ob ihn jemand retten, und wo und wann er wieder aufwachen würde. Er fragte sich nicht, ob er wieder aufwachen würde. Das hier war die Pearl, Sie hatte ihn gern. So war die Sache jedenfalls gedacht.

Dieser Moment war recht schnell vorbei.)

xxx

Jack ist sich selten so sicher gewesen: er spürt die vertraute Reihenfolge von Teppich und Dielen und Lehmboden und Stein unter seinen nackten Füßen, er spürt den Wind von draußen, der nicht nach Seetang riecht, und gleichzeitig gewinnt er die ganze Zeit, immer noch. Er wird noch schnell die Sache mit dem eigentlichen Sieg erledigen, dann wird er von hier verschwinden, ein Schiff finden, nach Hause segeln.

(Wobei, zuhause ist im Idealfall ja auf dem Schiff. Abgesehen von diesem Idealfall ist Zuhause wenigstens an einem Ort, an dem es eventuell ein wenig wärmer ist als hier. Aber Jack will klein anfangen; er freut sich auf das Schiff.)

Sie nehmen ihm die Augenbinde ab und Jack braucht nur einen Lidschlag, um festzustellen, dass das hier nicht sein Spiel ist.

Zum einen fehlt ihm die Dame (so harte Arbeit, sie wiederzuerlangen, umsonst). Zum anderen sind da seine schwarzen Bauern recht unmotiviert auf dem Spielfeld verstreut. Nichts anzufangen mit ihnen.

Jack hat nicht einmal genug Zeit für eine enthusiastische Reaktion, so schnell stellt er fest, dass er tatsächlich nicht überrascht ist. Deduktive Logik: Jack weiß, dass es ziemlich dumm ist, von einem übermächtigen Gegenspieler Fairness zu erwarten, alles andere wäre ziemliche Dummheit von Seiten des Gegners.

(Mit diesem Spiel hier hat er keine Chance mehr. Vielleicht hätte Bill es gewonnen. Vielleicht nicht.)

Und wenn das so ist -

Wenn das wirklich so ist -

Warum hat Jack dann so lange gebraucht, es zu verstehen? Er versteht jetzt. Jack sieht die Wächter an, links, rechts. Sie haben Miguel über Nacht ersetzt, Jack hat es nicht einmal bemerkt. Es ist egal, er versteht auch das. Er sieht in ihr kollektives Gesicht, er weiß, wer sie sind.

Ich kenne dich, Davy Jones, denkt Jack. Ich wusste nur nicht, dass du spielst.

Jack weiß, dass er im Grunde nur gewartet hat, dass sich der richtige Augenblick auftut, und der ist jetzt. Er ist es schon die ganze Zeit gewesen.

Es ist sehr leicht, den Schachtisch umzuwerfen. Die Figuren klingen wie spanische Kastagnetten, wie eine Handvoll Patronen, die auf Planken fällt. Die Wächter hängen regungslos in ihren Bindfäden.

Wer Davy Jones gewähren lässt, hat schon verloren. Ein Kapitän geht immer mit seinem Schiff unter, außer manchmal.

Außer Jack, denn der sucht sich eine Tür. Metaphorisch gesprochen.