Okay! Versuch X.

Ich frag mich, was ich hier falsch mache!

Disclaimer: Alles JKR, außer der Story!

OotP hab ich ignoriert!

R&R please!

Prolog:

Animositäten

„Sirius!...SIRIUS...verdammt, es ist mir egal, was du da oben treibst, aber wenn du nicht gleich hier unten auftauchst, stehe ich in deinem Schlafzimmer, egal, was ich zu sehen kriege!"

Harry warf einen verzweifelten Blick über das Chaos in der Küche des Black- Haushaltes, zu dem er nun schon das zweite Jahr gehörte. Es sah ganz danach aus, als habe Sirius gestern kräftig einen drauf gemacht. Der ganze Tisch war mit leeren Flaschen und Gläsern übersät und an Frühstück war nicht zu denken.

Normalerweise hatte Harry kein Problem damit, wenn Sirius seinen Spaß hatte, doch heute war der erste September und in drei Stunden fuhr der Hogwartsexpress.

Aus Sirius Schlafzimmer, das direkt über der Küche lag, war Gepolter zu hören und Harry kratzte sich am Kopf.

Das konnte heiter werden.

Zehn Minuten später stand Sirius nur halb bekleidet in der Küche. Genauer gesagt, er stand in seiner schwarzen Hose in der Küche. Den Rest schien er nicht auf die Reihe gebracht zu haben. Er sah furchtbar aus.

„Sorry, Harry, hat gestern 'n bisschen länger gedauert!"

„'n bisschen?...Wenn mich nicht alles täuscht ist die Sonne aufgegangen, als ich euch nach oben Poltern gehört habe!...Sirius, du weißt, dass es mir normaler Weise egal ist, was du treibst, aber in zweieinhalb Stunden fährt der Hogwartsexpress und hier herrscht das totale Chaos!"

„Mach dir mal keine Sorgen, mein Kleiner!"Eine rothaarige, junge Frau war hinter Sirius erschienen, schlüpfte an ihm vorbei und verwuschelte Harrys sowieso schon strubbeliges Haar noch ein bisschen mehr.

Harry schaute Patricia McMahony an.

Da wären wir also wieder bei den Rothaarigen. Patricia war nicht zum ersten Mal hier, aber zwischendurch hatte er mindestens zwei andere gesehen.

„Wo steckt Remus?"

„Im Gästezimmer.. und ich glaube nicht wirklich, dass er aufsteht, um dich zu verabschieden!"Der Blick der hübschen Rothaarigen flog zwischen Harry und Sirius hin und her. „Manchmal frage ich mich ehrlich, wer von euch beiden der Vormund und wer das Mündel ist!"Sie begann mit ihrem Zauberstab die Küche in Ordnung zu bringen und Sirius streckte Harry die Zunge heraus.

Augenblicklich wurde Harry dabei klar, was Patricia gemeint hatte und er schüttelte den Kopf.

„Geh nach oben, Harry, mach dich fertig, ich kümmere mich um den Rest und du...Sirius...verschwinde und zieh dich ordentlich an!"

„Aye, Ma'am!" Sirius wandte sich auf der Türschwelle um und Harry tauchte unter der Hand durch, die schon wieder nach seinen Haaren langte.

„Danke, Miss McMahony!"

„Nenn mich Pat, okay!"Harry grinste, als er die Küche verließ, wandte sich jedoch einen Moment später noch mal um.

„Äh...Pat...ob...ob sie mir wohl auch mit meinem Zeug helfen könnten?"Patricia fing an zu lachen.

„Verschwinde und mach dich fertig! Ich werd' sehen, was ich machen kann!"

Patricia McMahony war eindeutig ein Ass, was Organisation anging, ansonsten wäre es wohl nicht möglich gewesen, dass sie fünf vor elf vor dem Kamin standen, bereit per Flohpulver zum Gleis 9 ¾ zu aufzubrechen.

„Harry, tu mir einen gefallen, schick ihn zu Fuß zurück, sonst wird ihm sicher schlecht!"Harry schaffte es nicht, der Umarmung von Sirius neuester Freundin zu entkommen und wurde rot wie ein Krebs.

„Danke, Pat!", brachte er verlegen heraus und wieder wuschelte eine Hand durch seine schwarzen Haare.

„Ich mag dich, Kleiner!... Du hast mehr Verstand, als er!"Ihr Kopf ruckte in Sirius Richtung und Harry konnte sich das Grinsen nicht verkneifen.

Es war das erste Mal, dass er sich wünschte, Sirius würde ein Beziehung nicht in den Sand setzen.

„Gleis 9 ¾ !"Sirius stieg mit Harrys geschrumpften Koffer und einer ziemlich grimmigen Miene als erster in den Kamin.

Pat klopfte Harry auf die Schulter, als er mit blassem Gesicht folgte, denn es war inzwischen allgemein bekannt, das Harry Potter nichts so sehr hasste, wie reisen mit Flohpulver.

Harrys Leben hatte sich verändert, seit Voldemort gefallen war.

Es war jetzt zwei Jahre her, dass der Orden des Phönix den Sieg über Voldemort mehr oder weniger unbemerkt von der Öffentlichkeit davon getragen hatte.

Fudge hatte sich geweigert, die Rückkehr des dunkeln Lords zur Kenntnis zu nehmen, doch Albus Dumbledore war trotz allem nicht untätig gewesen. Er hatte die Organisation zu neuen Leben erweckt, die dem Lord schon einmal entgegen getreten war und das mit Erfolg.

Voldemort und seine Todesser waren im Untergrund tätig und Dumbledore folgte diesem Beispiel. Es war seinen Spionen zu verdanken, dass diese letzte entscheidende Aktion gelungen war.

Voldemort war auf einer Todesserveranstaltung aufgetreten und der Orden des Phönix hatte die Todesser ohne Gnade angegriffen. Es war Albus Dumbledore selbst gewesen, der Tom Vorlost Riddle vernichtet hatte.

Schließlich war Voldemort nicht der erste Schwarzmagier, dem der Schulleiter von Hogwarts entgegengetreten war und mit diesem Sieg hatte er seinen Ruf als größer Zauberer der neueren Zeitgeschichte endgültig besiegelt.

Dumbledore war der einzige Zauberer, dem es gelungen war innerhalb einer Lebenspanne gleich zwei mächtige schwarze Magier zu vernichten, von denen der eine sogar als der mächtigste überhaupt gegolten hatte.

Seitdem war Harrys Leben ein Anderes.

Es hatte nicht lange gedauert, bis unzweifelhafte Beweise vorlagen, dass Sirius Black des Verbrechens, dessen er angeklagt wurde, nicht schuldig war und er die Vormundschaft für Harry übernehmen konnte. Seit dem war Harry von den Dursleys erlöst, auch wenn er sich gelegentlich fragte, ob das wirklich eine Erlösung war, denn Sirius, seit er wieder tun und lassen konnte, was er wollte, trieb es ziemlich bunt und Patricias Frage, wer hier wessen Vormund war, war nicht ganz abwegig.

„Mann, irgendwann bring ich ihn um!"Harry ließ sich in den Sitz neben Ron fallen.

Es war eine Minute vor elf Uhr gewesen, als er und Sirius endlich auf dem Bahnsteig angekommen waren. Im Flohnetzwerk hatte es einen Stau gegeben und Harry war froh, es überhaupt geschafft zu haben.

Sirius hatte ihn mit einem heftigen Schubs in den Zug befördert und war verschwunden, um seinen Koffer und den Käfig mit Hedwig im Gepäckwagen abzugeben.

Das war seine Verabschiedung für dieses Jahr gewesen und irgendwie unterschied sie sich nicht sonderlich von der im letzen Jahr, denn auch da hatte er den Sommer schon mit Sirius verbracht und seine Abreise von Gleis 9 ¾ war genauso hektisch gewesen, wie dieses Mal.

Hermione war noch heute der Meinung, dass Sirius Vormundschaft alles andere als gut für ihn war und Harry kam besonders bei diesen Gelegenheiten der Gedanke, ob sie damit nicht vielleicht Recht haben könnte.

Harry war Profi darin diesen Umstand zu verdrängen, denn meistens war er sehr zufrieden mit seinem neuen Leben und er wusste, dass Sirius immer alles für ihn tun würde, wenn es darauf ankam.

Auf solche Kleinigkeiten, wie die Verabschiedeung am Bahnhof kam es dabei nicht an.

„Was war es denn diesmal?"Ron konnte sich das Grinsen nicht verkneifen. Harrys Auftritte bei den Abfahrten des Hogwartsexpresses waren ein Abenteuer, seit er bei Sirius war.

„Eine Orgie, schätze ich mal!"

„Und bist du wenigstens dabei gewesen?"

„Vergiss es, Ron, wo steckt eigentlich Hermione?"

„Hat sie es dir nicht geschrieben?...Sie ist Schulsprecherin dieses Jahr!"

„Ach du meine Güte...und wer noch?"

„Draco Malfoy!"

„Das ist nicht wahr?"Harry spürte seinen Herzschlag plötzlich irgendwo in der Nähe seines Kehlkopfes. Es war ein mittlerer Schock, obwohl eigentlich damit zu rechnen gewesen war.

Malfoy war Zweitbester hinter Hermione und zeigte sich öffentlich schon seit zwei Jahren nur von seiner besten Seite.

Nur die Gryffindors seines Jahrgangs kannten sein anderes Gesicht.

„Leider doch! Malfoy ist Schulsprecher...mit Hermione...ich schätze mal, das wird lustig!"

Harry starrte ins Leere. Er hatte keine Zweifel daran, dass das lustig werden würde – vor allem für die Gryffindors.

„'Mione, hast du dir das wirklich überlegt, als du diesen Job angenommen hast?"Harrys Lippen waren dicht an Hermiones Ohr. Sie saßen am Gryffindortisch in der Großen Halle.

Die Auswahl war vorbei und Harrys Augen hatte Malfoy am Slytherintisch fixiert.

Der Blonde sah ziemlich selbstgefällig aus und sonnte sich in der Ehre, in diesem Jahr den Schulsprechen mimen zu dürfen.

„Du Dummkopf hast es ja nicht mal geschafft, Vertrauensschüler zu werden!" Harry musste lachen.

„Ich schätze, Dumbledore wusste schon ganz genau, warum!"

Harrys Atem kitzelte an Hermiones Ohr und sie musste nun ebenfalls lachen.

„Du bist unmöglich, Harry!"

„Ich weiß, ansonsten wäre ich ja jetzt mit dir Schulsprecher!"

Hermiones Stirn versank an Harrys Schulter und er schlang ihr den Arm um die Schultern.

„Wenn er dich ärgert, sag mir Bescheid!"Spätestens da konnte sie sich nicht mehr halten vor Lachen.

„Ich glaube, das ist das Letzte, was ich tun werde!"

„Hey, ihr zwei, ist mir da irgendwas entgangen?"Ron hatte rote Ohren und Harry wusste, dass das ein schlechtes Zeichen war. Es stachelte ihn nur dazu an, seinen Freund weiter zu provozieren.

„Hey, 'Mione, er fragt, ob ihm was entgangen ist!"Hermione hob den Kopf und fing Harrys smaragdgrüne Augen ein, ein bezauberndes Lächeln auf den Lippen.

„Ich schätze schon!"Harry lachte. Er wusste, das Hermione die einzige war, die ihn wirklich komplett durchschauen konnte und Ron sich in dieser Hinsicht keine Sorgen machen musste.

Ron jedoch verstand keinen Spaß mehr, stand auf und schob sich zwischen seinen besten Freund und seine Freundin.

„Da will ich mal lieber auf Nummer sicher gehen!"Zwei Köpfe sanken lachend auf die Tischplatte und eine Horde Gryffindor-Siebtklässler fragte sich, was Harry Potter und Hermione Granger für lustige Geheimnisse hatten.

Am nächsten Morgen war Harry dann weniger zum Lachen zumute. Er hatte kaum geschlafen und daran änderte auch die kalte Dusche nicht viel.

„Potter, beweg jetzt endlich deinen Hintern, ansonsten kannst du mich mal und ich gehe allein zu Snape!"

Harry stand im Bad vorm Spiegel und versuchte sein rebellisches Haar zu zähmen, während Ron vor der Tür auf und ab ging und zeterte.

Er hatte die ungewohnte Zweisamkeit zwischen ihm und Hermione noch immer nicht ganz verkraftet und Harry war es schon lange nicht mehr gewöhnt, von Ron nicht verstanden zu werden.

Daran wirst du dich wohl gewöhnen müssen, Feuerkopf!, ging es Harry durch den Sinn, als er den hoffnungslosen Versuch, seine Haare zu bändigen , aufgab und Rons Aufforderung folgte.

Zwischen ihm und Hermione hatte es nach der ziemlich feuchten Abschlussparty vor den Ferien eine haarige Aussprache gegeben und er hatte leider viel zu viel Butterbier konsumiert, um ihren Fragen ausweichend genug antworten zu können

Am Ende hatte sie klar konstatiert, dass er eindeutig schwul sei und Harry war auf dieses Statement leider nichts anderes eingefallen, als sie mit offenem Mund an zuschauen.

Das war für sie Antwort genug gewesen, egal, was er versucht hatte ihr später weiszumachen.

Er schnappte seine Tasche.

„Ich komm ja schon!...Das du dich geweigert hast, Fortgeschrittene Zaubertränke zu canceln, werde ich nie verstehen!"

„Halt die Klappe, Harry, um Auror zu werden, brauche ich dieses Fach und das weißt du ganz genau!"

Da hatte er leider Recht und es war auch der einzige Grund für Harry, sich den Unterricht bei Snape weiterhin anzutun.

Nun, vielleicht nicht ganz der Einzige, gestand er sich auf dem Weg in die Große Halle ein.

Da war noch immer Draco Malfoy, und es gab inzwischen leider nicht mehr viel, was Harry so sehr reizte, wie den eisigen Blondschopf zur Weißglut, zu treiben.

Die Tatsache, das Malfoy jetzt Schulsprecher war, war da nicht gerade hilfreich, doch Harry war der letzte, den das interessierte.

Seit feststand, dass er niemals Vertrauensschüler sein würde, war ihm alles andere eigentlich ziemlich egal.

„Was soll der Scheiß mit Hermione, Harry! Ich mag es nicht, wenn du sie anbaggerst!"

Sie hetzten eine der Geheimtreppen hinunter, als Ron mit dieser Bemerkung kam. Harry stolperte und begann zu lachen.

„ Wie kommst du auf die irre Idee, dass ich Hermione anmache?"

„Was soll ich davon halten, wenn ihre Nase in deinem Nacken verschwindet?"

Harry schlitterte die letzen Stufen zur Einganshalle hinunter.

„Vielleicht solltest du dir mal Gedanken über dein Aftershave machen!"Er konnte schon wieder nicht mehr vor Lachen, als er vor Ron in die Große Halle flüchtete und sich rücksichtslos auf den Platz neben Hermione schob.

„Morgen, Süße!"

„Morgen, Süßer!", kam die prompte Antwort. „Scheint ja ganz so, als seiest du heute richtig gut drauf!...Harry, ich sage dir das eine...beherrsch dich!" Weiter kam sie nicht mit ihrer Predigt, denn Ron schubste Harry zur Seite, warf ihm einen tödlichen Blick zu und drängelte sich zwischen ihn und Hermione.

Harry fing sich.

Er schnappte sich einen Toast und versuchte vernünftig zu frühstücken, doch es gelang ihm nur teilweise, denn er hatte den Fehler gemacht, sich mit dem Rücken zum Rest der Halle zu setzen und hatte somit keinen Überblick.

Noch im kauen wandte er sich um und warf einen Blick zum Slytherintisch.

Wie zu erwarten saß Malfoy auf seinem Platz, mit seinem brandneuen, blitzenden Schulsprecherabzeichen auf der Brust.

„Denk nicht mal dran, Harry!", kam es von links und Ron warf Harry einen irritierten Blick zu, denn für ihn war Hermiones Bemerkung vollkommen unverständlich.

Harry grinste nur.

„Lass das mal meine Sorge sein!"

„Ich warne dich, wenn du Ärger machst, ziehe ich dir Punkte ab!"

„Welche Punkte? Wir haben doch noch gar keine!"

In Gedanken wog er ab, wie er Malfoys Abzeichen am besten in etwas wirklich Unmögliches verwandeln konnte und war nicht bei der Sache.

„Du weißt genau, was ich meine!...Professor Dumbledore möchte die Differenzen zwischen den Häusern abbauen, deine ständigen Attacken auf Malfoy sind da nicht gerade hilfreich!"

Dieser verdammte Plan des Schulleiters war für die Gryffindors die Hölle. Schon im letzten Jahr hatten die Gryffindors jede Unterrichtstunde mit den Slytherins verbringen müssen. Für die unteren Jahrgänge mochte das ja erträglich sein, doch besonders die siebte Klasse hatte damit ein echtes Problem.

„Ich werd' dem bedauernswerten Blonden ganz bestimmt nichts tun!"Hermione rümpfte daraufhin nur vielsagend die Nase.

Sie wusste ganz genau, dass Harry noch immer nicht fassen konnte, wie Lucius Malfoy sich aus der ganzen Misere um den Untergang des dunklen Lord herausgewunden hatte.

Die Malfoys waren ohne gesellschaftlichen Schaden davon gekommen und Draco war noch immer ein anerkanntes Mitglied der Upperclass. Die Diskussionen, wen er heiraten würde, kochten jedes Jahr von neuem hoch.

„Wenn ich dir glauben könnte, wäre es echt nett!"Harry schenkte ihr ein bezauberndes Lächeln. Ihm war eingefallen, was er dem Schulsprecherabzeichen seines Erzrivalen antun konnte.

„KÖNNTE MIR MAL JEMAND SAGEN, WORUM ES HIER GEHT?"Ron war der Kragen geplatzt und er handelte sich einen verdutzen Blicke seiner beiden besten Freunde ein.

Es war kein großes Problem, Malfoy in die Quere zu kommen, als sie den Kerker betraten.

Hatte sich Harry gestern noch darüber geärgert, dass die ersten beiden Stunden des Schuljahres ausgerechnet Fortgeschrittene Zaubertränke waren, gab es ihm nun den obligatorischen Kick.

Um genau zu sein gab ihm jede Gelegenheit, Malfoy zu provozieren einen Kick. Während der Blonde das seit dem Untergang des dunklen Lords vermied, legte es Harry seitdem darauf an.

Er gestand es sich nur ungern ein, aber die Tatsache, dass er es immer wieder schaffte, Draco Malfoy zur Weißglut zu treiben, rettete Harrys Tag und noch besser wurde es, wenn Malfoy sich auf eine körperliche Auseinandersetzung einließ – so wie heute.

Sie waren zusammen gerempelt, als sie den Kerker betraten und Harry hatte die Gelegenheit genutzt, Dracos adrettes Schulsprecherabzeichen in eine lebendige Zebraspinne zu verwandeln.

Während er mit einem unterdrückten Grinsen zu seinem Platz gegangen war, hatte Pansy Parkinson zu schreien angefangen, wie am Spieß, als die hübsche gelb-schwarz gestreifte Spinne ihren Arm hinaufgekrabbelt war und weder er noch Ron, der es natürlich bemerkt hatte, hatten sich das Lachen verkneifen können.

Malfoy hatte sie augenblicklich als die Übeltäter ausgemacht und versucht, den Schulsprecher zur Schau zu stellen, doch mit einem Harry, der sich nur mühsam das Lachen verkneifen konnte, war das unmöglich.

Hermione hatte versucht, es zu verhindern, doch es hatte keine zehn Sekunden gebraucht, bis die beiden sich prügelnd am Boden gewälzt hatten und es das Brüllen eines Severus Snape brauchte, um sie wieder zur Besinnung zu bringen.

„Mister Malfoy!...Erklären sie mir, was hier los ist?"

Draco zog sich seinen Umhang zurecht und warf Harry einen verächtlichen Blick zu, der sich gerade die Krawatte richtete.

„Eine kleine Meinungsverschiedenheit!"

Da konnte man Malfoy nachsagen, was man wollte, wenn es auf seine Auseinandersetzungen mit Harry kam, blieb er Gentleman, etwas, was der genannte gnadenlos ausnutzte.

„Mister Malfoy!...Sie sind in diesem Jahr Schulsprecher und repräsentieren Slytherin! Meinungsverschiedenheiten existieren für sie nicht mehr!...Haben wir uns verstanden?"

„Ja, Sir!"

Rote Flecken bildeten sich auf Dracos Wangen und er starrte den Boden an. In dem Moment fragte sich Hermione, ob die Lehrer ihm wirklich einen Gefallen getan hatten, als sie ihn zum Schulsprecher gemacht hatten.

Die Animositäten zwischen ihm und Harry waren legendär und es war sicher nicht das letzte Mal, das Harry ihn in Schwierigkeiten bringen würde.

„Zwanzig Punkte Abzug für Slytherin...fünfzig für Gryffindor!...Potter...sie werden wie immer mit Mister Malfoy zusammen arbeiten...nehmen sie schon mal ihren Platz ein!"

Hätte Hermione es nicht besser gewusst, hätte man denken können Harry sei geknickt, doch er war es nicht. Er war sehr zufrieden mit sich und zum wohl tausendsten Mal fragte sie sich, wie Professor Dumbledore es verantworten konnte, Sirius zu seinem Vormund zu machen.

Mit einem heftigen Ruck, zerrte sie ihren besten Freund auf die Füße.

„Wenn du damit nicht aufhörst, mache ich dich alle, Harry!", fauchte sie für die anderen nicht hörbar in sein Ohr.

Harry warf ihr nur einen verschwörerischen Blick zu. Es war manchmal nicht besonders hilfreich, dass seine beste Freundin ihn so genau durchschauen konnte.

Lässig schnappte er sich seine Tasche, warf sie neben den Tisch, den er sich schon im letzten Jahr mit Malfoy geteilt hatte und schob sich in die Bank.

Wenn Harry Potter in den letzten beiden Jahren eins von Sirius Black gelernt hatte, dann cool zu sein.

Auch wenn es in seinem Inneren ganz anders aussah und ein einziger Blick auf die schmale, elegante Hand seines Intimfeindes, die ruhig auf der Tischplatte lag, brachte ihm das gnadenlos wieder ins Bewusstsein.

Es gab nichts, was Harry Potter sich so sehr wünschte, wie diese Hand auf seinem Körper zu spüren – und er wusste, dass es wohl nicht mehr viel in seinem Leben gab, was noch schwerer zu erreichen wäre.

„Wir brauen heute den so genannten Wahrnehmungstrank, auch bekannt unter der Bezeichnung Trank zu Akzeptanz der Lebensumstände oder Trank zur Förderung der Toleranzfähigkeit!...Sicherlich gibt es hier einige Leute, denen das auch nichts mehr helfen wird...", bei diesen Worten blieb Snapes Blick an Harry hängen und der grinste ihn lässig an, „...aber dieser Trank ins offiziell vom Ministerium in den Lehrplan aufgenommen worden und ich bin der Ansicht, dass er gerade für ihren Jahrgang nicht ganz abwegig ist!...Die Rezeptur steht an der Tafel...seien sie bitte genau, bei der Herstellung dieses Trankes. Er hat zwar keine bekannten, lebensbedrohlichen Nebenwirkungen, doch ich möchte Unfälle trotzdem lieber vermeiden!...Fangen sie an!...Sie haben die ganze Unterrichtszeit für die Herstellung und am Ende der Stunde wird ihn wie immer jede Gruppe testen!"

Du meinst, die Gryffindors werden testen, Snivillus!, ging es Harry durch den Kopf, doch er begann das Rezept auf ein Pergament zu übertragen.

„Schreib es dir ganz genau auf, vielleicht ist dir ja doch noch zu helfen!", zischte es an seinem Ohr und Harry lief ein Schauer über den Rücken, doch er fauchte zurück:

„Vielleicht solltest du es mal probieren, könnte eine einmalige Erfahrung werden!"

„Ich bin clever genug, um zu wissen, was gut für mich ist!", entgegnete Draco und Harry setzte ein fieses Grinsen auf.

„Sorry, wenn ich das zu bezweifeln wage!"Draco blieb unbeeindruckt und meinte mit einem falschen Lächeln:

„Beweg deinen Hintern und treib die Zutaten auf!...Damit du wenigstens etwas Vernünftiges tust!"Harry wandte abrupt den Kopf und für einen Moment waren sie sich so nah, dass sich ihre Nasenspitzen fast berührten, denn noch immer hatte Draco an seinem Ohr geflüstert.

Zufrieden sah Harry das verunsicherte Flackern in diesen herrlichen, silbernen Augen.

„Was habe ich für ein Glück, so einen netten, klugen und blonden Partner zu haben!"

Dracos Augen kniffen sich zu schmalen Schlitzen zusammen.

Ich hab anbetungswürdig vergessen!, ging es Harry durch den Kopf und es war an Draco zu Fauchen, wie ein wütender Kater.

„Beweg deinen Arsch, Potter!"Augenblicklich bekam er ein breites, höhnisches Grinsen.

„Du bist ja so nett zu mir!...Ich weiß schon, warum ich es liebe auf diesem Platz zu sitzen!"

Ehe Draco etwas erwidern konnte, war Harry aufgesprungen und tat, was ihm gesagt worden war. Draco blieb nichts anderes übrig, als ihm einen grimmigen Blick nachzuwerfen.

Der Rest der Zusammenarbeit verlief reibungslos, mal ganz davon abgesehen, dass die Beschaffung der Zutaten das einzige war, wozu Harry sich von Draco provozieren lassen hatte und der Blonde spätestens nachdem er sich seine zarten Finger beim Schneiden der Drachenblutwurzeln besudeln musste, kochte.

Harry ließ prinzipielle die Finger vom Kessel.

Draco war Profi, wenn es um Zaubertränke ging und Harry schummelte sich auf diese Art durch. Das fiel ihm spätestens immer dann auf die Füße, wenn es darauf ankam, doch das war ihm gleich, denn mit Dracos hervorragender Arbeit rettete er sich meistens mindestens achtzig Prozent der Bewertung und Snape schaffte es nicht, ihn durchfallen zu lassen.

Ein weiterer Umstand, der Draco Malfoy zur Weißglut trieb, seit Harry in Fortgeschrittene Zaubertränke sein Teampartner war, doch er konnte nichts daran ändern, denn er war nicht bereit, seine eigenen Leistungen zu schmälern, nur um Potter eins auszuwischen.

Sie waren weit vor Unterrichtsende fertig und Draco hatte Gelegenheit, Potter aus dem Augenwinkel zu betrachten.

Spätestens seit die Bedrohung durch den dunklen Lord verschwunden war, war der katzenäugige Bengel zur Plage geworden und Draco wusste genau, dass das nur teilweise mit dem Einfluss von Sirius Black auf Harrys Erziehung zu tun hatte.

Mit Voldemorts Ende, war eine Last von seinen Schultern genommen worden und er hatte begonnen, das Leben zu genießen, eine Entwicklung, die Draco wirklich überrascht hatte. Es bewies, wie sehr diese Bedrohung sein Leben bestimmt hatte und diese Erkenntnis war für ihn nicht wirklich hilfreich, denn eigentlich war es Potter zu gönnen, dass er sich nicht mehr ständig über die Schulter schauen musste.

Draco hätte sich gern eingeredet, dass Harry sich überall durchmogelte, doch er wusste, dass er das nur in Zaubertränke tat.

Potter mochte während des Schuljahres nicht zu den besten seines Jahrganges gehören, doch er war immer ganz vorn dabei, wenn es drauf ankam. Wie er es im fünften Jahr mit so vielen erstklassigen OWL's geschafft hatte, war ihm heute noch ein Rätsel, doch eines hatte er damit bewiesen – wenn es nötig war, zeigte er Rückgrat, Charakter und Klugheit. Dinge, die ihm ansonsten meistens zu fehlen schienen.

Es mochte sein, dass diese Meinung Slytherin-beeinflusst war, doch es war gleich.

Er hatte bisher immer geschafft, ans Ziel zu kommen...und das war leider etwas, das Draco bewunderte, ob er wollte oder nicht.

„Sind alle fertig?", Snapes Stimme schallte durch den dampfigen Kerker. Eine große Menge dieses Trankes musste eingekocht werden, um die richtige Konzentration zu erreichen.

Ein einstimmig gemurmeltes Ja war zu hören.

„Dann füllen sie bitte jeweils eine Phiole davon ab. Diese wird später getestet!"

Blödmann!...Deine Lieblinge hätten es viel nötiger, etwas mehr Toleranz zu zeigen!, ging es Harry durch den Kopf, als Hermione die Hand hob.

„Ja, Miss Granger?", Snape spuckte Hermiones Namen regelrecht aus, doch davon ließ sie sich schon lange nicht mehr beeindrucken.

„In Anbetracht der Ausführungen des Schulleiters beim gestrigen Festessen hielte ich es ehrlich gesagt für angebracht, wenn jeder Schüler diesen Trank testet!"

Besserwisserisches Schlammblut!, dachte Draco, doch zu seiner Überraschung sagte Snape:

„Vielleicht ist das gar kein so schlechter Gedanke!...Jede Gruppe füllt zwei Phiolen ab, nachdem ich die Kessel kontrolliert habe!"Dabei pulsierte eine Ader an seiner Schläfe, doch leider war es wohl einfach so, das Hermione Schulsprecherin war und man sie nicht mehr einfach ignorieren konnte. Nicht mal, wenn man Severus Snape hieß.

Er begann durch die Reihen zu gehen, um die Tränke zu prüfen und Harry meinte.

„Was hat denn deinen Lieblingslehrer gebissen?"Draco weigerte sich partout, auf diese Frage eine Antwort zu geben, obwohl er Harrys spöttische Grinsen deutlich vor Augen hatte, ohne ihn auch nur anzusehen.

Als Snape mit seiner Inspektion fertig war, gab er den Gruppen das Okay.

Es sah ganz danach aus, als hätten es diesmal wirklich alle Gruppen geschaffte, einen brauchbaren Trank zu brauen, sogar die mit Longbottom und Parkinson.

Draco füllte den Trank in die beiden Phiolen, die Snape ihnen gegeben hatte, als er den Trank kontrolliert hatte.

„Schaff den Rest weg, Potter!"

„Sag bitte!"Draco funkelte ihn an. Harry lächelte zuckersüß, doch dann stand er auf und brachte den Kessel weg, um ihn auszuleeren und zu spülen. Er wusste genau, dass die Bemerkung allein schon reichte, um Malfoy bis aufs Blut zu reizen.

Augenblick später saß die Klasse erwartungsvoll wieder auf ihren Plätzen.

Snape warf einen selbstzufriedenen Blick in die Runde.

Nach sieben Jahren war es ihm endlich gelungen, auch in dieser hoffnungslosen Horde Gryffindors Ordnung zu schaffen und er musste sich gestehen, dass die Idee Dumbledores, die Feindseeligkeiten gerade zwischen diesen beiden Häusern auszuräumen, vielleicht nicht unbedingt am schlechtesten war, denn seit er die Gryffindors mit den Slytherins zusammengepackt hatte, schaffte es nicht mal mehr Longbottom Mist zu bauen.

„Nun, hoffen wir, dass dieser Trank wirkt...und vielleicht schaffen es auch endlich sie, Mister Potter, zu akzeptieren, dass sie in Fortgeschrittene Zaubertränke völlig fehl am Platze sind!"

Potter war der einzige, der sich neben Malfoy durchmogelte und Draco, der Dummkopf ließ ihm das durchgehen.

Es war keineswegs so, dass Snape nicht merkte, wie das Spiel zwischen diesen beiden lief, aber es würde sich schon noch eine Gelegenheit finden Potter auflaufen zu lassen, spätestens in der Abschlussprüfung.

Harry schenkte ihm ein engelsgleiches Lächeln, das Snape zweifelsfrei als eine Errungenschaft seines Paten erkannte und ihm die Laune sofort vermieste.

„Testen sie!"Harry hob die Phiole und grüßte Snape, als hätte er gerade einen Trinkspruch ausgebracht, bevor er den Inhalt schluckte.

Es mochte verrückt sein, doch er wusste, dass er sich, was Zaubertränke anbetraf auf Malfoys Perfektion verlassen konnte.

Da konnte der Blonde sein, wie er wollte, auf seine Arbeit in diesem Fach ließ er nichts kommen, nicht mal, um Harry eins auszuwischen.

Das Zeug schmeckte bitter und Harry verzog das Gesicht.

„Bäh!", kam es ihm über die Lippen und er handelte sich einen verächtlichen Blick Dracos ein, der ihn gleich wieder zum Grinsen brachte.

„Sie werden nichts merken!...Bei manchen wird sich das Verhalten vielleicht ein wenig verändern, doch darauf hoffe ich nicht allzu sehr!...Bleiben sie bis zum Unterrichtsende, falls es Probleme gibt!"Snape wandte sich ab und begann den Unterricht für die nächste Klasse vorzubereiten.

Sie hatten noch zehn Minuten und Harrys Blick hing an seiner Armbanduhr, als er spürte, wie sich in seinem Magen Hitze auszubreiten begann.

Hatte Snape nicht gesagt, sie würden nichts merken? Er runzelte die Stirn.

Innerhalb von Augenblicken breitete sich diese Hitze in seinem ganzen Körper aus und er verspürte leichten Schwindel.

Entsprechend krallten sich seine Finger um die Tischkante und das war es, was Draco aufmerksam machte.

Sein Blick hing einen Moment lang an Harrys schmalen Händen, bevor er aufwärts wanderte und gleich darauf an seinem Gesicht hängen blieb.

Draco merkte nicht einmal, wie sich seine Lippen öffneten und ihm das Blut in die Wangen stieg, als er fassungslos in dieses Gesicht starrte, das so vertraut und doch gleichzeitig so fremd war.

Er spürte nur, wie ihm unglaublich heiß wurde.

Als der Schwindel verschwand, fasste Harry sich schnell und genauso schnell wurde ihm bewusst, dass ihn jemand anstarrte.

Er wandte den Blick und stellte fest, dass ihn Draco Malfoys Anblick zum ersten Mal in seinem Leben vollkommen irritierte.

Draco saß neben ihm und starrte ihn mit offenem Mund und auffällig rosa um die Wangen an.

„Was...!"

Harrys Hand klappte über den Mund und in seinen Augen spiegelte sich Entsetzen.

Was war mit seiner Stimme los?

Als nächstes wurde ihm seine Hand auf seinen Lippen bewusst.

Es war seine Hand, doch sie fühlte sich überhaupt nicht so an und etwas sagte ihm, dass sie auch ganz und gar nicht so aussah, denn auch Dracos Blick hing nun an dieser Hand.

Augenblicklich stieg Wut in ihm auf.

„Was hast du getan, du Bastard?", schrie er und war entsetzt über das Kreischen, was er von sich selbst zu hören bekam, doch darüber dachte er nicht mehr nach, als er Draco Malfoy ansprang, wie eine wütende Raubkatze.

Draco wurde von der Bank gefegt, doch etwas sagte Harry sehr deutlich, dass das viel mehr mit seinem Schock zu tun hatte, als mit seiner eigenen Körpermasse, denn irgendwie fühlte er sich, als sei er nur noch halb so schwer, wie vor einigen Minuten.

Draco gab keinen Laut von sich, als er hart auf dem Boden landete, mit Harry auf der Brust, ihre Nasenspitzen wieder einmal nur wenige Inch von einander entfernt.

Harry war die Brille von der Nase gerutscht und er hatte ungehinderten Ausblick auf diese Katzenaugen, die ihm nie zuvor katzenhafter erschienen waren.

Augen voller Verwirrung, Entsetzen und ganz schwach Panik. Draco wusste nicht, was ihn dazu veranlasste, Harrys Schultern zu umklammern, denn der schwarzhaarige hatte ihn zwar von der Bank gefegt, machte ansonsten aber keine Anstalten irgendetwas anderes zu unternehmen.

Harry stand offensichtlich vollkommen neben sich und versuchte zurealisieren, was mit ihm los war.
Da wird er wohl Probleme bekommen!, ging es Draco irrwitziger Weise durch den Kopf.

Er hatte nicht die geringste Ahnung, was in diesem Moment mit ihm los war, doch ihm blieb auch nicht die Zeit darüber nachzudenken, denn im nächsten Moment erschien der drohende Schatten Severus Snapes über ihnen und riss Harry mit beiden Händen von ihm herunter.

Es brauchte einen Moment, bis der Lehrer begriff, dass er Harry eineinhalb Fuß über dem Boden hielt und das Gesicht, in das er wütend starrte, das eines Mädchens war - mit smaragdgrünen Augen, rabenschwarzem Haar und einer blitzförmigen Narbe auf der Stirn.