Hier ist es nun, das erste Kapitel von ‚Trapped' auf Deutsch. Ich hoffe, es gefällt Euch. Falls Ihr mehr davon wollt, bitte unbedingt reviewen, das ist der beste Treibstoff für die Übersetzungsarbeit! Viel Spaß beim Lesen!

Disclaimer: Natürlich gehört leider nichts hiervon mir, und Geld mache ich auch nicht damit (obwohl ich's dringend brauchen könnte ...), alles gehört J.K.Rowling und ich spiele nur ein bisschen mit ihrer fantastischen Welt. Ich hoffe, es stört sie nicht (ich mache bestimmt auch nichts kaputt, jedenfalls nicht dauerhaft).

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Kapitel 1: Von Schlangen und Speichelleckern

Gefangen. Verdammt. Und so oberidiotisch.

Wie ein dummer Erstklässler war er geradewegs in ihre Falle gelaufen. Er, Severus Snape, die Inkarnation von Scharfsinn und Gerissenheit. Er könnte sich Ohrfeigen für seine Dummheit. Jetzt würden weder Gerissenheit noch Scharfsinn ihn mehr retten, und auch sonst nichts auf der Welt. Er war definitiv verloren. Gefangen wie ein Hase in der Schlinge, und die Wölfe zogen langsam und mit gefletschten, speicheltriefenden Zähnen ihre Kreise enger und enger um ihr hilfloses Opfer.

Er konnte es immer noch nicht glauben, dass er sich so ... gryffindorisch verhalten hat. Dem Jungen sein einziges Mittel zur Flucht, seine Lebensversicherung, zu geben – welch abgrundtiefe Idiotie! Und was war bloß in ihn gefahren, dem Jungen überhaupt zu folgen? Natürlich war es unmöglich einen Unterschied zu sehen, wenn jemand Vielsaft-Trank genommen hatte, sogar für einen Meister der Zaubertränke, aber dass er sich durch so einen unglaublich lächerlichen Trick aus dem Schloss und in den Verbotenen Wald hatte locken lassen, war schwer für ihn zu schlucken. Wenigstens hatte er jetzt eines gelernt: Traue nie einer anonymen Denunziation. Wie konnte er, ausgerechnet er, nur so blauäugig darauf hereinfallen? Er hätte es wissen müssen, allerspätestens als er merkte, dass Potter seinen allgegenwärtigen Schatten, den Weasley-Jungen, nicht dabei hatte. Jetzt war es zu spät. Er würde sterben, ohne seine neue Erkenntnis anwenden zu können. Und es war alles seine eigene Schuld. Seine blinde Begierde Potter endlich der Schule verweisen zu können, hatte sein Urteilsvermögen vernebelt und ihn angreifbar gemacht. Es schien, als ob immer, wenn es um Potter ging, jeder logische Gedanke bei ihm aussetzte. Potter war sein blinder Fleck, seine Achillesferse, und sie hatten es ausgenutzt. Das hatte er nun davon.

Aber warum gerade jetzt? Er war sich keiner Tat bewusst, die Misstrauen ihm gegenüber hätte erwecken können. Jetzt natürlich hatte er ihnen den eindeutigen Beweis für seinen Verrat selbst geliefert. Er hatte dem Jungen die Phönixfeder, das Erkennungszeichen von Dumbledores Widerstandsgruppe, gegeben, als er die Anwesenheit von Todessern durch sein Dunkles Mal gespürt hatte. Aber statt die Portschlüsselfunktion zu nutzen und in die Sicherheit von Grimmauld Platz 12 zu fliehen, hatte Potter, oder eher derjenige, den er für Potter gehalten hatte, ihm völlig überraschend ein Expelliarmus entgegengeschleudert, während er angestrengt in die Dunkelheit gestarrt hatte, um eine Ahnung davon zu bekommen, was im Schatten der riesigen Bäume vor sich ging. Und wer hatte dem Bengel diesen praktischen Entwaffnungszauber gezeigt? Dieser selbe Severus Snape, der jetzt mitten in der Nacht in einer Lichtung im Verbotenen Wald stand, umringt von rachelüsternen Feinden und entwaffnet durch einen seiner Schüler. Welch Ironie des Schicksals.

Der Feind hatte seine Phönixfeder und wusste, wie sie funktioniert. Idiotischerweise hatte er dem falschen Potter den Zauberspruch zum Aktivieren der Portschlüsselfunktion erklärt. Am schlimmsten von allem war jedoch, dass dies nicht nur einfach seinen eigenen Tod bedeuten würde, sondern auch einen schwerwiegenden Rückschlag für den gesamten Widerstand. Glücklicherweise funktionierte die Portschlüsselfunktion nur für eine einzelne Person – eine von Dumbledores genialeren Sicherheitsmaßnahmen, um eine Invasion des Hauptquartiers zu verhindern, falls eine Feder in falsche Hände geriet. Wie jetzt. Aber allein die Tatsache, dass sie nun vom Geheimzeichen des Ordens wussten, könnte verheerende Folgen haben. Nicht auszudenken, wenn der Dunkle Lord die anderen Funktionen herausfände. Er würde sich jedenfalls lieber die Zunge abbeißen, als sie ihm zu verraten. Aber Voldemort war nicht dumm. Und jetzt, wo er von der Feder wusste, konnte er jederzeit ein weiteres Mitglied des Ordens gefangen nehmen und die Informationen aus ihm oder ihr herausquetschen. Alles seine Schuld. Und Dumbledore wusste nichts von der Gefahr.

Jetzt kamen sie näher, ihre erhobenen Zauberstäben auf sein Herz gerichtet. Gut zwanzig von ihnen. Zog man den Anti-Desapparier-Schutz in Betracht und die Tatsache, dass der Zauberstab des falschen Potter wie ein Damoklesschwert über seinem Kopf schwebte und dabei fast seine rechte Schläfe berührte, bereit jederzeit zuzuschlagen, so hatte er nicht die geringste Chance aus dieser Situation lebend wieder herauszukommen. Wenn er nur die verhüllten Gestalten dazu bringen könnte, ihn hier und jetzt zu töten. Zwanzig grüne Lichtblitze garantierten einen schnellen und relativ schmerzlosen Tod. Aber er war sich sicher, dass ihr Lord ihnen befohlen hatte ihn nicht zu töten. Sein Tod würde lang und schrecklich sein, schrecklich genug um sicherzustellen, dass keiner der anderen Todesser jemals auch nur an Verrat dachte. Nicht dass Leute wie die Lestranges, Mcnair oder Lucius Malfoy dies je tun würden. Aber man konnte nie ganz sicher sein, besonders nicht bei den Neumitgliedern. Neben denen von Durmstrang waren auch einige seiner ehemaligen Slytherins dabei, von denen er so manchen nicht für vollkommen hoffnungslos hielt. Und zögerten nicht zwei oder drei der Todesser sich ihm zu nähern? Ihre Zauberstäbe schienen leicht zu zittern. Aber was konnten sie schon tun? Auch wenn sie wollten, konnten sie ihm nicht helfen. Und nachdem der Dunkle Lord mit ihm fertig war, würden sie zweifelsohne ausreichend eingeschüchtert sein, um auch in Zukunft nie etwas gegen ihren Herrn unternehmen zu wollen.

Erneut erklang ein ‚Plop', diesmal in der Mitte des Kreises. In einem Wirbel von schwarzen und blutroten Roben erschien der Dunkle Lord, begleitet von seiner grauenerregenden Riesenschlange und dem abscheulichen Wurmschwanz.

„Auf die Knie, Verräter", zischte Draco Malfoy in sein Ohr. Severus bewegte sich nicht, sondern starrte herausfordernd auf den Vertrauensschüler in der Gestalt von Harry Potter herab. Nie hatte er dieses unordentliche, schwarze Haar, diese smaragdgrünen Augen und die blitzförmige Narbe mehr verabscheut als in ausgerechnet diesem Augenblick, in dem das verhasste Gesicht nicht wirklich zu der Person gehörte, die vor ihm stand. Eine weitere Ironie des Schicksals. Aber das Platinblond begann schon durch das schwarze Haar durchzuscheinen, ein sicheres Zeichen dafür, dass der Vielsaft-Trank nicht mit der nötigen Expertise zubereitet worden war.

Er musste nicht lange auf eine Reaktion auf seinen Ungehorsam warten.

„Crucio!", rief Draco, dessen Zauberstab noch immer auf die Schläfe seines Lehrers zeigte.

Nicht schlecht für einen Sechsklässler, dachte Severus, als der Schmerz sich in seinen Schädel bohrte wie ein flammender Speer und sich dann in seinem gesamten Körper ausbreitete. Ein Strom von glühender Lava schien jede einzelne Faser seines Körpers in Brand zu stecken. Er biss sich krampfhaft auf die Unterlippe, um nicht vor Schmerz laut aufzuschreien, und ging in die Knie. Glücklicherweise war Draco noch nicht mächtig genug, den Unverzeihlichen Fluch länger als ein paar Sekunden aufrecht zu erhalten. Dennoch hatte er sein Ziel erreicht. Severus war auf seinen Knien. Der Dunkle Lord schien äußerst zufrieden mit der Darbietung des jungen Zauberers.

„Gut gemacht, mein Sohn", lobte er Draco. „Ein wahrer Slytherin. Dein Vater kann stolz auf dich sein. Du wirst große Taten vollbringen, wenn du erst einmal mein Dunkles Mal empfangen hast, und du wirst von deinen Todesser- Kameraden als der verehrt werden, der den ... Verräter gestellt hat."Die letzten Worte spie er aus wie Gift, während er mit klauenartigem Finger auf Severus zeigte, der noch immer keuchend und mit zuckenden Gliedern auf dem feuchten Waldboden kniete.

Während er das Blut ausspuckte, das aus dem tiefen Riss in seiner Lippe in seinen Mund strömte und sich dort angesammelt hatte, sah Severus auf. Nein, er würde nicht zu seinem Meister gekrochen kommen und um Gnade winseln. Er würde nicht so tief sinken, was auch immer sie ihm antaten. Er starrte trotzig in die reptilartigen Augen, die im flackernden Fackelschein rot glühten. Voldemort war der erste, der den Blickkontakt brach.

„Ssseverusss, Ssseverusss ..."Er schüttelte langsam, fast bedauernd, seinen Kopf. „Warum hast du mich verraten, mein Sohn? Du hast mich verraten, oder etwa nicht?"Die zunächst geradezu sanfte Stimme hatte sich in ein bedrohliches Zischen verwandelt.

„Ihr habt selbst die Beweise. Welchen Sinn hätte es, das Offensichtliche zu leugnen?"Severus erhob sich. Vielleicht würde der Dunkle Lord ihn schnell töten, wenn er es schaffte ihn bis zur Weißglut zu reizen? Doch kein solches Glück. Er hätte es wissen müssen.

„Zurück auf die Knie, Ungeziefer!", zischte Voldemort. Er gab Pettigrew, der schon gierig auf die Gelegenheit wartete, wieder einmal die Macht seiner magischen Hand zur Schau stellen zu können, ein Zeichen. Der fast kahlköpfige Zauberer murmelte einen Fluch. Blitzschnell hintereinander schossen zwei blutrote Lichtstrahlen aus der Spitze eines seiner silbernen Finger hervor und trafen mit zerstörerischer Kraft die Kniescheiben seines ehemaligen Klassenkameraden. Diesmal konnte Severus den Schmerzensschrei nicht unterdrücken, als die Knochen in tausend Stücke zersplitterten. Seine Beine sackten unter ihm weg, und er ging zu Boden. Mit beiden Händen umfasste er seine verstümmelten Knie und stöhnte leise.

„Schon besser, Ssseverusss, oder etwa nicht?", höhnte Voldemort. „Und jetzt, wo du die für einen verräterischen Wurm angemessene Haltung eingenommen hast, lechzt du wohl danach endlich zu erfahren, was mich dazu gebracht hat dich zu verdächtigen, was?"Er hob seinen Blick von dem am Boden liegenden Zauberer und ließ ihn langsam von einem Todesser zum anderen schweifen. „Wie du vielleicht bemerkt hast, haben wir einige vielversprechende neue Mitglieder", fuhr er fort. „Und zu meinem großen Erstaunen hat mich eines davon über äußerst verdächtige Umstände in Verbindung mit den eher unvorteilhaften Geschehnissen im Zaubereiministerium in Kenntnis gesetzt. Sie ist übrigens eine ehemalige Kollegin von dir."Mit einer ausgreifenden Bewegung zeigte der Dunkle Lord auf eine verhüllte Gestalt, die in den Schatten außerhalb des Kreises von Todessern wartete. Eine erstaunlich kleine Gestalt, stellte Severus mit wachsender Besorgnis fest.

„Darf ich unser neuestes und höchst willkommenes Mitglied vorstellen, Professor Dolores Umbridge!", rief Voldemort triumphierend aus. Mit zurückgeworfener Kapuze und einem boshaften Lächeln auf dem krötenartigen Gesicht betrat sie den Kreis.

„Welch erfreuliches Wiedersehen, verehrter Kollege, hem, hem", fing Umbridge an, während sie herabsah und sich an Severus Schmerzen weidete. „Für den Fall, hem, dass Sie und der Potter-Bengel dachten, sie könnten mich, Dolores Umbridge, Hochinquisitorin an der Hogwarts Schule für Zauberei und Hexenkunst, an der Nase herumführen, kann ich Ihnen versichern, dass Sie sich gründlich getäuscht haben. Nach den, hem, unerquicklichen Ereignissen letzten Sommer hatte ich im, hem, St. Mungo's Krankenhaus für Magische Krankheiten und Verletzungen genügend Zeit die Geschehnisse, die zu meinem Erholungsaufenthalt dort geführt hatten, ausgiebig zu überdenken. Und, das muss ich doch sagen, ich kam zu einigen, äußerst bemerkenswerten Schlussfolgerungen. Die wichtigste davon war die Erkenntnis, dass es nun an der Zeit war meiner Berufung zu folgen und mich dem mächtigsten Zauberer aller Zeiten, dem Dunklen Lord, unserem Meister, anzuschließen. Die andere Schlussfolgerung war, dass in der entscheidenden Zeit letzten Sommer nur eine einzige Person in Hogwarts zugegen gewesen war, die Dumbledores lächerlichen Geheimorden hätte alarmieren können, ahem, und diese Person waren offensichtlich – Sie, Professor Snape."Sie deutete mit ihrem kurzen, fleischigen Zeigefinger anklagend auf Severus. „Gehe ich recht in der Annahme, dass Sie durchaus genau verstanden, was Potter mit seinem rätselhaften Gefasel über einen gewissen Tatze sagen wollte? Und das Wahrheitsserum, das Sie mir gegeben hatten, war wirkungslos, nicht wahr? Ich hätte Sie und Ihre raffinierten Intrigen gleich durchschauen sollen. Aber ich muss gestehen, dass mich Ihre offensichtliche und scheinbar echte Abneigung gegenüber dem Potter-Bengel, zusammen mit Ihrer, hem, faszinierenden Persönlichkeit und Ihrer, hem, hem, dunklen Maskulinität, abgelenkt haben. In der Tat war ich, hi hi, sehr von Ihnen angetan, hi, fast ein wenig verliebt ..."Sie brach in ein mädchenhaftes Gekicher aus. „Verliebt, in der Tat, ja, hi hi."

Severus schauderte. Das war absolut ekelhaft. Er konnte sich gar nicht entscheiden, was ihm mehr Übelkeit verursachte, die Schmerzen in seinen Knien oder der Gedanke daran, dass diese Kreatur nach ihm lüsterte. Er würde eher mit dem Blutigen Baron ein Bett teilen als – allein an die Möglichkeit zu denken ließ es ihm hochkommen. Der Dunkle Lord dagegen schien dieses erniedrigende Schauspiel in vollen Zügen zu genießen. Wie auch die anderen Todesse. Das höhnische Grinsen hinter ihren Masken war förmlich greifbar.

„Du siehst, mein lieber Ssseverusss, dass Professor Umbridge unserer Sache sehr dienlich war. Deshalb wird sie deinen Platz unter meinen treuen Todessern einnehmen, sobald wir uns deiner entledigt haben", erklärte Voldemort. „Was mich zum nächsten Punkt auf der Agenda des heutigen Abends bringt: der Austeilung einer angemessenen Strafe."

Kaum hatte er diese Worte gesprochen, zückte Voldemort seinen Zauberstab und richtete ihn auf Severus.

„Serpensortiae!", zischte er, als er den Stab durch die Luft schwang. Ein sich windender Knoten von grell-grünen Schlangen regnete auf die am Boden liegende Gestalt nieder. Innerhalb von wenigen Augenblicken schlangen sich ihre glatten Körper um Severus Arme, Beine, seinen Brustkorb und Hals, eine erstickende Masse lebender Fesseln.

„Oh, noch ein gut gemeinter Rat, Ssseverusss, falls du beabsichtigen solltest, meine kleinen Lieblinge dazu zu bringen dich zu beißen und damit dein jämmerliches Leben frühzeitig zu beenden: ihr Biss ist nicht tödlich, aber extrem schmerzhaft", erklärte Voldemort selbstzufrieden. Da er die kranken Gedankengänge des Dunklen Lords nur zu gut kannte, hatte Severus ohnehin nichts anderes erwartet. Es wäre zu einfach gewesen.

„Nun, ich bin, wie du hoffentlich weißt, nicht für unnötige Grausamkeit, wenn sie nicht unbedingt notwendig ist", fuhr Voldemort fort.

Die Lüge des Jahrhunderts, dachte Severus bitter.

„Zuzuschauen, wie Leute gefoltert werden, ist eher langweilig, wenn ich genauer darüber nachdenke."

Du erledigst das Foltern lieber eigenhändig ...

„Deshalb schlage ich dir ein Geschäft vor: ein schnelles und schmerzloses Avada Kedavra dafür, dass du mir wichtige Informationen über Dumbledores Widerstandsgruppe lieferst. Was sagst du, mein Sohn?"

„Nur über meine Leiche!", keuchte Severus durch zusammengepresste Zähne. Die Schlangen hatten ihre sich windenden Körper enger und enger um ihr Opfer gewickelt und machten das Atmen schwer. Die Schmerzen in seinen Knien waren unter dem ständig zunehmenden Druck der Schlangenleiber unerträglich geworden.

„Nein? Ist das dein letztes Wort, Ssseverusss?", fragte der Dunkle Lord spöttisch. „Zu dumm. In Anbetracht der Tatsache, dass Wahrheitsserum bei dir nicht wirkt, lässt mir dies nur eine Möglichkeit offen, und du wirst sie nicht mögen, das kann ich dir versichern."Dieser Drohung folgten einige unverständliche Zischlaute aus Voldemorts Mund, die die Schlangen aufzureizen schienen. Mit aufgerichteten Köpfen und entblößten Giftzähnen machten sie sich bereit zuzubeißen.

„Letzte Chance, es dir noch mal zu überlegen, Verräter!"

Severus versuchte verzweifelt, sich seine wachsende Panik nicht ansehen zu lassen, aber das ‚Nein', das er hervorbrachte, war kaum mehr als ein heiseres Flüstern. Er schloss die Augen und wartete auf den Angriff der Schlangen. Lange musste er nicht warten. Ein weiteres Wort in Parsel, und die Giftzähne bohrten sich durch seine Kleidung und tief in sein Fleisch. Während die Bisse selbst nicht besonders schmerzhaft waren, brannte das Gift, das sich rasend schnell in seiner Blutbahn ausbreitete, wie konzentrierte Säure in seinen Adern. Sein Herz fing an zu rasen, sein Atem beschleunigte sich und verflachte, und kalter Schweiß strömte sein Gesicht und seinen Rücken hinunter. Vor seinen Augen begann alles zu verschwimmen, und grelle Lichtblitze flackerten vor seiner Netzhaut, während sein Gehörsinn grotesk geschärft zu sein schien. Das schrille Gelächter des Dunklen Lords traf Severus Trommelfell wie ein Schwarm scharfer Dolche. Er wollte seine Ohren zuhalten, um sie vor den schmerzhaften Lauten zu schützen, aber seine Hände waren fest an seinen Körper gefesselt, und jeder Versuch sich zu bewegen, machte die Schlangen nur aggressiver. Die Intensität der Halluzinationen nahm unaufhaltsam zu, Sekunde um Sekunde, während das Gift sein Nervensystem überflutete, bis die Geräusche und Lichter schließlich in seinem Schädel zu explodieren schienen. Dann versank alles in tiefster Dunkelheit.

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Fortsetzung folgt ...