Titel: Der Herr der Zeit (1?)

Autor: KimRay

e-mail: KimRaygmx.de

Kategorie: action/adventure

Unterkategorie:

Inhalt: Der schwarze Lord übernimmt in England die Macht und Hogwarts erstarrt in der Zeitfalle, doch wie es der Zufall gibt es zwei Schüler, die wie üblich nicht das tun, was sie eigentlich tun sollten.

Was passiert, wenn Harry Potter den Helden spielt, Draco Malfoy mit Hauselfen und Velas streitet und Severus Snape seine Meinung ändert?

Lest selbst! Das ist wirklich eine üble Inhaltsangabe! heul

DISCLAIMER: Alle urheberrechtlich geschützten Figuren in dieser Story gehören natürlich den jeweiligen Eigentümern. Ich habe sie mir nur ausgeliehen. Einzig die Idee und neue Charaktere sind komplett von mir.

Anmerkungen: Ich hoffe, dass das hier jetzt endlich eine korrekte Versuion des chaps ist!

Beta: (eigentlich) Feary von animexx (falls es die Version ist)

Part I

Die Ruhe vor dem Sturm

Kapitel 1

Trügerische Ruhe

Harry ließ den Blick über den Bahnhof schweifen. Inzwischen hatte er kein Problem mehr damit, dass Gleis 9 ¾ für die Augen einfacher Muggel nicht zu finden war, und dass man dafür eine steinerne Wand durchqueren musste. Ihm war jedoch klar, dass Onkel Vernon ein Problem damit hatte und das war auch einer der Gründe, dass er diesmal mit einem anderen Zug nach London gekommen war.

Leider war es in diesem Jahr unmöglich gewesen, wenigstens einen Teil der Ferien bei seinem Freund Ron Weasley zu verbringen. Zu sehr war die Zaubererwelt in Aufruhr darüber, dass der berüchtigte Lord Voldemort zurückgekehrt war, als dass jemand ihn in Gefahr bringen wollte. Er war sicher da, wo er gewesen war, bei verklemmten Muggels, die ihn von Jahr zu Jahr mehr aufregten. Harry hätte niemanden wirklich klar machen können, wie furchtbar die Dursleys waren.

Doch das war gleich. Er war in London, auf dem Bahnhof, und morgen würde er in seinem Himmelbett im Gryffindorturm aufwachen, da wo er hin gehörte – in Hogwarts, der Schule für Zauberei.

Er war früh dran. Nicht umsonst hatte er den ersten Zug genommen, ganz egal, wie viel Zeit ihm blieb, bis der Hogwarts-Express um 11.00 Uhr los fuhr. Harry wollte hier weg. Sein Abscheu vor seinen Sommerferien bei den Dursleys wurde von Jahr zu Jahr schlimmer und die Vorstellung, eines Tages nicht mehr nach Hogwarts zurück kehren zu können ängstigte ihn so sehr, dass er Alpträume davon bekam, auch, wenn man diese Möglichkeit in Betracht ziehen musste.

Immerhin war Voldemort, der mächtigste schwarze Magier aller Zeiten, zurück gekehrt. Harry hatte ihn im letzten Schuljahr beim Trimagischen Turnier getroffen und er musste zugeben, dass er keinen gesteigerten Wert darauf legte, ihm noch einmal zu begegnen, ob wohl es nicht das erste Mal gewesen war.

Im ersten Jahr schon war er ihm begegnet, bei seinem Versuch, seine alte Macht zurück zu erlangen und auch im zweiten Jahr, als er es mit Voldemorts vergangenem Ich zu tun hatte, war es ihm gelungen, ihn aufzuhalten, doch dafür hatte er ihn im letzten Jahr kalt erwischt. Voldemort war zurück, in alter Macht und Boshaftigkeit und Harry wusste, dass er ohne es zu wollen, seinen Teil dazu beigetragen hatte.

Voldemort war es mit Hilfe seines Dieners gelungen, ihn zu kidnappen und mit seinem Blut seine alte Herrschaft neu zu errichten.

Noch heute wusste er nicht, wie er es geschafft hatte zu überleben, doch eines war ihm klar, er hatte mehr Glück als Verstand dabei gehabt.

Unauffällig nährte er sich jetzt dem Durchgang zu Gleis 9 ¾ und schob seinen Gepäckkarren hindurch, nur um auf der anderen Seite mit einem anderen Gepäckwagen zusammenzustoßen.

Harry fragte sich bloß noch, wer so blöd sein konnte an dieser Stelle zu trödeln, bevor er Draco Malfoy, seinen Intimfeind in Hogwarts in die blassen, grauen Augen sah. Ausnahmsweise verschlug es seinem Gegenüber die Sprache und Harry hatte das seltsame Gefühl, dass Draco gerade versucht hatte die Flucht zu ergreifen,

„Was stehst du denn hier so blöd rum, Malfoy?" Draco hatte sich gefangen.,

„Oh, hallo! Mister Obercool Potter gibt sich die Ehre!... Klar, dass du dich wieder in Hogwarts versteckt, kaum dass man dich hin lässt! Wo doch der schwarze Lord seinen Siegeszug startet!" Malfoy hatte noch nie einen Hehl daraus gemacht, auf welcher Seite er stand. Das einzige, was Harry wirklich wunderte war, dass er hier war. Es sah ganz danach aus, als hatte er gerade wirklich abhauen wollen. Harry grinste kalt,

„Hab ich dich bei irgendwas gestört?" Malfoys Gesicht nahm einen leichten Rosaton an und Harrys Grinsen wurde noch breiter. Er hatte ins Schwarze getroffen.

Im nächsten Moment kam eine schmale, blonde Frau auf sie beide zu,

„Draco, wo steckst du denn?" Betroffen stellte Harry fest, dass diese Frau Mrs. Malfoy war. Im Vergleich zum letzten Jahr, als er sie zum Finale der Quidditch Weltmeisterschaft gesehen hatte, sah sie verhärmt aus. Malfoy schob schweigend und mit grimmiger Miene seinen Wagen in Richtung Zug. Offensichtlich war er sich darüber im Klaren, dass Harry ihn zwar durchschaut hatte, seine Mutter es aber nicht begriffen hatte und dabei wollte er es auch lassen.

Harry sah ihm feixend nach, bevor er jetzt selbst angerempelt wurde und sich lautes Schimpfen von ein paar Drittklässlern anhören musste, doch das war gleich. Er schob seinen Wagen weiter und wusste, dass er sich an diesem Zwischenfall noch eine ganze Weile ergötzen würde.

Als er es dann eine Stunde später in dem Zugabteil, dass er, Ron und Hermine belegt hatten, zum besten gab, kriegte sich Ron fast nicht mehr ein vor Lachen. Er und Hermine waren von der Tatsache, dass Malfoy wieder im Zug nach Hogwarts saß, genauso überrascht, wie Harry. Überhaupt waren viele der Fluchtkandidaten, mit denen sie schon fest gerechnet hatten, zurückgekehrt. Nur drei Slytherins, darunter Crabbe, und ein Hufflepuff, ein Muggelgeborener, den seine Eltern lieber zu Hause verstecken wollten fehlten..

Dieses Thema beschäftige die Drei fast den ganzen Tag. Im Gegensatz zu Harry erfuhren Ron und Hermine die Neuigkeiten in der Zaubererwelt auch in den Ferien. Es zeichnete sich ab, dass Fudge, mit seiner Stillhaltetaktik, sich gegen Dumbledore durchgesetzt hatte und ihn zwang, sich an die Gesetze zu halten, auch wenn die wildesten Gerüchte umherschwirrten und eigentlich fast keiner daran zweifelte, dass es möglich war.. Harry konnte nicht verstehen, wie das Ministerium so blind sein konnte.

Ron machte ihm jedoch klar, dass die wenigsten so blind waren, wie Cornelius Fudge. Leute, wie sein Vater und andere Freunde Dumbledores hatten begonnen, wenigstens die einfachsten Schutzmechanismen in Gang zu setzen, doch das war schwierig, weil es ohne Wissen des Ministeriums geschehen musste und Fudge Hogwarts im Auge behielt..

Der Hauptgrund dafür, dass Fudge sich durchsetzen konnte war jedoch ein anderer. Voldemort war bis jetzt noch nicht in Erscheinung getreten und somit gab es keinen Beweis dafür, dass Harrys Aussage stimmte. Er fragte sich, was das zu bedeuten hatte und konnte sich eines unangenehmen Gefühls nicht erwehren. Etwas sagte ihm ganz klar, dass es Taktik war und die Gefahr dadurch noch größer wurde.

Auch wenn bis jetzt nichts geschehen war, hatte sich nervöse Unruhe und Angst breit gemacht und das Gerücht, dass ausgerechnet Dumbledore von Voldemorts Rückkehr überzeugt sein sollte, machte es noch schlimmer, denn schon allein die Vorstellung, dass der schwarze Lord zurück war, versetzte die Zaubererwelt in Angst und Schrecken.

Es dämmerte schon, als Harry aufstand, um seinen Umhang anzuziehen. Ron folgte seinem Beispiel, nur Hermine tat nichts dergleichen. Beide sahen sie an,

„Heh, Hermine, wir sind bald da, willst du dich nicht langsam umziehen?", Ron ließ sich wieder auf seinen Sitz fallen und Hermine wurde rot.

„Was ist los Hermine?", Hermine sah Harry Hilfe suchend an. Ganz offensichtlich wusste sie nicht, wie sie anfangen sollte, „He, wir sind Freunde, was ist denn los, Hermine?" Jetzt begann auch Harry sich zu wundern, doch dann, nach einer Weile stand Hermine auf und holte ihren Umhang endlich doch noch aus dem Koffer. Als sie ihn anzog wurde Harry klar, was ihr so furchtbar peinlich war. Ein silbernes Vertrauensschülerabzeichen prangte an ihrem Umhang.

Harry schalt sich einen Narren. Wenn irgendwer es verdient hatte Vertrauensschüler zu sein, dann doch wohl Hermine, doch Ron war regelrecht geschockt.,

„Das kann doch nicht dein Ernst sein?" Hermine senkte den Kopf noch tiefer, doch Harry hatte den verletzten Ausdruck in ihren Augen trotzdem gesehen und er blaffte den begriffsstutzigen Ron an.,

„Träumst du?... Wenn es irgendjemand in unserem Jahrgang verdient hat Vertrauensschülerin zu werden, dann doch Hermine, oder?" Ron wurde rot.,

„Aber…"

„Nichts aber!... Deswegen ist und bleibt sie doch Hermine! Sie ist unsere beste Freundin!... Nun vielleicht sollten wir es ihr in Zukunft nicht sagen, wenn wir irgendwas vorhaben,", bei diesen Worten zwinkerte er Hermine zu, und schaffte es, sie zum lächeln zu bringen, „aber selbst wenn, glaube ich nicht, dass sie uns den Kopf abschlägt, wenn sie der Meinung ist, dass wir Gründe haben, die wichtig sind!" Ron lehnte sich zurück und sah Hermine noch immer grimmig an,.

„Das ist wirklich enttäuschend, dass ausgerechnet du dieses Abzeichen bekommen hast!... Schließlich hast du dich genauso, wie wir draußen rum getrieben, ob du durftest, oder nicht!... Ist das fair, Harry, nein, dass ist nicht fair!"

Harry fiel der Spiegel NERHEGEB, den er in seinem ersten Hogwartsjahr in einem leeren Klassenzimmer gefunden hatte, und das, was Ron darin gesehen hatte ein. Ron war neidisch,

„Du bist neidisch, Ron,….… das ist wirklich kleinlich!" Hermine war fassungslos und das steigerte sich noch, als Ron leise meinte,

„Nein eigentlich nicht!... Stimmt schon, wenn es jemand verdient hat, dann Hermine….… ich war nur so schockiert! Nie wäre ich auf die Idee gekommen, dass ausgerechnet du Vertrauensschülerin werden könntest, ich glaube, daran muss ich mich erst gewöhnen!" Er sah sie Vergebung heischend an und Harry verbiss sich das Grinsen. Hermines verschlossenes Gesicht entspannte sich langsam und sie schenkte ihm ein Lächeln,

„Ich würde mich freuen, wenn du mich unterstützt, vielleicht klappt es ja im nächsten Jahr!"

„Um Himmels Willen, nein! Ich will kein Vertrauensschüler mehr sein!...Ehrlich nicht….es gab schon genug von der Sorte in unserer Familie….ich hab beschlossen, einfach ich selbst zu sein!", und Harry stellte fest, dass er ihm glaubte, obwohl Hermine ein wenig überrascht aussah. Er freute sich für Ron, denn diese Einsicht war ihm sicher schwer gefallen, doch vermutlich war ihm sein idiotischer Neid im letzten Jahr, wegen Harrys Teilnahme am Trimagischen Turnier so peinlich gewesen, dass er sich viele Gedanken darüber gemacht hatte und zu dem einzig wahren Schluss gekommen war. Jeder musste den Weg gehen, der ihm lag und mit sich eins sein, dass es so richtig war.

Sie machten sich langsam für die Ankunft bereit. Draußen auf dem Gang war nicht viel los. Es war viel ruhiger als sonst. Die Stimmung im Zug wirkte seltsam künstlich. Die meisten Schüler versuchten die Tatsache zu überspielen, dass die Situation draußen, unter der drohenden Gefahr einer Machtübernahme Voldemorts, alles andere als entspannt war. Viele hatten Angst, vor allem um ihre Familien, denn niemand hatte Zweifel daran, dass Hogwarts sicher war.

Und doch blieb die unsichtbare, aber deutlich spürbare Bedrohung erhalten, daran konnten auch das Festmahl zum Schuljahresbeginn und die Auswahl, bei der der sprechende Hut sich diesmal besonders witzig gab und auf die düsteren Ambitionen vieler Slytherins anspielte, nichts ändern.. Ein Blick zum Tisch der genannten zeigte, dass viele sich unwohl in ihrer Haut fühlten und Harry wunderte sich, warum Malfoy so unbeteiligt wirkte.

„Also, dass Malfoy wieder zurück ist, fasse ich immer noch nicht so recht!", flüsterte Ron Harry ins Ohr, „es heißt, sein Vater sei sofort nach Erscheinen des dunklen Lords wieder auf dessen Seite gewechselt….Ich kann nicht glauben, dass er ihn nach Hogwarts zurück geschickt hat! Da ist doch etwas faul!" Harry wusste, dass es stimmte, was Ron sagte. Er hatte Lucius Malfoy gesehen, als Voldemort auferstanden war und seine Anhänger zusammen gerufen hatte.

Rons Vermutung war irgendwie nahe liegend, doch er bezweifele, dass Albus Dumbledore sich eine Laus ins Fell setzte.

Professor Albus Dumbledore, der Schulleiter von Hogwarts, war der einzige Magier, den Voldemort je gefürchtet hatte und Harry war sicher, dass er Malfoy niemals nach Hogwarts gelassen hätte, wenn er davon ausgegangen wäre, dass er eine Gefahr für die Schule war.

Zusammen mit dem, was ihm am Bahnhof passiert war kam Harry immer mehr zu dem Schluss, dass jemand Malfoy gezwungen hatte hier her zurück zu kommen.

Dieser Gedanke ließ ihn auch nicht los, als er schon in seinem Himmelbett, oben im Jungeschlafsaal der Fünftklässler im Gryffindorturm lag. Ron, dem er seine Vermutung auf dem Weg nach oben auseinandergesetzt hatte, war völlig am Boden zerstört gewesen, als er gemeint hatte So was blödes, es gibt wirklich jemanden, der Malfoy genug mag, dass er ihn vor Du-weißt-schon -wem retten will! So blöd wie der ist, hätten ihn doch nicht mal die Todesser genommen!

Harry war anderer Meinung gewesen, doch er hatte geschwiegen, denn er hatte keine Zweifel daran, dass der jemand, der den guten Malfoy so sehr liebte seine hochnäsige Mutter war und er hatte fest gestellt, dass Malfoy darum eigentlich nur zu beneiden war. Das wollte er Ron nun nicht gerade unter die Nase reiben und darum behielt er die Tatsache, dass es wahrscheinlich Malfoys Mutter war, die ihn gezwungen hatte, für sich.

Unwirsch kniff er die Augen zu. Er wollte nicht weiter darüber nachdenken, dass auch Familien, wie die Malfoys ihre Kinder liebten. Die Vorstellung, dass es jemanden gab, der Draco Malfoy liebte jagte ihm eine Gänsehaut über den Rücken und er dachte ans nächste Quidditch-Training, um so schnell wie möglich einschlafen zu können.

Der Alltag hielt Einzug in Hogwarts, so weit das unter den gegebenen Umständen möglich war. Der Unterricht war stressig, wie nie und die Tatsache, dass Professor Snape es letzten Endes doch noch geschafft hatte, neben seinem Posten als Lehrer für Zaubertränke, was allein schon ein Gräuel für jeden Gryffindor war, auch noch den Unterricht in Verteidigung gegen die dunklen Künste geben zu dürfen, trug nicht zur Begeisterung der Schüler bei. Besonders die Fünftklässler der Gryffindors packte das Entsetzen bei dieser Neuigkeit, während die Slytherins, die mit ihnen gemeinsam Unterricht haben würden, vor Schadenfreude johlten. Sie hatten in ihrem dritten Jahr einmal eine Vertretungsstunde bei Snape gehabt und er hatte diese Gelegenheit gnadenlos genutzt, um ihnen klar zu machen, was sie doch für Nieten waren. Doch leider war es für Dumbledore unmöglich gewesen unter den gegebenen Umständen brauchbaren Ersatz für dieses Jahr zu finden. Niemand war darüber unglücklicher, als Harry, denn er konnte Snape nicht ausstehen und er wusste, dass dieser ihn womöglich noch mehr verabscheute.

Die einzige Neuigkeit, die ihn darüber weg tröstete, war die, dass Malfoy tatsächlich gegen seinen Willen in Hogwarts war, denn schon in der zweiten Woche machte er einen Versuch, dass Gelände zu verlassen, der jedoch kläglich an einer Schutzbarriere Dumbledores scheitert und ihm zwei Tage Strafarbeit unter Filchs Fuchtel einbrachte. Harry war sicher, dass ihn das weniger störte, als die Tatsache, dass die ganze Geschichte ans Licht kam und Ron lachte sich krank, als die Sache am Morgen beim Frühstück die Runde machte. Harry konnte nicht anders, als sich dem allgemeinen Spott anzuschließen, denn die Vorstellung, dass Draco sich von seiner Mutter zu etwas zwingen ließ war geradezu lächerlich. Malfoy konnte wahrscheinlich von Glück reden, dass das noch niemand wusste., denn die drei Gryffindors, die es wussten, hatten es bis jetzt für sich behalten.

Der große Draco Malfoy, der sich immer als Anführer aufgespielt und sich als rechte Hand seines Vaters gesehen hatte, war nicht in der Lage gewesen, sich seiner Mutter zu widersetzen. Harry versuchte sich vorzustellen, wie das abgelaufen war, doch er stieß regelmäßig an die Grenzen seiner Phantasie und die Geschichten, die er und Ron sich zusammensponnen sorgten für gnadenlose Lachkrämpfe. Die einzige, der das gar nicht recht schmeckte war Hermine und so meinte sie eines Abends, als der Gemeinschaftsraum fast leer war,

„Ihr seid unmöglich! ... Immerhin zeigt es doch, dass er Gefühle besitzt!" Ron begann wieder zu lachen,

„Ja!...Schamgefühle!" Hermine wechselte die Farbe vor Ärger und Harry rutsche vor Lachen fast vom Sessel.

„Du solltest endlich Schamgefühle entwickeln, so wie du dich benimmst!...Es ist keine Schande Gefühle für einen anderen Menschen zu haben, egal wer es ist!" und schon war sie aufgesprungen und davon marschiert. Ron war das Lachen vergangen und auch Harry ließ dieser Satz nicht kalt, wenn auch aus anderen Gründen.

Ron hatte Hermines Rede so aufgefasst, wie sie gemeint war. Sie war sauer und das schon seit einer Weile und er war der Grund. Hermine hatte die Nase voll davon, dass er sich vor einer klaren Aussage drückte. Sie war der gradlinigste Mensch, den er kannte, doch das änderte auch nichts daran, dass er nicht den Mumm hatte, endlich zuzugeben, dass er sie mochte, und Hermine, die das ganz genau wusste, dachte nicht einmal daran, den ersten Schritt zu machen. Leider schien sie langsam die Geduld mit ihm zu verlieren und Ron rutschte tiefer in seinen Sessel vor Verlegenheit, bei dem Gedanken, was passieren würde, wenn ihm jemand in die Quere kam. Seine Chancen würden sich dann wahrscheinlich schneller dem Nullpunkt nähren, als Hermine einen Zauberspruch lernte.

Er warf einen Blick zu Harry und fragte sich, ob er etwas bemerkt hatte, doch offenbar hatte Hermine auch bei ihm einen empfindlichen Punkt getroffen, denn er schaute düster drein.

„Was ist los, Harry?" Harry sah auf,.

„Nichts! Warum?" Er verdrängte den Gedanken an Cho, mit der er am Morgen an der Haupttreppe zusammen gestoßen war und die ihn ganz seltsam angesehen hatte.

„Du siehst aus, als hättest du Sorgen!"

„Quatsch!", wimmelte er ab, doch er fühlte sich gar nicht wohl dabei. Ron grinste jetzt wieder obercool, ein völlig neuer Zug an ihm,.

„Hat es etwa mit Cho Chang von den Ravenclaws zu tun, die du heute morgen so dezent angerempelt hast?" Wenn es um die Gefühle anderer ging hatte Ron keine Probleme damit auf den Punkt zu kommen.

Harry wechselte die Farbe und starrte den Kamin an, doch eine Antwort fiel ihm nicht ein. Ron grinste breit,.

„Sie schien wirklich positiv überrascht!"

Und genau das war es, was Harry verblüfft hatte. Immerhin war erst vor drei Monaten Cedric Diggory von den Hufflepuffs, mit dem sie, wie sich später herausgestellt hatte, eng befreundet gewesen war, beim Trimagischen Turnier ums Leben gekommen und er, Harry, war der Grund dafür gewesen, auch wenn er nur indirekt etwas dafür konnte. Es schien ihm seltsam, dass sie ihn heute Morgen so angehimmelt hatte.

Er schwieg und Ron begann zu ahnen, dass er nichts aus ihm herausbekommen würde. Was das anging war Harry äußerst zurückhaltend und da niemand wagte ihn selbst zu fragen, terrorisierten ihn seit dem Morgen diejenigen, die es gesehen hatten mit Fragen. Das Problem war, dass er erstens keine Ahnung hatte und zweitens auch nicht darüber reden wollte. Harry war sein bester Freund und er war es ihm schuldig, dass er keinen Tratsch über ihn verbreitete.

Ron fragte nicht weiter und vergaß die Geschichte bald, denn er schaffte es endlich, Hermine zu fragen, ob sie mit ihm gehen wollte. Harry musste sich jedes Mal das Lachen verkneifen, wenn die beiden so taten, als sei nichts zwischen ihnen und dann unauffällig immer zur gleichen Zeit verschwanden, doch sie schafften es tatsächlich allen anderen weiß zu machen, dass alles beim alten war. Niemand bekam mit, dass Ron und Hermine ein Paar waren.

Das war etwas, dass er gar nicht verstand. Für ihn war es ganz offensichtlich, denn Ron hatte immer rosa Ohren, wenn er Hermine irgend eine schulische Frage stellen musste. Harry kam sich die meiste Zeit vor wie das fünfte Rad am Wagen und machte sich aus dem Staub, so oft es ging. Ron und Hermine bemerkten es nicht. Ganz offensichtlich lebten sie in ihrer eigenen Welt.

Die Sache mit Cho ging ihm jedoch nicht so schnell aus dem Kopf, denn die Gelegenheiten, bei denen sie ihm deutlich ihr Interesse an ihm zeigte, mehrten sich und Harrys Gedanken drehten sich bald nur noch darum, denn irgendwie war ihm das nicht geheuer und Ron, der im Moment auf einer Rosa Wolke schwebte, war ihm auch keine Hilfe, denn sein einziger Rat war: Greif doch einfach zu, sie hat dir doch schon immer gefallen!

Das war nicht ganz das, was er erwartet hatte, aber wahrscheinlich war es ganz einfach so, dass er sich zu viele Gedanken machte. Vermutlich hatte Cho die Sache mit Cedric ganz einfach schneller verkraftet, denn er war noch immer nicht darüber hinweg, dass er ihn dazu angehalten hatte, das Turnier gemeinsam zu beenden, auch wenn er damals nicht ahnen konnte, was das bedeuten würde.

„Na Potter?... schon wieder mal so ganz und gar solo?" Harry ließ die Schultern hängen. Er war auf dem Weg zum Gryffindorturm. Malfoy fehlte ihm heute gerade noch zu seinem Glück.

„Geht dich das irgendwas an?" Malfoys Gesicht erschien neben ihm und er spürte seinen Atem an der Wange.

„Es ist schon interessant das Goldkind der Gryffindors so einsam und allein zu sehen!" Harry sah ihm in die kalten, grauen Augen,

„Dagegen ist es schon ein alter Hut, dass du mit allen schmollst und nicht mal mehr der arme Goyle Gnade vor deinen Augen findet!... Furchtbar, wenn man es als schwarze Seele nicht schafft, aus Hogwarts zu fliehen!" Draco grinste gezwungen. Er nahm es tatsächlich noch immer übel, dass Dumbledores Barriere ihn abgefangen hatte, als er sich zu seinen Vater durchschlagen wollte.

„Pah!" Harrys Grinsen wurde noch breiter,

„Aber andererseits……… Mami ist sicher froh, dass du noch da bist!" Jetzt funkelten Dracos Augen wütend. Harry blieb unbeeindruckt.

„Hab ich etwa einen wunden Punkt getroffen?... Glaube ich nicht!... Der obercoole Draco Malfoy ist doch kein Muttersöhnchen, oder?", und damit ließ er ihn kochend vor Wut stehen.

Draco sah Potter nach und ärgerte sich, dass es ihm glatt die Sprache verschlagen hatte, als Potter ihm mit seiner Mutter gekommen war. Erneut kochte die Wut auf seine Mutter in ihm hoch, doch das Problem war, dass er eigentlich nicht wütend auf sie sein wollte. Seine Mutter war der einzige Mensch von dem er erwartete, dass er ihn verstand und er wusste ziemlich genau, dass sie nur das beste für ihn wollte. Er konnte sich nur nicht so recht vorstellen, warum sie sich von seinem Vater so sehr distanziert hatte, als dieser sich wieder an die Seite Voldemorts begeben hatte. Darüber zerbrach er sich nun schon seit Wochen den Kopf und kam zu keinem Ergebnis.

Doch Draco wusste, dass er noch ein anderes Problem hatte. Potter wusste offensichtlich, warum er wieder in Hogwarts war und wenn er es wusste, wussten es Weasley und Granger auch und wenn er eines nicht wollte, dann, dass die ganze Schule davon erfuhr, wie viel Einfluss seine Mutter auf ihn hatte. Draco machte sich unwillig auf den Weg Potter zu finden. Er musste ihn irgendwie in den Griff kriegen, um zu vermeiden, dass es heraus kam, denn das würde seinen Ruf endgültig ruinieren.

Er erwischte Potter auf der Treppe zum dritten Stock, doch die hatte es sich gerade anders überlegt und bewegte sich zu einer Tür, die sie beide noch nie benutzt hatten. Unentschlossen standen sie vor der Tür und hofften dass es sich die Treppe noch einmal überlegen würde, doch die machte keine Anstalten, sich von der Stelle zu rühren.

Draco starrte erst die Tür und dann Potter an. Den Grund, warum er hier war, hatte er einen Augenblick lang völlig vergessen.

„Na prima! Mit Malfoy allein irgendwo im nirgendwo!" Harry sah ihn an wie eine Made. „Was willst du überhaupt hier oben?" Draco blieb unbeeindruckt.

„Ist eigentlich ganz praktisch! Dann können wir uns ja in Ruhe unterhalten!" Harry musterte ihn. Dieser Satz gefiel ihm gar nicht. „Wüsste nicht, worüber!"

„Ach nein!", Draco ging zwei Schritte auf ihn zu und Harry zwei zurück, doch er stieß an die Wand.

„Verpiss dich, Malfoy!" Draco grinste wieder selbstzufrieden,

„Angst, Potter?"

„Träum weiter!"

„Und, warum haust du dann ab?"

„Weil ich keinen Bock darauf habe, dir zu nahe zu kommen!" Draco stieß ihn heftig gegen die Wand.

„Ach was!" Harry duckte zur Seite weg um dem nächsten Stoß auszuweichen.

„Was hat dich denn gebissen?" Draco war schneller und kräftiger als Harry es erwartet hatte. Blitzschnell nagelte er ihn an die Wand,

„Ich sag dir eins Potter, hör auf mit deinen blöden Witzen!... und ich geb dir einen guten Rat, wenn ich irgendwas höre, von wegen Muttersöhnchen, dann mach ich dich fertig!... Das schwöre ich dir!" War Harry zuerst erschrocken gewesen, musste er sich jetzt ein Grinsen verkneifen. Das Malfoy sich diese Blöße gab, überraschte ihn, aber vermutlich hatte er vorhin gerade begriffen, dass er, Harry, es eh schon ahnte.

„Ach wie süß, Dracilein will nicht, dass alle wissen, dass er Mami lieb hat!" Es klang bissiger als geplant, denn der schon bekannte Neid, kam dazu, doch das merkte Malfoy nicht. Sein Griff an Harrys Hals wurde härter und ihm wurde klar, dass er es ernst meinte,

„Glaubst du wirklich, dass ich das tun würde?" Dracos Blick traf seinen und Draco fragte sich, was er darauf antworten sollte, denn er wusste, dass er selbst es tun würde.

„Weißt du Malfoy, das hieße ja, dass ich mich auf dein Niveau begeben müsste und dazu bin ich mir zu schade!" Draco zog die linke Braue hoch, denn Potter hatte es geschafft, ihm Hoffnung zu machen und ihn gleichzeitig abgrundtief zu beleidigen, doch er übersah es, diesmal.

„Ist mir eigentlich ziemlich gleich!... aber wenn ich auch nur ein Wörtchen höre, bist du erledigt, Potter, daran solltest du immer denken!" Er meinte, was er sagte, auch wenn er Harry nicht sonderlich damit beeindruckte.

„Nimm die Finger von mir Malfoy, sonst schrei ich gleich so laut, dass es die ganze Schule weiß!" Dracos Gesicht verzerrte sich wütend und wurde noch blasser, doch ein Blick nach unten zeigte ihm, dass Harry seinen Zauberstab an seiner Kehle hatte und nicht zögern würde, seine Stimme magisch zu verstärken um seine Drohung zu verwirklichen. Er ließ ihn los,

„Wir sind, quitt! Klar!" Harry grinste spöttisch,

„Ich werd´s mir überlegen!" Draco funkelte ihn erneut an, doch etwas sagte ihm, dass Potter vorhin gemeint hatte, was er gesagt hatte – er würde sich nicht so weit herablassen. Das mochte ihm eine Befriedigung sein, doch es war genauso eine Beleidigung, die er gewiss nicht vergessen würde.

Als hätte die Treppe bemerkt, dass der Zwist vorerst beigelegt war, setzte sie sich wieder in Bewegung und schlug ihren üblichen Weg ein. Harry machte sich auf den Weg in den Gryffindorturm, ohne Malfoy auch nur noch einen Blick zu gönnen. Draco sah ihm nach. Er war sich relativ sicher, dass ihm von Potter keine wirkliche Gefahr drohte. Der Idiot besaß tatsächlich genug Ehrgefühl, um sich eine erstklassige Chance, seinem Feind eins auszuwischen, entgehen zu lassen. Draco wusste, dass er das nie tun würde.

In sich zerrissen machte er sich auf den Weg zurück in die Kerker. Warum musste seine Mutter auch so stur sein? Wenn sie ihm wenigstens erklären würde, warum sie nicht wollte, dass er zu seinem Vater und Voldemort ging, doch sie dachte nicht einmal daran!

Sie hatte ihn ganz einfach mit dem, was er für sie empfand dazu gezwungen, zu tun, was sie wollte.

Draco gestand es sich nicht gern ein, doch seine Mutter liebte er abgöttisch. Zu oft hatte sie ihn vor dem Zorn seines Vaters geschützt, zu oft hatte sie ihn in den Arm genommen, wenn er wieder mal nicht wusste, was er falsch gemacht hatte, oder wenn es ihm einfach unmöglich gewesen war, den Anforderungen seines Vaters zu entsprechen. Narzisse Malfoy war der einzige Mensch, dem er sich verpflichtet fühlte, auch wenn es ihm nicht gefiel und er sich selbst manchmal dafür verabscheute, dass er Gefühle für seine Mutter hatte.

Tatsächlich hielten Potter und seine billigen Freunde den Mund. Die Geschichte mit dem Fluchtversuch geriet in Vergessenheit. Hätte Draco gewusst, dass das absolut nichts mit seiner Drohung zu tun hatte, sondern ganz einfach damit dass Ron und Hermine mit sich beschäftigt waren und Harry kein Interesse daran hatte ihn so bloß zu stellen, hätte ihm das wahrscheinlich nicht gefallen, doch so konnte er sich in seinem Erfolg sonnen und sich wieder als Boss der Slytherins aufspielen. Die Tatsache, das er jetzt der Kapitän des Quidditch-Teams war, trug ihren Teil dazu bei. Der einzige Wermutstropfen an der Geschichte war, dass die Gryffindors Potter ebenfalls zu ihrem Mannschaftskapitän gemacht hatten, nur, dass er im Gegensatz zu ihm nicht sonderlich begeistert war.

Harry war der Meinung, dass er dafür nicht genug Ahnung hatte und alle lobten ihn für seine Bescheidenheit und sprachen ihm gut zu. Draco fand es ganz einfach widerlich und versuchte es zu ignorieren. Es war aber auch zu blöd, dass Flint und Wood im gleichen Jahrgang gewesen waren und zusammen im letzten Jahr abgeschlossen hatten.

Es war am Vorabend des ersten Turnierspiels zwischen Slytherin und Gryffindor, als alles aus den Fugen geriet.

Harry war fertig mit den Nerven, auch wenn alle Spieler des Teams der Meinung waren, dass er seine Sache gut machte. Sie waren schon auf dem Weg in den Gryffindorturm und Harry war es nicht gelungen, auch nur einen Bissen des wie immer köstlichen Abendessens hinunter zu würgen, als Professor Dumbledores magisch verstärkte Stimme durch die Gänge schallte und alle Schüler zurück in die Halle rief. Die Gesichter derer, die er auf dem Rückweg zur Seite weg um dem nächsten Stoß auszuweichen,

„Was hat dich denn gebissen?" Draco war schneller und kräftiger als Harry es erwartet hatte. Blitzschnell nagelte er ihn an die Wand,

„Ich sag dir eins Potter, hör auf mit deinen blöden Witzen!...und ich geb dir einen guten Rat, wenn ich irgendwas höre, von wegen Muttersöhnchen, dann mach ich dich fertig!...Das schwöre ich dir!" War Harry zuerst erschrocken gewesen, musste er sich jetzt ein Grinsen verkneifen. Das Malfoy sich diese Blöße gab, überraschte ihn, aber vermutlich hatte er vorhin gerade begriffen, dass er, Harry, es eh schon wusste.

„Ach wie süß, Dracilein will nicht, dass alle wissen, dass er Mami lieb hat!" Es klang bissiger als geplant, denn der schon bekannte Neid, kam dazu, doch das merkte Malfoy nicht. Sein Griff an Harrys Hals wurde härter und ihm wurde klar, dass er es ernst meinte.

„Glaubst du wirklich, dass ich das tun würde?" Dracos Blick traf seinen und Draco fragte sich, was er darauf antworten sollte, denn er wusste, dass er selbst es tun würde.

„Weißt du Malfoy, das hieße ja, dass ich mich auf dein Niveau begeben müsste und dazu bin ich mir zu schade!" Draco zog die linke Braue hoch, denn Potter hatte es geschafft, ihm Hoffnung zu machen und ihn gleichzeitig abgrundtief zu beleidigen, doch er übersah es, diesmal.

„Ist mir eigentlich ziemlich gleich!...aber wenn ich auch nur ein Wörtchen höre, bist du erledigt, Potter, daran solltest du immer denken!" Er meinte, was er sagte, auch wenn er Harry nicht sonderlich damit beeindruckte.

„Nimm die Finger von mir Malfoy, sonst schrei ich gleich so laut, dass es die ganze Schule weiß!", Dracos Gesicht verzerrte sich wütend und wurde noch blasser, doch ein Blick nach unten zeigte ihm, dass Harry seinen Zauberstab an seiner Kehle hatte und nicht zögern würde, seine Stimme magisch zu verstärken um seine Drohung zu verwirklichen. Er ließ ihn los,

„Wir sind, quitt! Klar!" Harry grinste spöttisch.

„Ich werd´s mir überlegen!" Draco funkelte ihn erneut an, doch etwas sagte ihm, dass Potter vorhin gemeint hatte, was er gesagt hatte – er würde sich nicht so weit herablassen. Das mochte ihm eine Befriedigung sein, doch es war genauso eine Beleidigung, die er gewiß nicht vergessen würde.

Als hätte die Treppe bemerkt, dass der Zwist vorerst beigelegt war, setzte sie sich wieder in Bewegung und schlug ihren üblichen Weg ein. Harry machte sich auf den Weg in den Gryffindorturm, ohne Malfoy auch nur noch einen Blick zu gönnen. Draco sah ihm nach. Er war sich relativ sicher, dass ihm von Potter keine wirkliche Gefahr drohte. Der Idiot besaß tatsächlich genug Ehrgefühl, um sich eine erstklassige Chance, seinem Feind eins auszuwischen entgehen zu lassen. Drcao wusste, dass er das nie tun würde.

In sich zerrissen machte er sich auf den Weg zurück in die Kerker. Warum musste seine Mutter auch so stur sein? Wenn sie ihm wenigstens erklären würde, warum sie nicht wollte, dass er zu seinem Vater und Voldemort ging, doch sie dachte nicht einmal daran!

Sie hatte ihn ganz einfach mit dem, was er für sie empfand dazu gezwungen, zu tun, was sie wollte.

Draco gestand es sich nicht gern ein, doch seine Mutter liebte er abgöttisch. Zu oft hatte sie ihn vor dem Zorn seines Vaters geschützt, zu oft hatte sie ihn in den Arm genommen, wenn er wieder mal nicht wusste, was er falsch gemacht hatte, oder wenn es ihm einfach unmöglich gewesen war, den Anforderungen seines Vaters zu entsprechen. Narcissa Malfoy war der einzige Mensch, dem er sich verpflichtet fühlte, auch wenn es ihm nicht gefiel und er sich selbst manchmal dafür verabscheute, dass er Gefühle für seine Mutter hatte.

Tatsächlich hielten Potter und seine billigen Freunde den Mund. Die Geschichte mit dem Fluchtversuch geriet in Vergessenheit. Hätte Draco gewusst, dass das absolut nichts mit seiner Drohung zu tun hatte, sondern ganz einfach damit dass Ron und Hermine mit sich beschäftigt waren und Harry kein Interesse daran hatte ihn so bloß zu stellen, hätte ihm das wahrscheinlich nicht gefallen, doch so konnte er sich in seinem Erfolg sonnen und sich wieder als Boss der Slytherins aufspielen. Die Tatsache, dass er jetzt der Kapitän des Quittich-Teams war, trug ihren Teil dazu bei. Der einzige Wermutstropfen an der Geschichte war, dass die Gryffindors Potter ebenfalls zu ihrem Mannschaftskapitän gemacht hatten, nur, dass er im Gegensatz zu ihm nicht sonderlich begeistert war.

Harry war der Meinung, dass er dafür nicht genug Ahnung hatte und alle lobten ihn für seine Bescheidenheit und sprachen ihm gut zu. Draco fand es ganz einfach widerlich und versuchte es zu ignorieren. Es war aber auch zu blöd, dass Flint und Wood im gleichen Jahrgang gewesen waren und zusammen im letzten Jahr abgeschlossen hatten.

Es war am Vorabend des ersten Turnierspiels zwischen Slytherin und Gryffindor, als alles aus den Fugen geriet.

Harry war fertig mit den Nerven, auch wenn alle Spieler des Teams der Meinung waren, dass er seine Sache gut machte. Sie waren schon auf dem Weg in den Gryffindorturm und Harry war es nicht gelungen, auch nur einen Bissen des wie immer köstlichen Abendessens hinunter zu würgen, als Professor Dumbledores magisch verstärkte Stimme durch die Gänge schallte und alle Schüler zurück in die Halle rief. Die Gesichter derer, die er auf dem Rückweg zu Großen Halle sah, wirkten besorgt, nervös und zum Teil sogar ängstlich und er stellte fest, dass er ähnlich empfand.

Einen Vorteil hatte es jedenfalls. Harrys Angst wegen des morgigen Spiels war verschwunden.

Das, was Professor Dumbledore ihnen dann schließlich bekannt geben musste, übertraf alle Befürchtungen und ließ die Schüler in schockierte Erstarrung fallen.

Lord Voldemort hatte das englische Zaubereiministerium in seine Gewalt gebracht und in Großbritannien, die Herrschaft übernommen.

Hogwarts war die letzte Institution der hiesigen Zauberergemeinschaft, die noch nicht in seiner Hand war.